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Periodical volume Nr. 264, 09.11.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Friedenauon 
AnpaMishe Zeitung für kommunale und bürgerliche 
Angelegenheiten. 
»«rvgspreis Kesondere 
bei Abholung aus der Geschäftsstelle. m;»«,«,*. 
Rheinstr. 15,1,50 M. vierteljährlich; durch . . J‘d«" “ittwo* 
Boten inSHaus gebrachtl,80M., durch die Mltzblatt „Seifenblasen". 
Post bezogen 1,92 M. einschl. Bestellgeld. 
semspr.-ber: »ml pk.lrbarg 2129. ZksHeint lägtlH aöSNdS. 
Zeitung.) 
Lrgan für den Iriedenauer Krksteil non Zchiineberg und 
Keitrksnerein Zndioest. 
Keilagen 
Jeelen Sonnt»g: 
Llätter für äeullcbe grauen. 
Druck und Verlag von Leo Schultz, Friedenau. 
Geschäftsstelle: kkeinllr. 15. 
Anzeigen 
werden bis 12 Uhr mittags angenommen. 
Preis der Ogespaltenen Zeile oder deren 
Raum 30 Pf. Die Reklamczeile kostet 
75 Pf. Belagnummer 10 Pf. 
sernkprecker: »mt pf»lrburg 2129. 
Nr. 7. 
Berlin-Friedenau, Mittwoch, den 8. Januar 1913. 
20. Iahrg. 
Aufruf. 
,En plattdütsch Kierl, en trugen Früod 
En sorgsamen Schützer for Fru un Kiud; 
En lustigen Singer vull 8«ud an't Lewen, 
So steiht hei uns fast in't Gedächtnis schrewen.' 
Mit diesen Bersen begann Eduard Zürgensen den Nachruf 
für seinen am 27. Februar 1907 in Friedenau verstorbenen Freund, 
den Singer Otto Eteidl. ES könnten die gleichen Verse auch dem 
Dichter selbst gelten, der allzeit ein lustiger, lebensfroher Singer und 
«in treuer Freund war. Der harmlos fröhliche Humor seiner an 
spruchslosen Muse und die kernhaft deutsche Gesinnung, die insbe- 
sondere aus seinen weitverbreiteten plattdeutschen .Bmenliedem" 
hervorleuchtet, hat ihm im Leben viele Herzen gewonnen. — Und 
dennoch ist seine Ruhestätte »uamenlos", weist sie noch keinen Denk- 
stein auf. 
Der unterzeichnete Ausschuß hat es daher unternommen, dem 
Dichter Eduard Zürgensen einen künstlerischen Grabstein zu setzen. 
Sein Landsmann, der Bildhauer Heinrich Mißfeldt, Friedenau, 
Wilhelmstr. 7 hat sich bereit erklärt, das Denkmal ,um Selbstkosten 
preise auszuführen. 350 M. werden — für «inen schlichten Granitblock 
mit Medaillon — erforderlich sein. Rund 250 M. find erst zur Vcr- 
fügung deS Ausschußes, sodaß noch 100 M. fehlen. 
An Alle, denen Eduard Zürgensen einmal aus dem Herzen 
gesungen, richtet der unterzeichnete Ausschuß daher die Bitte, zur 
Deckung des Restbetrages freundlichst beitragen zu wollen. 
Die Beträge find an die Geschäftsstelle deS Frtedenauer Lokal- 
Anzeigers, Rheinstr. 15 oder an die Friedenaller Spar- und DarlehnS- 
kaffe, Rheinstr. 58 zu richten. 
Ter A,Ss<uß 
für die Errichtung eines Eduard Jürgens, n.Grar»e»k«als. 
Henry Benecke, Buchhändler, Friedenau. John Bcnecke, GeschäftSleiter 
d. Vereins f. d. Deutschtum i. Ausland, Wilmersdorf. Herm Brücker, 
Buchdruckereibefitzer, Friedenau. Alfred Geiser, Generalsekretär deS 
Verein« f. d. Deutschtum t. Ausland, Karlshorst. Gustav Sraßmann, 
Architekt, Friedenau. H. LueaS, Baumeister, Friedenau. H. MartlniuS, 
Redakteur, Friedenau. Heinrich Mißfeldt, Bildhauer, Friedenau. 
Dr. Marx Möller, Schriftsteller, Wilmersdorf. Leo Schultz, Buch- 
drnckeretbefitzer, Friedenau. W. Stoltzenburg zun., Bezirksschornstein- 
fegermeister und Ober-Brandmeister, Friedenau. B. Sudan, Bürodirektor, 
Friedenau. Ernst Wegener, Kaufmann, Friedenau. Zaftrow, Pfarrer, 
Stralau. R. Zetzmann, Kupferstecher, Friedenau. Johanna Zunk, 
Schriftstellerin, Friedenau. 
Depeschen. 
Letzte Nachdichte«. 
Berlin. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft 
sind gestern die ,Bankiers' Mttzlaff und Kaerger verhaftet 
worden. 
Buckow. Heute brannte auf dem Gute Ringenfald 
bei Buckow rin« Getretdemiete ab. Bei dem Aufräumen 
wurde eine männliche und eine weibliche Leiche gefunden, 
letztere hatte einen Strick um den Hals. ES handelt sich 
wahrscheinlich um einen Mord. Die Ermordeten sind mit 
einem Wagen, welcher Va 4 Uhr Morgens in Ringenwalde 
gesehen wurde, auf dar Gut geschafft worden. Die Per 
sonalien der beiden Toten sind noch nicht festgestellt. 
Mannheim. Heute früh 3 Uhr entgleiste bet der 
Ausführt aus dem Bahnhof Ludwigshafen der Personen- 
zug 201 in der Richtung nach WormS. Zwei Personen 
wagen nebst Gepäckwagen sprangen auS dem Gleise. Per 
sonen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Der Ver 
kehr wurde durch Umsteigen aufrechterhalten. Die Ursache 
wird auf Weichenbruch zurückgeführt. 
London. Hier wurde gestern Nachmittag bekannt, 
daß eine Kiste mit 100 000 M. geprägten GoldeS auf dem 
Wege von Berlin nach Hamburg verschwunden ist. DaS 
Geld sollte von Hamburg per Dampfer über Kap Bianca 
nach Rio de Janeiro geschickt werden. BiS jetzt sind keine 
Einzelheiten über den Diebstahl bekannt. 
Adoent-Bay (Spitzbergen). Kapitän Ritsche! ltele- 
graphiert: DaS Schiff „Herzog Ernst" der Deutschen 
arktischen Vorexpedition ist in der Treuenburg-Bay ein 
gefroren, wo für die am 15. August nördlich der Croß-Bai- 
Jasel im Packeis ausgesetzte Schlitten-Expeditton ein Depot 
errichtet worden war. Diese Expedition bestand aus Leutnant 
Schröder-Stranz selbst, dem KapttänleutnantSandleben, dem 
Geologen Dr. Mayr und dem Präparator Schmidt. Bisher 
fehlen über das Schicksal der Schlittenexpedition alle Nach 
richten. Die Schtsssbesatzung hat am 9. September den 
»Herzog Ernst" verlassen, um zu Fuß die Adoent-Bay 
zu erreichen. Dr. Mörser, der Botaniker, und der Zoo 
loge Dr. DetmerS, haben sich freiwillig von mir getrennt 
und marschierten nach Polhejm-Quartier, um schneller die 
Adoent-Bay zu erreichen. Der Ozeanograph Dr. Rüdiger, 
der Eislotse und andere Matrosen zusammen erreichten die 
Wijde-Bay; hier mußte Dr. Rüdiger eines erfrorenen FußeS 
halber in der Schutzhütte zurückgelassen werden. Mit ihm 
blieb der Marinemaler Rave zurück, dem die Anstrengungen 
des WeitermarscheS zu groß erschienen. In der Hütte war 
reichlich Proviant bis zum Januar vorhanden. Ich selbst, 
der Flugtechniker, unser EiSlotse und der Matrose gingen 
weiter südwärts, um eine Hilfsaktion für Rüdiger ins 
Werk zu setzen. Infolge der Dunkelheit der Polar 
nacht und sehr schlechten WetterS mußten wir bis Mitte 
Dezember in der Schutzhütte am Kap Petermann unter 
großen Entbehrungen warten. Am 10. Dezember drang 
ich allein südwärts nach der Adoentbay vor, wo ich mit 
teilweise erfrorenen Gliedmaßen am 27. Dezember um 
3 Uhr früh eintraf. Der Flugtechniker, der EiSlotse und 
der Matrose waren wegen zu großer Gefährlichkeit deS 
WegeS zum Schiff zurückgekehrt, um von dort aus, wenn 
nötig, Rüdiger Proviant zuzuführen. ES wird hier eine 
Hilfsexpedition ausgerüstet, die bei erster Gelegenheit 
aufbricht. 
Neuyork. Bei einer Haussuchung, die die Polizei 
bei einem Althändler abhielt, wurden in dessen Waren 
lager versteckt Juwelen und Schmucksachen im Werte von 
über einer halben Million Dollars gefunden, die auf 
mysteriöse Weise bei Diners in der Neuyorker Gesellschaft 
verschwunden waren. Die Polizei hat bei dieser 
Gelegenheit ein Verzeichnis einer Reihe hocheleganter 
.Gentlemen" entdeckt, die zum Teil in der Neuyorker 
Gesellschaft eine große Rolle spielten. Bisher ist nur die 
Verhaftung eines 19jährigen Mädchens namens Kitty Carr 
erfolgt, doch stehen weitere Verhaftungen bevor. 
Lokales. 
l«achdmck unserer o-Originalarttket nur mit Quelleaaugabe gestattet) 
o Dichter Nebel hüllte gestern Friedenau ein. Nach 
einem finsteren Vormittag, senkten sich gegen Mittag starke 
Nrbelmassen hernieder, die, je mehr der Tag zur Neige 
ging, an Dichtigkeit zunahmen. Gegen Abend konnte man 
nur wenige Schritte weit sehen. Für den Verkehr hatte 
der Nebel erhebliche Schwierigkeiten zur Folge. Die Kraft- 
wagen und die Straßenbahnen mußten langsamer fahren 
und die Lichter anzünden. In der 10. Stunde nahm der 
Nebel etwas ab und während der Nacht klärte sich das 
Wetter weiter auf. Der Himmel blieb allerdings bedeckt 
und auch heute noch hielt die unfreundliche, naßkalte 
Witterung an. 
o Der »erkauf de« ruffifcheu Fleisches hat sich 
in Friedenau bestens eingeführt. Viele Hausfrauen kaufen 
gern dieses billige und dabei in jeder Beziehung gute 
Fleisch. Sowohl da« Rindfleisch wie daS Schweinefleisch 
sind von tadelloser Beschaffenheit und stehen dem hiesigen 
Fleisch durchaus nicht nach. Besonders das Schweinefleisch 
zeichnet sich durch Zartheit und feinen Geschmack auS, 
aber auch daS Rindfleisch mundet als Brat- wie als Koch 
fleisch ausgezeichnet. Wir bitten unsere Leser wiederholt, 
in den durch rote Plakate gekennzeichneten Fleischerläden 
daS russische Fleisch zu fordern. Nur durch reichlichen 
Bezug dieser Fleisches kann ein Aufsteigen der Preise für 
deutscher Fleisch verhindert werden. 
o Gesuche um Erteilung de« Berechtigung«, 
scheine« zum etnjährig.freiwilligen Militärdienst sind nicht 
den LandratSämtern der Kreise Teltow und Niederbarnim, 
sondern nur der Kgl. Prüfungskommission für Einjährig. 
Freiwillige in Berlin NW. 40, Heidestr. 1 einzureichen. 
o Verkauf von Arzueimitteln außerhalb der 
Apotheken. Mit dem 3. Januar d. IS. ist in Berlin 
«ine Poltzeiverordnung in Kraft getreten, die den Verkehr 
mit Arzneimitteln außerhalb der Apotheken regelt. ES sei 
kurz erklärt, daß jeder, der den Verkauf von Arznei- 
Mitteln außerhalb der Apotheken betreiben will, in Zu- 
kunft zugleich mit der vorgeschriebenen Anzeige einen Lage- 
plan und eine genaue Angabe der BerriebSräume ein- 
schließlich deS Geschäftszimmers zu den Akten der OrtS- 
Polizeibehörde einzureichen hat. Sämtlichx Betrtebsräume 
müssen geräumig, während der Benutzung genügend erhellt 
sein und ebenso wie. die Behälter für Arzneimittel stets 
ordentlich und sauber gehalten werden. Die Vorräte von 
Arzneimitteln müssen sich in dichten festen Behältern be- 
finden, die mit festen gutschließenden Deckeln oder Stöpseln 
versehen sind, oder, soweit sie Schiebladen darstellen, von 
festen Füllungen umgeben sein oder dicht schießende Dickel 
besitzen. Den Besichtigungsbevollmächtigten steht das Recht 
Der Staatsanwalt. 
Von S). Hill. 
(Nachdruck verbot».) 
1. Kapitel. 
Die Warnung. 
Die einzige Gasflamme, die der Sparsamkeit halber 
ganz niedrig gedreht war, genügte kaum, um den flaschen 
und Gläsern, die in den Fächern des armseligen Drogen 
geschäftes standen, den leisesten Glanz zu entlocken. Os 
war in der City von London. Von der Straße draußen 
kam durch die offene Tür ein Gemisch der verschieden 
artigsten Gerüche — von gebackenen Fischen, von Petroleum 
und von halb verdorbenen Gemüsen. Und damit die 
Ohren der Nase gegenüber nicht zu kurz kamen, hörte man 
durch dasselbe erwartungsvoll'offenstehende Portal das um 
aufhörliche Geräusch zahlreicher Fußgänger auf dem zlemlich 
breiten Trottoir und dazwischen Bruchstücke von Unter 
haltungen, die meist von rauhen branntweintrunkenen 
Stimmen geführt wurden; nicht selten ertönte auch ein 
treffender Witz oder aber ein düsterer Fluch. 
Ans dem Ladentisch der Drogerie saß ein junger JJMnn 
imö bäumelte mit den Beinen, denn er hatte augenscheinlich 
gerade nichts besseres zu tun. . Halb unbewußt hechte er 
auf die abgerissenen Sätze, und es kam ihm Zuwehen vor 
als ob man vielleicht ganz Interessantes hatte Horen 
können, wenn die Reden nicht immer so plötzlich abge 
schnitten worden wären. 
1 ' Mehr als die Unterhaltungen interessierten ihn aber 
die Fußtritte, uud bei jedem Vorübergehenden, der naher 
kam. legte er sich die Frage vor, ob jener die Schutte 
seitwärts lenken und durch die offene Tür hereinkommen 
werde. Und wenn er auch in Träume ver,unken schien, so 
wäre er doch jeden Augenblick ber-üt gewesen, vom Laden- 
ch herunterzuspringen, das Gas hoch zu drehen und 
ne eifrige, geschäftsmäßige Miene anzunehmen, scwald 
r sehnlichst erwartete Kunde den Laden betreten wurde. 
Denn Julius Penfold, Doktor der Medizin, der sein 
taatseramen an der Universität Canibrigde bestanden 
>d seinen Doktorgrad in London erworben hatte, besaß 
chts auf der Welt als die Drogen und Arzneien auf 
n spärlich gefüllten Brettern und ein wenig loses Silber- 
4d in seiner Tasche. Seine Miete war schon seit sechs 
lochen fällig, er war bereits gepfändet, und fein Hauswirt 
itte ihm heute angedroht, wenn er bis morgen um 
oölf Uhr nicht bezahlt habe, so werde er ihn auf die 
traße setzen lassen. Julius war vollständig am Ende 
iner Weisheit, und zwischen ihm und dem Verhungern 
nid nur noch die schwache Möglichkeit einer Antwort 
if eine Offerte, die er gestern geschrieben hatte. > 
Der junge Mann mit dem freusidlichen, offenen Ge- 
htsausdruck sah nicht so aus. als habe er dies Schicksal 
-rdient, und er hatte es auch wirklich nicht. Nach Be- 
ldiqung seiner Universitätsstudien war er Assistent an 
nein Krankenhaus gewesen, und hatte nur den einen 
ehler gehabt, daß er den Sport seinen ärztlichen Obliegen- 
-iten ein bißchen zu viel vorzog. Ein Onkel, der für sehr 
ich gegolten, und der versprochen hatte, ihm eine Praxis 
i gründen, war plötzlich mit Hinterlassung einer Menge 
chulden gestorben, und so hatte sich Julius gezwungen 
stehen, anzunehmen, was sich ihm bot. Er hatte so ziem- 
h in jeder Stadt und jedem Städtchen des britischen 
eiches als Stellvertreter und Assistent gewirkt, bis ihm 
iließlich eine Sehnsucht nach Unabhängigkeit ergriff, die 
n veranlaßte, seine kleinen Ersparnisse in das Geschäft 
l stecken, aus dem er morgen herausgeworfen werden 
llte 
Er war damit gründlich hereingefallen, es gab in der 
achbarschaft schon mehr als genug derartige Geschäfte, und 
enn er gehofft hatte, daß sein Doktortitel zu seinen 
unsten sprechen würde» so hatte sich herausgestellt», daß 
gerade das Gegenteil der Fall war. Die kleinen Leute 
der Nachbarschaft holten sich ärztlichen Rat lieber bei den 
verbummelten Studenten, deren aufgedunsene Gesichter 
und mangelnde Wäsche ihnen vertraut waren, als bei 
dem jungen Fremden, der reine Kragen trug, wie abgeschabt 
auch sein Rock sein mochte, und der es nicht liebte, wenn 
man ihn mit trunkenen Scherzen im unverfälschtesten 
Londoner Dialekt belästigte. 
Er war schlank wie ein Windhund und hatte doch 
die breite Brust und die kräftig entwickelten Muskeln 
eines Athleten. Wie schlecht es ihm auch gegangen sein 
mochte, er hatte niemals sein körperliches Training ver 
nachlässigt. Er war ein brillanter Ruderer, ein groß 
artiger Läufer, ein ausdauernder Radfahrer und hatte in 
unzähligen sportlichen Veranstaltungen erste Preise er 
rungen: und er wollte nicht gern das einzige aufgeben, 
wodurch er sich bis jetzt einen Namen gemacht hatte. Er 
hatte sich schon oft selbst gesagt, wenn sein Name in 
medizinischen Zeitschriften so bekannt wäre wie in sport 
lichen, so würde er sicher zu den gesuchtesten Aerzten der 
Hauptstadt gehören. 
Ein ähnlicher Gedanke ging ihm auch jetzt durch den 
Kopf, als er, wohl zum zwanzieften MÄe am heutigen 
Tage, einen kleinen Zeitungsaussch litt aus der Tasche zog. 
Es war eine Annonce, die er gestern aus der „Daily Tele 
graph" geschnitten hatte, und dieses kleine Stückchen Papier 
war das einzige, was noch zwischen ihm und dem völligen 
Ruin stand. Ein halb humoristsches, halb schmerzliches 
Lächeln flog über fein glattrasiektes, sonnenverbranntes 
Gesicht, als er zum so und so vielteit Male die Aufforderung 
las, die ihn veranlaßt hatte, eine Offerte zu schreiben. 
„Für junge Mediziner. Ein älterer Herr sucht einen 
jungen Arzt, der das Staatsexanien hinter sich hat, und 
der sich ihm zur ausschließlichen Verfügung stellen könnte. 
- Der Betreffende müßte in dem Hause des Suchenden wohnen. 
Er muß unter dreißig sein, von tadellosem E'-arakter und 
von großer,.kräftiger Figur.. Es bandelt sich nicht um Ueber-
        
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