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Periodical volume Nr. 58, 09.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Berlin mit dem nur wenig höheren Satz von 3,10 % 0 , 
Bon den O Gemeinden mit 50 000 dis 100 000 Ent 
wöhnen, weist die niedrigste Ziffer der OrtSteii Lichtenberg 
mit 2,60 % 0 ans, während Pankow und Steglitz 3, 
Spandaus 35 und, der OctSteil Boxhagen-RummelSburg 
3.50 °/ 00 erheben. Unter den 9 Gemeinden mit 20 000 
LiS 50 O00 Einwohnern steht Treptow mit. 2,20 °/ 00 am 
giilistigsten da. Tompelyof erhebt. 2,40, Friedrichsfelde 
2,60, Friedenau 2 70, Lichterfeld?, Reinickendorf und 
Oberfchöneweide 3, Weißensee und Köpenick 3,6 % 0 Den 
geringsten Satz unter den gleichfalls 9 Gemeinoen mit 
10 000 bis 20 000 Einwohnern hat Niederfchönhaufen mit 
2.60 °/ 00 aufzuweisen. Lankwitz, Mariendorf, Tegel .und 
Wittenau nehmen 3 °/ 00 . Britz, Friedrichshagen, Zehlen 
dorf 3,50 -und AdlerShof-4 °/ 00 .' Tine gewisse Verschiebung 
nach unten hin tritt in der Verteilung der Sätze, bei den 
kleineren Gemeinden ein. Von den 7 mit 5000 bis 
10 000 Einwohnern erheben Französtsch-Buchholz und 
Grunewald 2 °/ 00 . $erm2borf 2,20, Niederfchönhaufen und 
Rosental 2,60, Schmargendorf und Hohenschönhausen 
3.60 % 0 . Von den noch verbleibenden 20 Gemeinden mit 
weniger als 5000 Einwohnern zeigt je 1 den Satz von 
0,80 °/ 00 (Nikolassee) und 1 (Heiligensee), bei 5 Gemeinden 
liegt der Sleuerfuß zwischen 1,25 und 2 °/ 00 . bei 9 
zwischen 2,25 und 3, bri 4 zwischen 3,20 und 3,70 °/ co . 
— Für die unbebauten Grundstücke werden doppetre 
Sätze in-den . folgenden -23 Gemeinden erhoben: Char- 
lottenburg, Friedenau, Friedrichsfelde, FriedrichShagen, 
Hermsdorf, Lichtenberg und Boxhagen - Rummelsburg, 
Neukölln, Niederschöneweide, .Niederfchönhaufen, Nikolassee, 
Oberschöneweide, Pankow, Reinickendorf, Schmargendorf, 
Schöneberg, .Sieglitz, Stralau, Tegel, Treptow, Weißensee, 
Wilmersdorf und Wittenau. , 
H- o Das Eichamt Niedstr. 2 ist am Montag, dem 
10. März geschlossen. 
o Für den Festgoitcsdienst zur Hundertjahrfeier 
der. Erhebung Preußens am Montag, dem 10, März, 
Nachmittags 6 Uhr in der Kirche zum guten Hirten ist 
die Liturgie vom Eo. Oberkirchenrat vorgeschrieben. Der 
Ktrchenchor singt .mehrere auS der Zeit von Iß 12 
stammende Choräle und einige Psalmen. Die Choräle 
werden von der Kapelle deS Gardeschützenbataillons be 
gleitet. Die Gelänge sind gedruckt und werden beim 
Eintritt- in die Kirche eingehändigt werden. 
o Fahnen heranöl Die, Jahrhundertfeier wird in 
unserem Orte am Montag festlich - begangen werden. Um 
0 Uhr Nachmittags stader ein FestgotteSdienst in unserer 
Kirche zum guten Hirten statt. In feierlichem Zage. be 
geben sich die, beiden Kriegerver^inc, der Turnverein und 
der Evangelische Arbeiterverein 'zur Kirche. Während- die 
Kriegeroereine n.ach Beendigung des Gottesdienstes zur 
Festfeier nach dem „Schloßpark" in Steglitz marschieren, 
findet , hier im Frstsaale des ReformrealgymnasiumS, 
beginnend 8*/ 2 Uhr, für die Bürgerschaft ein von, der 
Gemeinde veraiistalteter Kommers statt. Um nun dem 
Tage auch äußerlich daS Gepräge eines nationalen Fest 
tages zu geben, bitten -wir mnsere Mitbürger, für einen 
reichen Fahnenschmuck der Häuser zu sorgen. 
o Die straflose „Zuschrift". Eine wichtige Er-t- 
ischeidung. hat der erste-Srrassenat des ReichSgerichtS gestillt. 
Er hat-anerkannt, daß ,Znschriften"-Aitikel, die unter voller 
NamenSunter schrist im Interesse dkS Publikums einen 
Uebelstand öffentlich rügen, die Absicht der Beleidigung 
ausschließen und daher Straflosigkeit nach § 193 -des 
SlrafgefftzbucheS - genießen. 
o Wann soll unser Kind.die Schule besuchen? 
kann man jetzt viele Elt-rn fragen hören. Die Frage, mit 
welchem Jahre soll Schu.'pflich igkeit und Schulunterricht 
beginnen, wird jetzt häufig aufgeworfen. Wir möchten 
darauf erwidern: „So spät wie möglich!" Vergegen 
wärtigt man sich die einseitige Beschäftigung und -An 
strengung-..des in die Schule eingetretenen KindeS, wie sie 
-tu der Regel selbst in den besten Schulen ist, so kann 
man mit - den neuerlichen Bestrebungen, den Beginn der 
Schule, wenigstens auf daS siebent? Jahr hinauszuschieben, 
nur einverstanden sein.- Das siebente Jahr müßte unter 
allen Umständen, d. h. auch dann, wenn die Schulbildung 
eine uatur- und gesundheiiSgemäße wäre, für den Beginn 
deS eigentlichen Schulunterrichts, da es hierfür das normale 
Siufenjahr ist, festgestellt werden. Wird jedoch die Frage 
muf den.^,Beginn der Erziehung und des Unterrichts im 
selbst, aber Olivia, wenn sie auch vor Hunger fast ohnmächtig 
war, fühlte, sich zu "erregt, um seinem Beispiel zu folgen. 
„Hier ist ein Brief, liebe Olivia, der dir teilweise'er 
klären, wird, was ich dir mitteilen will. Du wunderst dich 
vielleicht, daß er nicht in einem Kuvert steckt, aber das 
wäre überflüssig gewesen, da ich ihn ja doch hätte öffnen 
müssen, um Kenntnis davon zu nehmen." 
Zitternd ergriff das Mädchen den Briefbogen und las: 
„Meine geliebte Olivia I 
Ich bin gezwungen worden, mich in einer unbe 
deutenden Angelegenheit den Wünschen Herrn Scharnocks 
zu fügen. Ich bitte dich, morgen ruhig im Schloß zu bleiben, 
bis ich konmien werde, dich zu holen. Ich werde dir dann 
alles erklären, und ich hoffe, unsere Leiden werden zu 
Ende sein. 
Dein treuergebener Julius." 
„So," sagte Scharnock und nahm den Brief wieder 
aus ihrer Hand, um ihn ins Feuer z» werfen. „Es ist 
besser, .wenn wir dies Schriftstück vernichten, im Fall unsere 
Pläne mißlingen sollte». Und nun weide ich dir erklären, 
was d» vielleicht aus Doktor Penfolüs Schreiben noch 
sticht' ersehen haben solltest. Herr Rüben Hislop, den 
du. ja kennst, wünscht als mein Abgesandter eine Unter 
redung unter vier Augen mit Sir William Graßinan. 
Da diese für ihn schwer zu erlangen gewesen wäre, so 
beschrieb ich Doktor Penfold deine unangenehme Lage, 
und unter dein Versprechen, daß ich dich daraus befreien 
würde, veranlaßte ich ihn, sich nach Villa Sicbenerchcn zu 
rückzubegeben, damit er seine Stellung im Haushalt be 
nützen tonne, uni Rüben Zutritt zu dem Staatsanwalt zu 
verschaffen. 1 Er selbst wird keinen Anteil an der Ustter- 
.reöunll nehmen, aber da dieje wahrscheinlich stürmisch vcr- 
allgemelnen schlecht hingestellt, so lautet die Antwort 
dahin, daß beide so früh wie möglich, nämlich nach der 
Gkbuit zu beginnen haben. Die erziehlichen Moment", 
welche dir naturgemäße von einem richtigen Instinkt ge 
leitete Pflege und Wartung deS Kindes an sich enthüll, 
die anregende Beschäftigung mit demselben, daS Spiel mit 
ihm, insbesondere auch daS Spiel mit seiner Begierde, 
seinem Verlangen, das Gehen- und Sprechenlernen sind 
für die gesunde Entwickelung der Kinder wichtig und daher 
unerläßlich. Ihr Mangel bewirkt immer ein Zurückbleiben 
dieser Entwickelung und in vielen Fällen eine völlige Ver 
dumpfung seiner Lebendigkeit, daS Zurücktreten der Erreg 
barkeit und deS Bewegungstriebes, während daS Uebermaß 
des IcilS mir der VerführungSsucht, teils mit der Lange 
weile der Eltern und Wärterinnen, zu deren Ausfüllung 
die Beschäftigung mit den Kindern dient, in anderer Weise 
schädlich wirkt. 
- o Anläßlich der Jahrhundertfeier bleiben die 
Büro?, Hauptkaffe, Bibltothek und Lesehalle der Kor- 
poratton der Kausmannschaft von Berlin (im Börsen- 
grbäude) am 10. d. MtS. geschloffen. 
o DaS Konkursverfahren über das Verrost gen der 
Brandenburgischen Holzzentrale, Ein- und VerkaufSgenoffen» 
schaft vereinigter Zimmermeister Etngetr. Gen. m. b. H. 
in Liga. zu Berlin-Friedenau, Homuthstr. 7, ist nach 
erfolgter Abhaltung deS Schlußtermins aufgehoben. 
o Der Kirchenchor der 9tsth-rnaeI-Ge«eivde 
veranstalielct im -GestUscha^Shause deS Westens einen 
Familienabend, der Beweis ablegte von der Freundschaft, 
die alle Mitglieder dkS Chors verbindet. In dem Konzert, 
das den Abend einleitete, spielte Miß Jeffrey technisch 
vollendet und mit eingehendem Verständnis zwei Stücke 
für Klavier von Breithaupt und die L-äur-Polonaise von 
LiSzt. Ausdrucksvoll fang Frau Dr. Schmidt-Held Lieder 
von Schubert, Schumann und BrahyiL. Der Cellist Jhno 
von Freden entzückte durch den schönen Ton und die 
Innigkeit seines Spiels in dem Larghetto von Mozart 
und dem reizenden Menuett von Beethoven, Mit 
humoristischen Rezitationen erfreute Herr Siegfried -Schultz 
und daS Traumtanzwunder „Madeleine" rief mit seinem 
Impresario Mister Jcffersson fröhliches Lachen und. 
zwersclndeS Kbpfschütteln hervor. R-icher Beifall wurde 
von dem begeisterten Publikum gespendet und besonders 
dankte man dem Dirigenten des ChorS Herrn Mox Werner. 
o Der Mänucr-Turnverciu beteiligt sich osfiziell 
au der kirchlichen Feier am Montag Abend 6 Uhr. Ver 
sammlung der Teilnehmer hieran um ö Uhr am Lauter- 
>platz. Ebenso nimmt der Verein an dem Fcstkommerk der 
Genreinde in de: Aula des NeformrealgymnasiumS, Ein 
gang-Homulhstraße, teil. Auch diese Abendfkier wird einen 
ihrer hohen Bedeutung würdigen Verlauf nehmen, sodcrß 
allen Mitgliedern und Vieren Angehörigen nur geraten 
werden kann, daran teilzunehmen. Die Mitglieder werden 
gebeten, im Turnanzug oder in anderer Kleidung zu er 
scheinen, jedenfalls aber daS VereinSabzrichen anzulegen. 
Eintritt ist frei. 
o DkL „Krieger-- und Landwrhrverein" und der 
„Veteranen- und Krieger-Verein" bitten die Kameraden, 
zur Jahrhundertfeier am Montag, dem 10. März, pünkt 
lich Nachmittags 5 Uhr zum Feffzug.- tm Verrinslokal 
„Hohcnzollcrn", Handjerystraße 64, anzutreten. (Siehe 
Anzeige) ,, 
o „Menschen unter Menschen", das große 
Drama nach dem berühmten Werke „I,e8 Miserables" 
(Die Elenden) von Viktor Hugo, kommt von heute ab in 
dem vornehmsten und größten Lichtspiet-Theater Frie 
denaus, den „Hohenzollern-Lichlsp eten" Handjerystr. ,64, 
von heute (Sonnabend) ab bi» zum 11. März zur Auf 
führung. Margen Sonntag finden die Vorführungen 
diefiS Dramas 3 l / 2 5 J / 2 und 8'/, Uhr statt. Außer 
dics.m Film bringt das Programm noch prächtige Natur 
aufnahmen, humortstische Schlager und die Wochenübersicht 
der Hohe-izollern-Lichlspiele. 
o I« drr Vortragsordnung des Treptow» 
Ttcruwarts ist eine Aenderung für Sonntag, dem 
9. März notwendig geworben. „Eine Reise zum Südpol 
und ein Blick ins Weltall" wird um 3, 5 und 7 Uhr mit 
kinematographischen Aufnahmen gegeben und „Das Berner 
Oberland" um 8'/ 2 Uhr. 
o Der letzte Tag der KartoffelauSstellung im 
„Grenzschlößchrn" deS Herrn Grube, Laubacher Straße 
lausen wird, so ist in seinem und deinem Interesse vorzu 
ziehen, wenn niemand erfährt, daß er überhaupt etrpas 
dabei zu tun hatte. Es könnte sonst sein, daß diejenigen, 
denn Pflicht es sein wird, das zu untersuchen, was heute 
nacht geschehen wird, sich auf unangenehme Weise mit ihm 
beschäftigen. Habe ich-mich verständlich gemacht?" 
„Ich fürchte ja," sagte Olivia unter Schluchzen, „du 
hast Hisloo nach der Villa geschickt, um Sir William 
zu ermorden, und Julius — Doktor Pcnfold — soll ihn 
ins Haus einlassen." 
„Das ist etwas schroff ausgedrückt, aber in der Haupt 
sache stimmt es," sagte Scharnock lächelnd. „Du wirst 
also begreifen, daß cs" nicht herauskommen darf, daß Pen- 
selb hier war, oder daß er irgend etwas mit uns zu 
tun hatte, — auch mit dir, rncine süße Cousine, — es konnte 
ihm sonst sehr übel ausstoßen. Ich brauche wohl nichts 
weiter zu sagen. Wenn ich arich nur das geringste von 
der zarten- Leidenschaft verstehe, so wirst du alles tun, 
um deinen Geliebten vor den Folgen seiner Handlungs 
weise zu schützen, wenn du auch findest, daß er nicht so 
hätte handeln dürfen. Bis der »junge Herr kommt, .um 
sich in deinen 'Augen zu rechtfertige», wirst du ganz allein 
hier im Schlosse bleiben. Unsere niedrigen Genossen haben 
den Bau schon vor einigen Stunden verlassen, und sind 
bereits nach allen Himmelsrichtungen zerstreut. Die übrigen 
kommen mit uns, und unjcre Abfahrt steht in den aller 
nächsten Minuten bevor. Aha, hier kommt bereits- unser 
Chauffeur." 
Bei seinen letzten Worten war ein Klopsen an der 
Glastür hörbar geworden, das sich in regelmäßigen Ab 
ständen wiederholt hatte, und offenbar ein vorher aus 
gemachtes Signal war. Einer der Männer öffnete, und 
der Chauffeur trat herein, der unter dem Rainen Larrimer > 
im „Ochsen" zu Vcaconssicld gewohnt hatte und sich bei | 
Ecke Krsnznacher Straße (am Elektrizitätswerk), ist der 
tnvrgigc Sonntag. Wer die interessante Ausstellung noch 
nicht gesehen hat, besichtige sie morgen. Wir möchten 
hierbei erwähnen, daß Herr Grube in der vorigen Woche 
auf einer KartoffelauSstellung in drr „Neuen Welt", an 
der er sich beteiligte, den 2. Preis (20 M. bar und 
Diplom) erhielt. 
o Ben'Ali'Bey'Gastsplel in Friedenau! In 
Kaiser Wilhelmgarten, Rheinstr. 63. findet am Donners 
tag, dem 13. März. Abends 8 Uhr ein nur einmaliger 
außergewöhnliches Gastspiel deS berühmten Magiers Ben- 
Lli-Bky statt. Ueber den beliebten Künstler erzählt das 
„Köln. Tgbl." folgende hübsche Geschichte: 
Beic-Ali-Bcy bcherrscht seine Geister nicht nur von 8—10 Uhr 
abends, sondern versteht es, mit ihrer Hllfe auch manch luftiger 
Etücklein am Tage auszrfführcn. So geschah e- einmal bet des 
Künstlers Gastspiel in München, daß zwei Herren über den Viklirallen. 
markt daselbst schritten, als der eine mit dem langen, weißen Barte, 
vor dem Korbe einer Bäuerin stehen blieb, in welchem Eier lagen. 
Der H rr fragte die Krau, ob die Eier auch frisch und gut seien, und 
als sie dies bejahle, ob er ciueS derselben, wenn er eS vorher bezal lr. 
versuchen dürfe. Die Bäuerin sagte zu m-d nahm daS Geld. Nun 
-zerschlug der Herr ein Ei und siehe da, eln ffunkelndeS 10 Markstück 
war in demselben enthalten, welches der Herr nahm und mit Ruhe in 
die Tasche steckte. Ec sagte der Frau daß die! Ei gut arwesen sei, 
rb rr noch mehrere Eicr auS dem Korbe Probieren dürfe I Er zerschlug 
noch ein, zwei Eier und jedesmal war ein 10-Markstück darin. Nun 
wurde es der staunenden Bäuerin zu bunt; sie packle ihren Korb und 
indem sie rief: „Kein Ei mehr geb ich her, kein einziges" lief sie in 
tcn Torrreg ihres HauseS, wo sic mit wahrem tzeunetfer- anfing, ein 
Ci nach dem andern zu zerschlagen, doch leider enihielten nun die 
Eicr keine goldcncrr Dotter mehr. -Der Herr, der mit seinem Be- 
vielter Ihr gefolgt war, bezahlte der Bäuerin alle ihre zerschlagenen 
Eier-und gab ihr, ehe cr sich enlscrnic. auch noch eiuS der goldenen 
Doller. Denf vielen Zuschauern dieses JolermezzoS wurde klar, dos; 
dieser Herr kein anderer, als der berühmte Zauberer Den-Ali Bey selb;: 
gewesen, der den Eiern goldenen Inhalt zu enltocken wußte, denn 
viele hUlen ihn schon gesehen und bewundert" in seiner geheimnik- 
vollen Zrubermoschee, in welcher die Geister noch viele und ganz andnc 
Dienste Ihrem Meister zu erweisen wiffen." 
Der Barverkauf - drr Karten - befindet sich in der 
Musikalien-Handlung von Cchwartz, Rheinstr. 60 und im 
Zigarrcngeschä't Knollmkyer, Rheinstr. 43.- In Lichter 
seide gastiert Ben-Ali-Bky am 16. 17. und 18. März. 
o Coriditorri und Caf6 Wielaad, Wielandstraße 
Rr. 22 (um Wannseebahnhof Friedenau) ist eröffnet und 
stellt einen der gemütlichsten Aufenthaltsorte für das btffere 
Friedenauer Publikum dar. Zum AuSfchank, gelangen best- 
gepflegte Echloßbräu- und echte Birre, Weine, Liköre aus 
eisten Häusern. Die Kouditorwaren sind von der be- 
rühmten Firma C. Hillbrich-Brrlin. Wir bitten die An 
zeige in dieser Nummer zu beachten. 
" o Im hkcfigvn Jungfeaueuverek« (Goßlerstr. 30) 
hält morgen (Sonntag, den 9. März), Abends 8 Ilhr, 
Herr prakt. Zahnarzt Nenbaur, Friedenau, einen Licht- 
blldervorlrog über feine Reife in Griechenland usw. Da 
auch Ntchlmiiglieber als Gäste willkommen sind, so machen 
wir hier auf drn Vortrag besonders aufmerksam. 
o El» Heiratsschwindler wurde in dem früheren 
Asststenien Kruse, der in Schöneberg, Sachsendamm wohnt, 
ermittelt. Obwohl K. verheiratet und Vater mehrerer 
Kinder ist. hat er es erneut verstanden, sich mit einer 
angesehenen Dame zu verloben. Er nannte sich stolz 
„Dr. jur. Kruse" und auch seine Visitenkarten lauteten so. 
Wahrscheinlich hätte Herr „De. Kruse" seine Rolle noch 
weiter gespielt, wenn der Schwiegervater nicht vorsichtig 
genug gewesen wäre, bei der Polizei Nachfrage zu halten. 
Der verliebte und verlobte Bräutigam wollte nämlich 
schleunigst 5000 „Emmchen" gepumpt haben. Der Polizei 
rvar R. wegen früherer begangener Straftaten schon „bestens" 
bekannt. 
o Polizciberlcht. Als gefunden sind hier angemeldet 
worden: 2 HalSkettchen, 3 Portemonnaies, 1 Paar Damen» 
belnkleider, 1 Ring, 1 Kettengeldtäschchen, 1 Aktenmappe, 
1 Korb mit Hausierartikeln, 1 Brosche, 1 Automobil- 
laierne, 1 Stola und als zugelaufen: 1 Hund. Die recht 
mäßigen Eigeritümer werden aufgefordert, ihre Ansprüche 
binnen drei Monaten im hiesigen AmtSbttro, Han'ojery- 
ftraße 91/02, Zimmer Nr. 22. geltend zu machen, da sonst 
anderweit über die Fundgegenstände sowie den Hund ver 
fügt werden wird. 
Verems-Dackricklen 
Am Sonnabend tagen: 
Verein der Briefmarkensammler für die südwestlichen Vororte. 
Heute Abend 8 Uhr Versammlung im Restaurant KKserburg. 
dem Entgegenkommen des Inspektors Black so ablehnend 
gezeigt hatte. 
„Der Wagen sicht an der Vordertür bereit, Meister," 
meldete er kurz. 
_ * „Und wir sind für dcrr Wagen bereit," erwiderte 
Scharnock. „Komm, liebe Mutter, nimm meinen Arm, und 
ihr andern beeilt euch. Wir müssen meilenweit von 
Monlsglade entfernt sein, ehe der Tag anbricht, und 
unterwegs gibt es noch einen Ausenthalt, wenn wir unsern 
treuen Rüben ausneynren." 
Wie im Traum folgte Olivia dem Zug durch den 
Korridor und die große Halle bis an den Haupteingang. 
Rach vielem Zurückziehen von Riegeln und Schließen von 
Schlössern flog die Tür auf, und unter dem süulengetragencn 
Vorbau zeigte sieh im hellen Licht seiner eigenen glänzen 
den Laternen das große graue Jlirtomobil, das vor etwa 
zwanzig Minuten Brack aus dem ScMnmmer gerissen ffatre. 
Scharnock half ehrfurchtsvoll seiner Mutter in das Inncer 
des Wagens, setzte sich neben sie, und die anderen folgten. 
Dann griff der Chauffeur in das Steuerrad, und der 
riesige Wagen sanfte durch die Buchenallee davon. 
Weder Scharnock noch seine Mutter warfen auch nur 
noch einen Blick zurück nach dem todblassen Mädchen, das 
dem sausenden Ungeheuer mit weit geöffneten Augen nach 
starrte. Wie in einem Traum stand sie da, bis der 
letzte Schimmer der Acetylenlampen auf dem Weg ver 
schwunden war, dann, immer noch wie traumbefangen, 
verriegelte und verschloß sie die Tür wieder und schlich 
sich durch das verlassene Haus nach dem Boudoir zurück. 
Und nun machte endlich die Natur ihr Recht geltend, trotz 
aller Llufregungcn der letzten Stunden setzte sich Olivia 
an den Tisch und befriedigte ihren HuiiLer, Dann sank 
sie tief erschöpft in einen Sesiel. 
(Serffetzung folgt.)
        
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