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Periodical volume Nr. 49, 26.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

zu wollen, weil diese von den Aufsichtsbehörden Bereit* 
geprüft und genehmigt sind, sodaß zu erhoffen ist, daß sie 
auch für Friedenau genehmigt werden. Statt der in der 
Gnesener Ordnung bezeichneten „Zweigniederlassungen' 
haben wir die Bezeichnung „Jorensal-Ftltalbetrtebe- ge- 
wählt, weil diese Bezeichnung zweifellfeei alle KabrikationS-, 
BttriebS-, Ein- und Verkauststätten einbegreift. WaS da« 
finanzielle Ergebnis dieser Steuer anbetrifft, so ergibt sich 
unter Anwendung der vorgesrblagenen Sätze folgender: 
Don de« hier ansässigen Forersal-Kilialbrtrttbrn gehören an der 
I. Gewerbesteuerkiasse SS Filialen rvit einem Sewerbesteueranteil 
von 5047,80 M., davon werden erhoben 150 Pioz. —9883 20 M. Bei 
Anwendung des dreifachen Gewerbesteueranteils 19 766,40 M., also 
mehr 9883,20 M. 
der II. Giwerbesteuerklasje 18 Filialen mit einem Gcwerbesteu»- 
anteil von 378 M, davon werden erhoben 150 Proz ----- 559,50 M., 
b.*i Nvwendnng teS doppelten Gewerbesteuerauteil« 746 M., also mehr 
186 50 M. 
der III. Gkw?rbesteutiklaffe 25 Filialen mit einem Gewerbesteuer- 
anteil von 479,50 M., davon werden erhoben 150 Pro,. — 719,25 M., 
bei Anwendung deS Vifachen SewerbesteueranteilS 839,14 M., aljo 
mehr 119,09 M. 
und der IV. Seweibtstenerk'afse 16 Filialen mit einem Euverbe- 
steueraotctl von 100 M., davon werden erhoben 100 Pro,. — 100 M., 
bei Anwendung deS '/-fachen GewerbesteueranleilS 150 M., alfo mehr 
50 M. 
Insgesamt ergibt sich also rin Mehr von jährlich 10239,59 M. 
In Uebereinstimmung mit dem Finanzausschuß er 
suchen wir die Gemeindevertretung zu beschließen: a) die 
Einführung einer besonderen Gemeindegewerbrsteuer im 
Gemeindebezirk Berlin-Friedenau wird grundsätzlich be 
schlossen; d) die dem Protokoll all Anlage beigesiigte Ge- 
werbesteuerordnung wird genehmigt; c) die Angelegenheit 
ist so zu beschleunigen, daß die Ordnung noch vom 1. April 
dieses Jahres ab in Geltung treten kann. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Vriginalartikcl uur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Der ArmenauSschuß hat in seiner letzten Sitzung 
folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Die Veteranenunterstützurg 
deS Reiches soll bet Erwägung etwaiger Unterstützung von 
seiten der Gemrinde außer Ansatz bleiben. 2, Die Ge 
währung von Almenunterstützungen in Form von LebenS- 
mittel-BonS soll nicht eingeführt werden; dagegen wird 
häufigere Bewilligung von Naturalien, die durch Gemeinde- 
organe zu beschaffen sind, an Stelle von Geld empfohlen. 
Besonder» soll die- geschehen in den Fällen, wo sich der 
arbeitsscheue und trunksüchtige Mann noch bei der Familie 
brsindet. 3. Don einer Aenderung in der Organisation 
der Armenverwaltung durch Einführung von BezirkS- 
kommisstonen unter eigenen Vorstehern wird vorläufig 
Abstand genommen. 
o Ordensverleihung. Dem Geheimen erprd. 
Sekretär, Herrn Hofrat Beschorner im KriegSministerrum, 
hier Sponholzstr. 35 wohnhaft, ist da« Ritterkreuz des 
Ordens der König!. Württembergischrn Krone verliehen 
worden. 
o Die Ferien für die Gemeiudeschuleu Groß- 
berlinS sind wie folgt festgesetzt: Die Osterferien de 
ginnen am Mittwoch, 19. März, und enden am Donners 
tag. 3. April. Die Pfingstfrrien beginnen am Freitag, 9. 
Mai, und finden am Freitag, 16. Mai,.ihr Ende. Die 
Sommerferirn fangen am Freitag. 4. Juli, an und dauern 
bis zum Dienstag, 6. August. Die Herbstserien fallen in 
die Zeit vom Sonnabend, 27. September, bis Mittwoch, 
8. Oktober, und die WeihnachtSserirn endlich beginnen 
am 23. Dezember- und dauern biS zum DienStag, den 
6. Januar 1914. 
o HauSkollckteu Im Jahre 1913 dürfen folgende, 
vom evangelischen Oberkirchenrat genehmigte HauSkollekten 
eingesammelt werden: 28. Februar bis 3. März: Berliner 
evangelische MisstonSgesellschaft 8.—13. März: Morescher 
Blindenverein, 18 —23. März: Berliner evangelische 
MisstonSgesellschaft, 28. März biS 3 April: Kindkpflege- 
und Erziehungsanstalt „ZionShilfe' in Echönebrrg, 18. 
bis 23. April: Kolonie „HoffnungSthal' in Bernau, 6. bis 
18 Mai: Oberlinoerein in NowaweS. 18.—23. Mai: 
Etisabelhstift in HermSdorf, 28 Mai bis 3. Juni: vom 
König!. Konsistorium angeordnete Kollekte. 18—23. Juni: 
evangel. Magdalenenstift in Teltow, 8.—18. Juli: Königin- 
Elisabeth Hospital in Obeischöneweide, 18—23. Juli: Ost 
deutscher JünglingSbund in Berlin, 8.—12. August: 
Bethabara in Weißensre, 28. August biS 3. September: 
Paul-Gerhardt-Etifr in Berlin, 8—13. September: Pro- 
So hatten sie zum Beispiel ein Jahr lang in Paris 
gewohnt, und er hatte sich dort als Sprachlehrer ausge 
geben, trotzdem es Olivia schien, daß die Schüler, die 
zu ihm kamen, lauter erwachsene Männer und Frauen, 
die betreffenden Sprachen ebensogut konnten wie er selbst. 
In Wien hatte er als Arzt gegolten, und zwar als Spe 
zialist für nervöse Krantheilen. Seine Patienten hatten 
allcn möglichen Nalionen angehört, aber die wenigsten 
hatten den Eindruck gemacht, als ob ihre Nerven nicht in 
Ordnung wären. 
In London, wo sie die letzten drei bis vier Jahre zu 
gebracht hatten, hatte Herr Scharnock sich keinem besiiinmten 
Beruf gewidmet, sondern war plötzlich an einer Rückeir- 
inarklähinung erkrankt und hatte dort als wohlhabender 
kränklicher Herr gelebt, dessen Mittel es ihm erlaubten, 
seinen philanthropischen Neigungen nachzugehen. An Geld 
hatte es nie gefehlt. Er hatte sich an allen Wohltätigkeits- 
veranstaltuiigeiH in reichem Maße beteiligt, hatte in der 
besten Gesellschaft verkehrt und war mit Geistlichen, Pro 
fessoren, hochstehenden Damen, kurz, allen jenen inlii» ge 
wesen, jdie sich, wie er, mit der Wohltätigkeit im großen Stil 
befaßten. 
Aber auch eine andere Sorte von Menschen war durch 
die philanthropischen Bestrebungen des armen Kranken in 
das Haus gezogen worden. Es war zum Versammlungs 
ort für alle möglichen fragwürdigen Existenzen geworden, 
Männer und Frauen, die zum Abschaum der Menschheit 
gehörten, und die den anderen Besuchern gegenüber als ! 
anne Sünder galten, die von dem edelmütigen Herrn 
Scharnock gerettet werden sollten oder schon gerettet waren. 
Hätte der Bewohner des Hauses nicht als ein Freund aller 
Unglücklichen gegolten, so hätte es sicher unangenehm 
auffallen muffen, daß so viele derartige Leute sich in dem 
eleganten Hause zusanlnienfanden. 
In jener Zeit in London hatten auch die unbestimmten 
vinzialaußschuß für innere Mission in der Provinz Branden- 
bürg, 28. September bis 3. Oktober: Beretn zur Förderung 
der wirtschaftlichen Selbständigkeit der Blinden in Steglitz, 
8.—13. Oktober: Brandenburgische Frauenhilfe in Potsdam, 
28. Oktober bis 3. November: Kirchlicher Fürsorge,r- 
ziehungS- und RettungShauSverband der Provinz Branden 
burg, 8.—13. November: Bereinigung zur kirchlichen Für 
sorge für die Fluß- und Kanalschiffer in Charlottenburg. 
W o Gegen den Abendmarkt. Der Borstand der 
Vereins der NahrungSmittelbranche Friedenau hat an jeden 
Gemeindeverordneten daS folgende Schreiben gerichtet: 
Wie wir in Erfahrung gebracht haben, beabsichtigt der hiesige 
Gemeindevorstand die Einrichtung eines neuen AdrnduiarkteS in der 
Rbeingaustiabe. Die hiesigen Händler der Nahrungsmittelbranche 
e;blicken in dieser Einrichtung eine schwere Schädigung ihrer Existenz. 
Unser Stand ist sowieso durch Ur überhandnehmende Konkurrenz 
durch die Warenhäuser, Konsumvereine, Beamterwiiischafttverein, 
Dersandgeschifte und den vielen schon bchehenden Märkten im Orte 
schwer in Mitlettenschaft gezogen, sodaß die ErwerbSverhiitnijs- im 
HandelSgewerbe dadvrt ungünstig beeinflußt werden; jeder HandelS- 
tcelbertte hat hier tm Orte schwer um seine Existenz zu kämpfen. Es 
läßt sich durch den andaueruden Rückgang in der St uerkraft der 
Friedenau» NahrungSmittelhLndler ersehen, denn des Durchsckmi'IS. 
einkommen der Friedenau» NahrunaSmittelhändl» bcirägt 1400 biS 
1450 M., kaum so viel wie daS Einkommen eincs Arbeiters. DaS 
Bedürfnis eine« Marktes auf dem westlichen Oltsteil können wir auf 
die kurze Entfernung zu dem Frledinaurr Wochenmarkt nicht aner 
kennen. ES sind auch genügend Geschäfte in dem OrMril vorhanden, 
die den Bedarf vollkommen decken können. Der angenommene Betrag 
von 10 000 M. ist für den Semeinde-Etat von so minimaler Be 
deutung, daß man deswegen den hirfizea sisihasten Handelstreibender, 
nickt noch weiter beunruhigen sollte uud dem Ruin nahebringen. Wir 
bitten Sic daher, Ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß die 
Einrichlung eines Abendmarktes in der Rheingaustraße nicht statt- 
findet und hcffen bestimmt, Ihre werte Unterstützung zu finden, wofür 
wir Ihnen schon im voran« verbindlichst danken. 
o Auch die Privat > Kraukeuschwesteru find 
versicheruugöpflichtig. Nach Ansicht deS Direktors deS 
ReichSversicherungSamteS für Angestellte sind auch Prtvat- 
Krankenschwestern vristcherungSpflichtig. Da in unserem 
Orte zahlreiche Privat-Krankenschwestern wohnen, die sich 
bisher noch nicht zur Angestelltenoerstcherung angemeldet 
haben, werden diese ersucht, zur Vermeidung von Strafe, 
sofort ibre Anmeldung zu bewirken. 
o Unsere Jäger. JahreSjagdscheine haben folgende 
Frikdenauer Jäger gelöst: Direktor Hoepfner, Rentier 
Willnrann, Maler Brodkorb, Landwirt Schulze, Stetnsetz- 
Meister Ritze, Landwirt Morller, Architekt Richter. Tages- 
jagdschetn: Dr. Siemtzen. 
o Die Toziaidemokraten enthalten sich der 
Abstimmung. Nach einem Bericht des sozialdemokra 
tischen LandiagSabgrordnrtkn Paul Hirsch in der General 
versammlung des ZkntraloereinS für Teltow—BeeSkow darf 
men annehmen, daß die Sozialdemokraten sich für den 
Fall einer Stichwahl zwischen Konservativen und Liberalen 
in unserem LandtazSwahlkreise der Abstimmung enthalten 
werden. Die Sozialdemokraten begründen ihr Verhalten 
damit, daß ihnen bei der Hauptwahl kein Mandat von 
den Liberalen bewilligt wurde. 
o 3. Stiftung-fest der „Galea". Der Verein alter 
Helmholtz-Realgymnasiasten „Gaiea" begeht sein dritte- 
Sttftungsstst am 6. März tm „GesellschaftShauS deS 
WeflenS", Hauptstr. 30 31 (an der Eisenacher Straße). 
EintrittSkalten zu 1,b0 M. (cinschl. Kaffee) stad an der 
Abendkasse zu haben. 
o Die Altistin Frl. Anna Grarve, die ihre 
Mitwirkung bi dem Konzert drS Königl. Hof- und Dom- 
chorS (Schloßchor) unter Leitung von Herrn Prof. Rüdel 
am 28. Februar in der Aula der Reform-RealgyrnnasiumS 
gütigst zugesagt hat, überragt nach dem übereinstimmenden 
Urteil aller berufenen Musikkritiker bei weitem den größten 
Teil ihrer berühmten Mitschwrstern auf dem Gebiete deS 
KunstgefangeS. Ich hatte Gelegenheit, die Künstlerin an 
ihrem lktztrn Liederabend zu hören und kann dieser Urteil 
nur bestätigen. Frl. Graeve überwand mit Leichtigkeit 
eine zu Anfang deS Konzerts bemerkbare Indisposition 
und zeigte in dem darauf folgenden BortragSstvcken ihre 
ganz hervorragende Kunst in der Meisterung ihrer 
glänzenden stimmlichen Mittel. ES war ein hoher Genuß, 
die wundervolle Altstimme zu hören und der endlose 
Beifall, der die Dame immer wieder auf daS Podium 
zurückrief, brachte den Beweis, daß die obigen Worte daS 
Rechte getroffen. 
o Vergiftet. In geistiger Umnachtung verübte der 
Ingenieur H. Schabrodt in seiner Augustastr. 16 in Wil 
mersdorf gelegenen Wohnung Selbstmord, indem er Verona! 
Zweifel Oliolas zuerst feste Gestalt angenommen. Sie hatte 
nämlich entdeckt, daß die Rückenmarklähmung Franz 
Scharnocks eine Vorspiegelung falscher Tatsachen sei. Eines 
Abends, nachdem er im Krankenstuhl in sein Zimmer 
gerollt worden war, hatte Olivia, die sich nicht inüde 
fühlte, noch längere Zeit am Fenster ihres Zimmers ge- ' 
standen. Zu ihrem maßlosen Erstaune» hatte sie plötzlich 
gesehen, wie ihr Vetter in aufrcchicr Haltung mit raschen 
Schritten das Haus verließ, in eine wartende Droschke 
sprang und davonfuhr. 
Daun war der Zwischenfall mit Rüben Hislop ge 
kommen, von dem sie Julius schon neulich erzählt hatte. 
Seine Aufforderung, den jungen Doktor vor der Annahme 
der Stellung bei Sir William Graßman zu warnen, war 
ihr merkwürdig vorgekommen, und sie halte schon damals 
den Anstoß dazu ihrem Better Franz zugeschrieben. Aller-- 
dings war es ihr untlar, waruni ihre Verwandten ver 
suchten, sie in ihre Machinationen hineinzuziehen, ebenso 
wie sie nicht begriff, warum gleich darauf der Umzug in 
das alte Schloß im Buchenwald stattgefunden hatte. 
Daß sie in sehr ernste Dinge verwickelt worden war, 
hatte sie mit Bestimnitheit erst durch Julius selbst erfahren, 
als dieser ihr mitteilte, daß Inspektor Black ihr Bild besitze 
und es in Verbindung mit der Ermordung Browns bringe. 
„Seitdem lebe ich in Angst und Schrecken," schloß 
Olivia ihre Erzähln»,a, „in Angst vor unbekannten Gefahren 
der Zukunft und in den letzten zwei Tagen vor der grau 
samen Behnndluiig der Komtesse. Seit wir hier wohnen, ! 
lst das Schloß von einer Anzahl sonderbarer Männer be 
lebt, meist Ausländern, die sich als Gärtner und Diener 
hier aufhakten, aber gestern kamen auch noch ein paar 
Gäste an, die einer besseren Gesellschaftsklasse angehören. 
Es haben häufige und lange Konferenzen stattgefunden, 
und es herrscht seitdem eine unterdrückte Aufregung. Damit 
ich nicht merken solle, was vorgeht, hat inan mich hier 
und eine Qukcksilberlösung zu sich nahm. Seit längerer 
Zeit litt Herr Sch. an großer Nervostlät und Schlaflosig 
keit und nahm dar ihm deshalb ärztlicherseits in mini 
malen Dosen verordnete Gift. Da diese kleinen Quanti 
täten bei ihm zu «wenig wirkten, nahm er in einem Anfall 
geistiger Umnachtung Übermäßige Mengen Verona! und 
eine große Ouecksiiberlösung ein, wodurch er in einen 
mehrtätigigen ohnmachtähnlichen Schlaf verfiel, der schließ 
lich in den Tod führte. Der Tod infolge Vergiftung 
wurde durch den Arzt. Herrn Dr. Hirschfeld, Augustastr. 2. 
festgestellt. Die Leiche ist beschlagnahmt und nach der 
Halle geschafft worden. 
o Vermißt. Zu der von uns unter gleicher Ueber- 
schrift in Nr. 42 vom 18. Februar gebrachten Mitteilung 
berichtigen wir, daß r« sich bet dem Vermißten nicht um 
den Kaufmannslehrling HanS Kriebel, Fregrstr. 25, handelt. 
o Die Friedenauer Kriminalpolizei hat heute 
früh wiederum einen langgesuchten Einbrecher verhaftet. 
In der vergangenen Nacht wurde ein Einbruchtdiebstahl 
bei der Selterwafferfabrik und Spirituosenhandluug von 
Dr. Schneider u. Co., Kaiserallee 98, verübt. Der Spitz 
bube entwendet« mehrere Flaschen mit Spirituosen. Die 
Kriminalpolizei entdeckte eine Spur der DiebkL und ver- 
haftete ihn heute morgen in dem Augenblicke, all er 
feine] Wohnung verließ, um die Ware zu „verschärfn»." 
ES ist ein Arbeiter W. PauluS aus Steglitz. Der Er 
griffene gestand, daß er noch weitere Einbrüche verübt habe 
und gab u. a. zu. auch den Einbruch am 2. Weihnacht«- 
frtertag bet derselben Firma auSgesühit zu haben. — Wir 
müssen die Rührigkeit unserer htestgrn Kriminalpolizei an 
erkennen. In kurzer Zeit ist ihr die Verhaftung einer 
Reihe von Einbrechern gelungen, die unsere Bevölkerung 
fortgesetzt beunruhigten. 
Vemns-nacbruhten 
Am Donnerstag tagen: 
.Friedenau» Männer-Gefanavereirr 1875', UcbungSstuuden 9—11 
im Restaurant .Hohcrrzollcin'. Dirigent: Mllfikdirektor Paul Antoni. 
Kegelklub .Friedenau 1909' (Mitglied deS Verband» Berlin» 
Kegelklubs E. B.) kegelt jeden Donn»Stag von 8'/, Uhr Abends tu 
12 Uhr Nachts auf ,wet vnbanttbahna» tm Keglerhci« .Bahn- 
schlößchen', Inh. C. Müller, am Wannseebahnhof Friedenau. 
Donnen lag, 27. F-biuar, Abend! 8'/. Uhr, im Künstlerhause, 
Vellcvuestr. 31, Bortrag deS Herrn Redakteur Dr. Fsitz Sntheimer: 
Die deutsche Arbeit in der chtnefischen Republik. Mit Lichtbilder». 
Eintritt nur gegen Karten. 
Die Eeklion Charlottenburg de? Deutschen und Oesterreichischen 
Alpenvenirs verarstaltit am Sonnabend, dem I. März »., NbendS 
8 Uhr ihr diesjähriges großes Winterfest im Motivbause. Ehar- 
loliknburg, Hardcnbngfir. 6. Nur Gäste, welche durch Mitglied» der 
Sektion eingefühlt werden, haben ZotrUt. Die Geschäftsstelle der 
Cektioa befindet sich Halensee, Augustc-Viktoria-Str 4. 
Die Hauptabteilung des Charl. Tour.-KiubS .Märkische Föhre' 
unternimml am Eonrtag, dem 2. Mäez 1913 die 116. Wanderfahrt 
rach Rangkdoif, Brusendorf, Echulzendorf und Eichwalde. B». 
sammlung Uhr Potsdamer Borcrtbahvhof. Abfahrt 8,07 Uhr. 
Leilnehmnkaite 1.40 M. Führ»: A. Heideurelch. Damm nrd 
Httren als Gäste willkommen. 
Der Berliner Verein für Luflschlffabrt hält seine 325. ver- 
sammlung am Moniag, dem 3, März, 7'/, Uhr, tm großm Saale 
des KünstlerhaufeS, Berlin ZV., Bellevuestr. S. Gäste (Damen und 
Herren) willkommm. 
Zcdöneberg 
—o Verkehrrverbifferungen auf der Echörrrberger 
Untergrundbahn. Die Debatten in der litzten Etadtoer- 
ordnetensitzung der Stadt über wünschenswerte Der- 
brfferungen auf der Untergrundbahn haben den Magistrat 
— wie unser ^-Mitarbeiter berichtet — zu einer weitrrm 
Vermehrung der Züge veranlaßt. Bekanntlich ist die Stadt 
Eigentümerin der Bahn, während die Hochbahngesellschast 
für Rechnung der Sladtgemeinde den Betrieb führt. Den 
rieueren Beschlüssen gemäß verkehren die Züge der Unter 
grundbahn jetzt von 9 Uhr Vormittags bls 8 3 / 4 Uhr 
Abends alle 3—4 Minuten, vor und nach dieser Zeit alle 
5 Minuten. Für die Ziit deS stärksten MittagSoerkehrS 
zwischen 1 und 2 Uhr in der 2>/2-Minuten-FahrpIan ein- 
gesührt worden, sodaß dann auf dem Bahnhof Rollenbotf- 
plotz sofortiger Anschluß an die in denselben Zeitabfländen 
fahrenden Züge der Hochbahn vorhanden ist. Der Fahp- 
plan ist so eingerichtet, daß die Fahrgäste zu allen Tages 
stunden auf den Bahnhof Nollendor'plotz schnrllen Anschluß 
tm UebergangSoerkehr zwischen beiden Bahnen haben. 
—o Im Wege der Zwangsvollstreckung soll daß 
Pelziger Etr. 13, belegen,, aus den Namen deS Hof 
eingeschlossen. ganz sicher, wie sic glaubten. Aber meine 
Entdeckung des geheimen Ganges hat es mir möglich ge 
macht, vieles zu hören, was auf der Treppe gesprochen 
wurde. Auf diese Weise habe ich auch erfahren, daß du 
heute abend ins Haus gelockt werden solltest." 
„Und so war es dir möglich, mir als rettender Engel 
zu erscheinen," sagte Julius und mit diesen Worten trat 
er ins Zimmer und schloß sie in seine Arme. Ein paar 
Augenblicke lag sie schluchzend an seiner Brust, dann riß sie 
sich los, lief »ach der Tür und lauschte aufmerksam. 
„Ich dachte, ich hätte etwas im Korridor sich bewegen 
hören," bemerkte sie, „aber ich höre jetzt nichts mehr. Ich 
kann mir nicht denken, daß sic die Verfolgung schon auf 
gegeben haben, und doch ist das Haus vollständig ruhig. 
Ich möchte wissen, was dos bedeutet. Sie sind ja so schlau, 
so furchtbar schlau uud durchtrieben. Wir müssen irgend 
etwas ausfindig machen, wie du das Schloß unentdeckt 
verlassen kannst." 
Julius widersprach nicht, er wußte ja aus dem, was 
Scharnoü ihn, gesagt hatte, daß seine Abwesenheit benutzt 
werden sollte, um einen neuen Angriff auf Sir William zu 
machen, und seine Ehre verlangte gebieterisch, daß er einen 
Versuch wage zu entkommen, uni feinen bedrohten Chef 
Zu warnen. Er hätte es als eine Feigheit angesehen, wenn 
er sich hier in dem Seiilafzimmer des Mädchens in Sicher 
heit gewiegt hätte, während das Leben Sir Williams auf 
Dem Spiel stand. Durch den geheimen Gang konnte er 
das Innere des Gebäudes wieder erreichen, und von dort 
aus versuche», seinen ersten Plan ins Werk zu fetzen und 
durch ein Fenster zu entfliehen. Aber ehe er dies tat, 
mußte et die Geliebte von allem in Kenntnis setzen, was 
er erfahren hatte, so daß sie, wenn cs ihm nicht gelang 
init dem Leben davonzukoiiime», sich selbst verteidigen 
Tonnte. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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