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Periodical volume Nr. 1, 01.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Immer mehr wird el Brauch, daS tägliche Geld, 
welches die Banken gewöhnlich nur mit ein bis zwei 
Prozent verzinsen, auf die Sparkasse zu geben, dir er 
Mq, vom Tage der Ein- dir Auszahlung mit drei 
',ent verzinst und — wie es di« modernen Sparkassen 
alle tun — selbst die größten Beträge im Bedarfsfälle 
immt und ohne vorherige Kündigung zurückzahlt. 
;fc8 System hat der Schöneberger Sparkasse zu ihrem 
erwarteten Riesenerfolg verholfen. Auch größere 
.orporationen, wie z. B. der Friedenauer Haus- und 
Grundbesitzerverein, werden ihre Kapitalien bet der OrtS- 
sparkasse anlegen und ihren eigenen Interessen bezm. 
Hypothekenunterbringung dienen. Haben doch überall da, 
wo e§ das Wohl der Allgemeinheit unseres Ortes galt, 
die Friedenauer in ihrer Liebe zur engeren Heimat noch 
immer fest und treu zusammengehalten. 
Nur dürfen wir mit der Errichtung dieser Sparkasse 
nicht so lange warten, bis dar neue Rathaus fertig ist, 
denn hierüber können eventuell noch «in paar Jährchen 
vergehen. Jetzt müssen wir beginnen, jetzt ist die 
Konjunktur zur Errichtung einer Sparkasse die denkbar 
günstiLste, jetzt stehen unsere Reich»- und Staatsanleihen, 
in denen die Sparkassen ja gesetzmäßig einen Teil ihrer 
Depots anlegen müssen, niedrig unZ ist an diesen zu ver 
dienen, sitzt beginnt eine finanziell aufsteigende neue 
Jndustcicepoche und sobald der Meltfrtrde gesichert ist. 
müssen auch die Friedenauer ihre Gemeinde-Sparkasse 
eröffnen. WaS andere Landgemeinden haben, darf un« 
nicht vorenthalten werden, weil eS segensreich zu wirken 
verspricht. Darum frisch an» Werk, der Erfolg ist sicher 
und kann nicht ausbleiben. M- Gr. 
Kommunale Angelegenheiten. 
Erläuterungen des Gemeinde-Vorstandes zur Tagesordnung 
der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstag, dem 
2. Januar 1913, Abends 7 Uhr. 
Zu Punkt 2, 3, 4 und 6 der Tagesordnung: 
Es handelt sich um die in der letzten Sitzung am 
19. d. Mts. wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr be 
ratenen Angelegenheiten. Die Vorlagen hierzu sind in den 
Erläuterungen vom 13. Dezember 1912 enthalten und 
wird auf sie Bezug genommen. 
Vorlage betreffend Bewilligung der Mittel für Aufstellung der Ur- 
vLhlcrlisten für die Landtagsabgeorduelen-Srsatzwahl. 
Für die Landtag-Ersatzwahl an Stelle des verstorbenen 
Abgeordneten Geheimen Baurat Fehlisch im Wahlbezirk 
Teltow—BeeSkow—Storkow und Stadtkreis Berlin-Wtl- 
merödorf ist die Neuaufstrllung der Urwählrrlisten er 
forderlich. Dieselben sollen bereits in der Zeit vom 8. bis 
10. Januar öffentlich ausliegen. Die diesbezügliche Ver- 
üigurig der Aussichtsbehörde ist unS erst am 23. Dezember 
zugegangen. Obgleich die notwendigen Arbeiten sofort in 
üngriff genommen wurden, ist bei der gegenwärtig ohne 
hin schon starken Ueberlastung der in Betracht kommenden 
Dienststellen die rechtzeitige Fertigstellung der Listen nur 
mich Ableistung von Ueberstunden und Heranziehung von 
pilfkkiäften aus anderen Büros möglich. Zur Deckung der 
Intschädigung für die Ueberstunden reichen die Voran- 
chlagkmittel nicht auS. ES werden dazu etwa 550 M. er- 
ocdcrlich sein, wozu noch die Druckkosten für Wählerzettel, 
legitimationSkarten, Bekanntmachungen usw. mit rund 
i 50 M. hinzutreten. Wir ersuchen, beschließen zu wollen: 
>ln Kosten der Landtagswahl werden 700 M. auS Vor- 
rnschiag I Nr. 51 bewilligt. 
Lokales- 
Mtzdruk unserer o-Ortginalarttkel nur mit Quelle raugabe fl«statte« 
o Silvester. Wenn der Weihnachtsabend mit dem 
jon vielen Kerzen erleuchteten Tannenbaum uns an das 
Firmament mit seinen strahlenden Sternen erinnert, an 
reu offenen Himmel, auS dem die Engel des Glaubens, 
ier L.cbe und der Hoffnung wie auf einer Jakobsleiter 
mf- und niedersteigen, jo mahnt uns die sinnige Silvester 
eier an den Riesenbaum der altgermanischen Mythe, an 
sie Wiltesche „Yggdrasil" die bis in die eilenden Wolken 
eicht und zu deren Füßen aber die drei Nornen Uhrd, 
Wrrdaudi und Skuid, Vergangenheit, Gegenwart und 
Zukunft, weilen und das Schicksal der Menschen bestimmen. 
Zn dem eisten Augenblick, wo rin neues Jahr dem 
Schoße der Zeit entsteigt und bei seinem Nahen gleichsam 
roch die Schwingen deS entschwindenden JahreS streift, 
'eichen sich diese drei geheimnisvollen Nornen die Hände. 
bewahren, indem er sich mit beiden Händen fest an den 
Tisch anklammerte. 
„Wer sind Sie?" wiederholte er laut aber undeutlich. 
„Wer sind Sie?" 
„Ich bin der Amtsrichter Rainer aus Hadamar, und 
draussen sind zwei Polizisten. Wie ich Ihnen schon sagte, 
bin ich hauptsächlich zum Schutz der gnädigen Frau mit 
gekommen,'aber in meiner amtlichen Eigenschaft ersuche 
ich Sie jetzt, den Herrn herauszugeben, den Sie widerrechtlich 
hier festhalten, und der der Mann dieser Dame ist. Ich 
meine Herrn Erich Martens." 
Wenn die ganze Sache nicht so unsäglich traurig ge 
wesen wäre, so hätte Angela sich tatsächlich versucht ge 
fühlt zu lachen, als sie sah, wie der erst so trotzige Doktor 
plötzlich zusammenklappte. Er liess sich schwer in einen 
Stuhl sinken und blinzelte den Amtsrichter an wie eine 
Eule, die man plötzlich in einen erleuchteten Raum bringt. 
„Also das Spiel ist verloren, wie mir scheint," sagte 
er und versuchte dabei verständnisinnig zu lächeln und zu 
nicken. 
„Allerdings," erwiderte Rainer ernst, „Ihr Spiel ist 
ausgespielt, und es würde mich jetzt nur noch interessieren 
zu erfahren, wie Herr Erich Martens überhaupt in Ihre 
siände geraten ist. Noch vor zwei Tagen glaubten seine 
Frau und alle seine Freunde, er sei in Afrika. Wie kommt 
es, dass er hier ist?" 
„Haha, das könnte Ihnen wohl so passen, wenn ich 
das erzählte, mein Herr Amtsrichter," erklärte der Doktor 
mit trunkenem Lachen. „Aber das gelingt Ihnen ja nicht, 
haha, Robert Waag verrät keinen Freund." Sei» Kopf 
ank auf den Tisch, und er richtete sich mühselig wieder auf. 
„Nein, nein, io leicht sänut nian mich nicht, jo fro'' 
Die düstersten Borahnungen der die Vernichtung be- 
deutenden heidnischen Götterdämmerung haben aber keine 
Gewalt mehr über die lichterhellte Menschheit, die es 
gelernt hat, noch am Trabe die Hoffnung aufzupflanzen, 
die durch den Glauben und die Liebe emporgehoben wird 
über Zeit und Raum. Das Neujahr fällt in die Zeit der 
zunehmenden LichtS, und wenn irgend ein Volk, so ist 
daS deutsche berufen, hoffnungsvoll und unentwegt fortzu- 
schreiten nach den höchsten Idealen des LebenS deS LichtS 
und der Liebe. 
o Pünktliche Zinszahlung. ES geschieht öfter, 
daß die Zinsen nicht pünktlich gezahlt werden. Für gc- 
wöhnlich wird deswegen eine Hypothek noch nicht gc- 
kündigt. Andererseits kann solche Unpünktlichkeit dem 
Gläubiger gerade willkommenm Anlaß bieten, daS Schult- 
Verhältnis zu lösen und dem Schuldner zu kündigen. AuS 
besonderen Gründen hat er ihn Unkündbarkeit auf längere 
Zeit eingeräumt. Allerdings ivar ausgemacht, daß. fall« 
Schuldner länger als 14 Tage mit der Zinszahlung im 
Rückstand bleiben werde, die Hipolhek trotz aller Unkst,id- 
barkeit sofort fällig sein solle. Nun zahlt der Schuldner 
innerhalb dieser Frist nicht. Duste der Gläubiger trotz 
dem später die Zinsen annehme,, ohne der nunmehrigen 
Fälligkeit verlustig zu gehen? Dss Rechtsprechung bejaht die 
Frage. Die Vereinbarung, daß die Hypothek unkstndbar 
sein solle, wird sofort hinfällig, venn der Schuldner die 
Zinsen nicht pünktlich bezahlt; rSist nicht nötig, daß der 
Gläubiger den Schuldner auSdrtcklich mitteilt, er mache 
von der kaffatorischen Klausel Gebrauch. Zahlt der 
Schuldner die Zinsen nicht pünktli), so hat das den Ver 
lust der Unkündbarkeit der Hypotek ohne weiteres zur 
Folge, und dsbrt bleibt eS, wen auch der Gläubiger 
später die überfälligen Zinsen no) annimmt. Dennoch 
raten wir zur Vorsicht; ganz unbestrivn ist die Sache nicht; 
ein vorsichtiger Gläubiger quittiert uch über nach Eintritt 
der kaffatorischen Klausel bezahlte Zisen nur .unter Vor 
behalt aller Rechtes" 
o Verlängerung von Straj-nbahnliuien. Die 
Straßenbahnlinien 59 (Groß-Lichteelde, Händelplotz— 
Friedenau—Weißensee, Rennbahnstras) und 00 (Schöne- 
berg, RubenSstraße—Friedenau—Weiß, see.Nennbahnstraße) 
werden demnächst durch die Rennbahnraße biv zum Amts 
gericht Weißensee verlängert. 
o Zugüberfüüuug der Tüdregzüge. Die fort 
gesetzten Klagen über die unhaltbarenstustä'nde der Zug- 
übrrsüllung in den HaupivelkehrSzeitenauf der Südring 
strecke der Stadt- und Ringbahn von Walensee bis Pols- 
damer Ringbahnhof, unter welchen l Bewohner von 
Wilmersdorf, Friedenau und Cchöneber haupisächlich zu 
leiden haben, welche gezwungen sind,die Südringzüge 
nach dem Potsdamer Riugbahnhof alsgerkchismiltel zu 
den Hauptverkehrszeiten Morgen« und Ax.d§ zu benutzen, 
haben den BezirkSoerein .Kaiserplatz" «anlaßt, hier er 
neuert Maßnahmen zu ergreifen, um enich eine Abhilfe 
zu schaffen. Zur Unterstützung einer vomem gcnannten 
Verein an die Königliche Eisenbahndirkon der Etadt- 
und Ringbahn gerichtete Eingabe, mit wHsx auf diese 
unerträglichen Zustände hingewiesen wis richtet der 
Verein an das Publikum, daS die Stadt- Ringbahn 
auf dieser Strecke benutzt, die Bitte, die ahikarten, in 
erster Linie die MonalSkarten und Mon'nebenkarten, 
tnSdrscndere jetzt am Ultimo bei der rlflatton zu 
kaufen, eS kommen hier in der Hauptsache t Bahnhöfe 
Schmargendorf, Wilmersdorf-Friedenau unEberSstraße 
inbetracht. Zur Feststellung der Frequenz bt ber Ring- 
bahnbenutzung auf diesen drei genannten ©n^bfcii ist 
eine Zählung deS fahrenden Publikums betragt, bei 
welcher die Statistik mit ausschlaggebend seinitrd. wie 
umfangreich der Fahlkartenverkauf bezw. der Daus von 
Monatskarten und Monatsnebenkarten sich hie^kstaltet. 
Bis jetzt ist diese Statistik immer eine unrtchlig^ewesen, 
d. h. eine der tatsächlichen Frrquenz des v biefni 
Stationen fahrenden Publikums wtdersprechendeda die 
Monatskarten und die Monatsnebenkarten, wie gemein 
üblich, auf dem Potsdamer Ringbahnhof gelöst.erben. 
Die Monatskarten und die MonatSnebenkarteihabxr, 
Giltigkeit von den beiden Endbahnhöfen, Polmer 
Ringbahnhof bis Charlottenburg, auch wenn sol ouf 
den drrt obengenannten Bahnhöfen gelöst werde Ix 
nach Ausfall der aufzunehmenden Zählung deS falben 
Publikums und der Statistik des Fahrkartenverkaus^jxb 
eS davon abhängen, ob ein Pendelverkehr nach dcmHz. 
damer Ringbahnhof zu den Hauptverkehrszeiten zugx. 
man die Dummen aus. Ich' bin ja vielleicht ein S J T 
aber kein dummer. Ganz gut, nicht? Kommt n irgr,' 
einem Stück vor. Ich bin zwar ein —" 
„Sie mögen ein Narr sein," unterbrach ihn der An , 
Achter scharf, „aber auf jeden Fall sind Sie ein schul 
Und nun lassen Sie das alberne Geschwätz und roppx 
Sie sich auf. Ich will wissen, wie Herr Martens hicrhe 
gekommen ist? Reden Sie, es nützt Ihnen garnicht, 
wenn Sie die Wahrheit verschweigen." 
„Oh, also das wollen Sic wissen ? Na, es war— C ir, 
ganz guter Freund von ihm, sein bester sogar! Nett 
nicht? Wenn einer seinen besten Freunde hierhersciFt, j,,' 
dieses Loch und zu einem Kerl, wie ich einer dir. Ich 
würde nicht einmal einen Hund herschicken. Kenn das 
Loch zu gut. Nein, nicht einmal einen Hund. Aber 
Martens' bester Freund hat i h n hergeschickt. 
Er schwieg einen Augenblick, dann fuhr er mit schprer 
lallender Zunge in einem geheimnisvollen Flüstern ' 
„Aber Ihr dürft's ihm nicht sagen, verstanden? dassch'g 
Euch verraten hab'. Aber unter uns kann ich's Eu ja 
schon sagen, wie der gute Freund heißt, Martens' b,er 
Freund, der mit ihm zusammenwohnte: Rolf Stern!" 
Angela unterdrückte mit Mühe einen Schrei. Der Door 
sah sich triumphierend im Kreise um. „Ja, sein g?x- 
Freund und meiner. Er wollte ihn aus dem Wege hat,, 
verstanden?" 
„Ja, ich verstehe sehr wohl," entgeguete Rainer er., 
„ich verstehe es genau. Aber was ich nicht begreife, d 
ist, dass Martens sich gutwillig hierherbringen liess. A 
war denn das möglich?" 
„Ja, der arme Mariens —er nickte dem Amtsricht 
wieder bedeutungsvoll.zu und zeigte .dabei.auf jxin.eStir. 
sütigung der Zugüberfüllung eingerichtet wird. t? !lr . 
d'jug für Monatskarten und MonatSnebenkarten sei 
°uf folgende Bestimmung aufmerksam gemacht: 
l. Monatskarten urb MovatSnebenkarten für die Strecke > 
yottbim« Ringbahnhvf bis Charlotteaburg werben auf beiden 0. 
dahnhöfen unb auf sämtlichen Zwlschenbahnhöfen abgegeben. 2. Wero 
f 4,,f f> für mehrere Angehörige eines HruSstanbcS gelöst, so wird nu 
iw eine Karte (Stammkarte) der »olle Preis, für die übrigen »a-ie 
"mißigter (halber Preis) erhoben. 3. Zar Erlangung von 
Movatrnedcakarten bedarf cs einer AntrcacS bcS Hauehaltuiigöcor- 
Jfanbfe, bet in jebem Kalenderjahr bei der eisten Lösung zu erneuern 
II-. Vordrucke zu solchen Anträgen werden von de» Sahikarlenauc. 
Scken unentgeltlich verabfolgt. Auf dem Antrage ist von der r.rn - 
prlljeibehSrde zu bescheinigen, daß die Personen, für die Nebenkarten 
"antragt werden, zudem des antragstellenbrn Hauthaltungsvorstardcs 
Schoren, daß enlferrtere Bcr«anbte aus den Mitteln deS Huue- 
daliungevorftanbeS unterhalten werben, bah Dienstboten pp- , i)c ’ 
jjt ! eines amtlich beglaubigten Dienstbuches sind und daß Lehrlinge 
d" dem HauShaltungivorstande wohnen und von ihm belöstigt 
wndm. Beim Dieustbotenwechfel ist in jedem Fall ein neuer Antrag 
deizilbringen. 
Der Vorstand deS BezirkSoerrinS .Kaiserplatz" Berlin- 
Wilmerrdorf, Kaiserplatz 13 ist zu jeder Auskunft in 
düs» Angelegenheit bereit und bittet höflichst die Leser 
de» Blattes, die ein Interesse an dieser Mitteilung haben, 
für eine entsprechende Verbreitung derselben Sorge zrr 
baren, da diese sich hierdurch in eigener Sache dicncn. 
o N.ber die Kohlenverforgung Berlins und 
seiner Vororte in den Monaten Januar bis November 
1012 laffm sich aus einer im Reichsamt des Innern er 
folgten Zahlenzusammenstellung folgende interessante Mit 
teilungen entnehmen: In den Bericht-monaten betrug die 
Zufuhr von Steinkohlen, Koks und Briketts aus England. 
Westfalen, Sachsen, Ober- und Niederschlrsten an den 
Bahnhöfen und Häsen der RerchShauptstadt 1 240 782 1 
mit der Eisenbahn und 1 005 704 t auf dem Wasserwege, 
iusammen also 2 315 486 t. In den letzten 3 Monaten 
stellte sich die Zufuhr auf rund 210 000 t für jeden Monat. 
3um Versand gelangten 117 618 t, sodaß in Berlin 
2 197 868 t verblieben. Die Zufuhr (abzüglich deS Ver 
sandes) an den folgenden Bahnhöfen und Häfen ausserhalb 
der Weichbildes von Berlin in AdlerShof, Blankenburg, 
Charloltenburg, Köpenick, Friedenau, FriedrichSfelde, 
Lichterselde, Grünau, Grunewald. Halensee, Hermsdorf. 
KaulSdorf, Lichlenberg, Grünau, Grunewald. Halensee, 
HermSdorf, KaulSdorf, Lichlenberg, Neukölln, Marienfelde, 
Niederschöneweide, Oberschönemeide, Pankow, Schöueberg, 
Spandau, Steglitz. Tegel, Teliomkanal, Tcmpelhos, Treptow, 
Wilmersdorf, Zehlendorf u. a. stellte sich für die Stein 
kohlen, Koks und Briketts mit der Eisenbahn auf 
907 877 t und auf dem Wasserwege auf 1 398 889 t oder 
zusammen auf 2 306 166 t. An Braunkohlen und Briketts 
«hielten die Großberliner Gemeinden 764 774 t, mit der 
Eisenbahn und 2 696 t auf dem Wasserwege, zusammen 
also 767 470 t. 
o AahrprciSermäsiigungrn der Hoch- und 
Untergrundbahn find wie nachstehend erfolgt: Der bis 
herige IS-Pf.-FahrpreiS ist ermäßigt auf 10 Pf. für f ,bie 
Strecken: Bülowstraße bis BiSmarckstraßc oder Hailipt» 
straße; Nollrndorfplatz- bis -ÄLtlhelmplotz oder Sophie- 
Charlotte-Platz; Wittenbergplatz bis Kaierdamm oder 
Hauptstraße; Zoologischer Garten bis Reichskanzlerpiatz 
oder Stadlpark: Charlottenburg Knie bis Bayerischer Platz; 
BiSmarckstlaße bis Viktoria-Luise-Platz; HaUesches Tor btS 
Warschauer Brücke; Möckernbrücke bis Schlesisches Tor. 
Der 20-Pf.-FahrpreiS ist auf 15 Pf. herabgefitzt für dis 
Strecken: Bülowstraße bis Reichskanzlerpiatz; Wilhelmplatz 
bis Etadtpark; Sophie-Charlotte-PIotz bis Sladtpark; 
Kaiserdamm bis Bayerischer Platz; Reichskanzlerpiatz bis 
Viktoria-Luise-Platz; Bismarckstraße bis Hauptstraße. 
Statt bisher 25 Pf. werden jetzt 20 Pf. erhoben für die 
Strecken: Friedrichstraße bis Reichskanzlerplatz; Hausoogtei- 
platz bis Kaiserdamm; Spittelmarkt bis Wilhelmplctz oder 
Sophie-Eharlott? Platz; ReichSkanzlrrplatz bis Haupistraße 
oder Prinzenstroße; Warschauer Brücke bis Epittelmarkt 
oder Kni«, oder ktadtpark; Schlesisches Tor bis Bisma:ck- 
straße oder Hausttraße; Oranienstraße bis Wilhrlmplatz 
oder Sophie Charlotte-Platz; Kottbuser Tor bis Kaisei- 
damm. Endlich ist der 30-Pf.°FahrpreiS ermäßigt auf 
25 Pf. für ble Strecken: Warschauer Brücke bis Kaiser 
damm und RetchSkanzlerplatz; Schlesisches Tor bis ReichS- 
kanzlerplotz 
o Si« «euer Kutsus zur VinfühP^rg in die 
praktische Jugeudpflege wird von dem HaupiauSschuß 
für Jugendpflege in Charlottenburg für solche Herren und 
Damen veranstaltet, die bereits in der Jugendpflege 
praktisch arbitten und sich für die praktische Arbeit weiter 
,T)er arme Martens ist nicht ganz richtig yter. Harre einen 
Sonnenstich oder Säbelhieb oder sonst was — Gedächtnis 
ganz -utsch. Sonderbar, nicht? Interessanter Fall. Werde 
ihn sir eine medizinische Zeitschrift bearbeiten. Außer- 
ordeniich interessanter Fall! Der arme Martens! Ja, 
er tan hierher, um fein Gedächtnis wiederzufinden. Hahaha. 
Das U alles!" Wieder sank.der Kops schwer auf den Tisch, 
und dr Arzt schielte den Amtsrichter an. 
„Uso, weil der Unglückliche sein Gedächtnis verloren 
bat, drum behandeln Sie ihn hier, wie kein anständiger 
Men'ckseinen Hund behandeln würde?" fragte Rainer in 
gciechtm Zorn. 
„H, das war erst später. Zuerst lebte er hier wie 
der Bqel im Hanfsamen" — wieder nickte er dem Amts- 
nchter iu — „aber dann — dann telegraphierte mir 
^-lern. Es war etwas furchtbar Wichtiges, aber ich kann 
mich agenblicklich nicht erinnern, Sie müssen schon ver 
zeihen.Z Er verneigte sich und lächelte idiotisch. „Ich 
weiss rvklich nicht mehr, was in der Depesche stand. Es 
geht in wie ein Mühlrad im Kopf herum. Aber der 
langen Üede kurzer Sinn war der, Stern wollte den 
armen trl aus dem Weg haben, und ich — ich sollte 
ihn aindem Weg schaffen. Stern ging's nicht schnell 
genug, der ich konnte ihn dock, nicht direkt umbringen, 
was? aben Sie's jetzt begriffen?" 
„Iaohl, ich habe es begriffen," erwiderte Rainer, 
»und S: und Ihr guter Freund werden sehr bald be 
greifen. ah man nicht ungestraft Menschen wie Hunde 
behände! Das ist ja eine scheußliche Geschichte," wandteer 
sick, öanizu Angela, während Waags Kopf auf die Brust 
imit !,„(feine Augen sich schlossen. 
(Fottsepung folgt.)
        
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