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Periodical volume Nr. 149, 27.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

FriedkMkl DKil-Aiiikigkr. 
(Frledenauer 
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rnr. 149. 
ZSerkin-Ariedenau, Ireitag, den 27. Juni 1913. 
20. Jafirg. 
vepelcken 
Letzte Nachrichten 
Elbing. In der vergangenen Nacht brannte in dein 
Elbing benachbarten Ort Güldenboden ein von sechs Familien 
bewohntes Hans vollständig nieder. Während es den meisten 
Familien gelang, sich durch die geöffneten Fenster zu retten, 
käm ein Vater mit zwei Kindern in den Flammen um, die 
Mutter wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo 
sie durch den Schreck in geistige Umnachtung fiel. 
Wien. Aus allen Teilen Oesterreichs wird ein 
Temperatursturz gemeldet. Auf den Alpenhöhen ist geradezu 
winterliches Wetter eingetreten. Bon der Rax und der 
Schmidtenhöhe werden Temperaturen von 1 Grad Celsius 
gemeldet. Die Neuschneemengen reichen bis zu 1200 Meter 
Höhe herab. 
Neustadt a. d. Hardt. In Schönthal bei Neustadt a. 
d. H. wurde der Fabrikant Ottmann vor 14 Monaten von 
seiner Ehefrau mit vier Mädchen beschenkt. Gestern karn 
seine Ehefrau abermals nieder, und zwar diesmal mit 
Drillingen, drei gesunden Knaben. 
Ostende. Hier wurde ein Eisenbahnbeamter verhaftet, 
der zahlreiche Passagiere um Schmucksachen und Wert 
gegenstände bestohlen hatte. Im. ganzen beläuft sich der 
Wert der gestohlenen Sachen auf 340 000 Frcs. 
London. Die diesjährigen englischen Marinemanöver, 
die am 14. Juli beginnen, werden von ganz besonderer 
Bedeutung sein. 340 Schiffe nehmen daran teil, und zwar 
41 Panzerschiffe (16 Dreadnoughts), 32 große Kreuzer, 
40 geschützte Kreuzer, 160 Torpedoboote und 40 Unterseeboote. 
Sitzung cler (Zemeincleverlretung 
vom Donnerstag, dem 26. Juni 1913. 
Unsere Gemeindevertretung ist gestern in die Ferien gegangen. 
Von den wichtigen Beschlüssen, die in der gestrigen letzten Sitzung gefaßt 
ivurdcn, erwähnen wir: die Genehmigung des Kostenanschlags für 
den Neubau der 3. Volksschule an der Ofsenbacherstraße mit 
075 000 M., die Errichtung einer Rats wage in der Lanterstraße 
und die Einrichtung des Spielplatzes an der Laubachcr», Fehler- 
und Offenbachcrstratze. Dieser Spielplatz wird nach den Angaben 
des amtlichen Jugendpflegers nnd Oberturnwarts des Männer» 
Turnoereins, Herrn Lehrers Kiihn, angelegt. Er wird das „Stadion" 
Friedenaus werden, denn er soll benutzt werden zu allen Leibes 
übungen (außer Wassersport natürlich) und demgemäß erhalten, 
Einrichtungen für das Turnen, eine Laufbahn, Plätze für Ball 
spiele, einen Klcinkinderspielplatz usw. Das Untcrkunftshaus, mit 
einer Unterstandshalle für das Publikum, wird ebenfalls in neu 
zeitlicher Weise ausgebaut. Die hier zu schaffende Bedürfnisanstalt 
soll gleichzeitig auch einen Eingang von der Straße aus erhalten. 
Friedenau schafft also mit diesem Spielplatz eine Einrichtung, wie 
sie bisher in keiner Großberliuer Gemeinde besteht und die der 
Jugendpflege im besonderen Maße zu Gute kommt. — Die Vor 
lage betr. Ausschreibung des Wirtschaftsbetriebes für de»'Rats 
keller wurde zurückgezogen. Abgelehnt wurde die Vorlage betr. 
Beschaffung der Berliner Adreßbücher für die höheren Schulen. — 
Wir bringen nun den Verhandlungsbericht: 
Bürgermeister Walger eröffnet gegen i / i 8 Uhr die 
Sitzung. Es fehlen die Schöffen Draeger und Sadöe, die 
Anker der Last der Grone. 
Koma» von R. M. White. 
23. <««ch»r»ck »eibotou) 
„Ich bitte Sie — sprechen Sie nicht weiter!"' fiel ihm 
Jessie ins Wort. Tie Tränen standen ihr in den klugen. 
„Sie sind ein Ehrenmann — und vielleicht habe ich Sie 
wirklich — ein wenig Unterschätzt. Ich gebe Ihnen mein 
Ehrenwort, versichere Ihnen bei alleni, ivas mir heilig ist, daß 
es nichts Unehrenhaftes ist, was ich zu tun beabsichtige. Ich 
gehe in das Charing Croß Hospital, aber es darf niemand, 
niemand von meinen Freunden, meine ich, etwas davon 
ivisscn. Lieber Herr Laseelles, glauben Sie mir, daß ich die 
Wahrheit spreche.,, 
Sie ivar rührend in ihrer Verzweiflung — George LaS- 
eelles hätte kein Mann sein müssen, wenn er ihr noch 
länger hätte widerstcchen können. Mit ernstem Gesicht half er 
ihr ans dem Wage». 
„Sie sehen, daß ich es tun will, Fräulein Vera," sagte 
er. „Ich glaube Ihnen — und ich glaube, daß Sie irgend 
jemandem zuliebe sich einer großen Gefahr aussetzen. Ich 
weiß nicht, ob dieser jemand ein * 
„Es handelt sich um eine Tame," fiel ihm Jessie ins 
Wort. „Und es geht dabei beinahe um Leben und Tod. 
Seien Sie versichert, Pongo, tvenn Sie einmal die Wahrheit 
erfahren — und es wird ein Tag kommen, da Sie alles wissen 
werden — so werden Sie nicht bereuen, mir heute zu Willen 
gewesen zu sein. Ich bitte Sie, fahren Sie nun zurück und 
bandeln Sie so, wie ich es gewünscht habe. In einer halben 
Stunde iverde ich wieder hier sein." 
„Ich werde nicht eher von dieser Stelle weichen, als 
bis Eie wieder zurück sind, Fräulein Vera!" sagte Laseelles 
mit ernstem Gesicht. „Es wird mir schiver genug werden, 
erst in die Gesellschaft zurückzukehren. In fünfundzwanzig 
Minuten bin ich ivieder da — nnd nichts soll mich von 
diejem Platz bringen, ehe Sie wieder hier iin Wagen sitzen." 
G.-V. Franzelius, Huhn, Dr. Lohmann, Matthies, Schultz 
und Dr. Thurmann, die Bürgermeister Walger entschuldigt. 
Das Protokoll führt Obersekretär Borck, zugegen sind ferner 
Gcmeindebaurat Altmann und Assessor Grundmann. 
Der Bürgermeister macht zunächst folgende Mit 
teilungen: Mit den „Berliner Vororts-Elektrizitätswerken" 
haben längere Verhandlungen darüber stattgefunden, wie 
die Beitreibung rückständiger Beträge gehandhabt werden 
soll. Es dürfte sich nicht empfehlen, die Beitreibung bis 
ztnn äußersten durchzuführen, das macht viele Kosten und 
lohnt sich nicht. Daher hat der Gemeindevorstand Folgendes 
mit dem B. D. E. W. vereinbart: 1. Vei'Beträgen unter 
8 M. soll die Entscheidung über die Niederschlagung des 
Betrages den B. V. E. W. ohne Durchführung des gericht 
lichen Verfahrens, wenn dieses als zwecklos gelten kann, zu 
stehen; 2. bei Beträgen über 5 M. ist das gerichtliche Ver 
fahren durchzllführen, wo dies untunlich erscheint (falls schon 
ein Offenbanlngseid geleistet usw.) entscheidet der Gemeinde 
vorstand über die Niederschlagung der Summe; 3. wenn 
der über zwei Monate zurückliegende Betrag nicht durch die 
gestellte Kaution gedeckt ist, haben dafür die B. V. E. W. 
für diesen Betrag aufzukommen. Der Bürgermeister er 
läutert noch, daß, wenn eine Schuldsumme nicht eintreibbar 
ist, die Gemeinde nichts bekommt, aber auch die B. V. E. W. 
nichts erhalten, nur wenn die Summe länger als 2 Monate 
zurückliegt, müssen die B. N. E. W. für den der Gemeinde 
zukommenden Betrag aufkommen. G.-V. Berger fragt 
noch an, wie es komme, daß die Kaution an die A. E. G. 
nach dem Schiffbauerdamm gezahlt werden müßte. Bürger 
meister Walger erklärt, daß die B. V E. W. eine Tochter 
gesellschaft der A. E. G. sind, deren Verwaltung von der 
Ä. E. G. I erfolgt. Die Verwaltung unseres Gemeinde- 
Elektrizitätswerks erfolgt also ebenfalls durch diese Gesell 
schaft, woraus sich die Zahlung der Kaution an diese Stelle 
ergibt. Die Gemeindevertretung nimmt darauf von den 
vorgeschlagenen Vereinbahrnngen des Gemeiudevorstandes 
mit den B. V. E. W. genehmigend Kenntnis. 
Zu Protokollunterzeichncrn bestimmt der Bürgermeister 
die G -V. Stöcker und Dr. Tänzler. 
Eine Sache betr. Vertretung eines Lehrers wird noch 
auf die Tagesordnung der geheimen Sitzung gesetzt. Ferner 
wird ans die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung gesetzt 
auf Antrag des G.-V. Finke: Besuch der Hauptversamm 
lung der Zeichenlehrer in Breslau dirrch einen Zeichenlehrer, 
auf Antrag des Gemeindevorstandes: Besuch der Garten 
bauausstellung in Breslau durch den Obergärtner Stabe. 
Schöffe Lichtheim bittet darauf, den für Ankauf der 
Pferde verbliebenen Restbetrag von 070 M. ihm zur An 
schaffung eines stärkeren Wagens für die Gärtnerei zu be 
willigen. Ohne Erörterung ist die Gemeindevertretung 
damit einverstanden. 
Die Ferien der Gemeindevertretung werden darauf für 
die Monate Juli und August festgesetzt. 
Bürgermeister Walger berichtet dann über die Be 
Jessie bar Um, sich nun iiiciit länger auszuhalten, da sie 
keine Zeit zn verlieren hätte. Sie eilte dem Krankenhause 
zu, während das Automobil rasch den Weg zurückfuhr, den 
es gekommen; sie hörte das Rasseln der Maschine allmählich 
in der Ferne verklingen. 
Einen Augenblick blieb sie stehen, um den Schein ans 
der Tasche zu nehmen, den ihr Varneh ausgeschrieben. 
In diesem Moment fuhr vor dem Portal des Hospitals 
eine elegante Equipage vor, der rasch die Gräfin Saens 
entstieg. 
Ein tödlicher Schreck durchzuckte Jessie. Was rvollte 
die Gräfin um diese Stunde noch hier? — Hatte sie 
Kenntnis von der Täuschung erhalten, ivnßte sie, daß Vera 
Galloivay da drinnen krank nnd hilflos lag? Eine andere 
Annahme blieb kaum übrig. Was aber konnte daun ge 
schehen! Wenn man die Gräfin zn Vera ließ, wenn siea lies 
erfuhr — so war auch sie, Jessie Hareourt, verloren, ihr 
guter Name dahin, und sie durfte 'niemals daran denken, 
die Gattin Ronald Hopes zu werden! 
Wie aber hatte die Gräfin erfahren, daß Vera Galloivay 
hier im Krankenhause lag? — Hub wußte sie, daß die 
Richte Lord Merehavens die Diebin war, die ihr die Doku 
mente entwendet? Alle diese Fragen marterten Jesüe, 
während sie sich behutsam dem Portal näherte, in das die 
Gräfin eingetreten war. 
Sie mußte sich Gewißheit verschaffen, ob ihre Feindin 
ztl Vera Galloivay gelassen würde. Sie blickte in das erleuchtete 
Vestibül und sah, daß die Gräfin mit dem Portier unter 
handelte. 
Der Mann mußte ihr irgend etivas abgeschlagen haben, 
um das sie ihn bat. Denn er schüttelte mehrmals den Kopf 
nnd machte eine bedauernde Bewegung, während Die schöne 
Frau unablässig auf ihn einsprach. 
Sicherlich ivar es gegen die Regel, rvas die Gräfin ver 
langte, nnd der Portier konnte es ihr nicht beivilligen. Er 
schüttelte nur immer wieder den Kopf, und Jessie atmete 
bereits erleichtert auf, als sie plötzlich entsetzt zusammenfuhr. 
schaffung Berliner Adreßbücher für die höheren Schulen. 
Der Finanzausschuß habe sich mit dieser Frage beschäftigt 
und, nachdem Herr Direktor Busch eingehende Erläuterungen 
über die Notwendigkeit der Adreßbücher für die höheren 
Schulen gegeben hat, beschlossen, die Beschaffung der Bücher 
der Gemeindevertretung zu empfehlen. G.-V. Ott: Zur 
Besprechung der Angelegenheit im Finanzausschuß war 
von den Direktoren der höheren Schulen nur Herr 
Dr. Busch erschienen. Der Ausschuß war schwach ver 
treten, es fehlten einige Herren und mit 3 gegen 
2 Stimmen wurde beschlossen, die Beschaffung der Adreß 
bücher zu empfehlen. Nach den Ausführungen des Herrn 
Direktor Bnsch habe er sich von der Notwendigkeit, diese 
Bücher zu beschaffen, nicht überzeugen können. (Während 
der Rede des G.-V. Ott werden am Vorstandstisch Gespräche 
geführt, G.-V. Ott macht daher eine kurze Pause und 
sagt dann: „Darf ich fortfahren?" sHeiterkeitj). Die Gründe 
die angegeben wurden, waren, daß mal eine Firma nachzu 
schlagen wäre, zweitens, daß mal von einem Vater eine 
Anfrage koinmt über hiesige Verhältnisse und die Bewohner 
in einem Hause, drittens, daß mal nachzusehen ist, ob ein 
Schüler der in der Motzstraße in Pension ist, in Schöneberg, 
Charlottenburg oder Wilmersdorf wohnt. Die Minderheit 
hielt die Begründung nicht für ausreichend. Die Frage 
war auch die, ob die Anschaffung der Adreßbücher erwünscht 
oder notwendig sei. Daß sie erwünscht wäre, wurde von 
einem Redner betont, notwendig sei sie jedoch nicht und die 
Gemeinde solle doch nur notwendige Ausgaben machen. 
Nun liege aber noch ein Grund vor, nämlich der, daß, 
trotzdem die Gemeindevertretung s. Zt. beschlossen habe, die 
Adreßbücher nicht zu beschaffen, zwei Direktoren die Bücher 
doch beschafft haben! (G.-V. Kalkbrenner: Also doch! — 
G.-V. Kunnow (hämisch): Unerhört.) Der Wille der Ge 
meindevertretung müsse doch gelten; aus Etatsmitteln durften 
die Bücher daher nicht beschafft werden. Es sind auch 
keine Titel da, woraus sie beschafft werden könnten. Da 
die Bücher zum Biirobedarf gehören, können die Direktoren 
sie sich ja aus dem ihnen reichlich zur Verfügung gestellten 
Betrage für Bürobedarf beschaffen. Bürgermeister Walger: 
Herrn Ott sind als Gegner natürlich nur die Gründe, die 
dagegen sprechen geläufig. Es wurden aber von Herrn 
Direktor Busch auch Gründe genannt, die die Mehrheit des 
Ausschusses bestimntten, für die Anschaffung der Adreßbücher 
zu stimmen. Die Sache wollte er schon gelegentlich der 
Etatsberekung zur Sprache bringen; er hatte sich auch Notizen 
darüber gemacht, sie aber leider Übesehen. Später sei ihm 
die Sache wieder zum Bewußtsein gekommen und er habe 
nun die Vorlage auf Beschaffung der Adreßbücher gemacht. 
Nachdem sich also das Kuratorium und der Finanzausschuß 
für die Beschaffung der Adreßbücher entschieden haben, bitte 
er, auch hier zuzustimmen. Schöffe v. Wrochem beantragt 
Schluß der Debatte, da die Sache bereits eingehend 
erörtert wurde. G.-V. Kalkbrenner bittet, zur Ge 
schäftsordnung, diesen Antrag abzulehnen, da cs sich hier 
esm yocygewacyseuer, junger Manu, ver au ihr oorüber- 
geheu wollte, batte zufällig einen Blick auf sie geworfen. Er 
stieß einen Ruf der Ueberraschung aus und trat rasch auf 
^ ^ „Vera!" sagte er rasch. „Wie kommst Du hierher, Vera? 
— Oh, welches Glück, daß ich Dich treffe! Nun kann ich 
doch ungesehen mit Dir sprechen!" 
Augenblicklich wußte Jessie, wem sie sich da gegenüber 
befand. Das war der Mann, der gemeinsam mit dem 
andern die wichtigen Papiere verkmist haben sollte — war 
der angeblich flüchtige Charles Maxwell! 
19. Kapitel. 
Sir Reginald Lancing war gegangen. Er erklärte, 
daß er sich wesentlich wohler befände, und lehnte auf das 
Entschiedenste den angebotenen Beistand ab. Alan mußte 
ihm seinen Willen lassen; in einem Wagen des Lords, den 
Merehaven eiligst bestellt hatte, fuhr er davon, nachdem er 
sich wegen der Unruhe entschuldigt hatte, die er den Herr 
schaften verursachte. 
Er machte den Eindruck eines ganz gebrochenen Mannes. 
Aber noch jetzt, im Augenblick des höchsten Schmerzes, ja der 
Verzweiflung, verleugnete sich seine Erziehung nicht, und er 
ließ keine Höflichkeitsregel außer acht, die ihm durch die Um 
stände geboten schien. 
Zwischen den Zurückgebliebenen herrschte begreiflicherweise 
eine gedrückte und unbehagliche Stimmung. Lord Merehaven 
ging mehrmals im Zimmer auf und ab, bis er plötzlich sagte: 
„Das alles kommt mir — äußerst überraschend und ist 
jedenfalls sehr — ungewöhnlich. Ich bin noch immer ganz 
— verwirrt, und ich würde es in der Tat — ja, in der Tal, 
ich würde es vorziehen, jetzt niit den Herren nicht über diese 
Dinge zu sprechen." 
Seine augenscheinliche Verwirrung stach seltsam von 
seinem sonstigen ruhigen und sicheren Wesen ab. Varney 
hatte sich erhoben und leicht verbeuat. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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