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Periodical volume Nr. 115, 19.05.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

«»parteiische Zeitung für kommunale und bürgerliche 
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Organ für dm Krtedmauer Krtsteil m ZOnederg nnd 
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Kr. 115. 
Werlin-Ariedenau, Wonlag, den 19. War 1913. 
20. Zayrg. 
vepelcken 
Letzte vachrichten 
Berlin. Wie das Wolfs-Büro meldet, hat der Kaiser 
den wegen Spionage zu Festungshaft verurteilten englischen 
Offizieren Brandon und Trench und dem des gleichen 
Deliktes verurteilten englischen Rechtsanwalt Stewart den 
Rest ihrer Strafe im Gnadenwege erlassen. 
Neapel. Ein großer Teil der Besatzung des im Hafen 
von Neapel liegenden italienischen Kriegsschiffes „Bronte" 
erkrankte unter schweren Vergiftungserscheinungen. Zwei 
Maschinisten sind bereits gestorben, und 75 Mann liegen 
noch schwer krank darnieder. Die Vergiftung ist auf den 
Genuß von verdorbenem Konservenfleisch, das aus den staat 
lichen Magazinen geliefert wurde, zurückzuführen. 
Paris. Die Soldatenkundgebungen gegen die drei 
jährige Dienstzeit haben sich gestern Nachmittag im ver 
stärktem Maße wiederholt. Ungefähr 400—600 Soldaten 
sammelten sich auf dem Manöverfelde von Doumartin in 
der Absicht, in die Stadt zurückzukehren und auf freiem 
Platz während der Militärmusik zu manifestieren. 
London. Wie die „North China Daily News" aus 
Schentschaurin im Westen der Provinz Hunan meldet, wurde 
am 1. Mai eine Abteilung Soldaten dorthin entsandt, um 
sämtliche Mohnkulturen, die zur Herstellung von Opium an 
gelegt waren, zu vernichten. Die Landleute und deren 
Arbeiter widersetzten sich dem. Ungefähr 100 Bauern hielten 
in einem Tempel eine Versammlung ab, um die Situation 
zu besprechen. Inzwischen hatten die Soldaten das Ge 
bäude umringt und steckten es an allen vier Ecken in 
Brand. Ein Augenzeuge berichtet, daß 67 Personen in den 
Flammen umgekommen seien. 
London. Gestern' Machmittag schlug ein Ruderboot 
mit 19 Mann der Besatzung des Torpedobootszerstörers 
„Jtchen", die ihren Sonntag Nachmittag an Land ver 
bringen wollten, um, als es von dem Zerstörer abstieß. 
Glücklicherweise richtete sich das Boot von selbst wieder auf, 
sodaß eine ganze Anzahl der Leute wieder hineinklettern 
konnte. Von dem Zerstörer und anderen Schiffen ivurden 
sofort Rettungsboote an die Unglücksstelle geschickt, und ein 
Teil der Mannschaft konnte auch gerettet werden. Sieben 
Mann werden jedoch vermißt. 
London. Dem Daily Chronicle wird berichtet, daß 
das gegen Bulgarien gerichtete Uebereinkommen zwischen der 
griechischen und serbischen Regierung die Form eines regel 
rechten Vertrages angenommen habe. 
Neuyork. In einem Bergwerk in der Nähe von 
Belle Valley in Ohio» sind infolge zweier Explosionen 
16 Bergleute getötet worden. Nähere Nachrichten über die 
Katastrophe fehlen noch. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Geschloffen bleibt die hiesige Amts- und Gemeinde 
kasse einer Prüfung wegen am Donnerstag, dem 22. Mast 
o Die Vorgartenfrage, die vor einiger Zeit soviel 
Staub in Friedenau aufwirbelte, scheint jetzt zu ruhen. Es 
Mumenüe Menlcden. 
Stoman von Dora Sünder. 
46. 
(■t4Had iRitto.) 
Endlich öffnete sich die Tür. Ein Diener trat aus die 
Schwelle und meldete: „Herr von Loewengard sei bereit, 
den Herrn Leutnant zu empfangen." 
Er ließ den nassen Hut liegen, wo er lag, und trat 
bei Loewengard ein. Der saß vor seinem mit Büchern 
und Papieren bedeckten Schreibtisch und blickte beim Ein 
tritt des jungen Offiziers nur flüchtig auf. 
„Sie haben sich heut schon dreimal vergeblich her 
bemüht, Herr von Lersch, ich wollte Sie kein viertes Mal 
abweisen lassen. Was gibt es denn so Wichtiges? Viel 
Zeit hab' ich nicht, ich mache Sie gleich darauf aufmerk 
sam." m , . . 
Loewengard hatte bei diesen Worten kaum aufgesehen, 
sondern in einem Aktenheft geblättert, das seine ganze 
Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen schien. 
„Es handelt sich — Sie wissen — ich schrieb Ihnen schon 
nach Krefeld davon — es handelt sich um diesen Giebel, 
diesen Hund," knirschte Edgar. „ ^ 
Loewengard zuckte die Achseln. „Und ich antwortete 
Ihnen bereits aus Brüssel, daß ich keinen andern Rat 
wisse, als sich an Ihre Frau Tante zu wenden." . 
Edgar stampfte rasch und zornig mit dem Fuß auf. 
„Nein, nie!" 
Er zögerte einen Augenblick und trat dann mit sicht 
licher Ueberwindung rasch und dicht an Loewengard 
heran, ihm die Hand auf den Arm legend. 
sind inzwischen noch keine grundlegenden Aenderungen er 
folgt, woraus man in Grundbesitzerkreisen folgert, daß die 
Angelegenheit weiteren Erwägungen an maßgebender Stelle 
zurzeit unterliegt. Die damals in den Hausbesitzerkreisen 
lebhaft besprochene Verfügung des Regierungspräsidenten in 
der Vorgartensrage hat bekanntlich vorläufig in den meisten 
Fällen eine Beibehaltung der bisherigen Verhältnisse unter 
Einreichung von Dispensgesuchen gezeitigt; es ist aus Re 
gierungskreisen angekündigt worden, daß die Frage näher 
geprüft werden soll, ob es mit dem öffentlichen Interesse 
vereinbar ist, noch weitere Erleichterungen für Vorgarten 
anlagen im Gebiet der Vorort-Bauordnung zu gewähren. 
o Die PLovinzialsteuern für 1913 belaufen sich nach 
dem Stande des 1. Januar 1913 auf 70 516 142 M. 
gegenüber 65 325 498 M. im Jahre 1912 und 56 067 813 
Mark im Jahre 1910. Das höchste Steueraufkommen 
besitzt mit 13 268 583 M. die Stadt Charlottenburg, dann 
folgen der Kreis Teltow, dem auch Berlin-Friedenau 
angehört, mit 12 069 036 Dt. (10 817 653 M. im Vorjahr 
und 8 523 732 M. im Jahre 1910), der Kreis Niederbarnim 
mit 6 631 648 M., Berlin-Schöneberg mit 6 325 550 M., 
Berlin-Wilmersdorf mit 6 269 144 M. 
o Zur Landtagswahl. Nach einer vom Wahlbüro 
der Vereinigten Liberalen aufgestellten Liste sind in unserem 
Wahlkreise Teltow-Beeskow-Storkow-Wilmersdorf gewählt 
worden 901 liberale, 374 konservative und 451 sozial 
demokratische Wahlmänner. Rund 200 Stichwahlen sind 
erforderlich. Aus den kleinen ländlichen Bezirken stehen die 
Ergebnisse noch aus; es dürften hier hauptsächlich konservative 
Wahlmänner gewählt sein, so daß sich die Zahl der konser- 
vertiven Wahlmänner noch um einige Hundert erhöhen dürste. 
Immerhin kann schon jetzt als feststehend gelten, daß die 
Liberalen mit ihrer Wahlmännerzahl an der Spitze marschieren. 
Da nun eine Sttchwahl zwischen Liberalen uud Konservativen 
erforderlich ist, die Sozialdemokraten sich aber nach der ge 
gebenen Stichwahlparole der Abstimmung enthalten werden, 
ist die Wahl der liberalen Kandidaten Dr. Liepmann und 
Traub sicher. 
o Es wird weiter geflickt. Obwohl von unserer 
Gemeindevertretung die Umänderung des Sttaßenbahn- 
dammes der Rheinstraße in Rasenstteifen beschlossen ist, 
werden jetzt dort wieder größere Reparaturen ausgeführt. 
Es beweist dies wohl, daß man so schnell noch nicht an 
die Umänderung des Sttaßenbahnkörpers herangehen will. 
Wenn das aber der Fall ist, warum pflanzt unsere Garten 
verwaltung dann keine Blumen in die jetzt öden Beete der 
Rasenstteifen? 
8p o Der Verteilungsplan des Bedarfs der Ruhe 
gehaltskaffe für die Lehrer und Lehrerinnen an den öffent 
lichen Volksschulen uud den der Kasse angeschlossenen nicht 
staatlichen mittleren Schulen des Regierungsbezirks Potsdam 
für das Rechnungsjahr 1913 ist von der Regierungsabteilung 
für Kirchen- und Schulwesen soeben aufgestellt und ver 
öffentlicht worden. Charlottenburg hat den höchsten Kassen 
beitrag von 115 446,60 M. zu leisten, Berlin-Schöneberg 
50 310 M., Berlin-Wilmersdorf 28 190 M., Steglitz 
21040 M., und Berlin-Friedenau 9659 M. nach einem 
beittagspflichtigen Diensteinkommen von 148 600 M. 
In beschwörendem Ton sagte er: „Sie sind ein welt 
erfahrener Mann, Herr von Loewengard! Sie sind ein 
Kavalier! Sie haben tausenderlei Beziehungen. Auch 
wenn Sie mir das Geld nicht selbst geben können oder 
wollen, werden Sie mir helfen können, es zu beschaffen! 
Sie werden nicht schuld sein wollen an meinem Ruin — 
meiner Schande — sie trifft mich nicht allein — sie trifft 
auch die Frau Ihres Freundes — den Namen Ihres 
Freundes — den Namen der Frau, die Sie verehren, 
Loewengard I" 
Einen Augenblick ging eine rasche Bewegung durch 
den starren Körper des reglos Dasitzenden. Gleich aber 
stand auch Helenes Absagebrief, den er körperlich auf 
seiner Brust zu fühlen meinte, wieder vor seinen Augen, und 
eisig sagte er: 
„Ich kann Ihnen nicht helfen, Herr von Lersch, und 
ich weiß auch keinen Ausweg, wenn Sie Giebel nicht etwa 
zu bewegen vermögen, sich auf Abzahlung einzulassen, 
und Sie diese bescheideneren Summen dann nach und 
nach woanders aufnehmen könnten." 
Edgar schüttelte zornig abwehrend den Kopf. 
„Wo soll ich das Geld auch nur in kleinen Raten her 
bekommen ? Und was wäre gebessert? Ich würde mich 
immer tiefer hineinreiten. Wieder Wucherzinsen bezahlen! 
Und so weiter — ohne Ende. Immer in der Todesangst 
leben, wo das Geld herbekommen — ohne Ende vor 
Schmach und öffentlicher Schande vielleicht zittern —! 
Nein, ich muß und will jetzt heraus — oder —" 
Er schwieg und blickte starr vor sich hin, die zur 
Faust geballte Hand fest auf die Kante des Schreibtisches 
gestützt. 
Nach einer Weile sagte er ironisch: „Einen Ausweg 
o Allgemeine Ortskrankenkasse. Heute Montag 
Abend 81/z Uhr findet im Kaiser Wilhelm-Garten die General 
versammlung der Ortskrankenkasse statt, in der u. a. auch 
über die neuen Satzungen gemäß den Besttmmungen der 
neuen Versicherungsordnung beraten werden wird. Es ist 
notwendig, daß sich die Arbeitgeber-Vertreter zahlreich 
zu dieser Versammlung einfinden, da sehr wichtige Fragen, 
die eine höhere Belastung für die selbständigen Gewerbe- 
tteibenden bedeuten, zur Beschlußfassung stehen. Insbesondere 
tritt wiederum eine Beittagserhöhung ein. Nach der vom 
Vorstand der Kasse gemachten Aufstellung werden folgende 
Beitragssätze in Vorschlag gebracht: Klasse A (für Lehrlinge 
usw.) 18 Pfg., Klasse 1 (1,49 M. Tagelohn) 27 Pfg., 
Klasse 2 (2,49 M. Tagelohn) 54 Pf.. Klasse 3 (3,49 M. 
Tagelohn) 81 Pfg., Klasse 4 (4,49 M. Tagelohn) 1,08 M., 
Klasse 5 (5,49 M. Tagelohn) 1,35 M., Klasse 6 (über 
5,49 M. Tagelohn) 1,62 M. für die Woche. Es ist dies 
wiederum eine ganz erhebliche Steigerung der Beitragssätze. 
Ferner soll auch über die Anstellung neuer Beamten be 
schlossen werden. Da hierüber, wie auch über die Beittäge 
die Arbeitgeber gesondert abstimmen müssen und nur dann 
ein gültiger Beschluß zustande kommt, wenn Arbeitgeber und 
Arbeitnehmer denselben Beschluß fassen, ist starke Beteiligung 
der Arbeitgeber an der heutigen Versammlung dringend zu 
wünschen. 
0 Zu der Verfügung unseres Amtsvorstehers betr. 
den Kinderlärm auf den Sttaffen schreibt der Berl. 
Lok.-Anz. in seinem Abendblatte vom 17. Mai folgendes: 
Der Antilärm-Verein wird nicht umhin können, den Amtsvor 
steher von Friedenau — sofern er dieser Auszeichnung noch nicht 
teilhaftig geworden ist — zum Ehrenmitglied zu ernennen. Denn 
er hat etwas getan, was selbst die lautesten Antilärm-Vereinler 
werden bewundern müssen. Der Herr Amtsvorsteher zieht nämlich 
gegen den Kinderlärm auf der Straße zu Felde und verfügt: „Alles 
unnötige Schreien und laute Rufen sowie das wilde Durcheinander 
laufen und rücksichtslose Ballwerfen — auch das Ueberklettern der 
Vorgärtenzäune — und das Zertreten bezw. Beschädigen der 
^-Anpflanzungen — muß im Interesse der öffentlichen Ruhe und 
Ordnung unterbleiben." Der menschenfreundliche Amtsvorsteher 
meint — gewiß mit Recht — daß von den Kindern verlangt werden 
müsse, sie sollten „auf die Anwohner, die nach schwerer Arbeit in 
ihrer Behausung Ruhe und Erholung suchen, weitgehende Rücksicht 
nehmen." Er will sogar die Namen der gegen den Erlaß verstoßenden 
Kinder polizeilich feststellen lassen und gegen sie „mit aller Sttenge vor 
gehen." Dem Amtsoorsteher wird gewiß jeder Dank wissen, der unter 
dem Kinderlärm zu leiden hat, und gelingt es dem Hüter öffentlicher 
Ruhe und Ordnung in Friedenau auch nur einigermaßen, dem 
schmerzlich empfundenen Uebelstande abzuhelfen, so verdiente er 
eigentlich ein Denkmal. Aber — aber: Es ist zu besorgen, daß 
die Jungen und Mädel nicht immer in der Lage sind, zu erkennen, 
wo die Grenze zwischen „Spielen" und „Lärmen" liegt. Und Jugend 
will sich austoben. Geht es nicht auf der Sttaße, so denke man 
an die in diesem Blatte empfohlenen Jugendtummelplätze oder an 
die Schulhöfe, die sich mehr als bisher den spiellustigen Kindern 
öffnen mögen. Immerhin, wenn die Verfügung des Herrn Amts 
vorstehers auch nur etwas Erfolg hat, so ist sie nicht vergebens 
erlassen worden. 
0 Ein eigenes Wasserwerk will bekanntlich Steglitz 
errichten. Friedenau erhält bisher das Wasser von den 
Charlottenburger Wasserwerken. Es besteht hier ein recht 
eigenartiger Tarif, indem in jedem Vierteljahre für die ersten 
30 Kubikmeter 9 M., für die folgenden 100 Kubikmeter je 
30 Pfg. für das Kubikmeter, für die weiteren 300 Kubik- 
meter 15 Pfg. für das Kubikmeter und für die übrigen Kbm. 
hat Giebel mir großmütig in Aussicht gestellt: die erste 
Hälfte, also zweitausendfünfhundert, am fälligen Termin. 
Die zweite Hälfte vier Wochen später gegen eine Gutschrift 
von Ihnen." 
Loewengard lächelte unmerklich, ein fatales Lächeln, 
aus Bosheit und Bitterkeit gemischt. 
Dann sagte er: „Giebel tut mir wirklich zu viel Ehre 
an — lieber Lersch. Mein Anteil am Geschäft ist denn 
doch nicht ganz so groß, als der Ehrenmann sich's ein 
zubilden scheint. Wie gesagt, es muß bei meiner Weigerung 
bleiben. Vielleicht schlagen Sie Giebel vor, sich statt meiner 
von Frau von Lersch für die zweite Rate gutsagen zu 
lassen." 
Eisig erwiderte Edgar: „Ich muß Sie aufs dringendste 
ersuchen, bei diesem Handel meine Tante endlich aus dem 
Spiel zu lassen. Ich bin nicht gewillt, sie hineinzuziehen." 
Gott, wie sentimental und unpraktisch, dachte Loewen 
gard, indem er schon wieder in seinen Akten blätterte. 
„Giebel erwartet meine Antwort. Ich habe die Ehre, 
Herr von Loewengard." 
Loewengard stand auf, froh, den lästigen Besucher 
los zu sein, und begleitete ihn bis an die Tür seines 
Arbeitszimmers. 
„Lassen Sie sich zu keiner Torheit hinreißen, lieber 
Lersch, wenn Sie einen Rat von mir annehmen wollen. 
Immer kalt Blut bewahren. Es gibt gewisse Dinge, die 
uns niemand wiedergibt, wenn wir sie um einen, viel 
leicht ganz falschen, Ehrbegriff von uns tun." 
Edgar gab keine Antwort. Er sah auch die Hand 
nicht, die Loewengard ihm entgegenstreckte. Er eilte ins 
Borzimmer, nahm seinen nassen Ueberzieher über den 
Arm, griff nach seinem noch immer feuchten Hut und 
stürzte aus dem Hauke,
        
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