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Periodical volume Nr. 133, 09.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

'Mieite 'Ballvik Hnrbürg II hatte Schwierigkeiten beim Stark, 
er mußte kräftig Ballast geben, nur zunächst über das 
Kesselhaus der Gasanstalt 1 kommen; kurz hinter der Gas 
anstalt wurde er plötzlich von einer Böe fast zu Boden 
gedrückt. Die Insassen warfen schleunigst mehrere volle 
Sandsäcke heraus, worauf der Ballon wieder stieg. Tie 
folgenden beiden Ballone hatten einen glatten Start. Dann 
sollte Ballon „Atlas" abgelassen werden. Er wollte von 
Anfang an nicht recht dicht halten und mußte ein zweites 
Mal Nachgefüllt werden: Beim Start stieß et zunächst mit 
dem gleichfalls gerade startenden Ballon Bielefeld zusammen, 
ohne aber Schaden zu leiden. Als das „Los" ertönte, hob 
sich der Ballon nicht hoch, sondern der Korb schleifte auf 
der Erde entlang fund' straf dabei auch einige Zuschauer. 
Durch schnelles Ballastgeben gelang es den Insassen noch, 
den Ballon über den Zaun und das Kesselhaus hinmegzu- 
ibringen. Da, eine neue Gefahr; der Ballon trieb genau auf 
den etwa 60 Meter höhen Schornstein der Gasanstalt zu. 
Ein Zusammenstoß schien unvermeidbar. Bange Sekunden 
stolgten.' Dann sah niän, wie der Blitzableiter des Schorn 
steins durch die Hülle drang-und diese zerriß. Das Gas 
strömte- aus und'Hülle und Netz legten sich oben um den 
Schornstein. Dadurch wurde der Korb gehalten, der nun 
mit seinen Insassen, eine Dame und drei Herren, in 
schwindelnder Höhe am ''Schornstein hing. 1 Zum Glück 
hatte der Heizer den. Zusammenstoß kommen sehen und 
sofort die Heizungsklappe jum Schornstein verschlossen, im 
anderen Falle wäre eine' Explosion und ein Verbrennen des 
Bällons unbedingt eingetreten. Die Wilmersdorfer Wehr 
wurde schleunigst alarmiert, die dann auch bald mit der 
mechanischen Leiter erschien und über diese die Insassen 
des Korbes zur Erde geleitete. Dip Hülle aber konnte 
pon den Wehrleuten nicht erreicht werden. Sie ist später 
durch die aus dem Schornstein aufsteigenden Funken verbrannt. 
Der Start der ferneren Ballone ging glatt von Statten. 
Die Zielfahrt, für die jeder Führer das Ziel selbst bestimmen 
konnte, wurde vom Ballon Chemnitz (Führer Dr. Kvschel) 
gewonnen) der 0,4 Kilometer vom Ziel, Kaldati bei Schlochau, 
landete. Eine schöne Fahrt führte auch der Ballou „Nieder 
schlesien" aus, der nach Landung 22,5 Kilometer vom Ziel 
Flatow die Fahrt bis Elbing fortsetzte und von Schmargen 
dorf aus 442/Kilometer zurücklegte. 
o Die Venus am Tage wird schon von 10 Uhr morgeUs 
an in dieser Woche von der Treptow-Stemwarte den Be- 
sitchetn gezeigt; abends ist jetzt wieder der Mond in sehr 
günstiger Phase zu beobachten. Am Mittwoch, den 11. Juni, 
abends 8 Uhr, spricht Dir. Dr. F. S. Archenhold über: 
„Scott's Reise zum Südpol und ein Blick ins Weltall" 
unter Vorführung belehrender Filme und Drehbilder. 
o Evangelischer Arbeiterverein für Friedenau und 
Umgegend. Bis auf den letzten Platz war der große Saal 
des Kaiser-Wilhelm-Garteri anläßlich des Vortrages der Für 
sagedame am Kgl. Polizeipräsidium zu Berlin Fräulein 
Margarete Dittmar über „Frauenaufgaben in der Jugend 
fürsorge" besetzt. Unliebsam' bemerkt wurde die Nichtan 
wesenheit der Leiter und 'Lehrer unserer Schulen. und des 
Vereins für Jugendfürsorge u. A., trotzdem der Vortrag 
wohl sachlicher nicht gehalten werden konnte. Der Vör- 
sitzende begrüßte all die Erschienenen, insbesondere Fräulein 
Dittinar, Ibte Mitglieder des Waisenrats und andere Gäste. 
Mit großem und warmein Beifall wurde die viele, müh 
selige Arbeit, die wohl fast immer zu gutem 'Erfolge führte, 
begrüßt und die sich hlntör den düstern, „roten" Mauern 
des Berliner Polizeipräsidiums erledigt. Auf zahlreich ein 
gegangenen Karten war der Dank zu vernehmen, den die 
.Aufgegriffenen" und „Aufgefundenen" unserer Jugend, ver 
leitet durch falsche Vorstellungen des „glänzenden" Lebens 
in Berlin, an die Fürsorgedame ob ihrer Menschenfreund 
lichkeit und Nächstenliebe ohne Pflichtverletzung sandten, 
nachdem jene Unglücklichen wieder im Elternhause und wo dies 
nichts angebracht, auf dem Lande bei einsichtigen Leuten 
sicher gelandet waren. Nicht minder interessant war auch 
jeder zur Kenntnis gebrachte Lebenslauf der Schutzbefohlenen, 
den diese in der Schutzhaft niederschreiben mußten. In der 
folgenden Aussprache beteiligten sich die Herren Pfarrer 
Kleine,, Prof. Schmidt, Kaufmann Beymel, Strehler, Bank 
u. a.;- besonders erwünscht seien strengere Maßregeln über 
die schreienden Bilder der Kinos an den Lokalen und An 
schlagsäulen zur Anlockung des Publikums. Frl. Marg. 
Dittmar versprach demnächst ' bei einem Vortrage über 
Zwangserziehung gern wiederkommen zu wollen. — Der 
Vorsitzende bittet um zahlreiche Teilnahme beim Festgottes 
dienst »zur Kaiserjubilumsföier durch gemeinsamen Kirchgang 
mit Banner am Sonntag, dem 16. Juni, Vormittags 10 Uhr, 
Abmarsch 9 Uhr 40 Min. vom Vereinslokal, ferner desgl. 
beim Sommerfest in Zeyl^pdorf, ÄestaurW'Z',Waldesruh", 
, . Astfruf! 
Am 16. Juni dieses Jahres-begeht-Seine Majestät unser Kaiser 
und König sein 25 jähriges Regierungsjubiläum. 
Aus Anlaß dessen richten wir an die Friedenauer Bürgerschaft 
die Aufforderung, zur Feier dieses Tages unseren Ort im Festkleidc 
erscheinen zu lassen und alle. Häuser mit Fahnenschmuck zu versehen. 
Die Gerneinde als.solche veranstaltet aus gleichem Anlatz an 
demselben Tage in der Aula der Königin-Luise-Schule, Goßlerstr. 15, 
nachmittags 6 Uhr eine Huldigunasfeier, zu der wir hierdurch die 
gesamte Bürgerschaft.öffentlich einladen. 
Wegen des zu erwartenden großen Andranges geben wir, um 
eine lleberfüllnng des Saales zu vermeiden, Eintritskarten aus,-die 
vvnr Mittwoch, den 11. dieses Monats ab im hiesigen Amtsgebüudc, 
Feurigstratze 8, 2 Treppen; Zimmer 40, und, sofern noch Karten vor 
handen sind, am Abend der. Feier vor dem Aulaeingange an Jeder 
mann unentgeltlich ausgegeben-werden. Nur der Besitz einer Ein 
trittskarte berechtigt zur Teilnahme an der Feier. 
Festfolge: 
1. Musikstück „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre" von 
Beethoven. , , ■ 
2. Vortrag des Friedenauer Männer-Gesangvereins: „Ein Haupt 
hast Tu dem Volk gesandt" von Antoni 
8. Festrede. 
4. Bortrag des Friedenauer Männer-Gesangvereins: „Vom Rhein", 
von Mar Bruch. 
5. Musikstück „Deutschland, Deutschland über Alles" von Haydn. 
Berlin-Friedenau, den 7. Juni 1018. 
Der Gemeindevorstand. Walger, Bürgermeister. 
An- und Verkauf von gebraucht. 
Möbeln. H. Wunder, 
35t» 1] Kirchslr. 0, Tischlerei. 
jym die auch ansbcsft 
'UH, einpsieblt sich, 
tubeiirauchstr. 71 Glh. III r. 
Mnchnowerstraße. Treffpunkt nu geinoiusamec Kasfeeiafel 
dortselbst zwischen 3 und 4 Uhr, Abfahrt vom Wannsee- 
bahuhof bis Zehlendorf lMitle) zwischen 2 und 8 Uhr. 
Endlich wird auf den Vortrag des Herrn Pastor Better am 
Dienstag, dem 8. Juli d. Js. — auf Wunsch wiederum 
im großen Saal, — über: „Der- sittlich religiöse Geist im 
preußischen Volke vor 100 Jahren" bei hoffentlich [ebenso 
zahlreicher Beteiligung aufmerksam gemacht. 
v Das Warenhausmädcheu betitelt sich der Haupt 
schlager des genwärtigen Programms in den „Hohenzollern- 
Lichtspiclen, Handjerifftr. 64. Der Film zeigt in 3 Akten 
den Lcbensroman einer Verkäuferin in ergreifenden Bildern. 
Die lebenswahre Handlung und die glänzende Darstellung 
fesseln die Zuschauer von Anfang bis Ende. Ein ausge 
zeichnetes Drama aus dem wilden Westen ist ferner „Der 
Sohn des Indianers". „Die Eidechse" ist eine hübsche 
Natnrstudie, prächtige Komödien sind „Die vertauschten 
Rollen" und „Die Liebe singt". Die Lach Muskeln anregend 
ist „Der Esel als Kindermädchen". Hierzu gesellt sich noch 
die Wochenübersicht des Pathö-Jonrnal. — Als Voranzeige 
geben wir bekannt, daß vom Mittwoch, dem 11. d. Mts. 
ab das spannende Detektivdrama „Die mysteriöse Hand" 
zur Aufführung kommt. Die Vorführungen finden täglich 
im vornehm eingerichteten Prachtsaal und im Naturgarten 
statt. Die Direktion und der liebenswürdige technische 
Leiter Herr Bönten, sorgen dafür, daß dem Publikum nur 
Gutes geboten wird. 
o Das Dicbesgesiildek, das in letzter Zeit hier wieder 
sehr häufig sich bemerkbar macht, nützt in der Tat jede sich 
ihm bietende Gelegenheit aus. So stand kürzlich ein Schank 
lokal in einem Hause der Jahnstraße, das den Besitzer 
wechselte, zwei Tage lang leer, während des Abzugs des 
alten und Einzugs des neuen Mieters. In'dieser Zwischen 
zeit schlichen sich nun die Spitzbuben vom Keller aus durch 
die offen gebliebene Falltür in die Schankräume und 
schraubten alle wertvollen Metallteile und die Bleirohre ab. 
— In demselben Hause ist auch einige Tage vorher ein 
wertvoller Spiegel, der sich im Hausflur befand, abgeschraubt 
und entwendet worden. Hauswirte, Verwalter und Pförtner 
seien somit wiederholt gewarnt. Aber auch jeder Mieter 
möge acht geben auf die im Hause verkehrenden fremden 
Personen. 
o Ein Bubenstreich. Wie uns erst jetzt gemeldet, 
wird, ist in einem Hause der Beckerstraße am Sonntag vor 
acht Tagen ein Bubenstreich verübt worden, durch den, 
wäre er nicht rechtzeitig entdeckt worden, das ganze Haus 
hätte in Trümmer fallen können. Im Keller dieses Hauses 
wurde nämlich der Gashahn geöffnet und außerdem ein 
Verbindungsstück zuin Gasmesser abgeschraubt, sodaß das 
Gas ungehindert ausströmen konnte. Der Täter, hat dann 
ferner alle Fenster und Türen im Keller dicht verschlossen und 
verriegelt, sodaß das Gas nicht auf die Straße entweichen 
konnte. Als diese Tat geschah, waren fast alle Miets- 
parteicn außerhalb des Hauses auf Ausflügen. Ein Mieter, 
der wohl früher, als es der Bube geglaubt hatte, zurück 
kehrte, nahm aber trotz der abgedichteten Fenster und Türen 
den Gasgeruch wahr und mache darauf den Pförtner auf 
merksam. Dieser begab sich sofort in den Keller, öffnete 
zunächst sämtliche Fenster und Türen, damit das Gas ab 
ziehen konnte und verschloß dann den Gashahn und die 
an der Leitung befindliche Oeffnung. Es kann sich nur um 
eine Tat aus bösem Willen handeln, da das beseitigte Stück 
Gasrohr so gut wie wertlos ist. 
o Bodeneinbruch. In dem Hause Jllstraße 3 sind 
diese Nacht sämtliche Böden ausgeräumt worden. Gestohlen 
wurden nur Kleinigkeiten: Wäschestücke, ein Rucksack, ferner 
aus der Waschküche ein Kupferlessel. Es handelt sich um 
gewerbsmäßige Diebe. Daß der Diebstahl des Nachts aus 
geführt wurde, war saus den zahlreichen abgebrannten 
Streichhölzern, die umherlagen, zu ersehen. 
o Selbstmord hat allem Anschein nach das 20 Jahre 
alte Dienstmädchen Jda Flicke, das seit acht Tagen bei 
einem Fleischermeister in der Thorwaldsenstr. 20 in Stellung 
war und seit dem vergangenen Freitag vermißt wurde, be 
gangen. Gestern früh fand man in Berlin vor dem Hause 
Kottbuser Ufer 1 auf der Böschung des Landwehrkanals den 
Hut des Mädchens und die Handtasche mit den Ausweis 
papieren. Man nimmt an, daß Liebeskummer es ins 
Wasser getrieben hat. DieLeiche ist noch nicht gefunden worden. 
Auskunfts- und Fürsorgestelle (Kaiserallee 66), 
für Tuberkulöse: Acrztliche Sprechstunden für Männer jeden Dienstag 
von 12—i, für Frauen und'Kinder jeden Mittwoch von 12—1 Uhr, 
für Alkoholkranke: Aerztl. Sprechstunde jeden Freitag von 12—1 Uhr. 
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Platten zu verschenken. 
i){ticinstr. 15, II, 
Schömberg 
- ü Alls Anlaß des Regierungsjubiläums des Kaisers 
beabsichtigt die Stadt Schöüeberg eine Feier im Stadtpark 
zu veranstalten. Es wird am 16. Juni in den Nachmittags- 
stunden zwischen 7 und 9 Uhr ein Festkonzert im östlichen 
Teil des Stadtparks abgehalten und nach Eintritt der Dunkel 
heit eine Illumination des östlichen Stadtpurls, des Brücken 
bauwerks sowie des Teiches im westlichen Stadtpark statt- 
sinden. Die durch diese Feier entstehenden Kosten sind ans 
rund 1400 M. veranschlagt? 
—o Drei neue Kirchengemeinden sind jetzt infolge der 
Ausdehnung Schönebergs hier geschaffen worden, und zwar: 
Die. Apostel-Paulus-Gemeinde, die Gemeinde zum Heils 
bronnen und die Königin-Luise-Gedächtnis-Gemeinde. Für 
diese neugegründeten Gemeinden fanden gestern zum ersten 
Male die Wahlen für die Gemeindekörperschaften statt. Ja 
der. Apostel Paulus-Gemeinde, die etwa 800 eingeschriebene 
Wähler hat, siegten die Positiven mit einer Mehrheit von 
250 Stiiitmen über die Liberalen. In der Kirchengemeinde 
zum Heilsbronnen drangen die Liberalen mit einer Mehrheit 
von etwa 50 Stimmen durch. In der Königin Luise- 
Gedächtnis-Gemeinde, die 1351 eingeschriebene Wähler hat, 
erhielten die Positiven 562 Stimmen, mährend die Liberalen 
es nur auf 504 Stimmen brachten. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik llbernchincn wir keine Verantwortung.) 
Man wird der Ansicht sein können, daß der Verlauf von Topf 
gewächsen, Kränzen usiv. auf dem Friedhof für Rechnung und zum 
Vorteil der Gemcindekasse eine unfreundliche Konkurrenz gegen, die 
Gewerbetreibenden dieser Branche darstellt. Immerhin mag die 
bequeme Gelegenheit zum Ankauf vereinzelt eine Annehmlichkeit 
sein. Auch wird man damit einverstanden sein, daß die Preise 
nicht unter de» in den Geschäften üblichen zurückbleiben. Aber 
eben so wenig sollte hierin auch eine ganz erhebliche Abweichung 
nach oben nicht statthaft sein, und der Preis jeden Topfes oder 
Kranzes könnte sehr wohl eine unauffällige behördliche Aus 
zeichnung erhalten. Ich kaufte vor drei Tagen drei Fuchsientöpse 
und zahlte dafür ohne Inanspruchnahme einer Handreichung den 
geforderten Preis von je 2 M. — 0 M., wogegen auf dem heutigen 
Wochemnarkt Fuchsien in bester Ware und Entwickelung für 1,15 
Mark und geringere herunter bis 40 Pf. pro Topf zu holen waren! 
Der Fricdhofsgärtncr erklärte auf Anfrage, „unsere Fuchsien sind 
nicht aus der Gemeinde-Gärtnerei, ich habe sie ankaufen müssen 
und sie sind nicht billiger abzugeben." Zieht man einen Vergleicl, 
zwischen den Preisen für marktgängige Ware gleicher Qualität und 
meinen Kauf auf dem Friedhofe, so muß man zu den: Schluß 
kommen, daß entweder die Beschaffung in wenig geschäftskundiger 
Weise stattfindet, oder daß die Friedhöfsvcrwaltung einen Zuschlag 
zum Einstandspreise anordnet, der nach obigem 100 Proz. über 
steigt!! Trifft eine dieser Beranssetzungen zu, so wird Aenderung 
zum Besseren verlangt werden müssen. Ed. K. 
Vermischtes 
*ü Berta von Suttner. Heute am 9. Juni vollendet Baronin 
Berta von Suttner in Wien ihr 70. Lebensjahr. 1848 zu Prag 
als Tochter des Grafen Kinskq geboren, hatte sie von ihrer 
Mutter, die aus der Familie Theodor Körners stammte und selbst 
eine Dichterin war, deren Talent geerbt. Durch längeren Aufenthalt 
in Paris und Italien wurde dieses noch gefördert. ' Nach ihrer Ver 
heiratung mit dem Freiherrn von Suttner, der Bauzeichner lind 
Ingenieur war, lebte sie in Tiflis, wo sie sich als Musik- und 
Sprachlehrerin betätigte. Seit 1885 lebte sie mit ihrem Manne, 
der 1902 starb, auf Schloß Harmannsdorf in Niederösterreich, 
schriftstellerisch überaus tätig. Seit 1902 lebt sie in Wie». 
Besonders bekannt wurde sie durch ihr energisches Eintreten für 
die Idee des Weltfriedens. Sie ist Präsidentin und Gründerin der 
österreichischen Friedensgesellschaft und Bizepräsidentin des Berner 
internationalen Friedensbüros. Für die Abschaffung des Krieges 
trat sie in dem 1890 erschienenen und seitdem in über 30 Auflagen 
herausgegebenen Romane „Die Waffen nieder" ein, der in alle 
Weltsprachen übersetzt ist. Sie hat sämtlichen Friedenskongressen 
beigewohnt und zahlreiche Bvrträge in Amerika und Europa ge 
halten; 1905 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Bon ihren anderen 
Werken sind erwähnenswert: „Inventarium einer Seele", „DaS 
Maschinenzeitalter", „Ein schlechter Mensch", „Phantasien über den 
Gotha". „An der Riviera". 
*o Daß einzelne Städte hohe Kreislasten zu tragen haben, ist 
schon oft besprochen worden. Heute kann ein neuer Fall nachge 
tragen werden. Obwohl die Stadt Gnesen bei 57 000 Kreisein- 
wohnern etwa 26 000 Seelen zählt, hat es von den Kreisabgahen 
in Höhe von 154 000 M. 91 773 — etwa 3 / 3 der Summe zu trage». 
Das Gesamtsteuersoll des Kreises beträgt 337 661 M., hiervon ent 
fallen auf die Stadt Gnesen 214 110 M. — 63 Proz. 
Geschäftliches 
Wir machen unsere Leser ans die dieser Nummer bei 
liegende Sonderbeilage des Magnetopathett W. Müller, 
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Wetteraussichten. 
Dienstag: Nachts kühl, am. Tage wieder etwas 
wärmer, bei frischen westlichen Winden und veränderlicher 
Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann MartiniuS, Friedenau. 
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