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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

eilagt z« Nr. 76 des „Kriedenantr Lokal Anzeiger 
„ ,,„ , . , rJ> ..... Dienstag, den 1 April 1913, 
Auf Urlaub. 
«ine Sommergeschichte von Reinholb Ortmann. 
Nichdruck verbot«,. 
HK. Der Julinachmittag war drückend heiß, imb 
im Westen türmte sich dichtgeballtes weißes Gewölk, 
das den nahen Ausbruch eines Gewitters vermuten 
ließ. Dr. Herbert Bolz, der aus der lastenden Schwüle 
des Tannenhochwaldes auf die Aöße des abgeholzten 
Berghanges hinausgetreten war, studierte die Karte 
seines Reiseführers und schüttelte, nachdem er sodann 
einen Blick auf die Taschenuhr geworfen, zweifelnd den 
Kopf. Das langgestreckte Dorf, das er drunten im Tale 
so freundlich vor sich liegen sah, konnte nur Fichten- 
roda sein, und er hätte es schon vor zwei Stunden passie 
ren müssen, wenn er noch vor Einbruch der Nacht das 
Städtchen erreichen wollte, das er sich zum Rast- 
guartier ausersehen. Er hatte also für diesen ersten 
Wandertag seine Marschtüchtigkeit gehörig überschätzt, 
oder er hatte sich durch die Freude an den hundert 
fältigen Reizen des lieblichen Thüringer Landes gar 
Zn oft zu genießendem Verweilen bestimmen lassen. 
Jetzt blieb ihm nur noch die Wahl, entweder bis tief 
in die Dunkelheit hinein zu marschieren und sich oben 
drein durch einen tüchtigen Gewitterregen auswaschen 
zu lassen oder sein Nachtquartier in Fichtenroda gnf- 
zuschlagen. Der voraufgesandte Koffer mit dem eigent 
lichen Reisegepäck erwartete ihn allerdings in dem 
Städtchen; aber als erfahrener Fußwanderer trug er 
das Notwendigste immer im Rucksack mit sich. Trotz 
dem fpürde er sich in der noch ungeschwächten Unter 
nehmungslust des ersten Urlaubstages vielleicht für 
die Fortsetzung des Marsches entschieden haben, wenn 
nicht ein kleiner freundlicher Zufall den Ausschlag nach 
der anderen Seite hin gegeben hätte. 
Aus dem Walde trat nämlich eine Helle weib 
liche Gestalt, ein schlank gewachsenes, blondes Mäd 
chen von vielleicht zwanzig Jayren. Sie trug den 
Strohhut in der Hand, und die Sonne leuchtete in 
goldigen Reflexen von ihrem Haar. In einer Ent 
fernung von kaum fünf Schritten ging sie an dem 
Doktor vorüber, und wenn er es auch vermied, sie 
aufdringlich anzustarren, sah er von ihrem frischen Ge- 
sichtcheu doch eben genug, um den sicheren Eindruck 
zu gewinnen, daß es wunderhübsch sei. Und wunder 
hübsch auch dünkten dem Nachschauenden ihre zier 
liche Figur, wie die Anmut ihres leichten, elastischen 
Ganges. Da sie den talwärts führenden Weg ein 
schlug, war wohl kein Zweifel, daß sie nach Fichten 
roda wollte. Und so wenig Dr. Bolz auch an ein 
Abenteuer dachte, so angenehm erschien ihm doch die 
Aussicht, sich ein Viertelstündchen aus bescheidener 
Entfernung an dem wohltuenden Anblick dieses reizen 
den jungen Menschenwesens erfreuen zu dürfen. Er 
ließ sich von der Voraufschreitendcn zwischen Wiesen 
matten und Feldern abwärts führen bis an die ersten 
Häuser von Fichtenroda. Ob sie nun etwas davon be- 
inertte, lies; sich nicht erkennen, denn sie wandte nicht 
ein einziges Mal den Kopf. Aber obwohl er nur 
ihren Rücken sah, den Umriß ihrer Gestalt und den 
schimmernden Haarknoten in ihrem Nacken, gefiel sie 
dem Doktor doch von Minute zu Minute besser, und 
kaum je in seinem Leben war ihm ein Weg so kurz 
geworden wie dieser. Mit einer Empfindung ausrich- 
rigcn Bedauerns sah er sie gleich im Beginn der 
Dorfstraßc seitwärts abbiegen und einem freundlichen, 
halb in saftiges Grün versteckten Häuschen zustreben. 
Es tat ihm jetzt leid, daß er sie nicht angesprochen, 
sie nicht durch irgendeine unverfängliche Frage ge 
zwungen hatte, ihm wenigstens einen Blick zu schenken. 
Aber die Kühnheit dem schöneren Geschlecht gegen 
über war eben nie seine starke Seite gewesen. 
In dem sauberen Wirtshaus ließ er sich ein Zimmer 
anweisen, richtete seinen äußeren Menschen her und 
unternahm vor dem Abendessen noch einen kleiücn 
Spaziergang durch das Dorf. Daß er dabei auch in 
die Nähe des freundlichen, grünumhegten Häuschens 
geriet, war nicht eben wunderbar. Die Hecke hinter 
dam Gartenzaun war so hoch und so dicht, daß sie 
jedem neugierigen Einblick wehrte; an der Gitter- 
vsorte aber war ein Schildchen angebracht mit der 
Aufschrift: „Dr. Richard Leupold, praktischer Arzt." 
Dr. Bolz' erster Gedanke war: „Also die junge 
Frau oder die Tochter eines Kollegen!" And. sein 
zweiter: „Alls Reisen soll man eigentlich nie versäumen, 
das Handwerk zu grüßen." 
Er ließ einen zweifelnden Blick an seinem 
Touristenanzug hcrabgleiten, sandte etwas zaghaft einen 
weiteren 31t den blanken Fenstern des Häus 
chens hinüber untd dvückte nach einem letzten kurzen 
Zaudern die Klinke des Pförtchens nieder. Kaum ein 
Dutzend Schritte hatte er auf dem knirschenden Kies 
des Weges getan, als hinter dem Gebüsch zu seiner 
Linken ein Knistern laut wurde, und als plötzlich seine 
Führcrin von vorhin in all ihrer mädchenhaften Lieb 
lichkeit vor ihm stand. Zwei große blaue Augen sahen 
ihn fragend an, er aber zog mit tiefer Verbeugung 
seinen Lodenhut. 
„Dr. Herbert Bolz, Oberarzt am städtischen Kran- 
• kenhaus zu H. Kann ich die Ehre haben, Herrn 
l Dr. Leupold zu begrüßen?" 
„Mein Vater ist hier im Garten. Darf ich bitten ?" 
Ihre Stimme klang genau so weich und süß, wie 
Dr. Bolz es erwartet hatte, und von diesem Augenblick 
an war sie für ihn vollends zum Inbegriff aller weib 
lichen Holdseligkeit geworden. Er folgte ihr auf den 
kleinen Seitenweg und sah sich dem neben einer ein 
fachen älteren Dame in einer Laube sitzenden Kollegen 
gegenüber. Dr. Leupold war ein Fünfziger mit müdem, 
durchfurchtem Gesicht, das unverkennbar von Krankheit 
oder, hochgradiger Abspannung sprach. Als ihm der 
Ankömmling seinen Namen nannte, blickte er inter 
essiert auf und sagte: 
„Sind Sie etwa gar der Autor der bedeutsamer 
Aufsätze in der Medizinischen Wochenschrift? Dar 
wäre eine große Aeberraschung für mich, denn ich würd« 
nimmermehr geglaubt haben, daß der Verfasser ein nock 
so junger Kollege sein könnte." 
Als sich Dr. Bolz mit einer bescheidenen Hinzu 
fügung zu der Vaterschaft jener Aufsätze bekannt hatte 
drückte er ihm warm die Hand. 
„Ich gratuliere Ihnen," sagte er. „Wenn Sie sc 
fortfahren, (ist Ihnen eine große Zukunft gewiß. 
Er Machte ihn mit seiner Gattin bekannt und lut 
ihn herzlich zum Bleiben ein. Mit matter, manchmal 
schier versagender Stimme führte er die Anterhaltunc 
über allerlei Gegenstände des gemeinsamen Faches 
und als es mit überraschender Plötzlichkeit dunkel 
wurde, als ei/i paar scharfe Windstöße durch das 
Tal dahinfuhren, und der Donner, der bisher nur 
in der Ferne gegrollt hatte, aus bedrohlicher Näh« 
ertönte, bat er den l^ast zu einem bescheidenen Abend 
imbiß in das Haus. Das junge Mädchen, das sich vor 
hin bei der Begrüßung der beiden Herren entfernt hatte 
-- erwartete sie drinnen in dem einfach behaglichen Wohn 
zimmer, und nun erst erfuhr Dr. Bolz, daß sie Renate 
heiße. 
Unbedenklich hatte er die mit schlichter Herzlich 
keit gebotene Gastfreundschaft angenommen, und an 
keiner fürstlichen Tafel würde er sich so wohl und be 
haglich gefühlt haben, wie hier unter der altmodischen 
Hängelampe in dem niederen Zimmer. Draußen war 
das Unwetter mit furchtbarer Heftigkeit losgebrochen. 
Der Sturm ließ die Fenster erzittern, der Regen pras 
selte mit der Gewalt eines Wolkenbruchs hernieder, 
und der Donner rolltö uild knatterte fast ununterbrochen. 
Aber je wilder die Elemente tobten, desto traulicher 
war es hier drinnen. Als die Rede auf die beab 
sichtigte Fußwanderung des Doktors durchs Thüringer 
und Frankenkand kaiü, sagte der junge Gast mit strah 
lenden Augen: 
„Ich hänge gewiß mit hingebender Liebe an meinem 
schönen Beruf; aber diese vier Urlaubswochen siird 
für mich darum doch eine köstliche Zeit. Einen Monat 
lang keine Krankenhausluft atmen, keine Iammerlaut« 
hören und keine Tränen der Verzweiflung sehen! zu 
müssen, ist doch ein beglückendes Bewußtsein, das ich 
frohen und dankbaren Herzens genieße." 
„Und um das wohl gar mancher Sie bciieidct," 
fügte Dr. Leupold mit einem schmerzlichen Seufzer 
hinzu. Herbert Bolz sah, wie sich ein Schatten der 
Traurigkeit über Renatens Antlitz legte. Aber er hatte 
nicht Zeit, ein anderes Theina anzuschlagen, denn das 
Dienstmädchen kam herein, um zu melden, der Knxcht 
des Großbauern vom Erlcnhof sei mit einer Kalesche 
gekommen, um den Herrn Doktor zu holen. Leupold 
seufzte abermals schwer auf; dann ließ er den wind- 
zerzausten und von Nässe triefenden Mann herein 
kommen, Nach seinein Bericht war der Bauer von der 
Leiter gefallen und hatte allem Anschein nach einen 
Arm gebrochen. Er litt die fürchterlichsten Schmerzen 
und ließ den Doktor bitten, so rasch als möglich zu 
kommen. Der hatte bereits Messer und Gabel bei 
seite gelegt und wollte sich erheben. Da erhob seine 
Frau in sorgenvoller Bitte die Hand. 
„Um des Himmelst willen, Richard — du willst 
doch nicht bei diesem fürchterlichen Unwetter hinaus? 
Und in der halboffenen Kalesche bei deiner schlechten 
Gesundheit?" ( , 
„Soll ich einen Kranken vielleicht ohne Hilfe 
lassen?" gab er zurück. „Ein Arzt darf eben nicht 
nach seiner eigenen Gesundheit fragen." 
Dr. Herbert Bolz hatte eine Träne an Renatens 
Wimpern zittern sehen, und sein Entschluß war schnell 
gefaßt. 
„Geben Sie mir was nötig ist, verehrter Herr 
Kollege," sagte er in seiner frischen, unwiderstehlich 
liebenswürdigen Weise, „und erlauben Sie mir, in 
diesem Ausnahinefäll Ihre Vertretung zu übernehmen. 
Sie haben ein anstrengendes Tagewerk hinter sich, ich 
aber war noch au^efye mehrstündige Fußwandcruyg 
Bekanntmachung. 
Die Urwählerlisten für die bevorstehende Wahl zum Hanse der 
Abgeordneten liegen 
am 3., 4. und 5. April ds. Js. 
während der Dienststunden von 8 lthr morgens bis 0 Uhr abcüds 
im Meldebüro, Fenrigstr. 8, Zimmer Nr. 2, aus. 
Innerhalb 3 Tagen nach Auslegung der Listen kann gegen ihre 
Richtigkeit und Vollständigkeit bei der unterzeichneten Behörde Ein 
spruch schriftlich angebracht oder zu Protokoll gegeben werden. 
DerUn-Friedcnan, den 29. März 1913. 
Der Geinenidevvrstehcr. 
„Dliver" schreib : ischinenschnle! 
Abschriften, Tiitate. Vervielfältig. 
2650] Stegs., Pcschkestr. 9. 
giiHiJerW 
von gebraucht. 
Möbeln. 
Rcmbrandtstr. 1l, Schanll. 
Bekanntmachung. 
Lieferanten. Unternehmer usw., die Forderungen an die hiesige 
Amts- und Gemeindeverwaltung haben, werden des bevorstehenden 
Jahresabschlusses ivcgen ersucht, noch ausstehende Rechnungen sofort, 
spätestens aber bis Mitte April dieses Jahres einzureichen. 
Etwaige Bestellzettel sind den Rechnungen beizufügen. 
Berlin-Fricdcnan, den 10. März 1913. 
Ter Gcmeindevorstand. 
ZettrMMmaMätllr 
hat abzugeben Friedeiianer Lokal- 
Anzeiger» Rheinstr. I ■">. 
Balkonlatten jed. Breite. Blumen 
kästen cinpf. Stramm, Eschenste. 8. 
MMWMnLrLT 
sonne ausbessern ». modernisieren 
aller Art. auch Damcngarderobc, 
prcisivert und schnellstens von 
FrauDcttkc, Nubensstr.35Gth.llI. 
vorbereitet. And eine Fahrt im Gewitter gehört überdies 
zu meinen besonderen Liebhabereien." 
Wohl wollte Dr. Leupold anfänglich nichts von 
der Annahme dieses Opfers hören; aber als die Frauen 
ihre Bitten mit denen des jungen Kollegen vereinten, 
gab er nach, und kaum zehn Minuten später saß 
Dr. Bolz mit dem Verbandskasten in der alters 
schwachen Kalesche. Als das Pferd eben anziehen 
wollte, kam Fräulein Renate noch mit einem dicken 
Mantel aus dem Hause, den der junge Mann durch 
aus annehmen mußte. And daun drückte sie ihm.zum 
Abschied die Hand mit einem Blick, der dem Doktor 
einen viel größeren Vorrat von innerer Wärme mit 
auf den Weg gab, als der Mantel sie ihm hätte ver 
schaffen können. 
Als er am nächsten Morgen wieder im Doktor- 
hause erschien, um über seine erfolgreiche Tätigkeit im 
Erlenhofe Bericht zu erstatten, war der Kollege schon 
auf Krankenbesuchen unterwegs, und auch die Hausfrau 
mußte wohl irgendwie verhindert sein, da er von Fräu 
lein Renate empfangen wurde. Sie dankte ihm noch 
einmal mit feuchten klugen und leise bebender Stimme, 
und als er sich dagegen verwahrte, etwas Nennens 
wertes getan zu haben, sagte sie: 
„Sie konnten freilich wohl kaum ahnen, eine wie 
schwere Sorge Sie meiner Mutter und mir vom Her 
zen genommen haben. Mein Vater ist seit einem Jahre 
herzleidend, und sein Befinden hat sich gerade in der 
letzten Zeit bedeutend verschlechtert. Trotzdem ist er 
nicht zu bewegen, auf einige Wochen auszuspannen 
und ein Heilbad aufzusuchen. Er hat bor einigser Zell 
durch einen Bankbruch sein ganzes erspartes .Ver 
mögen verloren, und die Bestellung eines Vertreters 
würde für ihn darum eine Ausgabe bedeuten, die er 
sich, wie er sagt, nicht leisten kann. Und wir würden 
doch so gerne jede Entbehrung auf uns nehmen, wenn 
**«r ihn dazu bestimmen könnten. 
„Geben Sie die Hoffnung nicht auf, mein Fräu 
lein," bat er. „Vielleicht gelingt es mir, das Wider 
streben Ihres Herrn Vaters zu besiegen." 
Er kehrte in das Wirtshaus zurück, telephonierte 
in das Städtchen um seinen Koffer, und erschien zur 
Mittagszeit noch einmal im Doktorhause. Da hatte 
er dann unter vier Augen eine lange Unterredung mit 
dem kranken Kollegen, und das Ende dieser Unter 
redung war zur namenlosen Freude von Mutter und 
Tochter die Kundgabe von Dr. Leupolds Entschluß, 
morgen auf vier Wochen nach Bad Nauheim zu reisen, 
während Dr. Bolz für diese vier Wochen als sein Stell 
vertreter in Fichtenroda bleiben würde. Die Geld 
frage mußte also wohl in der einen oder anderen Weise 
beruhigend geregelt worden sein. 
So geschah es, daß Dr. Herbert Bolz seinen Ur 
laub dazu verwandte, vom Morgen bis zum Abend in 
den umliegenden Bergdörfern herumzuwandern, in 
Bauernhäusern und in den dumpfigen Wohnungen 
armer Heimarbeiter seine ärztliche Kunst auszuüben 
und sich oft erst in später Nachtstunde todmüde auf 
sein Lager zu strecken. Von dem Thüringer Lande 
bekam er allerdings auf diese Weise nichts anderes zu 
sehen, als die nähere Umgebung von Fichtenroda.; 
aber seine unverwüstliche Fröhlichkeit konnte als ein 
Beweis dafür gelten, daß er trotz alledem mit dem un 
erwarteten Verlauf seiner Ferien gär nicht un 
zufrieden war. 
Als die vier Wochen um waren, kehrte Dr. Leu 
pold neugekräftigt zunick, und wieder gab cs eine 
längere Unterredung unter vier Augen zwischen den 
beiden Kollegen. Von Dank wollte .Dr. Bolz .nichts 
hören, und er schnitt alle derartigen Versuche des 
älteren Bcrnfsgcnossen dadurch ab, daß er sagte: 
„Wenn Sie wirklich ein Bedürfnis fühlen, sich 
mir erkenntlich zu zeigen, hochverehrter Herr Kollege, 
so haben Sie dazu vollauf Gelegenheit, indem Sic 
nunmehr mich von einer schweren Hcrzaffektion kurie- 
ren, die sich inzwischen bei mir herausgebildet hat. 
Das Rezept ist einfach, und ich verbürge mich für seine 
unfehlbare Wirkung. Denn es soll in einer nicht zu 
gering benlcsscncn Dosis Ihres väterlichen Segens 
bestehen." 
Und er stand auf, um die Tür des Nebenzimmers 
zu öffnen, in dem er Fräulein Renate wußte. Mit 
glühenden Wangen trat sie über die Schwelle, und 
Dr. Bolz ergriff ihre Hand. 
„Sie sehen, daß ich nichts weniger als bescheiden 
bin. Es ist ein fürstliches Honorar, das sch für meine 
Vertretung verlange. SJlbcr ich würde ja auch mit Ver 
gnügen nicht bloß meinen Sommerurlaub, sondern die 
Hälfte meines Lebens geopfert haben, um es mir zu 
verdienen." 
Dr. Leupold blickte auf seine Tochter, und .als er 
die Glückseligkeit sah, die sich auf ihrem lieblichen 
Antlitz spiegelte, blieb ihm wohl nichts anderes übrig, 
als das verlangte Honorar zu bewilligen, 
MM—— 
Bekanntmachung. 
Dio Hnndestencrmarken für das Stcuerjnhr 1912 verliere» mit 
dem 31. März. d. I. ihre Gilticzkeit. 
Die neue» Marke» können gegen Rückgabe der alten und inner 
Vorzeigung der letzten Stcucrguittung von heute ab in unserem 
Stenerbüro, Fcnrigstraße 8 111, Zimmer 59 während der Dienst 
stunden von 8 bis'8 Uhr in Empfang genommen ivcrden. 
Berlin-Friedenau, den 26. Mürz 1913. 
Der Gemeindevorsteher. 
I AMahM und Krmsuliftüonen 8 
Entbindungsheim gebildeter Hebamme. Ruhig ge-» 
lcgcne Villa. Sehr müßige Preise. NiNIIw B 
Suoiiöohftr. 19a
        
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