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Periodical volume Nr. 51, 28.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

itifimimift Liklll-Anikizer. 
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Nr. 5t. 
Berlin-Friedenau, Freiiag, den 28 Februar 1913. 
20. Iahrg. 
Depetchen 
Letzte rrackritblen 
Berlin. Der Vorsitzende der Abteilung IV der 
Deutschen AdelSgenoflenschoft, RegierungSrat Dr. für. 
Karl Adolf Fretoerr von der Horst, Kammerherr und .Mit- 
glied des HeroldSamteS, ist gestern auf feinem Gute Holl- 
wtnckel im Kreise Lübbi cke, W-stfalen, wohin er sich sitzten 
DlenSiaz begeben hatte, tödlich verunglückt. Ueber die 
näheren Umstände, die den Tod de« Fretherrn von der 
Horst herbetführten, ist in seiner Berliner Wohnung noch 
nicht- bekannt. 
Glbtng. Der Kaiser wurde mit seiner Klage auf 
Aufrechterhaltung der Kündigung zum 30. Juni 1913 ab 
gewiesen. Somit bleibt Herr Sohst noch fünf Jahre Pächter 
deS Vorwerks Rehberg. 
Innsbruck. Hier und in der Umgegend wurden 
heute 6.40 Uhr morgens zwei ziemlich heftige Erdstöße 
verspürt. Die Ferster klirrten und Gegenstände fielen zu 
Boden. Seit letzter Nacht herrscht in ganz Nordtirol 
starker Schneefall. 
Paris. Gestern Vormittag gab sich die Gatiin des 
angesehenen Pariser GemetnderarS Grangier, während ihr 
Mann in seinem Büro nebenan saß, durch zwei Revolver- 
schüsse den Tod. 
San Sebastian. DaS Theater Bellas Arte« in 
San Sebastian ist gestern Abend durch eine Feuer-brunst 
zerstört worden. 
Konstantinopel. Die starken Truppentransporte 
nach einem bteher unbekannten O-te, wo eine Landung 
geplant ist, dauert fort. . . G'vße Truppentransporte sind 
gestern abend vom Kai ln Galata abgefahren. 
Rio de Janeiro. Der von Campinas nach PozoS 
de CatdaS absehend» Txpreßzug ist entgleist. Mehrere 
Wagen wurden vollkommen zertrümmert. Vier Reisende 
wurden sofort gelötet, während etwa 30 Personen mit 
teils schweren. tetlS leichteren Verletzungen unter den 
T'ümmern hervorgezogen wurden. Der Mateiialschaden 
ist bedeutend, die Ursache deS Unglücks nicht bekannt. 
Sitzung äer Gemeincleverlrelung 
von. DonneiStag, dem 27. Februar 1013. 
Hundertjahrfeier zur Erinnerung an die Befreiungskriege. — 
Die Biersteuer abgelehnt. — Tagesmarkt an der Rheingaustraste. 
— Einführung erner Fodenfal-Filialbetriebs-Lteuer. — Be 
seitigung von Ttraßenbäumen in der Fehlerftrasie und am 
Wagner - Platz. 
Drei wichtige Punkte sta u>m auf der Tagesordnung der gestrigen 
Eltzu g: Die Elnführung einer Blersteuer die Einführung einer 
Zw-tggeschsfisfteaer und die Einrichtung eines Wuchenmurkles im 
Weiten Fried-nauS B-IonderS um die Einführung einer Bterfteuer 
gab eS rm lebbafsiS Reoegefecht, das mit dem Stege der Oppo 
sition endete. Die Blersteuer wurde mit 21 Stimmen gegen 7 und 
1 Stimmenthaltung abgelehnt. 8ür die Blersteuer traten Bürger- 
meiner Walger, G.-v. Schönknecht und Dr. TLnzler ein währ.nd die 
G-v. Kuikbrenner. B-rgei, Richter, Haustein und Schultz die Em- 
führung einer derartigen Steuer bektmpfteo. vürgermeist-r Walger 
bemerkte, daß auch mit der Eingabe der Brauereien noch nicht der 
Beweis erbracht ,et daß di- Br uereieu die Steuer nicht zahle Er 
Der Staatsanwalt. 
Bm H. *iIL ' 
45 >rtila> 
Die augenblickliche Erregung war schon wieder von 
Scharnock gewichen, und er sah auch durchaus nicht aus, 
als ob Olivias Worte ihm eine große Enttäuschung 
bereiteten. Vielleicht tröstete ihn der Gedanke, daß er aus 
diese Weise eine unbequeme Persönlichkeit los wurde, die 
ihm schon oft bei seinen zweifelhaften Unternehmungen im 
Wege gewesen war. Mit einem leisen Achselzucken ging 
er nach der Tür. und sagte ruhig: 
„In diesem Falle liegt kein Grund vor, warum ich dich 
noch länger mit meiner Gegenwart belästigen sollte. Aber 
ich muß dich bitten, daß du mich in das Zimmer meiner 
Mutter begleitest. Sie hat mir aufgetragen, dich, im Fall 
du meinen Antrag ausschlagen würdest, sofort zu ihr zu 
bringen. Sie wünscht noch verschiedenes wegen unserer 
Abreise mit dir zu besprechen." 
Er hielt die Tür offen, damit sie vor ihm das Zimmer 
verlassen könne, und nachdem sie einen Augenblick gezögert 
hatte, folgte Olivia seinem Geheiß. Es war ihr zwar sehr 
unangenehm, daß sie Julius in dem geheimen Gang zurück- 
lassen mußte, namentlich, da er nicht wußte, wie die 
Schiebetür zu öffnen war, und den Mechanismus auch 
voraussichtlich im Dunkeln nicht finden würde. Aber hatte 
sie sich geweigert, ihr Schlafzimmer zu verlassen, so hatte 
Scharnock Verdacht schöpfen können, und außerdem lag 
kein Grund vor. daß die Gräfin sie längere Zeit zurück- 
halten könnte. Sie hoffte also, sehr bald wieder in ihrem 
Zimmer zu sein, hätte sie aber den triumphierenden Blick 
gab zu, daß der Gastwillestand heute sehr unter dem wirtschaftlichen 
Niedergang zu leiden habe, was den G.-v. Kalkbrenner veranlaßte, seine 
Freude über diese Anerkennung von fetten eines „regierenden Herrn" 
auSzudiücken. , Man fei sonst gewohnt, von den Heuen der schwarz- 
blauen Regierurg immer nur Worte zu hören über eine glinzende 
Geschäftslage Der Bürgermeister wideisprach sich allerdings später 
wieder, in dem er an einem Einzelfall zu erklären versuchte, w lcheo 
anz erheblich-u Reingewinn hier die Gastwirte doch hätten. Die Be- 
auptungen der -«und- der Vorlage, daß die Brauereien die Steuer 
tiagen, wurde unter Hinweis auf die sehr klaren Eingaben der 
Brauereien widerlegt. B-sonderS wurde aber noch betont, welchen 
Belästignogen und „Ech> üff-l len" sowohl die Gaftwiite al» auch die 
Flafchenbiirhändler und dar Privalpubltkum ausgesetzt wären zur 
Kontrolle und zur Feststellung der Steuer. Nun, die Vorlage wurde 
glänzend abgelehnt und unsere Gastwirte, die gestern als Zuhörer 
zahlreich zugegen waren, werden sich freuen, duß dieser K-lch noch ein 
mal glücklich an ihnen vorübergegangen lst. — Die Eingabe der 
NahrungSmitt'Ihändler gegen den zweiten Wochenmarkt in Friedenau 
hatte jedoch keinen Erfolg. Mit 25 gegen 3 Stimmen und einer 
Stimmenthaltung wurde der Markt beschlossen. Der Abendmarkt 
wurde dagegen abgelehnt und beschlossen, etnen Tagesmarkt an 
zwei Wochcntagen im Westen Friedenaus zu errichten. Als Grundstück 
wurde brr Steinpiatz an der Rheingaustraße bestimmt. — Der 
Besteuerung der Zweigeschäste durch Einführung einer Foreusal- 
Filialdetrtebs Steuer stimmte die Vertretung in ihrer großen 
Mehrheit zu. Das Fremdwort Foreusal FilialbeirtebS Steuer ist 
allerdings sehr geheimnisvoll, es soll zwar in der Judikatur und 
Literatur bekannt sein, vielleicht finde, der Deutsche Sprachverein aber 
doch eine deutsche Bez-ichnung heraus, die ebenfalls — geheimnisvoll 
ist. Denn das muß fie sein, um einzig die Betriebe treffen zu können, 
die getroffen werden sollen. — Boa den weiteren Vortagen ist dann 
noch zu eiwlhrien, daß die Kosten für die 3. Sexta am Reformreal- 
,ymnasi,m bewilligt wurden. Zar Feier der hundertjährigen Wieder- 
kehr des Tages, an dem der „Aufruf an mein voll" erschien, soll 
in der Aula des Reform,ealgy nnasrumS am Montag, dem 10. März, 
eia Feftkommers veranstaUel werden. 
Wir bringen nun den VerhandlungSbericht. ES fehlt 
G.- V. Dr. Lohmann. Aaßer den Mitgliedern der 
Gemetndevertreiung sind,-.anwesend: Gemeindebaurat 
Altmann, Aff.ffor Grundmann und alS Protokollführer 
Bürodirektor Sudan. 
Unter den Zuhisiern bemerken wir diesmal zahlreiche 
Gastwirte sowie den Vertreter deS Vereins der Brauereien 
von Berlin und Umgegend. 
Bürgermeister Walger eröffnet 7 1 / i Uhr die Sitzung 
und macht Mitteilung von dem Eingang einer Eingabe 
deS „HauS- und Grundbefitzer-BereinS" auf Errichtung 
eines Hypotheken Amte«. Da die Frage einer sehr 
eingehenden P üsung bedarf, empfiehlt der Bürgermeister, 
ste einem Autschuffe zur Beratung zu überweisen. In 
diesen Ausschuß werden durch Zuruf gewählt Bürgermeister 
Walger, Schöffin Draeger und Lichtheim, G.-V. Dregrr, 
Eggert. Ott, Sachs und Uhlenbrock. 
Die Wahl eines CchtedSmannS für den SchiedSmann 
RechnungSrat Lange, dessen Wahlzeit abgelaufen ist, wird 
durch die Wiederwahl deS Genannten erledigt. 
Eine R ihe von Hausbesitzern hat in einer Eingabe 
an den KreiSauSschuß, die zur Rückfrage an den Bürger 
meister gelangt ist, daS Gesuch gerichtet, der Gemeinde für 
den RathauSbau die notwendigen Dispense sür den Aus 
bau deS Dachgeschosses usw. zu verweigern. Unter 
schrieben ist die Eingabe von den Herren Sturm, 
F. Schmidt, Hering, Lindner, Haase. LooS, Forltsch, 
Schalipp, Bergemann, Fetkenheuer, Reumann, Graeventtz 
Cahnen. Der Bürgermeister bemerkt hierzu: Der Gemeinde- 
ln Scharnocks Gesicht gesehen, so wäre sie ihrer Sache 
wahrscheinlich nicht ganz so sicher gewesen. 
Das Schlafzimmer, welches die Komtesse de Beaucourt 
Innehatte, war ein großer Raum, direkt an der Haupt 
treppe, und Olivia betrat es mit mehr Neugierde als 
Furcht. Sie war natürlich begierig, näheres über die be 
absichtigte Flucht zu hören, welche ihr die Möglichkeit ver 
schaffen würde, ihren Geliebten aus seiner unangenehmen 
Lage zu befreien, ihr aber zugleich eine geheimnisvolle 
Gefahr bringen sollte. Vor der letzteren war ihr nicht 
bange, aber sie sehnte sich nach dem Augenblick, der Julius 
aus dem Bereich dieser gefährlichen Menschen bringen 
würde. 
Die Komtesse war völlig angekleidet und hatte einen 
schwarzen Spitzenschal über ihr weißes Haar geworfen. 
Bei dem Eintritt der beiden stand sie von dem Stuhl auf, 
auf dem sie bis jetzt gesessen. Schlaf schien es für die Be 
wohner des alten Schlosses in dieser Nacht nicht gegeben 
zu haben. Die alte Frau sprach kein Wort, aber in ihrem 
Blick lag eine Frage an Scharnock, der in der Tür stehen 
geblieben war. , . 
„Nein, liebe Mutter," sagte er mit höhnischem Lächeln, 
„unsere teure Olivia will nichts von mir wissen. Sie zieht 
es vor, hier zu bleiben, und sich den Unannehmlichkeiten 
auszusetzen, die unsere plötzliche Abreise im Gefolge haben 
wird. Und ich — nun, ich habe mich damit abgefunden, sie 
verlieren zu müssen. Wer weiß, ob sie nicht in der Zu 
kunft eine große Last für uns geworden wäre. Die Ab 
rechnung mit unserem Schuldner ist schon so umfangreich, 
daß es vielleicht besser ist, wenn wir ihm diesen Hohn er 
sparen. Ich hatte auch weniger praktische Gründe zu diesem 
Plan.als künstlerische." , 
vorstand sei der Meinung, daß, so lange eine Sache noch 
nicht feststeht, eS jedem Bürger freistehe, seine Meinung 
darüber geltend zu machen. Aber er möchte doch fragen, 
ob man mit derartigen Gesuchen nicht die Gemeinde 
schädige, nachdem beschlossen worden ist, daS Rathaus soll 
al« einfacher Geschäftshaus am Lauterplatz errichtet werden. 
Der Ausbau der Dachgeschosse ist notwendig, um den 
Raum möglichst ausnutzen zu können. Wenn die Dispense 
versagt werden, wild dar Rathaus der Gemeinde noch 
viel teurer kommen, da eS dann nicht möglich ist, alle 
Zweige der Verwaltung in dem geplanten Gebäude unter 
zubringen. ES ist daher ein eigentümliches Vorgehen der 
genannten Herren. Wie der Gemetndeoorstand der Ver 
tretung von allen wichtigen Eingängen Mitteilung mache, 
so glaubte er auch diese Eingabe zur Kenntnis bringen zu 
müssen, um, wie man so sagt, ste niedriger zuhängen. 
Wettere Worte hierzu zu sagen, darf er sich wohl ersparen. 
Die Hundertjahrfeier zur Erinnerung an den 
„Aufruf an mein Volk" empfiehlt der Bürgermeister durch 
einen Kommers im Festsaal deS Reformrealgyinnastal- 
gebäudeS am 10. März zu begehen. ES soll eine ent 
sprechende Gedächtnisrede gehalten werden. Für die Aus 
schmückung deS Saales usw. werden einige Kosten er 
forderlich. Gr bitte, einen Betrag bis zu 200 M. zu be 
willigen. Ohne Widerspruch erklärt sich die Vertretung 
mit dem Vorschlage deS Bürgermeisters einverstanden. Da 
erwäbnt wird, daß der Flottenoerein den Saal für den 
10. März vorgemerkt habe, erklärt der Bürgermeister, daß 
dieser Verein dann selbstverständlich zurückstehen müsse, 
wenn die Gemeinde ihre Räume selbst brauche. 
Für die Beratung deS Voranschlags schlägt der 
Bürgermeister vor, den Beginn auf Donnerstag, den 
6 März festzusetzen und dann in der darausfolgenden 
Woche am DtenStag und Freitag den Voranschlag zu be 
raten. G.-V. Kalkbrenner hält die Frist bis zum 
Donnerstag für zu kurz. Man müsse genügend Zeit haben, 
um alle» eingehend prüfen zu könnnen. Er beantrage, die 
Voranschlagsberatung erst am Dienstag, den 11. zu be 
ginnen. G.-V. Ott weist darauf hin. daß eS schlecht passe, 
wenn am Montag Komm«» ist, dann DtenStag den Vor 
anschlag zu beraten. Man wolle doch mit klarem Kopf 
in die Beratung gehen (Heiterkeit). Bürgermeister Walger 
erklärt, er könne n'cht einsehen, warum dies nicht möglich 
sein sollte. ES wird darauf der Beginn der Voranschlags- 
beratung auf Dienstag, den 11. März festgesetzt. 
Man kommt nun zur Tagesordnung. 
Zum ersten Punkt, Berstärkung der VorapschlagSsätze 
sowie Nachbewilligungen, frägt G. - B. Kalkbrenner, 
ob dem Polizetkommissar die Lieferung der Ausrüstung 
rechtlich zustehe, waS der Bürgermeister bejaht. Weiter 
bemängelt eS G.-V. Kalkbrenner, daß der Ortsausschuß 
für Jugendpflege in seiner Tätigkeit gehemmt wurde, weil 
ihm die Gemeinde die kostenlose Benutzung der Aula deS 
ReformrealgymnafiumS versagte und ihm auch nicht die 
Mittel dazu bewilligte. Er weist dabei auf eine Eingabe 
deS Ortsausschusses hin, die jedem Gemeindeoerordneten 
zugegangen ist. Der Bürgermeister erklärt, daß dem 
Ortsausschuß im Vorjahre Mittel zur Verfügung gestellt 
Ein Strahl, halb Freude halb Haß, glühte in den 
Augen der Alten auf, Freude darüber, daß sie keine Neben 
buhlerin in der Liebe ihres Sohnes haben würde, Haß 
gegen das Mädchen, das ihn ausschlug. 
„Komm hierher, Kind," sagte sie kurz. 
Olivia ging es wie dem Vogel, den der Blick der 
Schlange trifft. Sie fürchtete sich, und doch trat sie näher. 
Die Komtesse drehte sich nach ihrem Toilettentisch um, 
augenscheinlich nur, um ihr dort liegendes Taschentuch zu 
nehmen. Dann streckte sie plötzlich ihre Arme dem Mädchen 
entgegen, mit dem einen faßte sie sie um die schlanke Taille 
und bog fie mit fast übernatürlicher Kraft zurück, mit dem 
anderen drückte sie ihr das Taschentuch, das mit Chloroform 
getränkt war, auf Mund und Nase. Im selben Augenblick 
kam Franz Scharnock in das Zimmer herein. 
„So," sagte er, „die wäre besorgt und aufgehoben." 
Und er hob die leichte Gestalt auf und legte sie auf eine 
Chaiselongue, die am Fußende des Bettes stand. „Jetzt 
werde ich Louis Heraufrufen, daß er mir hilft, sie in ihr 
neues Quartier zu bringen. Und dann werden wir uns in 
aller Ruhe daranmachen, ihr jetziges Schlafzimmer zu 
untersuchen, und es soll mich sehr wundern, wenn diese 
Untersuchung resultatlos verläuft. Ich möchte mein Leben 
verwetten, daß Penfold sich noch irgendwo im Hause be 
findet, und daß dieses Mädchen weiß, wo er ist." 
/ 24. Kapitel. 
Der Daumenabdruck. 
Inspektor Black legte das blutige Taschentuch mit den 
verräterischen Buchstaben zusammen und stieg die Treppe 
hinauf. Er mußte sich mit Wachtmeister Winter ins Ein-
        
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