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Periodical volume Nr. 79, 04.04.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

selbst festlegen. Tr bitte daher, ihn schon heute zu wählen. 
Bürgermeister Walger hält diese» Vorgehen für verkehrt, 
erst müsse der GefchäftSretS de» AüSschufse» genau fest 
stehen. G.-V. Kunow weiß auch nicht, mit welchen 
Sachen sich der Ausschuß befassen soll, bisher wisse er von 
dem Ausschuß noch Nicht» weiter al» das Wort Wohl- 
fahrtSekurschuß. G.-B. Hetnecker ist der Ansicht, daß 
man den Ausschuß wählen könne, der zunächst seine Auf 
gaben festsetzt. (G.-V. Kunow: Sagen Sie doch wenigstens 
etwa» wa« er tun soll). Warten Sie doch ab, bis ich aus 
geredet habe. Die Wohlfahrtsausschüsse sind in anderen 
Gemeinden hinlänglich bekannt, so daß man durch Er 
kundigungen leicht feststellen kann, welch« Aufgaben sie zu 
erfüllen haben. Der Ausschuß werde mit all den Vereinen 
in. Verbindung zu bleiben trachten, die im Voranschlag der 
Gemeinnützigen EinriDungen aufgezählt sind und habe dann 
aw Jahresschluß eingehend Bericht zu geben. Man müsse 
zunächst darauf sehen, vorwärts zu kommen, alle» wettere 
werde sich später ergeben. Schöffe Ead6e erklärt, erfand 
noch nicht die Zeit, um über die Angelegenheit im Ge- 
membevorstand zu berichten. Als die Aufgaben des Wohl- 
filhrkaüSfchllffrS wären vielleicht nach einer Aufstellung, die 
er sich gemacht habe, zu betrachten: Kinderfürsorge Tubrr- 
katvsebekämpfung, Fürsorge für Alkoholkranke, Unterstützung 
der Krippe, der Ferienkolonie, Veteranenbethilfe, Vor- 
schlüge von Wohlfahrtsanstalten und Vereinen usw., im 
übrigen alleS, was neu in der Wohlfahrtspflege an die 
Gemeinde herantritt. Nicht zu unterstellen wären: die 
Echulkinderspeisung, die Volksbücherei, der Arbeitsnachweis, 
der Krankentransport, die Desinfektion usw. Schösse 
Lichthetm kann dem Antrage nicht zustimmen, da Herr 
Eadve noch nicht einmal seine Ansichten dem Vorstand 
vorgetragen habe. Er halte dies für recht merkwürdig 
(Na, na). Erst müsse sich der Vorstand mit der Ange 
legenheit beschäftigen. G.-D. Kalkbrenncr möchte darauf 
hinweisen, Laß wir doch bereits einen WohlfahrlSschössen 
haben. (Bürgermeister Walger: Ein Wohlfahrisschösse ist 
nlcht vorhanden, daS hat noch niemand gesagt) Er will 
sich nicht an daS Wort klammern, jedenfalls wurde immer 
von einem WohlfahrtSschöffen gesprochen. Herr Sadöe habe 
Auskunft gegeben und da brauche man nicht erst zu warten, bis 
sich der Gemeindevorstand mit der Sache belästigt. ES 
muss doch jedem klar sein, waS unter Wohlfahrtspflege 
fällt. Erwünscht wäre, Saß recht bald an die Arbeit ge- 
gangen werde. Man könne die Aufgaben später noch 
erchetteru. G.-V. Ott versteht nlcht. wie man sagen 
könne, daß die Sache noch nicht vorbereitet sei. Man 
habe doch im Voranschlag ein reiches Feld für Wohlfahrts 
pflege. Schösse Sadöe antwortet. Herrn Lichtheim, er 
habe schon gesägt, daß er noch keine Zeit fand, dem 
Vorstand die Angelegenheit vorzutragen. Er müsse sich 
wundern über die Ausführungen des Herrn Lichtheim. 
Der Ausschuß war doch schon einmal gewählt und nun 
mit einem Male solle er die Schuld haken. Es 
ist doch schon oft über die Sache gesprochen worden. 
WenN man den Ausschuß heute wählt, ist die» weiter 
vtcht», als die Ausführung einer früheren Beschlusses. 
Schöffe Lichtheim bemerkt, eS fei ihm nicht bekannt, daß 
bekelt» über die Sache im Vorstand gesprochen wurde. 
G.-V. Kunow erklärt, baß er nun, da er gehört habe, 
was der Ausschuß zu tun habe, für den Ausschuß stimmen 
werde. G.-V. Kalkbrenner bitter, ihn nlcht in den 
Rechnungsprüfungsausschuß zu wählen, da er nicht die 
Zeit dafür finde, diese Arbeit ordnungsmäßig auszuführen. 
G -D. Ott bittet, Herrn Kalkbrenner wiederzuwählen, dessen 
Arbeitskraft man nicht entbehren könne. G.-B. Uhlen 
brock bittet, die AuSschußsitzungen nicht so früh ein 
zuberufen, wer einen Beruf habe, könne nicht so früh er 
scheinen. G.-V. Schultz möchte vorschlagen, die Ausschuß- 
sitzungen erst um 7 Uhr beginnen zu lassen, es hätte 
dann jeder Zeit, vorher Abendbrot zu essen. G.-V. Kalk- 
brenner meint, daß man die Festsetzung deS Beginns der 
AuSschußsitzungen doch den Ausschüssen selbst überlassen 
müßte. Ec beantrage, in den Ausschuß für die Prüfung 
der Geschäftsordnung noch Herrn Richter neben Herrn 
Lehment zu wählen. ES wird nun zur Wahl der Aus 
schüsse geschritten. Die Zahl der Mitglieder deS Ausschusses 
für die Prüfung der Geschäftsordnung wird auf 5 festgesetzt; 
darauf werden in diesen Ausschuß gewählt: Bürgermeister 
Walger, Schöffe Lichtheim, G.-V. Dr. Heinecker, Dr. 
Lohmann und Lehment. Für den WohlfahrtSauS- 
schuß schlägt G.-V. Ott sieben Mitglieder vor und zwar 
dfe G.-V. Lehment, Dr. Lohmann, Richter, Sachs, Schultz, 
Es wurde ausgemacht, daß er in zwei Tagen kommen 
sollte. Dann würde Hans außer Bett fein und hoffentlich 
wohl genug für die neue Kameradschaft. 
Die Einladung, zu Tisch zu bleiben, lehnte er ab. Er 
fühlte, er inüsse erst mit sich allein sein, sich zu finden ver 
suchen in all das Neue, Unbegreifliche. 
Er empfahl sich und bat, zu Fuß durch den Park 
zur Station gehen zu dürfen. Mörbe hatte ihm gesagt, 
daß er auf diesem abgekürzten Wege nicht länger als drei 
viertel Stunden brauche. 
Helene bestätigte, aber sie fügte hinzu, die Wege 
würden schlecht, stellenweise kaum passierbar sein. 
Rolf lächelte zum ersten Male. 
„Das macht mir nichts. Ich bin ein leidenschaftlicher 
Naturfreund und lasse mir die Freude am Gehen so bald 
nicht verderben." 
Sie begleitete ihn durch das Warmhaus, von dem 1 * * * * * 7 * 
aus eine kleine Tür direkt in den Garten führte. Erst 
jetzt bemerkte sie, daß seine Kleidung einfach, beinahe 
dürftig war. Daß es ihm elend ging, hatte er nicht * 
geleugnet. 
Wie ungeschickt, ihm nicht gleich ein Gehalt an 
zubieten ! 
Wie konnte sie verlangen, daß er vierzehn Tage in * 
Klein-Wlossow ohne jede Einnahme, ohne jede Möglichkeit 
eines Verdienstes zubrächte! 
. Es fiel ihr im Augenblick nichts ein, ihr Versehen * 
wieder gutzumachen. Aber am Ende, sie würde in diesen 
zwei Tagen schon auf etwas kommen! 
Sie sah Rolf durch das große Fenster des kleinen ' 
Salons nach, wie er, den Kopf leicht gesenkt, durch die 
kahlen Bäume des Parkes schritt, ohne noch einmal um-' 
Schönknecht und Ott. G.-V. Schönknecht bittet, von 
feiner Wahl Abstand zu nehmen. G.-V. Dr. Lohmann 
wünscht, Laß die neuen Herren möglichst berücksichtigt 
werden. E» werde» die vorgenannten sechs Gemeinds 
oerordnelen (außer Herrn Schönknrcht) gewählt. Bürger 
meister Walger fragt, wer vom Vorstand hinein soll, 
worauf G.-B. Ott erklärt, daß der Ausschuß unter dem 
Dezernat des Herrn Sadöe stehen soll. Der Bürger 
meister beantragt, wie es bei den anderen Ausschüssen 
üblich sei, zwei Schöffen zu wählen und schlägt die Wahl 
der Schöffen Sadör und v. Wrochem vor. Diese beiden 
werden auch gewählt, worauf Bürgermeister Walger er- 
klärt: DaS Dezernat verteilt der Vorsitzende! 
(Schluß folgt.) 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Vereinfachung undBerbilligungdesGeschäfts- 
gangeS in Gemeindeverwaltungen. Eine zeitgemäße 
Verfügung deS Breslauer Magistrate veröffentlichen die 
„Blätter für daS Breslauer Armenwisen": 
Wir bringen hiermit die Verfügung vom 25, August 1910 über 
dir Vereinfachung deS Geschäftsganges und die sparsame Verwendung 
von Schreibmateriallen zur genauesten Nachachtung in Erinnerung 
und «weitern sie durch folgende Bestimmungen: 1. Der V«> 
brauch an Schreibpapier ist in jeder mSzlichen Weife einzuschränken: 
In Füllen, in denen kleines Paplerformat genügt, ist nicht mehr 
Aktenbogengröße zu verwenden. Zu Einladungen, kurzen Schreiben 
und ähnliches sind in der Regel nur noch halve Bogen zu benützrn. 
Einladungen, Tagesordnungen und dergl., die an Mitglieder der 
städtischen Behöiden durch Boten — nicht durch die Post — zugesandt 
werden, sind nicht mehr in Briefhülle zu verschicken. Die VerfügungS- 
entwürfe sind nicht mehr auf halbgebrochene Bogen, sondern über 
s /j der Bogenbreite und mit der üblichen Zeilenzahl auf jeder Seite 
abzusitzen. 2. Bei höflicher Abfassung aller Anzeigen, Aeußerungen, 
Einladungen, Berichte und d«gl. sind gleichwohl alle eigentlichen 
HöflichkcitSformeln wie „gehorsamst", „geneigtest" usw. im inneren 
Geschäftsverkehr gänzlich wegzulassen, soweit nicht insbesondere von 
ehrenamtlich tätigen Herren die Beibehaltung derartiger Formeln 
ausdrücklich gewünscht wird. Alle Herren Ehrenbcamten ersuchen wir, 
sich mit unserer Anordnung zu 2 stillschweigend einverstanden zu 
«klären oder besondere Wünsche dem zuständigen VenvaltungSbüro 
mitzuteilen." — Diese Vorschriften verdienen Nachahmung. 
o Da» Trage« von Schmrrckfachen seitens 
Schülerinnen sollte möglichst eingeschränkt werden. Ein 
solches Streben macht stch z. B. in den Mitteilungen deS 
Lichlerfelder LyzeumS und OberlyzeumS (früher Krahmerfche 
höhere Mädchenschule) an die Ellern erkennbar, in denen 
eS heißt: „Armbänder dürfen in der Schule nicht getragen 
werden. DaS Tragen von Ringen und sonstigen Schmuck 
ist möglichst einzuschränken." Und dann im Sinne des 
neuesten Jagow-Erlasses: „Hutnadeln sind zur Befestigung 
der Hüte nicht zu verwenden." Auch andere Lyzeen hatten 
eine ähnliche Bestimmung: „DaS Tragen von Uhren, 
Fingerringen und Armbändern ist den Schülerinnen nicht 
gestattet." 
o Eine stets zunehmende Landplage bilden für 
die westlichen Vororie die zahlreichen Zigeunerinnen, die 
als Haustererinnen von HauS zu HauS ziehen, um Kleinig. 
ketten zu verkaufen. Dieses angebliche Gewerbe ist indes 
nur ein Vorwand, denn die rasfinierten Töchter der Pußta 
wenden sich mit Vorliebe an Dienstmädchen, Venen sie 
einen Blick en die Zukunft vorschwatzen. Bet diesen Wahr 
sagungen wenden die Schwindlerinnen deck Trick deS 
„BktevS am Kreuzwege" an, zu welch,m Zwecke sie von 
den Mädchen Bargeld fordern. Man sollte eS nun kaum 
für möglich hallen, daß Dienstboten völlig fremden 
Personen erhebliche Geldbenäge anvertrauen, nur auf daS 
Versprechen deS Wiederkommens hin. Nach den zahl 
reichen Anzeigen bei den Polizeibehörden in Echöneberg, 
Friedenau, Charlottenburg, Wilmersdorf, Halenfee usw. 
ist aber die Zahl der Geprellten ganz erheblich. In 
Halensee wurde eine Zigeune in festgenommen, die mit 
einem Säugling auf dem Arm törichte Dienstmädchen 
betrog. Die F'stnahme wurde von einer 35 Jahre alten 
Köchin aus der Barbarossastroße veranlaßt, die der 
Zigeunerin ihre gesamte Barschaft tn Höhe von 40 M. ge 
opfert hatte. Natürlich beteuerte die Zigeunerin — eine 
gewisse Karoline aus Neukölln — mit großer Zungen 
fertigkeit ihre Unschuld. DaS Geld blieb verschwunden, 
und die Betrogene hat nun zu den Schaden auch noch 
den Spott für ihre Torheiten zu tragen. Die Herrschaften 
ober sollten ihrerseits ihre Dienstboten entsprechend auf 
klären, damit diesem immer mehr überhand nehmenden 
Schwindel endlich ein Ende bereitet wird. Auch der sonst 
von Italienern gern angewendete Trick, durch abgerichtete 
Wellenstttige Briefchen mit angeblichen Wahrsagungen' 
zuschauen. Sein Gang, seine Haltung, Das weiche braune, 
natürlich gewellte Haar erinnerten sie an etwas, das ihr 
einmal teuer gewesen war, vor langen Jahren, als sie ' 
noch Ideale und Träume gehabt hatte, als das Leben 
noch nicht so viel von ihr gefordert hatte. Aber sie konnte 
nicht darauf kommen, was es gewesen war. 
7. Kapitel. 
Cornelie Reimann steckte den blonden Krauskopf in 
das Arbeitszimmer ihres Vaters. 
„Darf man, Papa?" 
Der Professor antwortete nicht. Er stand vor einem 
langen, mitten ins Zimmer gerückten Tisch, auf dem eine 
Reihe Steinsorten aufgestapelt lag. Er hielt einen der 
Steine, ein kleines graues Viereck, in der Hand und unter 
suchte mit dem Mikroskop die Beschaffenheit des merk 
würdigen, für die Wissenschaft unter Umständen wichtigen 
Fundes. 
Cornelie hatte sich hinter ihn geschlichen und sah ihm 
eine Weile belustigt zu. Dann tippte sie den, noch in 
der. Fülle des Lebens stehenden, großen starken Mann mit 
der „Löwenmähne", wie Cornelie sein volles, ins Bräun 
liche spielende Blondhaar nannte, auf die Schulter. 
Der Professor blickte ärgerlich um. „Was gibt's denn 
schon wieder, Quälgeist?" 
„Essenszeit, Papa! Äie Dietrich tobt schon in der« 
Küche, daß ihr das Roastbeef verbrennt. Und dann ist ein 
Brief von Lena gekommen, ein famoser Brief, Papa. Laß 
das alte Steinzeug liegen und komm!" 
Sie zog ihn am Aermel bis an die Tür des Neben 
zimmers. Aber er wehrte sich. 
ziehen zu lasse», wird jetzt: vielfach von Zigeunern ange- 
wendet. Neben dem Schwindel ist dabei die Tierquälerei' 
zu verdammen. 
o Die Zahl de» lerrstehenden Wohnungen ist 
in der Abnahme begriffen. Diese scheint eine Folge der 
verminderten Bautätigkeit zu sein. Dagegen ist auffallender- 
weise die Zahl der Geschäftsräume. Läden, und Gelasse 
die zu vermieten sind, weiter gestiegen. Selbst in in den 
besten Geschäftsgegenden sind Läden zu haben und zwar 
zu billigeren Preisen, al« vor drei Jahren. Die Zahl 
der Anträge auf Zwangsversteigerung von Grundstücken 
hat in allen übrigen Großberliner Gemeinden leider nicht 
abgenommen. . 
o ZwangsversteiAerungSergebuis. Bennigsey. 
straße 9, dem Abbruchunternehmer August Barsch tn Berlin- 
Schöneberg gehörig. Fläche 9 Ar. Nutzungswert 10 800 
Mark. Mit dem Gebot von 70 440 M. bar blieben die 
Kaufleute Salo Cassiecer and ÄdÜard Cassterer, beide (n 
Charlottenburg. EiSlebenstr. 2; zu gleichen Rechten und 
Anteilen Meistbietende. 
o Ein Gefecht aus dem Jahre 1813, aufgestellt 
aus Hunderten von Zinnsoldaten, zeigt in dieser Woche 
die hiesige Ortsgruppe drS Deutschen Wehrvereins in einem 
leerstehenden Laden deS Hauses Rheinstr. 62. Durch Herrn 
Leutnant a. D. Froefe erfolgt eine eingehende Erklärung, 
Frau Hauptmann Hering hat in dankenswerter Weife stch 
ebenfalls in den Dienst der guten Sache gestellt. Ein 
Besuch dieser eigenartigen Veranstaltung empfiehlt sich ganz 
besonders. ■ — r '[ 
o Der Verein für Elektro-Homöopathie z« 
Friedenau veranstaltet einen Vortragsabend am Montag, 
dem 7. April 1913, V 2 9 Uhr abends im Restaurant „Zur 
Kaisereiche". Rheinstr. 54. an der Kaisereiche. Herr Ober- 
Ingenieur G. Lange: „Der Lebensstrom, ein Ausfluß der 
Kräfte im Weltall." Hrrr Bußmann: „Einige Erfahrungen 
über schnelle Beseitigung akuter KrankheitSerscheinungen 
und Schmerzen (Kolik, verdorbener Magen, Erkältung usw.)". 
Diskussion und Fragebrantwortung. Verschiedenes. Gäste 
willkommen! Eintritt frei.-.- 
o Der Männer-Turnverei» hat den Turn- und 
Spielbetrieb auf dem Spielplatz wieder aufgenommen. Für 
Angehörige deS M. T. B. ist der Turnplatz Mittwoch und 
Sonnabends von 5 Uhr ab, Sonntags von 8 Uhr ab 
geöffnet. 
o Da» Biofontheater in der Rheinstr. 14 
bringt von heute ab: DeS Pfarrers Töchterlein, ein 
Mädchenfchicksal in 3 Akten mit Henny Porten in der 
Hauptrolle zur Vorführung. Ein ergreifender Vorgang 
spielt sich vor unseren Augen ab, eine Tragödie voll 
packender Wirkung gibt hier der beliebten Darstellerin 
Henny Porten Gelegenheit, ihr großes Talent zu zeigen. 
Der zweite Schlager: „Wenn Liebe spricht", ist der erste 
große Film von Pathä fröcrs, der hier nach Aufhebung 
der Konvention zur Darstellung gelangt. (Erste Woche!) 
Interessante Vorgänge aus dem nun hoffentlich bald be 
endeten Balkankrtege ziehen an uns vorüber. In den 
Pyrenäen ist eine hübsche Naturaufnahme, die Wochenschau 
wieder sehr abwechslungsreich, während die drolligen 
Komödien Mcx a!S Wohltäter (Max Linder)'," MD"auf' 
den Kopf gefallen und Von dreien die Beste höchst humor 
voll sind. Anfang 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Garderoben 
ablage kostenfrei. 
o Die Direktion der HohenzollerN'Lichtspiele, 
hat den in Berlin mit so großem Erfolg vorgeführten 
Film „Die letzte Liebe einer Königin" (Der Liebesroman 
der Königin Elisabet von England) erworben. Sarah 
Bernharndt, die große und gefeierte Tragödin tritt hier in 
der Hauptrolle auf. Ihre Königin Elisabeth ist eine Glanz 
leistung, sodaß man den Film mit Recht al§ einen Triumph 
der Kinckunst bezeichnen kann. Auch die übrigen Bilder 
sind durchweg erstklassig. Zu erwähnen sind u. A. das 
große Sensationsdrama in 2 Akten „Ein rätselhafter Fall" 
und das WUd-Wrst-Drama „Die Belohnung deS Branche 
Billy". Die Direktion deS Hohenzollerr-TheaterS wird 
auch tn Zukunft jedes Opfer bringen, um feinen zahlreichen 
Freunden nur erstklassige und gute Bilder vorzuführen. Die 
Preise (siche Anzeige) sind trotz der großen Kosten, die der 
Film „Die Iktzte Lirbe einer Königin" verursacht, nicht 
erhöht. Wir können den Besuch dieses vornehmen und 
größten Theaters Friedenaus upr aufs beste empfehlen. 
o NnglückSfall. Gestern Abend gegen 7 Uhr wurde 
daS GefchäfrSfuhrwerk der Thonwarenfabrik von Gustav 
„Erst noch eine Notiz, kleines Ungeheuer, Hände 
waschen und Rock wechseln. Alsdann mag die Dietrich 
ihr Roastbeef präsentieren:" ' 
Rach einer Viertelstunde erschien der Professor endlich 
bei Tisch: , , . 
Cornelie saß vor dem angeschnittenen Braten, den die 
alte Haushälterin brummend aufgetragen hatte, und las 
ttr Heleneiis Brief. 
Sie tat, als ob sie schmollte, und sagte ärgerlich: 
„Na endlich, alter Herr." 
Dann legte sie dem Vater von den besten und zartesten 
Stucken auf den Teller, aß selbst rasch ein paar Bissen und 
maa)te sich daran, ihren Brief vorzulesen. 
Sie wußte genau, außer während der Cssensstunden 
bekam sie den „alten Herrn" schwerlich dazu, standzuhalten. 
„Paß gut auf, Papa." . , 
Der Professor hatte einen ängstlichen Blick auf den 
Brief geworfen und sagte dann kläglich: 
„Erzähl' lieber die Hauptsachen, Rellie. Helene scheint 
ja ein großes Epos vom Stapel gelassen zu haben." 
„Meinetwegen," sagte Cornelie» das Briefblatt resigniert 
beiseite legend. „Nummer eins/tvir find zu den Feiertaaen 
nach Klein-Wlossow geladen.. Mo mach' dich bereit. Heute 
>st grüner Donnerstag, Sonnabend abend fahren wir." 
Der Professor schüttelte sehr energisch die Löwenmähne. 
„Ich deute gar nicht daran, meine Arbeit zu unter 
brechen. Gerade mit den Feiertagen habe ich stark qe- 
rechnet." * a 
Das übermütige Mädchen sah den Vater überlegen 
von der Seite an. * a 
(Fortsetzung folgt.t -
        
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