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Periodical volume Nr. 56, 06.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

zu treten, nach deren Beendigung die Schüler zu entlassen 
sind. Der Minister bezeichnet e» in einem diesbezüglichen 
Erlasse an den Regierungspräsidenten als selbstverständlich, 
daß die Erinnerung an die große Zeit auch sonst im Laufe 
der JahreS bei geeigneter Gelegenheit wachzurufen sein 
wird; insbesondere wird der Unterricht in Berufs- und 
Bttrgerkunde vielfach Anlaß dazu bieten. 
o Der Schlachtensee wird aufgefüllt. Zwischen 
der königlichen Regierung und den Charlottenburger Wasser 
werken ist gestern ein Vertrag über die Auffüllung der 
Schlachtensees und der Krummen Lanke abgeschlossen worden. 
Mit dem Auffüllen der Seen ist bereits begonnen: 
o Ehrung für Professor Meinardus. Herr 
Prof. Dr. MeinarduS an der Universität Münster in 
Westfalen, verheiratet mit einer Tochter unseres Mit 
bürger», Herrn königl. BauratS Otto Hoffmann, und Sohn 
des Herrn OberlandeSgerichtSrat Meinardus in Friedenau, 
lehnte kurz hintereinander einen Ruf an die Universitäten 
Kiel und Marburg ab. Zum Dank für seine Verbleib«» 
in Münster, ehrten ihn — so wird unS geschrieben — 
die Professoren der Universität durch ein solenne» Fest 
essen, bet dem durch ehrende Reden die Beliebtheit der 
Prof. Dr. MeinarduS lebhaft zu Tage trat. Am 
DonnerSl'ag voriger Woche vereinigten sich sodann die 
Studenten der Universität zu einem glänzenden Fackelzug, 
um ihren beliebten Lehrer ebenfalls ihre Dankbarkeit zu 
beweisen. Ein großer Zug bewegte sich durch die inter 
essanten Straßen des alten historischen Münster, begleite» 
von einer großen frohen Menschenmenge. Bor der 
Wohnung deS Gefeierten wurde Halt gemacht, die Musik 
verstummte, die voranrettenden Schutzleute und Kürassier« , 
ein von vier Pferden gezogener Wagen mit den in Färber 
ihrer Verbindungen geschmückten Chargierten der vei- 
schiedrnen Korporationen hielten unmittelbar vor den 
Hause, und nachdem ein kraftvolles „Silentium“ Ruhe ge 
boten, hielt ein Chargierter, im Wagen stehend, eine be 
geisterte Rede auf den beliebten Dozenten. Diese: 
antwortete in geistvollen, zum Teil humoristischen Worten 
und dankte herzlich für die dargebrachte Ehrung, was einen 
Sturm deS Beifalls auS ungezählten jugendlichen Kehlen 
entfesselte. Unter Senken der Rappiere und Schwenke«: 
der Fahnen zog der leuchtende, glänzende Zug von dannen 
und unter den Klängen des alten ehrwürdigen LiedeS: 
Ciauäesnms ixitvr schloß die großartige ehrende Feier. 
o Den Aeltesteu der Kaufmannschaft von 
Berlin ist vom Polizeipräsidenten der Entwurf neuer 
feuerpolizeilicher Vorschriften für die Lagerung von Brenn 
materialien und Nutzholz zur Begutachtung vorgelegt 
worden, der anstelle der Polizeiverordnung von 1907 
treten soll. Der Entwurf enthält namentlich für die 
Lagerung von Brennmaterialien in Gebäuden gegenüber 
den bisherigen Vorschriften abweichende Bestimmungen. 
Die Aeltesten 'der Kaufmannschaft haben den Entwurf 
mit Vertretern deS Kohlen- und Holzhandels durch- 
beraten und beschlossen, den Polizeipräsidenten einige 
Abänderungsanträge vorzulegen, so z. B. bezüglich der 
Entfernung der Holzplätze von den Eisenbahngleisen. 
o Eine imposante Hundertjahrfeier der Er 
hebung Preußens und der Befreiungskriege veranstaltet, 
wie schon berichtet, am 10. März unser „Krieger- und 
Landwehrverein", dem sich anch der .Krieger- und 
Beteranenverein" angeschlossen hat. DaS Festprogramm ist 
folgendermaßen zusammengestellt: 5 Uhr Nachmittag: Ab 
holung der Fahnen unter Borantritt der Kapelle deS Garde- 
Schützen-BataillonS (Kirch-, Rhein-, Lauterstraße, Marsch 
zur Kirche (Maybachplatz, Birmmckstraße); 6 Uhr: Fest- 
gotteSdienst (unter Mitwirkung des Kirchenchores sowie der 
MusikkorpS. Nach dem Gottesdienst: Marsch nach dem 
Schloßpark Steglitz (Kirchstr., Rheinstr., Schloßstr.); da 
selbst findet in den Sälen die Festsitzung statt. Im An 
schluß daran Ball. Vom Festausschuß ist alles unter 
nommen worden, was zum glänzenden Gelingen der für 
unsere Landwehr so bedeutungsvollen Feier beitragen 
könnte; di« Beteiligung verspricht sehr groß zu werden. 
o Für den bevorstehenden Umzug bringt der 
Verein „Dienst an Arbeitslosen" seine Brockensammlung in 
Erinnerung, die ausschließlich im Dienste der Wohltätig- 
keil steht, seit Jahren Obdach- und Arbeitlosen Beschäftigung 
gewährt und jährlich Tausenden die Möglichkeit eröffnet, 
in geordnete Verhältnisse zurückzukehren. Kleidungsstücke 
für Männer und Frauen, Schuhe, Papier, Metallsachen, 
Lumpen, Möbelstücke, Bücher, alles nur Erdenkliche wird 
dankbar angenommen und vom Verein „Dienst an Arbeit- 
plötzlich ein Gedanke. Aus Scharnocks höhnischer Be 
merkung, daß der verliebte Schäfer sicher in der Nähe 
der Dame seines Herzens bleiben werde, ließ sich schließen, 
daß die Wächter im Schlafzimmer auf seinen Ausbruch 
eher vorbereitet waren, als die an dem unteren Ende 
des Ganges auf der großen Treppe. Da ihm jetzt nicht 
mehr viel daran lag, ob man ihn hörte, so drehte er sich 
um und tastete sich den Gang entlang. Nach einigen 
Schritten, als er sich genügend von der Wand entfernt 
glaubte, zündete er ein Wachsstreichholz an, das ihm den 
Weg zeigen sollte. 
Und es dauerte nicht lange, da sah er sein Ziel vor sich, 
die rauhe ungehobelte Fläche des Holzwerks der Treppen 
wand, dicht mit dem Staub von Jahrhunderten bedeckt. Er 
zündete ein zweites Streichholz an, um die.Distanz abzu 
schätzen. und da er sie zu einem Anlauf geeignet fand, 
stürzte er sich mit aller Kraft den abfallenden Gang hin 
unter und gegen das Holzwerk. Der Erfolg blieb nicht aus, 
mit einem mächtigen Krach stürzte die Wanbfüllung nach 
außen, und im nächsten Augenblick sauste Penfold, den 
Revolver in der erhobenen Rechten, die Treppe hinunter. 
Er hatte den Vorteil für sich, daß die andern durch sein 
plötzliches Erscheinen überrascht waren. Die drei Männer 
saßen auf dek Treppe, und zwar ein paar Stufen höher, 
als Julius ausgebrochen war, und sie wurden sich erst be 
wußt, was eigentlich geschehen, als Julius bereits die 
untere Halle erreicht hatte. Da gab einer einen Schuß ab. 
der aber fein Ziel verfehlte, und Julius drehte sich rasch 
pm ynd zielte auf einen unheimlich aussehenden Menschen, 
der sich über das Geländer, lehnte und eben seine Pistole 
auf ihn abdrücken wollte. Der Schrei, der auf Julius' Schuß 
folgte, zeigte ihm, daß er getroffen hatte, aber die andern 
losen" (Ackerstraße 52, Amt Norden 8832) kostenlos ab- 
geholt. Sendungen von auSwäkie werden franko erbeten. 
o Fürforgevereiuiguug für hilfsbedürftige 
KriegSveteranerr Der Geschäftsführer der Vereinigung, - 
Herr Kanzlrirat Borck, bittet die Mitglieder und deren 
Angehörigen, sich an der Jahrhundertfeier am Montag 
recht rege zu beteiligen. AIS militärische Feier würde für 
die Vereinigung die gemeinsame Veranstaltung deS Krieger- 
und Landwehr-VercinS und deS Veteranen- und Krieger- 
VereinS im Restaurant Schloßpark in Steglitz ln Betracht 
kommen. DaS Nähere ist aus der betr. Notiz in dieser 
Nummer zu ersehen. 
o Ein neuer Privatmarkt ist in Steglitz, BiSmarck- 
straße, (Ecke Poschingerstraße und Sachsenwatdstraße) er 
öffnet worden. Der im Zentrum der neuen Lauenburger 
Stadtteil» von Steglitz sowie der angrenzenden Schöne- 
berg-Fciedenauer-StadtviertelS gelegene Markt ist etwa 
4000 Quadratmeter groß und wird Mittwochs und Sonn 
abends Vormittags stattfinden. Alle Geschäftszweige sind 
zugelassen. 
o Friedenauer Verein für Ferienkolonien 
(E. V. u. M. St.). Gestern Abend hielt der Friedenauer 
Verein für Ferienkolonien im .Hohenzollern" die ordentliche 
Hauptversammlung ab, die nach einer vorhergegangenen 
Autschußsitzung um 9 Uhr vom 1. Vorsitzenden Herrn 
Bürgermeister Walger eröffnet wurde, der zunächst darauf 
hinwies, daß die Versammlung satzungsgemäß einberufen 
worden und somit beschlußfähig ist. Darnach teilte der 
Vorsitzende mit, daß der bisherige Hauswart für das 
Ferienheim in Zinnowitz ausgeschieden ist und daß eS 
.-tnzrlnen Vorstandsmitgliedern gelang, neue verläßliche 
Leute für diesen Posten zu finden. CS folgten nun der 
Geschäftsbericht des Vorsitzenden, der Kassenbericht deS 
Kassierers Herrn Lehrer Barsch und der Bericht über den 
Pflegebetrieb. Wir haben diese Berichte, die gedruckt vor- 
ageu, bereits in Nr. 50 unseres Blattes veröffentlicht. 
Zu erwähnen ist noch, daß der Vorstand eifrig gearbeitet 
hat und im Laufe deS vergangenen JahreS 23 Sitzungen 
abhielt. Am 1. und 2. September unternahm der gesamte 
Vorstand eine Reise nach Zinnowitz und hat nach ein 
gehender Besichtigung der Heims für die Abstellung der 
noch festgestellten kleinen Mängel gesorgt. Ueber die 
Kassenprüfung berichtete Herr RechnungSrat Richter; Bücher 
und Kasse wurden in bester Ordnung gefunden. Er regte 
an, ob es nicht möglich wäre, daß durch Vorstandsbeschluß 
die Zahlungen größerer Beträge (über 100 M.) angewiesen 
und die bezgl. Beläge den Rechnungen beigefügt werden 
könnten. Diese Anregung unterstützte Herr Lichtheim. 
Hierüber fand eine längere Aussprache statt, worin von 
oen Vorstandsmitgliedern auf die große Arbeit und den 
umständlichen Verkehr, der dadurch herbeigeführt würde, 
hingewiesen wurde. Herr RechnungSrat Richter erklärte 
sich dann mit dem bisherigen Verfahren der Unterzeichnung 
der Rechnungen durch den Vorsitzenden einverstanden. Ueber 
den diesjährigen Pflegebelrieb berichtete der Vorsitzende, 
daß in diesem Jahre wiederum 80 Kinder vom Verein tu 
daS Heim geschickt werden sollen und daß außerdem wieder 
eine bezahlte Kolonie im Juli beabsichtigt sei. Herr Barsch 
ergänzte diesen Bericht noch dahin, daß diesmal noch eine 
dritte Knrzcit im September Oktober eingerichtet werden 
soll. Er rechne für jede Kurzeit auf 36—37 Kinder und 
hoffe, daß durch Ueberschiisse au§ der bezahlten Kurzeit 
noch die Kosten für die Kinder der dritten freien Kurzeit 
auskommen werden. Herr Dr. Schultz unterstützte den 
Vorschlag, wieder eine bezahlte Gruppe im Juli hinaus 
zu senden, insbesondere als hierdurch dem gewerblichen 
Mittelstand Gelegenheit geboten wird, seine Kinder zur 
Kur in da! Heim zu schicken. Es wurde bcschioffen, drei 
unbezahlte Kurzeiten im Juni, August und September 
und eine bezahlte Kurzeit im Juli einzurichten. Herr Barsch 
teilte noch mit, daß die Wirtschaftsleitung künftig nicht 
mehr von Frau Boffe ausgeführt wird. ES ist hierfür 
ein Fräulein Schindler gewonnen worden. AIS Kinder 
lanten werden tätig sein Frl. Arndt, Fcl. Hildebrandt, 
Frl. v. Kunowkki und Frl. Heller. Zum 6. Punkt: Ab 
lösung derHypothek, schlugen derDorfltzende und Herr Barsch 
vor, die durch Vermächtnis der Frau Taubner dem Verein 
zugefallene Erbschaft von 10 000 M. zur Ablösung der 
18 000 M. betragenden Hypothek zu verwenden und außer 
dem die nom. 5000 M. betragende Wests. Provinz-Anleihe 
für den gleichen Zweck zu veräußern. Den dailu noch an 
8000 Mark fehlenden Betrag von über 3000 Mark hoffe 
man durch besondere Zuwendungen zu erhalten. Herr 
beiden wären ihm dicht auf den Fersen, und Geschrei, das 
aus den oberen Regionen ertönte, zeigte ihm, daß die 
Wächter im Schlafzimmer sich der Verfolgung angeschlossen 
hatten. 
Da er in dem großen Gebäude keinen Bescheid wußte 
und auch nicht ahnte, wo Olivia sich befand, so wurde es 
ihm sofort klar, daß es, mit all diesen Kerlen hinter sich, 
ein vergebliches Beginnen sein würde, die Geliebte zu 
suchen. Jnsünktmäßig schlug er die einzige Richtung ein, 
die ihm bekannt war, den Gang nach dem kleinen Zimmer, 
welches die Komtesse und ihr Sohn als Empfangszimmer 
benutzt hatten, so lange sie das Schloß bewohnten. Als 
er in diesen Gang einbog, kam ihm eine plötzliche Ein 
gebung. Wenn die sogenannte Gräfin sich allein dort be 
fand, so würde er seine Pistole ans sie richten und ihr 
drohen, er werde ihr eine Kugel durch den Kopf jagen, 
wenn sie ihm nicht Olivias Aufenthalt verriete und ihnen 
beiden di? Freiheit wiedergäbe. 
Er war an der Tür des Boudoirs angelangt, ehe er 
sich überlegte, daß es besser gewesen wäre, wenn er leise 
herangekommen wäre, so daß die drinnen durch sein Er 
scheinen überrascht worden wären. Jetzt, wo die heulende 
Meute schon am andern Ende des Ganges war, war keine 
Zeit mehr zur Ueberlegung. Rasch drückte er die Klinke 
nieder und betrat ganz ruhig das Zimmer, wo er sofort 
eine solche Stellung einnahm, daß die Tür ihm den Rücken 
deckte. Mit einem raschen Blick überschaute er das ganze 
Gemach, und es wurde ihm sofort klar, daß die Nachricht 
von seiner Flucht noch nicht bis hierher gedrungen war. 
Es war niemand im Zimmer als die alte Französin, 
die mit gefalteten Händen aus dem hochliegenden Stuhl 
laß. Als sie den Eindringling gewahrte, der den glänze'' 
RechnungSrat Richter empfahl, vorläufig nur die 10 000 M. 
zur Abstoßung der Hypothek zu verwenden, die Anleihe, 
papiere dagegen noch nicht zu verkaufen. SS wurde 
beschloßen, dem Vorstände e» zu überlassen, auf welche 
Weife die Abstoßung der Hypothek erfolgen soll. Satzungs 
gemäß scheidet der Schriftführer Herr Rekor Jaeschke auS 
dem Vorstand. Da dieser wegen ArbeitSüberbürdung eine 
Wiederwahl ablehnte, wurde durch Zuruf Herr Rechts- 
anwalt Oettinger für dieses Amt gewählt. Von den 
satzungsgemäß ausscheidenden Ausschußmitgliedern wurden 
die Herren Brücker. Sudau, Dr. Schultz, Lettner und die 
Damen Sachs und Barsch wiedergewählt, neugewählt 
wurden die Herren Eisenträger, Schildberg, Jaeschke und 
die Damen Papwitz und Wodebring. Kassenführer wurden 
wieder die Herren Richter und Borck. Unter Verschiedenes 
wies Herr Barsch darauf hin, daß der Verein jetzt in sein 
10. Geschäftsjahr eintritt, im nächsten Jahre also auf ein 
lOjährigeS Bestehen zurückblickt. Auf Anfrage des Herrn 
Dr. Schultz teilte Herr Barsch mit, daß die ärztliche 
Ueberwachung wieder Herr Dr. Helbig übernimmt. Nach 
dem der Borsitzende dem ausgeschiedenen VorstandSmit- 
gltede Herrn Rektor Jaeschke den Dank für seine Mühe 
waltung abgestattet hatte, schloß er gegen V2 11 die 
Hauptversammlung. In der hiernach folgenden kurzen 
Ausschußsitzung wurden zur Auswahl der Kinder bestimmt: 
Frl. Baudouin, Frl. Kabeiitz, Frau Prof. Kamieth. dt« 
« rt.t . * n.r. nnüii s. CQ f rtr föithftlt. 
0 Evangelischer Arbeiterverein für Friedenau 
und Umgegend. In der am Dienstag stattgefundenen 
und äußerst zahlreich besuchten Versammlung gaben in 
Anbetracht der gegen früher bedeutend veränderten 
politischen Lage der Vorsitzende, Herr Hugo Richter, und 
Herr Strehler zur bevorstehenden LandtagSersatzwahl die 
bindende Erklärung ab, nicht Herrn Traub, sondern Herrn 
Eisenbahnsekcetär Haseloff-Zehlendorf ihre Stimme zu geben, 
trotzdem sie s. Zt. als liberale Wahlmänner gewählt 
wurden. Die vorgetragenen Gründe zu diesem Entschluß 
wurden einstimmig gutgeheißen. Hierauf behandelte Herr 
Pastor Esche ° Berlin in erschöpfendem Zahlenmaterial 
Gründe und Vorteile der Mitglieder durch den Anschluß 
an den Bezirkioerband Groß-Berliner Vororte, Branden 
burgischen Prooinzialoerband, Nordostbund und Gesamt- 
oerband evangelischer Arbeitervereine Deutschlands. Ein 
gehend wurde die Verwendung und Verteilung der einzelnen 
Beträge für Sterbekasse, Vereinkzeitung, Rechtsschutz. 
Unterstützungskasse usw. bekannt gegeben, sodaß die Ver 
sammlung mit den Ausführungen sich zufriedenstellend 
erklärte, dies durch allseitigen Beifall auch kundgab. — 
Anläßlich deS FestgotteSdiensteS zum Gedächtnis der Er 
hebung Preußens vor 100 Jahren und der Befreiungs 
kriege tritt der Verein am Montag, dem 10. März d. I.» 
Abends 1 I 2 Q Uhr, im VcreinSlokat Kaifer-Wilhclmgarten, 
Rheinstraß« 65, zum gemeinsamen Kirchgang« unter 
Vorantragen des VereinSbannerS an. Weiter wird auf 
den Familtenabend als Nachfeier von Kaisers Geburtstag 
(dies so spät, weil der Saal bisher nicht zu erhalten war) 
am Sonntag, dem 16. März, Abends 7 Uhr, im großen 
Saale des Kaiser-Wilhelmgarten behufs allseitiger Teil 
nahme der Mitglieder aufmerksam gemacht. Die Gesang- 
abteilung deS E. A.-V. wird an diesem Abend ihre Feuer 
probe zugestehen versuchen. Zu der geplanten baldigen 
Einrichtung deS amtlichen Arbeitsnachweises in Friedenau 
sprach die Versammlung ihren Wunsch dahin auS, daß dieser 
sich dem Verbände märkischer Arbeitsnachweise anschließen 
möge, um nach auSwärlS auch Stellen vermitteln zu 
können. Am 2. Osterfeiertage begibt sich der Verein zur 
Fahnenweihe des Brudervereins Berlin-Norden und am 
18. Mai zur gleichen Feier nach Zossen. Durch die Auf 
nahme von wiederum zwei Mitgliedern hat sich die Mit 
gliederzahl auf 1i5 erhöht. 
0 Der Rhein von der Quelle bis zur Mün 
dung. Von der Zentrale für wissenschaftliche und Schul- 
kmomatogrophie in Berlin veranstaltet, findet am Sonn 
abend, dem 15., Montag 17., DienStag 18., Mittwoch 
19. März in den „Neuen Lichtspielen*, Uhlandstr. 81, 
Nachmittags 1 / 2 3, 4 und :j / 4 6 Uhr eine kinomatographische 
Vorstellung: „Der Rhein von der Quelle bis zur Mün 
dung" statt. Wir können den Besuch dieser Vorführungen, 
welche von einem erläuternden Vortrag begleitet find, nur 
empfehlen. Die Zentrale für wissenschaftliche und Schul- 
kinomatographie gibt in allen Teilen der Reiches und auch 
Ami uSlande ihre überall mit gleich großeiy. Beifall auf- 
durch die leiseste Bewegung ihr Erstaunen.über sein Er 
scheinen, »och zeigte sie Furcht vor seiner drohenden Haltung. 
Nur in den glänzenden Augen unter den buschigen weißen 
Brauen leuchtete ein blitzartiger Strahl auf, der "ihr ruhiges 
Berhalten Lügen strafte. 
„Sie dringen hier in sehr merkwürdiger Weise ein, 
Herr Doktor Penfold," sagte sie, in der abgemessenen, 
etwas affektierten Sprechweise, die sie meistens anzunehmen 
beliebte. 
„Und Sie werden in noch viel merkwürdigerer Weiss 
dieses Zimmer und di- böse Welt überhaupt verlassen, 
wenn sic nicht ganz genau das tun. was ich von Ihnen 
verlange," erwiderte Julius in raschen aber sehr klaren 
Worten. „Hören Sie Ihre Mitschuldigen da draußen? 
Sage» Sie ihnen, daß sie sich sofort zurückziehen. Geben 
Sie vor, Sie wollten eine Abmachung mit mir treffen." 
„Das will ich gern tun," versetzte sie zu seiner größten 
Ueberraschung. „denn es hat jä nebenbei den Borzug der 
Wahrheit." Und da die Verfolger jetzt dicht vor der Tür 
waren, rief sie ihnen mit erhobener Stimme zu: 
„Holla, da draußen! Nicht so laut, Kinder, ihr stört 
mich in der Unterhaltung mit meinem Gast. Zieht euch alle 
in die große Halle zurück und wartet dort auf meine Be 
fehle. Ich, Linse de Beaucourt, bin für das gute Betragen 
des ehrenwerten Doktors Penfold yerantwortlich." 
Man hörte draußen leises Reden, und dann sagte 
eine grobe Stimme: 
« «Sagen Sie dies aus eigenem, freien Willen, Kom 
iesse, oder hat er Sie etwa dazrngezwungen? Nehmen 
Sie sich vor chm in acht, der Mensch ist zu allem fähig 
U"° *">« K°->,°tz«ng {.lug
        
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