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Periodical volume Nr. 61, 12.03.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

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Heichardt der Feinste, der Reinste! 
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Ohne neue Veranlassung haben die -Reichardtgegner den vor Jahresfrist begonnenen, aber seit sechs Monaten ruhenden Streit um Morte vor breiteiter 
Seffenllichkeit wieder aufgenommen. Einen Zweck hätte der neue Vorstoß nur, falls die Gegner die Absicht verfolgen, Kakaokunden von den Läden ihrer H no er 
fernzuhalten. Dieses Beginnen muß doch notgedrungen zu immer weiteren Ossenbarungen führen. So unklug kann kaum einer der Gegner sein, zu g au ".n, 
wir ließen verletzende llnterstellungen uuwiderlegt. Immerhin wiederholen wir zur Abwendung weiterer Nachreden und Entstellungen heute nur kurz 
die zur restlosen Aufklärung des Publikums nötigen Tatsachen. 
In einer mit „Reichardt der Feinste" und „Reichardt der Reinste" betitelten Anzeige vom sApril führten wir aus, daß sich in Reklamen anderer 
Fabrikanten übertriebene Behauptungeu hinsichtlich der Komfeinheit ihrer Kakaos mehren, seitdem die Erkenntnis ins Publikum gedrtlngen ist, das; trinkbare Nahrung 
mit dem Grade ihrer Verfeinerung an Appetitlichkeit und Verdaulichkeit gewinnt. Wir wiesen darauf hin, daß unsere Kakaos eine nur mit kleinsten Sonnen 
stäubchen vergleichbare Feinheit besitzen und daß nach Feststellungen von Fachgelehrten bis zu 
20,000,000,000 Teilchen in einem Gramm Reichardt-Kakao, 
also bis 100 Milliarden in einer Tasse Getränk vorhanden sind. Diese äußere Feinheit lasse sich nur durch das uns patentierte Luftdruckverfahren erzielen. Eine 
auch, nur annähernd gleiche Komfeinheit sei bei anderen Marken nicht nachzuweisen. — Weiter führten wir aus, daß die unerläßliche Vorbedingung für die ideale 
Komfeinheit der Reichardtkakaos in der Auswahl der Bohnen nach Grundsätzen, die über den Rahmen der sonst im Kakaohandel üblichen Qualitätsprüfung hinaus 
gehen, und in ihrer ungemein sorgfältigen Behandlung und Reinigung bestände. Ferner, das; wir bei der Säuberung des Materials auch schon um der Appetit- 
ichkeit willen die Vorschriften befolgen, die auf internationalen Kongressen leider immer noch erst als erstrebenswertes Ziel ins Auge gefaßt sind, daß wir demnach 
nicht nur die Schalen, sondern auch die den Genußwert und die Reinheit beeinträchtigenden Samcnhäutchen und Keime entfernen. Dadurch werde der ungenießbare 
Bodensatz im Kakaogetränk völlig beseitigt. An diesen Tatsache« konnte Niemand rütteln! Was den 30 Gegnem unter den zirka 200 andern Fabriken 
in der Industrie nicht gefiel, das waren einige Worte, durch die wir entsprechend unsern Reinheitsbegriffen lediglich alle Interessenten für, 
die Herbeiführung der idealsten Reinheit bei allen Kakaofabrikaten 
gewinnen wollten. Eine Kammer für Handelssachen, sowie rin Berufungsgericht entschieden in rinem einstweiligen und dann ordentlichett Prozeßgange — ohne 
jede Beweiserhebung —, daß die gewählte Wortstellung einen Hinweis auf Grundsätze der übrigen Industrie enthalte, den wir aus Achtung vor dem Richterspruche 
nicht wiederholen. Es handelt sich also nur um eine Auslegung rinrr Redewendung in einem Prozcßgang. — Diesen Worterfolg bauschen die Gegner zu einer 
„fünfmaligen" Verurteilung „von deutschen Gerichten" auf. ^ .... v ., ,, 1( „, 
♦ Bereits im Jahre 1905 hatten wir uns der heftigsten Angriffe unserer Konkurrenz zu erwehren, als wir für die Starkentfettung der Kakaos kämpften, 
um deren Trinksähigkeit und Bekömmlichkeit zu erhöhen. Auch damals waren die Gegner gegen eine solche Umwälzung —, heute ist jeder von ihnen froh, wenn 
er stark entfetten kann, und der Konsum hat sich in sechs Jahren verdoppelt. Ebenso wirken wir seit Jahren auf die möglichste Reinheit aller in der Kakao 
industrie hergestellten Fabrikate hin. ' ... . 
Das geschieht im Interesse von 00,000,000 Konsumenten, 
denn nur ein absolut reiner Kakao ist schmackhaft und leicht bekömmlich. Auch jetzt dankt uns ein Teil der Industrie zttnächst wieder mit Angriffen, obschon hier 
ebenso wie bei der früher bekämpften „Starkentfettung" eine allgemeine Konsumvermehrung die Folge sein muß, die die Gegner ebenso anstreben müßten. 
Und nun der Eid! Unser Prozeßvertreter hat wiederholt dazu aufgefordert, der Vorsitzende hat an den Anwalt der Gegner eine entsprechende Anfrage 
gerichtet, dieser zunächst Einwendungen erhoben und erst auf nochmaliges Befragen soll er eine Erklärung von der Entscheidung jdcs Gerichts abhängig gemacht 
haben. Gelegenheit zur Annahme des Eides war also vorhanden. 
Durch ihre neuerlichen Darstellungen wollen die Gegner offenbar den Eindruck erwecken, sie seien sämtlich bereit, den Eid, daß alle ihre Kakaofabrikate 
auch von Keimen und Samcnhäutchen gereinigt wurden, zu leisten. Wir haben nichts dagegen, — erinnern aber die Gegner zum mindesten an den Inhalt der 
Analysen, die Bekämpfung der Genfer. Beschlüsse und die Kalkulation der Preiskonvention mit nur 20 Prozent Gewichtseinbuße durch Rösten und Reinigen. 
Selbst unsere verbesserten Maschinen liefern aber im Durchschnitt nur 75 Prozent völlig reines Fabrikat. 
Wir beschränken uns auf diese objektive Darstellung, ohne die verunglimpfende Form der Gegner der Beachtung zu würdigen. 
Die Entwickelung von Mark und Kraft im Körper zu fördern, 
muß der oberste Grundsatz bei der Herstellung jedes Nahrungsmittels sein. Deshalb werden uns keine Angriffe der Gegner davon abhalten, weiterhin aufklärend 
zu wirken, damit diese Erkenntnis Gemeingut aller Kreise der Bevölkerung wird. Deshalb auch fahren wir fort, unser ganzes Wirken auf die Veredelung des so 
köstlichen Naturprodukts zu richten, damit die Reichardt-Fabrikate wie bisher so auch in Zukunft durch die Anerkennung des Publikums als Edelfabrikate ausgezeichnet werdenJ 
Kakao-Compagnie Theodor Reichardt. 
In Berlin-Friedenau: 
Oelgam Drogenbaus. €ckc Rhein- u. bedwigftr.
        
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