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Periodical volume Nr. 94, 22.04.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

der Angeklagte sich mit vier gleichgesinnten, bereits abgeurteilten Per- 
sonen zu einer Diebesbande vereinigt, die in den Jahren 1909 und 
1910 die Vororte, namentlich Schöneberg, Neukölln. Steglitz, 
Friedenau usw. heimsuchte und dort eine große Zahl von Ein 
brüchen verübte. Die genannten Diebe operierten iiach Art der 
Klingelfahrer in der Weise, daß einer von ihnen in die Häuser 
ging und an den Korridortüren klingelte. Wurde ihm geöffnet, so 
sprach er um eine milde Gabe an oder kam mit einem sonstigen 
harmlosen Anliegen hervor. Wurde aus sein mehrmaliges Klingeln 
nicht geöffnet, so folgte ihm einer seiner Komplizen, beide öffneten 
dann gemeinschaftlich die Korridortür und nahmen aus den 
Wohnungen alles, was nur irgend eine» Wert hat, an sich.' Hierbei 
trug R. fast stets einen geladenen Revolver bei sich. Eine 
Spezialität bildeten die Bodeneinbrüche und Einbrüche bei Gast 
wirten, wo sie besonders die Ladenkasse. Eßwaren und Zigarren 
stahlen; auch Gasautomaten beraubten sie ihres Inhalts. In 
Neukölln wurden in der angegebenen Weise 14 und in Steglitz 20 
Einbruchsdiebstähle verübt, wobei den Dieben bares Geld, 
Schmucksachen, Kleider und andere Gegenstände in die Hände 
fielen. Im ganzen wurden dein R. 112 Diebstähle zur Last gelegt, 
die er auch in der Vonnrtersuchung einräumte; die Ce., die mit R. 
zusammenlebte, soll verschiedene ans den Diebstählen herrührende 
Sachen an sich gebracht und sich dadurch der Hehlerei schuldig 
gemacht haben. — Vor Gericht wurde durch Vernehmung des 
Direktors der Anstalt Wuhlgarten festgestellt, daß R. bei Verübung 
der erwähnten Straftaten geistig nicht zurechnungsfähig war, sich 
vielmehr in einem Zustande von krankhafter Störung der Geistes 
tätigkeit befand, die seine freie Willensbestimmung ausschloß. Die 
Oe. bestritt die ihr zur Last gelegte Hehlerei, behauptete vielmehr, 
sie sei zur fraglichen Zeit im Krankenhause gewesen. Da diese 
Angabe durch die Beweisaufnahme nicht widerlegt werden konnte, 
hielt der Gerichtshof eine Schuld der Angeklagten nicht für nach 
gewiesen und erkannte demgemäß auf Freisprechung. Riedel 
wurde ans Grund des § 51 freigesprochen. 
Verews-Dackricklen 
Theatcrverein „Xerres" 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 
9'/, Uhr im Vereinstokal Paul Spanholz, Steglitz, Körnerstr. 48e. 
Gäste als Mitglieder willkommen. 
Vermisstes 
*o Gabriel Rifser. Vor fünfzig Jahren, am 22. April 1863, 
starb in seiner Vaterstadt Hamburg Kr. zur. Gabriel Risfcr. 1806 
als Sohn eines Sekretärs geboren, begründete er 1832 die Zeit 
schrift: „Der Jude", periodische Blatter für Religions- und 
Gewissensfreiheit. 1836 begab er sich wegen häufig in Hamburg 
vorgekommener Jndenkrawalle nach Bockenheim, kehrte aber später 
nach Hamburg als erster jüdischer Notar zurück. Er war Mitglied 
des Vorparlaments und zwar zweimal Vizepräsident des 
Parlaments. 1859 wurde er Obergcrichtsrat in Hamburg und 
somit der erste jüdische Richter in Deutschland. 
Wetteraussichten. 
Mittwoch: Vielfach heiter, Nachts sehr kühl, um 
Mittag mild bei mäßigen nördlichen Winden. Keine oder 
unerhebliche Niederschläge. 
Verantwortlicher Schriftleiter: HermannMartinius, Friedenau. 
Nachtrag 
zur Baugebührenordnung vom jgo6. 
Ans Grund des Beschlusses der die Geschäfte des Amtsausschusses 
wahrnehmenden Gemeindevertretung vom 6. Februar 1913 wird gemäß 
8 6des Kommunalabgabengcsetzes vom 14. Juli 1883 folgender Nachtrag 
zur Bangebührenordnung für den Amtsbezirk Berlin-Friedenau vom 
iggg erlassen: 
13. Seplenrder " 
8 1. Für Bauten des Reichs- und Landessiskus werden Ge 
bühren nicht erhoben, sofern nicht eine bautechnische Prüfung der 
Pläne stattfindet. 
8 2. Dieser Nachtrag zur Baugebührenordnung tritt mit den: 
Tage seiner Veröffentlichung in Kraft. Gleichzeitig verliert der 8 4 
der Gebührenordnung vom 
' u 13. September 
Berlin-Friedenau, den 31. März 1913. 
Ter Amtsvorsteher. Walger. 
Genehmigt durch Beschluß vom 8. April 1913. 
Berlin, den 9. April 1913. 
Ter KreisauSschuß des Kreises Teltow, 
fl,. 8.) I. As: Vorgmann. 
Veröffentlicht: 
Berlin-Friedenau, den 19. April 1913. 
Ter Amtsvorsteher. Walger. 
1906 seine Gültigkeit. 
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Die Fortschrittliche Volkspartei und die Nationalliberale Partei gehen bei der bevorstehenden 
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in unserem Wahlkreise Teltow—Wilmersdorf—Beeskow—Storkow auch diesmal gemeinsam vor. 
SlClIOO» öd! 25. 9W 1913 werden sich der Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartei 
Herr Licentiat Gottfried Traub. Dortmund 
und der Kandidat der Nationalliberalen Partei 
Herr Amtsgerichtsrut a. D. Dr. Paul Liepmauu, Charlsttenburg 
im Kaiser-Wilhelmgarten, Friedenau, Nheinstr. 05, den Wühlern vorstellen. 
Beginn der Versammlung: Abends 8V2 Uhr pünktlich. 3cfotVWUUlU ist tfllöfOUllUCIt! 
Um recht zahlreichen Besuch der Versammlung bitten: 
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