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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage p Nr. 98 de 
Sonntag, den 27. April 1913. 
Sitzung der 6emeindevertretang 
vom Donnerstag, dein 24. April 1913. 
(Schluß.) 
E-' folgt nun die Vorlage betr. die Genehmigung des 
Bauentivnrfs fite den 33an des Verivaltuugsgebäudes 
— oder wie Bürgermeister Walger durch Zurufe berichtigt 
wurde des Rathauses. Der Biirgermeister bemerkt, 
daß es sich bei den vorgelegten Plänen zunächst um Skizzen 
handelt, die noch einer weiteren Ausarbeitung bedürfen. Es 
handele sich zunächst darum, einen grundsätzlichen Beschluß 
herbeizuführen, um die Dispense möglichst schnell zu er 
halten. Der endgültige Entivurf werde dann später der 
Berlretnng vorgelegt werden. Banrat Altmann führt 
darauf aus, daß die Gemeindevertretung am 19. Dezember 
1912 das Banprogramm genehmigt habe. Nach diesem Pro 
gramm habe er verschiedene Entwürfe arisgearbeitet. Der Bau- 
ausschnß habe sich für den vorgelegten Entwurf entschieden. 
Wie der Herr Bürgermeister schon sagte, handelt es sich bei 
den Pläneii um Skizzen. Es wird um die grundsätzliche 
Zustimmung gebeten, um das Nächstliegende, die Dispense 
zu beantragen und zu erlangen. Wenn man die Skizzen 
durchgesehen habe, werde mau gefunden haben, daß er sich 
in dem Grundriß fast genau au das Bauprogramm ge 
halten habe. Einzelne Abweichungen sind allerdings ein 
getreten, die durch besondere Umstände bedingt wurden. Es 
gleicht sich aber alles so ziemlich wieder aus, das gesamte 
Minus beträgt etwa 20,82 qm. Ter Baurat erläutert mm 
näher den Gnmdriß. Das Gebäude hätte an der Rhein- 
undNiedstraße in einem stumpfen Winkel gebautwerden müssen. 
Ta dies einen wenig schön gegliederten Bau geben würde, 
so wurde im Bauausschuß der Vorschlag gemacht, diesen 
stumpfen Winkel nicht auszuführen, sondern das Gebäude 
au der Ecke etwas zurücktreten zu lassen und gleichsam einen 
Anbau au der Rheinstraße zu schaffen, sodaß das Haupt 
gebäude mit dem Mittelportal an der Niedstraße zu liegen 
kommt. An der Rheinstraße entsteht dann ein rechter 
Winkel nach innen, in dem Anbau befindet sich hier der 
Sitzungssaal, zu dem ein besonderer Aufgang von der 
Rheinstraße aus geschaffen werde. Der viereckige Turm ist 
in dem Winkel an der Rheinstraße gedacht. Nach der 
Lauterstraße zu schließt sich ein glatter Bau an. Die Ge 
bäude umschließen einen Mittelhof. Au den Plänen und den 
Modellen wird die Ausgestaltung des Baues durch den 
Banrat näher erklärt. Praktisch sei der vorgeschlagene Ent 
wurf der günstigste, aber auch architektonisch sei er der 
wirkungsvollste, das ersehe mau schon aus der rohen Skizze. 
Es ist das eine Losung, die auch in ästhetischer Beziehung 
befriedigt. Man habe im Bauausschuß auch lange darüber 
verhandelt, ob es zweckmäßig sei, den Haupteingang in die 
Mitte am Marktplatz zu legen oder ob man ihn mehr an 
die Ecke der Rheinstraße lege. Doch man hält es doch für 
die Würbe ^Mv^'diS 'bessere Wirkung des Gebäudes für 
wünschenswert, den Haupteingang in die Mitte der Front 
zu legen. Bei der Feuerwehrhalle sind noch 6 Stände für 
Pferde vorgesehen, die würden wegfallen, da der Feuer- 
löschausschuß die Anschaffung von Automobilen befürwortet. 
Das ist noch von der Vertretung zu beschließen. 
Bürgermeister Walger bittet, in der Aussprache haupt 
sächlich die grundsätzliche Frage zu erörtern, Einzelheiten 
wohl anzuführen, aber nicht näher darauf einzugehen, da 
ja der baureife Entwurf später vorgelegt wird. 
G.-V. Ott bezeichnet es als erfreulich, daß den Ge 
meindeoerordneten die Pläne über den Bauentwurf zuge 
stellt wurden, dadurch konnte mau einen besseren Ueberblick 
über das Gebäude gewinnen, das mm entstehen soll. In 
den Sitzungen des Bauausschusses, dem er angehöre, konnte 
er sich doch nicht ein so genaues Bild machen. Wenn der 
Herr Banrat sagte, daß nur geringe Abweichungen gegen 
über dem Bauprogramm vorgekommen wären, so könne 
er das leider nicht finden, er habe vielfach doch ganz 
bedeutende Abweichungen festgestellt. Besonders durch 
den Saalbau werden die früheren Beschlüsse ganz über den 
Haufen geworfen. Während man einen mit den Nebcu- 
räumen zu erweiternden Saal von 400 qm wünschte, sei 
jetzt mit den Nebenräumen ein Saal vou 600 qm ent 
standen. Und er vermisse immer noch ein zweites Sitzungs 
zimmer. Dann ist die Bürgermeisterwohnung von 245 qm 
aus 371 qm gestiegen. Er bemängelt ferner die Lage der 
Kasse, zu der man über mehrere Treppen und nach einem 
längeren Weg über den Korridor erst gelange. Auch das 
Treppenhaus, das man wohl aus Schönheitsgründen so an 
legen wolle, gefalle ihm nicht. Es handele sich doch um 
ein Geschäftsgebäude, da sollten die Treppen beguenr liegen. 
Solche Parade-Treppen rechts und links, wie hier vorge 
sehen, brauche man nicht. Die Bürgermeisterwohnung sei 
ferner so gelegen, daß sie den Geschäftsverkehr behindere. Auch 
die Lage des Amtszimmers des Bürgermeisters könnte eine 
günstigere gegenüber den anderen Büros sein. Er vermißt 
dann in dem Entwurf deu Fahrstuhl. Wenn er nun die 
Berteilung des Raumbedarfs in dem 7 stöckigen Gebäude 
(Baurat Altmann: 6 Stock) — der Tiefkeller ist doch auch 
ein Stockwerk — betrachte, so komme er aus ein ganz eigen 
artiges Ergebnis. Im 1.—3. Stockwerk sind 6750 qm ins 
gesamt vorhanden. Davon kommen aber nur 1700 qm 
auf Büroräume. Die restlichen 5000 qm absorbieren sich 
durch die Diaucrn, Bürgermeisterwohnung. Säle und 
Korridore. Er komme da zu dem Ergebnis, daß das Ge 
bäude auf dem Wilmersdorfer Platz wunderschön Platz ge 
sunden hätte. Obwohl schon alles berücksichtigt sei, was wir 
später voraussichtlich mal brauchen, sind doch noch eine un 
geheure Menge von Reserveräumcn vorgesehen, 33 Proz. 
Eine derartige Reserve ist nicht gerechtfertigt, man gehe da 
mit über deu unmittelbaren Bedarf weit hinaus. Die Kosten 
sind berechnet auf 6 Million Mark, wenn er mm noch den 
Preis für das Grundstück und die Kosten für die innere 
Einrichtung in betracht ziehe, so komme man auf 2 Millionen 
Mark, eine Zahl, die früher schon genannt, aber bestritten 
wurde. Doch hier habe man nun alles schwarz auf weiß. 
Er möchte doch zu bedenken geben, ob man mit dem Ein 
heitssatz von 20 M. für deu Kubikmeter umbauten Raumes 
nicht doch noch etwas heruntergehe. Man könne vielleicht 
manches einfacher gestalten. 
G.-V. Berger kann sich im allgemeinen dem Vor 
redner anschließen. Bezgl. der Lage des Anrichteraumes znm 
Sitzungssaal sei er der Ansicht, daß die Entfernungen zu 
groß sind, sodaß wohl kaum jemand im Saal ein warmes 
Essen erhalten werde. Bei der Bürgermeisterwohnung ver 
misse er dann die Waschküche. Ob man übrigens dem 
Bürgermeister mit dieser opulenten Wohnung einen Gefallen 
tue, bezweifle er. Man möge ihm dann gleich eine Erhöhung 
des Gehalts bewilligen (Heiterkeit.) Er spricht dann auch gegen 
die Ausstattung und die vielen Neserveräume. Herr Ott 
hat schon die Summe genannt, die der fertige Bau kostet, 
diese Summe ist viel zu hoch für Friedenau. Den Saal 
für die Gemeindevertretung halte er für zu klein; man 
müsse doch auch damit rechnen, daß Friedenau einmal 
Stadtrechte erlangen könnte, dann könnte man die Stadt 
verordneten dort nicht unterbringen. Er bittet, noch einmal 
bezüglich der Kosten in eine genaue Prüfung einzutreten. 
Man brauche auch nicht so viele Reserveräum anzulegen, 
die vielleicht einmal Bedürfnis werden, wenn unsere Urenkel 
so weit sind. G.-V. Finke äußert Wünsche bezüglich der 
Volksbücherei. Er möchte, daß der Biüliotheksraum vor 
dem Lesezimmer liegt, der besseren Aufsicht wegen. Auch 
vermißt er Abortcmiagen für das Lesezimmer. Daun fehlt 
ein Zimmer für den Bücherwart. Das Lesezimmer könnte 
kleiner sein, die Bücherei aber müßte größer werden. Ferner 
vermißt Redner ein Zimmer für das Statistische Amt, auch 
die Ratswage fehlt. Für juristische Hilfsarbeiter ist nur ein 
Zimmer vorgesehen, obwohl im Bauprogramm zwei Zimmer 
beschlossen waren. Es fehlt ferner ein Zimmer für die 
Registratur und für die Tuberkulose-Fürsorge-Schwester. 
Dann wundere es ihn, daß man die Anßenmauer vom 
2.—3. Stockwerk nicht weiter gefiihrt habe. 
G.-V. Schönknecht hat die reinen Baukosten auf 
1 190 000 M. berechnet; es würde also die Verechnniig des 
Herrn Baurats richtig sein. Er habe auch nachgedacht, ob 
noch Ersparnisse zu machen sind, doch wird sich da nicht 
viel machen lassen. Der Sitzungssaal ist allerdings mit 
Nebeiiräumeu auf 508 Quadratmcr nach seiner Berechnung 
gestiegen. Er bespricht noch einige technische Ausführungen 
in den Nebenräumen des Saales, namentlich wünscht er 
die Beseitigung eines Pfeilers im Korridor. Auch für die 
Büroräume schlägt er einige technische Aenderungen vor. 
Wünscht vor allein auch einen Aktenaufzug. Den vorge 
sehenen Tresorraum im Keller hält er für sehr reichlich be 
messen. Für die Bürgermeisterwohnung habe er 350 qm 
heransgerechnet. Er sei aber nicht gegen die Bürgermeister- 
wohnung. Nach feinet Berechnung kommener aus'einen 
Mietspreis von 2175 M. Das wäre also wohl entsprechend. 
Den Fahrstuhl habe er auch vermißt. Ueber die reichliche 
Zahl von Reserveräumeu habe er sich jedoch gefreut. Mau 
brauche sie ja noch nicht gleich auszubauen (Baurat Altmanu: 
Sehr richtig). Aber er halte es für einen großen Vorteil, 
daß wir diese Neserveräume besitzen. 
G.-D. Ksalkbrenucr spricht dagegen, daß die Kinder- 
fiirsorgestelle unmittelbar neben die Gefängniszellen- gelegt 
werden soll. Er fragt dann, ob die Vorgärten als Vor 
gärten gedacht sind, oder vielleicht als Wirtschaftsgärten für 
den Ratskeller (Bürgermeister Walger schüttelt den Kopf). 
Für den Vorsteher des Meldebüros habe mau ein sehr 
kleines Zimmer vorgesehen, alle anderen Bürovorsteher 
haben größere Räume. Die Bürgermeisterwohnung gehe 
weit über das hinaus, was früher vorgesehen war, er habe 
332 qm berechnet. Für die Volksbücherei habe man aus 
drücklich Räume von 80 und 100 qm beschlossen, jetzt habe 
man sie wieder verkleinert. Mit dem Saale habe mau jetzt 
doch wieder den Festsaal, in schlimmerer Art als selbst vor 
her gefordert, erhalten. Ob die Feuerwehr Automobilbetrieb 
oder Pferdebetrieb erhalte, müsse unbedingt vorher entschieden 
werden. 
G.-V. Berger erwähnt, daß angestrebt werde, eine 
Reichsbanknebenstelle in Friedenau zu erhalten. Es könnten 
dafür auch Räume im Rathause vorgesehen werden. Die 
Verhandlungen in dieser Sache schweben. Herrn Schönknecht 
wäre er dankbar, wenn er ihm für 2000 Bi. solche 
Wohnung in Friedenau nachweisen könnte, wie sie für den 
Bürgermeister geschaffen werden soll. 
Schöffe Bache kann bezüglich der Volksbücherei die 
Anregungen des Herrn Finke nur unterschreiben. Er hält 
dann das Schöffenzimmer für überflüssig, glaubt aber, daß 
man Dezernentenzimmer vorsehen müßte, die besonders, 
wenn wir Stadt werden, sehr notwendig sind. 
Bürgermeister Walger bemerkt bezüglich der letzten 
Anregung, daß von den Schöffen bereits jetzt gewünscht 
wurde, ihnen ein Amtszimmer zur Verfügung zu stellen, 
wo sie ihre Amtsangelegenheiteu zu bestimmten Zeiten 
erledigen könnten und wo sie auch zu sprechen sein würden. 
Die Frage der Dezernentenzimmer könne mau jetzt noch 
frei lassen, da ja in jedem Stockwerk Neserveräume vor 
gesehen sind. Daß mau mal mit einzelnen Büros rücken 
müsse, iverde vorkommen, wie es ja auch anderwärts 
geschieht. Wenn wir Stadt werden, werden wir die Polizei 
und mich die Amtsverwaltung verlieren. Mit der Reichs 
banknebenstelle habe sich der Votstaud bereits vor längerer 
Zeit beschäftigt. Die Verhandlungen schlossen mit dem 
Ergebnis, daß zur Zeit eine Reichsbanknebenstclle hier nicht 
errichtet werden soll. Im Rathaus werde man für die 
Reichsbanknebenstelle keinen Platz schaffen können. Oeffentlich 
könne er über die Verhandlungen mit der Reichsbank nicht 
berichten. Daß die Kinderfürsorgestelle neben den Arrest 
zellen liegt, ist richtig, doch laßt sich ein anderer Weg für 
die Arrestanten schaffen, sodaß diese nicht mit der Fürsorge- 
stelle in Berührung kommen. Bezüglich der Feuerwehr ist 
im Feuerlöschausschuß beschlossen worden, Automobile anzu 
schaffen. Es soll eine Motorspritze beschafft werden und es 
wäre dann auch die Leiter automobil zu befördern. Ein 
Gerät könnte noch als Reserve für Pferdebespannung bleiben. 
Wenn es gebraucht wird, kann man Pferde von einem 
Fuhrhalter heranziehen. Die Gemeindevertretung soll 
hierüber natürlich erst vorher beschließen. Der Bürgermeister 
äußert sich noch über die bemängelte Lage einzelner Büros 
und meint, daß die Entfernungen keine Rolle spielen, 
besonders, da ja auch Fernsprechverbindung mit den einzelnen 
Büros geschaffen werde. 
Baurat Altmanu betont, daß es sich hauptsächlich 
heute darum handele, einen grundsätzlichen Beschluß zu haben, 
um die Dispense zu erreichen. Man müsse zunächst diese 
Instanz umschiffen. Mau könne die Schwierigkeiten er 
messen aus der Tatsache, daß einzelne Herren mit aller 
Gewalt dagegen vorgehen, daß die Dispense nicht erteilt 
werden. Wenn diese Bemühungen der Herren Erfolg haben 
sollten, so wäre die schöne Arbeit und das schöne Geld 
nutzlos hingeworfen. Dann würde man wieder am Anfang 
der Arbeit stehen. Daraus könne man sehen, welche 
Schwierigkeiten und Kosten der Gemeinde durch das Auf 
treten der Herren entstehen können. Der Baurat kommt 
daun auf die Zahleuberechmmg und meint, daß diese eine 
sehr verschiedene sein kann. Er berechne für den Sitzungs 
saal nur 386 Quadratmeter mit den Nebenräiimen und 
selbst wenn er das Beratungszimmer von 61 Quadratmeter 
noch mit einrechne, so wäre er noch nicht über das Bau- 
programm wesentlich hinausgegangen. Was die eine Ecke 
anbetrifft, so sei aus der Not eine Tugend geworden. Das 
kleine Zimmer könne vielleicht zu Fraktionssitzungen Ver 
wendung finden. Die Kasse habe sich nicht günstiger legen 
lassen als jetzt. Sie habe so das beste Licht. Die zwei 
Treppen sind so angelegt, damit sie besser zu sehen sind. 
Ein Luxus liegt darin nicht. Der Fahrstuhl fehlt aller 
dings; er bitte sich da zu entscheiden, ob man den üblichen 
Fahrstuhl oder ein sogen. Paternosterwerk wünsche. Er be 
streitet dann die Opulenz in den Korridoren. Die Herren, 
die die anderen Rathäuser besichtigten, sagten, unter 2,50 
Bieter breit dürfen die Korridore nicht sein. Und hier sind 
sie 2,30 Meter. Die reiche Reserve sei zweifellos gut. Die 
Räume werde mau ausbauen, wenn sic gebraucht werden. 
Was die Kosten und die von Herrn Ott genannte Summe 
von 2 Millionen Mark anbetrifft, so wäre er sehr zufrieden, 
wenn ihm Herr Ott noch 400 000 M. für die innere Ein 
richtung bewilligen würde (G.-V.: Fällt mir garnicht ein. 
(Heiterkeit). Denn die 1 Million Baukosten und 600 000 
Mark für das Gnmdstück ergeben doch erst 1 000 000 Bk. 
Das Mehr bei der Bürgermeisterwohnung ergibt sich durch 
die architektonische Gestaltung, durch die Erkeroorbauten usw. 
Die Bücherei kaun nach Wunsch angelegt werden. Den 
Raum für die Bücherei halte er aber für genügend groß, 
da er ja in 3 Stockwerken angelegt werden soll. Die Rats- 
wage habe sich nicht anlegen lassen. Sie könnte nur auf 
dem Hof liegen, aber da fehlt die Bewegung für die großen 
Lastfuhrwerke mit Trägern usw. Die Registratur ist in 
einem großen Raum zusammengelegt. Menn man die 
Anßenmauer noch höher ziehen würde, bekäme man noch 
mehr Neserveräume und die Kosten werden höher. Der 
Pfeiler im Erfrischungsraum läßt sich ganz wegnehmen. 
Der Tresorraum ist nur provisorisch angegeben. Die 
Kinderfürsorge kann getrennt werden. Vorgärten werden 
nur in der Lauterstraße angelegt. Für den Vorsteher des 
Bkeldebüros genüge das kleine Zimmer. Akan war über 
haupt im Zweifel, ob man es ihm anlegen soll, da er doch 
hauptsächlich im Hauptbüro tätig ist, es kann sich nur um 
ganz vereinzelte Fälle handeln, wo er in seinem Zimmer 
zu verhandeln hat. Ueber die Notwendigkeit des Schöffeu- 
zimmers und den Ausbau der Feuerwehr habe der Herr 
Bürgermeister schon gesprochen. 
G.-V. Schön kn echt-antwortet Herrn Berger, er wisse 
nicht wie er dazu komme, ihm eine Wohnung nachzuweisen, 
er nehme gern Belehrung au und bitte Herrn Berger, ihm 
eine andere Berechnung aufzumachen. Als Fahrstuhl 
empfiehlt er ein Paternosterwerk. Die Treppenanlage bittet 
er so wie angegeben auszuführen. 
G.-V. Berger freut sich, daß mau heute nur wegen 
der Dispense grundsätzlich zu beschließen habe. Es werde 
später noch manches abzuändern sein. Die Ratsivage bitte 
er nicht auszulassen, sie sei sehr notwendig. Er bittet ferner 
im Sitzungssaal möglichst die schiefe Wand zu vermeiden. 
(G.-V. Kunow: Das ist ja gerade was Schönes.) Na, ich 
danke. (Bürgermeister Walger: Die fallt weg.) Herrn 
Schönknechts Berechnung wolle er durchaus nicht bemängeln, 
er werde sich nicht ermessen, Anstand zu nehmen au einer 
sachverständigen Berechnung. Aber vielleicht könne ihm Herr 
Schönknecht doch solche Wohnung, wie die Bürgermeister- 
wohnung, für den Preis von 2000 Bk. in Friedenau 
nachweisen. (G.-V. Schönknecht: Ich bin kein Wohnungs 
vermittler.) Na, vielleicht so aus Freundschaft! 
G.-V. Finke fragt, ob die Natswege nicht in der Durch 
fahrt anzulegen wäre. (Baurat Altmanu: Das geht nickt.) 
Die Außenmauer bitte er. hochzuführen. 
Baurat Altmanu bemerkt, daß die Kosten erheblich 
höhere werden, wenn man die Mauer höher führe. Bezgl. 
der Ratswage werde er versuchen, ob diese nicht noch 
irgendwo sich anlegen lasse. Schwierigkeiten bereite es. 
Darauf wird der vorgelegte Bauentivurf für das Rat 
haus grundsätzlich genehmigt. Der Beschluß wurde ein 
stimmig gefaßt. Ueber die Einzelheiten, u. a. die Ausge 
staltung der Feuerwehr, soll in einer späteren Sitzung Be 
schluß gefaßt werden. 
Nach Verlesung nnb Unterzeichnung des Protokolls 
wird die öffentliche Sitzung um 11 Uhr geschlossen. Es 
folgt eine geheime Sitzung.
        
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