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Periodical volume Nr. 12, 14.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

von 2000 M.: Gartenarchitekt Harry Maaß in Lübeck. 
Zweiter Preis von 1000 M.: Gartenarchitekt Körner, 
Inhaber der Firma Körner & Brodersen in Berlin-Steglitz 
in Gemeinschaft mit Architekt C. Wendel in Berlin. 
Dritter Preis von 600 M.: Gartenarchitekt I. Kumpan 
von der Firma I. Ochs, Gartenbau, Hamburg. Außerdem 
wurde ein Entwurf, deffen gemeinsame Verfasser der 
Gartenarchitekt Hermann Foeth und die Architekten Peter 
Recht und Paul Bachmann, alle Köln, sind, für 300 M. 
angekauft. 
o DaS Verlöschen der elektrischen Straßen» 
beleuchtung gehört fetzt schon zu den Friedenauer Eigen 
tümlichkeiten. Unser x -Mitarbeiter schreibt unS: „Gestern 
Abend lag wieder ein Teil der Kirchstraße im Dunkeln, 
war umsomehr ausfiel, weil die Rheinstraße und die Kaiser- 
eiche mit der splenditen Lichtreklame de» Casö Woerz im 
hellsten Lichte erstrahlten. Wir haben nicht gehört, daß 
wieder «in Wasserrohr geplatzt ist, aber die Geduld der 
langmütigen Steuerzahler dürfte wohl bald reißen, wenn 
sie de» öfteren im Dunkeln toppen müssen. Entweder 
taugenj die Beleuchtungskörper nichts, oder sie werden nicht 
sorgsSltig genug beim Kohlenstifteinsetzen usw. behandelt. 
GibtS hier nicht — wie anderwärts—feine BeleuchtungS- 
kommisston oder dergleichen? Sie sollte dem Elektrizitäts 
werk mal etwa» unsanft auf die Kabelaugen treten, damit 
sie der Abends besser nach den Versagern Umschau halten. 
Hier scheint er zu heißen: Wenn't brennt, ist'S jut! Wenn't 
nich brennt, ist et ooch jut, eenS kann't doch blos, brennen 
oder nichl' 
o Für die Errichtung eines Jürgeufen-Grab« 
denkmalS gingen uns weiter zu von Herrn Geheimer 
Bergrat PolenSki-Berlin 20 M. Bereit« quittiert 274,30 
Mark, mithin Gesamtbetrag der Sammlung 294,30 M. 
Weiter« Beträge werden an die Geschäftsstelle unseres 
Blatter, Rheinstraße 15, erbeten. 
o Der NeichSkommerS der alten Burschen» 
schafter, der tzestern im studentisch geschmückten Marmor 
saale beS Zoologischen Gartens abgehalten wurde, ge 
staltete sich zu einer glänzenden Festveranstaltung, die über 
1400 alte und junge Burschen mit einem reichen Damen 
flor zu einem farbenprächtigen Bilde vereinigte. AIS 
Justizrat Wagner den Kommers eröffnete war der schöne 
Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Von Paria- 
- mentariern bemerkten wir die Abgg. Justizrat Götting, 
Dr. Hugo Nötiger, Geheimrat Beck, Landgerichtspräsident 
MathiS, Landrat Quarck/Oberbürgermeister Struckmann» 
ferner die Landgrrichtsdirektoren Lieber, Schreck und 
Lirbenow, dem Generaldirektor Dr. Wuffow, den Prof. 
Dr. Schiff, den SanitätSrat Dr. Wulften u. a. m. Nach 
dem feierlichen Einzuge der Chargierten und Fahnenträger 
brachte Justizrat Wagner dar Kaisrrhoch aus, dem sich ein 
urkräftiger Salamander auf den Landerherrn anschloß. 
Darauf ergriff ReichstagSabg. Götting da« Wort zur Fest 
rede. In fesselnder Weise schilderte er die große Zeit der 
Freiheitskriege, in der die Deutsche Burschenschaft geboren 
ward, die Sturm- und Drangpertode von 1848 und die 
endliche Einigung der Deutschen Stämme unter Kaiser 
Wilhelm dem Großen. Selbst Fürst BlSmarck habe die 
Verdienste der Burschaften um die Einigung drS Deutschen 
Vaterlandes anerkannt, und dar Wort des Kaisers, am 
Deutschen Wesen solle die Welt noch einmal genesen, gelte 
auch den Burschenschaften, denen deutsche Eigenart ein un 
antastbares Heiligtum, die Erziehung der Deutschen Jugend 
zu Persönlichkeiten der Hauptzweck sei. Wie bisher werde 
die Burschenschaft auch in ernster Zeit mit ihrem dreifachen 
Ideal, „Ehre, Freiheit, Vaterland' auf dem Posten sein 
und in diesem Sinne sei ihr ein ferneres Wachsen, Blühen 
und Gedeihen zu wünschen. Die jubelnden Hochrufe lösten 
die markigen Klänge der Liedes „Schwört'- bei dieser 
blanken Wehre" ab und nach der Pause begann daS 
Semester-Reiben, bei dem manch kerniger Trinkspruch 
„stieg". AIS .bemooste Häupter" meldeten sich u. a. 
Geh. Justizrat Settegast, bekannt aus dem Konitzer Mord- 
prozeffe, Landgerichtspräsident MathiS, Geheimrat Schulz, 
Ingenieur Dr. Zerena, Direktor Wenzel; die ältesten 
Semester vertraten Oberbürgermeister Struckmann (114) 
und Oberstaatsanwalt Wagner (110). Der Glanzpunkt 
deS Kommerses, der „LandeSoater/ war gegen Mitter 
nacht beendet, sodaß auch die FidelitaS noch auf ihre 
Kosten kam. 
o Der Berliner Kommers alter Korps» 
Studenten findet am Sonnabend, dem 15. Februar, 
herausgebracht, weil ich glaubte, sie würden heute abend 
nicht gebraucht." 
„Schon gut," bemerkte Sir William mit einem freund 
lichen Blick. „Nur beeilen Sie sich ein bißchen, Brown. 
Ich habe heute eine sehr lange Rede halten müssen, und 
hje Geschworenen waren außergewöhnlich beschränkt. Das 
hat mir Durst gemacht, den ich mit Wein nicht löschen 
kann." 
Der Hausmeister überließ das weitere Servieren dem 
zweiten Diener und ging. Der Staatsanwalt, der durch 
den Zwischenfall in einer Beschreibung seines Landsitzes 
unterbrochen worden war, die er Julius Penfold gemacht 
hatte, sprach weiter. Er beschrieb dem jungen Arzt die 
Vorzüge des ländlichen Besitzes, nach dem in wenigen 
Tagen übergesiedelt werden sollte. Der Staatsanwalt war 
ein brillanter Erzähler und wußte stets alle seine Zuhörer 
zu fesseln, dadurch, daß er sich immer von Zeit zu Zeit an 
einen von ihnen persönlich wandte. 
Fräulein Bilcon, erklärte er, interessiere sich bedeutend 
mehr für den dortigen Tennisklub als für Kirchen- und 
Schulangelegenheiten, der arme Trenkley aber sei dort gar 
nicht in seinem Fahrwasser, denn er habe weder Interesse 
für Sport, noch für die kleinstädtischen Verhältnisse. 
Trenkley fand es angebracht, sich sehr wortreich zu ver 
teidigen, und als er endlich schwieg, fiel dem Staatsanwalt 
ein, was so viele bedeutende Männer zu vergessen pflegen, 
daß auch er menschlich sei. Er erinnerte sich nämlich seines 
Durstes. 
„Brown bleibt ja merkwürdig lange mit dem Kognak." 
bemerkte er, „Friedrich, gehen Sie doch einmal hinunter 
und treiben Sie ihn ein bißchen an." 
Es dauerte keine Minute, da kam der Diener zurück. 
Er war leichenblaß und zitterte am ganzen Körper. 
8 Uhr, in den Ausstellungshallen am Zoolog. Garten 
statt. Zu einer Vorbesprechung iin .Alten ASkanier' 
(Snhaltstraße 14) ladet daS Komitee die KorpSoertretungen 
auf Freitag, den 24. d. M., Nachm. 6 Uhr. 
o Zur Landtagsersatzwahl. Da« Wahlbüro der 
Fortschrittlichen Volkspartei für die Ersatzwahl in Teltow- 
Beeskow » Storkow - Wilmersdorf befindet sich: Berlin- 
Wilmersdorf, Sächsischestraße 38. Porral 1, 2 Treppen. 
Fernsprecher: Amt Pfalzburg 3599. Sämtliche Zuschriften 
sind dorthin zu richten. Alle Geldsendungen für den 
Wahlfonds zu Gunsten des Fortschrittlichen Kandidaten 
Gottfried Traub nimmt Herr Bankier Sigmund Benda, 
Berlin W 50, Pafsauerstr. 27/28, entgegen. 
o Der Friedenauer Händler»Verein der 
Nahrungömitclbranche hielt seine zahlreich besuchte 
Generalversammlung am 8. Januar im Kaiser-Wilhelm- 
Garten ab. Der Vorsitzende Kollege Habermann stellte 
fest, daß die Einladungen alle pünktlich erfolgt sind, und 
wünschte den Kollegen im neuen Jahre gute Gesundheit 
und ein flottes Geschäft. Der Vorsitzende machte bekannt, 
daß vom 7. Januar bis 21. März Niedstr. 2 der Eich- 
meistrr amtiert und sämtliche Maße, Gewichte und Wiege 
schalen dort nachgeeicht werden müssen. Ferner ladet der 
Vorsitzende die Mitglieder zum Lichtbilder-Vortrag, zum 
Besten der Nationalflugspende, ein. Neuanmeldungen 
lagen von 26 Kollegen vor, ein Zeichen, daß der Verein 
innerlich immer mehr erstarkt und im HondelSstand auch 
immer mehr Verständnis für den notwendigen Zusammen- 
schluß reift. Vorstand und Mitglieder haben von Neuem 
ihr Vertrauen zu einander gestärkt, denn der Vorstand 
wurde einstimmig wiedergewählt und durch die Kollegen 
Brügmann, Herzog und Böhme verstärkt. Der Verein, der 
die wirtschasillche Hebung deS Händlerstandes bezweckt, 
kann nur mit Befriedigung auf daS letzte Geschäftsjahr 
zurückblicken. Die Kassenführung war eine musterhafte 
und die Revisoren beantragten Entlastung deS Kassen- 
führerS. Die Potsdamer Handelskammer frägt an, ob 
Beschwerden über die hiesigen Postverhältnisse beim 
Vorstand gemeldet sind. In der Aussprache wurde leb 
haft bedauert, daß daS hiesige Postamt dem heutigen Ver 
kehr nicht mehr genügt, da oft stundenlang Geschäftsleute 
und deren Angestellte mit ihrer Abfertigung warten müssen, 
auch wurde eine zweite Postanstalt im westlichen Frie 
denau gewünscht.. Der Verein nahm Kenntnis von dem 
Schreiben der Zentral-Vereinigung über das Reichs- 
Petroleum-Monopol. Die Mitglieder wurden gebeten, für 
die NamenSaktien zu zeichnen, Zum Schluß mahnte 
Kollege Habermann, fest zusammen zu stehen und für dar 
weiters Blühen und Gedeihen des Vereins kräftig ein 
zutreten. 
o Der Verein der Gast« und Schankwirte 
hielt gestern Abend im Restaurant deS Herrn Carl Schönherr, 
Südwestkorso 19, seine Monatsversammlung ab, die vom 
Vorsitzenden Herrn Carl Gundlach eröffnet und geleitet 
wurde. Nach Genehmigung des vom Schriftführer Herrn 
Otto Thieleke verlesenen Protokolls teilte der Vorsitzende 
die eingelaufenen geschäftlichen Schreiben mit, ferner die 
Dankschreiben der gelegentlich der Weihnachtsfeier unter 
stützten Witwen verstorbener Mitglieder. Ein Schreiben 
betraf Einladung der Vereinigung selbständiger Schneider 
meister zu ihrem 10. Stiftung-fest. Da an demselben 
Tage eine Wohltätigkeitsvorstellung des Verbandes statt 
findet, wurde beschlossen, von einer olfiziellen Beteiligung 
deS Feste- Abstand zu nehmen, doch erklärte sich Herr 
Carl Haar bereit, den Verein auf dem Feste zu vertreten. 
Neu aufgenommen wurden die Kollegen Otto Wtlke, 
Leopold Draheim und Kunze. Eine rege Aussprache fand 
darauf unter Punkt 4: Besprechung über die seitens der 
Behörde eingezogene Steuer in der Syloesternacht, 
statt. Der Vorsitzende teiite mit, daß früher für die hohen 
Festtage, sowie für Kaisers Geburt-tag die Polizeistunde 
für sämtliche Gastwirtschaften ohne weiteres bis 2 Uhr 
verlängert galt und für Neujahr überhaupt keine Polizei 
stunde bestand. In diesem Jahre ist dteS geändert worden. 
Jeder Gastwirt, der sein Geschäft in der NeujahrSnacht 
über die Polizeistunde aufhalten wollte, m ißte daS be 
sonder- beantragen und 1,50 M. Stempel bezahlen. Die» 
sei wiederum eine neue Belastung deS Gastwirtstandes. 
In der lebhaften Erörterung, an der sich fast alle Ver 
sammlungsteilnehmer beteiligten, wurde betont, daß j.tzt 
anscheinend mit dem neuen Kommissar ein neuer Wind tn 
Friedenau wehe. Verschiedentlich sei den Gastwirten ge- 
„Die Speisekammertür ist von innen verschlossen, uno 
Brown macht mir nicht auf," stieß er hervor. „Ich habe 
geklopft und gerufen, aber er hört nicht." 
Sir William warf Julius einen raschen Blick zu, den 
dieser sofort verstand und in die Tat umsetzte. Er sprang 
vom Tisch auf, bat den Diener, ihm den Weg nach der 
Speisekammer zu zeige», welche im Souterrain nach hinten 
hinaus gelegen war. Dort angekommen, fand er die Aus 
sage des Dieners bestätigt, die Tür war fest verschlossen 
und auf wiederholtes Klopfen und Rufen erfolgte keine 
Antwort. Da trat Julius zwei Schritte zurück und ein 
kraftvoller Fußtritt traf das Türschloß. Schon bei dem 
zweiten gab es nach, und Julius stürzte in den Raum 
hinein, wo vollständige Dunkelheit herrschte, während ein 
kühler Luftzug ihm verriet, daß das Fenster offen stehen 
mußte. Mit den Ortsverhältnissen unbekannt, fand er den 
elektrischen Knopf nicht, aber der Diener, der dicht hinter 
ihm war, wußte Bescheid und drehte an. 
Und siehe da, der Raum war vollständig leer, weder 
Brown noch sonst jemand befand sich darin. Wie Julius 
richtig vorausgesetzt hatte, stand das Fenster weit offen, 
aber der feuer- und diebessichere Silberschrank in der Ecke 
war unversehrt, und eine eilige Frage an den Diener 
wurde dahin beantwortet, daß auch nichts anderes ^zu 
fehlen scheine. 
Wenn es sich hier um einen Einbruch handelte, so 
war es vorerst unklar, zu welchem Zweck ein solcher statt 
gefunden hatte, denn die ungebetenen Gäste hatten noch 
nicht einmal die paar Wein- und Kognakflaschen geöffnet, 
die sich zum täglichen Gebrauch in der Speisekammer be 
fanden. 
Aber das Verschwinden des alten Dieners war ein 
unertlärliches Rätsel, und Julius schickte Friedrich fort, u>n 
sagt worden, der Bürgermeister und der neue Kommissar 
hätten den Gastwirten den Krieg erklärt. Die An 
zeigen wegen Uebertretung der Polizeistunde seien m letzter 
Zeit sehr häuft, erfolgt; selbst da. wo eS sich um „Ge- 
schlossen- Gesellschaften" handelte, wurden «nzr^en er- 
stattet. Von einer Seite wurde gewarnt vor den Wächtern 
der Wach- und Schließgesellschast. die oftmal» Polizei- 
beamte zur Erstattung von Anzeigen aufgefordert hätten. 
Man erörterte ferner noch längere Zeit den Begriff „Ge 
schlossene Gesellschast" und wie sich der Gastwirt vor 
Strafanzeigen schützen könnte, wenn geschlossene Gesell- 
schäften in seinem Lokale über die Polizeistunde hinaus 
anwesend seien. Es wurde erklärt, daß eine Pflicht zur 
Anmeldung einer „geschlossenen Gesellschast' bei der 
Polizei nicht bestehe, doch könne jedem Gastwirt eine der- 
artige Anmeldung, um Scherereien zu vermeiden. Epfohlen 
werden. Es wurde schließlich beschlossen, daß der Vorstand 
persönlich beim Bürgermeister vorstellig werde und von 
diesem Auskunft über die neuerliche Belastung der hiesigen 
Gastwirte einhole; ebenso soll angefragt werden, ob denn 
auch für KaiserS-GeburtStagSfeiern — also einer patri- 
otischen Veranstaltung — eine derartige Etempelpsiicht bei 
verlängerter Konzession bestehe. ES wurde noch von 
einigen Seiten angeführt, daß durch derartige Scherereien 
und Belastungen seiten- der Behörden der Gastwirt in« 
,rotr Lager" getrieben werde. Unter Verbandsangelegen 
helten berichtete Herr Thieleke über die von der Stadt 
Berlin geplante Bierfteurr und das rigoros« Vorgehen der 
Brauereien, die die neue Steuer wieder dem Gastwirt auf 
erlegen wollen. Er empfahl dann allen Kollegen, 
die GenoffenschastSbrauereien nach Möglichkeit zu unter- 
stützen. Der Verbandskalender kam darauf zu Verteilung; 
er kostet 10 Pfg. Ueber die Kassenprüfung erstattete Herr 
Sternberg Bericht. Der Bestand am Anfang des Viertel 
jahres betrug 227,61 M. bar und 104,25 M. auf ein 
Sparkassenbuch. Insgesamt stellte sich die Einnahme auf 
647.66 M., die Ausgabe auf 352.71 M.. sodaß -in Be- 
stand von 294,25 M. verbleibt. DaS gesamte VereinS- 
vermözen stellt sich auf 329,95 M. Der Vorsitzende 
dankte den Kastenprüfern und dem Kassierer sfür ihre 
Mühewaltung. Die Abrechnung von der WeihnachSfeier 
gab Herr Kiewitz. Eingenommen wurden durch Sammlung 
und Versteigerung 197,70 M., die Ausgaben stellten sich 
auf 201,55 M., sodaß ein Weniger von 3.85 M. aus der 
Kasse zu drcken ist. ES wurden 3 Witwen und 44 Kinder 
beschert. Der Vorsitzende sprach dem Festausschuß den 
Dank auS für die schöne Weihnachtsfeier. Der Kassierer 
gab noch die Namen einer Reihe von Restanten bekannt. 
Man beschloß, den säumigen Zahlern noch eine Frist von 
4 Wochen zu gestatten, sie dann aber tn der Mitglieder 
liste zu streichen. Nachdem noch einige innere Verein«- 
angelegenheiten erledigt und der reichbeschickte Warenmarkt 
besichtigt waren, wurde die Versammlung geschlossen. — 
Die nächste Vorstandssitzung findet am Montag, dem 3. 
Februar beim Kollegen Burmeister, Holsteinischestraße Ecke 
Frrgestraße, .die nächste DereinSsammlung am Montag» 
dem 10. Februar beim. Kollegen Gollasch in Lankwitz^ 
SiemenSstr. 40, statt. 
o Der Ruderverein am Realgymnasium nebst 
Realschule lädt zu seinem Winterfest 1913, da» am 
Sonnabend, dem 18. Januar, abends 8 Uhr in der Aula 
der hiesigen Realgymnasium«, Homuthstraße stattfindet, 
ein. Einlaßkarten zu 1,50, 1 M. und 75 Pf. (für Schüler 
40 Pf) sind beim Schuldiener des Realgymnasium« und 
an der Abendkasse zu haben. Der Reinertrag ist zur An 
schaffung einer Boote« bestimmt. DaS Rudern ist ent 
schieden die gesundeste aller Sportarten. Nicht allein, daß 
bei ihm in reinster Luft der ganze Körper durchgearbeitet 
und alle Murmeln in Tätigkeit gesetzt werden, eS ist auch 
eine ganz ausgezeichnete Schule der Abhärtung und bietet 
immer neue wechselnde Anregungen für Herz und Sinn, 
namentlich auf Wanderfahrten, die der Verein durchaus in 
den Vordergrund stellt. So ist das Rudern mit Recht die 
Krone der Leibesübungen genannt worden, insonderheit 
für unsere Jugend, die vorwiegend zu sitzender Lebens 
weise gezwungen ist. Wir hoffen daher, daß die Be 
strebungen des RuderoereinS eine recht tatkräftige Unter 
stützung finden. Denn was für die Stählung der Jugend 
getan wird, dar trägt dem Vaterlande einmal reiche Zinsen I 
o Ortsgruppe „Verllu»T1eglitz und anliegende 
Vororte" deS ZentraloerbandeS penstonierter Beamten 
und Lehrer, sowie deren Hinterbliebenen. Die 30. Monats- 
nachzusehen, ob der Alte sich vielleicht in einem der für 
die Dienerschaft bestimmten Raume aufhielt. Während 
Friedrichs Abwesenheit untersuchte er die ganze Speise 
kammer oberflächlich und wurde durch eine Entdeckung be 
lohnt, bei der er leise durch die Zähne pfiff. Es war 
ein Stück von einem dünnen Glasstab, dessen eines Ende 
aussah, als ob es in einer sehr heißen Flamme geschmolzen 
worden sei. Es lag in dem Ausguß. 
Daraufhin unterwarf Julius die Reihe Flaschen noch 
einmal einer genauen Durchsicht, die der ordnungsliebende 
Hausmeister in Reih und Glied aufgestellt hatte. Bier 
davon enthielten alten, abgelagerten Portwein, den der 
Staatsanwalt als Kenner liebte und schätzte, daneben 
stand eine Flasche Kognak, wahrscheinlich diejenige, wegen 
der der alte Hausmeister den Gang angetreten hatte, der 
ein so rätselhaftes Ende genommen. 
Julius nahm die Flaschen eine nach der anderen in 
die Hand, hielt sie gegen das Licht und befühlte den oberen 
spitzzulaufenden Teil, sowie den Boden. Schließlich stellte 
er eine der Portweinflaschen beiseite. 
„Es steht schon in der Bibel geschrieben," sprach er 
leise vor sich hin, „daß man alten Wein nicht in neue 
Flaschen füllen kann. Aber man kann wohl irgendeine 
fremde Substanz hineinpraktizieren, wenn man ein Loch 
hincinbohrt und dieses dann mit einer Glasbläserlampe 
wieder verschließt. Sir William wird also besser tun, wenn 
er seinen Durst mit dem löscht, avas sich im Speisezimmer 
befindet, oder er muß sich eine neue Flasche aus dem Keller 
holen lassen. Ich glaube zwar, daß nur mit der einen 
Portweinflasche das Experiment vorgenommen worden ist. 
aber Vorsicht ist die Mutter der Weisheit." 
(Fortsetzung folgt.)
        
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