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Periodical volume Nr. 154, 03.07.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

vorgebrachten Klagen zu prüfen, und konnte im kchluß- 
worte auch einem früheren konservativen Altpenstonär, 
RichnungSrat Schwarz, gegenüber erklärn,, daß die Liberalen 
für die Allpenstonäre in entschiedener Weise seien und 
immer eintreten würden, war um so notwendiger sei, als 
die Konservativen hierin leider vollkommen versagen. Mit 
der Aufforderung, eS nicht bei den Bestall bewenden zu 
lassen, sondern einzutreten in die Organisation der liberalen 
Parteien, endete dar Schlußwort. — Wie der gewerbliche 
Mittelstand, lehnt also auch der Beamtenstand den kon- 
servativen Eisenbahn^Obersekretär Hascloff ab, und die Aus 
sichten für die liberale Kandidatur Traub sind äußerst 
günstig. 
o Parfifal! Tin Wort, allen bekannt und doch von 
eigenem Zauber. Man spricht er nicht aus. etwa, wie 
wenn man weltliche Dinge nennt. Feierliche, weihevolle 
Klänge ruft »S im Innern wach, da« Herz wird hoch und edel 
gestimmt; wir fühlen, daß wir vor einem Geheimnis 
stehen, das zu ergründen nur dem gelingt, der sich von 
allem Irdischen trennt und eindringt in die reine unend 
liche Welt deS Göttlichen und der Offenbarung. TS war 
ein glücklicher Gedanke deS Friedenauer Parochialoereink, 
in einem Vortragsabend unsere Mitbürger durch Herrn 
Referendar Friedlich Krug inniger mit diesem herrlichsten 
Werke unseres größten Dichter-Komponisten Richard 
Wagner vertraut zu machen. Und wie sehr noch in 
unserem Volke der Sinn noch Großem und Hohem lebt. 
bewies der stark« Besuch, bewies der bis auf den letzten Strh- 
platz dicht pesüllte Frstsaal unserer ResormrealpymnostumS. 
Richard Wagner zu ehren, galr'S. Eo schmückte die Bühne 
vor dem Vorhang ein von der Firma Marcker Nachf. 
(Fechtner) geschaffener Ausbau auS Blumen und Lorbeer- 
bäumen, der die von der Musikalienhondlunug Echwcntz 
bereilyeslellle Wagnerbüste umschloß. Im ersten Teil deS 
Abends sang Frau Maria Mahraun auS den fünf Ge 
dichten von Maihilde Wesendvnk die von Richard Wagner 
vertonten »Im Treibhaus", „Schmerzen" und „Träume". 
Ihre, wenn auch nicht allzu umfangreiche, so doch reine, 
klangvolle Altstimme und der gute Vortrag berührten 
die Hörer sympathisch und brachten der Sängerin lebhasten 
Beifall ein. Herr Referendar Friedrich Krug trat nun an 
das Rednerpult. In trefflicher Rede und in begeisternden 
Worten führte er uns ein in das Bühnenweihfrstspici 
„Parsstal". Nach einer kurzen Beschreibung deS Dramas 
im allgemeinen, seiner Ursprungs, seiner Grundlage in ario- 
christlicher Anschauung, einer Schilderung über daS Wesen 
de« GralS und der Gralsritter, folgte der Bericht über 
daS Bühnenweihfestspiel selbst. Ein sakramentales 
Mysterium nannte der Redner den .Parfifal". Und 
so wußte er seinem Vortrage den Rahmen zu 
geben, der dieser Bezeichnung gerecht wurde. Atemlos 
lauschte daS Publikum dem poestrvollen Vortrage, 
in den eingestreut waren gleich Perlen die schönsten Stellen 
der herrlichen Dichtung. DaS klare, deutliche Organ deS 
Vortragenden, seine melodische Stimme, trugen dazu bei, 
alle zu fefleln. Lebendig schilderte er die Handlung und 
die szenischen Vorgänge auf der Bühne, die so vor dem 
geistigen Auge erstanden. Aber nicht nur die Dichtung 
und das Ezenenbild wurde uns offenbar, wir duistrn unS 
auch ergötzen an der wunderbaren, weihevollen Musik de? 
FeltspielS. Um daS Mysterium nicht zu stören, waren die 
Künstler hinter dem Pflanzenschmuck verborgen, sodaß 
ihre Musik und ihre Gesänge wie aus einer anderen Welt 
erklangen. Damit bot unS Herr Krug den „Parfifal" in 
einer Form, die ihm nichts von seiner Pracht und Größe, 
seiner Hoheit und Weihe nahm und ihn dennoch allen 
verständlich machte. Das hohe Lird der Liebe, die Sehn 
sucht nach Erlösung und Befreiung der Seele, der Kampf 
de- Gestel gegen alle sinnlichen Triebe zur Reinheit und 
Vollkommenheit wurden lebendig und üblen einen ge 
waltigen Eindruck aui die Hörer auS, sodaß sie mit 
Spannung und Jntereffe dem 2 1 / 2 ständigen Vortrage bis 
zum Schluß folgten. Wir wollen nicht verfehlen, auch 
den Künstlern wohlverdientes Lob und gebührende Aner 
kennung zu zollen. Sowohl die Solisten Frl. Matbtlde 
Gilow (Sopran), Frau Maria Mahraun (Alt), Herr Carl 
Stuhr (Tenor), Herr Friedrich Florier (Bariton), 
Hrr Malier Lüdtke (Baß), als auch die Mitglieder 
de« Orchesters Herr Organist HanS Luedtke (Orael- 
harmon um), Herr Paul G. Thiel (Flügel), Herr Walter 
Girudwaidsen (Violine), Herr Hubert I ihrorv (C llo) gaben 
ihr B steS. Besonders daS Orchester Ipirlte vorzüglich zu- 
sornrnen und cermiltelte die schönsten Melodien drS 
herrlichen Musik DramaS. DaS verdanken wir wohl vor 
allem de: musikalischen Leiterin Fräulein Elly Hagen, 
Konzert- und Oratcriensängerin. Der auS Damen und 
Herren der Gesellschaft gebildete Chor vervollständigt,, ab 
gesehen von k.etnen Unebenheiten in den Männerchörcn, 
in glücklicher Weise die musikalische Darbietung. Stürmischer 
Beifall dankte dem Vortragenden und den Künstlern sür 
den bereiteten Genuß. Viel Liebe zur Sache, abrr auch 
viel Zeit und Mühe gehört zur Durchführung einer der 
artigen Veranstaltung. Wir freuen unS, daß Herr Krug 
durch den glänzenden Erfolg deS Abends reichlich be 
lohnt wurde. 
o Männerturuverei«. Der 1. Zug der 2 Knaben- 
abtetiung wanderte am vergangenen Sonntag unter 
Führurig der beiden Turnwarte K. Brücker und Horstmanr, 
froh und frei in die Mark hinein. Von NsubabelSberg 
führte der Weg zunächst über Srcinstücken. Jagdschloß 
Stern, Philippstal und Saarmund noch Bergholz. 
Während deS kurzen Frühstücks im Walde hatte der 
Himmel neckisch auS seiner Zuckerdose das blendende Wriß 
über Wald und Brutterbrot gestreut. Aber Berghoiz war 
frei von Schnee geblieben und bot trockne Lagerstätte für 
die MittagSrast. DaS war den Jungen«, die doch sonst 
gewiß den Schnee von Herzen lieben, durchaus nicht leid. 
Denn eS handelte ^sich dabei um größere?! Ja, daS 
M ttagSbrot wurde auf dieser Turnfahrt ausnahmsweise 
wirklich ganz groß geschrieben. Sollten sie doch zum 
ersten Mal im Freien selbst abkochen. Schnell waren die 
Feuer entzündet und bald kitzelte der freundliche Duft der 
ErbSsuppe die Nasen der Knaben, die schon, mit Napf 
und Löffel schwer bewaffnet, die Kessel umstanden. In 
der goldnen Brühe aber schwammen, gar lieblich anzu 
sehen, für Jeden ein Paar Würstchen. Und daS hat dann 
geschmeckt, viel bester qkS zuhauS der Sonntag-braten!. 
Zum Schluß gab- Schpkolade, die selbstverständlich mit 
nicht geringerem Behagen geschlürft wurde. Dann aber 
hieß cf: bU Feuer gelöscht, die Kessel gewaschen ynd die 
Pferde (Schusters Rappen natürlich) gesattelt! Frisch auf 
zum fröhlichen Jagen! Ein KriegSspiel begann in der 
Bergholzrr Heide, da- 2 Stunden dauerte und damit 
endete, daß von der kleineren Partei, sich« 2 Mann durch 
die von der größeren Partei besetzte 2 Kilometer lange 
Linie zum Sammelpuntt durchschlugen, 5 gefangen wurden 
und der große Rest sich verirrte und erst gesucht werden 
mußte. Um den dadurch entstandenen Zeilverlust wieder 
auszuholen, ging eS nun in scharfem Tempö über die 
RavenSbergr nach PotSam, dem Endziel deS Marsches. 
Dt« zurückgelegte Strecke betrug «tw 25 K'lometer; die 
Marschleistung während deS KriegSspIeleS ist dabei nicht 
mtteingerechnet. Teilgenommen haben an der Turnfahrt 
56 Knaben und 4 erwachsene Turner. — Die 1. Knaben- 
obteiluvg unternahm am vergangenen Sonntag ihre erste 
diesjährige VormittagSlurnfahrt nach dem Grunewald, ver 
bünden mit einer Schnitztljogd. Die größeren Jungen 
der Abteilung sind pünktlich zur Stelle und können kaum 
den Zeitpunkt der Abmarsches erwarten. In flottem 
Tempo geht «S über Steglitz, Dahlem nach den Echieß- 
ständen der Gardeschützen von hier aus soll die Schnitzel- 
jagd beginnen. Schnitzrljagd! Für jeden deutschen Jungen 
ist eS ein Wort von zauberischer Wirkung Hei, da blstzjjn 
die Augrn und man muß selbst einmal mitgemacht haben, 
dann versteht man die Freude unserer Jungrn. Die 
Echnitzeljagd ist der JuchShetze nachgebildet, wie sie in 
R itervereinen gepflegt wird. Wir brauchen keinen Gaul, 
sondern reiten auf CchusterS Rappen. Fünf Jungen unter 
Führung eines erwachsenen Vorturners werden zu Fltchsen 
bestimmt. Zwei von ihnen haben ihren Turnschuhbeutel 
mit Papierschnitzeln gefüllt, von denen sie in geringen Ab 
ständen einige Streifen ausstreuen um den später nach 
folgenden Jungen, den Hunden, den Weg zu zeigen. Durch 
Dickicht, über H ide, den Abhang hinauf und hinab nehmen 
die Füchse den Weg, oft genug durch Streuen einer falschen 
Fährte die Verfolger auf einen falschen Weg lockend, um 
so einin möglichst großen Vorsprug zu gewinnen, und so 
als Zieger aus der Jagd hervorzugehen. DaS Endziel der 
Jagd, den Grunewaldsee, habtn die Füchse schon lange er 
reicht, ehe endlich auch die letzten der Verfolger am Ziel 
anlangten. Das fröhliche Spiel ist zu Ende. Großer 
Jubel herrscht unter den Jungen, Freude über den Erfolg, 
und Stolz über die recht erhebliche Leistung blitzen aus 
allen Augen. Gemeinsam wird der Rückmarsch angetreten. 
Mit hungrigem Magen langen unsere Jungen in Friedenau 
an, gerade zur rechten Zeit: von unserer Kirche schlägt'S 
die Mittagsstunde. 
o Die Gesangschtile Sorbcy, Sponholzstr. 3, ver 
anstaltet am 21. Februar. Abends 8 Uhr, im „Sesell- 
schafrshaus des Westens", Hauplstr. 30 31, eine Schüler 
aufführung. Programme mit Text unentgeltlich am Saal- 
eingang. Eintrittskarten zu 50 Pfg. stnd in unserer Ge- 
schästrstelle, sowie am Saaleingong zu haben. 
o Jugendliche Unfugstifter. In den westlichen 
Vororten, namentlich in Frtedenau und Steglitz lassen 
junge Burschen ihren Uebermut darin auS, daß sie HauS- 
lürschlöffer und Türklinken beschmutzen. Besonders die 
obsrilS und im Dunkel gelegenen Häuser werden heim 
gesucht und die Schlöffer mit Teer, Kot, ja selbst mit 
ätzenden Flüssigkeiten beschmiert. Kommt dann ein Haus 
bewohner in später Abendstunde nach Hause und tostet tm 
Dunkeln nach dem Schlüffelloch, so beschmutzt er sich nicht 
nur Handschuhe und Kleidung, sondern verbrennt sich — 
wie es vorgekommen ist — die Hände. Ganz abgesehen 
davon, daß eS manchmal eine geraume Zeit dauert, bis 
daS Schlüffelloch gereinigt ist und eS den Betreffenden 
möglich wird, das Haus zu betreten. Auch daS nächtliche 
Einwerfen von Fensterscheiben, namentlich in vereinzelt 
stehenden Häusern, gehört zu den besonderen .Taten" der 
Uufugstifter. Dabei .arbeiten" sie so geräuschlos, daß eS 
noch nicht gelungen ist. einen der Uebeltäter zu ertappen. 
o Im Hotel bestohlen. Eine Brtllantbrosche im 
Werte von 2000 M. ist einer Dame in einem Hotel nahe 
Kurfürstendamin zu Cchöneberg g,stöhlen worden. Die 
Brosche ist mit 8 viereckigen Saphiren und kleinen Brillanten 
besetz', in deren Mitte sich eine große echte Perle b,findet. 
Der Wiederbringer erhält eine hohe Belohnung. 
o Cin Automobilunfall ereignete sich in der 
gestrigen Nacht um 3.15 Uhr auf dem Händelplatz. DaS 
Droschkenouto war von vier Lichierfclderii, darunre: zwei 
Angehörigen des Garde-Schützen-BataillonS, besitzt und 
wollte in die Steglitzer Straße einbiegen; auf ein Signal 
der Fahrgäste brachte der Führer daS Fahrzeug plötzlich 
zum Slillstand, der Wagen wurde nach links über die 
Bordschwelle geschleudert und stürzte um. Hierbei erhielten 
die Fahrgäste verschiedentlich leichtere Verlitzungen, die 
auf der Unfallstation Nord verbunden wurden. 
Verems-Nacki-ickten 
Am Donnerstag täaen: 
.Fnedrnauer MLnncr-Gksangvcrein 187.5*, llebuugSstrwdrn 9— 1) 
im Restaurant »Hohenzollern*. Ditigenl: Musikdirektor Paul Antont. 
Kegelklub „Friedenau 1909* (Mitglied deS Verbandes Berlin« 
Kegelklubs @L V.) kegelt jeden Donnerstag non 8'/, Uhr Lber.dS bis 
12 Uhr RaLts auf zwei Berbandsbahnen tm Kigletheim »Bahn- 
schlößchen*, Znh. C. Müller, au Wannleekahnhef Friedenau. 
Märwrr Tuirv-nin Friedenau I Männer Abtriluug. DasTirnen 
sägt am Doni ctS ag. dim 20. d. M., auS, da d:c Turnhalle alS 
Wahllrkar benutzt wird. — Ti: wichste Turnstunde ist dann am 
Montag, dem 24. Februar, Abends 8H, Uhr, in der Eymncsialhallc. 
Charloltknburger Touristen - Klub .Märkische Föhre*. Die 
L>hr!ln.sablcilungs d«S Klubs untrrnsi.-mt am Sonntag, dem 
3. Ftdruar, ihre 30. Wand rsahrt nach Potsdam, Netlltz, Elienick«, 
Spandau. Lrrsammlung */ 4 8 Uhr Bahnhof Chail-Iteudurg, Haupt, 
poitul. Absah« 8 08. Tertneh nerkarle 1,10 M. Führer E. Anhebe. 
Zunge 8 utc sind stets gern gesehene Gäste. — Die Echüsirabicilung 
des Klul S unurnimmt an demselben Sonntage ihre 36. Wanderfahrt 
nach tzürstenbrunn, Hasclhorst, . Tegel, Schulzendorf, HcrmSdvrs. 
Versammlung 8 Uhr Lutsenplätz (am Denkmal) oder '/ 4 9 Uhr Friedrich 
Kau Platz (Spandauerstraße). Teilnehmerkarte 50 Pfg. Knaben von 
10—14 Zähren swd \u allen Dundersahiten gern gesehene Gäste. 
Schöneberg 
— 8 Dak städtische Schulwesen tri Berlin-Cchöneberg 
erfordert sür 1013 einen Zuschuß von 2 9 59 744 M.. also 
rund 41 Prozent de« GesamtüberschuffeS d S SteueretatS, 
wührend sür 1912 der Zuschuß nach dem Etat 2 911 806 
Mark betrug, sür 19 i3 mithin 41 938 M. niehr. 
—o Die BrrmiltlurigSzahlen deS Berlin Schöneberger 
ArbeitSamtrS für Januar weisen keine Besserung deS 
ArbeilSmarkteS auf. Es herrscht ein sehr großer Druck 
auf der allgemeinen gewerblichen und industriellen Tätigkeit. 
DikS macht sich vor allem in der großen Zunahme der 
arbeitsuchenden Personen geltend: Im Januar v. Ir. 
1422, in diesem Jahre 1901 männliche Personen, während 
au« dem Vormonat noch 438 bezw. 696 Personen zu be 
rücksichtigen waren. In der Abteilung sür weibliche Per 
sonen ist die Zahl der «rbettsuchendru Personen von 1186 
in dem Monat Januar deS DotjahreS auf 1282 in diesem 
Jahre gestiegen. Gut vermittelt stnd wiederum die 
besseren Arbeitskräfte, die Handwerker, gelernten Arbeiter 
und Dienstmädchen. An Handwerkern usw. stnd 114 
Stellen gegen 34 in dem gleichen Monat dis Vorjahres 
und an Dienstmädchen 282 Stellen gegen 163 in dem 
gleichen Monat des Vorjahr,!» vermittelt worden. Trotz 
dieser günstigen Vermittlung-ziffern stnd jedoch noch gute 
und zuverlässige Arbeiter und Arbfitensnnen, Handwerker, 
ArbeitSburschen, Dienstmädchtrj. Wasch- und Reinmache 
frauen usw. in großer Zahl gemeldet, sodaß alle Arbeit 
geber immer wieder dringend gebeten werden löstnen^ bei 
Bedarf von Arbeitskräften irgend welcher Art sich deS 
Berlin-Schöneberger Arbeitsamtes, Grunewaldstroße 19. 
Ecke Schwäbischestraße 13/14, zu brdtenen. DaS Arbeits 
amt sichert jedem Auftraggeber dir zuverlässigste und 
prompteste Bedienung zu. Der Fernrnf ist Amt Nöllen- 
dors Nr. 230 und 231. 
—o Utber daS Vermögen dkS SchloffermeisterS Robert 
Postler, Neue Winterfeldstr. 36, früherer Mitinhaber der 
inzwischen grlö'chten Firma Paul Echwendt Nachf., zu 
Berlin-Schönebrrg, Nollendorffstp. 27. ist am 13. Februar 
1913, Nachmittag? 2 Uhr, daS KonkuiSoersahrm eröffnet. 
Der Konkursverwalter August Beiter in Berlin W 30, 
Haberlandstr. 3, ist zum Konkursverwalter ernannt. 
KonkurSforderungen stnd bis zum 20. März 1913 bei 
dem Gericht anzumelden. — DaS Konkursverfahren über 
daS Vermögen der Berliner ÄereinSdruckerei - Gesellschaft 
mit beschränkter Haftung, Steglitzer Sir. 11, ist nach er 
folgter Abhaltung deS Schlußtermins hierdurch aufgehoben. 
— Ueber daS Vermögen deS Uhrmacher! Heinrich Heufel, 
Neue Winterfeldstr. 50, ist am 13. Februar 1913, Nach 
mittags 2 Uhr, daS Konkursverfahren eröffnet. Der 
Konkursverwalter August Better in Berlin W. 30, Haber- 
landstr. 3, ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- 
forderungen sind bis zum 7. März 1913 bei dem Gericht 
anzumelden. — Ueber daS Vermögen der Gesellschaft mit 
beschränkter Haftung WiLy Lehmann, - Neue Winterfeldt- 
straße 41, ist am 15. Februar 1913, Mittags 12 Uhr, daS 
Konkursoerfahren eröffnet. Der KonkmSverwaitcr August 
Beiter in Berlin W- 30, Haberlandtstr. 3, ist zum 
Konkursverwalter ernannt. KonkurSforderungen stnd bis 
zum 5. April 1913 bei dem Gericht anzumelden. 
Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
An tic Redaktion deS „Friedenauer 8okaI-AnzeigerS.* Also eine 
Biersteuer will unsere «eise Gemeindeverwaltung einführen. Daß 
sie immer alles nachmalten muß, wa» Berlin plant. Der Unterschied 
wird rur der sein, das; In Berlin die Bnrstcucr zu Trade getragen 
wstd, währerd sie bei uns sicher genehmigt wird 15000 M. sollen 
die hiesigen Tastwirte cufbringeu. Da etwa 70—80 TaftiriNr in 
Friedenau vorhanden sind, so kommt cuj jeden im Durchschnitt eia 
Betrag von rund 200 M. Gewöhnlich werden aber Stiuereinnahmeu 
immer sehr niedrig ve,anschlagt, sodaß ich befürchte — ui d das ist 
wohl auch die stelle Hoffnung des GemeindrvotstandcS — d:tz auS den 
15 000 M. gut und gerne 20 000 M. werden. Dmchschvtttlie, 2005». 
.Strafe* also soll der Gasiwiel zahl-", weil er Bier verschänkt. Wenn 
das edle Muster durchgreift, lasten sich noch vielerlei „Etrafen* für 
die verschiedensten Gewerbezweige etfivdin. AuSgerechnet der Tast- 
wir>S;iand, der heute mit Steuern und Abgaben über urd über de- 
lastet ist, muß wieder einmal die mtlkevde Kuh sein. An sämtlichen 
Veldrauchssleuern der famosen Relchksinatizreform ist heule der Gaß- 
rrirt am stärksten beteiligt Dann hat er zu tragen die vierstcuer 
fürs Reich, die kchankkonzejsioiisteuer des KreiieS, die Stempelsteuer 
sür jede verlängerte Pclizeisturde, sür Vergnügungen usw. Ferner 
eine Lustdarkeilssteulr sür jede Uciue.Veransraliuilg. Dazu zahl! der 
Äastwnt wie jeder andere Tewerbetreidenhr die Eeweibesreucr. Hat 
er noch daS zwufclhasle Glück. Haurbtsißer zu sein, so treteu auch 
dle sür den Grundbesitz vorgestheuen LLggdeit hinzu. Und nüti will 
man noch eine besondere Gcmcindebiersteuer von ihm erheben. Gm 
Abwälzen der Steuer auf daS Publikum ist nicht denkbar Denn 
ucch kleinere Glaser! Das geht clnsach nicht, die jetzigen Gläser find 
schon klein genug. D.r „^.ig-Topp* rd.r »Halde* für 15 Pf. ist 
längst dahin. Run wird die Steuer nütüilich nah dem Bierabsatz er 
hoben, sodaß sie je höher ist, je gtyßcr drk BierauSjchank in den 
eiazkluen Lokalen. Dabei kann eine kleine „Budike* unter Umstiuden 
einen gräßeten Bierabsatz zu verzeichnen haben, als ela größens und 
bifferes Restaurant. Trotzdem wico I-tztetes über durch die Sttuec 
mehr brlastct als die kleine Schankstüb^ da d§ gtdßeren Aufwand 
treiben mutz und auch für eine gute Küche ztlsfioigen hat. U >d daß 
an der Küchei heute nichts wehr verdient, aber sehr wohl zugrsrtzt 
wird, kann jrder Gastwirt bestätigest. Am schlimmsten aber werden 
wohl wir sogerr. mittleren Sastwirle; die »tk rükgetllche Familien- 
Restaurants zrrüerhalieo, von der neuen Gteück bclrrffea. Er tjl etne 
f-ststehende Tatjache daß wir schon jetzt schwer um unsere Eplstenz zu 
kiu pfen haben. Und tritt mal ein Fehlstlag ein oder tängüe Krank- 
heil in der Familie, so können wir uuser Lokal schließen. Ich möchte 
nur auf des Restauia-.ck .Hoheuzollerr," und da! Restaurant Z^Mmcr- 
münu hinweijen, wie schwer eS heute der Gastwirt hat Darum also, 
verehrte Gimrindcverwaliuag, einen Stand, der so schon am Hunger- 
tuche nagt, r och .stärker delaleu Möge mat doch den Kommunal, 
zuschlag zur Staatrsteuer eehöyea, daun find alle Kreise gleichmäßig 
geiroffcn. Er heiß. immer, unsere Ftcaazen si-d so außerordenUlch 
glänzend und unser Etat ist günstiger a!S der der Nachbargcmcindeo; 
ja, aber dort rechnet man auch anders und macht nicht solche Mätzchen, 
belastet nicht 70—80 Steuerzahler mit 15 000 M., um den Kommunal- 
zuschUg von 100 Proz. aufrechterhallea zu können!. Hoffentlich sitz n 
tu unserer Gemernoevertreiung, die ja wohl das letzte Wort zusprechen 
hüt, einsichtsvolle Minner genug, um diese, neue StcueivoNage ebenso 
zu Fall zu bringen, wie brrS mit der vor zwei Zähren üngerrgleu 
Schank-Kouzelsianesteucr geschah »• 
Friedenauer Lokal-Anzeiger, hier. Trvtz der mäLligen Klagen 
und Beschwerden hält es dir Siraßesvahu für unnötig, de» d-^ 
jcheldensten Bedürfnissen Rechndng zst tragen. Zm Gegenleu! AIS ich
        
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