Path:

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage za Nr. 48 des .Hrtehenaner Lokal-Anzeiger". 
Dienstag, den 28 Februar 1913 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Der VerwaltuugSbericht unsere« Elektrtzi- 
t»t«werke« für die Zeit vom 1. April 1911 bi« zum 
81. März 1912 umfaßt daS 6. volle BetriebSjahr feit Tr- 
vffnung de« Werke« im September 1905. Da« Werk hat 
sich auch in diesem Jahre wieder äußerst günstig weiter 
entwickelt. Durch die Verbilligung de- Strompreises für 
Beleuchtung der BerkaufSläden und deren Schaufenster, 
Reklamebeleuchtung und Beleuchtung der Echanklokale auf 
25 Pf. haben viele Geschäftsleute elektrische Beleuchtung 
eingeführt. In der Straßenbeleuchtung wurden Versuche 
mit 300 kerzigen Metallfadenlampen gemacht, die aber zu 
keinem günstigen Ergebnis führten, fodaß der VerwaltungS. 
auSfchuß beschloß, bet den Bogenlampen zu bleiben. Eine 
Verbesserung der Straßenbeleuchtung trat insofern ein, als 
in der Rheinstraße A. E. G.-Duplex Flammen-Bogen- 
lampen von 12 Amp. Stromstärke und in der Ring-, Jll-, 
Saar-, Masel', Lauter- und Hähnelstraße sowie auf dem 
Maybachplatz A. E. G.-Triplex Flammenbogenlompen von 
8 Amp. Stromstärke eingeführt wurden. Gleichzeitig wurde 
Bedacht darauf genommen, die Anzahl der Lampen zu 
vermehren, um eine Höchstentfernung von 45 m von 
Lampe zu Lampe durchweg zu erreichen. Im abgelaufenen 
BetriebSjahr wurden im ganzen 13,15 Km Kabel gelegt, 
drei neue Speisepunkte und zwar der 8. Speisepunkt in 
der Handjery, Ecke Ktrchstraße, der 9. in der Kaiserallee, 
Ecke Sentaftraße und der 10. in der Stubenrauch., Ecke 
WilhelmShöhrrstraße errichtet. Hierfür und für die Um- 
Änderung und Erweiterung der StraßenbeleuchtungSan- 
lagen wurden insgesamt 97 489 M. bewilligt auS Ueber- 
fchüfsen deS Elektrizitätswerk,-. Für Neuanschaffung von 
Elektrizitätszählern wurden 40 000 M. bewilligt. Da» im 
Werk und der Straßenbeleuchtung angelegte Kapital betrug 
am 31. März 1912 1 410 840 M. Zu diesem Zeitpunkt 
waren angeschloffen: 3346 Konsumenten (2472 i. Vorj., 
295 im Jahre 1906), 3811 (2748 - 340) Zähler, 41 490 
31 994 — 8000) Glühlamp., 848 (760 — 260) Bogenlamp., 
243 (196 —26 Motore, 639 (649 — 80) Pferdestärken; 
Kilowatt: 2443 (2078 — 418) Licht. 597 (516 — 70) Kraft, 
insgesamt 3040 (2594- 488). Von den am 81. März 
angrschloffenen Bogenlampen entfallen 515 auf private 
und 333 auf öffentlich« Beleuchtung. Die Zahl der HauS- 
anschlüffe betrug am 31. März v. IS. 686 (1911: 589 — 
1907: 218) mit einer Gesamtlänge von 23.74 (20 91 — 
10,46 km); die Länge der VerteilungSkabel betrug 141,29 
km) 136.38 — 72,48 km) mit einem Kupfergewicht von 
34 978 (34 211 — 19 800 km). Die Länge der SpeisungS- 
kabel betrug 29,49 km mit einem Kupfergewicht von 
38 935 kg. Die Anzahl der nutzbar abgegebenen Kilo- 
Wattstunden stellte sich im BetriebSjahre auf 970 850 
(639 298 t. V.) für private Beleuchtung, 287 077 (209 851) 
für öffentliche Beleuchtung. 131 528 (104 457) für Kraft. 
1 388 955 (953 106) insgesamt; Zunahme gegenüber dem 
Vorjahre 25,7 o. H. Die niedrigste Stromabgabe in» Netz 
hinein innerhalb 24 Stunden fand am 24. Juni mit 
2058 Kilowattstunden, die höchste am 24. Dezember mit 
8400 Kilowattstunden statt. Nach den wirtschaftlichen Er- 
gebniffen leistete die Gemeinde im ersten Halbjahr deS 
Bestehen» des Werke» einen Zuschuß von 10 161 M.. in 
den folgenden Jahren wurden folgende Reinüberschüffe er 
zielt: 1906: 15 560 M.. 1907: 26 982 M.. 1908:48 055 
Mark. 1909: 72 265 M. 1910: 128 075 M.. 1911: 
211 210 M. Ohne Berücksichtigung der in Fonds ange- 
sammelten Beträge für Verzinsung, Amortisation und Er- 
Neuerung betrugen die Bruttoüberschüsse 1905: 7338 M., 
1906: 63 025 M., 1907: 84 837 M,, 1908: 113 697 M.. 
1909: 151 265 M.. 1910: 196 381 M.. 1911: 276 712 
Mark; daS Anlagekapital wartn dergleichen Reihenfolge: 
500 000 M.. 718 049 M., 848 149 M, 934 319 M.. 
1 169 735 M. 1 269 265 M.. 1 410 840 M. Im Berichts- 
jähr hat da» Werk also bereit» eine Bruriooerzinsur.g von 
19.54 v. H. de» Anlagekapitals gebracht. Der Betr'eb deS 
Werke» ist bekanntlich am 1. Juli 1910 den Berliner 
Vorort».Elektrizitätswerken in Berlin-Steglitz auf die Dauer 
von 28 Jahren übergeben worden. Als Vertrauensmann 
und Aufsichtsperson steht der Betriebstechniker Biülling 
der Gemeindeverwaltung zur Seite. Dem VerwaltungS- 
auSfchuß de» Elektrizitätswerks gehören an die Herren 
Bürgermeister Walger (a!S Vorsitz-nder), Schöffe Draeger, 
G.-V. Finke, Dr. Lehmann, Matihie». Schu tz, Stöcker. 
o Bet dem Schülerkonzert d-r G-sangfchule Sorbry 
legten die Schülerinnen vor sehr zahlreich erschienenem 
Publikum Zeugnis ab von der Vorzüglichkeit der Methode 
ihrer Meisterinnen Marie und Emily Sorbey. Bei den 
Anfängern zeigte sich trotz kleiner, zarter Stimme künst- 
lerische Kultur und tragfähtger. runder Ton, bei deutlicher 
Aussprache und zwangloser Mundstellung, bei den Fort 
geschrittenen gut ausgenutzte Resonanz und bei allen leichte 
Höhe und gut entwickelte Kopstöne. Hervorzuheben sind 
die Leistungen von Frl. Beeckmann und Frl. Werner. In 
beiden stellten sich uns junge Künstlerinnen von beachtens 
werten Qualitäten vor. Frl. Beeckmann verblüffte durch 
Leichtigkeit und Präzision im Ansatz, was bei den StaccatiS 
in der virtuosen Lakmöarie besonders deutlich zu Tage trat. 
Die BrahmSschen Lieder wußte sie durch die Innigkeit ihres 
edlen Tone» zu beseelen. Bei Frl. Werner strömte ein 
weiche» Organ in schöner Klangfülle. Viel Glanz. Kraft 
und Wärme lag besonders in den hohen Lagen. Die 
Wiedergabe von den Liedern .Befreit" und „Ständchen" 
von R. Strauß waren meisterdafte Leistungen und manche 
Bühnensängertn tm Beruf kann sich mit ihrer Darbietung der 
AnnaarieauS den Lustigen Weib,'rnnichrmeffen. In der Kaffee- 
pause zeigten sich die Damen Sorb'y durch einige Gesänge 
als erstrebenswertes Vorbild für ihre Schülerinnen. Das 
anschlirßende Tanzvergnügen hielt die Jugend noch lange 
fröhlich beisammen. 
Man verlange 
wenn mann die besten Fabrikate haben will, stets solche 
die sich seit Jahren bewährt haben. Nachahmungen, be 
sonders in ähnlichen Packungen, weise man im eigensten 
Interesse zurück. Fabrikate, die sich infolge ihrer hervor 
ragenden Qualität und ihrer unbedingten Zuverlässigkeit lange 
Jahre bewährt und einen Weltruf erworben haben, sind, 
Dr. Oetker’s „Backin“ 
Dr. Oetker's Puddingpulver 
Dr. Oetker's Vanillin-Zucke 
1 Päckchen 10 Pfg. 
S Stück 25 Pfg. 
i 
Bis Montag, den 3. Mörz er. 
flusnahmetage für 
weisses Porzellan 
Hans Berger, Rhelnstr. 10. 
Bekanntmachung. 
Nach den gesetzlichen Bcstinimniigen müssen alle diejenigen Kinder 
zu Ostern 1913 eingeschult werden, welche in der Zeit vom 1. Ok 
tober 1912 bis 31. März d. I. 6 Jahre alt geworden sind oder 
werden, sowie diejenigen Kinder, welche bisher wegen Krankheit oder 
aus anderen Gründen vom Schulbesuch befreit waren. 
Die Anmeldung hat zu erfolgen: 
für die Vorschule des Gymnasiums bei Herrn Gymnasialdirektor 
Dr. Busch, in der Sprechstunde von 10 bis 11 Uhr im Schul 
hause Maybachplatz 6—9, 
für die Vorschule des Realgymnasiums nebst Realschule bei Herrn 
Direktor Schröder, in der Sprechstunde von 10 bis 11 Uhr im 
Schulhause Homuth- Ecke Schwalbacherstraße, 
für die Königtn-Luise-Schule (öffentliches Lyzeum) bei Herrn Direktor 
Hannemann, in der Sprechstunde von 12 bis 1 Uhr im Schul 
hause, Goßlerstr. 15, 
>ür die Knaben der Volksschule bei Herrn Rektor .Raul, in der 
Sprechstunde von 12 bis 1 Uhr im Schulhausc Albestr. 32, 
für die Mädchen der Volksschule bei Herrn Rektor Jaeschke in der 
Sprechstunde von 12 bis 1 Uhr im Schulhausc, Rheingaustr. 7. 
Die Anmeldung muß spätestens bis zum 1. März erfolgt sein. 
Es sind folgende Papiere mitzubringen: 
1. der Impfschein, , 
2. der Taufschein oder eine Bescheinigung der Zugehörigkeit zu 
einer Religionsgemeinschaft, 
3. der Geburtsschein, falls das Kind nicht in Friedenau geboren ist. 
Sollte die Einschulung wegen Krankheit oder zurückgebliebener 
körperlicher Entwickelung 'nicht' angängig erscheinen, so mutz dies 
unter Beifügung einer ärztlichen Bescheinigung über die Notwendig 
keit der Zurückstellung bis spätestens 1. April d. I. hierher mitgeteilt 
werden. , 
Besteht die Absicht, daß Kind ln eine Privatschule einzuschulen 
oder privatim unterrichten zu laffen, so ist unter Beifügung des 
Aufnahmescheincs der Privatschnle bczw. unter Angabe von Name 
und Wohnung der betr. Lehrperson bis zum 1. April d. I. hierüber 
Mitteilung zu machen. 
Berlin-Friedenau, den 21. Februar 1913. 
Der Gemeindevorstand. Schuldeputation. 
Wo; bringt dir Moll? 
Enthüllung b. Handlesekünstlerin 
rau Zicrholz, Stierstr. 19,Gth. pt 
Sprechstunden 2—9. Konsult. 1 M. 
Mer MlüllilttligM 
v. 75 Pfg. an. Baum. Ringstr. 34 l. 
Adressbuch * 
für 
Friedenau -r*. 
Preis Z M. soeben erschienen. Preis Z HL 
Erhältlich in 
sowie in der 
allen Buch- u. Papier-Handlungen, 
Geschäftsstelle, ßheinstrasse 15. 
Maskenkostüme für Damen ver 
leiht Wiclandstr. 11, III, vorn r. 
Bekanntmachung. 
Der Entwurf des Voranschlages über die Einnahmen und Aus 
gaben der Gemeinde Berlin-Friedenau für das Rechnungsjahr 1913 
liegt in der Zeit 
vom 15. bis einschließlich 28. Februar d. I. 
im hiesigen Gcmeindcbüro, Feurigstraßc 8, Zimmer 46, während der 
Dienststnnden von 8 llhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags zur 
Einsicht der Gemcindcangehörigen aus. 
Berlin-Friedenau, den 13. Februar 1913. 
Der Gemcindevorstand. 
«usnnüme und Konsul tat innen 
I Entbindungsheim gebildeter Hebamme. Ruhig ge 
legene Billa. Sehr mäßige Preise. NlMVI' 
> Sponholzstr. 19» (Wannsecbahnhof). UlHUti. 
Bekanntmachung. 
Die hier wohnhaften Mannschaften der Reserve, Landwehr und 
der Ersatzreserve I. Klaffe, die auf Zurückstellung im Falle einer 
Mobilmachung für 1913 Anspruch machen, werden aufgefordert, ihre 
diesbezüglichen Anträge bis spätestens 5. März d. IS. hierher ein 
zureichen. Später eingehende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. 
Ich weise darauf hin, daß die bei den Reklamanten vielfach 
bestehende Annahme, eine gänzliche Befreiung von der Einziehung 
im Kriegsfälle finde statt, unzutreffend ist. Es erfolgt nur eiue Zurück 
stellung der Reklamanten hinter den letzten Jahrgang der Reserve 
oder Landwehr. Wird dieser Jahrgang einberufen, so muß auch der 
Zurückgestellte, der Einberufung Folge leisten. 
Berlin-Friedenau, den 22. Februar 1912. 
Der Gemeindevorsteher. 
Wallher Fritzsche 
Mode-Atelier für englische Kostüme und französische Kleider, 
Garantiert tadelloser Sitz. Solide Preise. 
Friedenau, Gutsmuthsetr. 10 u I. Ecke Hackerstr. bei Bornstr 
Woliiidcieit? 
I 
Tischler 
Maler Telephon 
Bohner 
Tapezierer Steglitz 507. 
Dekorateur 
Uebepnahm« ganzer Wohnungsrenoelerung®«. 
Timra© «Lr IST a/tterot in. 
Vereinigte Werkstätten. [1008] Sieglit«, Jafenstr. «5. 
Jede Hausfrau 
probiere meimHauObackbrot 
rund & 10 u. 80 Pfg., lang ä 60 Pfg, u. 1— Mk. 
lehnten» vorteilhafte* wie jedes andere Brot. 
Außerdem: Schlülerbrot, Wetzenschrotbrot. 
Perthold Mül « h JB&ckerel 
Friedenau, Frledr.-Wllh.-Plafe 6 n. d. Kirche. Tel. Ffb. 2106
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.