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Periodical volume Nr. 67, 19.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

höheren Schulen sehr viel Schreibarbeit zu leisten, sodaß eine 
Schreibhilfe angestellt werden muß. Ja auswärtigen Schulen 
sind sogar vielfach Sekretäre angestellt. Wie stehen hier mit 
95 Pfg. für den Schüler noch sehr billig da, gegenüber 
1,50—4 M. in anderen Schulen. G.-V. Kalkbrenner 
frägt an. wie sich das Verhältnis mit den Volksschulen 
stellt, ob die auch keinen Nachweis erbringen. Schöffe 
Bache erklärt, daß die Schulleiter den Nachweis führen 
und sich daraus die Beträge ergeben. — Bet den Ein 
nahmen beantwortet der Bürgermeister die in der ersten 
Lesung gestellt« Anfrage über die Benutzung der Turn 
hallen, daß der Thielesche Marschierverein für die Stunde 
1 M. bezahlt Der Eoangel. Männer- und JünglingS- 
verein, der teils den Hof, teils die Turnhalle benutzt, 
zahlt keine Gebühr. — G.-D. Berger wundert sich, daß 
die Direktoren des Realgymnasiums und der Königin- 
Lutfe Schule für die Beheizung ihrer Wohnungen 140 M. 
bezahlen müssen, während der Direktor der Gymnasiums 
noch 140 M zu bekommt. Bürgermeister Walger ant 
wortet, daß die Direktoren deS Realgymnasiums und der 
Königin-Lutfe-Schule an die ZentralhetzungSanlagen der 
Anstalten angeschlossen sind, während der Direkior deS 
Gymnasiums in feiner schwer heizbaren Billa «ine eigene 
HetzungSaylage besitzt, die er selbst unterhalten muß. Da 
die Kosten hierfür erheblich höhere sind, so habe man s. Zt. 
durch die Zahlung einer Beitrages einen Ausgleich ge- 
schaffen. G.-V. Berger hält die Differenz von 280 M 
für sehr erheblich. Baurat Altmann erklärt, daß de: 
Direktor deS Gymnasiums über 300 M. für Heizung auf 
wenden muß, während die anderen Dtrekloren den üblichen 
Preis, nach dem Zimmer berechnet, von 140 M. zahlen. 
ES wurde damals gesagt, daß der Direktor de» Gymnasiums 
nicht« dafür könne, daß er in einem so schwer heizbaren 
Hause wohne und daher erfordere ks die Gerechtigkeit, daß 
man ihm einen Zuschuß dafür gewähre. G.-B. Berger 
führt pn, er müsse dies als eine Zulage für den Direktor 
des Gymnasiums ansehen. Wenn der Herr schon den 
Borzug genießt, in einem Hause allein zu wohnen, wo die 
anderen in der Schule wohnen müssen, so brauche man 
ihm doch nicht noch die Heizung bezahlen. Wollte man 
nach diesem Grundsatz allgemein handeln, so könnte man 
dem etnen vielleicht auch dafür eine Entschädigung geben, 
weil er ein Zimmer weniger hat als der andere oder 
ähnliche». Gr findet dies nicht für gerecht; der Betrag 
müsse doch wphl gestrichen werden. G.-V. Finke frägt, 
ob sich die Billa nicht mit der HeizungSanlage der Anstalt 
verbinden ließe. Baurat AltmanN sagt, daS müsse er 
erst prüfen; machen läßt sich natürlich alles. 
Volksschulen. Bet dem Punkt: 400 M. für An 
schaffung eines Klaviers, das den Jugendpflegevereinen zur 
Verfügung gestellt werden soll, fragt G.-B. Finke, ob 
man nicht ein neues Klavier kaufen wolle, für 400 M 
erhalte man doch kein neues Klavier. Schösse Bache 
bemerkt, daß das Klavier von Schülern benutzt 'werde, die 
darauf herumpauken und da genüge ein ein alter Klavier; 
für 400 M. bekomme man schon ein sehr schöner 
Instrument.- G.-B. Kalkbrenner fragt, was denn die 
Flügel in den höheren Schulen kosten? Schöffe Bache 
sa.1 einen Pr,iS, ter am Piessetifch nicht verständlich ist. 
G.-B Kalkbrenner: Also 1000 M. mehr! Bürge:- 
meister Walger (mit gehobener Stimme): Ich möchte Sie 
doch bitten, picht immer solche Vergleiche zu machen 
zwischen Volksschule und höhere Schule (stürmischer Bravo 
am ByistandStisch und rechts, die zustimmenden Zwischen 
rufe steigern sich noch bei der weiteren Rede der Bürger 
meisters, der fortfährt): Derartige Vergleiche sind dazu 
angetan, die Volksschule in der Oeffentlichkeit zu 
diskreditieren, fodaß ich energisch dagegen auftreten muß. 
Wenn für Schreibarbeiten in den höheren Schulen mehr 
gefordert wird, so ist das doch ganz natürlich, da die 
Korrespondenz, die mit den Eltern der höheren Schüler 
und mit dem Provinztalschulkollegium zu führen ist, eine 
erheblich größere ist, als bet den Volksschulen. Auch die 
Verhältnisse mlt dem Klavier löffln sich nicht vergleichen. 
In den höheren Schulen werden die Flügel von musikalisch 
gebildeten Lehrern benutzt, während da« Klavier für 
ti- Schüler bestimmt ist, die darauf herumpaukrn. Das 
ist doch etwas ganz anderes. Diese Vergleiche müssen 
doch mal ein Ende haben (Sehr richtig). G. - V. 
Kalkbrenner (ebenfalls mit gepöbener Stimme): Die 
Vergleiche liegen auf der Hand (stürmisches „Nein" rechts). 
Der Gesangsunterricht wird an unseren Volksschulen immer 
noch wie auf der Dorfschule erteilt; hier zieht auch noch 
der Lehrer mit der Geige von Klasse zu Klasse. ES ist 
trauria, daß nicht schon länost ein Flüoel für die VolkS- 
„Ich weiß sehr wohl, daß Sie wünschten, ich solle das 
denken, und daß Sie auch Schritte taten, um es mich 
glauben zu machen," erwiderte Black schroff- „Aber Sie 
verrieten sich selbst dadurch, daß Sie sich allzuviel Mühe 
gaben, unsern Verdacht auf das Fenster in diesem 
Zimmer zu lenken. Glücklicherweise hatten wir aber den 
Riegel des fraglichen Fensters im Salon bereits photo 
graphiert, als Sie es so geschickt verstanden, Friedrich 
aus dem Wege zu schaffen, um Gelegenheit zu finden, den 
oerräterischen Abdruck wegzuwischen." 
„Da muß irgendein Irrtum vorliegen, — — ein 
Irrtum in der Zeit, oder ein Fehler in dem Ver 
fahren, ich begreife nicht, wie Sie sonst mir gegen 
über eine solche Haltung einnehmen könnten," stotterte 
Trenkley, der aschfahl geworden war. 
„Selbst wenn es mein Daumenabdruck sein sollte, so 
würde Sie dies noch lange nicht berechtigen, mich zu ver 
dächtigen," fuhr er fort, indem er den Versuch machte, sich 
unbefangen zu zeigen. „Es wird Ihnen auch kein Mensch 
glauben, daß Sjr Williams langjähriger Vertrauter die 
Hand dazu bot, den Mörder einzulassen. Wirklich, ich 
begreife Sie nicht, Herr Inspektor. Wenn Sie sich herab 
gelassen hätten, mich zu Ende sprechen zu lassen, als Sic 
mich vorhin unterbrachen, so würden Sie erfahren haben, 
daß gyr kein Zweifel mehr vorliegt, daß die Leute, die 
so Knast und Full das alte Schloß verlassen haben, die 
wahren Anstifter des Mörder find." 
„Und nebenbei auch, daß die junge Dame, die bisher 
unter dem Namen Olivia Maitland bekannt war, in die 
M '/dangelegenheit verwickelt ist, nicht wahr?" forschte 
schulen beschafft ist. Aber die Zusammensetzung der 
KuraloriumS ist ja auch eine ganz andere, ais die der 
Schuldeputatiyn. DaS Kuratorium erreicht alle», nicht 
aber die Schutdeputation. Schöffe Bache: Dieser Vor 
wurf ist eine Ungerechtigkeit, die ich zurückweisen muß. 
Ich sitze in beiden Ausschüssen, im Kuratorium wie in der 
Schuldeputation auf derselben Stelle und hier wie dort 
wird ganz gleich gearbeitet. ES gehören auch einzelne 
Herren beiden Ausschüssen an. Ich habe noch nie gehört, 
daß wir etwas schlechter gemacht haben. WaS getan 
werden kann, wird getan. In den 20 Jahren, wo ich die 
Schulsachen vertrete, ist mir nicht solch ein Vorwuif 
gemacht worden. Ich habe für höhere Schulen und für 
Volksschulen das gleiche Interesse, ja man hat mir oftmals 
nachgesagt, daß ich mehr für die Volksschulen tätig sei 
und ich möchte auch wohl sagen, daß ich persönlich mehr 
den Volksschulen zuneige. G.-B. Ott bemerkt, daß ersuch' 
nicht Herrn Kalkbrenner inwiefern Falle zustimmen könne. 
E» werde in der Schuldeputatton aller genau geprüft und 
man entscheide dann Ja oder Rein; er glaube, Herr 
Kalkbrenner ist in diesem Faye zu weit gegangen. 
Bürgermeister Walger bezeichnet eS als eine eigentümliche 
Kampf,Swrtse. wenn Herr Kalkbreyner sagt, eS fei traurig, 
daß die Volksschule noch keinen Flügel habe und der 
Lehrer gehe noch mit der Geige von Klaffe zu Klasse. 
»Der Gesangsunterricht werde doch an der Volksschule ganz 
-anders erteilt, als an den höheren Schulen. Das alte 
Schulgebäude in der Albestraße habe doch auch keinen 
-Saal. Die neue 3. Volksschule werde^auch einen Gesang»- 
saal haben und ein Gebäude sein, wie es ein zweites 
Volksschulgebäude in Berlin nicht wiedergibt. In Berlin 
gibt eS in den Volksschulen auch keine Aula (G.-V. 
Richter: Nanu? WaS gibt e» nicht? Aber natürlich;), 
G.-V. Kunow meint, eS bestehe doch wohl Unterschieds 
«zwischen höherer Schule und Volksschule. In ersterer 
sollen doch die Kinder eine höhere Bildung erhalten und 
'dafür wird ja auch für sie gezahlt. Sonst dürften diese 
Unterschiede Überhaupt nicht bestehen. Er fei ja auch für 
eine Schule; ein Volk — eine Schule! ES wird nun ein 
Schtußantrag angenommen. Bet den Einnahmen frägt 
G.-V. Richter Herrn Schöffen Bache, wie eS mit der 
8 klasstgen Volksschule stände. Ferner wünsche er Aus 
kunft, warum die Ferienordnung so verschiedenartig sei.. 
Es gibt Eltern, deren Kinder in den unteren Klaffen die- 
-Volksschule besuchen, während die anderen Kinder bereits 
i in den höheren Klassen der höheren Schule sind. Und da 
-macht sich die Verschiedenartigkett der Ferien sehr be- 
-merkbar. Wenn auch die anderen Verschiedenartigkeiten 
! Bei den Schulen sich unter der jetzigen Gesellschafts 
ordnung nicht werden beseitigen lassen. Die Ferien ließen 
!sich aber wohl gleich stellen. Der Herr Bürgermeister 
! führte vorhin die Schule in der Albestraße an. Die Zu- 
j stände sind dort ja auch schrecklich. Er glaube, wenn er 
i stch da um eine höhere Schule handelte, wäre längst eine 
'Aenderung geschaffen. Herr Kunow meinte, die höheren 
I Schüler zahlen auch Schulgeld. Wir wollen doch aber 
»nicht vergessen, daß auch für die höheren Schüler die Ge- 
»meinde ganz erhebliche Zuschüsse leisten muß. G.-V. 
Uhlenbrock beantragt Schluß der Debatte. Schöffe Bache 
»eik-ärt, daß die Gemeinde keinen Einfluß auf die Ferten- 
- einfltzung habe. Für Großberlin werde die Fertenordnung 
l besonders festgesetzt. Sonst geschähe die Festsetzung ge 
wöhnlich für die Provinz. WaS die 8klasfige Volksschule 
> anbetrifft, so hat diese Schule Berlin, aber die Vororte 
wollen noch nicht heran, besonders auch Schöneberg nicht. 
Und ehe die anderen Vororte nichts tun, können wir 
schlecht etwas machen. Auch sind die Ansichten über die 
8 klassige Schule selbst bei den Lehrern sehr geteilt. Nur 
sehr wenige Schüler erreichen da die 1. Klasse (G.-V. 
Richter: In Berlin 60 Proz.). Für die Gemeinde, wird 
die 8 klassige Schule auch teurer; aber daS müßten wir ja 
dann wohl aufbringen. Daß für die höheren Schüler 
Zuschüsse gezahlt werden seitens der Gemeinde ist wohl 
richtig. Aber die Leute, die ihre Kinder in die höhere 
Schule schicken, zahlen auch größere Steuern. Bürger- 
Meister Walger möchte den Vorwurf der Herrn Richter, 
daß, wenn die Schule in der Albestraße eine höhere Schule 
wäre, schon längst etwas geschehen sei, zurückweisen. Man 
müsse dabei die historische Entwicklung betrachten. Die 
höheren Schulen waren doch AnfanaS Überall zu Gast und 
ihre Gebäude wurden notwendig. Jetzt werde nun weiter 
! für die Gemeindeschule gesorgt. 
Bei der FrtedhofSoerwaltung erklärt Schöffe 
Lichtheim, daß die Vergrößerung deS Friedhofes um 25 
Meter nach Westen vollständig durcha-fübrt fei. Die 
Black in seinein liebenswurdi^uen Tun, als ob er fein Vor 
gehen gegen den Sekretär schon halb bereue. 
„Das herauszufinden überlasse ich weiseren Leuten, als 
ich es bin," erklärte Trenkley, der schon wieder anfing auf 
zuatmen. „Ich nehme an, sie wird mit der Gesellschaft, 
init der sie verkehrt hat, stehen oder fallen müssen, und 
außerdem müssen doch die Verdachlsgründe gegen sie ziem 
lich schwere sein, wenn sie einen gewiegten Beamten, wie 
Sie, veranlassen konnten, das Mädchen festzunehmen. Ich 
bin kein Jurist, aber ich muß gestehen, die Sache sieht 
ziemlich verdächtig aus." 
„Sie sind kein Jurist, Herr Trenkley, aber man möchte 
fast denken, sie seien Vertreter der Gegenpartei, so emsig 
tragen Sie alles zusammen, was gegen das Mädchen 
spricht," sagte der Inspektor nachdenklich, und dann fügte 
er schnell wie der Blitz hinzu: „Warum haben Sie Ihren 
Verdacht nicht früher ausgesprochen und uns so die ganze 
Mühe erspart? Ihr Zögern hat Fräulein Maitland in 
eine schreckliche Lage gebracht. Wenn Scharnock und die 
sogenannte Komtesse nicht erwischt werden, so sieht es flft 
aus, als ob die unglückliche junge Dame für deren Schuld 
büßen müßte." 
„Dafür kann ich doch nichts," erwiderte Trentlcy 
trotzig. 
„Sie haben meine Frage nicht beantwortet," sagte der 
Inspektor. 
„Wie sonnte ich die Leute anklagen, wenn ich gar keine 
Ahnung hatte, wer sie waren? Ickflschloß es erst aus den 
Vorgängen der letzten Nacht und aus den Antworten, 
die Fräulein Maitland auf meine Fragen gab," ' sprach 
Trenkley im Tone gerechter Entrüstung. „Ich babe sie 
ganze Länge de» Friedhof» betrage jttzt 63 Meter. Der 
Bretterzaun an der Fehlerstraße ist an der Westgrenze auf 
gestellt und eS waren dabei nur 2 1 / 2 Meter Verschnitt. 
Sin Spielplatz kann schon jetzt an der Offenbacherstraße 
angelegt werden in der Größe von 142 X36 Meter. Doch 
müßte eine Planierung erfolgen. Er werde da noch mit 
einer Vorlage kommen. 
Zum Schluß kommt die Steuerverwaltung heran. 
G.-V. Finke fragt, ob eS nicht besser wäre, das Abhol 
system wieder einzuführen, da bei dem Brtngsystem eine 
so große Anzahl Mahnzettel verschickt würde. Bürger 
meister Walger bittet, bet dem Bringsystem zu bleiben, 
DaS fortwährende E-scheinen der Steuererheber luden Häusern 
werde lästig empfunden. So komme der Erheber nur bet 
säumigen Zahlern. Die Gewerbesteuer wird in den 
Klassen I und II auf 175 bez. 165 Proz. erhöht. Die 
Gemeinde erzielt dadurch eine Mehreinnahme von rund 
3000 M. Der Antrag de» G.-B. Richter, die 4. Ge- 
werbesteuerklasse, die 14 000 M. einbringt, frei zu lassen, 
wird abgelehnt. — Schöffe o. Wrochem führt zur 
Hundesteuer an, er wäre in der letzten Sitzung nicht zu 
gegen gewesen und habe dann gelesen, daß die Hunde 
steuer auf 50 M. erhöht wurde. Er halte diesen Satz für 
zu hoch und bitte, an dem bisherigen Satz von 30 M. 
vorläufig nicht zu rütteln. Es habe, alles seine Grenzen. 
Da er als Hundefeind in Friedenau verschrieen sei, glaube 
er, daß eS Eindruck machen werde, wenn er diesen Antrag 
stelle. G.-V. Schultz bemerkt, daß man eigentlich mit 
dem Antrag in voriger Sitzung überrascht worden sei. Es 
ging alle» so fix. ES würden sicher viele gute Steuer 
zahler hier fortziehen; die Gemeinde würde dabei also 
nichts gewinnen. ES gibt in Großberlin keine Gemeinde 
mit solch hohem Steuersatz. Bürgermeister Walger meint, 
-daß ordnungsgemäß abgestimmt wurde. ES kommen ja 
manchmal Ueberraschungen von dieser Seite, warum nicht 
auch in dieser Sache. G.-V. Dr. Heinecker bittet eben- 
-fall», eS bei dem bisherigen Satz zu belassen. ES werden 
durch die Erhöhung doch viele Leute getroffen. Man sagt 
Ummer, die Hunde machen der Gemeinde viel Wirtschaft; 
er gebe das zu. Aber auch manche Bürger machen der 
Gemeinde noch größere Scherereien. Man werde durch 
-die Erhöhung keine höhere Einnahmen erzielen. Biele 
-Leut« werden fortziehen. Sie ziehen dann einfach ein 
Haus weiter in die Nachbarorte. Die Sache kam ihm in 
> voriger Sitzung so humorvoll vor. Der Herr vürger- 
i meister nahm den Antrag freudig auf und schnell war die 
- Sache erledigt. Er bitte bet dem alten Satz zu bleiben. 
• Bürgermeister Walger führt aus, daß durch die Erhöhung 
!bet den jetzigen 1200 Hunden die Gemeinde 60 000 M. 
-einnehme. Rechne er 40 Proz. Abgang, so würden immer 
- noch 45 000 M. bleiben. Mit 5 Stimmen gegen 20 
- Stimmen wird die Erhöhung der Hundesteuer abgelehnt. 
ES bleibt' bet 30 M. Hundesteuer. 
Nach der Verlesung und Genehmigung deS Protokolls 
wird die öffentliche Sitzung um V2 10 Uhr geschlossen. E» 
folgt «ine geheime Sitzung, in—oer die Personalien de» 
Voranschlages in 2. Lesung erledigt werden. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Origiualartikcl nur mit Quellenangabe gestattet.) 
0 Die doppelte Umsatzsteuer. Das Oberoer- 
waltungSgericht hat Umsatzsteueroronüngen, die eine doppelte 
Besteuerung vorsehen, wenn da« Recht an dem Grundstück 
durch Zession an einen Dritten übergeht, für ungültig 
erklärt. In fast allen Umsatzsteurrordnungen der Ge 
meinden Groß-Berlin» — auch in dem 1. Nachtrag vom 
8. Februar 1901 der Friedenauer Umsatzsteuerordnung — 
befindet sich eine Bestimmung, nach der die Umsatzsteuer 
zweimal erhoben wird, wenn die Rechte auS dem Meist- 
gebot an einen Dritten abgetreten werden. In diesem 
Falle wird es so angesehen, als ob ein doppelter Verkauf 
einmal an den Meistbietenden und dann an den den 
jenigen, an den die Rechte abgetreten werden, stattge 
funden hat. Wenn die Rechte dann mehrfach abgetreten 
werden, wenn also der Zessionär weiter abtritt, wird die» 
als ein neuer Umsatz angesehen. Auf Grund dieser Be 
stimmung ist die Umsatzsteuer --stets zweimal erhoben 
worden. In einem besonderen Fall, in dem eS sich um 
den Direktor einer Berliner Großbank,handelt, ist durch 
Rechtsanwalt Dr. Donig daS Rechtsmittel der Revision 
eingelegt worden. Das Oberverwaltungsgericht hat eine 
derartige doppelte Besteuerung für ungesetzlich erklärt, so 
daß in Zukunft auch bei Zessionen von Rechten auS dem 
Meistgebot nur einmal Umsatzsteuer erhoben werden darf. 
noch nie gesehen und bin auch nie mit ihnen zusammen- 
gekonimen, solange sie hier im Schloß wohnten." 
Jetzt war einer der hochdrainatischen Momente ge 
kommen, die Inspektor Black liebte. 
„Nun," sagte er sehr ernst, „auf dieser Welt werden 
Sie nicht wieder mit.ihnen zusammenkommen. Das Auto, 
in dem sie ihre Flucht zu bewerkstelligen hofften, ist ein 
paar Stunden von hier verunglückt, es ist über das Ge 
länder einer Brücke in einen Fluß gestürzt, und die sämt 
lichen Insassen sind ertrunken." 
Das hatte getroffen. Trenkley schlotterte an allen 
Gliedern und vermochte sich kaum aufrechtzuerhalten." 
„Franz Scharnock und seine Mutter ertrunken?" 
stotterte er. 
„Wenigstens ist mir dies durch einen speziellen Boten 
von der Kriminalpolizei in London gemeldet worden," 
versetzte Black kühl, „also wird es wohl stimmen. Sie 
wären schon vor dein Unfall der Polizei in die Hände ge 
fallen, wenn sie nicht die Vorsicht Mübt hätten, ein anderes 
Nummernschild an ihrem Wagen zu befestigen. Ich hatte 
mir im Gasthof zn Bcaconsfield' die beiden Nummern 
notiert, die auf dem umstellbaren Schild standen, aber ich 
hatte nicht init der Schlauheit der Schurken gerechnet. 
Sie hatten noch ein zweites Schild und vielleicht noch 
mehrere. Sie hatten auch das Äeußere des Wagens ge 
ändert, aber das Schild mit den Nummern, die ich notiert 
j>atte, wurde in dem zertrümmerten Auto gesunden, und 
außerdem wurden die Leichen erkannt, wenn sie auch ver 
kleidet waren. Und wenn man noch einen weiteren Beweis 
gebraucht hätte, Rüben Hislov befand sich-unter den-Ge 
töteten, und das genügte"' (Koltfltzung folgt.)
        
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