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Periodical volume Nr. 44, 20.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Ausgenommen hiervon sind jedoch Räume von Gast- und Schank- 
wirlschastcn, die dem Verkehr deS Publikum» dienen. Zum Verkauf 
gesellte oder feilgehaltene Nahrung»- und Genußmtttel find die- zur 
Abgabe an da» Publikum derart zu behandeln, daß sie vor gefundheit»- 
schädlichen oder ekelerregenden Berunreinigungen, namentlich durch 
Hunde und andere Tiere, bewahrt bleiben. Den mit der Zubereitung 
und dem Verkauf oder Feilhalten von Eßwaren beschäftigten Per- 
fönen ist daS Rauchen, Schnupfen und Tabakkauen bei ihrer Be- 
fchäftigung verboten, auch haben sie sich besonders reinlich zu halten. 
Für ausreichende Wafchgclcgenheit und Handtücher hat der Gefchäsis- 
inhaber Sorge zu tragen. Dac> Betasten der zum Verkauf aus- 
liegenden NahrungS- und Genußmtttel seitens der Käufer, da» 
Drücken der Karpfen zur Feststellung de» Rogen» und bai Schuppen 
und Abhäuten von lebenden gischen ist veiboteu. Zuwiderhandlungen 
gegen die Vorschriften dieser Polizeivervrdnung »erden, soweit nicht 
rach den allgemeinen Strafgesetzen eine höhere Strafe verwirkt ist, 
mit Geldstrafen bis zu 60 M., an deren Stelle im UnvermögenLfalle 
entsprechende Hast tritt, bestraft. 
Wer hier mit offenen Augen besonders die Vorgänge 
bei auf die Straße gestellten Eßwaren, Näschereien usw. 
beobachtet, wird sehnlichst wünschen, daß diese Verordnung 
auch hier erlassen, dann aber auch von AussichtSwegen 
befolgt wird. 
o Zwriggeschäftssteuer. Bor einigen Jahren hatte 
unsere Gemeinevertretung die Einführung einer Zweig- 
geschSstSsttuer beschlossen. Die Aufsichtsbehörde genehmigte 
jedoch die aufgestellte Steuerordnung nicht und die Be 
steuerung der Zweiggeschäfte unterbliebe Wie wir nun er 
fahren, ist in einer Gemeinde in Posen ein Prozeß dadurch 
entstanden, daß diese Gemeinde die Zweiggeschäfte zur Ein 
kommensteuer heranzog. In dem Prozeß, den die Inhaber von 
Zweiggeschäften, gegen die Gemeindeverwaltung anstrengten, 
erlangte letztere ein obsiegendes Urteil. Unsere Gemeinde 
verwaltung beabsichtigt nun, nach diesem Muster hier 
gleichfalls die Zweiggeschäfte zu besteuern. Bisher war 
den Zweiggeschäften schlecht beizukommen, da die Firmen 
die Einnahmen und Unkosten auS allen Geschäften zu 
sammenstellten, wobei sich zumeist ergab, daß die Zweig 
geschäfte überhaupt keinen Gewinn erzielten, sondern Zu 
schüsse seitens der Hauptgeschäfte erforderten. 
o Oberlyzeum in Lichtenberg. In der Abend- 
auSgabe der „Bosstschen Zeitung" vom 19. Februar 1913 
findet sich folgender Bericht aus Lichtenberg: 
„Zn der letzten Stadtverordnetenversammlung gab es eine große 
Schuldebatle. Zur Beralung stand die Magistratsvorlage wegen Er 
haltung deS mit dem Peftalozzi-Lyzeum verbundenen OderlyzeumS 
sowie wegen Errichtung einer Mädchenmittelschule als UebungSschule 
für das Obeilyzeum. Die Ansammlung hatte stüher den Magistrat 
durch eincn Bes rluß ersucht, das Obeclyzeum allmählich aufzuheben 
und damit schon Ostern 1913 bei den unteren Scminarklaffcn zu be 
ginnen. Der Magistrat aber hatte vor kurzem beschloffen, dcm Er 
suchen der Stadtvercrdnclcnrersommlung nicht zu entsprechen. Dieser 
Beschluß wurde durch den als Sachverständigen'hinzugezogenen Leiter 
deS Oberlpzeums Dr. Lange eingehend begründet. Et steht ganz 
sicher fest, daß das Oberlyzeum in erheblichem Maße für die Füllung 
der Klassen des Lyzeums wirkt und eine werbende Kraft für diese' 
höhere Lehr Anstalt ist. Ter Magistrat ist aus diesem Grunde der 
Meinung, daß dos Oberlyzeum erhallen bleibt, zumal zu erwarten ist, 
daß sich die Klaflenfrequenzcn in Zukunft besinn werden und dos; auch 
die Zahl der einheimischen Schülerinnen in absehbarer Zeit eine 
größere werten wird. Schon dadurch wird sich der seitens der Stadt 
jetzt für das Lberlyzenm zu Icistcnde jährliche Zuschuß von 10iKX) M 
auf 6000 M. verringern. Die Leistung eines Zuschusies wird erst dann 
fortfallen, ivenn die Sladt sich enlichließt, eine Mädchenmitteischule als 
Uebungsschule für das Oberiu;>um «inzurichten. Die Vorlage wurde 
schließlich einer Kommission z^r eingehenden Durchberatung übe,wiesen." 
Der Bericht ist insofern inieresianl, als 1. der Wunsch 
der Aufhebung detz Oberlyzeums nicht, wie man nach früher 
veröffentlichten Mitteilungen annehmen konnte, vom 
Magistrat, sondern auS Sladlvrrordnetenkreisen hervor- 
gegangen ist, 2. der Zuschuß für das Oberlyzeum ohne 
Mädchenmittelschule sich dort auf 10 000 M. stellt, von 
denen der Magistrat durch die Mittelschule 4000 M. zu er 
sparen hofft. 
Unzulässige Dienstleistungen. In letzter Zeit ist 
wiederhott die Beobachiung gemacht worden, daß Gewerbe 
treibende an Bürgermeister kleinerer Städte, Gemeindrvor- 
steh» oder na/hgeordnete Gemeindebeamte unter Ver 
sprechung von Geschenken das Ansinnen gestellt haben, 
ihnen Adreffen anzugeben oder sonstige Hilfsdienste zu 
leisten. Die Geschäftsleute haben dabei offenbar daS Be 
streben, die amtlichen Kenntnisse oder den Einfluß des 
Adreffaien zur Vergrößerung ihres Kundenkreises nutzbar 
zu machen, und glauben, ihr Ziel durch Zusage von geld 
werten Leistungen zu erreichen. Damit verstoßen sie — 
ob mit voller Absicht, kann dahin gestellt bleiben — gegen 
die guten Sitten. Zn einem Rundschreiben deS Ministers 
des Innern werden nun die Gemeindebeamien darauf hin 
gewiesen, daß eS sich mit ihrer BerufSpslichi, nicht ver- 
trägt, ein solches Gebühren zum Nachteil der örtlichen 
Handel- und Gewerbetreibenden irgendwie auch nur außer 
dienstlich zu unterstützen, und daß insbesondere die An- 
nähme von Geschenken für derartige Dienste eine diszipli' 
narisch zu ahndende Pflichtwidrigkeit darstellen kann. 
o Gegen die Aufhebung des JesuitcngesetzeS. 
Die Zweigvereine Lchöneberg, Friedenau, Sieglitz, 
Lichterfelde, Wilmersdorf, Zehlendorf des „Evangelischen 
Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Jnter- 
effen" erlaffen einen Ausruf an die Evangelische Glaubens- 
genoffen, in dem es u. a. heißt: 
„Znmiiten «inet Zeit, die alle VaterlandSfreundc mit Sorge in 
die Zukunft blicken läßt, ob cS gelingen wird, unserem Vaterland« 
den äußeren Frieden zu erhalten, scheut sich der UltramontaviSmus 
nicht, die friedliche katholische Bevölkerung in einen neuen Kultur, 
kämpf mit dem innerlich unwahren Rufe zu Hetzen, die katholische 
Religion sei in Gefahr. Der BundeSrat des Deulschen Reiches hat es 
abgelehnt, sich >um Schleppenträger ullramonlaner Machtansprüche zu 
machen, und daher alleln das ultramonlane Wutg,schrei und der 
unbedenklich in die Wege geleitete Ansturm zur restlofen »ushebunz 
deS Jesutjengesetz-St Was schiert Rom und seine Gefolgschaft die 
Machtstellung des deulschen Reiches und der innere Frieden in unserem 
Valerlanbc! Mit zäher Unerbittlichkeit verfolgt noch heute wie vor 
rausend Jahren die Kurte ihre Machlziele einer alle Länder um- 
spannenden Weltherrschaft. Nun sollen die Jesuiten, die rücksichts 
losesten Verfechter der päpstlichen Absolutismus, die Todfeinde der 
Reformation und der protestantischen Kirche, in unser deutsches Vater 
land geholt werden, den evangelischen Geist zu vernichten. Wie die 
Dinge heute im Reichstage liegen, ist wenig Aussicht vorhanden, daß 
der vom Zenirum eingcbrachle Antrag auf Aushebung deS Jesuiten. 
gesetzeS abgelehnt wird. — Wir deutsch und evangelisch bis auf den 
tiefsten Herzensgrund fühlenden Minner und Frauen dürfen darum 
nicht müde werden, darauf hinzuweisen, daß das brutsche Volk die 
ihm durch seine Geschichte zugefallene VormachISstelluug im Kampfe 
evangelischen Geistes gegen römische Unduldsamkeit und Anmaßung 
r icht ausgeben kann und darf. Das wollen wir uns und Allen vor 
Augen hatten, denen daS Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt, 
sonderlich im hundertjährigen GcdäLtniSsahpder Befreiungskriege!• — 
Wie im ganzen deutschen Reiche findet auch in Steglitz eine Evang. 
Prolcstvrrsammlung gegen die Aushebung deö JesuiicngejetzeS am 
Montag, den 24/ Februar, Abends 8'/, Uhr im Gemeindehaus,aal, 
Sieglitz, Mitielstr. 83. statt. 
o Der Vortrag de« Herr« Gemeindibgarat« 
Altptza«« über „Die Bauten der Gemeinde Friedenau in 
Vergangenheit und Zukunft und ihr Einfluß auf die Ent 
wicklung der Gemeinde", wird in der morgen (Freitag) 
Abend 8>/z Uhr stattfindenden Monatkoersammlung de» 
HauS- und GrundbesttzrrvereinS gehalten. Jeder Mit 
bürger. der sich für die Sache interessiert. tft zu dieser 
Versammlung eingeladen. 
o Der Verein der Gartenfreunde in Friedenau 
hielt am letzten Dienstag seine MonatSoersammlung ab. 
Die Versammlung war trotz anderer Veranstaltungen in 
Friedenau sehr zahlreich besucht, galt eS doch, einen Vor 
trag unserer ersten Autorität im Gartenbau anzuhören. 
Herr Königs. Oekonomierat Böltner-Frankfurt a. M-, 
Redakteur dcS bekannten FachblatteS „Der praktische Rat 
geber", war einer Einladung de» Vorstandes gefolgt und hatte 
sich da» den Friedrnauer Verhältniffen angepaßte Thema 
gestellt: „Wie richte ich meinen Garten ein". 
Don dem Gedanken auSgehevd, daß die Gartenarbeit jedem die 
reinste Freude bereitet, kam er aus die Einzelheiten zu sprechen. Für 
Lauben und Berauben empfiehlt er ClemaiiS, wohlricchevden Wein, 
Kletterrosen und vor allem Glycinieo. Wegen setner häufigen An- 
Pflanzung soll mau den wilde» Wein avdercn überlasten. Einjährige 
Bcrarkuugen liefern türkische Bohnen, wohlriechende Wicke, Oodsa 
sksndens usw. Ein gut angelegter Weg, sauber gehalten, möglichst 
breit, ziert jeden Gerten. Die Breite richtet sich uatürlich nach der 
Größe deS Grundstückes. Zu beiden Seiten deS WegeS, der in die 
Laube einmündet, lege man zwanglos Blumenrabatten au, die auch 
mit Bcerrnobst abwechseln können. Sommerblumen bringen dem 
Gartensteuude den reichsten Blameuflor, man soll sie aber auS vielen 
Grünten artenweis zusammenpflavzeu, also Astern, Levkoycu Nelken, 
Reseda usw. Stauden bringen freundliche AtwechSlung, namenllich 
Phlox, Rittersporn, Glockenblumen, Goldruten, bunte Pyrethrum. 
Ebenso die dankbaren Edel-Dahlien und endlich die Königin der 
Blumen: die Rose. Cie darf in keinem Garten fehlen. Unter den 
6000 Arten gibt eS mancherlei bekannte, dle allen Ansprüchen auf 
Schönheit und Geruch genügen. Außer den Blumen können wir Obst 
ziehen. Aepsel, Birnen und vor allem Pfirsich, die bald tragbar find 
und unsere edelste Frucht hervordringen. Bessere Birnsortcu gehören 
an Spaliere, ebenso Wein. Bon Kirschen find die sauren die an- 
spruchlosesten. Das Beerenobst eignet sich für unsere Kultur ganz de- 
sonders. Stachel- und Johannisbeeren, dann Himbeeren, die den 
prachtvollen Saft bringen, den mau so rein nicht kaufen kann. 
Endlich Erdbeeren, deren Anzucht recht einfach und lohnend ist. Die 
Frucht ist morgens am reichsten an Aroma. Wir kommen nun zu dem 
Gemüseanbau. Die Sorten und Menge bleiben lem Geschmack jedes 
Einzelnen überlassen. Ganz besonders vorteilhaft zeigt sich Rhabarbar. 
Bor allem der verbefferle Victoria. Bei guter Psteae und Düngung 
bringt er eistauriichc Erträge. Ebenso empfehlen sich Tomaten, die 
sich in Norddeulschlavd in den letzten Jahren ziemlich schnell etnge- 
bürgert haben und wohl in den meisten Haushaltungen reiche Der- 
wcndung finden. ES ist natürlich nicht möglich, die erstaunliche Viel- 
sittigkeil des Vortragenden auch nur annähernd wiederzugeben, all« 
möglichen Gebiete wurden gestreift. 
Reicher Beifall lohnte Herrn Böltner. Der Vor 
sitzende übermittelte Herrn Böltner nochmals den Dank 
des Vereins und überreichte ihm als ganz besonderen 
Ausdruck der Verehrung die große silberne Vereins- 
medaille, die der Vortragende unter dem Ausdruck des 
Dankes annahm. Nun folgten viele Anfragen, die bereit 
willigst beantwortet wurden. DaS aufgeschobene EiSbein- 
essen findet am 15. März, Abends 1 / 2 9 Uhr, im oberen 
Saale de» „Hohrnzollern" statt. Die Einladungen hierzu 
werden den Mitgliedern noch zugehen. Zu diesem Punkte 
der Tagesordnung verlas der Vorsitzende einen Brief des 
Friedenauer MännergrsangveretnS 1875, worin der Berrin 
die im November vorgekommene Saalvermietung tm 
„Hohenzollern" einwandsfrei aufklärte. Der Vorsitzende 
bemerkte hierzu noch weiter, daß ihn dieser Brief außer 
ordentlich sympathisch berührt habe und damit jede weitere 
Erörterung hinfällig sei. Die jedesmal stattfindende Ver 
losung schloß die besonders anregende Versammlung. 
0 Eine „Jungmannschaft" will die Ortsgruppe 
Berlin-Friedenau deS Deulschen WehroereinS ins Leben 
rufen. Ueber den sehr beachtenswerten Unterschied gegen 
über ähnlichen Bestrebungen gibt ein Ausruf im Anzeigen 
teil der heutigen Nummer Aufschluß. Wir empfehlen 
diesen Aufruf der besonderen Beachtung unserer Leser, 
da die darin dargelegten Ziele in jeder Weise Unterstützung 
verdienen. Der Führer der „Jungmannschafl", Herr 
Hauptmann Hering, hat, wie wir erfahren, bereits im 
vergangenen Jahr in Gumbinnen eine ähnliche Gruppe 
mit großem Erfolge gegründet und bis vor kurzem geleitet. 
0 Quittungen nicht vernichten. Oftmals werden 
Quittungen vernichtet, die nachher notwendig wieder vor- 
gelegt werden sollen. Ist die Quittung dann nicht zur 
Hand, kann der Betreffende leicht in die Lage kommen, 
den Betrag zweimal zahlen zu müffrii. Man sollte alle 
Belege aufheben, auch von Behörden, da sich auch diese 
irren können. 
c« Für die Errichtung einer neuen Leichen 
halle mit Krematorium in WtlmerSdorf und eines Wohn 
hauses für den FriedhofSwärter, sowie für die Anlage 
eine« UrnenheimS sind die Projekte und Kostenanschläge 
fertiggestellt. Dle Wilmersdorfer Stadtverordnetenver 
sammlung wird sich in einer der nächsten Sitzungen bereits 
mit diesen Plänen beschäftigen. 
0 Die Zahl der Feuerbestattungen in den 
34 deutschen Krematorien stieg im Monat Januar um 
26 Prozent, sie betrug nach der „Flamme" 950. Den 
Hauptanteil an dieser Zahl nahm dar Leipziger Kremato 
rium, seit seinem Bestehen da» erfolgreichste tm ganzen 
Reiche; eS wurden dort im Januar 109 Einäscherungen 
vorgenommen. Bremen brachte er nur auf 78. Dresden 
auf 60, Hamburg auf 54, Berlin auf 53. In nahezu 
80 Prozent der Einäscherungen fanden religiöse Feiern statt. 
0 Aikoholfrage. Der Generalsekretär deS Deutschen 
Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, Prof. 
Gonser, hält einen Vortrag über „Die nationale Be 
deutung der Alkoholfrage (für Jugend, Familie, Gemeinde 
und Staat)" am Montag, dem 24. Februar 1913, Abends 
1/26 Uhr im Restaurant „Hohenzollern", Handjerystr. 64. 
Dem Vortrag soll sich eine freie Aussprache anschließen. 
Jedermann ist zu diesem Boitrage eingeladen. 
0 Vismarck-Kommcrs. Auch in diesem Jahre 
wird auf Beschluß deS Berliner BiSmarck-AuSschusseS der 
Geburtstag deS Altreichskanzler» durch einen FestkommerS 
begangen werden. Die Feier soll Sonnabend, den 
29. März, nach alter, lirbgewordener Art in den Fest- 
räumen der Philharmonie stattfinden. Den Ausruf dazu 
können Bißmank-Berehrer von den Herren Hrmpel & Co. 
G. m. b. H>. Berlin SW 68, Zimdrerstraße 7/8, unent 
geltlich bekommen. 
0 Ei« grosses Tchlachtefest mit Bockbierftustich 
findet am Sonnabend, 22. Februar, im Familienrestaurant 
.Zur Möselburg" (Inhaber Franz Böge), Moselstr. 6, 
Ecke Ringstr. 9, statt. Bereits am Freitag von 10 Uhr 
Vormittag» ab gibtS Wellfleisch. Die ff. frische Blut- 
und Leberwurst wurde bei den bisherigen Echlachlefesten 
in der Moselburg sehr gelobt, ebenso fand die prima 
Hausmacher Land-Lebecwurst und Thüringer stets reichen 
Absatz. Wir dürfen darnach auch diesmal unseren Mit 
bürgern den Besuch in dem genannten gut bürgerlichen 
Familienrestaurant besten« empfehlen. 
0 Ei« nette« Früchtchen. Der bei den Eltern in 
Echöneberg wohnende 12 jährige Schüler Erich Schultz 
halte vor einigen Tagen seinem Vater eine größere 
Summe, die er auf der Post einzahlen sollte, unterschlagen 
und in die eigene Tasche gesteckt. DaS hoffnungsvolle 
Bürschchen ergriff die Flucht und fuhr ans der Eisenbahn 
in der Mark Brandenburg umher. In Bernau wurde 
er gestern Abend von einem Polizetbeamten festgenommen. 
Von dem unterschlagenen Seide war nur noch wenig vor 
handen. 
0 Bo« der Elektrische« umgestoßen, vor dem 
Hause Schloßstraße 121 wurde Dien»»«« «dend 8 Uhr ein 
Herr Kerstin au» der Schönrbrrgerftr. 9 von der Etraßm- 
bahn angefahren. Er erlitt eine Verletzung über dem 
linken Auge und Abschürfungen an der Hand. Der 
Sanitär Seccly brachte den Verletzten nach der Unfallstation 
in der Feldstraße. 
0 Unfall. Der Handlungsgehilfe Erich Gaerber hier, 
Rheinstr. 20, verletzte sich beim Schneiden von Wurst den 
Unken Daumen. Der Arzt vom Rettungsdienst leistete 
auf der SanitätSwache die erste Hilfe und überwies G. 
sodann dem Krankenhause. 
Verems-Nacbriä)ten 
Deutsche Kelonialgesellschast, Abteilung Berti«. Sonnabend, 
den 22. Februar, Abends 8 Uhr, iu den Gesamtfesträumeu des 
Zoologischen EartenS Kolonialiest. Nach fernen Lenden. Bllderreihe 
aus der Geschichte der Kolovisatiov. Die einzelnen Tavzbilder werden 
darstellen: I. Phönizier. 2. Römer, 3. Deutscher Rltteroi den, 4» Hansa, 
5. Spanier. Für Schaffung einer genügenden Anzahl von Sitzplätzen 
wird gesorgt werden. Zwischen 9 und 12 Uhr werden Abendessen 
gereicht werden. (Gedecke zu 4 3JL, einschließlich Platzkarte.) ES 
wird dringend gebeten, von dieser neuen Einrichtung Gebrauch zu 
machen und die Karten zum Abendcffen (nur tm Frftdüro, Kursütften- 
damm 9, neben dem Adlerportal des Zoologischen Garten», Ferspr.: 
Nollendorf, 2532, erhälilich), recht fiühzettig za entnehmen. 
Minner - Turnverein. Die AllerS - Abteilung unternimmt am 
kommenden Sonntaz ihre erste diesjährige Turnfahrt und zwar gilt 
eS diesmal, den sehr oft verkannlen Grnniwaid zu durchwandern. 
Absähet Morgens 8 26 Uhr vom Rmgdaht Hof Wilmersdorf-Frtedenru 
nach Erunewald. Marsch von dort rach ui neuen Rennbahn, an 
dcm Kaiscr-Wilhelm-Turm vorbei, über die Havelberge nach dem 
Restaurant Krumme Lanke, wo spätesten- 2 Uhr Mittags ein- 
getroffen wild 
Berlin und Vororte 
§0 Der sechSgleistge Ausbau brr Effenbahnstrecke 
Slralau-Rummeltburg-Treptow ist jetzt sowest gediehest, 
daß die Pläne dem Regierung«- und dem Polizriprästdrmrn 
zur landeSpolizeilichen Prüfung haben eingereicht werden 
können. Am Uebergange der Ringbahn über- dle Spree 
bei Treptow ist für den Personenverkehr nur ein Glrikpaar 
vorhanden; die Cpreebrücke ist zwar mit zwei GleiSpaarrn 
belegt, davon muß aber daS eine dem Güterverkehr vor 
behalten bleiben. Da nun auf beiden Seiten der Spree 
sowohl nach Süden, wie nach Norden hin je zwei selbst 
ständige Bahnen anschließen, sind hier die Ringbabnzüge 
sowohl, wie die Stadtbahnzüge nach Grünau bezw. Nieder- 
Schönweide-JohanniSlhal auf ein und denselben Schienen 
weg angewiesen. DaS Fehlen eine» zweiten GlriSpaarrS 
auf der Spceebrücke behindert daher den Betrieb und er 
schwert auch die Fahrplanbildung. 
Vermischtes 
*0 Zur Moorkultur schreibt uns der Raturschrtzbund, BerünGVI» 
Lehninerstraße 7: „Alle Tageszeitungen find voll von Berichten üb« 
die Sumpf- und Moorkullur, lagläglich kann man vno den Unsummen 
lesen, die Staat und Gemeinde sich dies» innere Koioatsation kosten 
laffkn. Wie ein Taumel hat eS die Masten ergriffen, in allen Ton- 
arten wird der Werl dieser kolonisalcrijaren Arbeit verhenlicht und 
gar tu gerne weist man auf Preußen« größten König hin, der einst 
begelstert auSricf: „Da habe ich mitten tu Flieden eine Provinz ge- 
sonnen', alS er seine Blicke über den ron ihm tn fiuchibareS Saat- 
land umgewardelleu Lderbruch gleiten ließ. Aber laffen wir uns 
durch eine allzu große Begeisterung den Blick nicht ttfibeal 60 gerne 
wir auch die Urbarmachung von Oedländereien begrüßen, so nach 
drücklich müssen wir aber auch auf die Gefahre» einer alz« extensive» 
Entwässerung lm Interesse der VolkSgesundhett htoweise». Große 
ruhende Sasserflächen haben für die Gestaltung de» Klima» zu» 
wenigsten eine gleiche Wichtigkeit wie die Wälder, über deren Be 
deutung als „Lungen", namentlich großer Städte, wohl kein Mwsih 
mehr tm Zweifel ist. Der Keuchtigke itsgehalt der Lust, der ausS engste 
mit Wasieroberflicheu zusammenhängt, beeinflußt anst- stirkste eine 
gleichmäßige Witterung. Er hält z. B. dle ln höhnen SufUegiove» 
dahinziehenden Wafferansammiuvgen an und leistt sie all befrnchlendcr 
Regen nieder. Dazu kommt dann noch der da» Wachklum der 
S !» sehr fördernde Tau, der naturgemäß sich da besonder s stark 
eit, wo infolge großer FeuchttgkettSflächeu viel Wafferdunst ln 
der Luft vorhanden ist. Die von staatlicher Sette gesörderte Ent- 
Wässerung wild letzten Endes Mitteleuropa m elne Steppe oder gar 
Wüste mit allen ihren unerfreulichen Folgeerscheinungen verwandeln. 
'o Tanlow-Gartz. Am l5. März d. I. wird die langersehnte 
Bahnstrecke Tanlow-Garu (Oder) im Bezirk der König!. Eisenbahn, 
direltion Stettin für den Personen-, Güter- und Gepickverkehr eröffnet 
werden. Nähere Auskunft geben die Dienststellen. 
Teck Lehranstalt Berlin-Steglitz. 
Jnh.: Ingenieur Pani Döbling, Direktor. 
Elektrotechnik, Maschinen-, Hoch-, Tiefbau. Gas-, Wasser, 
Heilung, Lüftung. Elektromonteurkursiis, Tages-, Abend 
unterricht. Vermessungstechnik. Programm frei. 
Verantwortlicher Schriftleiter: Her ina 11 n Mar t iRi u4, Friedenau.
        
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