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Periodical volume Nr. 56, 06.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

(Keiederrarrer 
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Wr 56 
Berlin-Friedenau, Donnerstag, den 6 März 1913. 
2v. Aahrg. 
Depeschen 
Cct|tc Dachrichten 
B erlin. Der 40 jähr'ge Bankier Johann Nosfk« hat 
sich gestern in seiner Wohnung in der Grohbeerenstr. 60 
nach Unterschlag von etwa 80 000 M. erschossen. 
Berlin. Auf der Chaussee von Spandau nach 
Hennigsdorf wurde gestern Abend auf den Bäckermeister 
Alfred Lehrend, der auf einem Fahrrad nach Hennigsdorf 
fuhr, ein Revoloerattentat verUbl. bei dem Lehrend nicht 
unerhebliche Verletzungen durch einen Revoloerfchcotschuß 
erlitt. Der Täter wurde ergriffen. Cr ist der Arbeiter 
Karl Späth aus Hennigsdorf, der eingestanden hat, auf 
Behrend geschossen zu haben, um ihn nachher zu berauben. 
Leipzig. Hier sind wiederum einige Mormonen- 
sendlinge aus dem Staate Uta durch die Polizei ausge 
wiesen worden. 
Köln. Wie der Konstanttnopler Korrespondent der 
Kölnischen Zeitung erfährt, hat die Pforte die deutsche 
Regierung ersucht, ein Kcieqrsch ff nach Saloniki zum 
Schutze der ottomanischen Untertanen zu senden. Der 
Kreuzer „BreSlau" ist darauf von Smyrna nach Saloniki 
abgedampft. 
Wien. Die Neue Freie Presse meldet au« Kon- 
ftanlinopel: Der türkische Kreuzer ,Hamtdije" traf heute 
morgen vor der Bucht von Hagion OioS (Halbinsel Chal- 
ktdike, unweit Alhor) auf eine Flotte von 24 griechischen 
Schiffen, die serbifche Truppen mit 24 kleinen und 10 
großen G.schützen noch Skutari zu transportieren hatten. 
Die ,Hamtdtjc" eröffnete ein Feurr gegen drei Transport 
schiffe, wrlche sanken. Erst drei Siunden später von Saloniki 
ausgelaufene Schiffe konnten einige Schiffbrüchige retten. 
Toulon. Tm§ französische Panz rsch'ff „Justice" 
stieß bei der Ausfahrt aus der Reede auf Wracktrümmer 
der vor 1 1 /a Jahren verunglückten „Liberi«'-" und beschädigte 
hierdurch eine seiner Schrauben. 
Astrachan. Füniundfünlzig Fischer aus Mirachon 
sind auf einer Eisscholle ins Meer getrieben worden. 
Bestimmungen über Revisionen 
cler Messgeräte. 
Die am 1. Ap il o. I« m »t.crtt getretene Maß- und 
GewichtSordnunq vom 30. Mat 1908 enthält als wichtigste 
Neuerung die Vorschrift, daß die dem eichpflichtigen Ver- 
kehr dienenden Meßgeräte (abgesehen von Gasmessern und 
Föcdecsaqen) sowie Bierfäss r alle zwei Jahre, die großen 
Wagen, Wein- und Odstweinfässer alle 3 Jahre zur Nach 
eichung zu bringen sind. Deshalb sind die polizeilich-tech 
nischen Revisionen, welche bisher alle 2 bis 4 Jahrr in 
Gegenwart etneS Eichbeamten abgehalten wurden, fortge- 
fallen. Dalür gewinnen die rein polizeilichen Revisionen, 
die die Ausführung der Eichung und Nachetchung über- 
wachen sollen, künftig eine um so größere Bedeutung. Auf 
Grund de! AuSführungSg'setze» zur Maß- und Gewichts 
Ordnung vom 3 Juni 1912 sind neue Bestimmungen über 
Der Btaateanwalt 
In ch. chtll. 
50 
„Glauben Sie ja nicht," fuhr die gehaßte Stimme 
fort, „daß, wenn es Ihnen gelingen sollte, auszubrechen, 
niemand da wäre, um Sie gebührend zu empfangen. 
Sowohl in diesem Zimmer wie auch auf der Treppe be 
finden sich genug Leute, um selbst den stärksten Mann zu 
bezwingen. Ich unterschätze Ihre Körperkräfte nicht,- aber 
wir sind Ihnen gewachsen, denn ich habe zur rechten 
Zeit Sorge getragen, genügende Mannschaften herkommen 
zu lassen. Auf der andern Seite bin ich aber kein grau 
samer Feind und begegne einem mutigen Gegner stets mit 
Höflichkeit. Sobald «ie also Hunger oder Durst verspüren, 
brauchen Sie es uns nur wissen zu lassen, wo Sie sich 
befinden, und man wird sofort für Ihre Erquickung sorgen. 
Sollten Sie nicht wissen, wie Sie Ihre Festung verlassen 
können, so werden wir uns die möglichste Mühe geben. 
Sie zu befreien und Ihnen eine herzhafte Mahlzeit vor 
setzen. ehe nun, ehe Sie die Strafe dafür bezahlen 
müssen, daß Sie unsere Warnung mißachtet und sich in 
unsere Angelegenheiten gemischt haben." 
Er hörte auf zu sprechen, und das Geräusch einer zu 
fallenden Tür ließ Julius vermuten, daß er das Zimmer 
verlassen habe. Ein dumpfes Stimmengemurmel jenseits 
der Wand verkündete ihm jedoch, daß Scharnock Wort ge 
halten uud einen Teil seiner Genossen in dem Schlafzimmer 
zurückgelassen hatte. 
Da der Gefangene ja jetzt wußte, daß sie sich dort be- 
fanden, Io brauchten sie nicht mehr Stillschweigen zu be 
wahren, und aus einzelnen Worten, die zu ihm drangen, 
erfuhr Julius, daß sie sich zum Kartenspiel niedergesetzt 
die polizeilichen Revisionen der Meßgeräte erlassen worden, 
au« denen folgende vom allgemeinerem Interesse sein 
dürften: 
1. Die Ortspolizeibehöcden haben alle Gewerbebetriebe, in denen 
für den öffentlichen Verkehr zur Bestimmung des Umfanges von 
L.tstungcn Maße, Gewichte, vagen oder sonstige Meßgeräte ange. 
wendet oder bereit gehalten werden, von Z-it zu Zeit einer Revision 
zu unterziehen. In ländlichen Bezirken lö.inen die Revisionen den 
Gendarmen übertragen weiden. 
2. Der Revision unt rliegen außer den in offenen Verkaufsstellen 
ausgeübten Gewelbebrtrieben: 
a) Gencss-mschaiien »nd Konsumvereine, auch insoweit ihr Ge- 
schäflsoetrbb sich auf die Mitglieder beschränkt, 
b) die zum Handels oerkehr B. der Groß, oder Versandgeschäfte) 
dlenenden Räume, in denen zue Bestimmung des UmfargeS 
von Leistungen für Dritte gemeffen oder gewogen wird, 
c) fabrikmäßige Betriebe, in welchen zur Ermittelung deS Arbeit;, 
lohne; Maße, Gewichte oder Wagen angewendet weiden, 
d) Personen, welche aus der Landwirtschaft oder einem Zweige 
dets.lben, wie Geflügel- oder Bienenzucht Fischerei, Obst- und 
Semüiebau, einen fortgesetz'en Erwerb ziehen, uid bet denen 
das Maß der Erzeugnisse so wett über den eigenen Bedarf 
hinausgeht, deß ein regelmäßiger Absatz der Erzeugniffe unter 
Verwendung von Meßgeräten stattfindet. 
3. Jeder Betrieb, in dem ein eichpfl chtiger verkehr stallst idet, ist 
alljährlich mindestens einmal, in Etadlkretse« mrndest-ns zweimal zu 
r> eitleren Der Regierungspräsident kann für Gem-.inden mit leb 
haftem Veikehr eine höhere Mtndestziffer festsetzen. 
4. Gewerbetreibende, die auf Messen und Märkten verkehren oder 
von einem Wandellager auS oder im Umherzrehen Waren feilbieten, 
find öfters bet Gel-genhckt zu revidieren. 
6. Bei den Reoistonen ist zu prüfen, ob die dem eichpflichtigen 
Verkehre dienenden M-ßgeräte: a) in Gemäßheit der Maß- und 
GewtchtSoldnung vorfchtiflsmäßig geeicht und innerhalb der gefetz. 
lichen Fristen zur Nachetchung gebracht find, b) ob sie äußere Mängel 
oder B.schädigungen ausweisen welch- Zweifel an ihrer Richtigkeit de- 
gründet erscheinen lassen. Eine P-üfung der Gegenstände auf ihre 
Stichttgkeit innerhalb der für den Verkehr zugclaffenen Grenzen findet 
nicht statt. 
S Werden Meßzeräte vorgefunden, die a) ungeeicht sind ober 
deren Stempelzeichen nicht mehr erkennoar ist, d) nicht mit einem gültigen 
Zahreszeichen versehen sind, o) an d:en Richtigkeit auS einem der in 
Ziffer 6b erwähnten Glünde Z-veifcl bestehen, fo find sie vorltusiz in 
Befchtag zu nehmen. 
Sind Maßzeräte schwer oder nur mit unverhältnismäßigen Kosten 
zu beföldcrn, so können sie d.rch Einziehung einrelner Teile oder durch 
A-lcgung von Siegeln, die eine Benutzung oder Be-letzung ans. 
schließen, dis zur endgültigen Entlcheioung voiläusig unbiauchbar 
gemacht werden. Der B scher ist darauf hinzuweisen, daß er fich duich 
Verl.tzung der Siegel strafbar machen würde. Ueber die Beschlaz- 
nähme ist eine Ni verschifft aufzunehmen, in welcher anzugeben ist, 
daß dieser Hinweis erfolgt ist. 
Io Friedenau ist der E chmeister nur noch wenige 
Tage Niedstraße 1 — 2 zu sprechen, 
£ofcales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o An unserem Neformrealgymnafium werden 
morgen 45 Unters-kundaner an der ersten Piüiung, durch 
welche die Berechtigung zum Einjährig-freiwllltgen Militär 
dienst erworben wird, teilnehmen. 
o Die öffentliche Gedenkfeier unserer Gemeinde 
zur Erinnerung an die Eihebung Preußens vor hundert 
Jahren, die am Montag, dem 10 März, Abends 8 l / 2 Uhr, 
im Festfaale des ReformrealgynnastumS statlfinder, ver 
spricht einen würdigen, erhebenden Verlauf zu nehmen. 
hatten. So vergingen ein paar weitere Stunden, und 
dann verrieten gewisse Geräusche dem Eingeschlossenen, 
daß feir.c Wächter abgelöst wurden, und daß eine neue 
Abteilung von Scharnocks Genossen den Dienst im Schlaf- 
ziinnicr angetreten hatte. 
Aber auch jetzt wagte Julius nicht, sich zu bewegen 
oder durch irgendeinen Laut zu verraten, wo er sich be 
fand. Er meinte, je länger er es in dem Gang aushalten 
könne, ohne entdeckt zu werden, desto größer sei die Aus 
sicht, daß irgend etwas geschehen könne, um die Lage zu 
seinen Gunsten zu wenden. Da war zum Beispiel Black. 
Scharnock hatte sich gerühmt, er erwarte im Laufe des 
kommenden Tages einen Besuch des Inspektors, der wahr 
scheinlich infolge des erhaltenen Briefes Qlivia zu sprechen 
verlangen würde. Sicherlich würde man unter irgendeinem 
Borwand die Zusammenkunft des jungen Mädchens mit 
dem Inspektor zu verhindern wissen, aber es lag die 
Möglichkeit vor, daß Black Berdacht schöpfen und mit Hilfe 
von telegraphisch herbeigerufener polizeilicher Unterstützung 
den Zutritt zu ihr zu erzwingen suchen werde. Diese 
Hoffnung hielt ihn aufrecht, und er beschloß, so lange aus 
zuhalten, als seine Kräfte es nur irgend erlaubten. 
Aber wie die Stunden langsam dahinkrochen, fand er 
doch, daß Hunger und Durst, die grimmen Verbündeten, 
mit denen Scharnock gerechnet hotte, nicht zu verachten 
waren. Er hatte seit dem Diner gestern abend um sechs 
Uhr nichts mehr zu sich genoiiimen, und sein kräftiger 
Körper verlangte gebieterisch nach Nahrung, während er 
gleichzeitig solchen Durst empfand, daß ihm die Zunge am 
Gaumen klebte. Außerdem schmerzten ihm alle Glieder 
durch das gezwungene Verharren in derselben Lage, und 
seine Lunge begann den Mangel an Luft in dem engen 
geschlossenen Gang unangenehm zu fühlen. 
Da er in der Finsternis leine Uhr nicht erkennen 
Die Festrede hält Herr Oberlehrer Dr. Franke von unserer 
Königin-Luise-Schule. Unter Leitung deS Herrn Kunst 
malers ZirgeS werden eine Anzahl lebender Bilder aus 
der Zeit der Befreiungskriege geboten. Ein Chor von 
150 Kindern wird mit mehreren Gesängen erfreuen und 
auch der Friedenauer Männergesangverein 1875 hat sich 
bereit erklärt, seine allgemein anerkannte Kunst in den 
Dienst dieser patriotischen Veranstaltung zu stellen. Daß 
noch der alte deutsche Geist in unserem Volke lebt, der 
darauf hinzielt, den Köiper zu stählen, um ein kräftiges, 
wehrfähiges Geschlecht h, ranzuziehen, wird der Männer- 
Turnverein in verschiedenen Darbietungen beweisen, bet 
denen auch die Damenriege mitwirkt. Der Eintritt ist frei 
für jedermann. Für die Damen bleiben die Plätze auf 
den Gallerten vorbehalten. 
o Der Dank des Bürgermeisters. Nachdem 
nunmehr die Wahlarbetten der Landtagsersatzwahl abge 
schlossen sind, hat Bürgermeister Walger Veranlassung ge 
nommen, allen Herren, die sich in den Dienst der Sache 
gestellt haben, den Wahlvorstehern, Wahloorstrherstelloer- 
tretern und den Beisitzern in einem besonderen Schreiben 
seinen verbindlichsten Dank auszusprechen. 
o Kür das Amt eines besoldeten Schöffen i» 
Tempelhof hat sich u. a. auch der juristische Hilfsarbeiter 
bei unserer Gemeindeverwaltung, Herr Assessor Grund 
mann beworben. Wie wir erfahren, sollen für Herrn 
Grundmann gute Aussichten bestehen, in diese- Amt ge 
wählt zu werden. 
o Zur Erweiterung drs Groß-Berliuer Rohr« 
poftuetzes erfahren wir aus bestunterrichteten Kreisen, 
daß die Eröffnung der Strecke vom Postamt Wilmers 
dorf 1 zum Postamt 2 am Kaiserplotz zum 1. April oder 
früher erfolg-n wird. Auch die Arbeiten an den Straßen 
nach Steglitz und Grunewald sind soweit gefördert, daß 
der Betrieb voraussichtlich zum 1. April wird aufgenommen 
werden können. 
o Erhöhung des GemeiudesteuerzuschlageS in 
Schöneberg auf 11« v. H. Der EiatSausschuß der 
Schöneberger Stadtverordnetenversammlung hat einstimmig 
beschlossen, der vom Magistrat vorgeschlagenen Erhöhung 
deS Zuschlages zur Einkommensteuer auf 110 v. H. zuzu 
stimmen. Die Erhöhung der 1. Klasse der Gewerbesteuer 
von 165 auf 200 o. H. wurde dagegen abgelehnt. 
o Jahrhundertfeiern in den Fach. und Fort 
bildungsschulen. Nachdem der Kaiser bestimmt hat, 
daß im März d. I«. die Eedenktage der vor 100 Jahren 
erfolgten glorreichen Erhebung der Nation, der Stiftung 
des Eisernen Kreuzes und der Landwehr, festlich begangen 
werden, hat der Minister für Handel und Gewerbe für 
alle ihn unterstellten Fach^ und Fortbildungsschulen und 
Meisterkurse angeordnet, daß am 10 März, dem lOOjähr. 
Gedenktage der Errichtung deS Eisernen KreuzrS und dem 
Geburtstage der Königin Luise, entsprechende Feiern ver 
anstaltet werden. In allen Schulen mit vollem TageS- 
unterricht fällt der Unterricht auS. Auch in den Fort- 
bildunaSfchulen hat an Stelle des Unterrichts eine Feier 
konnte und aus den bereits angegebenen Gründen kein 
Streichholz anzuzünden wagte, so konnte er die, Zeit nur 
ungefähr erraten, aber nach seiner Schätzung mußte es 
etwa fünf Uhr nachmittags fein, als er begann sich zu 
überlegen, wie lange er die körperlichen Qualen noch aus 
zuhalten imstande sein werde. Vierzehn Stunden in dem 
schwarzen Loch, halb verhungert uud fast erstickt, hatten 
ihn zieinlich an das Ende seiner Fähigkeit gebracht. 
Noch ungefähr eine Stunde kämpfte er gegen das 
immer mächtiger werdende Gefühl der Schwäche an, 
dann fühlte er seinen Puls, und wußte, daß er, wenn er 
noch lange zögere, zu schwach sein werde, um mit irgend 
welcher Aussicht auf Erfolg den Kampf mit seinen Feinden 
aufzunehmen. Und wenn er sterben sollte, so wollte er 
lieber sein Leben teuer verkaufen, als wie eine Ratte in der 
Falle umgebracht werden, wie es geschehen mußte, wenn 
er wartete, bis feine letzte Kraft geschwunden war. Die 
Stunde, bis zu der Blacks Besuch im Schloß zu erwarten 
gewesen war, Ivar vorüber und damit die letzte Hoffnung 
aus Befreiung von außen. Er beschloß daher, einen Aus 
fall zu wagen, so lange er sich noch imstande fühlte, sich 
seiner Haut zu wehren. 
Nicht für einen Augenblick hatte er Scharnocks Ver 
sprechen Glauben geschenkt, daß ihm, zum Dank für 
freiwillige Uebergabe, eine herzhafte Mahlzeit vorgesetzt 
werden solle, ehe man ihn zum Tode führte. Er war fest 
überzeugt, daß es nur eine Finte gewesen, um ihn dazu 
zu bringen, sich zu ergeben, ohne daß das Leben eines 
von Scharnocks verbrecherischen Genossen aufs Spiel ge 
setzt zu werden brauchte. Man würde ohne Zweifel so 
fort auf ihn schießen, wenn er, auf das Versprechen bauend, 
sein Versteck verließ. 
Als er sich eben anschickte, unter Anwendung seiner 
breiten Schultern die Schiebelür einzustoßen, kam ihm
        
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