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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage z« mr. 75 kB „Kriedrnaver «skal Anzeiger". 
Montag, den 31 März 1913 
^ 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Origiiialartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Eine neue Einnahmequelle für Kommunen 
Wie die Wochenschrift „Die Reklame" mitteilt, haben sich 
diejenigen Firmen zu einem Verbände zusammengetan, 
welche erhebliche Mittel für Rsklamezwecko aufzuwenden 
pflegen. Sie find sodann an die Gemeinden Großberlius 
. herangetreten mit folgendem VertragS-Borschlagc: Die 
betr. Gemeinde gestattet dem neuen „Verband für Straßen- 
namkn.ReklameV an Stelle biSheiiger Straßenschilder 
solch; mit dem geschützten Namen eines R-klame Artikels 
anzubringen. In gefälliger Form zeigen diese neuen 
Schilder neben der neuen Straßenbezeichnung einen kurzen 
Hittwrir auf die Vorzüge ceS betreffenden BerkaulSartlk.-l«. 
Der Vorstand trägt selbstverständlich die Kosten für die 
Schilder und zahlt der Gemeinde noch eine ganz erhebliche 
Pachtsumme. — So erhält Steglitz, LaS alü erster Oit 
eine'! solchen Vertrag ges.. lassen hat, für die U-beriassung 
von zunächst nur vier Straßen: 20 000 M. In Anbetracht 
der enormen Summen, welche sowieso den Reklame Eta! 
d:r in Frage kommenden Firmen belasten, niacht für sie 
dieses Mehr nicht viel aus; die Gemeinde kann das Geld 
aber sehr gut gebrauchen. Morgen werden die neue:. 
Straßenbezeichnnngen zum ersten Male zu bewundern sein. 
Es sind 4 benachbarte Straßen gewählt: die bisherige 
Mandcrstraße (künftig: Formoministraße); Plantagcnstraße 
(Sanatogenstraße); Elisenstraße (Ilse Briquettsiraße) und 
Ringstraße (Ring's Syndethikonstraße). Die bekannten 
Warenzrichen sind sehr hübsch auf Zierlaternen an den 
Straßenecken verwendet. — In Berlin sollen demnächst, 
wie es weiter heißt, die Stüler- und Kconrnstraße sowie 
die Straße am Kupfergraben zu: Stiller-, Kronenbock- und 
Kupferberggoldstcaße werden. In Schöacberg wird vor 
aussichtlich bald statt: Max-, Kleist- und Wrxstraße: 
Maggi-, Wuk- und Keksftraße zu lesen sein. Letzteres 
aber nur, wenn die Stadt Charlottenburg bei ihrer 
Weigerung bestehen bleibt und dem neuen Verband- nicht 
etwa doch noch da? Recht einräumt, Hinweise auf das 
wr'tbkkannts Fabrikat deutschen NarnenS auf den Schildern 
ihr r Leipnizstraße anbringen zu dürfen. — Und 
n.'i: ? Warum hat sich Friedenau dieses ganze Geschäft 
vor der Nase wegschnappen lasten? Denn es handelt sich 
do-:) wahrhaftig um eine für alle Beteiligten vorteilhafte 
Suche! Die Industrie weiß aus reichlicher Erfahrung, daß 
R tone Unkosten sich tausendfältig rentieren; der G.- 
Bekanntmachung. 
Tic llrivnhtcrlistcil für die bevorstehende Wahl zum Hause der 
Abgeordneten liegen - . 
am 3., 4. und April ds. Js. 
wahrend der Dieiiststiiiidcn von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abeuds 
im Mcldebüro, Fcurigstr. 8, Zimmer Nr. 2, aus. 
Innerhalb 3 Tagen nach Auslegung der Listen kann gegen ihre 
Richtigkeit und Vollständigkeit bei der unterzeichneten Behörde Eiu- 
spcilch schriftlich angebracht oder zu Protokoll gegeben iverdc». 
'Berlin-Friedenau, den 20. März 1913. 
Der Genieindeoorsteher. 
Bekanntmachung. 
An einem in Berlin frei nmhcrgelanfencii Hunde ist die Tollwut 
festgestellt worden. 
Zum Schutze gegen die Tollivnt lvird auf Grund der Atz IS ff. 
des Bichsenchcngesetzcs voin 20. Juni 1900 mit Genehmigung des 
Herrn Ministers fllr Landioirtschast, Domänen und Forsten folgendes 
bestimmt: 
§ I. In den Gemeinde- und Gntsbezirken Kolonie Grnnewald, 
Schmargendorf, Friedenau, Steglitz, Siidendc, Tciiipclhof, Alarieu- 
dorf, Britz, Treptow, im Kreise Teltow soinic Wilhclmsberg, Hohen- 
önhansen, Heincrsdorf, Nicdcrschönhanscii, Schönholz und Wilhelms- 
ruh im Kreise Niedcrbarnim sind sämtliche Hunde und Katzen, auch 
: nun sie erst nach Anordnung der Sperre in diesen Bezirk einge 
führt werden, für die Zeit bis znm 20. Mai dieses Jahres ciii- 
pchlicßlich festzulegen (anzuketten oder einzusperren). 
Ter Festlegung gleich zu achten ist das Führen der mit einem 
sicheren Maulkorbe versehenen Hunde an der Leine. Katzen sind so 
cmznsperren, daß sie den Raum nicht verlassen können. 
tz 2. Die Ausfuhr von Hunden und Katzen ans dem Sperr- 
l'i.'.irke ist nur mit ortspolizeilicher Genehinigung nach vorheriger 
ü ärztlicher Untersuchung gestattet. 
tz 3. Die Benntzniig der Hunde zum Ziehen ivird unter der 
Bedingung gestattet, daß sie dabei fest angeschirrt und mit einem 
sicheren Maulkorb versehen sind. 
Die Verwendung von Hirteiihnnden zur Begleitung von Herden 
nO von Jagdhunden bei der Jagd sowie von Polizeihunden ohne 
Maulkorb und Leine ivird unter der Bedingung gestattet, daß die 
. :öe, außer der Zeit des Gebrauchs festgelegt vdcr mit einem 
si , rcn Maulkorb versehen an der Leine geführt werden. 
8 4. Hunde nnd Katzen, die diesen Vorschriften zuwider frei 
nuiherlanfen, werden getötet. 
§ 5. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung unterliegen 
den Strafvorschriften der §§ 74 bis 77 des Reichsviehsenchcngesetzes 
vom 20. Juni 1000. 
§ 0). Diese Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Bcrösseitt- 
lichnng in Kraft. 
Potsdani, den 27. März 1918. 
Ter Regierungspräsident. 
Veröffentlicht: 
Berlin-Friedenau, den 31. März 1913. 
Der Amts- und Gemeindevorsteher. 
Bekanntmachung. 
Die Pferdevormusterung 
findet in diesem Jahre in der Zeit vom 31. Marz bis 27. Mai statt 
und wird diesmal gleichzeitig mit einer 
Prüfung der Fahrzeuge und Geschirre 
auf ihre Kricgsbranchbarkeit verbunden. 
Wegen der Pferdcvormnsterung bemerke ich folgendes: 
Jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet, seine sämtlichen Pferde zur 
'Musterung zu gestcllen mit Ausnahme: 
i») .der unter vier Jahre alten Pferde, 
b) der Hengste, 
c) der Stuten, die entweder hochtragend sind oder innerhalb der 
letzten vierzehn Tage abgefohlt haben — als hochtragend sind 
Stuten zu betrachten, deren Abfohlen innerhalb der nächsten 
vier Wochen zu erwarten ist —, 
d) der Bollblutstnten, die im „Allgemeinen deutschen Gestiitbuch" 
oder den dazu gehörigen offiziellen — vom llnioiiklub geführten 
— Listen eingetragen und von einem Bollblnthengst laut Deck 
schein belegt sind, auf Antrag des Besitzers, 
«) der Pferde, ivelche ans beiden Augen blind sind, 
mkinde eröffnet sich eins Nistio Einnahme Quelle und daran 
ist schließlich jeder einz-lne rhrer Bewohne: interessiert. 
Vor allem die Hauswirt?. Ihnen und ihren Mietern ist 
c§ aber ganz gleichgültig, ob sie nun in einec Saar- oder 
Saiottistraße wohnen, riner Ejchei:- oder Eljen-, einer 
Odenwald- oder Odol-, riner Büstng- oder Biocitiustraße, 
ob auf dem Südwest- oder einem B. Z am Mittag Corso 
usw. — N'in I An unserm „Regicrnngstisch" hat inan eben 
augenscheinlich wieder einmal gedacht — trotz unseres 
Millionen-Difiziis! — ,W>r haben eS, Gottlob, nicht 
nötig 1* (Wenn man überhaupt etwas gedacht hat!) — 
Wie wir nun hören, haben dann auch die Herren Ge- 
mrindevrroldltsten O-t, Kalkbrenuec und Richter wegen 
der ärgerlichen Sache bereits eins Interpellation an den 
Gemsindeoorstand gerichtet. Sie fordern diesen auf, den 
Vorschlag des „Verbandes für Straßennamen-Reklame" an- 
znnehmen und durch Aenderung weniger Buchstaben aus 
der Blsma-ck- eine Viomalzstraße zu machen. Die dadurch 
der Gemeinde in den Schoß fallende Summe würde voll 
auf genügen, um die für die Volksschulen und somit die 
Zukunft unsres Ortes unbedingt nötigen Steinway-Kvnzert- 
Fltigel zu beschaffen; ein Ziel airfs innigste zu wünschen! 
— Uebiigkns kursiert außerdem in Hausbesitz-rkreisen noch 
eine (St., L., Sch. unterzeichnete) Beschwerde an den 
Minister. Roch ist also nicht alles verloren; die „Politik 
der verpaßten Gelegenheit" ist noch korrigierbar! Jeden 
falls wird die Frag- der Straßennamen-Rtlame bei dem 
Aufstellen der Etats künftig recht erheblich ins Gewicht 
fallen. Durch st« wird aufs diene der Beweis erbracht, 
wie ganz unmöglich ek ist, sich über die finanzielle Zukunft 
einer Gemeinde ein einigermaßen sicheres Bild zu machen. 
Dieser Satz gilt wie für uns, so für ganz Groß-Berlin. 
o Nicht zum dauernde« Aufenthalt von 
Menschen bestimmte Räume müssen so beschaffen 
sein, daß sie auch nicht zum dauernden Aufenthalt geeignet 
erscheinen. Diese interessante Entscheidung hat das Ober- 
verwaltungZgericht in einem Sleglitz'r Fall getrcffm. Die 
Steglitzer Bauordnung steht wie alle Bauordnungen vor, 
daß Räume, die nach den Bkstimmungen der Bauordnung 
nicht zum dauernden Auferithalt von Menschen dienen 
dürfen, in ihrer Einrichtung so beschaffen sein müffen, daß 
sie auch nicht zum dauernden Aufenthalt geeignet erscheinen. 
Dir Polizeiverwaltung fordert deshalb Herrn Faust auf, 
Kcllerräume in einem Hause der Südendstraße, die nicht 
zum dauernden Aufenthalt von Menschen nach dem Bau 
recht dieuen durflcn, die aber Linoleumbelag, glatte 
Wände und FüllungStüren erhalten hatten, so herzu- 
W—B——Bg^gatB 
richten, daß sie nicht zum dauernden Aufenthalt von 
Menschm geeignet eischirncn. Statt der glatten Wände 
sollten rauhe Wände hergestellt und statt der Füllungs- 
iüren einfache Türen eingefügt werden. Der Linoleum- 
belag sei zu entfernen. Dos Obscoerwaltungsgsricht er 
achtete das Baurecht für gültig und die polizeiliche Ver 
fügung für gerechtfertigt. Es wies deshalb F.'s Klage ab., 
Falls die fraglichen K-'llerräume mal oiL Lagerräume ver 
mietet würden und die Natur der zu lagernden Gegen« 
stände Linoleumbclag wünschenswert erscheinen ließe, daun 
könnte F. jedoch, indessen nur für den Fall, b-i der 
Polizei die ausnahmsweise Gestattung solches Belages 
beantragen. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Geehrte Redaktion! In der letzten HauSbesitzervusammlung hat 
es der Herr Voriitzende sich nicht vcrsaz-n können, über Herrn Ge 
mcindeverireter KKkbnnner herzufallen und ihn und sein Auftreten in 
der Gemeindevertretung einer Kritik zu unterziehen. Erstaunlich ist eS 
nur, daß 1er bctr. Herr eist jetzt mit seiner abfälligen Kritik kommt, 
wo er eS doch in der Gemetudeverlreterfitzung hätte viel bequemer 
haben können; aber da hätte ihn die Anwesenheit des Herrn G.-V. 
Kalkbrenner vielleicht geniert. Es ist ja auch viel bequemer und vor 
allen Dingen ungefährlicher, über jemand herzufallen, der nicht an- 
w send ist. Herr G.-B. Kalkbrenner ist einer der wenigen Männer, 
die mutig und energisch für ihre Ueberzeugung und dir Interessen der 
Bürgerschaft eintreten, und ihre Arbeitskraft in uneigennützigster Weise 
in den Dienst der Gemeinde stellen, und sollten wir alle ihm Dank 
dafür wissen. Herr Kalkbrenncr wird sich du:ch derartige hinfällige 
Kritiken hoffentlich nicht beirren lassen, sondern nach wie vor seiner 
Ueberzeugung gemäß die Interessen der Bürgerschaft wahmehmen. ES 
wäre ein Segen für uns, wenn wir recht viel derartige Männer 
hätten, dann könnten wir auch vertrauensvoll in die Zukunft blicken. 
Ein dankbarer Bürger. 
Geehrte Redaktion! .MangelseinesBedürfnisses" ist nach Ihrer 
Anmerkung die Konzessionierung deS Lokals am Marktplatz versagt 
worden. Das ist sehr interessant und ich bin mal gespannt, ob unser 
Herr Bürgermeister bei dem Ratskeller ebenfalls das Bedürfnis 
für ein Lokal am Marktplatz verneint! Ich glaube kaum! Dir 
Bedürfaisfrage ist ein billiger Grund, um ein Lokal nicht zu 
konzessionieren. Man kann damit so recht nach Gunst handeln, ob 
man dem einen wohlgesinnter ist als dem andern. So hatte die 
Bedürfnilfrage z. SS. keine Bedeutung, als cs sich um die 
Konzessionierung der Stehbierhalle Kaiserallec Ecke Kicchstraße handelte. 
Ja der kurzen Frist von 14 Tagen hatt« der Wirt die Konzession, 
obwohl eine ganze Anzahl Lokale am Friedrich-Wilhelm-Platz und tu 
den angrenzenden Straß:» vorhanden sind! Ob cs etwa daran 
liegt, wer den Ladenausbau niacht? W. 6. 
f) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, 
g) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht marschfähig sind 
vder wegen Ansteckungsgefahr den Stall nicht verlassen dürfen, 
li) der Pferde, welche bei einer früheren in dem betreffenden On- 
schaft abgehaltenen Musterung als dauernd kriegsunbrauchbar 
bezeichnet worden sind, 
i) der Pferde unter 1,50 in Bandmaß. 
Bei hochtragenden Stuten (Ziffer e) ist der Pferde-Barführimgs- 
liftc der Dcckschcin beizufügen, Bon der Verpflichtung zur Vorführung 
ihrer Pferde sind ausgenommen: 
1. Mitglieder der regierenden deutschen Familien — diese Be 
stimmung erstreckt sich jedoch nur auf die zum persönlichen Gebrauch 
bestimmten Pferde, wogegen die in Wirtschiiftsbetriebcn verwendete» 
Pferde zu gcstellen sind —, 
2. die Gesandten fremder Alächte und das Gesaiidschaftspersonal, 
3. die aktiven Offiziere und SauitätSvffizierc bezüglich der von 
ihnen znm Dienstgebrauch gehaltenen Pferde, 
4. Beamte im Reichs- oder Staatsdienste hinsichtlich der znin 
Dienstgebrauch, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur 'Aus 
übung ihres Berufes an dem Tage der Musterung unbedingt not- 
wendigen eigenen Pferde, 
5. ' die Pasthalter hinsichtlich derjenige» Pscrdezahl, welche von 
ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß, 
0. die Königlichen Staatsgcstiite, 
7, die städtischen Bcruisfeuenvehrcu. 
Pfcrdebcsiher, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht 
rechtzeitig oder vollzählig vorführen, haben außer der gesetzlichen 
Strafe zu gewärtigen, daß. auf ihre Kosten eine zwangsweise 
Hcrbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird. 
Ueber die Beschaffenheit der zu militärischen Zwecken bestimmten 
Fahrzeuge nnd Geschirre nebst Zubehör geben die nachstehend ab 
gedruckten Bestimmungen Aufschluß: 
1. Die Fahrzeuge sollen vierrädrig nnd in Anbetracht der nvt- 
wendigen Lenkbarkeit nicht zu lang gebaut sein, möglichst nur 10, 
nicht über 14 Zentner wiegen, ein kräftiges Untergestell mit Achsen 
von Stahl oder Eisen nnd mindestens 18 Zentner Tragfähigkeit haben. 
Sic müssen ferner mit 2 Stenerkctten oder 2 Aufhalten! von doppeltem 
Leder nnd einer Hinterbrake (Wage) versehen sei». Das Borhaiidcn- 
sein eines LangbanmeS und einer abnehmbaren Wagendeichsel ist 
erwünscht, aber nicht durchaus erforderlich. Die Höhe der ans Nabe 
und Felgenkranz mit eisernen Reifen versehenen Vorderrädern soll 
nicht unter 80 cm, die der Hinterräder nicht unter 1 in und nicht 
über 1,00 in, die Breite der Felgen nicht unter 5 und möglichst nicht 
über 8 cm betragen. Gleisebreite landesüblich. Hemmschuh vder 
andere Hemmvorrichtung erwünscht. 
DaS Obcrgestell muß entweder ans einem festen Brcttcrkasten 
oder auS zwei Leitern mit Brettfnllung vder Kvrbgeflccht nnd einem 
Bretterbuden bestehen. Das Vorhandensein von hinteren nnd vorderen 
Kopfwänden,, von Spriegeln zum Auflegen des Wagciiplanes nnd 
eines Sitzbrettcs vorn bzw. Bocksitzes für den Fahrer ist wünschens 
wert. Spamikettcii können mitgeliefcrt werden. Der innere Be- 
ladniiqsraum von der Spriegelwölbung bis zum Wagcnbodeii soll 
mindestens 2,25 ebm betragen. 
2. Die zweispännigcn Geschirrzüge können nach Landessitte 
Knmmt- oder Sielcngeschirre — letztere mit Halskoppcln — {fern. Sic 
müssen Zugstemme von Hanf oder Zugkettcn haben; ferner ist eine 
Krenzleine von Hanf, Bandgurt oder Leder und ein Halfter nebst 
starkem, mit Zügeln versehenen Treiisengebitz znm Einkncbeln zu 
liefern. Sämtliche Geschirrteile müffen haltbar und in den Leder- 
tcilcii geschmeidig sein. 
3. An Wagenzubchör sind zu jedem Wagen zu liefern: 
1 Wassereimcr ans Holz oder Blech, 
1 Achsschmierbiichse aus Btech für etwa 1 lcg Wagenschmiere, 
10 Vindesträngc ans Hanf, 2,60 in bis 4 in lang, 
1 Handlaterne (Sturmlaterne für Lichte), 
2 große Futtersäcke aus Drillich zu 1,6 Zentnern Hafer. 
. 4. An Geschirrzubehör sind mit jedem Paar Geschirren zu liefern: 
2 Deckengurte, 
2 Halfterketten, ungefähr 1,30 m bis 1,70 m lang und nicht 
über 1 kg schwer, 
1 neue Kardätsche, 
1 Train- (Fahr-) Peitsche. 
An dem linken Backciistück der Halfter jedes Pferdes ist cm 
Zettel mit deutlicher Nummer, welche derjenigen der Vvrführungs- 
listc entspricht, zu befestigen. 
Bei Pferden, welche bereits bei einer früheren Mnsternng 
als kriegsbranchbar bezeichnet wurden, sind außerdem unter Ver 
antwortlichkeit der Gemeinde- pp. Vorsteher Bestiinmungstäfelchen 
anzubringen. Diese Tafelchen werden beim. Vorführen der Pferde 
zur Musterung au dem linken Vackenstück der Halfter befestigt. 
Sie sind für die einzelnen Pfcrdcklnsscn verschiedenfarbig her 
gestellt und znm Anbinden an der Halfter mit entsprechender Ein- 
richtnng versehen, Tie Farbe der Tafel ist (ans beiden Seiten): 
Für Reitpferde 1 — weiß. 
Für Reitpferde II — weiß mit einem 2 em breiten schwarzen 
Querstrich 
Für Stangcnzugpferdc l — rot. 
Für Stangcnzugpferdc II — rat mit einem 2 cm breiten 
schwarzen Querstrich. 
Für Vorderzngpscrdc 1 — blau. 
Für Vorderzngpscrdc II — silent mit einem 2 cm breiten 
schwarzen Querstrich. 
Für schwere Pferde I --- grün. 
Für schwere Pferde 11 — grün mit einem 2 cm breiten 
schwarzen Querstrich. 
Den Kreisliernrzten, Privattierärzten, Zivilschinieden, sowie deli 
zu Ziviikoininissaren der Pferdcaushebnngskoniinissionen i» Aussicht 
genommenen Personen ist die Teilnahme an dem Mnsterungsgeschäft 
gestaltet. 
Die Ortsbchörden ersuche ich, Vorstehendes den Beteiligten 
wiederholt i» ortsüblicher Weise bekannt zu machen, die vorhandenen 
gestellnngspslichtigen Pferde zu ermitteln nnd die Besitzer unter 
Hinweis auf die im Kriegslcistungsgesctz vom 13. Juni 1873 — 
Reichsgesetzblatt Seite 129 — für-Znwidcrhandlnngen festgesetzte 
Strafe,' sowie unter Androhung cker zwangsweisen Gestellung ans 
ihre Kosten zur Vorsiihrnng der Pferde aufzufordern. 
Der Landrat des Kreises Teltow. v. Llchenbach. 
Auszugsweise veröffentlicht mit dem Bemerken, daß für Aerlin- 
Fricdcnan die Pferdcvvrmnsterung sowie die Prüfung der Fahrzeuge 
und Geschirre am 
Mittwoch, den 2. 'April d. Js. 
am Dtapbachplatz hiersclbst und zwar um 
!> Uhr vormittags für die Besitzer mit den Anfangsbuchstaben A M 
und um 
II Uhr vormittags für die Besitzer mit den Anfangsbuchstabe»^ Z 
stattfindet. 
Alle Pferde nnd Wagen müssen ! Stunde vor Vcginn des 
Termins, also diejenigen der Besitzer mit den Llnfangsbuchstnbcn 
A—M um 8 Uhr iiiib diejenigen der Besitzer mit den Anfangs 
buchstaben N-2 um 10 Uhr zur Stelle sei». Die RniiimernzeUel 
und Bestimmuiigstäfclchcn werden den Besitzern rechtzeitig zugehen. 
Berlin-Friedenau, den 17.'Februar 1913. 
Der Gemeindevorstand. 
MelsseM Merkur 
am Hingbahnhof Varziner Sfr. 4 auf Friedonauor Seite 
Direktor: Paul Disko. Amt rfahburg Nr. 6208. 
a) Jahres- und Halbjalircskursc zur gründl. Ausbildung für den 
kaufm. Beruf. 
b) Klassen - Unterricht in Stenographie, Maschineschreiben, 
Schnclldiktaton, Deutsch, Schönschreiben, Buchführung, 
Rechnen, Korrespondenz, Wechsclkundo, Scheckkumlc, Volks 
wirtschaftslehre, Fremdsprachen usw. 
c) Gediegener Privat-Unterricht in allen Fächern der llandck- 
wissonschaft. 
Ausführliche Prospekte kostenfrei. Anmeldungen jederzeit. 
rw f M Unlroc Vorbereiliingsanslalt mii 
Ul, J, .Pl. CiVPvUo Pensionat, Berlin-Sieglitz, 
Fichtcstr. 24, Fichteberg. Gegründet 1883. Für alle 
Klassen. Einjährige, Primaner und Abiturienten, auch 
äit. Berufe und Damen. (Gymnas. und real.) Zeit 
ersparnis. Vorzügl. Erfolge u. Empfehlungen aus allen Be 
rufen. 12 Lehrer. Gute Pension. DM" 2 Villen inmitt, grosser 
Gärten. Herrl. gesunder Aufenthalt. Neuaufnahme täglich.
        
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