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Periodical volume Nr. 130, 05.06.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Mmm Lakal-Anikiacr. 
(Kriedrnanev 
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Jeelen wittvockr 
Mrzblatr „Seifenblasen". 
sernlprecker? )Init ps»lkbvrg 212S. lägllH ܧkN!)S. 
Zeitung.) 
Organ für den Kriedenaner Ortstell von ZDneberg und 
Lerirksperein Züdwest. 
K e i l a g e n Anzeigen 
Jecken Sonntag! 
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Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
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Kr. 130. 
Mrlin-Ariedenau, Donnerstag, den 5. Zuni 1913. 
20. Iaßrg. 
vepescken 
Letzte Nachrichten 
Berlin. In der Vorhalle des Konzertsaales der 
Königlichen Hochschule für Musik fand heute Mittag die 
feierliche Enthüllung des Joseph-Joachiin-Dcnkmals statt. 
Als Vertreter des Kaisers war Prinz August Wilhelm 
zugegen. 
Halle a. S. Zum Nachfolger des verstorbenen Geheiin- 
rats Fritz v. Bramann an der Universität Halle ivnrde 
Professor Ferdinand Sauerbruch, Direktor der chirurgischen 
Klinik der Universität Zürich, berufen. 
Paris. Infolge der letzten Explosion in der staatlichen 
Pulverfabrik in Angoulöme, bei der verschiedene Arbeiter 
schwere Verletzungen erlitten, haben die Arbeiter der Fabrik 
nunmehr die Arbeit niedergelegt. Die Regierung kann 
keine neuen Arbeiter anstreiben, die bereit wären, die Stellen 
der Streikenden einzunehmen. Die letzte Explosion war 
die 38. seit Februar. 
London. Der Sekretär eines Londoner Hospitals 
fand in seinem Bureau ein geheimnisvolles Paket in braunem 
Packpapier. Da man in London durch die Untaten der 
Suffragettcs etwas nervös geworden ist, vermutete man in 
dem Paket natürlich eine Bombe. Unter den erdenklichsten 
Vorsichtsmaßregeln wurde das Paket geöffnet. Man fand 
darin 200 000 Mark. Ein Menschenfreund, der nicht genannt 
sein wollte, hatte diese Summe dem Hospital zum Geschenk 
gemacht. 
lokales 
(Nachdruck unserer o-Or!ginalartikel nur mit Quelleuaugnbc gestattet.) 
o Der Dank des Gemeindevorstehers. In einer 
amtlichen Bekanntmachung in dieser Nummer sagt der Ge 
meindevorsteher allen Herren, die durch ihre aufopfernde 
und wertvolle Mitarbeit wesentlich zu einer leichten und 
glatten Abwicklung des schwierigen und umfangreichen 
Wahloerfahrens gelegentlich der Landtagsmahl beigetragen 
haben, seinen verbindlichsten Dank. 
o Die Sperrung der Niedstraße von der Rhein- bis 
zur Lauterstraße ist wieder aufgehoben. 
o Der neue Lehrplan für die GemeinDeschulen. 
Der in diesen Tagen den Gemeindeverwaltungen zur 
Aeußerung zugestellte Gruudlehrplan unserer Volksschulen 
bestimmt — wie die Preuß. Lchrerztg. mitteilt —, daß acht 
aufsteigende Klassen einzurichten sind, doch ist in der Klasse, 
die das siebente Schuljahr umfaßt, ein gewisser Abschluß 
vorzusehen, im Interesse der Kinder, die bereits in dieser 
(vorletzten) Klasse eingesegnet werden. Auch sollen besondere 
Abschlußklassen eingerichtet werden dürfen für Kinder, die 
schon aus der Klasse des sechsten Schuljahres entlassen 
werden. In der Klasse des achten Schuljahres ist der 
Lehrstoff so zu ordnen, daß auch bei halbjährigem Schüler- 
wechsel Abteilungsunterricht vermieden wird. Die Gemeinden 
haben das Recht, die Klassen von 8—1 oder von 7—1 und 
la zu zählen. Die Klassen der ersten drei Schuljahre 
gelten als Unterstufe, die des vierten und fünften als 
Mittelstufe und die des sechsten bis achten als Oberstufe. 
— Nur in Ausnahmefällen soll ein Kind länger als ein 
Jahr in einer Klasse bleiben. Die Reife für die Versetzung 
stellen der Rektor und die in der Klasse unterrichtenden 
Lehrer fest; die Lehrer der nächsthöheren Klasse haben also 
darauf keinen Einfluß. Die Rektoren können dem Unterricht 
beliebig oft beiwohnen und schriftliche Arbeiten anfertigen 
lassen, dürfen aber keine Versctzungsprüfungen mit besonderen 
schriftlichen Klassenarbeiten vornehmen. — Neben den bis 
herigen Unterrichtsfächern wird den Gemeinden empfohlen, 
den Unterricht in der Hauswirtschaft und dem Knaben 
handwerk verbindlich oder wahlfrei einzurichten. — Für- 
Kinder, die in höhere Schulen übergehen wollen, wird die 
Einrichtung eines vorbereitenden Unterrichts empfohlen, da 
der Klassemmterricht darauf nicht Rücksicht nehmen darf. 
o Die Beamten unserer Gemeinde. Der Gesamt 
personalbestand war außer dem Gemeindevorsteher am 
Ende des Berichtsjahres folgender: Angestellte Beamte: Bau- 
rat 1, Bürodirektor, Rendant 2, Obcrsekretäre, Sekretäre usw. 
14, Assistenten 34, Techniker 3. Nicht angestellte Beamte: 
Juristischer Hilfsarbeiter 1, Standesbeamter 1', Bürohilfs 
arbeiter 39, Supernumerare 7, Maschinenschreiberinnen 4, 
Volontäre 5, Techniker 5. Untcrbeamte: Bvtenmeister, 
Wachtmeister, Vollziehuugsbeamte, Straßenmeister 9, Polizei- 
sergeanten 23, Schuldiener 2. Andere, nicht angestellte Be 
dienstete: Schuldiener und Heizer im Arbeitsverhältnis 8, 
Voten 7, Leiter der Sanitätsmache 1, Totengräber 1; ins 
gesamt beschäftigt unsere Gemeinde also 167 Beamte. 
o Geheimrat Dr. Otto Sarrazin, unser hochverehrter 
Mitbürger, der verdienstvolle langjährige Leiter des „Zentral 
blatts der Bauverwaltung" und vortragende Rat im 
Ministerium der öffentlichen Arbeiten, hat die nachgesuchte 
Entlassung aus dem Staatsdienste unter Verleihung des 
Charakters als Wirklicher Geh. Oberbaurat erhalten. 
Geheimrat Sarrazin, der am 22. Dezember 1842 in Bocholt 
in Westfalen geboren ist, hat sich um die Förderung der 
technischen Wissenschaften große Verdienste erworben; sowohl 
in seiner hauptamtlichen Tätigkeit als auch in der als Leiter 
der bautcchnischen Zeitschriften des Ministeriums der öffent 
lichen Arbeiten hat er es sich stets angelegen sein lassen, in 
diesem Sinne zu wirken. Mitte der 60er Jahre trat er 
als Regiernngsbanführer in den Staatsdienst und fand 
Verwendung bei dem Bau der Berliner Ringbahn. Beim 
Ausbruch des Feldzuges wurde er der Eisenbahntruppe zu 
geteilt, in der er den ganzen Krieg mitmachte. Er wurde 
mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Nach 
Beendigung des Krieges war er als Negierungsbaumcistcr 
beim Bau der Moselbahn in Koblenz tätig, wo er bis 1881 
blieb; in diesem Jahre berief ihn Minister v. Maybach bei 
Begründung des „Zentralblatts der Bauverwaltung" nach 
Berlin. 1890 wurde er ständiger Hilfsarbeiter im 
Ministerium der öffentlichen Arbeiten und 1896 vortragender 
Rat. Die Leitung der Zeitschriften lag ihm daneben auch 
weiterhin ob. Seine Verdienste um die bautcchnischen 
Wissenschaften haben in weitesten Kreisen Anerkennung und 
Würdigung gefunden. Im Jahre 1905 wurde ihm der 
Dr. Ing. ehrenhalber von der Technischen Hochschule Berlin 
verliehen. Weit über die Kreise seiner Fachgenossen hinaus 
ist Geheimrat Sarrazin durch seine Bestrebungen um die 
Reinigung der deutschen Sprache von Fremdwörtern bekannt. 
Als Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins 
hat er ebenso wie durch seine Schriften, von denen sein 
.Verdeutschungs-Wörterbuch", die „Plaudereien über die 
Vinde-s" und das „Wörterbuch für eine deutsche Einheits 
schreibung" hervorgehoben seien, für die deutsche Sprach 
reinigung viel geleistet. Für seine Studien auf dem 
Gebiete der Sprachwissenschaften wurde er zum Ehrendoktor 
der philosophischen Fakultät der Universität Gießen ernannt. 
Wir gratulieren Herrn Geheimrat Sarrazin zu seiner neuen 
Auszeichnung und geben dem Wunsche und der Hoffnung 
Ausdruck, daß er die verdiente Ruhe noch viele Jahre 
genießen möge. 
o Die „Friedhofsbahtt" Wannsee-Stahnsdorf wird am 
8. d. Mts. für den Personen-, Gepäck- und Expreßgut-, 
Leichen- und Güterverkehr eröffnet. Vcrgl. die amtliche Be 
kanntmachung in dieser Nummer. 
o Die neuen Pcrsonenschiffe der Kreisschiffahrt. 
Die Presse Großbcrlins war gestern von der Teltower 
Krcisschiffahrt zu einer Besichtigungsfahrt auf einem ihrer 
beiden neuen Personenschiffe eingeladen. Rund 200 
Personen (Damen und Herren) fanden sich um Vrl2 Uhr Vor 
mittags an der Anlagestelle Bahnhof Ncubabclsberg ein, 
wo die „Tempelhof", mit Wimpeln geschmückt, zur Auf 
nahme der Gäste bercitlag. Die Fahrt begann bei dem 
herrlichsten Sommermettcr um 1 / 2 112 Uhr und führte durch 
den Griebnitzsee, an Babelsbcrg vorüber, in die Havel, 
vorbei an Sakrow, Moorlake, Nikolskoe, Pfaueninscl, durch 
den großen und kleinen Wannsee in den Teltowkanal zur 
Machnowcr Schleuse. Hier bot die Kreisschiffahrt den 
Gästen ein reichliches warmes Frühstück dar, nachdem sie 
sie vorher schon auf dem Dampfer mit Sherry, Vier, alkohol 
freien Getränken und belegten Brötchen bewirtet hatte. Zu Be 
ginn des Essens begrüßte Herr Regicrungsbauineistcr 
Landsberg, der während der Fahrt der liebenswürdige Er 
klärer war, namens der Krcisschiffahrt und der Teltower 
Krcisvcrwaltung die Gäste. Er entschuldigte den Herrn 
Landrat und den Direktor der Krcisschiffahrt, die leider ver 
hindert wären, an der Fahrt teilzunehmen. Er betonte, 
daß diesmal auch die Damen eingeladen wurden, damit 
auch sie sich von den Vorzügen des neuen Schiffstyps über 
zeugen könnten. Er bat um wohlwollende Beurteilung des 
neuen Schisses und leerte sein Glas ans die Großberlincr 
Presse. Die Rede wurde erwidert von Herrn Redakteur 
Adami-Fricdenan, der die Kollegen bat, die Gläser zu 
leeren auf die Krcisschiffahrt und auf die Damen. Von 
anderer Seite wurde noch auf Herrn Regicrungsbaumeister 
Lnndsberg ein Hurra ausgebracht. An Hand van Plänen 
erläuterte dann Herr Regierungsbaumeistcr Landsberg den 
neuen Schiffstyp und die Versuche, die zur Auswahl gerade 
dieses Schisses geführt haben. Mit lebhaftem Beifall wurde 
der lehrreiche Vortrag aufgenommen. Nachdem gab Herr 
Landsberg im Schleusenhos an einem Modell über 
die Schleusenanlage Erklärungen, die er noch im 
Schleusengebände an den Apparaten erweiterte. Auch 
hierfür wurde ihm bestens gedankt. Dann ging es 
wieder zu Schiss, wo inzwischen auf dem Oberdeck 
(Xjtofer der Last der (Krone. 
Roman von R. M. White. 
4, (Nachdruck verboten.) 
»Ich schwöre Ihnen bei allein, was mir heilig ist, 
daß Sie Ihre Dienste einer guten und gerechten Sache 
weihen. Was Sie für mich tun, tun Sie zugleich für die Ehre 
eines alten edlen Hauses und für einen Mann, dem ich 
gewiß meine Liebe nicht geschenkt hätte, wenn ich nicht von 
seiner lauteren Rechtschaffenheit überzeugt wäre. — Und Sie 
werden keine Veranlassung haben, Ihren hochherzigen Ent 
schluß zu bereuen. Nie mehr sollen Sie zu dem unwür 
digen Beruf zurückkehren müssen, iu den die Not des 
Lebens Sie gezivungen hat. — Aber folgen Sie mir jetzt! 
Es gibt manches, das ich Ihnen in aller Eile zeigen muß, 
wenn Sie hinlänglich aus Ihre Rolle vorbereitet sein sollen." 
Gehorsani folgte ihr Jessie über den Korridor. in einer 
gewissen Entfernung und ganz in der bescheidenen Haltung 
eines kleinen Geschästsmädchens, das sich des großen Unter 
schiedes der sozialen Stellung demütig bewußt ist. Sie ge 
laugten zu einer großen Doppeltür und von da über eine 
Trcppcnflncht in den Garten. Im Flüsterton gab ihr Vera 
Galloway unterlvegs Auskunft darüber, daß Lord Mcrehavcn 
in seiner Eigenschaft als Staatssekretär des Aeußern dem 
diplomatischen Korps heute ein Tiner gegeben habe, dein 
nun ein großer Empfang folgen solle. 
Die großen Fenster an der Rncklcite des Speisesaalcs 
öffneten sich nach dem Garten, der gegenwärtig ganz still 
und verlassen dalag. Jessie überblickte eine große, mit 
Blumen und kostbarem Silbergerät geschmückte Tafel, an 
zahlreiche Herren in goldstrotzenden Uniformen oder in 
ordengeschmückten Gescllschaflsanziigcn saßen. In fliegender 
Hast nannte ihr Vera jeden einzelnen Namen. Und es er 
schien Jessie wie ein toller Märchcntram», daß sie sich binnen 
kurzem in der Gesellschaft dieser hochgeborenen, glänzenden 
Persönlichkeiten bewegen sollte, sie, die noch vor wenig Stun 
den eine kleine Modistin, eine untergeordnete Gehilfin der 
Madame Malmaison in Bond-Street gcivcsen war. 
„Jetzt müssen wir durch das Haus zurückgehen," sagte 
Vera. „Ich höre, daß bereits die ersten Gäste kommen, 
uiid ich muß Ihnen vor allem meine Tante zeigen." 
Sie führte Jessie zu einer halb geöffneten Tür, durch 
deren Spalt las junge Mädchen Einblick in die große, glän 
zend erleuchtete Empfangshalle gewann. Eine Anzahl prächtig 
gekleideter, jnwelcngcschniücktcr Damen war hier bereits ver 
sammelt. Die Erscheinung aber, die Jcssics Ansmcrlsamkeit 
mehr als alle anderen fesselte, war die der schönen stolzen 
Dame, die sic vorhin droben ans dem Gange gesehen halte, 
als sie den kranken Mann führte. Und Vera, die der Richtung 
ihrer Blicke gefolgt war, sagte leise: 
„Die Königin von Astoria! — Sie hat vorhin allein 
mit nieiner Tante in deren Privatgcmächern diniert. — 
Sie haben sie schon früher gesehen?" 
„Ja, vor einer halben Stunde. — Es war, als ich mich 
oben in Ihrem Ankleidezimmer befand. — Irgend jemand 
flüsterte mir zu, das Licht auszulöschen. Aber die Tür war 
unverschlossen, und ich sah diese schöne Dame draußen auf 
dem Gange vorübergehen." 
„Ja — ich weiß! — Tenn ich war es, die jene Auf 
forderung an Sie richtete. Man durste Sie nicht in dem 
Zimmer sehen." 
„Und der kranke Herr? — Es rvar mir, als müßte ich 
sein Gesicht bereits irgendwo gesehen haben — ans einem 
Bilde vielleicht."., 
„Das ist sehr wohl möglich. — Kommen Sie ganz 
nahe zu mir, damit niemand uns hört. — Jener Manu 
ivar der König von Astoria. Sic glauben, daß er krank ge 
wesen sei. Aber dem ist nicht so. — Lassen Sie sich das Eine 
gesagt sein: Tie Königin von Astoria ist die beste aller 
Frauen. Cie ist hochherzig und gütig und ganz erfüllt von der 
innigsten Liebe für ihr Land. Ter König aber ist einer der 
größten Schurken unter der Sonne. In einem gewissen Sinne 
ist es seinetwegen, daß Sie an diesem Abend hier sind. Bei 
dieser ganzen schrecklichen Verwicklung handelt es sich um 
einen Thron. Und der gekrönte Wüstling, den Sie gesehen, 
hat alles verschuldet. Fragen Sie mich nichts weiter, denn 
ich wäre nicht berechtigt. Ihnen Geheimnisse preiszugeben, die 
nicht allein die weinigen sind." 
Alles dies hatte Vera in hastigem Flüsterton gesprochen. 
Jessie fühlte sich immer mehr verwirrt und beängstigt, aber 
sie dachte nicht daran, das einmal gegebene Versprechen 
zurückzunehmen. Und während sie sich die Szene auf dem 
Gange in die Erinnerung zurückrief, kam ihr zum ersten Mal 
ein leiser Zweifel an der unbedingten Wahrheitsliebe ihrer 
neuen Bekannten. Jener König mochte vielleicht ein Schurke 
sein, aber cs war gewiß kein Zweifel, daß er krank, tolkrank 
gewesen sei. 
„Kehren Sie jetzt in das Ankleidezimmer zurück," fuhr 
Vera fort. „Ich folge Ihnen sogleich, nachdem ich meiner 
Zofe gesagt haben werde, daß ich ihrer Hilfe für den heu 
tigen Tag nicht mehr bedarf." 
In der Tat kehrte sie schon nach Verlauf weniger 
Minuten zu der wartenden Jessie zurück und forderte sie ans, 
ihr Kleid abzulegen, während sie selber hastig das gleiche 
rat. Binnen kürzester Zeit war die Verwandlung vollzogen, 
denn die Nichte des Lords verschmähte es nicht, der armen 
Modistin alle Tienste einer Kämmerinngfcr zu leisten. Tje
        
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