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Periodical volume Nr. 2, 02.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

FMklMkl Foliol-Airmer 
(Krlrdenaner 
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Bnliu-Friedeuau, Donnerstag, den 2. Januar 1913. 
20* Iahrg. 
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wye scaqyrtqpcK« 
Berssin. In Tempelhof hat gestern abend der bei 
der Firma O. Metztng Nachfolger beschäftigte Kutscher Köhler 
auf dem Grundstück Ringbahnstroße 46 47 einen Mord» 
anschlug aus den Werkführer Paul Dreyer verübt. Sr ver 
letzte den Werkführer durch einen Schuß schwer und ergriff 
dann die Flucht. Al» er eingeholt wurde, beging er Selbstmord. 
Sugtzburg. Da» angesehene, seit 1870 bestehende 
vankhaor Josef Gerhausen in Kausbemev ist zusammen 
gebrochen. Der Inhaber ist geflohen. Der Verlust de- 
ziffert sich nach vorläufiger Schätzung auf mindesten» 2*/, 
Millionen Mark, viele Stiftungskapitalien find gänzlich 
verloren. 
London. Ungefähr 5000 Chauffeure in London find 
in de» Streik getreten. Die Automobile verblieben sämtlich 
1» den Garagen« Ruhestörungen waren bisher nicht zu 
verzeichnen. 
Cadix. Ja der Nevjahrßnacht um 1 Uhr ist «in 
proßer Paketdampfer, der sich auf der Fahrt nach Cadix 
befand, an dem Felsen von Ren-Seeland gescheitert. E» 
soll sich um den Paketdampfer .Mackenzie" der englischen 
Claw Linie handeln. 
London. Nach Aussage eine» Mitgliedes der Kon 
ferenz hat die Türkei die Abtretung Salonikis an Bulgarien 
als Ersatz für Adrianopel angeboten. Gegen eine solche 
Lösung der Frage würde selbstverständlich Griechenland 
schärfsten Einspruch erheben. Auch Serbien würde stch 
seine Einwilligung zu einem solchen Araugement sehr teuer 
bezahlen lassen. - 
Koustantinope.1. In d«n Maße, in dem der Ver 
lust Adrianopel» näher in den Bereich der Möglichkeit rückt, 
wächst die kriegerische Stimmung in einem reu« de» Heere» 
und d«S Offizierlolp». Diese Stimmung wird genährt 
durch die tendenziösen AuSsträuuugen. so z. v>, daß trotz 
de» Waffenstillstandes täglich neue bulgarische Streitkräfte 
nach Tschataldscha vorrücken. 
""" 1 ■■■■■— ■■■ ..!■ ----- — 
Me Hemeindesparkaffen und der Zinsfuß. 
Ein Freund unsere» vlattrS schreibt unS: 
Je der Xnlaae erhalte» Sie eine» Einblick ia dt« Bestrebungen 
vo» fttdtifcheu und Kreilfparkafsr». den ZinSfetz für «paretalage» zu 
tthihe». »I» ich kürzlich btt der hiefiar» Stelle der Schdneberaer 
Svarkaffe nur dir Frage stellte, ob »och immer um S Pr«, gegeben 
»urden, »ar der betreffende Herr offe»dar der Anficht, mir kategorisch 
ansein andersetze» zu müffe», daß bet wüvdelstchrrm Anlagen die 
Pro,r»ibe«illik>ung nicht wechsle »nd nur die Banke» »eriable» Zins- 
fntz Hilten, dafür aber anch nicht di« Sicherheit böten, wie di« Spar- 
kaffen. Der Herr erhielt von mir kein« Segenantwort, dafür sammelte 
ich aber einige Zeitungsausschnitte, an« denen herno,ging, daß die 
Angelas Heirat 
Roman vo« L. G. M o b « r l y. 
5». Nachdruck verboten. 
„Es war wirklich sehr gut, gnädige Frau, daß Sie 
heute morgen erst zu mir kamen. Ihre Wirtin war sehr 
vernünftig, daß sie Sie dazu überredete und Sie nicht ohne 
männlichen Schutz wieder hierhergehen ließ. Wer weiß, 
was der schreckliche betrunkene Mensch Ihnen angetan 
hätte, wenn Sie allein gekommen wären! Ich werde ihn 
jetzt von einem meiner Leute bewachen lassen» voraus 
sichtlich wird er eine Zeitlang schlafen." Der Amtsrichter 
warf einen Blick des Abscheus auf den laut Schnarchenden. 
„Wir beide, gnädige Frau, wollen jetzt gehen und Ihren 
unglücklichen Gatten befreien. Es ist gräßlich, aber Gott 
sei Dank sind wir noch zur rechten Zeit gekommen I" 
War es wirklich noch zur rechten Zeit, fragte sich 
Angela, als Erich ein paar Minuten später, aus seinem 
eklen Gefängnis befreit, auf einer Bank im Garten saß. 
Er schaute oerwirrt zu ihr auf und sagte langsam und 
mit offenbarer Anstrengung: „Es ist sehr gut von Ihnen, 
daß Sie mir zu helfen kommen. Ich habe hier so schreck 
lich aushalten müffen. Es ist wirklich sehr gut von Ihnen, 
und ich möchte Ihnen gern richtig danken, wenn ich nur 
Ihren Namen wüßte." 
Angela tat das Herz weh, als sie in die tief einge 
sunkenen dunkeln Augen sah. die so traurig in die ihren 
blickten, und in denen kein Schimmer von Erinnerung 
aufblitzte. Es stieg ihr etwas im Hals auf, als ob sie 
ersticken müßte, und ihre Augen füllten sich mit Tränen. 
Auch der Amtsrichter schaute tief gerührt auf die gebeugte 
Gestalt und die abgezehrten Züge des noch so jungen 
Mannes. ' ^ . 
Der Polizeidiener, der geholfen hatte, den Unglück- 
lichen aus der schmutzstarrendrn Zelle zu befreien und der 
ihn iann nach einem erfrischenden Bad angekleidet hatte, 
— ..-ine Sachen waren mit HUfe der Dienerschaft gefunden 
worden — war diskret verschwunden, nachdem Erich auf 
der Bank Platz genommen hatte, und auch Rainer trat 
jetzt beiseite, so daß das wiedervereinigte Ehepaar sich 
tatsächlich allein befand. Anaela war neben der Bank 
Sparkaff«» an mehreren Orte» ihr« Zinssatz für Sparer erhöhe». 
Und mit Recht! tlngeficht» der arotze» Seldkvapphrit ist es uavrr- 
zeihlich, dem Seldeinleger nur » Prozent »i« zur Zeit de» geordneten 
reichliche« Seldzuflnffe« z» bewilligen, »threvd bare« Selb fast gar 
nicht oder nur zu sehr hohem Zinssatz zu «halt« ist. Darum rege 
ich an, daß auch wir hier eine höhere Verzinsung nuferer 
Spareinlagen «halte». ■. 
Der Artikel, auf den der Einsender Bezug nimmt« 
hat folgenden Wortlaut: 
Wegen Erhöhung de» Zinsfüße» für die Spareinlagen 
der Magdeburger städtischen Sparkasse hat der Magistrat 
der Stadtoerordneten-Lersammlung folgende Vorlage zu 
gehen lassen: 
Der Sparkassenvorstand hatte sich nach eingehenden 
Erwägungen zunächst entschlossen, den Spareinlage-Zinsfuß 
vom 1. April 1918 ab von 3 auf 3'/, Prozent zu er 
höhen und die städtischen Behörden um Zustimmung 
hierzu gebeten. 
Wenn auch anerkannt werden muß, daß ein« Er 
höhung deS Spareinlage-Zinsfüße» unserer Sparkasse sich 
nicht mehr umgehen läßt, so hielten wir (der Magistrat) 
die vorgeschlagene Erhöhung um Va Prozent doch vor- 
läufig für zu hoch und haben un» nur mit einer Erhöhung 
auf 3'/, Prozent einverstanden erklären können. Der 
Sparkassenoorstand hat der Erhöhung de» Zinsfüße» um 
Vs Prozent zugestimmt. 
In dem oben erwähnten Antrage de» Sparkassen»«- 
stände» heißt e» u. a.: 
Di« Seldverhältnisse haben sich nachgerade so ge- 
ändert» daß der von un» gegebene Einlage Zinsfuß auf 
absehbar« Zeit nicht mehr al» normal gelten kaun. 
Dl« Kreissparkasse zu Wauzleben hat nach einer 
vekanntmachung im ,Ceutral-Anz«iger" vom 26. November 
1912 ihren EinlageztnSfuß vom 1. Januar 1913 ab auf 
3 1 /, erhöht. Sie hat in einer Reihe unserer Vororte, ins 
besondere in Westerhüsen, Salbke, Fermersleben Annahme 
stellen errichtet. Aber nicht nur diese Kreissparkasse, 
sondern eine ganze Reihe auswärtiger Sparkassen 
verstehen e», einen Teil unsere Sparer durch Angebot 
erheblich höheren Zinsfüße» zur Abhebung ihrer 
Spargelder in unserer Kaffe und Belegung bet jenen 
Kaffen zu veranlassen. Dazu kommt, daß über 3 000 000 
Mark, welche bei unserer Kasse mit Rücksicht auf die vor 
kurzem vorhandene Kriegsfurcht abgehoben wurden» bet 
unS nicht wieder zur Anlieferung gekommen sind, sondern 
zunächst wohl größtenteils bei Bankier» vorübergehend 
belegt find, die zurzeit einen ganz erheblich höheren 
Zinsfuß al» die Sparkassen zahlen. SS ist anzunehmen, 
daß, wenn wir unS nicht bald zu einer Erhöhung de» . 
Zinsfüße» entschließen, diese Gelder unserer Kaffe dauernd | 
verloren gehen werden, und die Einlieferer derselben vir- 
niedergekniet unv sah liebevoll forschend in sein Gesicht, 
während sie seine Hände Mit den ihren umschlossen hielt. 
Der helle Sommersonnenschein umgab die beiden, aber 
Erichs Augen, die so lange das Tageslicht entbehrt hatten, 
wurden von dem glänzenden Schein geblendet, und der 
fröhliche Gesang der Böge! klang Angela wie ein Spott- 
lieb auf das herbe Weh, das das Schicksal schon in ihr 
junges Leben getragen. 
„Haft du mich ganz vergessen, Erich?" fragte sie, 
. und der Druck ihrer Hände wurde fester, „erinnerst du dich 
meiner gar nicht mehr?" 
Er schaute sie an und zog die Brauen zusammen, als 
ob er anstrengend nachdenke. 
„Nein," sagte er dann, „ich kann mich durchaus nicht 
erinnern, Sie je gesehen zu haben. Mein Gedächtnis läßt 
mich manchmal im Stich, ich weiß nicht, woher es kommt. 
Kennen Sie vielleicht Stern? Er ist mein bester Freund. 
Rolf Stern, wissen Sie." 
Angela schauderte. 
„Ia, Rolf hat mich hierhergeschickt, weil ich mein Ge 
dächtnis verloren habe, er dachte, ich würde es hier in der 
Ruhe wiederfinden. Er meinte, es sei hier ein gutes 
Sanatorium, aber der Teufel" — wütender Haß drückte 
sich hier in seinen Zügen aus — „dieser elende, be 
trunkene Teufel, Doktor Waag, hat mich gepeinigt und 
gemartert, hat mich ausgehungert bis — bis — ja bis —" 
Hier schien er den Faden verloren zu haben und 
blickte mit irren, suchenden Blicken im Garten umher. 
„Ich wollte Stern davon Mitteilung machen." fing er 
dann wieder an, „wie man mich hier behandelte, aber sie 
litten es nicht — ich bekam weder Feder noch Papier — 
und dann in dem Loch —" er schauderte — „da hatte ich 
auch keinen Tisch. Und io erfuhr es niemand, daß man 
mich hier langsam zu Tode quälte." 
Seine Sttmme bebte, Tränen traten ihm in die Augen, 
und unwillkürlich preßte Angela seine Hand. Das brachte 
ihn wieder in die Gegenwart zurück. Er schaute ihr ins 
Gesicht, und plötzlich sprach er in dem frischen, jugendlichen 
Ton, der ihr früher so gut an ihm gefallen. 
„Wie haben Sie es denn erfahren? Wollen Sie es mir 
nicht sagen? .Es war sehr lieb und gut von Ihnen, ade- 
anlaßt werden, wenn, sie sie den Bankier» nicht mehr über 
lassen wollen, dafür Papiere zu kaufen. Wir halten 
deshalb eine Erhöhung de» Zinsfüße» für die Einlagen 
auf 3% Prozent zurzeit geboten und glauben, daß die Kaffe 
nicht unerhebliche Schädigungen erleiden würde, wenn wir 
diese Erhöhung nicht vornehmen. 
BorauSstchtlich wird der Etnlagenbestand der Sparkasse 
am Schluß des Jahre» 1912 etwa rund 103 100 000 M. 
betragen. Bon dieser Summe stellen stch die Jahreszinsen 
zu 3 Prozent auf.3 093 000 M., zu 3 1 /* Prozent auf 
8 608 600 M., ergibt eine» Mehrbetrag von 515 500 M. 
Man wird aber annehmen können, daß durch die Er 
höhung de» Einlagen-ZinSfußeS auf 3*/, Prozent der 
Sparkasse nach Ermäßigung de» Diskontosätze» der Reich»-« 
bank bedeutend mehr Einlagen zufließen werden." 
<MaLs. 
Machsruck unser« oOrtginatnrMtt nur mit Dtufimngafi« gestattet. 
o 19181 Wir müssen un» daran gewöhnen: die 
Jahreszahl ist wieder um eine Ziffer weitergeschritten. 
Auch abergläubische Menschen, die in der „18" dar Unheil 
wittern, müssen stch daran gewöhnen. SS geht nicht gut, 
daß wir ihretwegen ein Jahr im Kalender streichen. So 
müssen sie schon in die saure Frucht beißen und dt« still« 
Hoffnung im H«zen hegen, daß sich im Jahre 1918 nicht 
der üble Ruf der »bösen Zahl" bewahrheitet. Zwar sind 
die Aussichten nicht gerade die besten, die politische Welt 
lage ist wenig günstig. Die dräuenden Wolken eine» 
europäischen Kriege» sind noch nicht ganz verscheucht. 
Dollen wir hoffen» daß e» den Diplomaten gelingen 
möge, im Jahre de» RegieruvgSjubtläumS unsere» Kais«» 
alle Gefahr abzuwenden und un» den Frieden zu erhalte», 
der seit Bestehen de» neuen Deutschen Reiche» so segens 
reich für uns« Vaterland gewesen ist! Handel und 
Industrie stehen in voll« Blüte, Kunst und Wissenschaft 
haben eine hohe Stufe «reicht und wir dürfen «warten, 
daß in ruhiger Zeit der Aufschwung auf allen Gebieten 
anhält. — ES mag sein, daß die ,13" in d« Jahreszahl 
und die unruhige Zeit, in der wir augenblicklich leben 
mit dazu beigetragen haben, daß der Siloestertrubel dies 
mal stärk« al» in früheren Jahren war. Auch in unserem 
Orte war diesmal «in Betrieb in den Straßen, wie , wir 
ihn noch nie hier «lebt haben. Unser ^.-Mitarbeiter 
schreibt üb« den Siloestertrubel in Friedenau: 
„Uns« Ort wird Großstadt, da» merkte man in der 
NrujahrSnacht an dem bunte« Leben, da» sich um Mitter- 
nacht in d« Rhein- und Kirchstraße wie nie zuvor ent 
wickelte. Da» prächtige Wett« hat unzweifelhaft viel dazu 
beigetragen. In der zwölften Stunde strömten die Gäste 
der Wein- und Bierstuben, der Eaiös und d« Kintöppe 
warum'sind Sie gekommen?" Sie schmiegte sich dichter 
an ihn. Eine tiefe Röte übergoß ihr liebliches Gesicht, 
und sie sprach: „Ich bin gekommen, weil ich dich suchte, 
weil ich Sehnsucht nach dir hatte. Ich hatte so lange, so 
sehr, sehr lange nichts von dir gehört, und ich bin doch — 
deine Frau." 
„Meine Frau!" Er starrte sie einen Augenblick ver 
ständnislos an, dann schüttelte er den Kopf. „Sie irren 
sich. Sie müssen mich wohl für einen andern halten; Sie 
können unmöglich meine Frau sein, denn ich habe nie 
mals eine Frau gehabt." Er sprach sehr bestimmt, und 
seine Augen weilten forschend auf ihren schönen Zügen. 
Dann sprach er noch einmal in ganz überzeugtem Ton: 
„Nein, ich bin niemals verheiratet gewesen, Sie irren sich." 
Angela seufzte tief aüf, und ein schmerzerfüllter Blick 
ttaf ihn, aber sie sprach ganz ruhig und sanft: „Es tut 
wir sehr leid, daß du es vergessen hast. Aber ich b i n deine 
Frau. Sieh hier den Ring an meinem Finger, du selbst 
hast ihn vor einem Jahre daran gesteckt." 
.Er schaute mit ungläubigen Blicken auf den glatten 
Goldreif, dann sah er seine eigenen Hände an, die gänzlich 
ohne Ringe waren. Er schüttelte wieder den Kopf und 
erklärte noch bestimmier als vorhin: „Es muß ein Irr- 
tum fein. Vielleicht seh« ich Ihrem Gatten ähnlich. Es 
gibt ja zuweilen solche Aehnlichkeiten. aber aus jeden Fall war 
ich niemals verheiratet. Ich möchte ja —" 
Er vollendete den Sah nicht, aber seine Augen ruhten 
bewundernd auf ihr, und Angelas Herz schlug hoch. 
„Warum hast du den Marttn beauftragt, nach Schloß 
Hammerstein zu schreiben/ Erich, wenn du nicht wußtest, 
daß deine Frau dort wohnte? Kannst du mir das sagen?" 
fragte sie äußerlich immer noch sehr ruhig, trotzdem die 
innere Aufregung sie fast ersttckte. 
„Schloß Hammerstein — Grauberg l" 
Es kam wie eine Erleuchtung in fein nachdenkliches 
Gesicht. „Das sind di« Worte, die mich immer verfolgten, 
— Tag und Nacht. Sie sagten mir nichts, gar nichts, 
aber ich hatte doch das Gefühl, es müsse dort jemand 
wohnen, der mir helfen könne. Wohnen Sie dort?" 
„Ia, ich wohne dort, Erich," sagte sie leise und
        
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