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Periodical volume Nr. 142, 19.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

genommene Schlossergeselle Otto Schulz im Verdacht steht, 
den Anschlag gemeinsam mit einem Mechaniker Willy 
Lemke verübt zu haben, der ebenfalls bereits in Haft ge 
nommen worden ist. Der Gendarm Werner hatte beide 
wiederholt in der Nähe der Bahnstation Grunewald in Be 
gleitung eines Mädchens gesehen. Man forschte nach ihnen, 
und es gelang zuerst, das Mädchen ausfindig zu machen. 
Dieses leugnete zwar, sich mit zwei jungen Leuten dort 
aufgehalten zu haben. Die weiteren Nachforschungen er 
gaben aber, daß der eine von ihnen der Mechaniker Lemke 
war. Bei der Verhaftung fragte er sofort, ob man ihn 
etwa des Attentates auf der Potsdamer Chaussee wegen 
verhafte, für das er nicht in Frage komme. Auch Schulz 
leugnet, mit dem Anschlag etwas zu tun zu haben. Beide 
wurden jedoch auf Veranlassung des Staatsanwalts in Haft 
behalten, bis man ihren Aufenthalt zu der fraglichen Zeit 
genau nachgeprüft hat. Wahrscheinlich werden diese Nach 
prüfungen zugunsten der jungen Leute ausfallen, die beide 
in guter Arbeit sind und auch feste Wohnung haben. 
o Eine Verkehrsstörung ereignete sich gestern Abend 
gegen 6 Uhr in dem südlichen Teil der Kaiserallee. Ein 
Wagen der Firma Rich. Petzold (Neukölln, Prinz-Handjery- 
straße 71), der mit Preßkohlen (Halbsteineu) überladen war, 
konnte in der Nähe der Fröaufstraße nicht mehr weiter 
kommen und versperrte das Straßepbahngleis. Die Elek 
trische half sich dadurch, daß. sie eine eiserne Stange gegen 
den Kohlenwagen setzte und ihn an die Seite schieben ließ. 
Das geschah mehrere Male, bis die Pferde überhaupt nicht 
mehr weiter wollten. Den beiden Kutschern blieb nun 
nichts weiter übrig, als Vorspann zu holen. Es wurden 
von der Firma G. Knauer zwei Pferde und von der Firma 
Julius Schumacher ein Pferd bestellt, die nun den Wagen 
an seinen Bestimmungsort brachten. 
o Diebstahl. Aus einer Souterrainstube >des Hauses 
Mommsenstraße 22 wurden verschiedene kupferne Kessel ge 
stohlen. Von dem Diebe fehlt bisher jede Spur. 
Verems-tZLthrickten 
Am Freitag tagen: 
National-Stcnographen-Vereiu Berlin-Schöneberg, Ha»ptstr.107, 
im Alten Bürger-Casino, Abends 8'/, Uhr. Nach den Schreib- 
übnngen geselliges Beisammensein, Gäste willkommen. 
PatemTchan 
mitgeteilt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin dl0. 18, Große 
Frankfurterstr. 59. Abschriften billigst. Auskünfte kostenlos. 
Carl Flügge, Berlin-Friedenau, Wiesbadcuerstraße 15: Roll- 
cgge mit mehreren Zinkenwellcn, deren zum Teil als Messer aus 
gebildete Zinken bei je zivci benachbarte Wellen eingreifen. 
lAngem. Pat.) 
Paul Lucas, Berlin-Friedenau, Haudjerpstraße 23: Pctrolcum- 
glühlichtlampe mit dochtlosem Verdampfer und Nebenflamme. 
(Angem. Pat.) 
Karl Cliisch, Berlin-Friedenau, Jllstr. 2: Dreiwalzcnmangel. 
(Angem. Pat.) 
Felix Vvrghard, Berlin-Friedenau, Rheinstr. 62: Objektivblende 
für kinematographische Projektionsapparate. (GM.) 
— o Dem Polizeirat Paczkowski aus Esseu ist die von 
ihm kommissarisch verwaltete Pvlizeiratsstelle bei der 
Polizeiverwaltung in Schönebcrg vom 1. Juli d. Js. au 
endgültig übertragen worden. 
—o In das Handelsregister wurde eingetragen. Nr. 
28 380. (Firma Kourad W. Mecklenburg vormals Nichter'scher 
Verlag in Berlin - Schöneberg): Inhaber jetzt: Witwe 
Margarete Mecklenburg, geb. Fleischer, Berlin-Wilmersdorf. 
—o Vaugenchmigung winde erteilt für die Grundstücke 
Badensche Straße Parzelle 0. Bauherren und Ausführende: 
Ad. und Wilhelm Otto, Baugeschäft, Meraner Straße 10. 
(Wohngebäude, Neubau.) Spichernstraße 20/21. Bauherren: 
Cracaner u. Co., Kaiserallee 49/50, Bauausführender: 
Ernst Simon. (Ilmbau des gesamten Wohngebäudes.) 
— o In dem Konkursverfahren über das Vermögen des 
Schuhwarenhändlers Theodor Btamlok, Hohenstaufenstr. 55, 
ist zur ^Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen 
und infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vor 
schlages zu einem Zwangsvergleiche Termin auf den 8. Juli 
1913, Vormittags 10 l /o llhr bestimmt. 
—o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das 
.Feurigste. 07/68, belegcne, auf den Namen des Fabrik 
besitzers Friedrich Eckhardt in Verlin-Schönebcrg, Feurig 
straße 67/08, eingetragene Grundstück am 26. August 1913, 
Vorm. 10 Uhr, versteigert werden. Das Grundstück ist 
mit einem jährlichen Nutzungswert von 28 450 M. und 
einer jährlichen Gebäudesteuer von 711 M. eingetragen. 
Koriin und Vororte 
o Wilmersdorf. Die Anlage des Wilmersdorfer 
Seeparks ist in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten 
versammlung endgültig beschlossen worden. Der westliche 
und östliche Teil des' Parks soll sofort in Angriff genommen 
werden. Die Kosten sollen aus Anleihemitteln gedeckt werden. 
GoriMliches 
P. Wegen Wuchers mußte sich gestern vor der 5. Strafkammer 
der Kaufmann Hans Wienke aus der Weimarischenstraße in Berlin- 
Wilmersdorf verantworien. Der Angeklagte machte Darlehens 
geschäfte mit geldbedürftigcn Leuten, zumeist im Norden Berlins, 
z. B. einen Rektor T., Tegelcrstraße zu Berlin und inFriedenau. 
Er nahm unter Ausbeutung der Notlage seiner Klienten 100 Proz. 
Zinsen und in zwei Fällen sogar noch mehr. In einem Falle gab 
er 800 M. aus 4 Monate gegen einen Wechsel über 400 M., dann 
für 200 M. Darlehen 585 M. auf kurze Zeit, von dem Inhaber 
einer bekannten Speditionsfirma Franz Fr. sogar für 250 M. glatt 
740 M. usiv. Ter Staatsanwalt beantragte wegen gewohnheits- 
und gewerbsmäßigen Wuchers 1 Jahr Gefängnis und 1500 M. 
Geldstrafe. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf 5 Monate 
Gefängnis und 600 M. Geldstrafe ev. noch 60 Tage Gefängnis und 
außerdem aus Ehrverlust für die Tarier von 3 Jahren. 
(:)o Ist es strafbar, Reklameplakate vorKinematographen- 
theatern ohne polizeiliche Erlaubnis anzubringen? (Entscheidung 
des Kammcrgerichts.) Der Geschäftsführer eines Kinos in 
Halberstadt hat an diesem ein Reklnineschild nebst gedruckter 
Inhaltsangabe eines vorzuführenden Stückes ausgehängt, und 
zwar eine an der Wand einer nach der Straße zn offenen Vorhalle, 
und ein zweites an einer in der Straßenflucht stehenden Säule. 
Polizeiliche Erlaubnis hatte er dazu nicht. Das Landgericht hat 
eine solche auch nicht für erforderlich erachtet und den Angeklagten 
freigesprochen. Auf Revision der Staatsanwaltschaft ist das UrlAl 
aufgehoben, Allerdings kann der Angeklagte nicht, wie die Revision 
will, auf Grund des preußischen Preßgcsctzes verurteilt werden. 
Nach § 10 dieses darf niemand an öffentlichen Orten Druckschriften 
anschlagen, ohne daß er dazu die Erlaubnis der Ortspolizeibchördc 
erlangt hat. Aus dieser Vorschrift kann eine Verpflichtung des 
Gewerbeuntcrnehmers zur Einholung einer polizeilichen Erlaubnis 
zum Anschlag von Plakaten in oder an seinem Gcschüftslokal, 
wenn sie sich auf seinen Gewerbebetrieb beziehen, nicht hergeleitet 
werden (Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Band 52 S. 287). 
Sie ist daher auf den vorliegenden Fall nicht anwendbar. Auch 
das Gesetz gegen die Verunstaltung von Ortschaften und land 
schaftlich hervorragenden Gegenden vom 15. Juli 1607 kann nicht 
herangezogen werden. Nach § 3 dieses kann durch Ortsstatut vor 
geschrieben iverdcn, daß die Anbringung von Reklameschildern, 
Schaukästen, Aufschriften und Abbildung der Genehmigung der 
Baupolizeibehörde bedarf. Zuwiderhandlungen gegen dicies Gesetz 
oder gegen ein auf Grund des Gesetzes erlassenen Ortsstatut sind 
aber im Gesetze selbst nicht mit Strafe bedroht. In Frage koninit 
deshalb nur die Polizeiverordnung zu Halberstadt vom 4. Juli 
1887. Diese bestimmt in § 64: „Das Anbringen von Arm- und 
Aushängeschildern, Schaukästen und anderen Ankündigungsmittelu 
des Gewerbebetriebes, der Kunst und Industrie an Gebäuden usw., 
soweit diese nach einer öffentlichen Straße oder einem öffentlichen 
Platze zu gelegen sind, ist nur mit polizeilicher Genehmigung zu 
lässig." Diese Vorschrift befindet sich in dem Abschnitt über 
„Erhaltung der Sicherheit und Bequemlichkeit auf den öffentlichen 
Straßen, Wegen und Plätzen". Sie ist also auf Grund des § 6b 
des Gesetzes vorn 11. März 1850 im Verkchrsintercsse erlassen. 
Der Gesetzgeber geht dapon aus, daß die fraglichenAnkündigungen 
unter Umständen geeignet sein können, die Leichtigkeit des Straßen 
verkehrs zu beeinträchtigen. Mit dem Grundsatz der Gcivcrbe- 
sreiheit steht das Verbot nicht in Widerspruch, da dieser zwar Be 
schränkungen in der Zulassung zum Gewerbebetriebe ausschließt, 
aber Vorschriften nicht entgegensteht, welche nur die Art seiner Aus 
übung im verkehrspolizeilichen Interesse regeln. Die Vorschrift ist 
also gültig und hier anwendbar. (Urteil des I. Strassen. 1 
S. 1121/12 vom 16. Dezember 1912. Deutsche Juristenzeitnng 
1613 Nr. 7.) 
(:) Darf man seine Waren als die besten bezeichcn? Ein Hut- 
macher kündigte seine Hüte derart an, daß er erklärte: N. N.'s Hüte 
sind die besten. Diese Ankündigung wurde beanstandet. Es käme 
darin zum Ausdruck, daß der Hutmachermeister die Hüte, die er 
verkaufe, selbst fabriziere, und daß sie besser seien als die seiner 
Konkurrenz. DaS Einigungsamt der Korporation der Kaufmann- 
schaft von Berlin konnte 'jedoch einen Verstoß gegen das Gesetz 
hierin nicht erblicken: insbesondere gebe jemand, der mit Hüten 
Handel treibe, dadurch, daß er seine Hüte als die besten bezeichne, 
noch nicht zu erkennen, daß die von ihm vertriebenen Hüte sein 
eigenes Fabrikat seien. Die Reklame aber, daß sie die besten seien, 
enthalte nur eine Anpreisung, die nicht den Anspruch darauf 
erhebe, wörtlich genomnien zu werden. 
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Vermischtes 
*o Das Turnen der Alten auf den deulscpcn Turnfesten ist 
immer ein großer Anziehungspunkt gewesen. Auch beim dies 
jährigen Leipziger Feste werden die „Alten", das sind die über 50 
Jahre alten Turner, in großer Zahl zu einer Sondervorführung 
antreten. Allein aus dem Leipziger Schlachtfeldgau werden gegen 
300 Alte sich beteiligen, und es ist zu erwarten, daß die Gesamt 
zahl der Riege All-Deutschland, wie man das Auftreten der Alten 
nennt, in einer Zahl von annähernd 1000 Mitgliedern auftreten wird. 
* Elektrische Kirchenhcizuiig. Wenn auch von der elektrischen 
Energie zum Heizen von Räumen wohl vorerst noch wenig Ge 
brauch gemacht wird, so ist es doch nicht zn verkennen, daß dieser 
Verwendungszweck in besonderen Fällen von nicht zu unter 
schätzender Bedeutung ist, ja es ist denkbar, daß in einem ganz 
besonderen Fall die Heizuugsmöglichkeit vielleicht nur mit Hilfe 
elektrischer Energie zustande kommen kann. Eine auf solcher Grund 
lage in der Sebaldungskirche zu Nürnberg ausgeführte, größere 
elektrische Heizungsanlage wird beschrieben, und gleichzeitig der 
Verbrauch dieser Anlage mitgeteilt. Eine Reihe anderer, bereits 
ausgeführter Anlagen wird noch nebst den dabei gewonnen Er 
fahrungsdaten zur Kenntnis gebracht und hierbei nack)gewiesen, das; 
der Stromverbrauch für den Kubikmeter nicht immer gleich ist. Er 
ist in erster Linie von der Höhe der Kirche abhängig, das heißt, 
er wird mit zunehmender Höhe des Kirchenschiffes steigen. Der 
Verbrauch wird weiter noch beeinflußt von der Höhe der Böden, 
Decken, Mauern, Pfeilern und Fensterflächen, welche zu ihrer Er 
wärmung nick)t unerhebliche Wärmemengen benötigen (O. Ely, 
Nürnberg) in (Elektrochn. Zeitschrift, Berlin 1612, Heft 83). 
*o Uccasion! Welch „herrliches" Wort im deutschen Sprach 
schatz! In weit sichtbaren Buchstaben ist es vielfach an den Schau 
fenstern großer Geschäfte zn lesen. Der Geschäftsmann will da- 
ourch die Käufer auf die Gelegenheit aufmerksam machen, in diesen 
Tagen bei ihm besonders billig und vorteilhaft einzukaufen, also 
einen „Gelcgenheitskauf" zu machen. Ob er aber bei der Mehr 
zahl der Vorbeigehenden Verständnis für dieses Fremdwort findet? 
Oder sollen bloß Käufer mit fremdsprachlicher Bildung zum Eintritt 
eingeladen werden? Beides ist nicht anzunehmen. Auch die Kauf 
mannschaft konnte an ihrem Teil bei der allgemeinen Pflege der 
deutschen Strache mitwirken, wenn sie einmal in ihren Fachaus 
drücken „Inventur" machte und veraltete „Ladenhüter" ausmerzte. 
*o Als Bliemchen in Konstantinopel war, nahm er als Be 
förderungsmittel einmal eine Sänfte, die im Boden nicht ganz fest 
war und in der ersten Minute auseinanderfiel. Rach einer 
Viertelstunde steckte Bliemchen den Kopf zum Fenster hinaus und 
rief den Sänftenträgern zu: „Sie halten Sie doch mal an, ich 
glovbc, ich lovfe." 
*o Ein Knabe von 5 Jahren ward von seinem nicht päda 
gogisch veranlagten Vater darüber aufgeklärt, daß der Mensch sich 
aus einem Affen entwickelt habe. „Hast du die Sache auch be 
griffen?" fragte der Vater. — „O ja. vollständig. Du und Mama 
waren Affen, ehe ich auf die Welt kam." 
Literarisches 
Unter all den „Volksausgaben," die bisher auf diesem Ge 
biete im Buchhandel erschienen sind, ist der vom Reichstagsabq. 
^rl verfaßte und im handlichen Taschenformat erschienene „Führer 
durch die Reichsversicherungsordnung" unstreitig eine der besten 
und billigsten. Als Beweis wie dieses Büchlein Beifall gefunden 
hat, stehen viele höchst anerkennenswerte Urteile und Empfehlungen 
zur Verfügung. Das kleine Werk ist nunmehr in zweiter ver 
besserter Auflage erschienen und vom Verfasser noch da und dort 
erweitert worden. Trotzdem das Büchlein in der Neuauflage 112 
Seiten umfaßt (früher waren es nur 80 Seiten), ist doch der Preis 
der gleich billige geblieben. Es kostet nämlich das einzelne Büch 
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