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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 54 des „Kriedenauer Lokal-Anzeiger". 
Dienstag, den 4 März 1913 
Cokates 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestaltet.) 
o Beterane«- und Kriegerverein. Am ver 
gangenen Sonnabend beging der Verein sein 17. StiftungS» 
fest. Der rührige Festausschuß, an der Spitze Geheim- 
sekretär Müller, hatte alles aufgeboten, um dar Fest zu 
einem freudigen, echt kameradschaftlichen zu gestalten. Der 
Saal war mit Girlanden, Fahnen und Wappen reich ge 
schmückt, vor der Bühne war ein reiche- Blumen» und 
Blattpflanzen-Arrangement und in der Mitte die Büste 
unserer alloerehrten Kaiser- aufgebaut. — Die Dar» 
bietungen waren ganz vorzüglich. Die Musikkapelle, die 
dar Fest mit dem Krönungsmarsch a. d. Oper der Prophet 
einleitete, leistete Hervorragendes und hat während der 
ganzen Festdauer eine rühmende, dem Feste entsprechende 
Ausdauer und Willfreudigkeit gezeigt, wofür ihr höchster 
Dank gebührt. Fräulein Hebert, die Nichte des Kame 
raden Ekobel, eröffnete die Verbalvorträge mit einem 
Prolog, der großen Beifall fand. DaS Berliner Sänger» 
quartett, dessen Mitglied der obenerwähnte Herr Kamerad 
Müller ist, hatte wohl seine auserlesensten Lieder diesem 
Feste zur Verfügung gestellt, denn der Inhalt und die 
künstlerische Wiedergabe waren so wundervoll, daß brausender 
Beifall dem Quartett zuteil wurde. Rühmend müffen wir 
auch die Darsteller der beiden Einakter hervorheben. War 
die Handlung in .Der Pfarrer von Leuthen" von feinem 
Humor durchzogene, echt vaterländisch und ergreifend, 
so war die Szene, in der der Kinderchor hinter den 
Kulissen. „Nun danket alle Gott" sang und bet der 
Friedrich der Große ergriffen seinen Hut abnahm, auch für 
alle Anwesenden besonders packend. Der zweite Einakter 
„Soldaten-Rlekchen" war ein von Humor überschäumendes 
Stück, da« den Anwesenden Lachtränen erpreßte und gleich 
dem ersten Stück den Darstellern nicht endenwollenden 
Beifall brachte. Ganz besonders ist Herr Bruno Seifert 
hervorzuheben. Nach dem 5. Musikstück hielt der 1. Vor 
sitzende, Herr Kamerad Leutnant Becker, die Begrüßungs 
ansprache, wie- dabei auf die Tage der Erhebung vor 
hundert Jahren hin und bat, die unserem Kaiser und dem 
Vaterlande gelobte Treue, sowie treue Kameradschaft heut 
und immerdar, unentwegt im Herzen zu trogen, und 
brachte am Schlüsse ein begeistert aufgenommenes Hurra 
auf unseren alloerehrten Kaiser auk, hierauf sang die Fest» 
Versammlung stehend das von der Musikkapelle intonierte 
»Heil dir im Siegerkranz". Hiernach sagte der Vorsitzende 
allen Gebern und allen, die zu dem guten Gelingen deö 
Festes beigetragen haben, herzlichen Dank. Während der 
Kaffeetafel hielt der 2. Vorsitzende Herr Kamerad Ober 
leutnant Schiller eine Ansprache und ehrte die Damen 
durch ein Hoch, in welches die Herren auf das Freudigste 
einstimmten. Kamerad Schulz hielt eine Ansprache und 
erntete reichen Beifall dafür. Nach Aufhebung der Kaffee 
tafel trat der Tanz in seine Rechte, der bis zum Morgen» 
grauen alle Teilnehmer in der fröhlichsten Stimmung bei 
sammenhielt. Dieses wundervoll verlaufene Fest hat dar- 
getan, daß dem Berein heut bedeutende gesellschaftliche 
Ehrungen zuteil werden, waren doch Damen und Herren 
der höchsten Gesellschaftskreise unseres OrteS anwesend. 
Wir nennen: Herrn General von Puttkamer und Enkel, 
die Vorsitzende deS Vaterländischen FrauenvereinS Frau 
Dr. Ziemßen, von 'der Sanitätskolonne den Vorsitzenden 
Herrn Dr. Badt und Herrn Hauptmann Hartisch, von der 
Feuerwehr Herrn Zeugmetster Heitmann, vom Krieger» 
und Landwehroerein Herrn Oberleutnant Radtke und 
Herrn Kamerad Könicke u. a. m. Dieser schöne Erfolg 
und der zahlreiche Besuch ist wohl vor allem den großen 
Mühewaltungen dcS Herrn Kameraden Müller zu danken. 
o Hauükollekte Wie alljährltch, so läßt auch in 
diesem Jahre der „Deutsche Verein für Kinderasyle', 
Bcrlin-WilmerSdorf eine vom Oberprästdenten genehmigte 
HauSkollekte irr der Provinz Brandenburg einsammeln. 
Hilfsbedürftige Säuglinge jeder Konfession» deren Mütter 
infolge großer Not, Krankheit und Armut nicht imstande 
sind, ihre Kinder selbst zu pflegen, viele uneheliche Kinder, 
zum Teil mit ihren ratlosen Müttern finden in dem Asyl 
deS Vereins liebevolle Aufnahme. Etwa 250 bis 300 
Kinder werden in jedem Jahre mit insgesamt 22 500 
Pflegelagen verpflegt. Um sein Unternehmen weiter fort 
führen und dem dringenden Bedürfnisse entsprechend noch 
weitere Asyle gründen zu können, bittet der Verein alle 
Kinderfreunde FriedenauS: Helft durch reichliche Gaben, 
damit die armen Kleinen vor Not und Krankheit und 
Siechtum bewahrt werden. 
o Der Dank der Prinzessinnen. Herr Erich 
Thiele, Kaufmann, Slldwestkorso 5, Zigarren-Jmporteur, 
hat von den Prinzessinen von Bulgarien Nadejei und 
Endosei ihre Photographie mit Krone und eigenen persön 
lichen Unterschriften durch Einschreiben zugesandt erhalten. 
Auch besitzt obiger Herr mehrere Dankschreiben Sr. Maj. 
deS Königs von Bulgarien für gesandte Geldbeträge für 
die Verwundeten deS Krieges. 
o Die Ortsgruppe Berlin-Friedenau des 
Deutschen Flottenvereins läßt wegen deS am 10. März 
stattfindenden FestkommerseS zur Hundertjahrfeier der Er 
hebung Preußens ihren für diesen Tag in Aussicht ge- 
nommenen Vortrag „Bau des Panamakanals" ausfallen. 
Sie bittet alle ihre Mitglieder, sich möglichst zahlreich an 
diesem Kommers zu beteiligen. Der Vortrag wird am 
31. März stattfinden. 
Bekanntmachung. 
Anordnung 
auf Grund der 88 7, 9 und 10 des Gesetzes gegen de» unlautere» 
Wettbewerb vom 7. Juni 1009, betreffend die Regelung der Ausverkäufe. 
Auf Grund der 88 7 'Absatz 2 und 0 Absatz 2 des Gesetzes 
gegen den uulautereu Wettbewerb vom 7. Juni 1000 ivird hierdurch 
nach Anhörung der zuständigen gesetzlichen Gewerbe- ttud Handels- 
Vertretungen für den Vandcspolizcibezirk Potsdam angeordnet: 
8 1. Jeder Ausverkauf (Total-, Teil- oder Räumungsausvcrkanff 
auch in Form von Auktionen dtirch die Wareninhaber oder deren 
Vertreter: • 
al wegen baulicher Veränderungen des Geschäftsraumes, ivegen 
Geschäftsverlegttng, ivegen Geschäftsübertragung, Auseinandersetzung 
Gcfchäftsbcendigung oder ivegeit Aufgabe einer oder mehrerer Waren- 
gattnugen, 
b) wegen Brand-, Ranch- oder Wasserschadens, 
e> wegen Todesfalls, sofern die Rachlaßmasse oder Waren daraus 
sich nicht 'mehr in der alleinigen Verfügungsgewalt des Nachlaß- 
pflegers befinden, 
ist spätestens eine Woche vor der Ankündigung schriftlich unter 
Angabe des Grundes, des Beginns (Tag, Monat, Jahr) und des 
Orts (Gemeinde, Straße, Hausnummer), wo der Ausverkauf statt 
finden soll, anzuzeigen. 
Spätestens 4 Tage vor Beginn des Ausverkatiss ist ein voll 
ständiges und übersichtliches Verzeichnis der für den 'Ausverkauf be 
stimmten Waren nach Art oder Gattung und nach Zahl oder Maß 
oder Gewicht in drei Exemplaren einzureichen. 
8 2. Tie Erstattung der Anzeigen und die Einreichting der Liste 
hat bei der zuständigen Handelskammer zu erfolge». 
Tie Handelskammer hat von der Anzeige uuvorzüglich der Orts 
polizeibehörde des Ortes, in dem der Ausverkauf stattfinden fall', 
und weint nötig, auch der Handwerkskammer unter Uebersendtmg 
einer Abschrift des bei ihr eingegangeucn Verzeichnisses Mitteilung 
zu machen; das Gleiche gilt von der zugelafseneu Abkürzung der 
Fristen (vgl. 8 5). Erforderlichenfalls nimmt die Handelskammer 
zur Durchführung ihrer Obliegenheiten die Mitwirkung der Orts 
polizeibehörde in Anspruch. 
Tie Einsicht in das Verzeichnis ist jedem gestaltet. 
8 3. Der Ankündigung eines Ausverkaufs steht jede sonstige 
Ankündigung eines Verkaufs gleich, die nach der Verkehrsauffassuug 
als Hinweis auf einen Ausverkauf gedeutet ivird. 
8 4. Tie Anzeige und das Verzeichnis müssen von dem Ver 
anstalter des Ausverkaufs oder von seinem Vertreter mit Vor- und 
Zunamen unterschrieben und mit Tatnm versehen sein. Von den 
zur Führung einer Firma Berechtigten ist diese hinzuzusügen. 
8 5. Eine Verkürzung der angegebenen Fristen kann durch die 
Anmeldestelle nach Anhörung eines Sachverständigen zugelassen 
iverden, wenn die zum 'Ausverkauf bestimmten Waren dem Verderben 
ausgefctzt sind oder wenn Gefahr int Verzüge ist. 
8 6. Die Bestimmungen der 88 1—4 finden auf Saison- und 
Inventurausverkäufe, sofern sie als solche in der 'Ankündigung be 
zeichnet iverden und int ordentlichen Geschäftsverkehr üblich sind 
(8 0 Absatz 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb), keine 
Anwendung. 
Diese Ausverkäufe dürfeit höchsten zweimal int Jahre und zwar 
in der Zeit vom 1. Januar bis 15. Februar einschließlich und vom 
15. Juni, jedoch nicht vor Pfingsten, bis 1. August einschließlich und 
innerhalb dieser Zeiten jedesmai nur auf die Dauer von drei Wochen 
stattfinden. ^ 
Es sind aber nur entweder zwei Saisonausverkäufe oder je ent 
Saison- und ein Inventurausverkauf gestattet. 
Innerhalb der gezogenen Grenzen steht die Festsetzung des Be 
ginns des Ausverkaufs dem Veranstalter frei. 
8 7. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung iverden soweit 
nicht andere Strafvorschriften Anwendung finden, ans Grund des 
8 10 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb vom 7. Juni 1000 
mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft. 
8 8. Diese Anordnung tritt unter Aufhebung der Anordnung 
vom 6. Dezember 1911 ^Amtsblatt S. 1070) mit dem Tage ihrer 
Bekanntmachung in Kraft. 
Potsdam, den 7, Januar 1013. 
Der Regierungspräsident. 
Veröffentlicht: 
Berlin-Friedenau, den 27. Februar 1913. 
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