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Periodical volume Nr. 62, 13.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

o VinbrrrchSdiebflahl In einer Garage. Der 
Autogarage de» Herrn Wölf in der Feldstraße'ln Steglitz 
statteten in der Nacht zum Dienstag Einbrecher einen 
Besuch ab. Sie stahlen einen Posten Gummi im Wert« 
von mehreren 1000 M. Der Krimminalpolizet ist *9 
schnell gelungen, die TSter zn ermitteln. Zunächst konnte, 
der WagenwSscher Ernst Schombal, der früher Leiheui 
Bestohlenen in Arbeit stynd,, verhaftet werden. Auf seine 
Mithelfer wird noch gefahndet, doch ist man ihnen bereits 
auf der Spur, sodaß die „Gesellschaft* vielleicht schon in 
Moabit wieder versammelt ist. Das gestohlene Gut, zu 
meist Gummireifen, ist zu ,AuSnahmepreisen" bei Zigarren- 
Händlern und in Kneipen „verschärft" worden. Die DiebeS- 
gesellfchaft soll dafür 200 M. eingenommen haben. 
Vereins-Nacbricblen 
Sportklub Friedenau. Am vergangenen Sonntag standen sich im 
Beibavdrfptele dl« beiden ersten Hock ymannschaften deS Sportklubs 
Sriedenau und die deS S..C. Markomannia auf dem Platz des letztere- 
Vereins in Sabcwa gegenüber.- Die Fiiedenauer, die das Spiel zum 
größten Teil für sich b«h<Hschtrn, konnten aber nur ein unentschiedenes 
Resultat mit S: S, Halbzeit 1:1 herausbringen, da der ausgeweichte, 
Dalddoden, auf dem gespielt wurde, nicht spielsLhig war. Außerdem 
hatte der S. (5- Friedenau für 3 Spieler Ersatz einstellen müssen. 
— Heute Donnerstag, den 13 cc., Abends 9 Uyr findet eine Svort- 
fitzung statt und «erden die Mitglieder um volles E.scheiaen ersucht. 
^ Schömberg 
—o Die Gtadtverordneklnoersammlung beschloß in 
ihrer gestrigen Sitzung außer der Erhöhung de» Ein- 
kommensteuerzuschlageS auf 110 v. H., worüber wir unter 
„Lokales" berichtln. vom gemeinen Wert der bebauten 
Grundstücke 3 v. T. und vom gemeinen Wert der unbe 
bauten Grundstücke 3 v. T. zu erheben; Gewerbesteuer 
wird erhoben in Klasse I > 165 o. H., in den Klassen 
II und III ISO v. H. und. in Klasse IV 100 v. H. — 
Im übrigen erledigte die Versammlung kleinere Vorlagen, 
Wahlen und Nachträge. Mit der Verlängkrung deS Ver 
trages mit dem Elektrizitätswerk „Süd-West" wegen 
Lieferung elekt^ch^y, Stromes erklärte sich die Versammlnng 
einverstanden.^^ ' ■' 
Zuschriften, 
(Für diese Rubrik übcrnchincii wir keine Verantwortung.) 
Zur Landtagswahl. 
Die Ausführungen in der Zuschrrft deS Fiiedenauer Lrkal- 
Anzeigers vom Dienstag .Eine schreiende Ungerechtigkeit', so 
gut sie an und für sich gemeint sein möaen, lassen sich nicht aufrecht 
erhalten. Sie sind vielmehr geeignet, dir Leser Ihres Blattes vom 
Standpunkt des gesunden Menschenverstandes ine. zu führen. Von 
vornherein wird dem verehrten Heun Einsender darin beizustimmen 
sein, daß die Wahlmünner den auch seiner Zeit von ihnen ange- 
nommenen Kandidaten zum Abgeordnetenhause in der Hauptwahl zu 
wühlen haben, wenn anberS sie sich nicht der Untreue gegen ihre 
Wühler schuldig machen wollen. Ganz anders dagegen liegt die Sache 
in dem vorliegenden Fall, wo ein neuer Kandidat, zumal «in ent 
lassener Geistlicher, zu dessen Wahl die alten Wahlmünner sich nicht 
verpflichtet hatten, nachtrüglich ausgistellt wird. Denn man mag ein 
sonst gan, braver liberaler Mann sein, ohne nach Leu bekannten Vor- 
gingen für den ehemaligen Pfarrer Traub stimmen zu können. Da8 
ist, zumal jene Wahlmünner nicht auf Ihn «ingeschworen gewesen 
sind, GeonssenSsacke. Degen seine Ueberzeugung kann eben kein ehr 
licher Mann handeln. Dir Situation ist — das soll man doch 
bedenken — durch die nachtrüglichc Aufstellung eines neuen Kandidaten 
eine ganz andere geworden, und keine Macht der Welt, auck die sonst 
- souveränen Urwühler nicht, dürfen unter den obwaUeuden Umstünden 
von ihren Wahlmünuern verlangen, gegen ihre Ueberzeugung zu 
wühlen. Und zumal Traub, den entlassenen früheren Geistlichen. 
Anders würde vielleicht, poch die Sache liegen, wenn er freiwillig sein 
Amt niedergelegt Hütte, anstatt erst seinen Ausschluß vom Pfarramt 
im Dikziplinarwege adzuwarteu. Denn eia Verein, und sei 
er selbst ein liberaler Dahlvereln, muß jedes' seiner Mit. 
glieder ausschließen, welches bewußt gegen die Stalulen handelt. 
Wenn des weiteren wieder einmal gegen das bestehende Wahlgesetz 
zu Felde gezogen und dabei an jenen Ausspruch des großen Kanzler« 
vor 46 Jahren, daß eS baS elendeste Wahlgesetz sei, eriunert wird, 
so mag eS zwar- sehr bequem-sein, rnik-solchem Scklagwsrt bei den 
Unkundige» krebse» zu gehen, ob aber der eiserne Kanzler gegenüber 
dem damals ungeahnten Armacksen der Umstürzler und gegenüber der 
jetzt angewachsenen gewaltigen Anzahl ihrer Vertreter im Reichstag 
fett jener Zell noch heute seinen Ausspruch aufrecht erhalten würde, 
erscheint doch zum Mindesten sehr zweifelhaft zu sein. Jenes Eeblag- 
wort zleht angesichts der inzwischen veränderten innerpolitischen Lage 
bei urleilssühigen Leuten längst nicht mehr und gehört tn's alte Eisen. 
. Würde nach dem Wunsche der liberalen Partei jetzt wirklich das 
gleiche ditekie geheime Wahlrecht eingeführt, so sind wir der Umsturz. 
Partei zum Hohngelüchter der Hölle ohne Gnade ausgeliefert und die 
Geister, die die liberale Parteien herbeiriefen, werden sie nicht wieder 
los. Denn an ihren Rockschößen bleiben sie hingen. ■ Dann werde», 
Inf« zu spit, den sriet- und ordnungsliebenden Bürgern, den löntg?. 
treuen Münnern, die Lugen aufgehen, dann wird der Etaatswagen 
durch die Schuld der Liberalen in dm Sumpf geraten, aus dem ihn 
leider Gottes nur eine große Umwälzung wieder herausbringen kann. 
Und davor wollen wir unser nachfolgender Geschlecht nach Krüsten be- 
wahren, damit eS dermaleinst nickt von uns heißt: „Nur die aller- 
dümmsten Kälber wühlten ihren Metzger selber.' K. Sch. 
Gerichtliches 
P. Ein Ausbeuter des WohllütigkeitSfinr.S stand gestern in der 
erfon deS schon wegen Betruges vorbestraften Technikers Karl 
eters, Utrechtstraße wohnhaft, vor der ü. Straskammer. Er mußte 
sich wegen versuchten Betruges verantworten. An hochgestellte Persön 
lichkeiten, deren Adressen er einfach aus dem Adreßbuch entnahm, 
schrieb PetnS Btitbriefe, die er stets als „Vizefelswebcl a. D." 
unterzeichnete und deren Zweck war, Unterstützungen durch falsche Vor 
spiegelungen zu erlangm. In einem solchen Falle kam er bei dem 
General Major von Tuchihausen in Wilmersdoif an den Unrechten. 
Nachforschungen, die in Bezug auf den angeblichen Bedürftigen an- 
gestellt wurden, in der Absicht zu helfen, führten zrr Feststellung eines 
BotiUgsversucheS. Ebenso geschah cs in einem anderen Falle, der 
einen bei dem Pfarrer Wtlkc versuchten Besuch betraf. Der Angeklagte 
war geständig, bei den Bricsempsängeru die Absicht gehabt zu 
haben, düse zu veranlassen, ihn zu unterstützen. Der Staatsanwalt 
beantragte 6 Monate GefüngniS. Das Urteil deS Gerichtshofes 
lautete auf 4 Monate Gefängnis. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Hermann Martinius, Friedenau. 
aus Scliokolad© und Marzipan, Schokolade-Bier mit den verschiedensten feinen 
Füllungen, J>rag€e-lSlov% Oster-Kartonnagen, Körbchen, Nippes etc. 
empfiehlt in bekannter reichhaltigster Auswahl 
F. Li Achard, Rheinstrasse 8. 
Bekanntmachung. 
Die Militärpflichtigen 
a) der Buchstaben 2t—ct des Jahrganges 1891, sowie die Militär 
pflichtigen älterer Jahrgänge, über deren Dienstpflicht noch keine 
endgültige Entscheidung getroffen ist/haben sich am 
Mittwoch, den 2. April'-: Ir vorm. 8'/« Uhr, 
d) der Buchstaben L—R des Jahrganges 1891 
2t—SV- .. 1892 und 
A-G 1893 
am Donnerstag, den 3. 2lpril d. I. vorm. 8'/. Uhr, 
c) der Buchstaben S—Z des Jahrganges 1891, 
L-T 1892 und 
H-P 1893 
am Freitag, den 4. 2lprjl d. I. vorm. 8''« UI,r 
d) der Buchstaben T—Z des Jahrganges 1892 und 
R-Z „ .. 1893 
, am Sonnabend, den 5. 2lpril d. I. vorm. 8/ 4 Uhr 
in Berlin-Lichterfelde im Restanranl Henning, am Bahnhof Ost, niit 
reingewaschenem Körper und in reiner Wäsche zur Militär-Musterung 
pünktlich zn gestellen. Den Militärpflichtigen werden »och besondere 
Gestellungsbefehle zugestellt. 
Militärpflichtige, die der Aufforderung zur Gestellung ohne einen 
von der Ersatzkommission als geniigend anerkannten Grund nicht 
nachkommen, haben nach 8 38 des Reichsmilitärgesetzes zwangweise 
Einstellung zu gewärtigen und verfallen gleich denjenigen, welche 
im Mnsterungslökale bei Aufruf ihrer Namen nicht anwesend sind, 
in eine Geldstrafe bis zu 30 M. oder Haft bis 3 Tagen. 
Unter Hinweis auf 8 360, 11 des Reichsstrafgesetzbnches, welcher 
lautet: 
„Mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft wird bestraft, 
wer ungebürlicherweise ruhestörenden Lärm erregt oder wer 
groben Unfug verübt" 
mache ich besonders darauf aufmerksam, das; sich die Militärpflichtigen 
ans dem Hin- und Rückwege nach dem Musterungslokale sowie am 
Musterungsorte selbst, ruhig und anständig zu benehmen haben. 
Diejenigen Personen, zu deren-Gunsten reklamiert worden ist, 
haben zur Untersuchung ihres körperlichen Zustandes durch den der 
Ersatzkommission beigegebenen Arzt in dem auf 
Montag, den 7. 2lpril d. I. vorm. 8'/ 4 Uhr 
im Restaurant Henning in Berlin-Lichterfelde, am Bahnhof Ost, an 
beraumten Termin persönlich zn erscheine», sofern nicht ihr persön 
liches Erscheinen durch die auf 1 Jahr erfolgte Zurückstellung ent 
behrlich wird. 
Zur Vermeidung jeden Irrtums werden die Personen, deren 
Erscheinen erforderlich ist, besondere Gestellungsbefehle erhalten. 
Das unbegründete Ausbleiben der zu dem erwähnten Termine 
bestellten Angehörigen von Reklamanten wird die Abweisung der 
Rekamation zur Folge haben. 
Diejenigen Militärpflichtigen, die nach der« 1. Februar d. Js. 
bier eingetroffen sind, haben 'sich, falls, es.noch nicht geschehen ist, 
sofort im hiesigen Amtshanse, Zimmei! 47, zur nachträglichen Aus 
nahme in die Stammrolle zu meldest. 
Berlin-Friedenau, den 13. März 1013. 
Der Gemeindevorsteher. 
Aufnahme für, alle S Klassen. 
M. Mm. SWBOtWHl». 
Max Rcedelius, Dentist 
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■ - ■ Telefon: Amf Pfalzburg 6801. ■ 
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Ab Freitag, 14. März 
Von Wassen nach Amsteg. 
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Zofe und Baronesse (Korn.) 
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Anfang Wochentags C Uhr. 
Anfang Sonntags 4 Uhr, j 
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feschkcstr. 9, Gartenhaus I links. 
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Meiner verehrten Kundschaft die ergebene Mitteilung, 
dass ich mein 
Uhren-uJoIdwapengesciiäft 
[ vpn der Sponliolzatragsc 26, nach 
Bheinstr. 4®, a. <1. Ringstrassei 
f verlegt habe. 
Bit'c, das mir bisher geschenkte Wohlwollen auch ferner 
[ zu bewahren. 
. Es zoll mein eifrigstes Bestreben sein, infolge lang 
jähriger gesammelter Kenntnisse in der Uhren- und Gold- 
waren-Brancho, das geehrte Publikum stets zu grösster | 
| Zufriedenheit prompt nnd reell zu bedienen. 
Um gütigen Zuspruch bittet ergebenst 
Paul Zehler, 
Uhrmacher, 
Rheinstr. 49, a. d. Ringstrasse. 
Restaurant „Zum Prinzen Jtaaäjery“ 
Handjerystr. 42, Tel. Pszb. 3641. Ecke Kirchstr. 21. 
Mittagstisch von 12—4. 
Couverf 1,15 oder nach der Karle, 
Suppe 15 Pf. 
Fisch od. Gern, mit Fleisch 35 Pf. 
Braten 40 Pf. 
Kompott 10 Pf. 
Speise, Käse oder Kaffee. . 15 Pf. 
Biere, auch frei ins Hans, in Syphons oder 1 Ltr.-Kiügen 
Liter Pilsner Urquell 70 Pf., Münchener Spaten 60 Pf, Kulm- 
bach-r Keichclbräu 60 Pf., Böhmisch hell 40 Pf. [1488 
„Oliver", Tchreibnmschinennntcr- 
richt, Schroibmasch. u. Utcns.-Berk. 
Schreibmaschinenbüro, Abschriften, 
Korresp., n. Vervielfältig, preisw. 
Stegl. 839. Peschkestr. 9, Gth. I. 
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Sponholzstrasse 35 park. 8 
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L.'l.i! 1 - 1 
Hohenzollern- 
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Mmltcs unb größtes 
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MN" Nur 2 Tage 
Geiieims Scbmoch 
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9er atme läaisenUe 
' angreifendes Drama. 
Miß sedl in die eigene 
Falle 
vorzügliche Humoreske. 
Außerdem das vorzügliche Elite- 
Programm. [1989 
Ab 13. März gelangen nur Bilder 
der ersten Woche zur Vorführung, 
stets das Neueste und Beste was 
im Film erscheint. 
Anfang Wochentags 5 llhr. 
Sonntags 8 llhr. 
Heute Mittwoch 
SugEiitMMung. *tj; 
Die Direktion: G. B H Bönten. 
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