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Periodical volume Nr. 108, 09.05.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

niemand spazieren gehen könne. Den Drahtzann von zwei 
Meter Höhe halte er für sehr erwünscht, damit nicht die 
Bälle hinüber fliegen können. Er bitte, die Vorlage an 
zunehmen. Baurat Altmann erklärt, daß die Umkleide 
räume usw. nicht in die Schule gelegt werden können, da 
iu der Schule hierfür kein Platz vorhanden ist, insbesondere 
nachdem der Bezirksausschuß die Dispense betr. Benutzung 
des Kellergeschosses abgelehnt hat. Außerdem müßten 
die Umkleideräume usw. auch unabhängig vom Schulbetriebe 
geschaffen werden. Für eine Unterstandshalle brauche man 
aber ebenso den Unterbau, deshalb ist es doch empfehlens 
werter, diesen Unterbau gleich auszuniitzen. Die öffentliche 
Bedürfnisanstalt bringe doch eine unverhältnismäßig hohe 
Verzinsung; wer sie benutzt, ob Friedenauer oder Wilmers- 
dorfer Bürger, könne gleich sein. Hauptsache sei, daß sie 
der Gemeinde die Einnahmen bringen. Daß auf der 
Böschung kein Promenadenweg angelegt werden könne, 
wurde schon gesagt. G.-V. Dr. Tänzler fragt an, welche 
Spiele dort stattfinden sollen, ob etwa dort auch Fußball 
gespielt werden soll. G.-V. Finke antwortet, daß das Fuß 
ballspiel in der Schule verboten ist. Aber dem Männer- 
Turnverein habe sich eine Sportabteilung angegliedert, die 
den Platz wohl auch zuin Fußballspiel benutzen werde. 
Wenn jetzt die Umkleideräume noch nicht geschaffen werden 
können, da das Volksschulgebäude erst später errichtet wird, 
so könne man vorläufig provisorische Unterkunftsräume her 
richten. Die Unterstandshalle könne eine einfache Holzhalle 
fein, zu der kein Unterbau erforderlich wäre. G.-V. Hau 
stein bemerkt, daß er aus Sparsamkeitsrücksichten für den 
Vorschlag des Herrn Finke sei; wenn der Herr Baurat will, 
lassen sich die Räume in der Schule auch schaffen. Idealer 
sei allerdings die Errichtung des besonderen Gebäudes, wie 
vorgeschlagen. G.-V. Uhlenbrock hat den Argwohn, daß 
man hier wieder einmal grundsätzlich zustimmen soll und 
nachher bewilligen müsse, was es kostet. Man möge heute 
einfach die Kosten für die Projektierung bewilligen, sich aber 
im übrigen nicht festlegen. Es geht nun ein Schlußantrag 
ein, der aber abgelehnt wird; G.-V. Kalkbrenner stellt 
darauf kurz die Anfrage, was die Anlage des Spielplatzes 
in der vorgeschlagenen Weise ungefähr kosten könne? Baurat 
Altmann erwidert, das könne er nicht sagen, er habe sich 
absichtlich noch nicht mit der Kostenfrage befaßt. Schöffe 
v. Wrochem meint, daß das, was Herr Uhlenbrock wünsche, 
schon beschlossen sei. Was es kostet, kann erst gesagt werden, 
wenn die Vertretung mit dein Bauprogramm einverstanden 
ist (Zurufe: Aha!). Wenn der Herr Baurat und auch der 
Herr Schuldezernent sagen, es geht nicht, die Umkleideräume 
in die Schule zu legen, da es ein Durcheinander von Schul 
kindern und Turnern gäbe, so müsse man dies doch anerkennen. 
Er sei wohl eher für die Vertagung. Baurat Altmann erklärt 
nochmals, daß für die Turner im Schulgebäude Räume nicht 
vorhanden sind. Der Amtsvorsteher müsse doch auch auf 
die Befolgung der Bauordnung achten und dürfe die Be 
nutzung des Kellergeschosses daher nicht gestatten. G.-V. 
Kunow ist nicht der Ansicht des Herrn v. Wrochen, daß 
man den Platz vorläufig so liegen lasse; man sollte ihn 
doch schon jetzt einrichten. Man könne den Turnern schon 
jetzt die Gelegenheit.zur Benutzung des Spielplatzes , geben 
und sie werden ihn gern benutzen, auch wenn sie noch nicht 
alle die gewünschten Bequemlichkeiten vorfinden. Bürger 
meister Walger bittet um grundsätzlichen Beschluß über 
die Einrichtung des Platzes. Die Frage, wohin die Um 
kleideräume usw. zu legen sind, könne ja noch in der 
Schwebe bleiben. Die Rampenanlage halte er für sehr 
hübsch. Es kann vorkommen, daß der Platz zugleich von 
Schülern und vonTurnern benutzt wird, dann muß ein Abschluß 
geschaffen werden und dann sei es nicht möglich, daß die 
Turner die Unikleideräume in der Schule benutzen. Es 
müsse also ein besonderes Gebäude geschaffen werden. 
Dann halte er die öffentliche Bedürfnisanstalt für erwünscht. 
Man könne garnicht genug öffentliche • Bedürfnisanstalten 
haben, dadurch hebe man die Sauberkeit der Straßen, 
lind gerade dort an die Ecke gehört eine solche Anstalt, da 
sich in unmittelbarer Nähe die Anlagen befinden. Für die 
meisten Bedürfnisanstalten bestehe der Fehler, daß sie von 
Bäumen und Sträuchern verdeckt werden. So werden auch 
vielfach die Bedürfnisanstalten auf dem Friedrich-Wilhelm- 
Platz wegen ihrer versteckten Lage nicht gefunden; es 
werden dort zur Verrichtung eines Bedürfnisses die Bäume 
benutzt. Er sei also für den vorgeschlagenen Entwurf. G.-V. 
Haustein meint, daß der Herr Baurat die Umkleideräume 
doch in der Schule .anlegen könne. Das Kellergeschoß ließe 
sich hierfür sehr gut verwenden, er glaube nicht, daß hierfür 
Abschiedsvesper in Heines Garten vor Abgang des 
Abendzugcs. 
Wahl fuhr hochbeglückt nach Berlin zurück. Wahr 
haftig, das war ein Tag gewesen, wie ihn das Leben 
selten beschert! 
Und das Gluck wollte noch immer kein Ende nehmen. 
Wie liebliche Musik wiederholte das rhythmische Geräusch 
der Achsen wieder und wieder die beiden Namen: Lotte 
— Menne — Lotte — Menne. 
Wahl faßte sich an den Kopf und fragte sich, womit 
er so viel des Guten verdient habe. 
Der Himmel war grau und regnerisch, als die Reisenden 
in das Städtchen einfuhren, dessen altertümliche Bauart 
den Professor sofort gefangennahm. 
Wahl erklärte, indem er die Führung zu Heines 
Garten gleich vom Bahnhof her, an der alten, roten 
Festuiigsmauer entlang, übernahm. 
Er wies den Fremden den Pulverturm, noch aus der 
Zeit der Hussitenkämpfe, und die alte, protestantische Kirche 
mit dem berühmten Altarbild. Drüben gen Osten zeigte 
er den Stadtwald, dessen grüne Weite man über den 
roten Dächern schimmern sah. Links dahinter, am See 
vorüber, gelangte man zum Steinbruch. 
Der Professor wollte keine Zeit verlieren und gleich 
zum Steinbruch hinunter. 
Mit Mühe überredete Cornelie den Vater, erst in 
Heines Garten Station zu machen. Man könne die guten 
Leute, die sich so viel Mühe gegeben hatten, sie würdig zu 
empfangen, nicht wohl vor den Kops stoßen. Auch würde 
er in Herrn Heine einen Mann kennen lernen, der in der 
Gegend weit und breit Bescheid wisse. Vielleicht, daß'er 
Dispense erforderlich sind, denn für Umkleideräume könne 
doch nicht der Begriff gelten, daß sie zum dauernden 
Aufenthalt von Menschen dienen. Er muß ja wohl sagen, 
idealer ist der Vorschlag des Herrn Baurats. G.-V. Kunow 
tritt für die öffentliche Bedürfmsanstqlt ein. Für die Uyter- 
stgndhalle sei doch ein Unterbau notwendig. Für das 
Brausebad könne er sich dagegen nicht erwärmen. Er 
glaube , auch nicht, daß es der Gesundheit zuträglich sei, 
wenn man mit erhitztem Körper sogleich unter die Brause 
gehe. Gi-V. Berger fiihrt aus, daß er eigentlich derjenige 
war, der den Antrag stellte, dort einen Spielplatz herzu 
richten. Er bedauere jetzt, diesen Antrag gestellt zu haben, 
nachdem man den schönen Platz an allen Ecken beschnitten 
habe, hier ein Stück für die Schule, dort ein Stück für den 
Friedhof genommen habe. So sei das, was ihm vorge 
schwebt habe, illusorisch geworden. Er würde sich freuen, 
wenn sich auch für diese Sache die Umfallmänner fänden, 
die das Gelände jetzt der Bebauung frei geben. Er habe 
gar kein Interesse mehr an der Sache. Nachdem der Platz 
so beschränkt wurde, seien für ihn die großen Kosten nicht 
mehr gerechtfertigt, die man dafür aufwenden wolle. Er 
bitte, den früheren Beschluß aufzuheben. Bürgermeister 
Walger möchte Herrn Berger beruhigen, da nicht er der 
Vater des Gedankens sei, dort einen Spielplatz zu schaffen, 
sondern es sei dies ein altes Projekt des Gemeindevor 
standes. Er bedauere es auch, daß man zum Friedhof ein 
kleines Stück hinzunehmen mußte, aber daran tragen die 
Herren Schuld, die nicht den Gütergotzer Friedhof recht 
zeitig einrichten wollten und zum Regierungspräsidenten 
gingen (Widerspruch). G.-V. Finke glaubt nicht, daß der 
Schulbetrieb gestört werde, wie gesagt wurde. Vor 
mittags werde der Platz so wie so nicht von Er 
wachsenen benutzt. Und Nachmittags kommen die Er 
wachsenen auch dann erst, wenn die Schulkinder 
längst herunter sind. Die Brausebäder wären, sehr 
erwünscht, der Turnverein habe sogar zwei vorgeschlagen 
und würde es gern sehen, wenn solche auch auf dem 
Maybachplatz geschaffen würden. Schöffe v. Wrochem 
erwidert auf die Ausführungen des Herrn Berger, daß der 
staatliche Jugendpfleger, Herr Lehrer Kühn, erklärt habe, der 
Spielplatz sei der schönste in Groß-Berlin. Die Brause 
bäder wären ein dringender Wunsch des Turnvereins. Er 
halte es für zweckmäßig, heute das Projekt, wie es in 
großen Zügen vorgeschlagen wird, zu genehmigen. G.-V. 
Kalkbrenner bemerkt, er gehöre nicht zu denen, die der. 
Bürgermeister vorhin gekennzeichnet habe bezüglich der 
Friedhofsstage. Er möchte sich aber auch keiner Ueber 
treibung schuldig machen und mit einstimmen, daß der Spiel 
platz der beste von ganz Groß-Berlin wäre (G.-V. Schultz: 
Friedenau hat imnier das Beste). Man solle erst abwarten, 
bis der Spielplatz eingerichtet ist. Er stelle den Antrag, den 
Spielplatz mit größter Beschleunigung' provisorisch einzu 
richten. Die Frage der Schaffung von Umkleideräumen usw. 
aber späterer Beschlußfassung vorzubehalten. G.-V. Uhlen 
brock beantragt, heute nur '500 M. zu bewilligen, für 
Bearbeitung der Projekte. G.-V. Kunow wünscht, daß der 
Spielplatz so bald wie möglich hergerichtet werde, sonst ver- 
, laufe der Sommer und der Platz sei noch so wie jetzt. 
Baurat Altmann erklärt, die provisorische Anlage schon 
jetzt auszuführen, ist nicht denkbar, auf der nördlichen Hälfte 
liege die Gärtnerei und die südliche Hälfte werde zum großen 
Teil als Bauplatz benutzt werden müssen. (Unruhe.) Ja, 
er rechne mit den gegebenen Verhältnissen. Nach sachver 
ständigem Urteil müsse er vorschlagen, in diesem Jahre 
nichts zu machen. Es käme vielleicht nur ein Platz von 
30X30 nr in Frage. Für ein Provisorium aber solle man 
keinen Pfennig ausgeben. Schöffe Lichtheim erklärt, daß 
die Gärtnerei entfernt werden könne, aber es koste Geld. 
Warte man bis zum Herbst, dann koste es nichts. Bürger 
meister Walger meint, daß über die Projekte doch der 
Sommer hinweggehen werde. Vielleicht empfehle es sich, 
man gebe den Platz jetzt schon frei, so wie er ist, als 
Tummelplatz; dann sei es so, als wenn die Spieler und 
Turner nach dem Tempelhofer Felde gehen. G.-V. 
Haustein stellt den Antrag, die ganze Vorlage zurück 
zustellen. Denn wenn man jetzt schon etwas einrichtet, 
schaffe man eine Anlage, die der Gemeinde viel Geld kostet, 
also warte man ab, bis das Volksschulgebäude errichtet ist. 
G.-V. Kalkbrenner weiß nicht, wie eigentlich die Vorlage 
zustande gekommen ist, nachdem der Gemeindevorstand sich 
nicht einig zeigt und von jeder Seite andere Vorschläge 
gemacht werden. Wenn der Platz nicht frei ist, konnte 
man doch unmöglich für dieses Jahr diese Vorlage machen. 
ihm noch zu ganz anderen Funden verhelfen könnte, als 
den erhofften im Steinbruch. 
Als das alles nichts fruchten wollte, nahm das Mäd 
chen ihren störrischen Löwcnmähnigen beiseite. 
„Du, alter Herr! Wenn dir was an dem Wahl liegt, 
mußt du dich mit den Heines gut stellen. Die Heines sind 
die einzigen Menschen, die Einfluß auf ihn haben. Be 
sonders die Lotte." 
Das zog. 
Helene schritt sinnend hinter den dreien her. Wie 
oft mochte Rolf Kühne hier in den Jahren geschritten sein, 
die er in dem Städtchen zugebracht! An den kleinen 
Gärten vorüber, die sich hinter der roten Festungsmauer 
dehnten und ihre Düfte von verblühenden Rosen, Levkojen 
und Reseden über das niedere Gemäuer schickten. 
Wie bald würde er wieder hier schreiten, neben dem 
großen rotblonden Mädchen, das dann seine Frau sein 
würde. An Feierabenden und Festtagen nach gedeihlicher 
Arbeit. 
Und plötzlich schritt, statt des Mädchens, sie selbst an 
Rolf Kühnes Seite, und auch sie sprachen von Arbeit und 
planten, was alles für die Fabrik zu geschehen sei, um sie 
zu erweitern, den Kunstwert ihrer Produkte zu erhöhen, 
sie zu der ersten in ihrer Art zu machen. 
Aus jedem über das Gemäuer hängenden Holunder 
busch, aus jedem Gesträuch bunter Dahlien, das sich durch 
die Gitter der Gartenpforten drängte, aus den Wiesen 
blumen, die in den schmalen Grassteig, auf dem sie schritten, 
eingestreut waren, wuchs ihnen ein neues Motiv, das sie 
umschufen und stilisierten für ihre Zwecke. Welch eine 
Lust, dies Schreiten und Planen und Sinnen zu zweien! 
(Fortsetzung folgt.) 
Ganz neu sei ihm, daß die Gärtnerei dort untergebracht sei. 
Darnach wurde die Vertretung garnicht gefragt. Er wäre 
dafür, es so zu machen, wie der Bürgermeister vorgeschlagen, 
den Platz so wie er ist steizugeben. Die sportmäßigen 
Uebungen könnten dort ja dann vorläufig unterbleiben. 
Bürgermeister Walger erklärt, daß sich der Gemeindevorstand 
einig wäre, er mache jetzt nur andere Vorschläge, nachdem aus 
der Vertretung verschiedene Wünsche geäußert werden. Schösse 
Lichtheim bemertt, daß der Gärtnereiausschuß Kenntnis da 
von hatte, daß das Grundstück von der Gärtnerei in Benutzung 
genominen war. G.-V. Richter führt aus, daß, nachdem 
man iVa Stunden debattiert hätte, der Gemeindevorstand 
endlich damit herauskomme, daß in diesem Jahre der Spiel 
platz noch garnicht ,'eingerichtet werden könne. Das hätte 
schon in der Vorlage 'gesagt werden müssen. Nun hören 
wir das jetzt erst. Bürgermeister Walger erklärt, man ver 
lange ja nichts weiter als Richtlinien für die Gestaltung 
des Platzes. G.-V. Kunow meint, daß im Ausschuß auch 
nichts darüber gesagt wurde, der Platz könne ist diesem 
Jahre noch nicht eingerichtet werden. Er war der Meinung, 
daß mindestens die Hälfte des Platzes benutzt .werden könne. 
Schöffe Lichtheim erwidert, daß dem Ausschuß eine Skizze 
vorgelegen habe. G.-V. Berger führt an, daß nach den 
letzten Ausführungen des Gemeindevorstandes, überhaubt 
noch keine Vorlage gemacht werden durfte. Man könne 
doch nur beschließen, was in der Vorlage steht und 
nicht, was damit gemeint sein soll. Er sei für den Antrag 
des Herrn Uhlenbrock. Bürgermeister Walger erklärt nun, 
daß er die Vorlage zurückziehe und nur beantrage, 500M 
zu den Kosten für die Projektierung zu bewilligen. G.-V. 
Kalkbrenner zieht darauf ebenfalls seinen Antrag zurück 
mit der Begründung, daß er das tue, nachdem der Gemeinde 
vorstand erst am Schluß die richtige Sachlage geschildert 
habe. Er hätte den Antrag nicht gestellt, wenn von Anfang 
an klar gemacht worden wäre, daß in diesem Jahre der 
Spielplatz nicht eingerichtet werden könne. Bürgermeister 
Walger: Also Herr Kalkbrenner zieht seinen Antrag zurück, 
weil er sich von Anfang an über die Vorlage nicht klar 
gewesenist. (Unruhe,verschiedeneZurufe). G.-V.Kalkbrenner: 
Ich könnte auf das, was der Herr Bürgermeister sagte, nur 
mit einem groben Keil erwidern Doch der Herr Bürger 
meister habe ja als Leiter der Versannnlung darüber zu 
wachen, daß nur ein guter Ton vorherrscht; so kann ich nur 
erklären, daß ich nicht das gesagt habe, was mir der Herr 
Bürgermeister in den Mund legt. Bürgermeister Walger: 
Ich habe gesagt, daß, nachdem Herr Kalkbreuner sich nicht 
klar geworden . . . (Zurufe: Sie haben gesagt, Herr 
Kalkbrenner sei sich von Anfang an nicht klar gewesen.) 
Es wird nun der Antrag des Gemeinde-Vorstandes, 500 M 
Kosten für die Ausarbeitung der Projekte zu bewilligen, 
angenommen. 
Die in der Vorlage vorgeschlagene Festsetzung der Kosten 
für Benutzung der Aula der Königin- Luise-Schule, 
wird beschlossen. 
Die Vorlage betreffend Beschlußfassung über den Erlaß 
einer anderen Gewcrbesteuerordnung (Filialsteuer) wird auf 
Antrag des G.-V. Ott unter ZusUmmung von 4 Gemeinde- 
verordneten dem Finanzausschuß überwiesen. 
Bei der Vorlage betr. Nachbewilligung von 2111 M. 
Mehrausgaben zu dem Brennmaterialienverbrauch für die 
Königin-Luise-Schule, fragt G.-V. Ott au, woher diese hohe 
Ueberschreitung komme, ob das vielleicht an dem Hallcnbau 
der Schule liege. G.-V. Huhn erklärt, daß bei einem neuen 
Gebäude im ersten Jahre stets viele Brennmaterialien ge 
braucht werden. Baurat Altmann weist nach, daß die Schule 
nachmittags häufiger benutzt werde, als man anfangs an 
genommen hatte, ferner erfordere auch die in der Königin- 
Luise-Schule geschaffene neuartige Heizungs- und Luftzugs 
aulage größeren Aufwand an Brennmaterialien als für die 
anderen Schulen und drittens wären die Kohlenpreise so 
wieso zu niedrig angesetzt gewesen. Der Hallenbau trage 
wohl auch mit zur schweren Beheizbarkcit bei, aber man 
habe sich doch s. Zt. mit der Anlage der Schule, wie sie 
geschaffen ist, einverstanden erklärt. Nachdem noch G.-V. 
Ott kurz erwidert hatte, daß man doch wohl nicht gleich 
6000 Bl. künftig für Brennmaterialien iu den Etat der 
Königin-Luise-Schule einzustellen brauche, werden die Nach 
bewilligungen von 2111,76 M. an Brennmaterialien für 
die Königin-Luise-Schule und 658,36 M. Brennmaterialien 
für die Volksschulen genehmigt. 
Als Honorar für ein Gutachten in der Streitsache mit 
der westlichen Berliner Vorortbahn iverden 300 M. bewilligt. 
Der veränderte Antrag der Frau Anna Retzdorf auf 
Uebernahme der Unterhaltung der Retzdorffschen Grabstätte 
gegen Zahlung einer Summe von 10 000 M. wird ange 
nommen. Gleichzeitig wird auch die Unterhaltung einer 
Gitterstelle der Frau Clara Radde geb. Zimmermann gegen 
Zahlung von 4000 M. Stiftung und 2160 M. für die Grab 
stelle genehmigt. 
Unter „Kleine Anfragen" führt G.-V. Kalkbrenner aus: 
Es habe ihn sehr gewundert, daß die Kassenbuchhalterstelle 
für den zum Rendanten beförderten Herr Heider, ausge 
schrieben wurde. Wäre es nicht möglich gewesen, einender 
hiesigen Beamten an diese Stelle zu befördem? Bürger 
meister Walger erwidert, daß er öffentlich darauf nicht 
antworten könne, da Personalfragen dabei erörtert werden 
müssen. G.-V. Finke wünscht, daß der Spielplatz an der 
Schwalbacherstraßeöfters gesprengt werde.Schöffe v.Wroch em 
erwidert, daß dies bereits beschlossen sei. G.-V. Schultz 
fragt an, wie weit die Angelegenheit betr. Durchlegung der 
Gutsmuthsstraße sei. Der Bürgermeister erwidert, 
daß die Sache sich dadurch verzögert habe, weil die früheren 
Besitzer des Platzes in alle Winde verstreut sind; es konnten 
daher die Zustellungen nicht erfolgen. Jetzt ist es nun ge 
lungen, einen Bevollmächtigten zu bestellen. Der erste 
Termin habe schon stattgefunden. Aber wer den Gang des 
Enteignungsverfahrens kennt, werde wissen, daß solche Sache 
nicht in einigen Monaten zu erledigen ist. G.-V. Eggert 
wünscht, daß die Vorlage betr. Errichtung einer Gemeinde 
sparkasse recht bald gemacht werde, damit diese Einnahme 
quelle der Gemeinde nicht noch weiter hinausgeschoben werde. 
Bürgermeister Walger erklärt, er werbe dem Wunsch folgen.
        
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