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Periodical volume Nr. 116, 20.05.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

dann nm gegenüberliegenden Crossin-Sce entlang nach 
Wernsdorf »nd mm dort nach den Gvscner Berge», die 
megen eines drohenden Negcnschaliers im Geschwindschritt 
genommen wurden. Das Wetter klärte sich aber bald 
wieder auf und ein herrlicher Rundblick von der auf der 
Höhe errichteten Schillerwarte aus auf die seendurchleuchtete, 
mit dunklen Kiefern bewaldete Landschaft belohnte den 
Aufstieg. Nach kurzer Rast erfolgte der Weitermarsch nach 
dem Dörfchen Gosen und von dort nach Neu-Zittau, einem 
äußerst netten und freundlichen Dörfchen, das an der Spree 
liegt. Im Spreebordkrug wurde das Mittagessen einge 
nommen, das preiswert und gut war. In fröhlichster 
Laune und mit bester Stimmung wurde dann der letzte 
Teil der Turnfahrt, der Weg von Neu-Zittan nach Erkner 
zurückgelegt, von wo aus die Heimfahrt erfolgte, t. Wenn 
auch das Wetter etwas kühl war, so war es gerade zum 
Wandern wie geschaffen. Voll befriedigt und mit ge 
weitetem Herzen kehrten die Turner von der vorzüglich an 
gelegten und verlaufenen Fahrt zurück. 
o Im „Verein von Freunden der Treptow-Stern 
warte" spricht Dir. Dr. F. S. Archenhold am Mittwoch, 
dem 21. Mai, im neuen Hörsaal der Sternwarte Abends 
8 Uhr über: ,Wandernde und veränderliche Sterne"; der 
Vortrag ist mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet und be 
handelt die neuesten Fortschritte auf dem interessanten Ge 
biete der Eigenbewegung der Sterne. — Gäste sind will 
kommen. — Mit dem großen Fernrohr wird ein Doppel 
stern, Sternhaufen und der Mond beobachtet. 
o Im Biofontheater in der RheinstraHe 14 kommt 
von heute ab das fesselnde Fliegerdrama: Geschieden vom 
Glück zur Vorführung. Die schöne Suzanne Grandais 
spielt darin die Hauptrolle. In drei Akten entrollt sich vor 
unseren Augen das Schicksal zweier Menschen, die einander 
lieber, aber durch Absturz eines Aeroplans für immer ge 
trennt werden. Der zweite Schlager : Die stärkere Macht 
ist eine hübsche Komödie aus dem Leben der in Italien 
bekannten Sängerin Gina Gioverni mit Frl. Robinne von 
der Comödie Fran^aise in Paris in der Hauptrolle. Die 
Künstlerin hat erst kürzlich alle Besucher des Biofontheaters 
als „Schwarze Gräfin" entzückt und sie wird es auch in 
dieser neuen Rolle tun. Ein Ausflug in den National 
park im Staate Washington der Nordamerikanischen Union 
ist eine herrliche Naturaufnahme. Die Wochenrcvue von 
Gaumont bietet viel Abwechslung und die humoristischen 
Gaben: Augustin und sein Esel (eigentlich zwei Esel) und 
Nunnes Traunl und Erwachen sind äußerst ulkig, in 
Summa: ein sehr unterhaltsames Programm. 
o Ein Pantoffelheld." Einen Selbstmordversuch, von 
dem man nicht recht weiß, ob er ernsthaft gemeint war, 
unternahm in der Nachtu zum Sonntag gegen 2 Uhr ein 
junger Kaufmann, indem er sich an der Giesensdorfer 
Brücke in den Teltowkanal begab; ein Passant zog ihn 
wieder aus dem kalten Wasser'heraus und brachte ihn nach 
der Polizeiwache, woselbst er in Schutzhaft genommen 
wurde. Der junge Mann, ! der verheiratet ist, soll sich 
einige Tage aus der ehelichen Wohnung entfernt und etwas 
flott gelebt haben, sodaß er befürchtete, infolge seiner Geld 
ausgaben Vorwürfe erwarten zu müssen; als er dann 
später von seiner Ehefrau abgeholt wurde, soll der Empfang 
auch nicht gar so herzlich gewesen sein. Hoffentlich hat das 
nächtliche kalte Bad außer einein Schnupfen keine weitere 
unangenehme Rückwirkung für ihn. . . 
o Fahrraddiebstahl. In der vorigen Nacht wurden 
zwei Räder aus einem Keller in der Straße Unter den 
Lichen in Lichterfelde gestohlen, die Täter hatten sich mit 
Nachschlüssel Eingang in die Kellerräumlichkeiten verschafft. 
Sie waren gegen l/,2 Uhr von einem Dienstmädchen be 
obachtet worden, doch führten die Ermittelungen bisher zu 
keinem Ergebnis. 
Verelnm-Ujicbrlcbten 
Morgen Mittwoch tagen: 
Theatervcrein „Xcrxes" 1878. Sitzungen jeden Mittwoch 
9'/, Uhr im Bereinslokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48c. 
Gaste als Mitglieder willkommen. - 
Scbotieberg 
— o In der gestrigen Sitzung der Stadtoerordneten- 
Versammlung berichtete der Stadto. Peine über die Ausschuß- 
vtrhandlungen wegen Gründung eines . Schöneberger 
Hypothekenbankoereins. In 9 Sitzungen wurde die betr. 
Vorlage, des Magistrats eingehend ini Ausschuß beraten, 
der mit unerheblichen Abänderungen ihre Annahme empfahl. 
Die Vorlage wurde einstimmig angenommen. — Ferner 
wurde beschlossen, die Rechtsauskunftsstelle und die Schreib 
stube in das alte Rathaus zu verlegen. Die Magistrats 
vorlage, für die 1S./13. Gemeindeschule einen Sparautomaten 
mit elektrischem Antrieb zu beschaffen, wurde angenommen. 
— Eine weitere Vorlage betraf die neue Dienstordnung für 
die städtischen Arbeiter, die in Kraft treten soll, sobald die 
Stadtverordnetenversammlung die zu ihrer Durchführung 
notwendigen Mittel im Betrage von rund zehntausend Mark 
bewilligt hat. Die Kosten für die durch die Einführung 
des Achtstundentages nötig werdende Einstellung von neuen 
Arbeitskräften bettagen etwa 6000 Bl. Die neue Dienst 
ordnung sieht n. a. die Fortzahlung des Lohnes in 
Krankheitsfällen für die Dauer von 13 Wochen anstatt wie 
bisher für acht Wochen sowie eine Verlängerung der 
Urlaubszeit vor. Der Urlaub soll nunmehr nach Ziffer 51 
der Dienstordnung betragen nach einem Jahre 3 Tage, nach 
3 Jahren 5 Tage, nach 5 Jahren 7 Tage, nach 7 Jahren 
10 Tage, nach 10 Jahren 12 Tage, wobei in keinem Falle 
der Sonntag zur Anrechnung kommen soll. Damit wird 
der Urlaub für den größeren Teil der Arbeiter um etwa 
3 bis 4 Tage im Jahre verlängert. Weiter ist für die im 
Schichtwechsel stehenden Arbeiter des Pumpwerkes und die 
Heizer des Krankenhauses die Einführung der achtstündigen 
Arbeitszeit in Aussicht genommen. Endlich ist eine Er 
höhung der jährlichen Zuwendung an den Arbeiter-Unter 
stützungsfonds um 500 M. beabsichtigt. Diese Zuwendung 
soll dazu dienen, den städtischen Arbeitem auf Gnind eines 
mit dem Hauspflegeverein abzuschließenden Vertrages den 
Segen einer Hauspflege in Krankheitsfällen der Ehefrau 
und in ähnlichen Lagen zu-gewähren, dadurch, daß der 
Magistrat bei Benutzung der Hauspflege durch die Arbeiter 
schaft einen erhehlichen Beitrag zu den Kosten, die dadurch 
entstehen, leisten wird. Eine rege Aussprache fand dann 
statt über verschiedene postalische Mißstände. Stadto. 
Weise führte aus, daß seit Jahren aus allen Stadtgegenden 
Beschwerden über die vollständig unzureichenden postalischen 
Verhältnisse laut werden. Außer deni Postamt in der 
Hauptstraße gäbe es im alten Schöneberg nur noch zwei 
kleine Nebenanstalten in der Grunewald- und Koburger 
Straße. Trotzdem mehrere Schalter in den Postämtern vor 
handen wären, ist in der Regel nur ein einziger Schalter 
geöffnet, und das Publikum muß ungewöhnlich lange Zeit 
auf Abfertigung warten. Jetzt soll sogar das Postamt, in 
der Grunewaldstraße eingehen und dafür ein Postamt im 
neuen Kammergerichtsgebäude in der Elßholzstraße einge 
richtet werden. Das bedeute für Schöneberg wieder keine 
Verbesserung. Stadto. Bamberg (lib. Fr.) ist gleichfalls der 
Ansicht, daß die postalischen Zustände sehr mangelhaft find 
und bittet den Magisttat, seinen Einfluß dahin geltend zu 
machen, daß wenigstens alle Schalter in den vorhandenen 
Aemtern geöffnet werden. Stadtrat Dr. Licht erklärt, daß 
der Magistrat sich bereits wiederholt, aber ohne Erfolg, an 
die Oberpostdirektion wegen Verbesserung der postalischen 
Verhältnisse gewandt habe. 
—o In diesem Jahre der Jahrhundertfeier wird die 
Stadt Schöneberg auch des Mannes feiernd gedenken, der 
als Schöpfer der bürgerlichen Selbstverwaltung den Grund 
gelegt hat für die Erhebung im Befreiungsjahre 181^. An 
ihrem neuen Rathause und zwar an einer einspringenden 
Ecke an der Freiherr vom Stein-Straße gegenüber dem 
Eingang zur Spielwiese des neuen Stadtparkes wird, von 
Professor Lederer entworfen, an der Wand des Rathauses 
im Einklang mit seiner Architektur aus Wünschelburger 
Sandstein ein Denkmal für den Freiherrn vom Stein 
erstehen. Das Denkmal wird im Blickpunkt mehrerer be 
lebter Straßen liegen und dennoch in dem durch die Aus 
buchtung des Rathauses entstandenen stillen Winkel, von 
einer hierher versetzten und schon üppig grünenden alten 
Linde aus dem alten Dorfe Schöneberg beschattet, ruhiger 
Betrachtung und Erinnerung an den großen Staatsmann 
eine geeignete Stätte bieten. Die Fertigstellung des Werkes 
soll so beschleunigt werden, daß seine Einweihung am 
18. Oktober d. I. erfolgen kann. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Sehr geehrter Herr Redakteur! Ihre Zeitung ist uns als tier 
freundlich bekannt. Sie werden auch Mittel und Wege finden, 
unseren Notschrei, der aus tausenden von hungrigen Mäulern er 
tönt, an einen ranpenfrcundlichen Verein weiterzugeben. Seit 
14 Tagen nähren wir uns redlich von den Blättern eines großen 
Birnbaums, der als einziger Baum seiner Gattung in dem soge 
nannten „Garten" Handjernstr. 73 steht. Jetzt aber sind wir mit 
unserem Latein zu Ende. Razekahl haben wir unseren Baum ^ge 
fressen, auch nicht ein einziges Blättchen haben wir übriggelassen. 
Nur noch die weniger schmackhaften Älattsttele starren gen Himmel. 
Und niemand füttert unsl Die Hauswirtin kümmert sich nicht um 
den „Garten" also auch nicht um uns. Zwar stehen im Nachbar 
garten Noch viele schöne Birnbäume, aber dieser Hauswirt ist uns 
zu wenig freundlich gesinnt, der kümmert sich wieder zu viel um 
seinen Garten und um uns! Der geht gar im allerersten Frühjahr, 
wenn noch kein Blättchen und kein Räupchen zu sehen ist, mit 
Messer und Feuer gegen unsere niedlichen Nester vor. Von der 
° Polizei' wollen wir nichts wissen,' die würde uns doch kein Ver- 
stäudnis cnigegenbringcn, zumal sie alljährlich einen Bcrnichtungs- 
kamps de» Hauswirten anbefiehlt. Glücklicherweise kümmert unsere 
Wirtin sich nie um solche Polizeivorschriftc»! Nur Sic allein, Herr 
Redakleuer können uns helfen. Könnten Sie nicht den hiesigen 
Gartcnbauvcrcin veranlassen schuellsteiis einige Birnbäume in 
unserem Heiln aufzustellend Müßte da nicht der Tierschutzverein 
einschreiten? Eine für tausende. 
Gerichtlichem 
(:) Ungültigkeit einer Polizcivcrordnung, die ein zu hohes 
Strafmaß androht. [Entscheidung des Kammergerichts.) Die 
Kreis-Polizcivcrordnung des Landrats von 9k.-B. vonr März 1908 
bestimmt, daß auf beiden Ufern des Marzahu-Hohenschönhausener 
Grenzgraben ein Gang von gewisser Breite freizulassen und dessen 
Benutzung dem Schauamte sowie der zur Beaufsichtigung des 
Wasserlaufs berufenen Personen jederzeit zu gestatten fei. Zu 
widerhandlungen gegen diese Bestimmungen sollen mit Geldstrafe 
bis zu 60 Mark geahndet werden. Auf Grund des 8 144 
Absatz 2 des Gesetzes über die allgemeine Landesverwaltuna vom 
90. Juli 1883 hat der Regierungspräsident zu Potsdam über die 
Art der Verkündigung orts- uiid kreispolizcilicher Vorschriften 
sowie über die Fonn, von deren Beobachtung ihre Gültigkeit ab 
hängt, in einer Verordnung vom 25. Juni 1886 unter Ziffer 3 
bestimmt, daß die Strafe der Nichtbefolgung oder Uebertretung der 
Polizciverordnuug innerhalb des zulässigen Betrages bei Polizei 
verordnung bis zum Betrage von 30 M. dergestalt festzusetzen ist, 
daß entweder eine bestimmte Summe oder eiu Mindest- und 
Höchstbetrag oder auch nur der letztere angegeben wird. Diesem 
Erfordernis genügt die vorliegende Polizeiverordnung nicht, da sie 
eine Geldstrafe bis zu 60 M. androht, während der Landrat nach 
8 142 des angeführten Gesetzes nur befugt ist, gegen die Nicht 
befolgung seiner Polizeivorschriften Geldstrafen bis zum Betrage 
von 30 M. anzudrohen. Da die Gültigkeit der Polizeivcrordnung 
nach der maßgebenden Verfügung des Regierungspräsidenten durch 
die Festsetzung der Strafe innerhalb des zulässigen Betrags bedingt 
, ist, entbehrt sie in vollem Umfang der Rechtsgültigkeit. (llrt. 
1. Strassen. S. 044, 12. v. 4. Nov. 1912, Teutsche Juristen-Zeitung 
1913 Nr. 6.) 
Vermachtem 
♦o Ueber einen Vorgang, der die Beachtung für Kommunal- 
verwaltuugen verdient, weil er ihnen den Ernst ihrer Aufgaben aus 
dem Gebiete des Wohnungswesens eindringlich vor Augen stellt, 
wird aus Solingen berichtet: Die Stadtverwaltung hat zum 
April-Umzugstermin achtzehn Familien, die anderweitig keine 
Wohnung erhalten konnten, eine solche verschaffen müssen. Es 
bandelte sich hierbei keineswegs um schlechte Mietezahler; die 
Leute konnten vielmehr keine Wohnung bekommen, weil sic eine 
größere Kinderzahl haben. Eine größere Anzahl Wohnungen in 
Privathüusern ist noch nicht vermietet, die Vermieter lassen die 
Wohnungen aber lieber leer stehen, als daß sie kinderreiche 
Familien aufnehmen. Am Mittag des 1. April saßen noch zehn 
Familien mit ihren Sachen auf der Straße. Der Polizei blieb 
nichts anderes übrig, als die Leute in den alten städtischen Häufen: 
unterzubringen, die ihres schlechten Zustandes wegen abgerissen 
werden sollten. 
*o Eine evangelische Kirchenfeier am Fronleichnamstage. In 
zwei Dörfern der Mark, in Mahlo und Blankenfelde im Kreise 
Teltow, wird alljährlich an dem katholischen Fronleichnamstage, 
der auch in diesem Jahre auf Donnerstag, den 22. d. Mts. fällt, 
in den evangelischen Kirchen feierlicher Gottesdienst abgehalten, 
mit dem es eine besondere Bewandnis hat und dessen Ursprung 
gegen einige Jahrhunderte zurückliegt. Im Jahre 1616 ging am 
Fronleichnamstage in den beiden Dörfern ein gewalttgetz Unwetter 
nieder, das die gesamte Feldfrncht vernichtete und den Bewohnen! 
einen großen Schaden brachte. Man sah das Hagelwetter als eine 
Strafe des Himmels für den gottlosen Lebenswandel an, dem sich 
verschiedene Bauern hingegeben hatten, und setzte infolgedessen für 
die beiden Dörfer einen besonderen Bußtag fest, der seitdem all 
jährlich am Fronleichnamstage stattfindet. Am frühen Morgen 
wird Gottesdienst abgehalten, während der Nachmittag zu einem 
Spaziergang durch die Feldmark und der Abend zu einem Zu 
sammensein der Bauern benutzt werden ; bei letzterem findet sich letzt 
die Bevölkerung in den Gastwirtschaften zu einem Glase Bier ein. 
*o Auf dem Büro der Potsdamer Handelskammer, Sitz Berlin, 
Berlin 0. 2, Klostcrstr. 41, liegen Listen über zweifelhafte Firmen 
in Argentinien, Großbritanien, Türkei in Europa, Frankreich und 
Oesterreich-Ungarn für Interessenten zur Einsichtnahme aus. 
*o Die erste Festpostkarte des 12. Deutschen Turnfestes findet 
starken Absatz. Sie bietet ein vortreffliches Mittel, durch das die 
Vereine ihr eigenes Vermögen erhöhen können. Der Preßausschuß 
hat die Absicht, an dem Vertrieb und Gewinn der Postkarten unsere 
Turnvereine zu beteiligen. Daher ist vom Preßausschuß die Be 
stimmung getroffen worden, die Postkarten vor dem Feste nur mit 
5 Pfg. pro Stück zu versenden. Freilich mußte, um die Geschäfts 
führung zu vereinfachen, die Bestimmung getroffen werden, daß 
nicht unter 20 Stück abgegeben werden. Wer Karten bestellen will, 
tue das, indem er seine Bestellung aufgibt: An die Geschäftsstelle 
des 21. Deutschen Turnfestes in Leipzig, Neues Rathaus: 
*o „Da muß ich einmal reklamieren." Wie oft sagt das nicht 
der deutsche Kaufmann; Warum eigentlich? Kaun er nicht deutsch 
sagen: Da muß ich einmal erinnern, nachforschen, mich beschweren? 
Oder etwa: Das muß ich nachfordern, einfordern, nachbestellen usw? 
Aber reklamieren sagt das angeblich alles auf einmal, und drum 
gebraucht er jeder gedankenlos immer wieder. Wer aber etwas 
auf seine Sprache halt, der sucht sich besser und — deutlicher aus 
zudrücken. Jedenfalls lohnt es die kleine Mühe, denn man übt 
dabei Nachdenken, und das hat noch keinem geschadet. 
Wetterausfichten. 
Mittwoch: Zunächst vorwiegend heiter und trocken bei 
mäßigen südwestlichen Winden und langsamer Erwärmung, 
nachher wieder zunehmende Bewölkung. 
Verantwortlicher Schriftleiter: H ermann Ma r tinius, Friedenau. 
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Freunden und Bekannten persönlich zu danken, 
spreche ich hierdurch für die innige Teil 
nahme und die reichen Kranzspenden allen 
meinen herzlichen Dank aus. Besonderen 
Dank Herrn Pastor Vetter für die trostreichen 
Worte am Sarge des Entschlafenen, sowie dem 
Krieger- und Landwehr-Verein, dem Kriegs- 
veteranen-Verein, dem Verein der Gast- und 
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