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Periodical volume Nr. 188, 12.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

die Zugbegleit-- und die Statiousbeamten unausgesetzt silr die 
ordnungsmäßige Iliiterbriiigung der Reisenden in den Zügen bemüht 
sein. ÜJiit der Oeffnung der Wagen ist der Sorge für die Reisenden 
nicht genügt; Sache der Zugführer und Schaffner ist cs. sich um 
die Unterbringung der Reisenden zu kümmern. Eie müssen neu 
hinzukommenden Reisenden geeignete Plätze zuweisen, Familien 
und Gesellschaften, soweit angängig, in demselben Abteil unter 
bringen, alleinreisende Frauen tunlichst in Abteile weisen, in denen 
schon Frauen sich befinden. Auf den Zwischenstationen, bei kurzem 
Aufenthalt der Züge, kann die Abfertigung der Reisenden dadurch 
wesentlich erleichtert und beschleunigt werden, daß dem wartenden 
Publikum schon vor dem Einlaufen des Zuges ungefähr die Stelle 
angegeben wird, wo die Wagen der einzelnen Illassen oder die 
Durchgangswagen bestimmter Kurse halten werden. Das Ein 
und Äussteigen der Reisenden bei den V-Zttgen darf nicht durch 
Zuginsasseu behindert werden, die sich in den Gängen der Wagen 
aufhalten. In höflicher, aber bestimmter Weise hat das Zug 
personal ferner dagegen einzuschreiten, wenn Verstöße gegen das 
Rauchverbot beobachtet werden. In den H-Zügcu ist das Rauchen 
in den Gängen der Wagen für Nichtraucher und solcher Wagen, 
die teils für Nichtraucher, teils für Raucher bestimmt sind, unbe 
dingt untersagt. In den Schlafwagen darf während der Stunden 
von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens überhaupt nicht geraucht 
werden. Den Dienststellen ivird ferner die sorgfältige Behandlung 
des Reisegepäcks zur Pflicht gemacht. 
o Maler Hans Bruch In Jena verstarb an einer 
Blutvergiftung, die er sich dort auf einer Studienreise zu 
gezogen hatte, Hans Bruch, der zweite Sohn unseres Mit 
bürgers des berühinten Berliner Komponisten. Der begabte 
Künstler hat nur ein Alter von 26 Jahren erreicht. Am 
18. März 1887 war er geboren. Seine künstlerische Aus 
bildung leitete Prof. Friedrich Kallmorgen an der Berliner 
akademischen Hochschule. Mit der Radierung eines alten 
Städtchens erschien dies frische Talent 1908 zuerst auf der 
großen Berliner Kunstausstellung. Dann war er alle Jahre 
dort zu Gast. 
o Licht- und Luftbäder. - Am 14. Juni sind zehn 
Jahre vergangen, seit der „Verein für Gesundheitspflege in 
Steglitz", dem auch viele Friedenauer angehören, sein 
„Licht-Luft-Sonnenbad" ans dem „Rauhen Berge" eröffnete. 
Der Verein kann auch auf diese segensreiche Einrichtung im 
Dienste des Gemeinwohles mit Befriedigung zurückblicken! 
Im Jahre 1903, als noch die Anwendung des Wassers in 
jeder Form als allein gesundheitsfördernde Methode ge 
priesen ward, war das Vorgehen des Vereins eine bahn 
brechende Tat! Das Losungswort von Prießnitz: „Wasser 
tuts freilich" fand noch allgemein Anerkennung und der 
Wahlsprnch Arnold Rikli's: „Wasser tuts freilich, höher 
jedoch steht die Luft und am höchsten das Licht" verhallte 
als die Stimme eines Predigers in der Wüste. Einige 
Jahre vorher war cs dem Verein 'nicht möglich gewesen, 
die zum Bau des Luftbades erforderlichen Mittel auszu 
bringen. Wohl hatte schon Prießnitz ans die Frage, was 
er tun würde, wenn die Grüffenbergguellen versiegen sollten, 
geantwortet: „Dann würde ich meine Patienten mit Luft 
heilen." Aber man nahm damals diesen Ausspruch nicht 
recht ernst und Licht-Luft-Bäder hatte man bis vor 12 
Jahren nur in den Ratnrheilanstalten. Als der Steglitzer 
Verein sein Luftbad baute, war er in ganz Deutschland der 
27., der das Risiko wagte, und heute sehen wir über 600 
Luftbäder, die sich eines regen Besuches erfreuen. Wie wir 
erfahren, sind im Steglitzer Lnftbade in den 10 Jahren 
02 323 Lust- und Sonnenbäder genommen worden, davon 
in diesem Jahre schon 2470. Es ist also der Bann ge 
brochen, Rikli's Ruf: „Es werde Licht!" hat ein vieltauscnd- 
stimmiges Echo gefunden und man baut jetzt allerwärts 
Licht- und Luftbäder. Roch fehlt aber bei den meisten Ge 
sunden und Kranken die richtige Würdigung des Licht-Lnft- 
badcs als Heil- und Abhärtungsmittel I Wir wollen heute 
uicht näher darauf eingehen, da ja eine Anzahl von 
Broschüren geschrieben ist, die durch die Gesundheitsvereine 
verteilt werden und da in diesen Besprechungen die Gut 
achten zahlreicher Aerzte angeführt sind, die bei ihren 
Patienten mit Luft- und Sonnenkuren die besten Erfolge 
erzielt haben. Dem Verein für Gesundheitspflege aber 
wünschen wir auch fernerhin wachsende Anerkennung seiner 
verdienstlichen Tätigkeit! 
o Verein der Gast- und Schankwirte. Die nächste 
Vereins-Versammlung findet am Btontag, den 9. Juni, nach 
mittags 5 Uhr beim Kollegen Karl Viesel, Goßlerstr. 22, 
statt. Aufnahme neuer Mitglieder. — Zur Ausnahme ge 
langt Kollege Gustav Reichert, Steglitz, Düppelstr. 20 a. 
Verbandsangelegenheiten, Besprechung über das neue Eich 
gesetz, Innere Vereinsangelegenheiten. Die Kollegen werden 
ersucht, recht pünktlich und recht zahlreich zu erscheinen. 
o Der Kreisverein Steglitz im Verbände Deutscher 
Handlungsgehilfen zu Leipzig hatte für Mittwoch Abend 
9 Uhr seine Mitglieder und Freunde, sowie den Zigarren 
handel Steglitz's zu einer Versammlung in das Hotel 
„Steglitzer Hof" eingeladen, um über die Preisschleuderei 
im Zigarettenhandel und ihre Gefahren für den Angestellten 
aufzuklären und selbst zu dieser Frage Stellung zu nehmen. 
Vor der zahlreich besuchten Versammlung sprach Herr Reinhold 
Ctzliax, Friedenau, Chefredakteur der Vereinigten Tabak- 
Zeitungen, Berlin über dieses Thema und verstand'es, leb 
haftes Interesse für seinen einstllndigen Vortrag zu erwecken. 
Es wurde eine,Resolution, einstimmig angenommen, nach 
der der Kreisverein Steglitz im Verbände Deutscher Handlungs 
gehilfen zu Leipzig die Verbände der sozialcnArbeitsgeineiuschaft 
auffordert, durch aufklärende Artikel in den Vcrbandsorganen 
dahin zu wirken, daß allen Vcrbandsmitglicdern zur Ehren 
pflicht gemacht wird, im Interesse ihrer im Zigarrenhandel 
tätigen Kollegen in Schleuderergeschästen, die sich durch auf 
fallende gelbe Plakate mit hervortretenden Untcrpreisen kenn-. 
zeichnen, nicht zu kaufen. 
o Jugendvereinigung. Der 3. diesjährige Sonntags 
ausflug der Jugendvereinigung führte 16 junge Leute in 
das Gebiet der Rauenschen Berge und des Scharmützelsecs. 
Unter frisch-fröhlichem Gesang uiarschicrten wir in Fürsten 
walde gegen 9 Uhr ab und erreichten nach etwa einer Stunde 
die vielgenaünten und -besuchten Markgrafensteine inmitten 
eines herrlichen gemischten Hochwaldes. Rach kurzer Rast 
und Stärkung in der nahegelegenen Bismarckhalle ging es 
in Richtung auf den Scharmützelsee weiter. Dieser Teil der 
Wanderung war insofern reizvoll und interessant, als wir 
von der ausgetretenen Straße abweichen und nur Gestellen 
und schmalen Fußwegen folgten und oft querwaldein gingen 
— die Sonne als Führerin. Zwei kleine Kriegsspiele ge 
stalteten sich deshalb etwas schwierig. Aber wir fanden 
uns glücklich wieder zusammen und sahen bald in der Nähe 
von Saarow zum erstenmal die blauen Fluten des großen 
über 10 kni langen Scharmützelsees durch die Bäume 
blitzen. Und nun war der See unser Führer. Stundenlang 
wanderten mir an seinen mehr oder weniger steilen Ufern — 
bergauf, bergab dahin, hier und da verweilend, um die 
reizvollsten Ausblicke in aller Ruhe zu genießen. Gegen 
4 Uhr landeten wir in Wendisch-Riete, wo wir bei einer 
Tasse Kaffee in gemütlicher Tafelrunde all die schönen Er 
lebnisse und Eindrücke noch einmal an unserm geistigen 
Auge vorüberziehen ließen. Um 9 Uhr kehrten wir heim — 
müde, aber von dem Bewußtsein erfüllt, einen schönen Tag 
in Gottes herrlicher Natur erlebt zu haben. Die nächste 
Wandernng, wahrscheinlich am 29. Juni, soll uns wieder 
mit einem der schönsten Teile unseres Brandenburger Landes 
bekannt machen, mit der Gegend am Wchrbellin-See. Junge 
Leute, die daran teilnehmen wollen, mögen das rechtzeitige 
Sparen nicht vergessen. 
o Die Kaiserhuldigung anläßlich der Grunewald- 
Stadion-Einweihung findet Sonntag Vormittag statt. Die 
Friedenauer Knabenkompagnie wird ebenfalls an dieser Ver 
anstaltung des Jungdentschlandbnndes teilnehmen. Eltern 
von Knaben im Alter von 10 bis 14 Jahren, die die Teil 
nahme ihrer Kinder wünschen, werden gebeten, diese zu der 
Versammlung am Sonnabend dieser Woche, 7. Juni 1013, 
nachmittags 3 Uhr, Kaiserallee 70a, zu senden. 
o Das Viofoutheater in der Rheinstraße 14 ist stets 
bemüht, ein recht interessantes Programm zusammenzu 
stellen. Von heute ab kommt das fesselnde Drama Der 
Zufall des Glücks zur Vorführung. Ergreifend schildert 
dieser Film die Lebensschicksale zweier Menschen, die vom 
Unglück verfolgt, einander verlieren, als sie sich eben vom 
Glück begünstigt glaubten, für immer vereint zu sein. 
Statistinnen des Lebens heißt ein anderes Drama in zwei 
Akten, welches ein interessantes Milieu aus dem Theater 
leben vorführt. Di^. Schluchten des Colorado in Kalifornien, 
Utah und Arizona zeigt eine prächtige Naturaufnahme. Das 
Tonbild ist recht nett und das neue Pathö Journal zeigt 
abwechslungsreich die neuesten Vorgänge aus aller Welt. 
Ulkig sind die Bilder: Finklers erste Redoute und Willi) ist 
unfaßbar. Die Hauskapclle bringt die neuen Schlager: Hat 
so ein Mädel den Mann am Fädel von Leon Jessel und 
Automarsch von Victor Holländer, beides aus der Operette 
„Der Mann mit der grünen Maske", sowie die Schlager 
aus der Operette „Der lustige Kakadu" von Heinz Lewin 
in vollendeter Weise zu Gehör. Das Theater ist gut 
ventiliert, der Aufenthalt daselbst daher sehr angenehm. 
Anfang 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. 
o Die Gänsemutter P. Wir berichteten in der 
Sonntagnnmmer, daß eine Frau in der Körnerstraße von 
ihrem eigenen Wagen überfahren und schwer verletzt wurde. 
Gestern ist die Verletzte, im Britzer Krankenhause an den 
Folgen des Unglücksfalles gestorben. Erwähnenswert ist 
wohl zu diesem bedauerlichen Ereignis, daß die Verstorbene 
jene Frau Blatte aus Lichtenberg ist, die als sogenannte 
„Gänsemutter" schon seit Jahren auf dem Steglitzer Schützen 
platz ihren Stand hatte und hier stets ein flottes Geschäft 
im Hänseauswürfeln machte. 
v Preßkohlenbrand. In dieser Nacht 2 Uhr wurde 
unsere Feuerwehr nach dem Kvhlenlagerplatz der Firma 
Ernst Blanck (Inh- Albert Nachtigall) in der Bornstraße 
gerufen, wo Preßkohlen durch Selbstentzündung in Brand 
geraten waren. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. 
Der Schaden ist gering, da nur wenige Stück Preßkohlen 
verbrannt sind. 
o In der Bahnhofsvorhalle erschossen. Gestern 
Vormittag schoß sich der Arbeiter Paul Glogau aus der 
Waldstr. 14 in Berlin am Eingänge des Bahnhofs 
„Botanischer Garten" eine Kugel in den Mund, die seinen 
sofortigen Tod zur Folge hatte. Der 20jährige junge 
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zugeben Wiclandstr. 11, I links. 
Mann hätte sich am Sonntag mit seiner Braut, die in der 
Taknstraße in Dahlem beschäftigt ist, erzürnt und versuchte 
eine Wicderversöhunng; nachdem ihm dies nicht gelungen, 
verübte er im Vestibül des Bahnhofes Selbstmord. Be 
greiflicherweise erregte dieser bedauerliche Vorfall an dieser 
belebten Berkehrsstelle allseitiges Aufsehen. Aus dem zurück 
gelassenen Briefe ist zu erkennen, daß Liebesgram die Ursache 
zn dein verzweifelten Schritte bildete. 
o Ein schwerer Unfall ereignete sich beim Ban der 
llntergrnndbahn am Bahnhof Schmargendorf. Dort wurde 
der Arbeiter Emil P. aus Berlin von einer Lore ange 
fahren, und zwar mit solcher Wucht, daß er einen schweren 
Oberschenkelbrnch erlitt. Der Verunglückte wurde sofort ver 
bunden und mittels Krankenwagens in das Krankenhaus 
Bethanien übergeführt. 
o Hihschlag. Gestern nachmittag wurde der bei einem 
Berliner Warenhause angestellte 25 Jahre alte Schaffner 
Hans Thomas aus Schöneberg im Keller des Hauses Kur- 
fürstenstr. 160 von spielenden Kindern aufgestmden. Ein 
herbeigerufener Arzt ließ den Bewußtlosen nach dem nahen 
Elisabeth-Krankenhaus bringen, wo man Hitzschlag feststellte. 
~Tereins-nachncbten 
Am Sonnabend tagen: 
Verein Südivestafrikanischcr Krieger zu Berlin. Nächste Sitzung 
am Sonnabend, dem 7. Juni, Abends 0 Uhr im Vcreinslokal 
„Viktoria-Brauerei", LUtzowstr. 111/112. 
Scköneberg 
—o Der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung 
sind die Jahresabschlüsse der Stadthauptkasse für das vom 
1. April 1912 bis zum 31. März 1913 laufende Rechnungs 
jahr zugegangen. Das Endergebnis gestaltet sich günstiger, 
als dies der Btagistrat bei der Einbringung des Etats für 
1913 ankündete. Damals nahm der Magistrat an, daß 
gegenüber dem Etat sich eine erhebliche Mehrentnahme aus 
dem Ueberschußfvnds als notwendig' ergeben und daß 
hiernach mit der völligen Ausschüttung des Uebcrschußfonds. 
günstigen Falls aber mit dem Verbleiben eines Bestandes 
von 120 000 M., zu rechnen sein würde. Nach dem nunmehr 
vorliegenden Abschluß beschränkt sich aber die außeretatsmäßige 
Entnahme aus dem Ueberschußfonds auf 18 067 03 M, ein 
Betrag, der gegenüber der Gesamtausgabe des Etats von 
18 076 338 99 M gering ist. Dabei verblieb aber noch 
beim Ueberschußfonds ein Barbestand von 272 302 94 Bl. 
der für 1913 zur vollen Verfügung steht. Der Kasscnabschlns; 
schließt mit 7 718 380 05 M. ab. Die Steuern haben 
7 029 006 36 M. gebracht, während der Schuletat eine Aus 
gabe von 2872 890 erforderte. Die Etats der außerordentlichen 
Einnahme und Ausgabe ergaben im Abschluß eine Atchr- 
ausgabe von 293,92 M. Der Abschluß über die baren 
Fonds und Anleihewerte schließt mit 28 443 218,68 Al. 
Einnahme und 32 771 023 M. Ausgabe ab, so daß eine 
Mehrausgabe von 4 327 804 M. festzustellen ist. 
— o Mit den Bebauungsplan des Südgeländes werden 
sich die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung nochmals 
beschäftigen. Der Plan hat noch einige Abänderungen er 
fahren ;Jo ist z. B. die s. Zt. vorgesehene Baufluchtlinie an 
der Straße 106, südlich der Wannseebahn, um ca. 7 Aitr. 
weiter nach Norden verschoben. Der Zweckverband, die 
Polizeipräsidenten zu Schöneberg und Berlin sowie das 
Ministerium der öffentlichen Arbeiten haben bereits die 
Pläne geprüft und ihre grundsätzliche Zustinlmung erteilt. 
Die Stadtverordneten von Schöneberg werden ain 9. Juni 
sich noch einmal mit dem Plane zu beschäftigen haben, um 
die vorgenommenen kleinen Aendererungen zu genehmigen. 
—o Auf Grund eines früheren Beschlusses der Stadt 
verordnetenversammlung beantragt der Magistrat, zur Rück 
zahlung von Gemeindceinkvmmensteuern an Veteranen der 
Feldzüge 1864, 1806 und 1870/71, die gegenwärtig in 
Berlin-Schöneberg wohnen, im Besitze des Bürgerrechts sind 
und ein steuerpflichtiges Einkommen von nicht über 1200 M. 
haben, 2000 M. ans dem Steueretat zu bewilligen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Tie neulich hier veröffentlichte Zuschrift über das widerwärtige 
Hundevieh in Nr. 23 unserer Straße war wohl allen Bewohnern 
der Schmargendorferstraße aus der Seele geschrieben, denn cs gibt 
sicher keinen, dem das bösartige Vieh nicht schon öfters durch seine 
heimtückischen llebcrfälle in abendlicher Dunkelheit Schreck und 
Aerger bereitet hat. Der Köter ist weit über die Grenzen unserer 
Straße, ja, selbst unseres Ortes berüchtigt. Ich für meine Person 
bin jedenfalls jetzt entschlossen, nötigenfalls zur Selbsthilfe zu 
schreiten und das Biest, wenn ich wieder mal von ihm belästigt 
werde, einfach über den Haufen zu schießen, denn Niemand ist ver 
pflichtet, sich solche Belästigungen gefallen zu lassen, und wenn die 
Besitzer des Hunoes so unvernünftig sind, daß sie ihm seine schlechten 
Maniereit nicht austreiben, so werde ich Friedenau, wie weiland 
der selige Teil die Schweiz, von dem Scheusal befreicit. Sch. 
Wettcraussichtem 
Sonnabend; Etwas kühler, zunächst vorherrschend wolkig 
mit etwas Regen und frischen südwestlichen Winden, später 
wieder ausklarend. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Herntann Martinius, Friedenau. 
Seltdneberger 
B. ft. n. h. H. n Söküieberf, Hauptstrau« ISS. 1 
Fernsprecher Amt YI M4L Kassenständen t—1,S—I Dhr. ] 
JUnlkamtnar,TsrmistbaroSchranks!clisr. Sparkasse 4«/ g 
.M Annahmestellen bei »DUr#r-Dr«gerla M W. «Itagestslo, Schöna- 
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Anzeiger. Rheinstr. 15.
        
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