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Periodical volume Nr. 146, 24.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

beschäftigen. Berichterstattung über die Angelegenheit wird 
daher in der Sitzung am 26. d. M. mündlich erfolgen. 
Das Snbinissionsergebnis ist folgendes: Gustav Müller- 
Tcgcl 19 118,21 M., Rud. Wülfing-Marienfelde 10 917,76 
Mark (unvollständig), Akt. für Bauausführungen - Berlin 
19 962,06 M., Kuhlmey-Gütergotz 19 999,31 M.,Äd. Ewald- 
Friedcnan 20 400,95 M.. Osk. Hanstein-Friedenair 20 058,38 
Mark. Norddeutsche Bauakt. Gesellschaft - Biitviv i. P. 
21 162,01 M., L. Sperling-Berlin 21 268,73 M., Wilh. 
Suchland-Steglitz 25 512,60 M. 
Vorlage betreffend Einrichtung des Spielplatzes am Friedhöfe in 
der Laubacher Straße. 
Die Gemeindevertretung bewilligte in ihrer Sitzung 
vom 8. Mai d. I. Mittel für die Projektbearbeitung und 
Aufstellung des Kostenanschlages für die Einrichtung des 
Spielplatzes auf dem Gcmeindegrnndstückc hinter dem Fried 
hofe. Es ist inzwischen der Entwurf und der Kosten 
anschlag aufgestellt. Derselbe wird von dcni vereinigten 
Bauausschusse und dem Arbeitsausschüsse für Jugendpflege 
in der Sitzung am 24. d. M. geprüft werden. Bericht 
erstattung über das Ergebnis dieser Prüfung ivird daher in 
der Sitzung vom 26. d. M. mündlich erfolgen. 
Vorlage betreffend Nachbemilligung zu Voranschlag V Nr. 2/1913 
für Beaufsichtigung des Spielplatzes am Birkeniväldchen. 
Für Beaufsichtigung des Turn- und Spielplatzes am 
Maybachplatz während der Ferien sind im Boranschlag 
1913 150 M. vorgesehen. Dieser Betrag reicht jedoch nach 
Ansicht des Jugendpflcgcausschusses nicht aus, da beabsichtigt 
wird, den Platz während der großen Ferien vom 4. Juli 
bis 10. August d. I. täglich von 8 — 11 Uhr Bormittags 
durch eine sachkundige Person (gedacht ist an einen Bolks- 
schullehrer) beaufsichtigen zu lassen. In den vergangenen 
Jahren hat die Beairfsichtigung durch einen Gemcindearbeiter 
stattgefunden, was zu mancherlei Unzuträglichkeiten geführt 
hat. In Uebereinstimmung mit dem Jugendpflegeausschuß 
empfehlen wir, dem Aufseher als Vergütung 200 M. zu 
gewähren und ersuchen, beschließen zu wollen: 50 Al. zur 
Verstärkung des Voranschlages V für 1913 lfd. Nr. 2 werden 
bewilligt. ,. L 
tokaks 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur nüt Quellenangabe gestattet.) 
v Zweckverband. Der Verband Großberlin hielt 
gestern im Berliner Rathanse eine Verbandsversammlnng 
ab. Zunächst handelte es sich um die Wahl des Städte 
bauers für den verstorbenen Baurat Kiehl. Es wurde mit 
57 von 91 Stimmen Stadtbaurat Fritz Benster-Königsberg 
gewählt. Ferner genehmigte die Versammlung mehrere 
kleinere Straßcnbahnvorlagen, u. a. auch die Umänderung 
der Gleisanlagen in der Rheinstraße. Zum Schluß wurde 
noch die Geschäftsordnung für die Bcrbandsversammlung 
genehmigt. 
o Verteilung des gemeindesteuerpflichtrgen Ein 
kommens auf mehrere Gemeinden. Ein hiesiger Fabri 
kant hatte die Verteilung seines gcmeindestenerpflichtigen 
Einkommens auf die Gemeinde Berlin-Friedenau und 
Berlin-Steglitz für 1912 beantragt. 
Der hier wohnhafte Antragsteller ist von der Gemeinde Steglitz, 
wo er Grundstücke besitzt, unter Zugrundelegung der Erträgnisse 
der in dieser Gemeinde liegenden Grundstücke, die ihm eigentümlich 
gehören und derjenigen, an denen er ein Nießbrouchsrecht besitzt, 
zu (110 Prozent von 1300 M.) 1496 M. veranlagt. Berlin-Friedenau 
ließ bei der Vcstcueruug 10 224 M. Eiukommeir aus Steglitzer und 
Neuköllner Grundbesitz frei und forderte von dem übrigen Ein 
kommen von 103 749 M. einen Stcucrbctrng von 5823 Al. Wegen 
dieser Toppelbcstcncrnng hat der Zcnsit den Antrag auf Steuer- 
verteilung gestellt, und zwar dreht sich der Streit ausschließlich um 
die Besteuerung des Einkommens ans dein Grundbesitz. Aiitrag- 
stcllcr hat erklärt, daß er den An- und Verkauf von Grundstücken 
seit 10 Jahren gewerbsmäßig betreibe, und daß der größte Teil 
der Gfivlnne aus d^m An- und Verkauf von Grundstücken ent 
standen sei. In einem Vorbescheide hat der Vorsitzende des Kccis- 
ansschusscs den Antragsteller von der Gcmciodeeinkommcnstcuer in 
Berlin-Steglitz freigestellt, da hier unzweifelhaft ein gewerbsmäßiger 
Immobilienhandel vorliege. Denn der Antragsteller habe die Grund 
stücke nicht erworben mit der Absicht der dauernden Ertragscrziclnng, 
»Ta aber heutzutage leine Wunder mehr geschehen", er 
klärte Dr. Varncy, „so wird am Ende ' auch das mit 
natürlichen Dingen zugegangen sein. Und ich denke, es 
wird nicht unmöglich sein, herauszubringen, wie cs geschah. 
Ich würde cs für das beste hallen, wenn nur Lcchuicre da 
mit betrauten, diesem Amerikaner mal ein bißchen auf den 
Zahn zu fühlen. Wenn es irgend einen Menschen gibt, 
der uns des Rätsels Lösung bringen kann, so ist er es. 
Und ich bin überzeugt, daß er 'Eurer Locdschast mit Vcr- 
uügen seine Dienste ividmcn wird." 
Ter Staatssekretär war mit dem Vorschlage ohne wcitcrcs 
einverstanden, denn auch er hatte offenbar zu dem Scharfsinn 
und der Geschicklichkeit der genannten Persönlichkeit das aller 
größte Vertrauen. 
Lechincre wurde gerufen und fragte gelassen, lvas man 
von ihm verlange. Rasch hatte Tr. Barney ihn informiert. 
„Sie sollen Mr. Hunt vom „Merkur" interviewen", sagte 
er. „Aber Sic sollen sich wohl hüten, sich von ihm ein 
Märchen erzählen zu lassen. Es handelt sich darum, zu er 
fahren, um welche Zeit er von dem Diebstahl der Papiere, 
von deren Verschwinden er in seinen Extrablättern berichtet 
hat, Kenntnis erhielt. Auf die Minute genau, denn es gilt, 
einen scheinbar unlöslichen Widerspruch aufzuklären und zu 
ermitteln, wie jemand von einer Tat erfahren konnte, noch 
che sie verübt wurde." 
Lcchmere empfahl sich, ohne viel weitere Fragen zu 
tun. Tenn er war nicht der Mann, dem man lange Ge 
schichten erzählen mußte, che er begriffen hatte, worauf es 
für ihn ankam. 
Er nahm einen Wagen und fuhr nach dem GcschäftS- 
lokal dcs „Merkur", in dessen Druckerei man bereits mit 
der Herstellung der Morgen-Ausgabe beschäftigt war. Er 
fragte nach Mr. Hunt, aber man teilte 'ihm mit, daß der 
Herausgeber die -Office schon seit geraumer Zeit verlassen 
habe, um im Earlton Hotel zu soupieren. 
Natürlich zögerte Lechincre keinen Augenblick, ihm dahin 
zu folgen, lind da Mr. Hunt offenbar zu den Stamm 
gästen dcs vornehmen Restaurants gehörte, wurde es ihm nicht 
schwer zu erfahren, daß der Journalist wirtlich da sei und 
in einem der chambres pardculieres im oberen Stockwerk 
speise. Er hatte den ausdrücklichen Befehl gegeben, ihn nicht 
rn stören, und Vck er "sich iläch dem Bericht des Auswärtexs 
sondern um mit dem An- und Verkauf Geschäfte zu machen. Die 
Grundstücke seien also als Handelsobjekte zu betrachten und verlören 
als solche die Eigenschaft einer selbständigen Einnahmequelle. Bei 
gewerblichen Erträgen sei aber nur die Gemeinde stcuerberechtigt, in 
der sich der Gewerbebetrieb vollzieht, bzw. wo sich die Betriebs 
stätte befindet; das sei in diesem Falle Berlin-Friedenau. Dieser 
Vorbescheid ist seitens der Gemeinde Steglitz angefochten wyrdeiz. 
Sollte tatsächlich ein gewerbsmäßiger Immobilienhandel vorliegen, 
so könne dieser nur diejenigen Grundstücke umfassen, die von vorn- 
Jerein in der Absicht erworben seien, sic später mit Gewinn zu ver 
äußern; dieseAbsicht wäre in dcnzwei Fällen nicht vorhanden gewesen, 
ivo Kläger die Grundstücke im Wege derZwaugsversteigcrung, also unter 
dem Truck der Befürchtung erworben habe, sein Kapital könne ver 
loren gehen. Auch hinsichtlich der Grundstücke, auf denen ein Nieß- 
brauchrccht ruhe, könne von einem Grundstückshaudcl nicht gesprochen 
werden, da der An- und Verkauf ein Verfügungsrecht über das 
Eigentum voraussetze, das beim Nießbrauch fehle. Der Krcisausschuß 
erkannte gemäß dein Vorbescheide, indem er das Einkommen aus 
den in Frage stehenden Grundstücken als ein Einkommen aus dem 
Gewerbebetriebe auffaßte. Die vom Antragsteller für Bcrlin- 
Fxiedenau zu entrichtende Gcmcindecinkommenstencr wurde imch 
einem Einkommen von 100 610 M. auf 5823 M. festgesetzt und der 
Antragsteller von der Einkommensteuer in Berlin-Steglitz freigestellt. 
Der Steuersatz bei einem Einkommen von 100 010 M. beträgt 
zwar 6400 M. Da aber im Steucrvertcilnngsverfahren einer Ge 
meinde nicht mehr zugebilligt iverden kann, als sie selbst fordert, 
mußte es bei dem veranlagten Satze von 5823 Mark sein Be 
wenden behalten. ' . 
o Vet?ranenspenden. Bekanntlich ist kürzlich die Ge 
währung von Beihilfen an nicht versorgungsberechtigte 
würdige Kriegsveteranen in Friedenau aus Anlaß des 
Kaiserjubiläums, entgegen den in dieser Hinsicht getroffenen 
Maßnahmen der Nachbargemeinden, von dem hiesigen 
Gemeindevorstand bedauerlicherweise abgelehnt wockien. Nun 
geht uns di« erfreuliche Nachricht zu, daß nachträglich die 
Gemeinden Wilmersdorf und Lichterfelde die Summe von 
Einhundert Mark für jeden nicht pensionsberechtigten Kriegs 
teilnehmer ihres Bezirks ausgesetzt haben. Inzwischen hat 
sich der Erste Vorsitzende des Friedenauer Vcteranenvereins 
bezüglich seiner in den umliegenden Gemeinden wohnenden, 
von ihm namhaft gemachten und empfohlenen Kameraden 
an jene wegen Zuweisung von Beihilfen gewandt uud soeben 
von Charlottenburg und Schöneberg die erfreuliche Mit- 
teilung erhalten, daß seinem Wunsche bereitwilligst ent 
sprochen worden ist. Hoffentlich denkt auch die hiesige 
Gemeindevorstand noch , in letzter Stunde an unsere alten 
Krieger. 
o Die Zentrale 'zur Bekämpfung unlauteren Wett- 
werbs (s. B. Berlin-Schöncbcrg,. hielt vor kurzem in der 
Berliner Handelskammer ihre Jahresversammlung ab, Nach 
denn Geschäftsbericht war die Tätigkeit der Zentrale im ver 
flossenen Geschäftsjahr eine äußerst umsangreiche. Es 
wurden im ganzen 317 Vermahnungen erlassen, die sich 
auf fast sämtliche Branchen erstreckten. Strafanträge wurden 
65 gestellt. Als Gutachter wurde die Zentrale außer von 
ihren Mitgliedern von höheren Verwaltungs- und 
Polizeibehörden, Handelskammern und Jnteressenverbänden 
angerufen. Nach Erstattung des Kassenberichts und Er 
teilung der Entlastung wurde in die Beratung über not 
wendig gewordene Satzungsänderungen eingetreten. Veran 
lassung hierzu war die Bildung eines Ausschusses als 
weiteres Organ der Zentrale. In der hieran sich an 
schließenden Wahl wurden in den Ausschuß folgende 12 
Mitglieder gewählt: Lion Wohlgemuth, i. Fa. Geschwister 
Giitmann, Mannheim, Rechtsanwalt Dr. Leo Gvldschmidt, 
Berlin, Robert Hennecke, i. Fa. Straßenreinignng und 
Feuerwehrbcspannungswesen, Berlin, Gustarödcl, Zeitz, Vor 
sitzender d. Süchsisch-Thüringschen Verbandes d. Schutzgem. 
f. H. u. G., Jacques Tuchler, i. Fa. Fischer & Wolfs, 
Berlin, Jacob Deutsch, i. F. Conrad Tack & Cie., Berlin, 
Richard Weber, i. Fa. „Cosmos", Berlin, Ferd. Jacquin, 
Berlin, als Vorstandsmitglied der Vereinigmig selbst, in 
Preußen vereid. Landmesser E. V., Licgnitz, C. Gnevkom, 
Vorsitzender des Vereins Berliner Piauosortesabrikanteu und 
Händler, Simon Westmann, Berlin, Carl Rüper, Fahrräder, 
Berlin, Simon Schocken, i. Firma I. Schocken Söhne, 
Zwickau (Sa.). 
o Verein der Vororte Berlins. 550 Mitglieder 
dcs Vereins der Vororte Berlins, dem auch der hiesige 
Haus- und Gruiidbesitzervercin angehört, fuhren Sonnabend 
in Gesellschaft einer Tarne befand, so konnte Lechincre nicht 
daran denken, sich etwa bei ihm melden zu lassen. 
Aber er verlor darum seine Zeit nicht. Er lies? sich an 
einem kleinen Tische in dem großen Spcisesaale nieder und 
legte ein Goldstück neben sein Weinglas. Tann winkte er 
den Kellner, der ihm vorhin Auskunft gegeben, noch einmal 
zu sich heran und sagte: 
„Dieser Sovereign hier, mein Freund, wird Ihnen ge 
hören, wenn Sie die Liebenswürdigkeit haben wollen, Ihr 
Gedächtnis ein wenig anzustrengen und mir Auskunft zn 
geben über einige sehr harmlose Tinge, die mich ans irgend 
welchen Gründen interessieren. Oie haben gesagt, Mr. Hunt 
soupiere oben mit einer Dame. Und Sic sind natürlich ganz 
sicher, daß Sic sich dabei nicht ctiva in einem Irrtum hinsicht 
lich der Person befinden?" 
„Gewiß nicht!" versicherte der Gefragte. „Ich kenne 
Mr. Hunt sehr genau. Tenn wie. alle Amerikaner von 
Distinktion pflegt er häufig bei uns zu speisen." 
■ „Und Sie haben auch die Dame gesehen, in deren Be 
gleitung er sich befindet?" 
„Wohl — ich sah sie ziemlich genau. — Es ist ja noch 
gar nicht lange her, daß sie beide hier eintraten. Die'Dame 
halte offenbar den Wunsch, unten im gemeinsamen Speise- 
saal zu bleiben, denn sic deutete auf das Tischchen dort am 
Fenster. Aber Mr. Hunt, der sehr eilig und aufgeregt schien, 
sagte „nein", und dann gingen sie nach oben." 
„Sehr wohl! — Und würden Sic vielleicht auch im 
stande sein, mir so etwas wir eine Personalbeschreibung.von 
der Dame zu entwerfen?" 
Ter Kellner besann sich einen, Augenblick, aber cs war 
kein Zweifel, daß das Blinken de» Goldstücks außerordent 
lich anregend ans die Funktion seines Gedächtnisses wirkte. 
„Sie war groß und diinte!," sagte er. „Sie trug 
einen schwarzen Mantel und darunter ein Gesellschaftskleid 
Von gelber Seide." 
„Sie sind ein Prachtmensch," eklärte Mr. Lechincre ver 
gnügt, „und Sie haben sich Ihr Geld rechtschaffen verdient. 
Alles was ich jetzt roch von Ihnen verlange, ist, daß Sig 
mich auf der Stelle benachrichtigen, sobald Mr. Hunt sich an 
schickt, das Hotel zn verlassen. Lange kann es ja wohl unter 
keinen Umständen mehr dauern, denn wir haben bereits zwanzig 
Minuten nach Mitternacht." . ... 
früh nebst Angehörigen im Sonderzuge vom Anhalter 
Bahnhof aus nach 'Leipzig, um einer Einladung des 
Direktoriums der Internationalen Baufachausstellnng zu folgen. 
o Zwangsversteigerungsergebnisse. Thorwaldsen- 
straße 11,- Ecke Horst Kohlstraße, - dem Bauunternehmer 
Hermann Templiner, ebendaselbst wohnhaft, gehörig. Fläche 
8,27 Ar. Nutznngswert 11 700 M. Mit dem Gebot von 
195 000 M. bar blieb die Frau Marie Templiner, geb. 
Nietz in Berlin-Steglitz, Thorwaldsenstr. 29, Meistbietende. 
— Mainauerstr. 2,' dem prakt. Arzt Dr. Carl Günther in 
Berlin-Friedenau, Kaiserallee 67, gehörig. Fläche 20,18 
Ar. Nutzungswert 14 635 M. Mit dem Gebot von 
411 000 M. bar blieb Friedenauer Liegenschafts-Nutzungs- 
Aktien-Gesellschaft in Berlin, Kochstr. 62, Meistbietende. — 
Kaiserallee 94, der Berlin-Schöneberger Baugesellschaft A.-G. 
zu Charlottcnburg gehörig. Fläche 6.10 Ar. Nutzungsw. 
57 000 M. Mit dein Gebot von 22 000 M. bar und 
Uebernahme von 77 000 M. Hypotheken blieb der Kauf 
mann Robert Marquard in Berlin-Lichterfelde, Zossenerstr. 3, 
Meistbietender. 
o Jirmeneintragnngen. Nr. 41 137. Daisy-Hans 
Geyer L-Co., Berlin-Friedenau. Gesellschafter: Dr. med. 
Louis Geyer, Kaufmann, Zwickau in Sachsen, Elsa Geyer, 
geb. Distclbarth, Kauffrau, Gablonz in Böhmen. Offene 
Handelsgesellschaft, welche am 1. Juni 1913 begonnen hat. 
Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Gesellschafter 
Louis Geyer ermächtigt. — Bei Nr. 1175. Vita Deutsches 
Verlagshaus Gesellschaft mit beschränkter Haftung: Die 
Gesamtprokura des Albert Brinitzer und des Rudolf 
Möhring ist erloschen. Dem Fräulein Elsbeth Niehusen in 
Rerliu-Friedeuau uud dem Buchhändler Albert Brinitzer 
in Berlin-Schöneberg ist derart Gesamtprokura erteilt, daß 
sie gemeinschaftlich zur Vertretung der Gesellschaft befugt sind. 
o Friedenauer Vürgerverein. Wir erinnern daran, 
daß der Ausflug des Bürgervereins zur Besichtigung des 
Genieinde-Fricdhofsgeländcs in Gütergotz und des Synodal 
friedhofes in Stahnsdorf morgen (Mittwoch) stattfindet. Die 
Abfahrt von Friedenau erfolgt 3 Uhr 39 Minuten Nach 
mittags vom Wannseeüahnhof, in Wannsee Ankunft 4.08, 
Abfahrt 4.16, Ankunft in Stahnsdorf 4.24. Von Stahns 
dorf Rückfahrt 7.02 Abends, Ankunft in Wannsee 7.09. 
Dort im „Kaiserpavillon" zwangloses Beisammensein. 
Rückfahrt nach Friedenau kann mit jedem beliebigen Zuge 
erfolgen. Gäste sind willkommen. Die Führung durch 
die Friedhossanlage hat Herr Schöffe Lichtheim übernommen. 
o Der Sieger im Nennen, ein amerikanischer Preis- 
silm, kommt von heute ab, im Biofontheater in der Rhein- 
straße 14 erstmalig zur Vorführung. Es ist eine Konkurrenz, 
dessen Preis der Besitz eines reichen hübschen Mädchens 
Gwendoline Hertz, Tochter des Rennstallbesitzers dieses 
Namens. Dieses merkwürdige Rennen auf der Bahn von 
Marris Park bei Neuyork beschäftigte vor kurzem die ameri- 
kauijchen Blätter und zeigte die Intriguen, welche zuweilen 
in den Rennställen vorkommen. Dieser Film hat einen 
ungemein fesselnden Inhalt. Der zweite Schlager heißt: 
Der Verlorene. Es ist ein ergreifendes Drama in 3 Akten 
mit Frau Marie Laurient in der Hauptrolle. Der Wasser 
stoff ist ein wissenschaftlicher Film mit interessanten 
Experimenten. Die Wochenschau von Pathö frörcs ist 
wieder sehr abwechslungsreich und das humoristische Genre 
stärker als sonst vertreten. Hierher gehören die ulkigen 
Films: Preiskampf der Holzfäller in Australien, Leo als 
Junggeselle und der Boxkampf Nunne-Kasiinir. 
v Böschnngsbrände sind in den letzten Tagen in der 
Nähe von Berlin bei der hohen Temperatur und der damit 
verbundenen großen Trockenheit an vielen Stellen der Eisen- 
bahndämme durch die aus den Lokomotive herausgeflogenen 
Funken entstanden, ohne jedoch größere Ausdehnungen an- 
gcnommen zu haben. Die Eisenbahnstreckcn werden, da die 
Gefahr immerhin vorliegt, daß durch diese Böschnngsbrände 
umfangreiche Betriebsstörungen entstehen, von den Wärtern 
und dem Aufsichtspcrsonal häufiger als sonst nachgesehen, 
damit jeder gefahrbringenden Ausbreitung von Bränden 
sofort entgegengetreten werden kann. 
Seine Vermutung haue, »y»; .nicyr perxogx», Leun J^oji 
nach kurzer Zen Irak der Kellner-mit der halblauten» eckigen 
Meldung au dcu Tisch, daß Äst'- Hunt und seine Begleiterin 
sich eben zum Aiisbruc» rüneten. Mr. Lechincre zahlte seine 
Flasche Wein und hat in die Halle hinaus, die von den 
beiden passiert werden mußte. Der Groom halte einen Wagen 
hcrangernscn, und Mr. Hunt geleitete eine hochgewachsene 
Dame in dunklem Atcndiiiäntel, unter welchem die Schleppe 
eines gelbseideiien Gesellschaftskleides sichtbar wurde, durch das 
Vestibül. Er wqr ihr behilflich in den Wagen zu steigen, aber 
er folgte ihr nicht nach, sondern lüftete, sich vcrab'schiedend, 
seinen Hut. 
„Schauen Sie drcch nicht so verdrießlich drein/ horte 
Lcchmere die Dame sagen. „Es Ivird alles nach unseren 
Wünschen verlaufen. — Gute Nacht!" 
Der Wagen rollte davon, und Mr. Hunt zog sein Etui 
aus der Tasche, um sich eine Zigarette anzuzünden. In 
diesem Augenblick legte Lechincre ihm die Hand ans die Schulter. 
Betroffen wandte der Journalist sich nach ihm um. 
„Ah, Sic sind cs, Mr. Lechincre," stotterte er. „Haben Sie 
mich hier erwartet? — Kann ich Ihnen mit irgend etwas zu 
Ticustcn sein?" 
„Ja, das können Sic," lautete die in mehr herrischem 
und scharfem als verbindlichem Tone gegebene Antwort. „Ich 
wünsche von Ihnen zu erfahren, zn welcher Stunde und zu 
welcher Minute Sie die unglückselige Neuigkeit von der Entmeu- 
billig der wichtigen Staatspapiere erhielten. 
Vielleicht war es einzig der bestimmte und brüske Ton 
der Aufforderung, der den Amerikaner jo ganz aus der 
Fassung brachte, daß er halb unwUlkürlich mit der Wahrheit 
herauskam. 
„Ich erhielt sie zehn Minuten vor sieben Uhr," sagte 
er, um dann, sich besinnend, halb ärgerlich hinzuzufügen: 
„Aber was für ein Interesse können Sie um Gottes willen 
daran haben, das zu erfahren?" 
Mr. Lechincre dachte natürlich nicht daran, ihm seine 
Aufrichtigkeit mit gleicher Münze heimzuzahlen. Lächelnd 
klopfte er dein Journalisten ans die Schulter. 
„Es war natürlich nur ein Spaß," meinte er. „Ich wollte 
sehen, ob Sie sich verblüffen lassen würden. Und Sie sind 
mir ja richtig aufgesessen.— klebrigen» eine schöne Nacht 
heute, nicht iväh'r?" ' "’ *“■' (Fortsetzung folgt.)
        
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