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Periodical volume Nr. 13, 15.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Dar gleiche Verhältnis besteht auch für Wilmersdorf, 
während in Nikolassee und Grunewald bereit» jede 
7. Person Vermögenssteuer bezahlt. Im ganzen gibt e» 
tn Friedenau 8448 Zahler der ErgänzungSsteuer. 
o Ordensverleihung. Der Rote Adlerorden 
4. Klasse wurde dem Geh. exped. Sekretär und Kalkulator 
im Justizministerium Herrn RechnungSrat Gustav W unram, 
Roennebergstraße 12/ verliehen. 
o Für die Errichtung eine» Jürgeusen-Grab- 
denkmalS gingen unS weiter zu von Exzellenz 
General d. Artillerie Max Gallwitz-Charlottenburg 5 M., 
Kanzleirat X. 2 M., M. 1 M., zusammen 8 M. 
Bereit» quittiert 294.30 Mark, mithin Gesamtbetrag der 
Sammlung 302,30 M. Weitere Beträge werden an 
die Geschäftsstelle unseres Blatter, Rheinstraße 15, erbeten. 
o Auf der» Büro der Potsdamer Handels 
kammer, Sitz Berlin, Berlin 0. 2, Klosterstr. 41 liegen 
Listen über zweifelhafte Firmen in Brasilien, Bereinigte 
Staaten von Amerika, Belgien, Frankreich, Niederlande 
und Italien für Jaterrssenteir zu: Einsichtnahme aus. 
o BauerlaubutS wurde erteilt für das Grundstück 
Beckerstraße 2. Bauherr: Felix Gehre, prakt. Zahnarzt, 
ebenda. Bauausführender: Rüger u. Schmidt, Berlin, 
Culmstr. 3. (Umbau.) 
o ZwangSversteigeruugsergebniffe. Bennigsen» 
straße, dem Baumaterialien» und Kohlenhändler August 
Barsch, ebendaselbst, gehörig. Fläche 9,66 Ar. NutzungS- 
wert nicht vermerkt. Mit dem Gebot von 4000 M. bar 
und Uebernahme von 72 470 M. Hypotheken blieben die 
Kaufleute Calo Kassirer und Eduard Casstrer, beide in 
Charlottenburg, EiSlebenstr. 2, zu gleichen Rechten und 
Anteilen. Meistbietende. — Bornstr. 8, der Frau Elise 
Klämbt, geb. Rieback, Kaiserallee 99.100, gehörig. Fläche 
11,21 Ar. NutzungSwert 1440 M. Mit dem Gebot von 
5650 M. bar und Uebernahme von 54 350 M. Hypotheken 
blieb der Fabrikant Otto Böge! in Berlin, Köpenicker» 
stroße 29, Meistbietender. — Wiesbadenerstraße 78, Ecke 
Laubacherstr. 14, dem Kaufmann Georg PhilippSthal, 
Unter den Linden 54-55, gehörig. Das ZwangSoec- 
steigerungSoerfahren verfiel der Vertagung. Ein neuer 
BirtungStermin wird bekannt gegeben. 
o Die Ortsgruppe Berliu.Frledeuau des 
Deutsche» FlottenvereinS veranstaltete am Montag 
ihren ersten UnterhaltungSabend im neuen Jahre. Nach 
dem der Vorsitzende Herr Prof. Steig die Anwesenden be 
grüßt hatte, insonderheit den Ehrengast der Ortsgruppe 
5. Exz. Herrn Admiral Büchfel, ergriff Herr General 
leutnant v. Wrochem Exz., das Wort zu seinem Bortrag: 
„Sind wir zum nächsten Krieg gerüstet?" Wir sind, so 
führte der Redner in seinem temperamentvollen Bortrag 
aus, umgeben von Großmächten, die «S verstehe», mit 
Zielbewußtsein und Energie ihre Großmachtstellung zu 
vertreten und zu erweitern. England sucht in Persien scine 
weltumfassende Herrschaft noch zu vergrößern. Frankreich 
hat sich in Nordwtstafrika ein Kolonialreich von riesiger 
Ausdehnung geschaffen, Rußland arbeitet im fernen Osten 
ebenfalls an Vergrößerung seiner Macht, — nur Deutsch» 
land hat. .„immer zugesehen, wenn andere zugrissen!". 
Stürmische Heiterkeit unterbrach hier den Redner. Ja, 
während früher, — als wir noch nicht einmal eine Flotte 
besaßen, aber einen Reichskanzler, Bismarck! sogar englische 
Minister zu einer öffentlichen Abbitte wegen Verletzung 
deutscher Hoheitsrechte gezwungen wurden, i. rJ. 1885, 
haben wir 1911 tn Agadir eine schwere diplomatische 
Niederlage erlitten. Hierdurch ermutigt, lassen sich alle 
die gen. Großmächte keine Gelegenheit entgehen, Deutsch 
land zu reizen, umsomehr, als sie sich uns überlegen 
fühlen. Wir sind nicht mehr das Volk in Waffen I Wir 
machen nicht mehr alle Anstrengungen, den letzten Mann 
zur Front zu stellen. DaS Land, das dirs mit äußerster 
Energie tut, ist jetzt Frankreich. Wir sind von unseren 
westlichen Nachbarn: weit überflügelt. Während Frank 
reich 25,65 M. pro Kopf der Bevölkerung für sein Heer 
ausgibt, England 29,80 M., bewilligt Deutschland für 
diesen den Frieden einzig verbürglichen Zweck nur 18.95 M. 
Während Deutschland nur 0.83 v. H. der Bevölkerung 
unter Waffen hält und nur 7 v. H. mobil macht, hält 
Frankreich 1,40 o. H. im Frieden unter Waffen und macht 
14 v. H. mobil. DaS gleiche Zusammenraffen aller Kräfte 
finden wir in Fragen, die reine Geldfragen sind: daS 
französische Heer ist mit TrainS, Bespannungsabteilungen, 
mit radfahrendcr Infanterie, vor allem mit Offizieren und 
Anstrich von Unbildung zu geben, indem er scine eigene 
Sprache etwas nachlässig behandelte. 
„Doktor Penfold, was?" begann er und schüttelte 
dem jungen Arzt herzlich die Hand. „Doktor Graßmau 
hat mir per Telephon mitgeteilt, das; Sie sein Beschützer 
sind. Und ei» guter Schutz scheint mir, wenn Ihre Grütze 
ebensogut ist, wie Ihre Muskeln. Und im Vertrauen gesagt, 
Sie und xd), wir werden in den nächsten paar Wochen 
sowohl Grütze wie Muskeln in ausgedehntestem Maße 
brauchen. Nun, ich bin also in der Wohnung gewesen 
und habe mir die Speisekammer angesehen. Und ich 
bin zu dem Schluß gekommen, daß gar kein Einbruch statt 
gefunden hat. Es wäre ein eigentümlicher Geschmack, 
einen dicken Hausmeister von fünfundscchzig Jahren zu ent 
führen. Wenn aber wirklich jemand von draußen herein 
gekommen ist, so muß der gute Brown die Freunde der 
schönen Verführerin selbst hereingelassen haben, oder das 
Fenster ist offen gewesen." 
Julius ging es so, wie fast allen, die zum ersten Male 
mit Inspektor Black zusammenkamen. Er hielt ihn für 
einen mittelmäßigen Kopf, ganz unterhaltend aber durchaus 
nicht hervorragend. 
„Ich glaube kaum, daß Sir William Ihnen am 
Telephon xveitläufige Erklärungen geben konnte," sprach 
er, „wollen Sie mir, bitte, mitteilen, wie rvcit er Sie ein 
geweiht hat?" 
„Er sagte nur, er habe Brown gestern abend während 
des Essens in die Speisekammer geschickt, und als er nicht 
zurückgekommen sei, seien Sie nachgegangen, haben die 
verschlossene Tür eingetreten und entdeckt, daß der alte 
Diener verschwunden und das Fenster offen war. Das 
übrige sollte ich mir von Ihnen erklären lassen. Ihr Chef 
ist viel zu schlau, mn Geheimnisse am Telephon auc-zu- 
Unterosfizieren, — Frankreich hat 28 000 Offiziere, Deutsch 
land nur 25 000, — glänzend ausgerüstet. Letzterer Vorteil 
ermöglicht e» Frankreich, jährlich 72 Reserve-Jnfanterie- 
Regimenter zu formieren und einzuexerzieren. Bei un» 
üben viele Reservisten überhaupt nicht, weil eS am nötigen 
AuSbildungSperfonal fehlt. Die Aufgabe dcS WehroereinS 
sei e» nun, schloß der Vortragende, dem Volk die Augen 
zu öffnen über daS gefährliche Spiel, das wir spielen, in 
das falsche Sparsamkeit unS treibt. Und leicht sei eS, daS 
Gleichgewicht wiederherzustellen: wir brauchen nur alle 
wehrfähige Mannschaft einzuberufen, nicht 200 000 Mann 
jährlich zur Ersatzreserve abzumustern. DaS deutsche Volk 
solle daS nicht dulden. ES hieße nicht» anderes, als im 
Kriegsfall die verheirateten Wehrmänner zur Front zu 
schicken und die jungen Leute in Massen zu HauS lassen. 
Und fehle eS an Geld, alle wehrfähige Mannschaft auszu 
bilden, wie diese es verlangen könne, denn eS gäbe nicht 
nur eine Dienstpflicht, auch ein Dienstrecht, so solle man 
die zahlreichen herrenlosen Erbschaften einziehen, deren zu 
künftige Herren Don den Gerichten bis zu den Fidschi- 
Inseln gesucht würden. Stürmischer, saloenartiger Beifall 
begleitete und schloß den von einem seltenen Feuer ge 
tragenen Vortrag.' 
o Die Musikschule vo« Fra« Elisabeth 
Arenstedt, Maßmannstr. 11 (Ecke Mommsenstraßk) ver 
anstaltet« ihr 3. Schüler-Vorspiel der Unter» und Mittel 
klasse am letzten Sonntag im großen Saale der Loge in 
Steglitz. Ein überaus zahlreiches Publikum hatte sich 
hierzu elngefunden, sodaß der Saal dichtgedrängt besetzt 
war. Daraus ergibt sich, welcher großen Beliebtheit sich 
die Schule, die erst etwas über zwei Jahre besteht und 
bereits mehr als 100 Schüler ausweist, erfreut. Die Auf 
führung ist als eine überaus gut gelungene zu betrachten. 
Alle Nummern waren vorzüglich und gewissenhaft ein 
studiert. Dies zeigte sich besonder» in Nr. 12 des Pro 
gramms, wo ein Marsch von Weinberger mit dreistimmigem 
Biolinchor und vierhändtger Klavierbegleitung unter großem 
Beifall meisterhaft zu Gehör gebracht wurde. Aber auch 
jeder anderen Nuxnmer wurde lebhafter Beifall gespendet, 
der oftmals nicht enden wollte. Vor der Schlußnummer 
präsentierte sich Herr Reinhard Bergmrirr als neuer Lehrer 
deS Instituts für Mandoline und Gitarre, dir heute er 
freulicherweise wieder in Aufnahme gekommen ist. So 
durfte jeder Musikfreund hochbefriedigt von diesem Musik- 
abend heimkehren. Sicher sind dadurch dem Institute 
wieder neue Schüler gewonnen worden. m. 
o Der Friedenauer Parochialverein hat zu 
seinem nach der Hauptversammlung am Montag, dem 
20. Januar. Abends 8.20, im Resocmrealgymnasium statt 
findenden UnterhaltungSabend einen berufenen Kenner der 
architektonischen Schönheiten unserer Mark Brandenburg, 
den Königl. Reg.» und Baurat Büttner»Steglitz, als 
Redner gewonnen. Derselbe wird »Die Dorskirche tn der 
Mark Brandenburg" unter Vorführung zahlreicher Licht 
bilder behandeln. Außerdem haben Frau E. Ihlow- 
Hannover. von deren feingebildetem Sopran (Koloratur) 
mir nur Gutes hörten, sowie der jugendliche Cellist Fel'x 
Robert Mendelssohn ihre Mitwirkung zugesagt. Felix 
Mendelssohn stammt aus einer Charlottenburger Künstler- 
familie. Ec hat bereits als Solist in Berlin eigene 
Konzerte mit bestem Erfolge veranstaltet und ist von der 
Kritik trotz seiner Jugend sehr gerühmt worden. 
o „Verhaftung eines langgcsuchten Hoch 
staplers" betitelte sich am 10. d. M. ein uns zugesandter 
Artikel in unserem Blatte. Hierzu wird uns geschrieben: 
Wie sich jetzt herausgestellt, handelt eS sich garnicht um 
einen gesuchten Verbrecher, sondern um rin Liebesaben 
teuer xiner verheirateten Dame der Gesellschaft, welche 
einen Liebhaber, der ihr überdrüssig, mit Hilfe eines 
Detektivinstituts beseitigen wollte. Di« mit großer Reklame 
von der Detektei in Szene gesetzte Aktion verlief im Sande 
und die Sache wurde sofort von der Staatsanwaltschaft 
niedergelegt und Herr WormS auS der Haft entlassen. - 
o Die gestern erfolgte Verhaftung de» 
Chauffeur Sch. aus der FlenSburgerstraße in Steglitz 
erregt in unserm Nachbarort Aufsehen. Die Festnahme er 
folgte unter dem Verdacht, daß Sch. den von ihm und 
seiner Ehefrau an KindeLstatt angenommenen, von aus 
wärts stammenden 2 Jahre alten Knaben Bruno Godek 
zu Tode mißhandelt hat. DaS Kind wurde krank in daS 
Llchterfelder KreiSkrankenhauS eingeliefert und starb daselbst. 
Es verbreitete sich daS Gerücht, daß das Kind infolge der 
plaudern, das xverden Sie schon noch finden, wenn Sie 
länger mit ihm znsammengewescn sind." 
Es war nur natürlich, daß Julius, als er hörte, daß 
der Detektiv noch nichts von seinen Entdeckungen wußte, 
diese ins hellste Licht zu setzen suchte. Wie gesagt, hatte er 
keinen loben Begriff von den geistigen Fähigkeiten des 
Inspektors, aber der Mann hatte einen großen Ruf, und 
es war schon etwas wert, ihm das neueste mitteilen zu 
können. Mit einem gewissen Stolz beschrieb er daher seine 
Entdeckung des geschmolzenen Glasstabes und den Schluß, 
den er daraus gezogen hatte, daß der Stab nämlich dazu 
gedient habe, eine vorher angebohrte Flasche xviedcr zu 
schließen. Selbstverständlich verschwieg er nicht, daß er 
durch seine Analyse herausgefunden hakte, daß die Flasche, 
die er als verdächtig beiseite gestellt, wirklich ein tödliches 
Gift enthalten habe. 
Das freundliche Lächeln auf dem Gesicht des Be 
amten war während Julius' Worten einem ernsteren 
Ausdruck gewichen. 
„Haben Sie den Elasstab?" fragte er am Schluß. 
Julius reichte ihn ihm, und Black steckte ihn, nach 
einem kurzen Blick darauf, in «ine seiner geräumigen 
Taschen. 
„Sehr gut für einen Laien, Doktor," bemerkte er aner 
kennend. „Sie haben da ein sehr hübsches Stückchen 
Arbeit geleistet, das uns deutlich zeigt, was in der Speise 
kammer vorgegangen ist. Aber es klärt uns nicht darüber 
auf, was aus Brown geworden sein mag. Ich kann es 
mir so erklären, daß diejenigen, die zum Fenster hereinge 
kommen sind, gerade dabei waren, den Wein zu vergiften, 
als der Alte sie überraschte. Entschlossen, mit ihrer Arbeit 
fertig zu werden, überwältigten sie Brown und schleppten 
ihn nachher mit fort." (tzorljctznng folgt.) 
von seinem Adoptivvater erhaltenen Mißhandlungen ge« 
storben sei. ES wurde sogar Anzeige bet der Polizei er 
stattet, dte nach einer eingehenden Vernehmung uon 
Zeugen zur vorläufigen Festnahme deS Sch. führte. Die 
eingeleitete Untersuchung wird alsbald ergeben, ob die Be 
schuldigungen, die der Verhaftete entschieden bestreitet, auf 
recht erhalten werden können oder nicht. Bet der Ob 
duktion der kleinen Leiche sind äußere Verletzungen nicht 
festgestellt. Die Todesursache wird noch genau ermittelt 
werden und eS dürfte sich bald herausstellen, ob die Br- 
fchuldigungen auf Wahrheit beruhen, oder ob sie lediglich 
— wie so oft — auf nachbarlichen Klatsch zurückzu- 
führen sind. 
o Einbrecher i« Laubeugelände in der Hainauer- 
straße am Bahnwall zwischen den WilmerSdorfer und 
Schmargendorfer Bahnhöfen haben unglaublich gehaust. In 
der Laube des Herrn Oehlert haben die Einbrecher am 
Mittwoch bei dem starken Nebel 20 Hühner und viele 
Kaninchen gleich in der Laube getötet und einen alten 
Kinderwagen, welcher dem Oehlert gehörte, zum Transport 
der gelöleteten Tiere benützt. Auch in der Laube deS Herrn 
Konsulatssekretär W. Haupt sind die Strolche eingebrochen, 
indem sie 3 Türen aufgebrochen hatten. Sie hatten alle 
Sachen untereinander geworfen, aber, da Herr Haupt alles 
wertvollere nach Hause gebracht hatte, nicht- mitnrhmenS» 
werteS gefunden. Ein der Tat verdächtige» Jndiotdium 
ist bereit» verhaftet worden, e» muß sich nun erweisen, ob 
der Verdacht begründet, ist. 
o Räuberischer Ueberfall. Als sich gestern Abend 
9 Uhr da» Dienstmädchen Anna Prodowtkt, das bei dem 
Rentier Julius Bentheim in Stellung ist, in der Wohnung 
allein befand, erschien ein junger Mann, der dem Mädchen 
einen Liebesbriefsteller zum Kauf anbot. Die P. bat den 
Hausierer, einen Augenblick zu warten, da sie daS Geld 
auS ihrer Stube holen wolle. Als daS Mädchen die 
Küche verlassen hatte, schlich der Händler ihr nach und 
wartete in einem Winkel deS Korridors versteckt auf ihre 
Rückkehr. In dem Augenblick, als die P. mit dem Porte 
monnaie in der Hand dte Küche betreten wollte, versetzte 
ihr der Unbekannte mit einem stumpfen Instrument zwei 
wuchtige Schläge über den Kopf, daß da» Mädchen be 
sinnungslos zusammenbrach. Der angebliche Händler ent 
riß darauf die P. die Geldtasche, in der sich etwa 50 M. 
befanden und ergriff damit die Flucht. DaS Mädchen, 
daS zwei nicht unbeträchtliche Verletzungen am Hinterkopfe 
erlitten hat, wurde nach dem Schöneberger Krankenhaus 
gebracht. 
o Polizeibericht. Als gesunden sind hier angemeldet 
worden: 1 kleine Tasche. Der rechtmäßige Eigentümer 
wird aufgefordert, seinen Anspruch binnen drei Monaten 
im hiesigen AmtSbllro, Haudjerystraße 91/92, Zimmer 
Nr. 22, /geltend zu machen, da sonst anderweitig über 
den Fundgrgenstand verfügt werden wird. 
Serelns-Aachritylerr. 
Am Donnerstag lagen: 
»Friedenauer MLnncr-Gefangverem 1675', llcbungSstunden 9—11 
im Restaurant »Hohenzollern'. Dirigent: Musikdirektor Paul Antoui. 
Kegelklub »Friedenau 1909' (Mitglied des Berdcmdes, Berliner 
Kegelklubs E. V.) kegelt jeden Donnerstag von 8'/, Uhr Abends bis 
12 Uhr Nachts auf ,wei Verband-bahnen im Keglerheim »Lahn- 
fchlötzchen', Inh. C. Müller, am Wannfcebahnhof Friedenau. 
— o DaS städttfche Hypothekenamt in Schöneberg. 
Der Magistrat hat beschlossen zur Hebung deS RealkreditS 
der Stadtverordnetenversammlung die Gründung eines 
„Hypotheken-BankoereinS" zu empfehlen. Die Statuten 
werden von den Stadtverordneten bereits in der am 
nächsten Montag statlfindenden Versammlung beraten 
werden. Der Verein soll zweite Hypotheken erwerben, die 
bis zur Höhe von 80 Prozent gewährt werden sollen. 
Man hofft genügend kapitalkräftige Eigentümer zu finden, 
die dar Unternehmen finanzieren sollen. ES wird beab 
sichtigt, Pfandbriefe auszugeben, die von der Stadtgemeinde 
garnntiert werden. Die Regierung hat bereits ihre Ge 
nehmigung dazu erteilt, aber bestimmt, daß nur Amorti 
sationshypotheken gewährt werden dürfen. Die letzt- 
genannte Beschränkung schließt — so wird unS von gut 
unterrichteter Seite geschrieben — ein gut Teil der Hypo- 
thekenbedürstigen auS. Sehr viele Eigentümer haben Rot, 
ihre Hypothekenzinsen bezahlen zu können; denen ist e» 
ganz unmöglich, auch noch die AmortifattonSquote zu er- 
übrigen. Ferner sind olle diejenigen Besitzer von Häusern 
deren (meist größere) Objekte schon mit mehr als 80 Proz. 
beliehen sind, von der angestrebten Wohltat ausgeschlossen. 
Diese werden nach wie vor auf Privatgeld angewiesen 
bleiben. Nach welcher Taxe übrigens die 80 Proz. fest 
gestellt werden sollen, darüber verlautet noch nicht». 
Handelt eS sich hierbei um die katasteramtliche Festsetzung, 
dann ist für viele Eigentümer die Sache schon — Efstg. 
—o Der Bericht des Arbeitsamtes über die Ergebnisse 
seiner Vermittlung bringt für den Monat Dezember 
wieder einen wetteren Rückgang in den BermililungS- 
zahlen, und zwar sowohl in der Abteilung für männliche 
als auch in der für weibliche Personen. Dieser Rückgang 
erklärt sich auS ganz natürlichen Ursachen und wiederholt 
sich in jedem Jahr, da im Monat Dezember regelmäßig 
die Zahl der endgültig vermittelten Personen zurückzu 
gehen pflegt. Hiervon machen allerdings die gelernten 
Arbeiter und Dienstmädchen, also die besseren Kräfte, eine 
Ausnahme. Die gelernten Arbeiter .(Handwerker) sind 
von 15 Stellen im gleichen Monat deS Vorjahre» auf 84 
Stellen und die Dienstmädchen von 80 Stellen im gleichen 
Monat des Vorjahre» auf 129 Stellen hinaufgegangen. 
Andererfeils ist daS Angebot von männlichen und weib 
lichen Kräften zur Zeit außerordentlich stark. Es sind 
auf dem ArbettSonrle derart gute und zuverlässige Arbeiter 
und Arbeiterinnen, Handwerker, Dienstmädchen, Wasch- 
und Reinmachfrauen usw. in so großer Zahl notiert, daß 
eS nur allen Arbeitgebern angeratci) werden kann, sich bet 
Bedarf von Arbeitkkiäften irgend welcher Art an das 
Berlin-Schönebrrgec Arbeitsamt, Grunewaldstraße 19, Ecke 
Echwäbifchestraße 13/14, zu wenden. Da» ArbrtlSamt
        
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