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Periodical volume Nr. 176, 29.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

werden mit Geldstrafe bis zu 150 M. vder mit Haft be 
straft. Der gleichen Strafe unterliegt, wer eS unterläßt, 
Kinder oder andere unter seiner Gewalt stehende Personen, 
welche seiner Aufsicht untergeben sind, und zu seiner Haus 
genossenschaft gehören, von der Uebertretung dieser Vor 
schriften abzuhalten. 
o Weiterführung der Straßenbahn nach Zehlen 
dorf. Kaum ist die neue Straßenbahn eröffnet, die von der 
Ecke der Drakestraße Unter den Eichen bis zum Zoo vder 
bis zur Linkstraße fährt, so machen sich bereits Wünsche auf 
Verlängerung der Strecke geltend: „Hoffentlich nnrd die 
Linie in absehbarer Zeit verlängert, wenigstens bis zum 
Materialpriifungsamt oder zum Kaiserlichen Gesundheitsamt 
in Dahlem. Eine derartige Verlängerung wäre eine 
dringende Notwendigkeit und dürfte nicht 'zum wenigsten im 
Interesse der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft selbst 
liegen, da sich viele Angestellte der beiden Aemter und auch 
die Anwohner dieses Teiles der Straßes Unter den Eichen 
wie auch der Seitenstraßen, die sich bisher der Wannseebahn 
bedient haben, die Straßenbahn benutzen würden. Auch 
für die vielen Fremden, die beide Aemter zur Besichtigung 
aufsuchen, wäre es eine bedeutende Verkehrserleichterung, 
wenn sie von Berlin aus bezw. vom Zoologischen Garten 
aus bis zum Bestimmungsort gelangen könnten." — 
Bekanntlich ist von der Großen Berliner schon von Anfang 
an eine Verlängerung bis auf Zehlendorfer Gebiet in Aus 
sicht genommen; doch bedarf es selbstverständlich noch 
längerer Unterhandlungen mit den Gemeinden, dein Zweck- 
verband usw., ehe diese Angelegenheit weitergesördert werden 
kann. Die Erfüllung des oben ausgesprochenen Wunsches 
ist aber, das darf schon heute gesagt werden, von Anfang 
an in Aussicht genommen; man darf hoffen, daß inzwischen 
nicht erst noch mehrere Jahre verstreichen. 
o Ein Blumenstrauß ist zu jeder Zeit eine will- 
kommene Gabe und mindestens Sonntags sollte von jetzt ab 
während des ganzen Eompiers ein Strauß auf dem Tische 
eines jeden Hauses stehen. „Aber leider wellen sie so 
schnell," wird nur da eingewendet. Es kommt freilich viel 
auf die richtige Behandlung an. Blumen darf nian nicht 
im Sonnenschein abschneiden, und wenn sie abgeschnitten 
sind, sollen sie nicht in den direkten Sonnenschein gestellt 
werden. Große Sträuße und festes Zusammenbinden läßt 
die Blumen ebenfalls rasch welken. Mau schneide die 
Enden der Sttele mit einem scharfen Messer (aber nicht 
mit der Schere) sauber quer durch, sodaß die feinen Röhrchen 
in den Stielen geöffnet bleiben und das Wasser hochziehen 
lassen, was bei zerquetschten oder zerrissenen Stielen nicht 
der Fall ist. Die Stengel müssen in frisches, reines Wasser 
gesetzt werden; das Wasser muß man jeden Tag durch 
frisches ersetzen und dabei stets ein kleines Stück von dein 
Stengel neu abschneiden. Beobachtet man diese Winke, so 
pflegen sich die Blumensträuße mehrere Tage laug gut 
zu halten. 
o Einen Aufruf erläßt das Berliner Komitee der 
Nationalspende zum Kaiserjnbilänm für die christlichen 
Missionen in den deutschen Kolonien und Schutzgebieten, 
Die Vertreter beider Konfessionen haben sich in dem ge 
meinsamen Gedanken gefunden, den Ehrentag unseres 
Kaisers durch eine von Seiner Majestät als willkommen be 
zeichnete Spende für die Missionen in den deutschen 
Kolonien und Schutzgebieten auszuzeichnen. Der Herr 
Reichskanzler und die Herren Staatssekretäre des Reichs- 
marine- und des Kolonialamts haben die Förderung dieses 
Unternehmens zugesagt. Beide Konfessionen haben ihre 
Sammeltätigkeit gesondert ausgestaltet. Auf evangelischer 
Seite haben sich in allen Bundesstaaten und Provinzen 
Komitees gebildet, welche das Segcnswerk in die Hand 
nehmen wollen. In einzelnen Gebieten sind bereits nam 
hafte Beträge beigesteuert worden. Zur Annahme von 
Gaben haben sich bereit erklärt: Die Deutsche Bank und 
ihre sämtlichen Depvsitenkasscu in Groß-Berlin, die Commerz- 
und Diskouto-Bauk und ihre sämtlichen Dcpositcukassen in 
Groß-Berlin, das Bankhaus Delbrück, Schickler & Co. in 
Berlin. 
o Aufgehoben wurde das Verfahren betreffend die 
Zwangsversteigerung des Grundstücks Büsiugstr. 10, Ecke 
Fröausstraße in Gemarkung Berlin-Friedenau, der Grund- 
stücksverwertungsgesellschaft Büsingstraße in. b. H. in Berlin- 
Friedenau gehörig. 
o Eine öffentliche konservatioe Wählerversannnlnng 
fand gestern Abend im großen Saale des „Kaiser-Wilhelm- 
Gartens" statt. Die gut besuchte Versammlung wurde vom 
Vorsitzenden des hiesigen konservativen Vereins Herrn Geh. 
Regierungsrat Hoffmann eröffnet und geleitet. Nach einer 
kurzen Begrüßungsansprache des Vorsitzenden, in der er auf 
die Bedeutung der bevorstehenden Wahlen hingewiesen und 
insbesondere Erklärungen über die bei Aufstellung der 
Kandidaten seitens der konservativen Parteileitung erörterte 
Personalfrage abgegeben, erhielt Herr Laiidesstzndikus 
Gerhardt das Wort. Dieser besprach zunächst eingehend 
die Stellring der konservativen Partei zu den allgemeinen 
Wirtschaftsfragen. Er erwähnte hierbei die Handwerker- 
und Kleingewerbefrcundlichkeit der Konservativen, ebenso 
daß ihnen die Kräftigung und Erhalttmg eines gesunden 
Mittelstandes am Herzen liegt. Redner kam auf die innere 
Kolonisation, ein Wort, das jetzt zum Schlägwort geworden 
sei, zu sprechen. Die Konservativen wären stets für eine 
gesunde Mischung und die Förderung des Kleingrundbesitzes 
eingetreten. Doch auch den Großgrundbesitz brauche man. Er 
erinnerte daran, daß aus dein Großgrundbesitz viele hervor 
ragende Staatsmänner hevorgegangen sind. Außerdem sei 
die innere Kolonisation nicht Sache einer einzelnen Partei 
oder des Parlaments, sondern der Rcgierilug. Redner ver 
harrte dann längere Zeit bei den Wehrvorlagen und dem 
Wehrbeitrag, wo er für die Heranziehung des Grundbesitzes, 
auch des soliden Hausbesitzes, nicht nach dem Verkaufswert, 
sondern nach dem Ertragswert eintrat, Nachdem er noch 
die durchaus freundliche Stellung der Konservativen gegen 
über den Beamten und Lehrern betont hatte, ging er über 
zu den Fragen der geistigen Kultur. Besonders der Heran 
bildung der Jugend, fei große Aufmerksamkeit zu schenken, 
es muß nicht nur auf eine Verstandesbilduug, es muß auch 
auf Bildung des Gemütes, Charakters und Herzens Wert 
gelegt werden durch Pflege christlicher Weltanschauung. Und 
so erklärte er sich gegen die Trennung von Staat und 
Kirche, aber für die Freiheit der Wissenschaft. Bei den 
nationalen Fragen verweilte Redner längere Zeit bei der 
Poleufrage, um sich daun auch über die Wahlrechtsfrage zu 
äußern. Mit aller Entschiedenheit befürwortete er die 
Wahrung des Vorrechts der Krone. Mit einer Aufforderung 
zur Wahl schloß er seine mit Beifall aufgenommene Rede. 
Herr Eisenbahnobersekretär Hasel off wendete sich zunächst 
der Bekämpfung der Sozialdemokratie zu und kennzeichnete 
deren enge Verbindung mit« dem Judentum. Ferner 
erläuterte er, wie die Konservativen stets aktive Politik ge 
trieben, betonte die maßgebende Stellung Preußens im 
Reich uird trat ein für die Erhaltung des Königtums. 
Darauf besprach er mehrere Ausführungen des liberalen 
Abgeordneten Gothcin, besten Widersprüche er feststellte. Die 
Stellungnahme der Konservativen gegenüber den dainaligen 
Auslassungen des Kaisers über England mißbilligte er, 
seiner Ansicht nach hätten die Konservativen damals nicht 
richtig gehandelt. Er erörterte die Stellung der Konservativen 
zur Religion und kam hierbei auch • auf den liberalen 
Kandidaten Traub zu sprechen. Dieser sei nicht wegen Irrlehre, 
sondern wegen Auflehnung gegen die vorgesetzte Behörde 
aus dem Amte entlassen worden. Und das ist es, was die 
Konservativen verurteilen, der Kampf gegen die Autorität. 
Die Autorität müsse im Staate gewahrt bleiben. Jemand, 
der an den 2. Artikel nicht glaubt, könne nicht Anhänger 
der christlichen Kirche sein, er müsse denn daraus auch die 
Konsequenzen ziehen. Alle großen Männer sind kindlich- 
fromm gewesen, Nachdem er sich noch gegen die National-- 
liberalen und Freisinnigen in längeren Ausführungen ge 
wendet, besprach er die Stellung der Konservativen zu den 
Wirtschastsfragen, ihr Eintreten für Beamte, Lehrer, Alt 
pensionäre, zu den Handwerkerfragen, wobei er ein Schreiben 
des Bundes der Handwerker zur Kenntnis brachte, in 
welchem die Handwerker aufgefordert werden, keinem konser 
vativen Wahlmanne die Stimme zu geben, da die Wünsche 
der Handwerker nach einer Handwerkerkandidatur nicht er 
füllt worden seien. Wiederholt betonte der Redner, daß er 
nicht auf Stimmenfang ausgehe, die Reden im Reichs- und 
Landtage bezeichnete er als nur zum Fenster hinaus ge 
halten, wozu er sich nie hergeben werde. Die tatsächliche 
Arbeit werde doch innerhalb der Fraktionen und in den 
Kommissionen geleistet. Auch er forderte am Schluß zu 
reger Wahlbeteiligung auf (lebhafter Beifall). In der nun 
folgenden Aussprache erklärte Herr HDr. Noack, daß die 
Zentrumswähler in diesem Wahlkampfe für die Konser 
vativen stimmen werden. Herr Hennig wandte sich bei Be 
sprechung der Wahlrechtsfrage gegen Sozialdemokraten und 
Liberale und gegen die allmächtige liberale Presse. Herr 
Hagen (svz.) erläuterte seinen Parteistandpunkt, bezeichnete 
die Konservativen als die Klasse der Besitzenden, erwähnte 
den Ausspnich eines englischen Konservativen, der die 
Menschheit in zwei große Nationen teilte, in die der Be 
sitzenden und die der Nichtbesitzeuden und schloß mit einem 
Wort Freiligraths in Anwendung auf seine Partei: „Ihr 
hemmt uns, doch ihr zwingt uns nicht, unser ist die Welt." 
Herr Chefredakteur Barth sprach gegen den Kaffeczvll und 
den Depositenverkehr der Großbanken, wodurch der Kurs der 
Staatsanleihe herabgedrängt werde und Deutschland in der 
Kreditfähigkeit geschädigt würde. Der Redner, der sich in 
längeren Ausführungen über die Politik der Banken erging, 
mußte, da eine beschränkte Redezeit festgesetzt war, vom 
Vorsitzenden ersucht werden, seine'Rede abzubrechen. Herr 
Vogel wandte sich als Handwerksmeister hauptsächlich gegen 
die Liberalen nnd ersuchte für die Wahl der konservativen 
Kandidaten einzutreten. In konservativem Sinne sprachen 
ferner noch die Herren Raffer, Schmidt, Oberlehrer Paul 
(der sich besonders gegen Traub, den Nichtachtcr der 
Autorität, wandte), Prof. Hentich und Reh. In seinem 
Schlußwort wandte sich Herr . Haseloff hauptsächlich den Aus 
führungen des sozialdemokratischen Redners zu und forderte 
daun auf zum Wahlkampf mit Gott für König und Vater 
land. (Zuruf von sozialdemokratischer Seite: und fiir Krupp.) 
Der Vorsitzende betonte, daß die Versammlung mit Aus 
nahme eines Redners eine Einmütigkeit ergeben habe. Er 
forderte auf, einzutreten in die Wahl für die konservativen 
Vertreter zur Erhaltung eines starken Preußens und zum 
Wohle des Vaterlandes. Darauf schloß er die Versammlung 
gegen 1 / 2 1 Uhr. 
o Evangelischer Arbeiterverein für Friedenau nnd 
Umgegend. In der letzten Mitgliederversammlung für 
Monat Mai wurde zunächst über die Wahlen zum Steglitzer 
Gewerbegericht, zur hiesigen Genieindevertretung, die Ein 
ladung zum Bezirksverbandstag am 18. Mai d. I. in 
Zossen und die Fahnenweihe des Zoffener Brudervereins 
berichtet. Die Bannerabteilung imd einige Mitglieder be 
geben sich mit Vereinsbanner mit dem Zuge ab Berlin, 
Potsdamer Ringbahnhof, Morgens 8 Uhr 7 Min. nach 
Zossen.. Hierzu versammeln sich die Teilnehmer an der 
Ecke der Rhein- und Ringstraße um 7 Uhr bis 1 / i 8 Uhr, 
um mit dem Zuge 7 Uhr 34 Min. ab Wannseebahnhof 
Friedenau nach Berlin zu fahren. Der zweite Vorsitzende 
des Spandauer Brudervereins, Herr Geiß, entledigte sich 
nach herzlicher Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn 
Hugo Richter, in geschickter und treffender Weise seines 
Vortrages über „Soziale Fragen und Aufgaben im Familien 
leben". Mit großer Sachkenntnis des sozialen Elends be 
leuchtete er die entferntesten und verborgensten Stätten 
menschlichen Daseins, anknüpfend mit herzlichen Mahnungen 
für so manches betrübte Mcnschenherz, das nicht die rechte 
Freude und Ruhe findet. Warmen innigen Dank wußten 
die zahlreichen Zuhörer und Zuhörerinnen gebührend zu 
spenden, sodaß Herr Geiß sich bereit erklärte, alsbald mit 
Freuden und gern wiederzukommen, um weitere Fragen 
sozialen Inhalts zu behandeln. — Die Vereinsgesang 
abteilung (gemischter Chor, etwa 50 Mitglieder) erfreute 
alle mit dem so schönen Lied: „Die Liebe ist das höchste 
Gut" und erhielt den wohlverdienten Beifall. — Für die 
nächste Versammlung an, Dienstag, dem 3. Juni d. I., ist 
die Fürsorgedame am Königlichen Polizei-Präsidium zu 
Berlin, Fräulein Margarete, Dittmcr zu einem Vortrage 
über „Frauenaufgaben in der Jugendfürsorge^ gewonnen 
worden. Fräulein M. Dittmer sprach kürzlich mit grogcr 
Sachkenntnis in. Evangelischen Bund, auch verfügt die 4. aim- 
über recht gutes Redetalent; nnd so dürfte dies veranlasse», 
alle sich für die Jugendfürsorge.Interessierenden an de», 
betreffenden Abend im Evangelischen Arbeitervereins ver 
sammelt zu sehen. Die Versammlung dürfte voraussichtlich 
des leider so schlechten Rauchabzugcs im kleinen Saale mil 
Rücksicht auf die Damen und älteren Herren im große» 
Saale des Kaiser-Wilhelmgartcn, Rheinstraße 04/05, statl- 
fmöcit. — Auf die Uebungsstunde der Vereinsgesang- 
abteilung jeden Montag im oberen Saale, Rheinstr. <>;>, 
für die' Mitglieder und deren Familienangehörige und 
nähere Bekannte wird noch besonders aufmerksam gemacht, 
ebenso auf den Arbeitsnachweis beim Mitgliede Herrn 
H. Strehler. Lauterstr. 5/0,. woselbst jetzt stets arbeit 
suchende Frauen, auch Männer, verlangt werden, kostenlos 
für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 
o Nach Amerika auszuwandern beabsichtigte der 
Friseurlehrling Franz Arndt,;- der bei einem Friseur in 
Lichterfelde beschäftigt war und sich dort vor einiger Zeit 
entfernt hatte. In Fried land in Böhmen wurde er ange 
troffen; der junge Man'tl hatte bereits mit einem Agenten 
vereinbart „über'n großen Teich" auszuwandenr, als er auf 
Grund der von der Lichterfelder Polizei eingeleiteten Nack 
forschungen festgestellt wurde. Der Auswanderungslustige 
wird nunmehr nach Lichterfelde zurücktransportiert werden', 
während gegen den Agenten ein Strafverfahren wegen Ver 
schleppung eingeleitet worden ist. 
o Bewußtlos aufgefunden wurde gestern Abend 
gegen 0 Uhr in der Stubenrauchstraße Ecke Rothdornstraße 
ein junges Mädchen. Die Unglückliche wurde von Sanitären 
der Feuerwache abgeholt und auf der Sanitätswache vom 
Arzr des Rettungsdienstes längere Zeit behandelt. Es gelang 
aber nicht, sie wieder zum Bewußtsein zu bringen. Daher 
mußte sie in, Krankenwagen dem Krankenhause zugesübrt 
werden. Wie sich später herausstellte ist die Erkrankte die 
10 jährige Minna Berner aus der Wartburgstraße 40 in 
Schöneberg. 
o Selbstmordversuch. Auf Schmargendorfer Gebiet 
wurde am ersten Pfingstfeicrtage auf freiem Felde der 
Bankbeamte Alfred B. aus Steglitz mit dem Tode ringend 
aufgefunden. Ein Revolver lag neben ihm. Die herbei 
gerufene Polizei sorgte für die Ueberführung des B. nach 
dem Lichterfelder Krankenhause, wo er noch lebend einge 
liefert wurde. Ein Mitarbeiter teilt uns mit, daß der ver 
heiratete Mann zweifellos infolge schwerer nervöser Be 
schwerden gehandelt hat. Hoffentlich gelingt es, den 
Patienten am Leben zu erhalten. 
o Polizeibericht. Als gefunden sind hier angemeldet 
worden: eine Frühstückstasche. Der rechtmäßige Eigen 
tümer vorbenannten Gegenstandes wird aufgefordert, seine 
Ansprüche binnen drei Monaten im hiesigen Amtsbüro, 
Handjerystraße 01/92, Zimmer 22, geltend zu machen, 
da sonst anderweit über den Fundgegenstand verfügt 
werden wird:- 
Verelns-Hachrichten 
Morgen Donnerstag tagen: 
Der Konservative Bürgcrverein zu Schönebcrg hätt vor den 
Landtagswahlcn seine letzte öffentliche Vereinsversaniinlung am 
Donnerstag, dem 18. Mai 1913, Abends 8'/, Uhr im großen Saale 
des Kaiser-Wilhelin-Gartcns, Berlin-Friedenau, Rheinstr. 68, ab. 
Vortrag des Herrn Pastor Lange, Berlin-Schöneberg (Landtags- 
kandidat der vereinigten rechtsstehenden Parteien): Vor der Ent 
scheidung. Nach dem Vortrage: Freie Anssprache. Jedermann 
hat Zutritt. 
„Fricdenaner Männer-Gesangverein 1878", Ilebnngsstnndcn 
9—11 Uhr im Restaurant „Hohenzöllcrn". Dirigent: Musikdirektor 
Paul Antvni. 
Kegelklub „Friedenau 1909" (Mitglied des Verbandes Berliner 
Kegelklubs E. B.) kegelt jeden Donnerstag von 8'/, Ubr Abends 
bis 12 Uhr Nachts auf zwei Verbandsbahnen im Keglerheini 
„Vahnschlößchcn", Inh. C. Müller, am Wannsccbahnhof Friedenau. 
Zcköneberg 
— v Auf Anweisung des Schöneberger Polizeipräsidenten 
werden seitens der Feuerwehr in Zukunft die Lagerstelleu 
von Kohlen und sonstigen Brennmaterialien, insbesondere 
auf den Dachböden der Wohnhäuser revidiert werden. 
Es wird darauf Hingeiviesen, daß bei diesen Revisionen die 
Lagerung von mehr als 2 Kubikmeter Kohlen (4800 Stück 
Preßkohlen) auf einen Haufen, sowie Haufen von mehr 
als 1 Meter Höhe und das Fehlen eines hinreichenden lufl- 
freien Raumes zivischen den einzelnen Haufen beanstandet 
werden. 
—o Eine neue Kraftoinnibusverbiudung wird Schöne 
berg erhalten. Den eifrigen Bemühungen des Haus- und 
Grundbesitzer-Vereins ist es gelungen, eine neue wichtige 
Verkehrsverbindung zu erwirken. Die neue Linie wird 
ihren Ausgangspunkt beim Gustav-Müller-Platz nehmen. Sie 
soll durch die Kvlonnenstraße über den Kaiser-Wilhclin- 
Platz, durch die Akazienstrnße und Grunewaldstraße nach 
dem Bayerischen Platz, von hier durch die Landshntcr-, 
Neue Ansbacher- und Ansbacher Straße über Wittenberg 
platz nnd Tauentzinstraße nach dem Savigyplatz führen. Die 
Allgemeine Berliner Omnibus-Aktiengesellschaft hat die 
nötigen Schritte bei den Behörden getan, um diese Linie 
möglichst rasch einführen zu können. 
—o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll das Viktoria 
Luiseplatz 8, Ecke Regensburger Skr. 35 und Motzstr. 27, 
belegene, auf den Namen des Kaufmanns Paul Werner in 
Berlin-Schöneberg, Viktoria Luiscplatz 8 eingetragene Grund 
stück, am 30. Juni 1913, Vormittags 10 Uhr, versteigert 
werden. Das Grundstück ist mit 30 000 Mark jährlichem 
Nutznngswert eingetragen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehnien wir keine Verantwortung.) 
Verehrliche Schriftleitung! Soviel ich weiß, ist für den Ticr- 
wart der Gemeinde Steglitz vorgeschrieben, daß er eine groi:- 
grüne Uniform zu Nagen hat. Läßt sich eine derartige Vorschi ist 
nicht auch für den Tierwart der Gemeinde Friedenau durchführen. 
Ich habe den Herrn schön in der unglaublichsten „Uniform" ge 
sehen, die eines Beamten unserer Gemeinde nicht würdig ist. 
Vielleicht sdrgt der Gcmeinbeoorftand recht bald für Abhülfe. 
Mn Tierfreund.
        
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