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Periodical volume Nr. 97, 25.04.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Witwe Intriguiert gegen einen jungen Arzt in deck sie ver- 
liebt ist, in raffinierter Weise, wird aber schließlich ent 
larvt und erfahrt wie bitter eS ist — was sie vielen 
Anderen hat ftihlen lassen — entsagen zu müssen. Es ist 
ein Krinjtfilm erster Klasse, mit großartigen Mitteln her 
gestellt und äußerst interessant in der Handlung. Steigende 
Flut, das zweite Drama ist eine aufregende Episode von 
der Wasserkante mit versöhnlichem Schluß. Did Menen- 
zucht ist naturwissenschaftlich interessant. Tonbild und 
Wochenschau von Gaumont sehr abwechslungsreich, während 
i /ohmschen Gaben Leo aus der Hochzeitsreise und 
KiekebNsch und das Freibillett äußerst ulkig sind. Be 
achtenswert sind die künstlerischen Leistungen der Haus- 
kapelle bei der musikalischen Illustration der Bilder. Ansang 
6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Garderobe frei. 
o Lönge's Konservatorium für Musik. Am vor 
letzten Sonntag fand im dicht gefüllten Saale des „Hohen- 
zollern" die letzte Schüler-Ausführnug der Wintersaison statt. 
Die Leistungen der Bortragendeu ivaren durchweg recht gute, 
bei einigen sogar hoch ersrenliche. Ich will hier nicht, wie 
es ja wohl bei derartigen Schüler-Porspielen angebracht 
erscheint, besondere Einzelleistungen hervorheben, gleich auf 
fallend aber war das durchaus akkurate und musikalische 
Spiel der Kleinen, ivie der Größeren. Herr Direktor Longe 
hat wieder einmal gezeigt, wie Kinder musikalisch erzogen 
werden sollen und damit bewiesen, daß der gute Ruf, den 
das Institut in hiesigen Kreisen genießt, vollauf berechtigt 
ist. Wenn ich etivas^ auszusetzen hätte, so wäre es der 
Raum, der sich erstens als zu klein erwies, dann aber auch 
für derartige Aufführungen, wegen seiner akkustischen Ver 
hältnisse, wohl nicht recht eignet. R. K. 
o Ein Friedenauer in Allenstein durch zwei Re- 
volverschüfse lebensgefährlich verletzt. Der Gütetagent 
Strosinsky aus Friedenau war nach Allenstein gereist, um 
dort mit dem früheren Landwirt Rentier Barschewski wegen 
der Regelung des B.'schen Besitzes zu verhandeln. Als 
Sttosinsky gestern morgen sein Hotelzimmer verließ, gab 
Barschewski zwei Revolverschüsse auf ihn ab und verletzte 
ihn lebensgefährlich. Der Grund der Tat bilden Differenzen, 
die bei der Regulierung des Barschewskischen Besitzes ent 
standen waren. Barschewski ist Mitinhaber der polnischen 
Bank Ludowo, Strosürsky ist ebenfalls Beirrter einer pol 
nischen Bank. 
Vereins-Nackriebten 
Morgen Sonnabend tagen: 
Verein der Briesmarkensammler der südwestlichen Vororte von 
Berlin. Sitzung Abends 8 Uhr im Restaurant »Kaiserburg", 
Friedrich-Wilhelmplatz, Ecke Wilhelmstraße. 
mitgeteilt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin KO. 18, Große 
FrankfUrterstr. 69. Abschriften billigst. Allskünste kostenlos. 
Fritz Kröh, Berlin-Friedenau, Büsingstr. 21: Oelkonservator für 
Oelvehälter, bei welchem die über dem Oel befindliche Lust (oder 
ein anderer gasförmiger Körpers bei Ausdehnung des Oelcs in 
einem von der Außenluft abgeschlosienenPehälter tritt. (Angem.Pal.) 
Bertalan Dußnitz, Berlin-Friedenau, Fröaufstc. 2; Metallfaden- 
glühlampe. (Singern. Pat.) 
Alfred Hübner, Berlin-Friedenau, Südweftkorso 62: Einrichtung 
zum Anzeigen mm Erschütterungen. (Angern. Pak.) 
Feodor v. Perbandt, Berlin - Friedenau, Rheingaustr. 21: 
streicht,olzbehälter. (Singern. Pat.) 
Julius Elsner, Berlin-Friedenau, Kaiserallee 79: Verfahren 
zur Herstellung des Schlackenzement. (Angern. Zus.-Pat.) 
Viktor Harhorn, Berlin-Friedenan, Fregestr. 4: Antriebs. 
Vorrichtung für Motorfahrzeuge mit einem in die Hinterachse ein 
gebauten Elektromotor. (Ert. Pat.) 
Georg Btihlmann, Berlin-Friedenau, Wielandsrr. 40: Blusen 
halter. (GM.) 
Jda Eva Ensal, Berlin-Friedenau, Wilhelmstr. 7: Plättgas- 
ausnutzer. (GM.) 
Martin Eckmann, Berlin-Friedenau, Sentastraße 6: Arm für 
elektrische Beleuchtungskörper. (GM.) 1 
Fa. F. Erter, Berlin-Friedenau: Sluswechselbares Krücken- 
polsler. (GM.) 
Paul Brat, Berlin-Friedenau, Jllstr. 2: Maschinenpflug nach 
dein gweimaschinensystem. (Ert. Pat.) 
(Für diese Rubrik übernehmen rvir keine Verantwortung.) 
Gemeindevertreterwahl! 
Zu meiner Freude habe ich gelesen, daß sich die bürgerlichen 
Wähler nun doch noch auf eine Kandidatur geeinigt haben und 
ausschließlich Herrn Bäckermeister Wermke die Stimme geben 
loollen. Dieser Entschluß wird allseitig freudig begrüßt werden; 
wird dadurch doch ein unerquicklicher Kampf und eine Zersplitterung 
im bürgerlichen Lager vermieden. Es kann nun mit ganzer Kraft 
der Kampf gegen bie Sozialdemokratie aufgenommen werden. Wie 
man in den verschiedenen Versammlungen ausführte, soll ja die 
Sozialdemokratie in dem Südbezirk stark vertreten sein. Daher tut 
es doppelt not, *daß die bürgerlichen Wähler geschlossen an der 
Wahlurne erscheinen und dem einzigen bürgerlichen Kandidaten die 
Stimme geben. Herr Wermke besitzt als alteingesessener Friede 
nauer viele Sympathien. Man weiß, daß et gerade für den Mittel 
stand ein warmes Herz hat und jedem Berufe das wärmste 
Interesse entgegeiibriligl. Versäume daher nieniand die Wahl. 
Wahlenthältinig wäre gleich dem Eintreten für die Sozialdemokratie. 
Gerichtliches 
(;)o Zivei Urteile gegen Schleuderei mit „Salem-Aleikum"- 
Cigaretten. In verflossener Woche verurteilte das Landgericht Kiel 
einen Händler auf Antrag der Cigaretten-Fabrik „Aenidze", 
Dresden, weil er deren „Salem-Slleikum-Cigaretten billiger ver 
kaufte, als er sich der Firma gegenüber reverslich verpflichtet hatte. 
ä nteressanter ist ein zu gleicher Zeit vor dem Kgl. Landgericht 
reslau gefälltes Urteil gegen einen Händler, welcher ein Spezial 
geschäft eröffnet hatte, in welchem er mit sämtlichen Cigaretten- 
Fabrikaten, die er führte, schleuderte, ebenso mit „Salem-Aleiknm"- 
Cigaretten. Er bezog letztere nicht direkt von der Fabrik, sondern 
durch Schleudergrnssisten, deren Namen er nicht preisgab, sodaß 
eine Verfolgung des ersten Schleuderers seitens der Fabrik nicht 
möglich war. Zn dem Zwecke verkaufte er auch nur Kartons, auf 
denen die seitens der Fabrik angebrachte Kontrollnummer vorher 
entfernt wurde. Nach langer Verhandlung ÜUÜ Beratung gab das 
"'ttrag der Salem-Slleikunt-C^arettenfabrik statt, 
Gericht deM SlNtrag 
wvrdigtejfdie «stoßen, durch solche Schleuderei' dem reellen Geschäft 
zugefügten Schäden und verurteilte den Schleuderet: wegen Ver 
letzung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb, indem cs 
ihm bei Slndrohung einer Strafe von 100 M. für jeden Zuivider- 
handlungsfall verbot, den Unterpreisoetkauf von „Calem-Aleikum"- 
Cigaretten fortzusetzen. — Mit diesem sofortigen erfolgreichen Vor 
gehen seitens der Firma „Demidze", Dresden, ist die BteSlauer 
Händlerschnft^von einer großen Sorge befreit, die sich ihr seit dem 
Tqge der Eröffnung des SchleüdergeschäftS bemächtigte, umsomehr, 
als sich der Inhaber des Geschäfts, welcher beabsichtigte, 6 solchtr 
billigen Laben in Breslau zu errichten, veranlaßt gesehen hat. nach- 
dem ihm der billigere Verkauf der vornehmen Marke „Salem- 
Aleikum" untersagt wurde, das Feld überhaupt zu räumen: er hat 
das Geschäft inzwischen veräußert. 
Vermischtes 
ü St. Markus, dessen Gedenktag heute ist, hat' uns ■ aus 
früherer Zeit ein süßes Andenken hinterlassen, das ist der Marzipan, 
d. h. Marküsbrot (Msci panis). Im Jahre 1401 war ein so kalter 
Sommer, daß alle Früchte verdarben und Ane große Hungersnot 
entstand, daß viele Menschen Heu und Baumrinden essen mußten. 
Besonders am Mnrkustage starben viele. Ein Brötchen von der 
Größe einer wälschen Nuß kostete in Sachsen drei Pfennige, damals 
war das sehr viel Geld. Zum Andenken an diese kleinen Brötchen 
buk man in späteren Jahren die Markusbrötchcn, bie man nunmehr 
ckns Freude stark verzuckert und gewürzt verkaufte. Daraus ist 
Marzipan entstanden. 
*o Eine Zusammenkunft der Nahrungsmittel-Detaillisten aus 
dem ganzen Reiche soll am 26. Mai anläßlich der „Ersten Deli 
katessen und Koloniaiwaren - Ausstellung" in Berlin stattfinden. 
Neben einer eingehenden Besichtigung der SlusstellUng.ist die Er 
örterung von Slandesfragen iit Form großzügiger Referate geplant. 
Die Tagung soll zU einer machtvollen Kundgebung des organisierten 
deutschen Kleinhandels werden, der bestrebt ist, auch unter den 
gegenwärtigen ungünstigen Verhältnissen seine Existenz zu erhalten. 
Der Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften beabsichtigt 
durch finanzielle Unterstützung eine rege Teilnahme aus den Reihen 
seiner Organisationen im Reiche zu veraNlaffen, sodaß der Besuch 
der Slusstellung gerade aus Fachkreisen ein bedeutender sein wird. 
Das dem Verbaiide geschützte Kennwort „Edeka" soll so recht die 
Einigkeit der Kaufleute zum Ausdruck bringen. Wir können die 
Beteiligung an der Tagung den Kleinhändlern nur empfehlen. 
Nähere Sluskunft erteilt auf Anfragen der Verband deutscher kauf 
männischer Genoffenschaften e. Ä. Berlin 8W 61, Teltowerstr. 40. 
*u Was amerikanische Warenhäuser für Inserate ausgeben. 
Die große Zugkraft, die amerikanische Geschäftshäuser auf ihre 
Käufer ausüben, hat ihren Grund in der Zeitungsanzeige mit der 
sie geradezu verschwenderisch umgehen. Die Tageszeitungen von 
Neuyork bezögen im letzten Jahre von Siegel, Coopet u. Co., dem 
größten Warenhaus in Neuyork, für tägliche Annonee 2 Millionen, 
von Wanamaker 2'/, Millionen. Das KäUfhaüs R. H. Macy u. 
Co. inserierte für 3'/, Millionen in einer einzigen Zeitung und 
hatte den Erfolg, 3000 Millionen im Jahr umzusetzen. Für die 
Zeitungsreklame allein beschäftigen die großen Häuser einen ganzen 
Stab von Personal, der seine besonderen Büroräume hat. Außer 
dem werden noch Preise für die ausgesetzt, die einen besonders 
geistvollen oder wirksamen Einfall haben. Die Neklame spielt eben 
in Amerika eine ungeheure Rolle. 
Wetteranssichten. 
Sonnabend: Ziemlich warm, vielfach heiter, aber sehr 
veränderlich bei mäßigen südlichen WiNdeN; etwas Regen 
und Gewitterneigung. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann MartiniuS, Friedenau. 
MH 
i 
flleSenss, Mrlrir. 1*2 
an dar Kalser-Slshe. 
Inhaber: Waldemar Reuter. Tel.Wi 1972. 
Jede Hausfrau 
probiere meirr Hausbackbrot 
rund & 10 u. 80 Pfg., lang st 60 Pfg. u. 1,— Mk. 
Vrdrntrnd „arttil-aster wie jedes andere «rot. 
Außerdem: Schlüterbrot, Weizenschrotbrot. 
Berthold Müllers Bäckerei 
Friedenau, Friedr.-Wilh.-Platz 6 ». d. Kirch«. Tel. Pfb. 2106, 
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gelernte, ungelernte u. Jugend-* 
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I 
(III. Abteilung, Süööezirk) 
Montag, den 28. April, Nachmittags 12 bis 8 Uhr 
in der TnrnhaUe der Gemeinde-Mädchenschule Eingang Goßlerstraße. 
Als nl^elnlgev Aanöiöal der bürgerlichen Parteien ist 
aufgestellt. Um eine Zersplitterung zu vermeiden, hat Herr Dr. Wendlandt die ihm angetragene Kandidatur 
zurückgezogen. 
Es handelt sich bei dieser Wahl, den Ansturm der Sozialdemokratie zutückzuweisen, und cs ist daher 
Pflicht eines jeden Wählers, seine Stimme für Herrn Wermke abzugeben. 
Herr Bäckermeister Wermke ist seit ca. 20 Jahren Friedenauer Bürger; er hat sich in vielen 
kommunalen Aemtern bewährt und erscheint ganz besonders als Vertreter des Mittelstandes geeignet. 
Man» für Mann an die Wahlurne; es kommt auf jede Stimme an 
um dem bürgerlichen Kandidaten 
zum Siege zu verhelfen. 
[3695 
Der Wahl-Ausschutz der sämtliche« bürgerlichen Parteien. J 
Portier zum 1. Mai, für kleines 
Haus in Friedenau gesucht, ohne 
HeizUirg und Warmwasser gegen 
freie Wohnung und Vergütung. 
Anst. unt. Z. 33, Charlotteitburg, 
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Sentastr. 5 III. lks. 
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.1. Mai gesud)t. [3699 
Frank, Elsa Str. 3. 
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IllUDUsktt Fr. Auguste Lehmann, 
gewerbsmäßige Stcllenvermitt- 
leriN, NheiNstr. I. Tel. Pfalzb. 6869. 
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St “ Anstragen 
zl'.m 
3696 
Kemps, 2llbestr. 16. ^
        
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