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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 66 des „Frtedenauer Lokal-Anzeiger". 
^ Dienstag, den 18 Mürz 1913 
Lokales 
(Nachdruck unserer o»Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Sturm und Regen sind jetzt an der Tages- 
ordnung. Ein Zeichen, daß der Frühling, der ja bekannt- 
lich mit .Brausen* ln« Land zieht, nahe ist. Dar schlechte 
Wetter wird besonders von denjenigen Leuten arg 
empfunden, die von rheumatischen Leiden geplagt sind. 
Sie fühlen die häufigen Witterungswechsel in Gebeinen 
und Gelenken. Selbst den gesunden Menschen zwickt eS 
hier und da, Schnupfen und Heiserkeit sind unwillkommene 
Gäste in manchem Hause. Aber daS ist nun eknmal nicht 
anders im März, denn Winter und Sommer liegen im 
Streit miteinander. Schneewetter. Regen, Gravpelwetter 
und Sonnenschein wechselst sich ab, wobei der Sonnen 
schein immer am kürzesten wegkommt. Dennoch ist der 
März, wie er sich bisher bet un» angelassen hat, gerade 
so recht, nicht gar zu naß, aber doch auch nicht trocken 
und hell. Dem Landmann wird die Witterung auch recht 
sein, denn dem Boden fehlte etwas Feuchtigkeit, die nun 
dazugetan worden ist. Der Wasserspiegel der Flußläafe, 
der so bedenklich gesunken war, ist wieder gestiegen und 
hat jetzt wohl so ziemlich seinm normalen Stand. Ab 
gesehen vom persönlichen Wohl» oder Uebelbefinden ist 
dieser März also bisher ganz zeitgemäß verlaufen, und 
wenn man auch unter dem immerwährenden Wechsel zu 
leiden hat, so kann man sich doch damit trösten, daß die 
Sonne immer höher steigt und e« immer besser wird. 
Gerade die Frühlingsstürme find ja der Beweis dafür, 
daß die bessere Jahreszeit im Anzug« ist. 
o Der Einzelverkauf von Zigaretten in Wirt. 
fchafteü. Der BundeSrat hat neulich eine Frage klarge 
stellt, nämlich die, ob dir Darreichung von Zigaretten auf 
Tellern, wie di'S in Restaurants und CafLS häufig be 
obachtet werden kann. statthaft ist oder nicht. Er hat ent 
schieden/daß diese Art deS BerkaufiD strafbar ist. Der 
Einzelverkauf von Zigaretten ist nach.den neuen AuS» 
fühiungSbestimmungen zum Zigarettrnsteuergesetz nur in 
der Weise zulässig, daß sie unmittelbar auS den zuge» 
hörigen, mit Steuerzeichen versehenen Packungen ent 
nommen und dem Käufer eingehändigt werden, also nicht 
etwa in der Weise, daß die Zigaretten am Büfett auS der 
Packung heraus dem Kellner übergeben und von diesem 
dem Gaste auf einem Teller gebracht werden. Um sich 
vor Strafe zu schützen, bleibt den Wirten nicht« anderes 
übrig, als die Besteller von einzelnen Zigaretten an das 
Büfett zu verweisen, oder aber nur geschlossene Packungen 
zu verkaufen. 
o SpurloS verschwunden ist seit einigen Tagen 
ein fünfzehn Jahre alle« Mädchen Hedwig Münch. Die 
Vermißte ist mittelgroß und schlank und war bekleidet mit 
grauem Rock, weißer Wollbluse, halben Schnürschuhen, 
braunem Mantel und schwarzer Pelzjacke. Nachrichten 
sind erbeten an Anna Münch, Steglitz, Lauenburgerstr. 38. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Während Herr K. Sch. den Hauptpunkt der ersten Zuschrift, die 
.Untreue" von Wahlminnern in offenherziger Weise behandelt hat, 
beruh t Herr U. in seiner Zuschrift Len Umfall de« Vorsitzenden des 
Ev. Arbeiter» treinS Herrn Richter und Gen. mit keiner Silbe. Herr 
K. Sch. sucht den Umfall der Herren Richter und Ben., die sich 1908 
aiS liberale Wahlmänner aufstellen Netzen und jetzt konservativ gewählt 
J aden, damit zu entschuldigen, daß sitzt bei der Ersatzwahl ein neuer 
audidat aufgestellt worden sei, — .zumal ein enllaffener Geistlicher'. 
Er entschuldigt die Herren Richter und Gen. — .zumal jene Wahl 
männer nicht auf ihn (Traub) eingeschworen gewesen find.' Bon den 
Herren Richter und Gen. könnte« deren Urwähler nicht verlangen, 
gegen ihre Ueb rzeugung zu wählen. .Und zumal Traub, den ent- 
laffenen, früheren Geistliche,,.* Diese Zuschrift deS Herrn X. Sch, 
ln der er den .fried- und ordnungsliebenden Bürgern, den kinigs- 
treuen Männern' zum Schluß den guten Rat gibt, sich nicht alS die 
alleidümmste« Kälber zu benehmen und ihre -Metzger selber ,« 
wählen, scheint seinem Parteifreunde II. nicht sonderlich imponiert zu 
haben. Herr ü. hat sicher au» der Zuschrift seine, Parteifreunde« 
folgerichtig herausgelesen, daß Wahlmänner, die sich bei einer Haupt- 
wähl als konservative Wahlmänner wählen lassen, fortan also auch 
für sich da« Recht beanspruchen können, unter .obwaltenden Um- 
ständen' sozialdemokratisch zu wählen. Mit Schreck.« hat wohl 
Herr U. an daS „Halloh' gedacht, das dann in dem Ev.-nationalen 
«rbettervereiu entstehen würde. Sehr geschickt verlegt er deshalb in 
seiner Zuschrift den Kampfplatz auf ein ganz anderes Gebiet. E« 
wird ihm aber nicht gelingen, die Aufmerksamkeit der Urwähler von 
dem Umfall der Herren Richter und Gen. abzulenken. Heißen diesen 
llmfall auch die Vorstandsmitglieder de« Eo.-nationalen Arbeiter- 
verein- für Friedenau, namentlich die dem Verein angehörigen Herren 
Pastoren gut? So lautet die 8rage der ersten Zuschrift, und diese 
Frage ist noch unbeantwortet. Alle hiervon abschweifenden und ab- 
lenkenden Bemerkungen der Herrn U. «erden sich im bevorstehenden 
Kampfe bei der Landlagshauptwahl ergiebig widerlegen lassen. Im 
engen Rahmen einer Zuschrift läßt sich die kOsährige Geschichte de« 
Preußischen Wahlrechts und da» Elend des Dreiklassenwahlrecht» 
wahrhaftig nicht behandeln! Sonderbar, höchst sonderbar ist e» aber, 
daß Herr II., der von einer .Ehe' spricht, die Liberale und Sozial- 
demokraten geschloffen haben sollen, in seiner Beschimpfung de» 
Liberalismus den .vorwärts' als Kronzeugen zitiert. Hat er sich 
dadurch, um mit Herrn K. Sch. zu sprechen, „nicht dem Hohngelichter 
der Hölle ohne Gnade ausgeliefert'? k. 
Berkehrsverschlechterung. 
Nachdem vor noch nicht allzu langer Zeit' nach langem Bemühen 
es die Bewohner de» Friedenauer OrtSteilS östlich der Wannseebahn 
bei der Direktion der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft durch 
gesetzt hatten, daß die Wagen der Linie 87 morgen» früher einsetzen 
und abend» länger verkehren, ist der Betrieb wieder eingeschränkt 
worden. In den Sonntagsabendstur.den verkehren die Wagen dieser 
Linie nur bis zur Haupt- Ecke Eisenacherflraße, weil angeblich um 
diese Zeit der Verkehr sehr schwach sein soll. Daß dabei die Wagen 
der Linie 88, die nach der RnbenSsiraße fahren, um diese Zeit fast 
stets überfüllt find und zahlreiche Personen ntchi befördert »erden 
können, scheint der Direktion unbekannt zu sein. Es wäre dringend 
wünschenswert, daß die Verkehrsverschlechteruug recht bald wieder be- 
« wird. Such auf der Linie 60 ist der Verkehr wesentlich ver- 
tert worden. Die Anhänger dieser Linie bleiben Sonntags in 
der Koburgerstraße stehen, sodaß die Wagen nicht selten bereit« an der 
Kaistreiche besetzt sind. . w. 
am 
>l) der 
Bekanntmachung. 
Die Militärpflichtige» 
a) der Buchstaben A—Al des Jahrganges 1891, sowie die Militär- 
pflichtigen älterer Jahrgänge, über deren Dienstpflicht noch keine 
»ndgültige Entscheidung getroffen ist, haben sich ant 
Mittwoch, den 2. April d. I. vorm. 8'/, Uhr, 
b) der Buchstaben L —N des Jahrganges >891 
A— Ai 1892 und 
A-G 1893 
am Donnerstag, den 3. April d. I. vorm. 87* Uhr, 
c) der Buchstaben S—Z des Jahrganges 1891, 
L—S „ „ ' „ 1892 und 
H-P 1893 
reitag, den 4. April d. I. vorm. 8'/ 4 Uhr 
luchstaben T—Z des Jahrganges 1892 und 
R-Z 1893 
am Sonnabend, den 5. April d. I. vorm. 8 / 4 Uhr 
in Berlin-Lichterfelde im Restaurant Henning, am Bahnhof Oft, mit 
reingeioafchenein Körper und in reiner Wäsche zltr Militär-Musterung 
piinttlich zu gesteflen. Den Militärpflichtigen iverden noch besondere 
Gestellungsbefehle zugestellt. 
Militärpflichtige, die der Aufforderung zur Gestellung ohne einen 
von der Ersatzkominission als genügend anerkannten Grund nicht 
nachkomme», haben nach § 33 des Reichsinilitärgesetzes zivangiveise 
Einstellung zu gewärtigen und verfalle» gleich denjenigen, ivelche 
im Musterungslokale bei Aufruf ihrer Namen nicht anwesend sind, 
in eine Geldstrafe bis zu 30 M. oder Haft bis 3 Tagen. 
Unter Hinweis auf § 300, 11 des Reichsstrafgesetzouches, welcher 
lautet: 
„Mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft ivird bestraft, 
wer ungebürlicherweife rnhestörenden Lärm erregt oder wer 
groben Unfug verübt" 
mache ich besonders darauf aufmerksam, daß sich die Militärpflichtigen 
auf dem Hin- und Rückwege nach dem Musterungslokale sowie ant 
Musterungsorte selbst, ruhtg und anständig zu benehmen haben. 
Diejenigen Personen, zu deren Gunsten reklamiert worden ist, 
haben zur Untersuchung ihres körperlichen Zustandes durch den der 
Ersaykommission beigegebenen Arzt in dem auf 
Montag, den 7. April d. I. vorm. S‘/ 4 Uhr 
im Restaurant Henning in Berlin-Lichterfelde, am Bahnhof Ost, an 
beraumten Termin persönlich zu erscheinen, sofent nicht ihr persön 
liches Erscheinen durch die auf 1 Jahr erfolgte Zurückstellung ent 
behrlich wird. 
Zur Vermeidung jeden Irrtums werden die Personen, deren 
Erscheinen erforderlich ist, besondere Gestellungsbefehle erhalten. 
Das unbegründete Ausbleiben der zu dem erwähnten Termine 
bestellten Angehörigen von Reklamanten wird die Abweisung der 
Rekamation zur Folge haben. ^ 
Diejenigen Militärpflichtigen, die nach dem 1. Februar d. Js. 
hier eingetroffen sind, haben 'sich, falls es noch nicht geschehen ist. 
sofort im hiesigen Amtshanse, Zimmer 47, zur nachträglichen Auf- 
nahme in die Stammrolle zu melden. 
Berlin-Friedenau, deit 12. März 1913. 
Der Gemeindevorsteher. 
saprzeuge >ouen uieriavrig »uv in vuiumiiu» vei iu»= 
ukbarkeit nicht zu lang gebaut sein, möglichst nur 10, 
i Zentner wiegen, ein kräftiges Untergestell mit Achse» 
>er Eisen und iuindestens 18 Zentner Tragfähigkeit haben. 
Bekanntmachung. , 
Die Pferdevormnsterung 
findet in diesem Jahre in der Zeit vom 31. März bis 27. Mai statt 
und wird diesmal gleichzeitig mit einer 
Prüfung der Fahrzeuge und Geschirre 
auf ihre Kriegsbrauchbarkeit verbunden. 
Wegen der Pferdevormusterung bemerke ich folgendes: 
Jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet, seine sämtlichen Pferde zur 
Musterung zu gestellen mit Ausnahme: 
a) der unter vier Jahre alten Pferde, 
d) der Hengste. 
e) der Stuten, die entweder hochtragend sind oder innerhalb der 
letzten vierzehn Tage abgefohlt haben — als hochtragend sind 
Stuten zu betrachien, deren Abfohlen innerhalb der nächsten 
vier Wochen zu erwarten ist —, 
,1) der Bollblutstuten. die im „Allgemeinen deutschen Gestulbuch 
oder den dazu gehörigen offiziellen — vom Unionklnb geführten 
— Listen eingetragen und von einem Vvllbluthengst laut Deck 
schein belegt sind, ans Antrag des Besitzers, 
р) der Pferde, welche auf beiden Augeir blind sind, 
n der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, 
с) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht mnrschfähig sind 
oder wegen Ansteckungsgefahr den Stall nicht verlassen dürfen, 
b) der Pferde, welche bei einer früheren in der betreffenden Ort 
schaft abgehaltenen Musterung als dauernd kriegsunbrauchbar 
bezeichnet wordeit siird, 
i> der Pferde unter 1,50 m Bandmaß. 
Bei hochtragenden Stttten (Ziffer c) ist der Pferde-Borführungs- 
liste der Deckschein beizufügen. Bon der Verpflichtung zur Vorführung 
ihrer Pferde sind ausgeiwmmen: 
1 Mitglieder der regierenden deutschen Familien — diese Be 
stimmung erstreckt sich jedoch nur auf die zum persönlichen Gebrauch 
bestimmten Pferde, wogegen die in Wirtschaftsbetrieben verwendeten, 
Pferde zu qestellen sind —, , , 
2, die Gesandten fremder Mächte und das Gesandschaftspersonal, 
3. die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere bezüglich der mm 
ihnen znm Dienstgebrauch gehaltene» Pferde, 
4. Beamte im Reichs- oder Staatsdienste hinsichtlich der zum 
Dienstgebrauch, soivie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Aus- 
iibung ihres Berufes an dem Tage der Mnsterung unbedingt not- 
ivendigen eigenen Pferde, 
5. die Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, ivelche von 
ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werde» muß, 
0. die Königlichen Staatsgestüte, 
7. die städtischen BerufSfeuerivehre». 
Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht 
rechtzeitig oder vollzählig vorführen, haben außer der gesetzlichen 
Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Aloste» eine zwangsweise 
Herdeischaffung der nicht gefteUten Pferde vorgenommen wird. 
Ueber die Beschaffenheit der zu militärische» Zwecken bestimmten 
Fahrzeuge und Geschirre nebst Zubehör geben die nachstehend ab 
gedruckte» Bestimmungen Aufschluß: 
1. Die Fahrzeuge sollen vierrädrig iinb in Anbetracht der nvt- 
weudigen Lenkbarkeit 
nicht über 14 
von Stahl ode 
Sie müssen ferner mit 2 Steuerketten oder 2 Aufhaltern von doppeltem 
Leder und einer Hinterbrake (Wage) versehen sein. Das Borhaudeu- 
sein eines Langbaumes und einer abnehmbaren Wagendeichsel ist 
erwünscht, aber nicht durchaus erforderlich. Die Höhe der auf Rabe 
und Felgeukranz mit eisernen Reifen versehenen Vorderrädern soll 
nicht unter 80 cm, die der Hinterräder nicht unter 1 m und nicht 
über 1,00 >„, die Breite der Felgen nicht unter 5 und möglichst nicht 
über 8 cm betragen. Gleisebreite landesüblich. Hemmschuh oder 
andere Heinmvorrichtnug erivünscht. 
Das Obergestell muß entweder aus einem festen Bretterkasten 
oder aus zwei Leitern mit Brettfüllung oder Korbgeflecht und einem 
Bretterbuden bestehen. Das Vorhandensein von hinteren und vorderen 
Kopfwänden, von Spriegeln zum Auflegen des Wageuplanes und 
eines Sitzbrettes vorn bzw. Bocksitzes für den Fahrer ist münschens- 
iverl. Äpaunketten können mikgeliefert werden. Der innere Be- 
ladungsrnum von der Spriegelwölbnng bis zum Wagenboden soll 
mindestens 2,25 ebi» betragen. 
2. Die zweispäniiige» Geschirrzüge können nach Landessitte 
Kumint- oder Sielengeslhirre — letztere mit Halskoppeln — sein. Sie 
müssen Zugstränge von Hanf oder Zugketteit tzabeti; ferner ist eine 
Krenzleine von Hanf, Bandgurt oder Leder und ei» Halfter nebst 
starkem, mit Zügelii versehenen Trensengebiß zum Einknebeln zu 
liefern. Sämtliche Geschirrteile müssen haltbar und in den Leder 
teilen geschmeidig sein. 
3. An Wagenzubehör sind zu jedeui Wagen zu liefern: 
1 Wassereimer aus Holz oder Blech, 
l Achsschmierbüchse aus Blech für etwa 1 kg Wagenschmiere, 
10 Vindestränge aus Hanf, 2,50 m bis 4 m lang, 
1 Handlaterne (Sturmlaterne für Lichte), 
2 große Futtersäcke aus Drillich zu 1,5 Zentnern Hafer. 
4. An Geschirrzubehör sind mit jedem Paar Geschirren ztl liefern: 
2 Deckengurte, 
2 Halfterketten, niigefähr 1,80 m bis 1,70 m lang und nicht 
über 1 kg schwer, 
I neue Kardätsche, 
l Train- (Fahr-) Peitsche. 
21ii dem linken Backenstück der Halfter jedes Pferdes ist ei« 
Zettel mit deutlicher Nummer, welche derjenigen der Vorführungs- 
liste entspricht, zu befestigen. 
Bei Pferden, welche bereits bei einer früheren Musterung 
als kriegsbrauchbar bezeichnet wurden, sind außerdem unter Ver 
antwortlichkeit der Gemeinde- pp. Vorsteher Beftimmungstäfetchen 
anzubringen. Diese Täfelchen werden beim Vorführen der Pferde 
zur Musterung au dem linken Backenstück der Halfter befestigt. 
Sie sind für die einzelnen Pferdeklassen verschiedenfarbig her 
gestellt und znm Anbinden an der Halfter mit entsprechender Ein 
richtung versehen, Die Farbe der Tafel ist (auf beiden Seiten): 
Für Reitpferde 1 ---- iveiß. 
Für Reitpferde II --- iveiß mit einem 2 cm breiten schwarze» 
Querstrich 
Für Stangenzugpferde 1 --- rot. 
Für Stnugenzugpferde 11 =- rot mit einem 2 cm breiten 
schwarzen Querstrich. 
Für Vorderzugpferde 1 — blau. 
Für Vvrderzugpferde II --- blau mit einem 2 cm breite» 
schwarze» Querstrich. 
Für schivere Pferde I — grün. 
Für schwere Pferde II = grün mit einem 2 cm breiten 
schwarzen Querstrich. 
Ten Kreistierärzten, Privattierärzten, Zivilschmieden, sowie de» 
zu Zioilkoinmissaren der Pserdeaushebungskommissiviien in Anssicht 
genommenen Personen ist die Teilnahme an dem Musteningsgeschäft 
gestattet. 
Die Ortsbehörden ersuche ich, Vorstehendes den Beteiligten 
iviederholt in ortsüblicher Weife bekannt zu machen, die vorhandenen 
gestellungspflichtigen Pferde zu ermitteln und die Besitzer unter 
Hinweis auf die im Kriegsleistungsgesetz vom 13. Juni 1873 — 
Reichsgesetzblatt Seite 129 — für Zuwiderhandlungen festgesetzte 
Strafe, sowie unter Androhung der zwangsweisen Gestellung aus 
ihre Kasteit zur Vorführung der Pferde aufzufordern. 
Der Landrat des Kreises Teltow. v. Achenbach. 
Auszugsweise verösseittlicht mit deut Bemerken, daß für Berlin- 
Friedenau die Pferdevormtisterttng sowie die Prüfung der Fahrzeuge 
und Geschirre am 
Mittwoch, den 2. April d. Js. 
auf dem Tunt- tmd Spielplatz am Maybachplatz hierselbst i«td 
zwar um 
9 Nhr vormittags für die Besitzer mit deit Anfangsbuchstaben A—M 
und um 
11 Uhr vormittags für die Besitzer mit den Anfangsbttchstnben bl—Z 
stattfindet. 1 
Alle Pferde und Wagen müssen 1 Stunde vor Beginn des 
Termins, also diejenigen der Besitzer mit den Anfangsbuchstaben 
A—M um 8 Uhr und diejenigen der Besitzer mit den Anfangs- 
buchstaben bl— Z um 10 Uhr zur Stelle sein. Die Nummernzettel 
und Bestimmungstäfelchcn werden den Besitzern rechtzeitig ztigehen. 
Berlin-Friedenau, den 17. Febrttar 1913. 
Der Gemeindevorstand. 
Adressbuch 
für 
Friedenau 
Preis Z M. ist erschienen. Preis Z M. 
Erhältlich in allen Buch- u. Papier-Handlungen, 
sowie in der Geschäftsstelle, Rheinstrasse 15. 
haben sich zahlreiche Fahrer 
gewöhnt, Wybert-Tabletten 
mitzunehmen. Die staubige 
Luft, das rasche Atmen greift 
die Kehle an, sie wird trocken, 
der Hals rauh und die Stimme 
heiser, besonders wenn man 
sich noch von der Fahrt erhitzt 
dem Zuge ausgesetzt hat. Dann 
wirken ' ein paar Wybert- 
Tabletten Wunder: wie sie im 
Munde zergehen,lindern sic die 
Heiserkeit und schaffen einen 
freien Hals. Der Preis ist in 
allen Apotheken u. Drogerien 
1 Mark pro Schachtel. 
Mw 
arbeiten fert. an, erneuert 
H. Noack, Wilhclmstr. 2.
        
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