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Periodical volume Nr. 194, 19.08.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Du wirst auch nie klug werden", da antwortete Jürgensen: 
„Gott sei's gedankt!" In dieser Antwort zeigte sich so recht 
sein froher Sinn, der bei ihm ganz selbstverständliche 
Glaube, daß seine Freunde ihm über schlechte Zeiten immer 
wieder hinweg helfen werden. Aber auch das muß stark be 
tont werden: Jürgensen war auch glücklich, wenn er seinen 
Freunden helfen konnte und er (Redner) sei davon über 
zeugt, daß Onkel Etc, wenn er dazu in der Lage gewesen 
wäre, für seine Freunee das Letzte geopfert hätte. Die 
Flasche Wein, die er von einem verdienten Taler selbst be 
zahlen und mit einem Freunde gemeinsam leeren konnte, 
schmeckte im doppelt gut, als wenn ihm ein Freund ein 
Glas Wein spendierte. Seine Poetennatur ist zu vergleichen 
mit der der fahrenden Sänger. Das Lied mar bei ihm 
ivahrhaft Lohn, der reichlich lohnet, er sah nicht auf die 
klingende Münze, sang wie der Vogel in den Zweigen. 
Wenn Jürgensen einige hundert Jahre ftüher gelebt hätte, 
wäre er sicher ein fahrender Sänger von Gottes Gnaden 
und reich geehrt gewesen. Redner lobte dann Jürgensens 
Liebe ani Wandern, an der Natur, wie er sich an jeder 
Blume freute und wie er mit Liebe sein mit „Bioschitin" 
gedüngtes „Etenhall" bestellte, lobte seine Tierliebe und 
seine Freude an den Kindern. Wie streute er mit seiner 
reichen Phantasie seine Gaben aus an seine Erbnichten 
und Erbneffen. Diese Kinderliebe war gegeben in seiner 
Kindernatur. Jürgensen war zeitlebens ein großes 
Kind, das den materiellen Wert wenig einzuschätzen 
wußte, der, wie ein Kind, das glänzende für das wert 
vollere hielt. Dieser kindliche Sinn hat ihn denn auch über 
alles hinweggeholfen. Wir müssen bewundern, wie dieser 
Mann, der in Amerika den Boden stampfte, der fürs 
Vaterland ins Feld zog, der als Schreibkuli einige Pfennige 
verdiente, bei frohem Herzen mit sich selbst zufrieden war. 
Er fand bei allem immer die Sonne. Und das, was an 
ihn: Anstoß erregte, war noch nicht bei ihm die Kehrseite 
der Medaille, vielleicht war ex gerade desivegen vielen lieb 
und wert. Und so möge Man Eduard Jiirgenseus nicht 
nur als fröhlichen Zechkumpanen gedenken, er war seinen 
Freunden weit mehr, das müsse mau sich klarmachen; seine 
Frohnatur kaun vielen vorbildlich sein. Menschen ivachsen 
in der Entfernung, leider ist diese Entfernung nun größer 
geworden, als es seine Freunde gewünscht hätten. Aber in 
Gedanken wird Eduard Jürgensen immer bei seinen 
Freunden leben und so bat Redner, nicht schüchtern, sondern 
kräftig mit den Gläsern älizustoßen und in ■ dem ange 
deuteten Sinne „Onkel Ete", dem geistig weiter Lebenden, 
ein Hoch zu bringen. Dies geschah denn auch mit froher 
Begeisterung. Lebhafter Beifall dankte darnach dem 
herrlichen Redner. — Es wurden nun mehrere einge 
laufene Telegramme verlesen. Unter diesen befand sich 
ein Telegramm unseres früheren Ortsoberhauptcs Ober 
bürgermeisters Schnackenburg, der drahtet: 
„In Gedanken nehme ich an der Feier zur Er 
innerung an Onkel Ete herzlich teil. 
Oberbürgermeister Schnackenburg, Altona (Elbe). 
Man ersieht aus dieser Aufmerksamkeit wieder den 
feinen Takt des in unserer Bürgerschaft noch heute allgemein 
und hoch verehrten früheren Ortsvberhanptes. Ein anderes 
Telegramm lautet: 
„Es gedenkt in Treue seines alten Kameraden 
Onkel Ete Krus, Major a. D., Schwerin (Mecklbg.). 
Im ferneren Verlauf der Feier erzählten die Herren 
Dr. Marx Möller, Ingenieur Torka, Buchhändler H. Benecke, 
Prof. Frölich, Pfarrer Zastiow, Direktor Sudan, Kartograph 
Zetzmann, Rcchnungsrat Richter, Generalsekretär Geiser u. a. 
noch manch heitere Episode von Onkel Ete, sodaß der liebe 
Freund wieder allen lebendig vor die Seele trat. Bis 
gegen 10 Uhr blieb man, im Geiste „Onkel Etes", froh 
vereint. 
❖ -!- 
Das Denkmal, das am Grabe des Dichters gestern 
aufgestellt wurde, besteht aus einem Granitblock von etwa 
2 Meter Höhe, 90 Zentimeter Breite und 30 Zentimeter 
Dicke. Die Bildseite ist eben, aber rauh. In ihr ist das 
vom Bildhauer Herrn Heinrich Mißfeldt, Friedcnan, 
Wilhelmstr. 7, geschaffene und in der Bildgießerei von 
Hermann Noack in der Fehlerstraßc in Bronze gegossene 
Relief des Dichters eingelassen. Der Stein ist das Bruch 
stück einer Granitplatte vom Kaiser - Friedrich - Denkmal in 
Spandau, hat mithin historischen Wert. Er wurde erworben 
von Herrn Steinmetzmeister Peuseler-Wilmersdorf, der auch 
die Inschrift in altdeutschen Lettern einmeißelte, die lautet: 
„Fast alles eigene Ernte," lachte Lotte zufrieden, „bis 
auf die Schinken und Würste und den Kalbsbraten natürlich. 
Zu einer Viehzucht haben cs Berta und ich noch nicht ge 
bracht. Aber was das andere betrifft, gedeiht unsere 
Landwirtschaft großartig. Es wird nicht lange dauern, 
bis wir ein Guthaben auf der deutschen Reichsbank haben, 
die Berta und ich." 
Hermann sah das frische, kraftvolle Mädchen mit seinen 
sehnendsten Blicken an. 
Welch eine prächtige Hausfrau würde sie abgeben! 
Gern opferte er alles Gestein der Welt uni denHreis, 
daß es erst so weit wäre! 
Laut fragte er nur: „Sie waren doch sonst gar nicht 
so gut Freund mit Fräulein Berta. Seit wann stammt 
denn diese Kameradschaft?" 
Lotte wurde wieder einmal flammeudrot. Ob sic ihm 
die Wahrheit sagte? Ihm sagte: „Berta mochte mich 
nicht, und das mit Recht, weil ich eine dumme Gans war 
und närrisch in ihren Bruder verliebt, und weil Berta sehr 
gut wußte, daß ihr Bruder sich keinen Pappenstiel aus mir 
machte und bis vor kurzem ein armer' Hungerleider war 
wie ich, und überdies viel zu schade für eine so Plumpe 
wie ich. Und gut Freund sind wir geworden, nachdem 
ich wieder zu Verstände gekommen bin." 
Aber das plötzliche Dazwischentreten des Professors 
machte jeder Möglichkeit eines solchen Geständnisses ein Ende. 
Gutmütig polternd fiel Rcimann über den von seinen 
Pflichten weit abgeirrten, ganz bestürzten Wahl her. 
„Seit wann geht denn Minnedienst vor Wissenschaft? 
Wertes Fräulein, meine Tochter sagt mir, daß Sie einen 
unbändigen Einfluß auf diesen psiichtvergcsfcneN Menschen 
üben. Möchten Sie ihn nicht daran erinnern, daß er mich 
zum Steinesuchen hier herausgelotst hat, daß Zeit 
Eduard Jürgensen 
* 21. Januar 1847 f 9. Mürz 1910 
En plattdütschen Kierl, 
«V trugen Fründ! 
Das Relief zeigt das Bildnis des Dichters im Profil. 
Lebenstreü hat Herr Mißfeldt den Dichter modelliert, jede 
Gesichtslinie tritt scharf und klar hervor. Ist es schon 
schwierig, inr Profilbildj den Gesichtsansdruck gut wider 
zugeben, so bestanden noch größere Schwierigkeiten für den 
Künstler darin," daß er teils aus der Erinnerung schöpfen, 
teils nach minderwertigen Photographien arbeiten mußte. 
Daß ihm dennoch das Bildnis so vorzüglich gelang, zeugt 
von seiner hohen künstlerischen Befähigung. Namens des 
Ausschusses danken wir ihm daher noch ganz besonders für 
sein Werk, das er in uneigennütziger Weise schuf. — Post 
karten mit dem Relief des Dichters sind von morgen ab 
zum Preise von 10 Pf. in mehreren hiesigen Buch- und 
Papierhandlungen, die wir noch bekannt geben werden, zu 
haben. — Bei der gestrigen Feier wurden uns noch für 
das Grabdenkmal übergeben: von Herrn Prof. Frölich 3 M., 
Erlös aus verkauften Postkarten 7,70 M., zusammen 10,70 M. 
£okales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Wie wird das Pfingstwetter? Diese Frage be 
schäftigt jetzt unzählige Menschen, die sich auf eine Pfingst- 
rcise oder Pfiiigstwanderung freuen. Denn schönes. Wetter 
gehört nun einmal zu einen: richtigen Pfingstfest, auf das 
sich auch die Besitzer von Waldgastwirtschaften und Land- 
gasthäusern durch Anhäufung eines entsprechenden Vorrats 
von Eßwarcn vorbereiten. Mancher kinderreichen Mutter 
ist cs eine besondere Freude, ihre Töchterchen zu Pfiugsten 
in funkelnagelneue Kleider zu stecken; wie schade, wenn daun 
das leichte duftige Kleidchen durch einen himmlischen Guß 
nicht nur eingeweiht, sondern auch vollständig eingeweicht 
wird! Und — ach — die schönen Hüte, deren hochgestelzte 
Vivatschleife zur tränenvoll niederhängcndcn Trauerfahne 
wird. Auch die jungen Damen, die sich ihren Verehrern 
als reizendes Pfingströschcn präsentieren möchten, haben 
ebenso bange Gedanken, in dem sic sich fragen: wie wird 
das Pfingstwetter sein? Nun, im Kalender steht: cs wird 
schön, trotz einiger Wolken. Die kalten Tage sollen bereits 
vorbei sein, sie sind diesmal einige Tage früher eingetroffen. 
Glauben und hoffen wir's. 
v Zum Oberlehrer für das Gymnasium wählte gestern 
das Kuratorium für die höheren Schulen den Oberlehrer 
Iahn ans Gummersbach. 
o Die Hundesperre ist, wie uns amtlich mitgeteilt 
wird, für Berlin-Friedenau bis zum 31. Juli ds. Js. 
verlängert worden. 
o Die Pfiugstfahrten der Tcltowcr.Kreisschiffahrt. 
Für die Pfingstfciertage hat die Tcltower Kreisschiffahrt auf 
allen Linien den halbstündigen Berkehr eingerichtet und für 
die neue Verbindung Neukölln—Potsdam ist das neue 
Motorschiff „Teinpelhof" in den Dienst gestellt, das zum 
erstenmal als Passagierschiff die. .ganze Kanalstrecke befahren 
wird. Auf der Linie Neukölln—Potsdam fährt außerdem 
noch ein großer Dampfer, der 40 Minuten später alle 
Stationen anläuft, an denen vorher die „Tempelhof" hielt. 
Auch die Stern-Gesellschaft wird ihre Dampfer iu kürzerer 
Folge verkehren lassen. 
o Um die Errichtung einer neuen Wetterschutzhalle 
am Eingang des Botanischen Gartens an der Straße 
Unter den Eichen haben rd. 200 Freunde des Botanischen 
Gartens beim zuständigen Minister petitioniert. Tie Ein 
gabe hat folgenden Wortlaut: Eiu. Exzellenz erlauben sich 
die Unterzeichneten, ans das Bedürfnis der Freigabe der 
am Eingänge zum Königlichen Botanischen Garten Unter 
den Eichen befindlichen Wetterhalle ganz ergebenst aufmerk 
sam zu machen, da letztere zur Zeit von dem Kantinenwirt 
des Botanischen Gartens zum Betriebe einer regelrechten 
Schaukwirtschaft im ganzen Umfange benutzt wird, und 
wenn schlechtes Wetter eintritt, von Besuchern des Gartens 
zum Schutz vor dem Wetter nicht metzr benutzt werden 
kann, weil sie fast jeden Besuchstag mit Restaurativnsgästen 
voll besetzt ist, und das schutzsuchcnde Publikum dem Wind 
und Wetter preisgegeben ist. Wir bitten Em. Exzellenz 
ganz gehorsamst, eine neue Wetterhalle an den: fraglichen 
Eingang errichten zu lassen oder aber Vorsorge treffen zu 
wollen, daß die vielen Restanrationstischc, Stühle und das 
vorhandene Buffet aus der jetzigen Halle entfernt werden, 
immer Geldeswert, für uns arme Wissenschaftler sogar noch 
höheren Wert hat, und baß wir, wenn denn durchaus 
gefrühstückt werden soll, uns endlich an dieser einladenden 
Tafel niederlassen sollten?" 
Cornelie war neben ihren Vater getreten und hatte 
ihm die Hand auf den wild gestikulierenden Arm gelegt. 
„Das sieht dir wieder ähnlich, alter Herr!" sagte sie 
lachend, „sich in einem fremden Hause so auszuführen!" 
Bon der Laube her kam ängstlich Frau Kähne, die 
Heine herübergewinkt hatte. Sie bat, ganz erschreckt über 
bas laute Sprechen, das sie für bitteren Ernst hielt, um 
Entschuldigung der Verzögerung halber. 
Die gnädige Frau habe ihr so viel Liebes und Gutes 
von ihrem großen Jungen erzählt, daß sie dabei ganz 
und gar ihre Pflicht als Hausfrau vergessen habe. 
Nun setzte man sich im raschesten Tempo zu Tisch, 
um so mehr, als nicht nur der Professor, sondern auch 
der Himmel, der sich immer dunkler bezogen hatte, zur 
Eile antrieb. 
„In einer halben Stunde werden wir einen gehörigen 
Platzregen haben," meinte der immer etwas pejsimistiiche 
Heine phlegmatisch. 
Den Professor focht diese Aussicht wenig an. Weder 
seinem grauen Lodenanzug und seinen: alten Steircräut, 
noch aber seiner eisernen Gesundheit konnten Wind und 
Werter etwas anhaben. 
Launig erzählte Cornelie von einer Studienreise, die 
sie mit den: Vater nach Tirol gemacht hatte und bei der 
j sie beide, während einer vollen. Woche, buchstäblich nicht 
! aus den nassen Kleidern herausgekommen wären. Am 
j letzten Tage hätte die Wirtin ihnen die nassen Stiesel von 
den Füßen schneiden müssen, so durchnäßt in das Schuh- 
l zeug gewesen. 
damit letztere wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen 
kann. Ew. Exzellenz ganz ergebene (folgen ca. 200 Unter 
schriften.) 
o Beglaubigung von Unterschriften. In der nächsten 
Zeit werden seitens der Justizverwaltung Erwägungen 
darüber stattfinden, die Zuständigkeit der Gerichtsschreibcr 
bei den Amtsgerichten durch Uebertragung der Beglaubigung 
von Unterschriften zu erweitern. Die Erweiterung der Zu 
ständigkeit wird wesentliche Vorzüge bieten. Der Gcrichts- 
schreiber ist leichter erreichbar als der Richter, und ferner 
besitzt er in der Beurteilung der Stempclpflichtigkeit von 
Urkunden eine größere Praxis, die ihn zur Wahrnehmung 
der vorerwähnten Geschäfte besonders geeignet macht 
Ferner soll auch geprüft werden, ob bezüglich der Ve- 
urknndung von Tatsachen eine Reihe von Geschäften 
ermittelt werden können, bezüglich deren eine Uebertragung 
der Zuständigkeit ans die Gerichtsschreiber der Amtsgerichte 
möglich, praktisch und zweckmäßig ist. Es wird sich daher 
hauptsächlich um Zustellungen, Beglaubigungen von Ab 
schriften, Sicherstellung der Zeit, zer welcher eine Privat 
urkunde ausgestellt ist, Lebensbescheinigung und sonstige 
einfache Zeugnisse handeln. 
o Eismänner. Der erste der drei gestrengen Herren 
soll einer alten Wetterregel zufolge morgen bei uns ein 
kehren. Die Eismänner, mit welchen man in Nord- 
deutschland den 11.—12. Mai, in Süddeutschland den 10. 
bis 14. Mai meint, treten regelmäßig um dieses Zeit mit 
besonders niedriger Temperatur auf, und sie sind nicht bloß 
strenge, sondern auch mächtige Herren, wie sie Friedrich dem 
, Großen bewiesen, der. um seinen Willen durchzusetzen, gegen 
die Meinung des Hofgärtners demselben befahl, die Lorbeer 
bäume früher herauszusetzen. Es geschah, und diese 
litten bedenklichen Schaden. Das grimme Auftreten der 
gestrengen Herren Mamertus, Pankratius und Servatius 
liegt in der Regelmäßigkeit der Winde, die während der 
Winterszeit hauptsächlich von Südwest und den angrenzenden 
Himmelsgegenden in Westeuropa wehen, sich dann aber 
nach Westen wenden und von da nach Norden und dann 
wieder zurückgehen. Der Wendepunkt im Norden, vor 
Eintritt der beständigen Wärme, trifft gewöhnlich auf 
Blitte Mai. Der Nordwind führt natürlich kalte Luft 
herbei, die Süddeutschland etwas später trifft, doch sind 
diese Tage trotzdem als die „Eismänner" bekannt. 
o Der KalmnS, die zum Pfingstfest so beliebte 
Wasserpflanze, ist diesmal recht reichlich auf den Markt ge 
kommen. Obgleich das Pfingstfest auf einen außer 
gewöhnlich frühen Termin fällt, haben die Kalmusfischer 
eine sehr reiche Ernte halten können. Die verhältnismäßig 
günstige Witterung förderte das Wachstum des Kalmus 
ungemein. 
o Der im Äaiserpreissingen siegreiche Berliner 
Lehrer-Gesangverein wird heute abend $10.32 Uhr nach 
Berlin zurückkehren. Auf dem Bahnhof Charlottenburg 
werden die Sänger vou den Behörden und Abordnungen 
von Vereinen feierlich empfangen werden. 
v Meisterprüfung. Unter Vorsitz des Schneider-Ober 
meisters H. Meißner machten und bestanden die Meister 
prüfung: Julius Runge, Frl. Auguste Brnnow, Frl7Marthä 
Genz ans Steglitz, Frl. Elisabeth Wcrnecke aus Friedenau. 
Die Prüfungen fanden im Etablissement Albrcchtshof statt. 
' v Für die bezahlte Kolonie, die während der 
großen Ferien das Zinnoivitzer Heim des Friedenauer Ver- 
eins für Ferienkolonien beziehen wird, können nochjAnmeldiingen 
erfolgen. Die Kurkostcn betragen 60 SU. Diejenigen 
Eltern, die ihre Kinder in den großen Ferien nach Zinno 
witz schicken wollen, werden gebeten, Anmeldungen zu richten 
on Frau Joscphine Wetzell, Kaiserallee 131 oder an die 
Vorstandsmitglieder des Ferienkolonie-Vereins. 
o Der Ausschuß der Fürsorge-Bereinigung für hilfs 
bedürftige Kriegsveteraneil Friedenaus hatte gestern unter 
Leitung des Herrn Generals Imme, inr Restaurant „Hohen- 
zollern" Sitzung, in welcher beschlossen worden ist, am 10. 
oder 17. Juni d. Js., zur Feier des 2ö jährigen Regierungs 
Jubiläums unseres Kaisers und Königs ein Promenaden- 
Kouzert zu veranstalten und den Geineindevorstand zu er 
suchen, zu dieser Veranstaltung den Platz am Birkenwäldchen 
(Maybach-Platz) der Fürsorgcvereiniguvg frei zu geben. 
Ferner geben wir einige Daten, die der Geschäftsführer 
Herr Kanzleirat Borck bekannt gab, über das iu der "Tat 
segensreiche Walten der Fürsvrgevereinigung seit dein 
1. Februar d. Js.: Einnahme 595,18 M., Ausgabe 355,37 
Mark; bleibt 239,91 SN. Herr Wittc-Sandoz hat durch 
Lotte hörte begeistert zu. So etwas wäre auch ihr 
Fall gewesen! Uebcrhaupt, diese Cornelie Reimann gefiel 
ihr riesig. Viel besser, als die stille, weiche, schöne Frau 
von Lcrsch, deren Blick sie mehr und mehr an Rolf Kähne 
erinnerte, obwohl beider Augen so ganz verschieden waren, 
und den sie deshalb gern vermied. 
Ein Vergnügen war solch peinliche Erinnerung wahr 
haftig nicht. 
Üebrigcns meinte es der Himmel nicht halb so schliinnr, 
als Herr Heine es vorausgesagt. 
Er schickte ein paar Sprühtropfen zwischen kalten: 
Braten und Butter und Käse und hinderte Lena und 
Cornelie nicht in: mindesten daran, sich der Expedition 
des Vaters und Herrn Wohls anzuschließen. 
Von den Einheimischen tonnte niemand die Berliner 
begleiten. Hcrr Heine mußte auf sein Bureau zurück und 
Lotte und Berta in die „Goldene Kugel". Ueber Frau 
Kühne wurde von allen Seiten ein ausgiebiger Ruhezustand 
bis zum Diner verhängt. 
Der Professor ging mit seinen gewaltigen Schritten, 
neben _ sich der: langen Wahl, so rasch voraus, daß die 
Schwester:: bald ganz allein in den: grünen stillen Forst 
blieben. 
Da Wahl ihnen den Weg genau beschrieben hatte, be 
eilten sic sich nicht sonderlich und schlenderten langsam 
durch den Wald mit seiner: vieler: hübschen und malerischen 
Punkten. 
Sie stiegen durch die steile Schlucht an den stillen 
kleinen Walesee hinunter und blickten auf den klaren 
. Grünweißen Grund. Sieben den: schmalen Holzsteg lag 
i ein Boot verankert. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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