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Periodical volume Nr. 90, 17.04.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Fernsprecher Amt Wilhelm 6670), wohin olle Zuschriften 
in Wahlangelegenheiten bis auf weiteres erbeten werden. 
o Friedenauer Bürgervercin. Die nächste Mit 
gliederversammlung findet am Mittwoch, dem 26. April 
1916, Abends 9 Uhr (pünktl.), im oberen Saale des 
„Hohenzollern", statt. Die bevorstehende Gemeindever- 
ordneten-Wahl und Rückblick auf das verflossene Geschäfts 
jahr der Gemeinde Berlin-Friedenau sind die wichtigsten 
Tagesordnungspunkte. Gäste sind willkommen! 
o Männer-Turnverein zu Friedenau. Am Sonntag, 
dem 20. April veranstaltet die 1. Männerabteilung ihre 
erste diesjährige Turnfahrt. Abfahrt 6.46 vom Bahnhof 
Wilmersdorf-Friedenau nach Bernau. Bon hier beginnt die 
Fußwanderung, deren Hauptpunkte der mitten im Walde 
gelegene Liepnitzsee und das anmutige Briesetal bilden. Dje 
Rückfahrt erfolgt von Birkenwerder. 
o Der letzte 'Vortragsabend des „Friedenauer Paro- 
chialvereins" findet morgen (Freitag) Abend 8 Uhr im 
Evangelischen Gemeindehause, Kaiserallee 76a (also 
nicht im Realgymnasium) statt. Herr Waldemar Titzenthaler 
hält einen Lichtbilder-Bortrag: „Bilder ans Tirol". Bon 
den im musikalischen Teil mitwirkenden Künstlern ist zu 
nächst die Konzert- und Oratoriensängerin Ethel Peake (Alt) 
zu nennen. In der „Allgemeinen Musikzeitung" schreibt 
D. Georg Schünemann über die Sängerin: „In Ethel 
Peake lernte ich eine Sängerin kennen, die eine ausgezeichnet 
timbrierte Altstimme von warmer gesättigter Klangfarbe ihr 
eigen nennt. Die voll und rund flutenden Töne ließen 
kleine Mängel in der Vokalisation völlig vergessen. Es 
seien alle Lratorienvereinigungcn auf diese wirklich seltene 
Altistin ganz besonders aufmerksam gemacht." Diese 
Rezension stammt- miS dem Jahre 1908. Die Haupt 
erfolge der Künstlerin liegen aber in den letzten 2 Jahren, 
wo sie in der Singakademie in Berlin und in den berühmten 
Queen'shall-Kvnzerten in London ganz bedeutende Erfolge 
hatte. In diesem Winter zeichnete sie der Kaiser anläßlich 
eines Tomkonzertes ganz besonders aus. Die Begleitung 
führt die hier bestens bekannte Pianistin Fräulein Margot 
Jlius aus. Genuß versprechen auch die Porträge der Mo- 
linisttn Hilde Auerbach, die hier schon mehrfach durch ihr 
warmes empfindungsvolles Spiel entzückt hat. Fräulein- 
Margarete Dudy-Friedenau har es übernommen, mit mehreren 
Rezitationen ihre Zuhörer zu erfreuen. Für Mitglieder ist 
der Eintritt frei. 
o Männer-Turnverein. Die 1. Kuabenabteilung 
unternimmt zu Pfingsten eine zweitägige Wanderung nach 
Oderberg. Die Marschvrdnung ist folgende: Sonntag, dem 
11. Mai, Morgens: Versammlung am Wannsee-Bahnhof. 
Abfahrt vom Stettiner Bahnhof nach Eberswalde, dann 
Marsch über Kloster Chorin (Besichtigung), Teerbrennerberge, 
Kolonie Teerofen, Brodowin, Vorwerk Zaum, Oderberg. Nacht 
lager im Schützenhaus. Montag, dem 12. Mai: Marsch 
über die Teuselsberge, Liepe, Nieder-Fienow (Besichtigung 
der Schleusenanlagen des Schisfahrtskanals Berlin—Stettin), 
Tornow, Sommersfelde nach Eberswalde. Von Eberswalde 
Rückfahrt nach Berlin. Die genaue Abfahrts- und Ankunfts 
zeiten werden noch auf dem Turnsaal bekannt ge 
geben. stDie Kosten betragen für Eisenbahnfahrt, 1 mal 
warmes Abendbrot, Nachtlager, Morgenkaffee, 2 mal Nach 
mittagskaffee, 1 mal Abkochen 3,75 M. Fiir Angehörige 
der 1. Knabenabteilung ermäßigt sich der Preis auf 2,75 
Mark. Gäste, sowie Angehörige anderer Abteilungen, welche 
sich an der Turnfahrt beteiligen können, zahlen den vollen 
Bettag. Anmeldungen werden bis zum 1. Mai auf dem 
Turnsaal entgegengenommen. — Am 4. Mai unternimmt 
die 1. Knabenabteilung eine Turnfahrt nach Zehlendorf, 
Havel, Wannsee, Machnow, Zehlendorf, Restaurant Waldes 
ruh. Daselbst Treffpunkt sämtlicher Abteilungen aus Anlas; 
des 27. Stiftungsfestes. Von 5—7 Uhr auf dem dortigen 
Spielplatz volksttimliches Wetturnen, 80m-Lauf. Weitsprung, 
Schlagball, Weitwerfen und -schlagen. Angehörige sind herz 
lich willkommen. Insbesondere werden die Eltern gebeten, 
Nachmittags an dem Zusammensein im Restaurant Waldes 
ruh teilzunehmen.' 
o Auf der Treptow-Lternwarte finden folgende kine- 
matographische Vorträge statt: Sonnabend, dem 19. April, 
nachm. 6 Uhr: „Natur und Leben in norddeutschen Gauen", 
abends 8 Uhr und Sonntag, nachm. 3 Uhr: „Scott's Reise 
zum Südpol und ein Blick ins Weltall", 5 Uhr: „Das 
Berner Oberland" und 7 Uhr: „Der Rhein von der Quelle 
bis zur Mündung." Am Montag, dem 21. April, abends 
7 Uhr spricht Dir. Dr. F. S. Archenhold über: „Die Be 
schaffenheit der Sonne" und um 9 Uhr über: „Die Er 
oberung der Erdpole." Mit dem großen Fernrohr wird 
am Tage die Sonne, abends der Mond und Doppelsterne 
gezeigt. 
o Ein raffinierter Betrugsfall beschäftigt z. Zt. die 
Kriminalpolizei. Der angebliche Ingenieur Bieberstein kaufte 
bei einer Berliner Möbelfirma eine bessere Einrichtung. Er 
Oestern nachmittag 5 Uhr wurde meine liebe 
i Frau, unsere unvergessliche treue Mutter, Tochter 
i Schwester, Schwägerin und Tante 
Frau Christine Jünger 
geb Finkler 
[im 45. Lebensjahre von ihrem schweren Leiden j 
durch einen santtcn Tod erlöst, 
Berlin-Friedenau, 17. April 1913. 
Wielandstr. 33. 
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 
Carl Jünger. 
Die Beerdigung siedet am Sonnabend, den 19. d. Mts.. 
Nachm. 4'/, Uhr von der Kaprile de» Alten Zwöls-Apostel- 
Friedhofe», Schönob-rg, Kolonncnsiras.se aas statt. 
Tranerbesuchc dankend v. rbeten. 
werden billig 
onoefertigt 
Pettt-Discherstt. 8pt. rechts. 
MMchen SÄS 
Fr. Schwarzbach, Jregestr. 77 GUI 
wußte durch gewandtes urid sicheres Auftreten Vertrauen zu 
erwecken, sodaß man seinen Angaben über Heirat und Mit 
gift Glauben schenkte und die Zahlung der Kaufsumme bis 
nach erfolgter Eheschließung vereinbarte. Nunmehr stellt 
sich heraus, daß der Verkäufer einem Betrüger in die Hände 
gefallen ist. 24 Stunden nach Lieferung der Einrichtung 
wurde dieselbe am 14. April Morgens zwischen 7 und 
10 Uhr aus der Wohnung Landauerstraße 9 (Rüdesheimer- 
platz) schon wieder abgefahren, wie festgestellt ist, und mit 
ihr ist auch der Ingenieur B. seitdem spurlos verschwunden. 
Auf die Wiedererlangung des Mobiliars ist eine Belohnung 
von 50 M. ausgesetzt. 
o Durch die Geistesgegenwart eines Strasrenbahn- 
führcrs wurde gestern Vormittag in der Schloßstraße ein 
schweres Unglück verhütet. Dort waren mehrere Gärtner 
gehilfen mit dem Beschneiden der Bäume beschäftigt. Einer 
der Gehilfen war so unvorsichtig, seine Leiter in unmittel 
barer Nähe der Straßenbahnschienen aufzustellen. Plötzlich 
geriet die Leiter, als sich der Mann gerade auf der höchsten 
Stufe befand, ins Gleiten, so daß dieser auf die Schienen 
stürzte. In demselben Augenblick sauste auch schon in 
voller Fahrt ein Straßenbahnwagen heran und drohte den 
hilflos Daliegenden zu überfahren Nur den geistesgegen- 
wärttgcn Verhalten des Wagenführers, der sofort die Bremse 
anzog und Gegenstrom gab, ist es zu verdanken, daß der 
Wagen unmittelbar vor dem Verunglückten stehen blieb. 
Dieser erholte sich denn auch bald von seinem Schrecken 
und konnte seine Arbeit fortsetzen. 
o Von einem Einbrecher eingesperrt. Ein in der 
Hauptstraße wohnhafter höherer Beamter ließ, als er mit 
seiner Frau ausging, das Dienstmädchen mit einem kleinen 
Kinde in der Wohnung zurück. Gegen Abend kehrte das 
Ehepaar zurück und klopfte vorn an der Tür, um das 
Mädchen zum Ausschließen zu veranlassen. Es kain aber 
nicht an die Tür, sondern rief nur von der Stube aus, 
daß es von einem Einbrecher eingesperrt sei. Die Leute 
gingen jetzt die Hintertteppe hinauf und fanden dort die 
Tür offen. Die Stubentür war mit einer Leiter so verstellt, 
daß sie von innen nicht geöffnet werden konnte. Das kleine 
Kind lag schlafend in seinem Bett. Das Mädchen erzählte, 
daß plötzlich ein Einbrecher in der Wohnung erschienen sei 
und ihr einen so heftigen Schlag über den Arm versetzt 
habe, daß sie vor Schmerz die Besinnung verloren habe. 
Es ergab sich, daß für 2000 M. Schmncksachen und 
Kleidungsstücke gestohlen waren. Der Arm des Mädchens 
ist braun und blau angelaufen. Der Kriminalpolizei ist 
es bisher nicht gelungen, den Einbruch weiter aufzuklären. 
o Vom .Käufer geohrfeigt. Am Dienstag Abend 
kurz vor 8 Uhr erschien in der „Thalysia"-Filiale in der 
Schloßstraße ein gut gekleideter Herr, um seine bestellten Stiefel 
anzuprobieren; er hatte jedoch verschiedenes auszusetzen und 
geriet bald mit dem Geschäftsführer in Streit. Der 
kaufende „Herr" wurde sogar handgreiflich, und wurde 
daraufhin des Ladens verwiesen. Beim Hinausgehen ver 
abreichte er dem Geschäftsführer noch eine schallende Ohr- 
.feige und entfloh. Er wurde jedoch verfolgt und einem 
Polizeibeamten zur Feststellung seiner Personalien zugeführt. 
o Durch leichtsinniges Hantieren mit Streichhölzern 
entstand gestern im Wilmersdorfer Gesellschaftshaus in der 
Wilhelmsaue ein Brand. Kinder hatten zu ihrem größten 
Vergnügen einige alte Körbe angesteckt, ohne an die bösen 
Folgen zu denken. Das Feuer dehnte sich derartig aus, 
daß die Türe der Sommerkaffeeküche Feuer fing. Die sofort 
herbeigerufene Wehr erstickte das Feuer und beseitigte jede 
weitere Gefahr, so daß kein nennenswerter Schaden ent 
standen ist. — Am Dienstag Nachmittag wurde die Feuer 
wehr nach Prinzregentenstr. 26 gerufen. Sic mußte aber 
gleich wieder abrücken, da es sich um blinden Alarm handelte. 
o Ein Einbruch in die Wohnung eines Fräuleins ist 
in der Hardenbergstr. 37 in Steglitz verübt worden. Die 
Dame hatte ihre Wohnung vorübergehend ohne Aussicht 
gelassen. Den Tätern fielen wertvolle Schmucksachen, zum 
Teil R. F. W. gezeichnet, in die Hände, außerdem ein 
schwarzer Mantel und andere Kleidungsstücke. Von den 
Tätern fehlt jede Spur. 
o Ein größerer Zimmerbrand brach vorgestern Abend 
9 Uhr in der Wohnung des Sanitätsrats Dr. G. in der 
Schloßstr. 121 aus. Die Steglitzer Wehr löschte das Feuer 
in kurzer Zeit. Verletzt wurde niemand. 
o Wegen eines Wohnungsbrandcs wurde die 
Schöneberger Feuerwehr gestern Abend gegen 1 j i 9 Uhr nach 
der Cranachstr. 38 gerufen. Beim Eintreffen der Wehr 
war bereits jede Gefahr beseitigt, sodaß die Feuerwehr nach 
wenigen Minuten wieder abrücken konnte. 
Verems-Nackricklen 
Sommer- und Winterbilder aus den Oetztaler Alpen. Im 
77. Projeklionsabend der Märkischen Gesellschaft von Freunden der 
Photographie E. V. in Steglitz am Montag, dem 21. April, 
^ ZtMengetuche 
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Vor- u. Nachmittags. Manbach- 
platz 17 im Sout. b. Dittek. 
8'/, Uhr Abends, im Festsaale des Gymnasiums, Heesestr. 15, 
spricht Herr Waldemar Titzenthaler aus Berlin über obiges Thema. 
Karten zum freien Eintritt verabfolgt Herr Georg Schwabe, 
Schloßstraße 92. 
pAtentsebLu 
mitgeteilt vom Patentbüro Johannes Koch, Berlin NO. 18, Große 
Frankfurterstr. 69. Abschriften billigst. Auskünfte kostenlos. 
Hermann Söhle, Berlin-Friedenau, Cranachstr. 13: Stickstoff- 
bestimmungsapparat mit besonderem Verschluß. GM.) 
Gustav Henkeln, Berlin-Friedenau, Kaiserallee 79: Verfahren 
und Vorrid)tung zur Bestimmung der Gerinnungszeit von Flüssig 
keiten. (Ert. Pat.) 
§ä)öneberg 
—o Das Konkursverfahren über das Vermögen des 
Kaufmanns Oskar Paul, Berchtesgadener Stt. 9, Geschäfts 
lokal Spegererstr. 20, ist, nachdem der in dem Vergleichs 
termine vom 14. Januar 1913 angenommene Zwangsver 
gleich durch rechtskräftigen Beschluß vom 14. Januar 1913 
bestätigt ist, aufgehoben. 
GeriebMäies 
(:) Haushaltsgeld im voraus hat die Fran zu beanspruchen. 
So hat kürzlich das Oberlandesgericht Brannschweig entschieden. 
Dabei hat es ausgeführt, daß die Frau einen rechtlichen Anspruch 
gegen den Mann auf vorschußweise Bezahlung des Haushaltsgeldes 
habe. Diesen Vorschuß brauche die Frau nicht immer besonders zu 
erbitten und zu begründen, sondern er gebühre ihr als feste Rente 
krast ihrer Stellung als Hausverweserin. Ein Gewohnheitsrecht 
möge sich nach dieser Richtung hin noch nicht gebildet haben, wohl 
aber bestehe die Sitte, daß der Mann seiner Frau je nach seinen 
EinkoinmenSverhällnissen für eine Woche oder fiir längere Zeit» 
räume eine feste Rente als Vorschuß für die Haushaltfiihrung zahle. 
Diese Sitte möge sich besonders deshalb gebildet haben, weil die 
Frau mit einer wiederkehrenden festen Rente praktischer wirtschaften 
könne und die 'Anforderung von kleinen Beträgen für die einzelnen 
Ausgaben als »nwüreig empfinde. Man könne diese Sitte auch 
rechtlich begründen. Sie folge schon aus denr Begriffe des Vor 
schusses. Ec solle die Frau in den Stand setzen, die voraussichtlich 
entstehenden .Ausgaben bar zu bezahlen und den Kredit des 
Mannes nicht inehr auszunutzen als üblich sei. Die Ausgaben 
seien aber nicht an jedem Tage gleich. Ost sei an einem Tage eine 
Ausgabe zu bestreiten, die schon für sich allein den durchschnitt 
lichen TageSberrag übersteige. Es sei auch nicht immer vorauszu 
sehen, welche Ausgaben ein Tag bringen werde. Darum würde die 
Frau durch täglichen Enrpsang eines Durchschnittsbetrages oder 
eines besonders zu schätzenden Betrages nicht in den Stand gesetzt 
werden, die an dem Tage entstehenden Ausgaben zu decken. Auf 
die Anforderung von Einzelbeträgen für jede schon fällig gewordene 
Ausgabe brauche sie sich aber nicht einzniassen. Hieraus folge, daß 
der Alaun gleich größere Beträge herzugeben habe. Die Frau 
brauche sich auch nicht darauf einzulassen, daß der Mann eine be 
liebige Summe zahle und nach ihrem Verbrauche wieder eine be 
liebige Summe hergebe. Vielmehr müsse der Vorschuß fiir größere 
Zeiträume gezahlt iverden, in denen sich die täglichen Ausgaben 
einigermaßen ausgleichen. Der kleinste Zeitraum, in dem dies 
allenfalls möglich sei, sei die Woche. 
Vermisstes 
*o Böddinghans. Bor 10 Jahren, am 17. April 19ö3, starb 
der katholische Priester Karl Böüdinqhaus. 1835 zu Können bei 
Dortmund geboren, studierte er in Münster Theologie und wurde 
1862 zum Priester geweiht. Hierauf wirkte er fünf Jahre als 
Kaplan an der deutschen katholischen Kirche in London. .1867 
'wurde er Kaplan an der Pfarrkirche zu Münster, welche Stelle er 
bis 1901 ver>ah. 1870—1882 war er als Verleger und Leiter des 
„Westfälischen Merkur" tätig, auch war er Mitbegründer des 
Augustinervereins. Besonders verdient niachte er sich um den Vau 
der katholischen Kirche und die Gründung des katholischen Kinder 
heims aus der Insel Borkum. 
'o Eine Wohisahrtsanstalt. Tie Stadt Memel hat mit einem 
Kostenanfwaude von über 100 000 Dl. aus StiftnngSmitteln am 
Winterhafen eine allgemeine Wohlfahrtsanstalt errichtet, die in 
erster Linie der Arbeiterbevölkerung, speziell den Hafenarbeitern 
zugute kvnimen svll. Die Anstalt erhält im Erdgeschoß unter 
anderem Brause- und Wannenbäder für Männer und Frauen, eine 
Unfallstation und das Hennigshvspital, im Hochparterre Wärme- 
und Speisesäle und die Küchenanlnge, die so umfangreich bemessen 
ist, daß sie gleichzeitig als Volksküche dienen kann. Das.Ober 
geschoß sieht Räume für ein Säuglingsheim vor. In der Bade 
anlage befinden sieb Kleidertrockenschränke, in den Speisesälen 
Wärmeschränke zur Anwärmung für die Speise», die die Arbeiter 
selbst milbriugeu. Die Tageszeitung liegt unter Glas aus. Die 
Arbeitsgelegenheiten werden durch öffentlichen Anschlag bekannt 
gegeben. Zur lluterhaltnng sollen außerdem Spiele und eine kleine 
Bibliothek angeschasfl werden. Vor dem Gebäude wird ein öffent 
licher Trinkbrunnen errichtet, biuter dem Gebäude ein kleiner Volks 
park mit Kinderspielplatz. Neben dieser Anstalt ist noch geplant 
der Bau einer großen Boiksbadeanstait mit Hallenschwimmbad und 
Heilbädern, eines Jugendheims, einer Volksbibliothek und eines 
Museums. Diese Anstalten sollten zu einer Zentralaimalt, mit der 
die Anlage eines Volksparks verbunden werden soll, zusainmengelegt 
werden. 
Wetterausfichten. 
Freitag: Ziemlich hübe mit leichten Regen fällen 
mäßigen südwestlichen Winden. Wärmere Nacht und wenig 
veränderte Tagestemperatur. 
Verantwortlicher Schriftleiter: HermannMartiniuS, Friedenau. 
Hierzu eine Beilage. 
Mrliers» 
Verwalter. Rubenssttaße 20. Vor 
stellung Nachm. 4—6. [1475 
f. kleine Reparaturen an Bijouterie- 
u. Lederwaren sucht [3455 
Berliner Bijouterie, Rhcinslr.6 7. 
erfpiltcn gute Stellen. 
Fr. Auguste Lehmann, 
gewerbsmäßige Stellenvermitt 
lerin, Rheinstt. 1. Tel. Psalzb. 6869. 
Mädchen für alles gleich oder 
l.ßMai. Vogel, Nubensstr. 44 II. 
Jung. Fräulein ges. z. 2 Müdch., 
11 u. 6 I., f. Nachm, z. Spazierg. 
u. Veaufsicht. d. Schularb. Klavier- 
kenntn. erw. Ingenieur Warten 
berger, Saarstr. 20. Zu spr. 3 6. 
Köchinnen, Hausmädchen jeder 
Art auch Aushilfen finden 
kostenlos Stellung durch das 
Städtische Arbeitsamt 
Sehönoberg (setzt 
Sreaswaldtirass» 19. 
Tüchtiges Mädchen z. 1. Mai 
ycsucht. "Frau M. Thiele, Schöne- 
beit,. Akazienstr. 6 III. [3474 
Ern junges Mädchen, das auch 
in der Kuckst Bescheid weiß, für 
alle Arbeit bei 2 Personen gesucht 
Wahl, Hedwigstr. 4, I. 
Suche z. 1. Mai ein Mädchen 
für Küche und Hausarbeit. (2457 
Frau Kropf, Lefevrestr. 29 I. 
Schnlentl. Mädch. od. ält. Frau 
z. Aufwart. ges. Rubensstr. 89 I r. 
FkklMilW l'4“ys 
Aufwartung. Lefevrestr. 2i III. 
Fleißige, saubere Aufwartung 
verlangt JUstr. 2, I l. (3472 
Aufwärterin wird verlangt 
3478) Wielandstr 14 M lÄH
        
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