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Periodical volume Nr. 6, 07.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

würdige Rüstigkeit bewahrt. Söfft« war ein echter Humorist, 
ein Mann, der La» Leben mitMrder«« Luge» ansah, 
al« er den meisten seiner Freunde und Verehrer erschien, 
und wer den Verstorbenen näher kannte, wußte, welch 
einen prächtigen Humor der alle Wille besessen hat. In 
der „Rad-Welt" war Arthur Wtlke der Schöpfer der 
prachtvollen Figur der Glasermeisters Bräsicke, der Later 
der fröhlichen Nabenknaben, ,der Schöpfer der Dr. Zwtrbel 
und der Verfasser vieler Humoresken. Biele unserer Leser 
werden den Verstorbenen au» seinen Artikeln aus der 
»Automobil-Welt" kennen und daher wissen, war er für 
dar Kraftfahrwesen getan hat. Er war eine Kampfnatur, 
der für den Radsport und die Freiheit der RadeS ge 
kämpft hatte. Die Einsegnung findet morgen früh 
1 / 2 12 Uhr in der Wohnung Südwestkorso 7, die Bei 
setzung am Donnerstag in der Familiengruft in 
Paderborn statt. 
o Für die Errichtung eine« Jürgenfen-Grab- 
denkmals gingen uns weiter zu von: H. B. 1 M., 
E. 50 Pf., B. S. I M., zusammen 2,50 M. Bereiirs quittiert 
249.20 M., mithin beträgt drr Gesamtbetrag der Samm 
lung 251,70 Mark. Weitere Beiträge werden an die 
Geschäftsstelle unseres Blatter, Rheinstraße 15, erbeten. 
o Freistelle» des Deutsche« Flotteuvereiu» für 
Schiffsjungen. Wieder naht die Zeit der Berusöwahl 
)ür Jungen, die demnächst die Schule verlassen. Die immer 
mehr sich entwickelnde Handelsmarine bietet jungen Leuten 
ein geeigneter Feld, um einen lohnenden Beruf zu finden. 
Jeder angehende Seemann muß als Schiffsjunge an Bord 
einer Fahrzeuges der Handelsmarine eintreten. Nach etwa 
einem Jahre wird er, wenn seine Leistungen befriedigen, 
zum Leichtmatrosen, nach etwa einem wetteren Jahre zum 
Matrosen besördert. Der größte Teil der Seeleute ver 
bleibt in dieser Stellung als Matrose auf Segel- oder 
Dampsschlffen, und kann bei tüchtiger Leistungsfähigkeit 
und gutem Verhalten in die Stellung eines Bootsmanns 
und Steuerers aufrücken, um besonders auf Dampfern einen 
guten Verdienst und eine Lebensstellung zu finden. Für 
da» Aufrücken in diese Dampferstrllungen wird eine Fahr 
zeit auf Segelschiffen nicht gefordert. Jndeffrn gelangen 
in die befferen Stellen auf Dampfern, in die ebengenannten 
Untrrosfiztersstkllen, nur solche Matrosen, die eine gewiffe 
seemännische Ausbildung besitzen, die auf Dampfern aber 
nicht erworben werden kann. .Diese Ausbildung und da 
mit die Aussicht auf weitereeS Fortkommen wird unbe 
mittelten Knaben auf dem Schulschiff des Deutschen Schul- 
schifforreinS „Großherzogtn Elisabeth" während deS Som 
mers in einem J7 monattgen Kursus geboten. Nach Ab 
lauf dieser Zeit finden die jungen Leute bet genügenden 
Leistungen eine Stellung auf Dampfern der Handelsmarine 
als Leichtmatrose und können dann allmählich in die gut- 
bezahlten Unterosfizierstellen aufrücken. Auf dem Schul 
schiff deS Deutschen SchulschiffoereinS „Prinzeß Eitel 
Friedrich" werden dagegen junge Leute ausgebildet, die 
nach ein- oder mehrjähriger Ausbildung befähigt sind, als 
Leichtmatrose oder Vollmatrose auf Segelschiffen zu fahren, 
um entweder dauernd an Bord von Segelschiffen als 
Matrose oder Bootsmann zu bleiben oder nach Erwerbung 
der gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzeit die höhere Laufbahn 
zum Seesteuermann und zum Kapitän der Handelsmarine 
einzuschlagen. Der Eintritt in diese höhere Laufbahn der 
Handelsmarine ist nur denjenigen jungen Leusen zu 
empfehlen, die über eine genügende Schulbildung ver- 
fügen, sowie imstande sind, die Aufwendung von Geld 
mitteln auf sich zu nehmen, die diese Ausbildung und der 
Besuch der Navigationsschule mit sjsich bringen. Der 
Deutsche Flottenveretn vergibt nun im kommenden Jahre 
wieder an Söhne würdiger und bedürftiger Mitglieder auf 
jedem der vorgenannten Schiffe 5 Freistellen, die darin be- 
stehen, daß er die Kosten für den 7 monatlgen AuS- 
btldungSkursuS auf „Großherzogin Elisabeth" und für daS 
erste AuSbildungSjahr auf „Prinzeß Eitel Friedlich" über- 
nimmt. Entsprechende Gesuche um Erlangung einer der- 
artigen Freistelle sind biS spätestens 15. Januar 1913 an 
den Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe, Prof. Dr. Retnh. 
Steig (Fregestr. 72), zu richten, der auch zu jeder münd- 
lichen Auskunft bereit ist und beim Hauptoerein dar 
weitere veranlassen wird. 
o Han-elsgerichtttche Eintragung. Nr. 40 396. 
Kaiser-Wilhelm-Garten, JuttuS Jmm, Berlin-Friedenau. 
Inhaber: Julius Jmm, Restaurateur, Berlin-Friedenau. 
o Der Friedenauer Lehrerverein hielt kürzlich 
seine Jahresversammlung ab, in der die bisherigen Vor- 
standSmitglieder (Rektor Kaul, Vorsitzender, Lehrer Kühn, 
stellvertretender Vorsitzender. Lehrer Graste, Schriftführer, 
und Vorschullehrer Jentsch, Kastenführer) wiedergewählt 
wurden. Die Zahl der VereinSmitglieder beträgt 50. so 
daß der Verein berechtigt ist, einen Delegierten in die 
Provinzialoersammlungen zu schicken. Aus dem Gau- 
verband der Vororte scheidet der Verein aus, um sich den 
Nachbarverbänden in Wilmersdorf, Charlottenburg und 
Schöneberg anzuschließen. Die Jugendschrtftenkommission 
der Vereins hat zur Bekämpfung der Schundliteratur und 
Verbreitung guter Bücher und Zeitschriften eine Ausstellung 
rmpfehlenSwerter Jugendlektüre in der Turnhalle der 
Gemeinde-Mädchenschule veranstaltet. Bekannt gegeben 
wurde, daß auf Grund einer Entscheidung der Königlichen 
Regierung zu Potsdam dem Lehrer daS Recht zusteht, 
schulpflichtigen Kindern daS Kaufen und Lesen schlechter 
Bücher zu verbieten und hierbei auch warnend die 
Buchhändler zu nennen, die derartige Bücher zum 
Verkauf führen. 
o DaS Ende des Steglitzer Mietervereins. Der 
Verein Steglitzer Wohnungtmieter hielt gestern Abend im 
„Albrechtshof" eine Versammlung ab, die über die Auf- 
lösuug de« Vereins zu beschließen hatte. Da die hierfür 
nötige i/g Mehrheit bei Eröffnung der Versammlung nicht 
vorhanden war. so vertagte der Vorsitzende die Bersamm- 
lung auf 9i/ 2 Uhr. AIS er um diese Zeit die Bersamm- 
lung wieder eröffnet,, waren auch nicht mehr alS 15 Mit- 
glieder anwesend. Der Vorsitzende teilte mit, daß, nach- 
dem sich keine arbeitsfreudigen Mitglieder für den Vor- 
stand gefunden haben und die Mitgltederzahl von 1000 
auf 206 zurückgegangen sei, der Antrag ans Auflösung fccS 
Verein« gestellt wurde. 77 Mitglieder haben sich, wie 
durch Umfrage festgestellt wurde, für die Auflösung deS 
Vereins erklärt. Er ist auch ein Antrag auf einen event!. 
Anschluß an einen der bestehenden Kommunalvereine ge 
stellt worden, dem jedoch nicht näher getreten wurde. 
Darauf wurden die Kaffenverhältniffe festgestellt, die «inen 
Bestand von 13 M. ergaben. Dem Kassierer wurde Ent 
lastung erteilt. Drei Mitglieder haben der Kaffe ein Dar- 
lehen von insgesamt V00 M. entnommen, das ungedeckt 
ist. Nachdem noch einige Vorschläge gemacht worden 
waren über Wetterführung der Vereins unter anderem 
Namen, die aber keine Zustimmung fanden, wurde die 
Auflösung beschloffen. Zum verkatrf deS VereinStnventarS 
usw. wurde ein AbrechnungSauSschuß eingesetzt. 
o Bezirksverein „Südwest." Am Donnerstag, 
dem 9. Dezember, abends 8% Uhr, im Restaurant .Zum 
Rembrandt", findet die MonatSversammlung statt. Mit- 
teilungen aus der Stadtverordnetenversammlung, Bericht 
erstatter: Herr Peine. „Die Angestellten-Versicherung", 
Berichterstatter: Herr MagistratSaffeffor Hrtlgendorff. Ver 
kehrs- und Jntereffenfragen. 
ü Komwunalvereiu Tchöueberg (Friedenauer 
Orttteil). Die MonatSversammlung findet am Freitag, 
dem 10. Januar, abend« 8'/, Uhr im Restaurant „Burg 
hof", Hauptstr. 85, statt. Tagesordnung: Bortrag de« 
Herrn Branddirektors Florier über: „Den Feuerschutz 
SchönebergS, insbesondere der Friedenauer OrlStetlS mit 
Vorführung der Feuerwehr". 
o Die II. Beteraneureife nach Paris OllvanS- 
Sedan-Mctz zum Besuche der Schlachtfelder vom Feldzüge 
1870/71 findet vom 16. bis 29. Mai d. I. statt und sind 
Kameraden und Kampfgenoffcn zur Beteiligung an 
derselben herzlichst eingeladen. Besucht werden außer 
einem 6 tägigen Aufenthalt in Paris, und Umgebung 
folgende Schlachtfelder und Städte: Artenay, Poupry, 
Lumeau, Loigny. Chateau-Goury, BeauvillierS, Beaugeney, 
Cravant, Braumont, Dillechaumont, OrmeS, CoulmierS, 
BloiS, Tours, Le Man«, Balan, BazeilleS, Daigny, Jlly, 
Floing, Donchery, Bellevue, MarS-la-Tour, Dtonville, 
Flavtgny, Rezonville, Gravelotte, St. Hubert, Point du Jour, 
Verneville, St. Privat la Montagne, Amanweiler. Auch 
der jüngeren Generation ist rS gestattet,- an der Reise 
teilzunehmen. Aller Näher«,' sowie ein genauer Prospekt 
silr die Reise ist gegen Einsendung einer Zehnpfenntgmarke 
zu beziehen durch die Zentralstelle für Vrteranenreisen nach 
Frankreich, München, Dachauerstr. 11. 
o DaS Viofontheater in der Rheinstraße 14 
bringt wieder mit der heute beginnenden Spielzeit zwei 
interessante Schlager heräui. Leben oder Tod ist ein 
spannendes Drama in 2 Akten. Auf der im französischen 
Besitz befindlichen Insel Orthe wütet daS gelbe Fieber und 
eS fehlt an dem nötigen Serum gegen dasselbe. ES muß 
von einer anderen Insel geholt werden. Ein Sturm er 
faßt dabei da« kleine Boot und der opferwillige Doktor 
Robert erleidet Schiffbruch. Bewußtlos wird er gerettet, 
da« Fläschchen mit dem rettüngbringenden Serum ist unver 
sehrt, kommt aber versehentlich unter solchen mit Rein 
kulturen deS tötlichrn Giftstoffes und nun muß rs durch 
die Probe herausgefunden werden. Wie daS geschieht, 
zeigt der Film in äußerst spannender Weise. Der zweite 
Schlager ist der Roman eines AoiafikrrS in 3 Akten, er 
heißt: Wie eine Schwester. Es ist das Lebensbild einer 
Fliegers, der in Amerika sein Glück machen will. DaS 
Leben in Indien zeigt eine treffliche Naturaufnahme in 
farbigen Bildern. Ein virlbegehrtrr Arzt ist eine drollige 
Komödie, während die Wochenschau von Gaumont und 
da« Tonbild wieder hübsche Abwechslungen zeigen. Schnarcht 
Kiekebusch? ist einer von den ulkigen Films, die viel be 
lacht werden. DaS Theater ist gut ventiliert und hat 
keine erhöhten Eintrittspreise. Kinder zahlen bis 8 Uhr 
an Wochentagen 10 Pf., an Sonntagen 20 Pf. Garderobe 
ist frei. Theaterzettung 5 Pf. am Eingang und im Saal 
erhältlich. 
o Bon einem Herzschlag betroffen wurde vor 
dem Hause Kaiserallee 189 die Witwe Minna Sch., Kaiser- 
allee 203, wohnhaft. Der sofort zur Unfallstelle gerufene 
Arzt konnte nur noch drn Tod feststellen. 
o Polizeibericht. Al» gefunden sind hier ange 
meldet worden: 1 photographischer Apparat, 1 Brillant- 
ohrring. 1 Selbstfahrer, 2 Damenhandtaschrn, 1 Stahl 
brille, 5 Regenschirme, 1 Situationsplan. 1 Aktenmappe, 
4 Portemonnaies, 1 Herrenfahrrad, 2 Muffen, 1 Chemisette- 
knopf, 1 Pompadour, 1 Gürtel, 1 Umschlagetuch, 1 Kneifer, 
1 Weste, 1 Pelzkragen. 1 Taschenmeffer, 1 Uhr, 1 Jabrau, 
1 Peitsche, bares Geld und 2 Reichskassenscheine; alS 
zugelaufen: 4 Hunde. Die rechtmäßigen Eigentümer 
vorbrnannter Gegenstände werden aufgefordert, ihre An 
sprüche binnen 3 Monaten im hiesigen AmtSbüro, Hand- 
jerystraße 91-92, Zimmer 22, geltend zu machen, da sonst 
anderweitig über die Fundgegenstände sowie über die Hunde 
verfügt werden wird. 
—o In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung 
wurden zunächst die VorstandSwahlen erledigt. Der bis 
herige Vorsteher Dr. Graf v. Matuschka (ltb. Frakt.) wurde 
für dar neue Jahr wiedergewählt; zum stellvertretenden 
Vorsteher wurde Stadtverordneter Molkenbuhr (soz.) gleich 
falls wiedergewählt. Zu Beisitzern wurden gewählt die 
Stadtverordneten Reimer (freie Fr ) und Brunhubrr (lib. 
Fr.); zu stellvertretenden Beisitzern die Stadtverordneten 
Meier (lib. Fr.) und Colosser (Freie Fr.). Nach Be 
endigung der Wahl ergriff Siadtoerordnetenvorsteher Graf 
o. Matuschka daS Wort und gedachte deS bedeutungsvollen 
Jahres 1913, daS einen Rückblick in eine große Zeit ge 
währt. Bor hundert Jahren erhob sich dar kleine ge 
knechtete Preußen, bi» nach wtedererkämpfter Freiheit 
schließlich der König von Preußen im Schlöffe zu 
Versailles von den deutschen Fürsten die Kaiserkrone 
sich auss Haupt setzen konnte. Ferner sehe Kaiser 
Wilhelm II. im Jahre 1913 auf eine 25jährtge RegierungS» 
zeit zurück. Mehr al» einmal habe in drn letzten Jahren 
der Fiiede auf deS Messers Schneide gestanden, der Kofier 
habe-jedoch.mit sicherer Hand de» Frieden erhalten. " 
er wäre zu hoffen, daß dies auch in die cm Jahre der 
Fall sein werde. Sollte ,S aber anders kommen, dan 
würde der Kaiser daS gesamte deutsche Volk 5 lnt « 
haben. Mit einem Hoch aus den Kaiser schloß de: S 
verordnetenvorsteher seine Ansprache. — Auf eine soz ' 
demokratische Anfrage, wie eS mit dem Antrage wegen 
einer täglichen Zulage von dreißig Pfennig für all 
Arbeiter und Angestellten der Stadt Schönrberg mit einem 
JahreSlohn bi« zu 2500 M. bestellt ist, erwiderte Ober- 
bürgermetster DominicuS, daß der Magistrat sich die Ueber 
zeugung angeeignet habe, daß die Vorlagen immerhin nicht 
unerhebliche laufende Mehrausgaben für die städtische Ver 
waltung zur Folge haben werde. Bei der finanziellen 
Lage der Stadt sei eS aber durchaus auSgrschloffen, daß 
der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung eine Vor 
lage unterbreitet, über deren finanzielle Tragweite noch 
keine Klarheit herrsche. Der Oberbürgermeister stellte fest, 
daß der Magistrat aber keine prinzipielle Abneigung zu 
den berechtigten Wünschen der Arbeiterschaft habe. Stadt- 
verordneter Bamberg (lib. Fr.) tadelt das langsame 
Arbeiten deS Magistrats in dieser Sache; wie auch der 
Etat beschaffen sei, die Stadt müsse dafür sorgen, daß die 
Arbeiter grnügend bezahlt werden. Stadtv. Heppner 
spricht sich gegen die Erhöhung der Löhne au«, weil die 
Steuerzahler — namentlich die HauSbcsitzer — schon mit 
Steuern überlastet wären. Stadtv. Küter (soz.) erwidert, 
daß die Finanzlage eine bessere wäre, wenn die Freunde 
deS Herrn Hkppner die Wertzuwachssteuer früher einge 
führt hätten. — Mit dem Abschlüsse eines Vertrages mit 
dem Verband Großberlin über Zustimmung zur Erwette- 
rungSlinie der Hochbahngesellschaft vom Bahnhof Witten- 
rar-;j» nx. vu roorfntn mTitnrt 
ohne Erörterung einverstanden. 
—o Zur Ausgestaltung und Erweiterung de« Ferien- 
koloniewesenS in Echöneberg haben sich wieder angesehene 
Bürger zur Veranstaltung einer HauSkollekte vereinigt. 
Die erbetene Genehmigung zur Abhaltung dieser Kollekte 
ist vüm Oberpräsidenten erteilt worden. 
—o Die Bautätigkeit in Echöneberg ist in diesem 
Jahre gegenüber den Vorfahren zurückgegangen. Die Ge 
samtzahl der im Jahre 1012 erteilten Baugenehmigungen 
für Wohnhäuser betrug nur 49 gegenüber 80 im Vorjahr 
und 73 und 111 in drn Jahpen 1910 und 1909. Jtn 
letzten Halbjahr 1012 find nur 11 Baugenehmigungen 
gegenüber 39 in dem gleichen Zeitraum der Vorjahre» er 
teilt worden. 
—o In daS Handelsregister wurde eingetragen: 
Nr. 40 367. Leo Groß, Berlin-Schöneberg. Inhaber: 
Leo Groß, Kaufmann, Berlin-Schöarberg. — 
Merlin Md *§mtko 
o Lankwltz. Mit der Durchführung des neuen 
Lankwitzer Bebauungsplanes, der für da» gesamte Ge 
meindegebiet deS Vorortes ausgestellt ist und durch Erlaß 
vom 23. Dezember 1912 die Königliche Genehmigung er 
halten hat, wird nunmehr begonnen werden. Den Aus 
gangspunkt der durch den Bebauungsplan bewirkten Auf 
teilung de» GkmeindegebietS blldet der große Zrntralpark, 
der nach dem gegenwärtigen Lankwitzer Bürgermeister am 
2. September 1911 anläßlich der RathauSeinweihung 
Biyendorffpark benannt worden ist. Von diesem Park 
führen zahlreiche Promenadenstkaßkn nach allen Richtungen. 
Die bestehenden HauptverkehrLwege find festgehalten und 
mit einander in geeigneter Weis« durch Nebenstraßen ver 
bunden. Die «inzelnrn Baublocks find tunlichst nicht tiefer 
geschnitten als 60 Meter im Hochbau- und 70 Meter im 
Mittelbaugelände. Die Durchführung diese» stet» den 
Charakter al» Gartenstadt betonenden Bebauungsplanes 
und damit die ganze zukünftige Entwicklung von Lankwitz 
ist überdies ganz besonder» sicher gestellt. 
Nereins-Astchrtchteu. 
Morgen Mittwoch tagen: 
Theatcrvercin .ZierxeS' 1873. Sitzungen jeden Mittwoch 9'/, Uhr, 
im VcreinSIokal Paul Eponholz, Steglitz, Kornerstr. 48c. Gäste al» 
Mitglieder willkommen. 
Herr Dr. Liebknecht von der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung 
der Geschlechtskrankheiten spricht am Mittwoch Übend 9 Uhr tm Der- 
band Deutscher Handlungsgehilfen zu Leipzig in Steglitz .Hotel 
Steglitzer Hof-, Berlinickestr. 15. Gäste willkommen (nur Heuen). 
*o Humoristische Reimchronik. Januar. Ach, der Monat Jauuar 
— Ist der Ruhe gänzlich bar. — Schon an feinem ersten 
Tage — Schafft er Trubel «ur und Plage, denn die Schar 
der Gratulanten, — Die aus Freunden und Verwandte», — 
Sich zusammensetzt, o Pein! —' Stellt vollzählig da fich ein 
— Wer nicht kommen kann persönlich, — Gratuliert per Post 
gewöhnlich. — strüh um 8. wo wir nsch schliefen — Wurden schon 
mit Reujahrkbrüf.-n — Ueberschüttelt wir nach Roten — Durch die 
pflichtgetreuen Boten, — Die da, ohne grob zu wettern, — Uaer- 
müdlich Treppen klettern. — Viele auch iu ihrer Kammer — Wachen auf 
mit Katzenjammer. — Ach, ihr Kepf ist voll uud schwer, — Doch, der 
Beutel leicht und leer. — Erst'«» kommt von all' den Pünschen — 
Letzt reü von den ReujahrSwünschen, — Denn man wünscht uo» Glück 
und Segen — Häufig nur deS Trinkgeld» wegen. — Luch die andern 
dreißig Tage — Sind im Jänner reich an Plage, — Den» Souper» 
und Ballvergnügen — Kann mmt da in vollen Zügen — 8ast 
allabendlich genießen. — Such läßt man fichS nicht verdrießen, — 
Freundlichst stets uns einzuladen. — Zu Theatern, Maskeraden — 
Lheekonzerten, SesekrSnzchen — Stiftungsfesten mit 'nem TLuzchen, — 
Kurz es gibt da viele Sachen, — Hnzuseh a und mitzumachen. — 
Doch ist all dies nicht sehr billig. — Und wenn auch da» Herz meist 
willig, — Ist doch leicht der Beutel schwach — Und man seufzt mit 
Weh und Ach — Oft schon lang vor Ultimo — Keinen Monat war 
ich so — Knapp wie diesen Jairuar. — Bcss're dich du neues Jahr! 
HeschäMlches. 
Vorsicht ans de« Heiwwr»» MH Bällen und ver 
gnüge» Wie leicht man sich aus dem Heimwege erkälten kann auch 
ohne sofort große» Unbehagen zu empfinden, das hat wohl jeder schon 
erfahren. Merkt man nun, daß man sich erkältet hat, dann soll man 
ja nicht versäumen, die Koppscha > Inhalation auzuweudert, dir den 
besten Schutz gegen Eelranknogen gewährt. Die AnwevduugSwrtse ist 
eine sehr einfache, erfordert ketnerlgt^Vorberettungen oder Apparate. 
Wir können unseren Mitbürgern nur Uten, sich dieses Schutzmittel» (drm 
ausführliche Gebrauchsanweisung bmiegi) in den Hausapotheken vor-' 
rtttg zu halten. Koppscha ist in allen Apotheken uud Drogen zu haben. 
' »eranvworlltcher Schriftleiter: Hermann Narttntu», Friede na».
        
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