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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 1 des „Friedeuauer Lokal Auzeiger 
6* 
maac.M.nerr. 
Mittwoch, den 1. Januar 1913 
Bestellungen 
auf den 
Irieöenauev LoKat-Mnzerger 
nehmen entgegen: 
ZeitungölpediHon H. Fleischmann, Wielandstr. 29 
Ncüünstelle A. Zschnlig, Odenwaldstr. 7, 
Geschäftsstelle Rheinstr. 15; 
. , . für Selbstabholer 
Paplerhandlunz M. Ebers, Rheinstr. ib. 
Papierhandlung A. Zfchalig, Odenwaldstr. 7, 
ferner 
sämtliche Vo-stanstalien. 
L?erngSp/eis: Monatlich 60 Pfg. frei HauS. Durch die 
Poft monatlich 64 Pfg. frei HauS einschließlich Be» 
sicllAeid. Für Selbstabholer monatlich 50 Pfg. 
mammma l ; 1913! 
Berrouscht ist bo# olteJahr mit feines Guft und mit seiner 
L^st, seine» Teuerungen.-: Streik», Kriegsdrohungen und 
Kn. gen. 1913 ist grw'ß für viele kein Jahr de» „Heils" 
gewesen. Mit Gläferklirien und Glcckenkliugen wud um 
so freudiger da» neue Jahr begrüßt. 
Ei» jeder Mund wünscht uns rin froher nrnrS Jahr 
und auch aus der Fern« kommt so manche» von lieber 
Hand beschriebene Blatt, da» diesem Wunsch« Ausdruck 
gib. Ja, läge *1 nur jm den menschlichen Wünschen, so 
u-üre es im neuen Jahr«: Glück und Freude überall! Im 
Ta.n'engrün und im strahlenden Glanze der Kerzen friert 
die Familie das schönst» Fest der Christenheit. Doch die 
Feier, weiche d-m alten Jahr den Echeidegruß bereitet, 
greift weiter hinaus aus dem Familienkreise bi» in die 
Sippe d.r Freundschaft und B.kanntschast. Deshalb bildet 
sich am Syivlsterabrnd so manch bunter Kreis von flöh- 
!,chen Menschen, die das Lrben zusammen geführt hat. 
Neujahr ist ein F.st, daS mit dem materiellen Lrben 
und Fonkoiamrn im Sngsten Zusammenhange steht und 
darum auch vielfach «inen sehr materiellen Anstrich erhalten 
hat. Und wie Lust und Leid in ewigem Wechsel au» dem 
Born de» Schicksals fließen, und wie dar Naturleben als 
er» rwigrr KreiLlqnf tm Werden und Vergehen sich dar 
stellt, so sucht auch der Mensch dem ewigen Einerlei der 
Trge ei» wechselnder Gewand umzulegen. 
Der Mensch der Gegenwart ist zäher geworden, er 
hat gelernt auch dem widerstrebenden Geschick gegenüber 
auszuharren, und oft weiß er an den traurigen Anfang da» 
fröhliche Ende zu knüpfen. Furcht und Freude sind durch 
den kühl »rwägensn Verstand abgeschächt; unverzagt tritt 
auch derjenige, den die Ungunst deS letzten Jahres auf 
harte Proben stellte, in das neue Jahr hinüber. Und daS 
ist recht so. Denn dem Mutigen gehört die Welt! 
Gerichtliche 
(:) Während brr Prob.-zeit darf Niemand ohne weiteres entlassen 
wnd.-n, eS fei denn, daß wichtige Grande zu einer Entlasfusg g>. 
geben find. Solche wichrige Gründe find aber nicht, wie das Berliner 
Landgericht evlschtrdrn hat, in der Unfähigkeit de4 zu Erproberdm, 
die Stellung ausfüllen zu können, zu erblicken. Der Kläger war von 
der Beklagten als Techniker und Vertreter mit einem MonatSgehalle 
von-125 M. zunächst zur Probe auf «inen Mor.at a-rgestellt, wurde 
aber, nachdem er einige Taze i!n Blro und vier Tage als Veilreier 
zwecks Erwerb» von Kunden tätig war. von der Beklagten entlassen. 
Er erhob vor dem Gewerbegerlcht Berlin Klage und verlangte die 
vereiadarle Vergütung für den vollen Monat. Die Beklagte 'macht- 
geltend. duh während der Pcobrz-it an jedem Tage ohne Janehaltung 
einer 8rist grkündlgt werden könne; anherbem habe ver Kläger Ent- 
lafsnngSgrund geboten, weil er sich unfähig gezeigt habe. DaS 
Sewerbezericht erklärte jedoch: Die Tätigten de» Klägers war über 
wiegend eine technische. DaS Gewrrbegericht il also zuständig. DaS 
ProbedienfloerhiltniS ist auf eine bestimmte Zeit verabredet und kaun 
daher nur auS wichtigen Gründen gemth § 133» GO. vor Ablauf 
dieser Zeit gelöst werden. Eine j-derzeilige tägliche Lösung ist nach 
§ 133» GO unzulässig, da eine von der gesetzlichen Kindigungtfeist 
abweichende Vereinbarung g-mäh § 133», s GO. nur für den Fall 
ein« vorübergehenden Aushilfe gestattet iit. Ein wichtiger Ent- 
laffungSgrund ist ader nicht dargetan. Der Kläger war nur vi:r 
Tage in fein« Eigenschaft als Vertreter tätig. Naturgemäß muß er, 
selbst wenn er schon praktisch in einer gleichartigen gewerblichen 
Branche tätig gewesen ist, sich «st einige Zeit für feinen speziellen 
Dienst einarbeiten, um Erfolge erzielen zu können. Dazu sollte die 
Probezeit naturgemäß dienen. Bier Tage reichen für einen s.lcheu 
Zweck ad» nicht auS, wie die Parteien leidst dadurch zu «kennen 
geben, daß sie eine einmonatige Probezeit v reinbart haben. Di« 
Entlastung war also nicht gerechtfertigt, die Beklagte daher nach 
§ 615 BGB. zur Zahlung der geforderte., Vergütung verpfllchtct. 
nrie Beklagte wurde deshalb kostevpstichtlg dem Klageantrag gemäß 
zur Zahlung verurteilt. 
Litterarisches. 
Wie man seine unstreitigen Außenstände ohne Kosten für Anwalt 
und Prozeß erfolgreich rlnzlehea kann. Unter diesem Titel ist so.den 
bei Emtl Abigt zu Wiesbaden vor Dr. jar. Ed. Karlemeyer, dem 
Verfass« d.-s .Große» Handbuch für das gesamte Mahn- und Klage- 
wesen' rin klein« praklrscher Ratgeber für deutsche Gläubiger nach 
einem neuen Verfahren mit gebrauchsfertigen kopieikähigen Formu 
laren «schienen, der nur 75 Pfg. (Porto 10 Pfg.) kostet. Man tst 
überrascht, wenn man da» Bach durchsieht, wie einfach'rS tst, selbst in 
Fällen, wo vorher schon srochtlrS gepfändet war, noch mrloren ge 
gebenes Geld bereiuzuholeki. Es kann tatjächlih der Geschäftswelt 
Millionen an Kosten jährlich ersparen und ist prr kleine wie größere 
Geschäfte, Handwerk«, Aerzte, Landwirte. Zahnärzte usw. gleich unent 
behrlich. Wie oft scheut man der Kosten wegen den RechtSanwalt in 
Anspruch zu nehmen, und wie oft macht sich der Gläubiger noch durch 
erfolglos« Pfändungen nutzlose Kosten, weil er den richtigen Weg nicht 
kennt, wie er hier gezeigt wird. DaS ist wirklich einmal ein Buch, 
da» d'in Geschäftsmann Geld in» HauS bringt, wenn alle anderen 
Mittel versagten. 
ELlll'-lvaMwnkchrichttu. 
Friedenau. 
Decke rem 15. bis St. D-z-mber. 
Gebürter: Ein Bob«. . .... 
Poßa fipe.'IKarlLchneid r Kars- 
war n William Hokänd>.r. Rc- 
e 1c UN,zs auwei 1« Walter Petzet, 
iraufmm'. R-'.dolr B «kee. Etrt.ß:r- 
bahnfüheer I har- ' G:uda .Buch 
häuhi:. N amaun. 
Line Luchter: 
io in«: Cito f.wzel. Kaufmann 
Ganov Hr-IImann. Laseziner und 
Dekorateur g.oa?: Feh HLümr 
Olry Stau)'. ^aSruSallrarte-.l« 
Sräfts Brink.'. BrchhL dier Hans 
Hrppr. ö;IJeur Ad-lf Daenell. 
Aufgebote. 
Bankt amt« "Walter Eh Hardt, 
ln Ck.arlsttcr.burg und S'«u Levoi 
geb. H.vden, hi,r. Buch 
dri ck nikcsiZc: Wilhelm Bmrlin in 
Aaeruhe m und Ka Ihr Siegel, hier 
Leulnannt a D. Ulrich v Elbe, tu 
Vrrlza-Cchv cbcrg und Frau Attcz 
K.rbla.anra, geb. Echaltze, Rentiere 
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Dann BeiLte und Abendmahl. 
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Beka«nt«achu»ss. 
Die rnter dem Srhweinebeflarde de» MolkrreibrsitzttS Klsinökt, 
hiers.lbst, Drelleflriß- V2, urd deS Landwirtes «alz, «rellestr. 18 
»ohchast. aukgebroazene Söwiinrpest ist rrloschen. 
«:>li>r.Lqma-gttibälf,''b n e.' Dezimbrr ISir. 
Der AmtSparstch«. 
Veröffentlicht: 
Berlin Fkiedenau. den 28 4ez«rpb« ISIS. 
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