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Periodical volume Nr. 119, 23.05.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

£u'vr Lichtheim die Wahrheit gesagt. (G.-V. Berger: 
protestiert) Bürgermeister Walger (mit erregter Stimme): 
Jawohl, Sie sind doch sehr oft in meinem Zimmer- 
gewesen, und sind dafür eingetreten, daß die Händler 
mit den angeführten Waren vom Markt weg kamen. 
G.-B. Berger: Ich sage nochmals, es ist unwahr! 
Bürgermeister Walger: Ich rufe Sie nochmals zur 
Ordnung. G.--V. Berger: Und es ist doch unwahr! 
(Unruhe; Schöffe Wossidlo: -Das ist eine Gemeinheit.) 
Bürgermeister Walger: Dann rufe ich Sie zum dritten 
Male zur Ordung! — Es geht nun ein Schlußantrag 
ein. Da jedoch niemand mehr auf der Tagesordnung 
steht, wird abgestimmt. Der Antrag des G.-V. 
Berger auf Vertagung wird abgelehnt. Dagegen wird der 
Antrag des Vorstandes, den Entwurf des Aborthäuschens 
zu genehmigen mit der Maßgabe, daß mit der Errichtung 
erst dann begonnen wird, wenn der Markt genehmigt ist, 
angenommen. Die Kosten in Hohe von 7510 M. werden 
bewilligt. (Schluß folgt.) 
Cohales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Schulfrei. Der Hochzeitsfeierlichkeiten am Kaiser 
hofe wegen fällt morgen der Unterricht an unseren sämt 
lichen Schulen aus. 
o Endlich hat die Rheinstraße auch ihren Blumen, 
schmuck erhalten. Heute vormittag haben unsere Gemeinde 
gärtner die Beete in der Rheinstraße mit blühenden Blumen 
bepflanzt. 
o Die Frage der Stadtwerdnng von Steglitz kam 
in der gestrigen Steglitzer Gemeindevertreter-Sitzung wieder 
zur Sprache. Gemeindeverordneter Geheimrat Winkler 
richtete an den Gemeindevorstand eine Anfrage über die 
Stadtwerdung von Steglitz. Nachdem er darailf hinge 
wiesen hatte, daß der Gemeindevorstand den von der Ge 
meindevertretung gefaßten Beschluß vom 6. Dezember 1912, 
sofort mit dem Kreise wegen des Ausscheidens aus dem 
Kreise in Verhandlung zu treten, noch nicht ausgeführt 
habe, und daß in 6 Monaten die eingesetzte Kommission 
noch nicht einmal einberufen sei, machte er auf die Folgen 
in finanzieller Beziehung aufmerksam, die eine derartige 
Verzögerung mit sich bringe. An der Hand umfangreichen 
Zahlenmaterials wurde nachgewiesen, daß die Gemeinde 
Steglitz bei Anstrebung der Stadtrechte im Jahre 1910 be 
reits 40 000 M. hätte sparen können. Von Jahr zu Jahr, 
könne man mit je 10 000 Al. rechnen, die das spätere 
Ausscheiden aus dem Kreise der Genieinde als dauernde 
Lasten aufbürde. Beigeordneter Fabrius teilte mit, daß der 
Kreis seine Forderungen noch nicht formuliert habe. Seitens 
des Gemeindevorstaudes werde die Kommission nunmehr 
einberufen werde. 
o Magistratskonferenzen mit Zeitungsüericht- 
erstattern. Der „Zeitungsverlag" schreibt: „Die Anregung 
zu einer überaus wertvollen Neuerung hat in Emden Herr 
Bürgermeister Dr. Mützelburg gegeben. Um der Bürger 
schaft in Zukunft eine bessere Kenntnis vom Stande 
kommunaler Angelegenheiten- zu übermitteln, wird ein Ver 
treter des Magistrats an dazu bestimmten Tagen mit den 
Berichterstattern der Ortspresse konferieren und ihnen ent 
sprechende Mitteilungen über die Verhandlungen wichtiger 
Kommissionssitzungen machen. Dieser Entschluß dürfte, so 
wird aus Emden geschrieben, in weiten Kreisen unserer 
Einwohnerschaft freudigst begrüßt werden und dem neuen 
Bürgermeister lebhafte Sympathien einbringen." 
o Die Leichensammelstelle in Hakensee. Die Halle 
zur Aufbewahrung der Leichen für den Transport nach den 
-Friedhofsanlagen in Stahnsdorf ist jetzt fertig gestellt. Das 
Gelände, auf dem sich das Abfertigungsgebäude befindet, 
liegt unmittelbar an der Ueberführung der Paulsborncr 
Straße iiber die Ringbahn und gehört zur Gemeinde 
Schmargendorf. Die Leichenwagen und anderen Trauer 
fuhrwerke gelangen durch ein Tor auf den sogenannten 
Wendeplatz, von wo sie in eine verdeckte Halle fahren. 
Diese ist in ihrem hinteren Teil mit schwarzem Tuch ausge 
schlagen, da in ihr zum letzten Male der Sarg zwecks Fest 
stellung der Leiche geöffnet wird. Hierauf wird der Sarg 
durch einen elektrischen Aufzug in ein Untergeschoß, den so 
genannten Sargaufstellungsraum, gesenkt, ivo er bis zu 
seiner Verladung in den Bahnwagen stehen bleibt. Die 
Ueberführung der Leichen nach den Friedhofsanlagen erfolgt 
erst dann, wenn genügend Särge beisammen sind, um einen 
Bahnwagen zu füllen. Da es nicht ausgeschlossen ist, daß 
Särge längere Zeit bis zu ihrer Verladung in den Auf 
stellungsräumen stehen müssen, so hat man eine durch 
elektrische Kältemaschinen hergestellte Kühlanlage geschaffen, 
welche die Luft dauernd auf 2 Grad Kälte erhält. Da die 
-anliegenden Gemeinden Befürchtungen hegten, daß die von 
allen Seiten nahenden Trauerzüge die Bewohnbarkeit der 
Mietsgebäude in den an das «Gelände grenzenden Straßen 
erheblich beeinträchtigen würden, so hat man nicht nur das 
ganze Grundstück mit einer undurchsichtigen Umwehrung 
umgeben, sondern auch eine vollkommen verdeckte Unterfahrt 
mit einem seitlich geschlossenen Schutzdache an der Gleis 
seite geschaffen, so daß das Hinausheben der Särge auf den 
Leichenwagen und das Hineintragen in die Bahnhofswageu 
von den anliegenden Häusern Glicht beobachtet werden kann. 
Bouillon-, Salz-, und Käsestangen, Tafel-, 
Dessert-. Liliputs- u. Graubrötchen, Caviar-, 
Viktoria-, Raspel-* Englisch-Brot u. Weizen- 
Schrotbrot liefert bis 7 Uhr Abends stets frisch 
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o Promenaden-Konzert am Kaiser-platz in Berlin- 
Wilmersdorf. Am 25. Mai, Mittags zwischen (2 und 
V 2 2 Uhr veranstaltet der Bczirksvcrcin „Kaiserplatz" an 
läßlich der Vermählung Ihrer König!. Hoheit der Prinzessin 
Viktoria Luise mit Sr. König!. Hoheit dem Herzog Ernst 
August vom Cumberland auf dem Kaiserplatz ein großes 
patriotisches Fest-Konzert. Da diese beliebten Promenaden 
Konzerte von den Bürgern der Stadt Wilmersdorf sehr rege 
besucht werden, steht fiir diesen Tag eine große Beteiligung 
zu erwarten, umsomehr, da die Kriegervcreine usw. sich 
osfiziell beteiligen werden. Zur Unterstützung der Frei 
willigen Sanitätskolonne vom roten Kreuz in Berlin- 
Wilmersdorf, welche durch ihre Kapelle, unter Leitung des 
Kapellmeisters Herrn H. Schorin, die Musik ausführt, soll 
der Erlös dienen, der durch den Verkauf der Postkarte mit 
dem Bildnis der Neuvermählten und der Ansicht vom 
Kaiserplatz erzielt wird, die der Bezirksverein „Kaiserplatz" extra 
zur Erinnerung an diese Fest-Veranstaltung hat herstellen 
lassen. Die Karte ist in allen anliegenden Restaurants zu 
haben. Ein Festgedicht von dem bekannten Wilmersdorfer 
Biirger Dr. Marx Möller ist als „Fest-Motto" auf dem 
reichhaltigen Programm veröffentlich worden. 
o Die Verlängerung und Ausdehnung der Hunde 
sperre in Grost-Verlin in ihrer verschärften Form und die 
für Spandau und Angermünde getroffenen noch strengeren 
Maßnahmen, hat eine Anzahl Vereine und Personen ver 
anlaßt, die Herren Prof. P. Förster und H. I. Müller in 
Berlin-Friedenau bezw. Neukölln, mit der Einberufung 
einer großen öffentlichen Versammlung zu beauftragen. 
Diese Versammlung findet am 28. Mai d. Js., Abends 
8l/z Uhr int großen Saale der Neuen Philharmonie, Berlin, 
Köpenickerstr. 96-97 statt; der Eintritt ist frei. — Die nach 
benannten Herren, Tierarzt Dr. C. Klinger, Charlottenburg, 
Prof. Dr. G. Krüger, Berlin und Schriftsteller Müller v. 
d. Neisse werden über die Tollwut und über den Wert 
oder Unwert der getroffenen Abwehrmittel sprechen und 
somit aufklärend wirken. Alle Tierbesitzer und Tierfreunde 
haben daher ein großes Interesse daran, diese Versammlung 
zu besuchen! 
o Vom Ev. Arbeiterverein Friedenau begaben sich 
eine stattliche Anzahl Mitglieder mit dem Vereinsbanner 
zur Fahnenweihe des Brudervereins Zossen nach dort. Nach 
der Begrüßung am Bahnhof nahmen die angekomrnenen, 
wohl 10 bis 12 Vereine, Aufstellung zum Marsch nach der 
Kirche um dem Festgottesdienste beizuwohnen. Die Fest 
predigt war besonders dem Wirken der evang. Arbeiterver- 
cinsbewegung: „Tut Ehre Jedermann, habt die Brüder 
lieb, fürchtet Gott, ehret den König", gewidmet; auch der 
sozialen Seite und dem Werke der Liebe wurde warm ge 
dacht. Nach Beendigung des Festgottesdienstes — die 
Kirche war außen und innen besonders überaus reichlich 
mit Blatt- und blühenden Pflanzen geschmückt — wurde 
beim Mitglied Korn gemeinschaftliche Mittagstafel gehalten, 
bei welcher Superintendent Schmidt die Tafelrede hielt, da 
bei besonders betonte, daß sich die Geistlichen und Lehrer 
hauptsächlich der evang. Arbeitervereine annehmen möchten, 
ja die Pflicht dazu haben müßten. Etiva um 3 Uhr er 
tönte das alte Lutherlied: Ein feste Burg ist unser Gott", 
gesungen von den Festteilnehmern aller Vereine, Krieger-, 
Turn-, evang. Arbeitervereine, Feuerwehr, Jungdeutschland. 
Wohl 30 Vereine nahmen nun Aufstellung und der Weihe 
akt begann mit der Ansprache des dortigen Vorsitzenden, die 
in ein Kaiserhoch schloß. Herr Superintendent Schmidt 
hielt hierauf die zu Herzen gehende Weiherede mid 
Segensspruch, namens der städtischen Behörden übrachte der 
dortige Bürgermeister herzlichste Glückwünsche, denen sich 
die anderen Vereine durch Ueberreichung von Fahnen- 
nägel anschlossen. So auch Friedenau mit dem Sinn 
spruch: „Furchtlos und treu!", und der Bezirksverband 
Groß-Berliner Vorortesgegründet in Friedenau am 15. 9. 
1912) mit: „Liebe, Pflichterfüllung, Willenskraft." Nachdeni 
der Zossencr Männer-Gesangverein noch seine Weisen er 
klingen ließ, nahmen alle Vereine Aufstellung zum Um 
marsch iit die festlich, (wohl jedes Haus mit Fahnen- und 
Guirlanden, auch vielfach quer über die Straßen), ge 
schmückte Stadt, voran die städtischen Behörden und die 
Ehrenjungsrauen. Unter den Klängen von drei Musikkapellen 
ging es schließlich hinaus nach dem etwa s / 4 Stunden ent 
fernten Schützenhause. Hier große Kaffeetafel und Abend 
brotessen bis um 7 Uhr, worauf der Rückmarsch ange 
treten wurde. Zu erwähnen ist noch, daß im großen 
Saale des Schützenhauses die 6. Bezirksverbandstagung 
stattfand, die einen glatten Verlauf nahm. Einen Bericht 
hierüber bringen wir, nachdem solcher in der Versammlung 
des Ev. Arbeitervereins am Dienstag, dem 3. Juni d. Js., 
Abends 8 l / 2 Uhr im Kaiser-Wilhelmgarten, Rheinstr. 65 I, 
erstattet ist. In dieser Versanunlung wird auch Fräulein 
Margarete Dittmanu über „Frauenaufgaben in der Jugend 
fürsorge" sprechen und dürfte der Besuch derer, die die 
Jugend zu erziehen haben, wohl zu erwarten und herzlich 
willkommen sein; auch unsereJrauen dürfen nicht fehlen. 
o Der Friedenauer Männer-Gesangverein 1875 
veranstaltet am Sonntag, dem 1. Juni, Nachmittags 4 Uhr, 
im Viktoria - Garten zu Wilmersdorf, Wilhelmsaue, ein 
Garten-Konzert. Der Eintrittspreis beträgt nur 20 Pfg., 
das Programm kostet 10 Pfg. Einlaßkarten sind hier in 
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der Papierhandlung von Wilhelm Ebers, Rheinstr. 15, 
sowie bei den Vereinsmitgliedern zu haben. — Die Herren 
partie deS Gesangvereins findet anr 7. uird 8. Juni nach 
Tiefensee und Strausberg statt. Die Abfahrt erfolgt am 
7. Juni, Nachmittags 5.25 vom Schlesischen Bahnhof 
(Wriezener Bahnsteig) aus nach Tiefensee. Dort ist Abends 
Kommers im Hotel-Restaurant Waldschlößchen. Am 8. Juni 
morgens 7 Uhr Ausbruch nach Forsthaus Heidekrug zum 
Frühstück; von da durch schönen Laubwald nach Gielsdorf, 
wo im Gasthaus Tietz im schönen Garten das Mittag ein 
genommen wird. Rückfahrt 9 Uhr Abends ab Strausberger 
Kleinbahnhof. Ankunft in Berlin 10.30 Zoologischer 
Garten. Gäste, die 2 M. bezahlen, können an der Partie 
teilnehmen. Anmeldungen sind baldigst an den Ver- 
gniigungsausschuß zu richten. 
o Das Drama am Pol, welches sich unlängst ab 
gespielt, zittert noch in den Gemütern nach. Im Biofon 
theater in der Rheinstraße 14 kommt ein Teil des er 
greifenden Vorkommnisses zur Darstellung. Aktuell und 
ergreifend wirken die an dem Auge des Beschauers vorüber 
ziehenden Bilder. Irene heißt der zweite Schlager, ein 
Drama, besser eine Eheirrung einer jungen Frau, die ihre 
sträfliche Neigung mit Ausweisung aus ihrem trauten Heim 
büßen muß. Eine sehr hübsche Naturaufnahme betitelt sich 
„Auf dem Bleeresgrunde". Merkwürdige Tiere sind da zu 
sehen, Seesterne, Seebären oder Seeigel und vieles andere. 
Eine landschaftlich interessante Bilderfolge zeigt der Film 
Nowaja-Semlja. Diese im Eismeer liegenden Inseln 
liegen langgestreckte zwischen dem Barentssee und den: 
Karischen Meere nördlich von Sibirien. Eine geivaltige 
Gebirgs- und Gletscherformation bietet sich dem Auge dar. 
Hermelin, Eisbär und nordischer Wolf sind hier zu Hause. 
Tonbild und Wochenschau von Pathö fräres sind ab 
wechslungsreich. Sehr ulkig sind wieder die humoristischen 
Nummern, von denen wir nennen: Augustin hat schwarze 
Gedanken nnd Bubi und sein Elefanten-Freund. In 
Summa also ein reichhaltiges Programm. 
o Falsche Fünfmarkstücke tauchen gegenwärtig wieder 
auf. Sie bestehen aus zwei unsichtbar zusammengelöteten 
Kupferplatten, die .nachher schwach versilbert sind. Die 
Falschstücke tragen das Bildnis Kaiser Wilhelm II, die 
Jahreszahl 1898 und das Münzzeichen A. Sehr leicht 
sind die Fälschungen an dem erheblichen Mindergewicht 
von etwa 4 Gramm zu erkennen; bei nur ganz geringer 
Abschabung am Rande tritt das unter der Versilberung be 
findliche Kupfer deutlich hervor. 
o Aus seiner ehelichen Wohnung entfernt hat sich 
vor etwa 10 Tagen der Bildhauer Büttner aus der Lorenz 
straße in Lichterfelde unter Mitnahme seiner vier Kinder int 
Alter von 8—13 Jahren; verschiedentliche Zwistigkeiten 
sollen die Ursache hierzu gegeben haben. Obwohl sich der 
Mann nach Hirschberg abgemeldet hat, ist er dort nicht ein 
getroffen, auch ist bisher ein Bescheid an die Adresse seiner 
Ehefrau nicht eingetroffen, sodaß diese wohl in Aengsten 
ist. Man nimmt an, daß sich der Mann in einem anderen 
Ort aufhält und bittet, etwaige Mitteilungen hierüber der 
Polizei zu geben, um Aufklärung in dieser Angelegenheit 
schaffen zu können. 
o Durch das Abspringen vom fahrenden Straßen 
bahnwagen kam gestern eine Frau H. aus der Kaiserallee 
und ihr zweijähriges Kind in ernste Lebensgefahr. Sie 
konnte das Halten eines Straßenbahnwagens der Linie I? 
nicht abwarten und wollte von dem fahrenden Wagen zu 
sammen mit ihrem Kinde abspringen. Hierbei schlug die 
Frau, da sie noch dazu nach der verkehrten Seite abstieg, 
auf das Pflaster und riß dabei ihr Kind direkt unter den 
Wagen. Nur der Umstand, daß dieser im gleichen Augen 
blick zum Stehen gebracht wurde, hat ein schweres Unglück 
verhütet. 
Vereins-nacbricbten 
Am Sonnabend tagen: 
Verein der Vricfmarkensammlcr der südwestlichen Vororte von 
Berlin. Sitzung Abends 8 Uhr im Restaurant „Kaiserburg", 
Friedrich-Wilhelmplatz, Ecke Wilhelmstraße. 
Schöneberg 
—o In das Handelsregister wurden eingetragen: Nr. 
4702. (Kommanditgesellschaft C. Marre in Berlin-Schönederg): 
Die Kommanditgesellschaft ist aufgelöst. Der bisherige Ge 
sellschafter August Eckardt ist alleiniger Inhaber der Firma. 
—o Gelöscht im Handelsregister ist die Firma Nr. 
38 094. Berliner Glas - Werkstätte, Adolf Schvmburg, 
Schöneberg. 
Gerichtliches 
(:) Eine Haftpflicht der Eisenbahn für Transportvcrzögerungen 
bei empfindlichen Sendungen wie Fische, Obst, Gemüse usw. be 
steht nach der Eisenbahn-Verkehrsordnung nur dann, wenn die 
Lieferfrist überschritten ist. Das zeitweilige Liegenbleiben auf 
einer Zwischenstation kommt nicht inbetracht, wenn die Lieferfrist 
innegehalten ist. So lauten verschiedene Urteile des Landgerichts 
München. 
Wetteraussichten. 
Sonnabend: Nachts etwas kühler, am Tage wieder 
wärmer, vielfach heiter bei mäßigen südwestlichen Winden, 
keine oder unerhebliche Niederschläge. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius, Friedenau. 
^eiiöneberger Bank 
B. «. m. fc. H. n SekSmeberg, Hanptstrauo IM. 
! Fernsprecher Amt VI 5M5. Kassenständen 0—1, 8—1 Obs. 
Stahlkammer, rermletharaSelirankticher. Ipufcun 4»/ f 
Annahmestellen bei „DBrer-Drogerle“ W. Sllageatelo, SehOm- 
berg-Friedenso, DCrerpUt* 1, OoiUr A. Schalle, Bteglita* 
fetzt Seilomtr. 83. 
Scheck-Verkehr, An- and Verkant ren Effektes. 
Wechseldiskont Lombard. 
Schwarze Federboa verloren 
Wiclandstraße. Belohnung abzug. 
von Schauroth, Wielaudstr. 23. 
linder stechtet sauber Nohrstühle 
Kleemann, Odenwaldstr. 2. 
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Unterricht 
English lessehs 
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