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Periodical volume Nr. 251, 24.10.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Kätzchen gebildet, die bei den Weiden weiß und bei den 
andern Pflanzengattungen grünlich sind. Durch die 
Feuchtigkeit deS vorigen Sommer« haben sich diese Kätzchen 
in diesem Jahre so vorzüglich entwickelt, wie man et selten 
gesehen hat. Such in der Vogelwelt wird e« schon lebendig. 
Die Amseln lqffen ihre Flötensttmmen ertönen und M,isen 
und Finken stimmen fröhlich ein. 
o Sichte Getneindevertreterfitzung Die nächste 
ordentliche Sitzung der Gemeindevertretung am 20. d. M. 
fällt der Landtagswahlen wegen aus und findet voraus 
sichtlich am Donnerstag, dem 27. d. M. statt. 
o Zur Landtagsersatzwahl. Die vereinigten 
Liberalen (der Verein der Fortschrittlichen Volkspartct für 
Friedenau und der Nationalliberale O.tSoerein) veröffent 
lichen im Anzeigenteil der heutigen Nummer einen Wahl- 
Aufruf an die Urwähler unter Mitteilung der liberalen 
Wahlmänner. — Gleichzeitig weisen wir auch auf die 
amtliche Bekanntmachung bctr. die Wahlbezirke und die 
Mahlzeiten hin. 
o Gegen den Markt am RummelSplatz an 
der Bornstraße Die Htzrren B. Klemke, R. Konirczka, 
R. Pusch. A. Wendt haben an die Besitzer der in der 
Nähe de? Privat MarkipiatzeS an der Bornstraße gelegenen 
Grundstücke da? folgende schreiben gerichtet: 
Durch der, Markt u d Rumm.lplatz an d:r Boniftrahc erleiden 
Sie als Hauatrefi^er fck««re wir schaiüxde SchlU igu»ü«u Die Mieter 
l css rec Kcttic zt-hr» sich zurück, die Mrrldpre se finken tortdauernb 
nnb Säten sicd übttharpt nicht oder r.ur ru dtlliqsten Preisn zu ver- 
miet n. Bon erncr Ke; Labilität ck'nn nicht mehr di: Kede sein. 
Hy oth km si.,d iür dm OrtSlei! überhaupt nicht au erhaUrn Die 
Gem li.be ha! zwar die Enteignung d;s Terra,ne i; soweit beschlossen 
ald. ft: zur Lurchlegug d:r GutSuiut siraße «fforonbch ist, d ch ist 
Suche d,r umwohnenden Giundbefltzer nunmchr daraus dibngen, 
daß das Enietqnungrverfuhren so schnell w,e möslich durchgeführt 
wird um den d stehend,n Zustand zu beseitigen nnd der, B.illcb d,S 
Mmckhch-n Markt- ui d Kumm-Ipmtzee nach Möglichkeit ,u u,!<r- 
Ed ist notwendig, de; Geme» dcverwaltung und -B'rl.elu-.'g 
nairzuw ffen, datz der jetzig: Zustand den Ruin der umliegenden 
«lundbefttzrr bedculet. Jnierrfft rte Grundvesitzer haben die Unter- 
,eichnelcn gebeie». die Angelegenheii zu fördern. Wir überreichen 
Ihnen dethalb einen Fragebogen mst der Brite, nur mitzuteilen, welche 
Weilwindernng Ihres Er ndstücks eingetreten ist und welche Ber ufte 
Eie während Ihrer V schreit jcdeS Jahr tragen muffen. DteseS 
Material -soll verarbestct und der Eemeindevertrctung überreicht 
werden, um alle Hebel in Bewegung zu f tzen. den jetzigen Zustand 
,u befetttaen. Antragen usw. sind an die WiltjchaslSvcreinigung für 
G-undb.sitzer zu richten 
v Die Verlängerung der Straßenbahnlinien 
51, 58 und 64 nach dem Kaiserplatz wird bet Beginn 
des frostfreien Wetters in Angriff genommen werden. Der 
BeztrkSoerein Kaiserplatz hat auch die Verlängerung der 
Autobuslinien 8 und 6 nach dem Kaiserplatz beantragt. 
o Hygienische VortragSknrse. Am Montag, dem 
17. Februar, spricht Herr Dr. Klausner in der Aula deS 
Gymnasiums über „Zahn- und Mundpflege". Der Eintritt 
ist für federmann frei 
o Zur Vorbereitung für die bevorstehende 
LandtagSersatzwahl in unserem Wahlkreise hielt gestern 
abend der Konservative Verein Friedenau eine Versammlung 
im oberen Saal deS Kaiser-Wilhelm Garten ab, in der der 
Kandidat der Konservativen sür diese Ersatzwahl, Herr 
Eisenbahnobersekretär Haseloff-Zehlendorf, sein Programm 
entwickelte und seine Anschauung über die schwebenden 
politischen Fragen in Preußen erörterte. Ausgehend von 
der Bedeutung Preußens für Deutschlands Größe und 
Macht, wies er darauf hin, daß dieses Preußen durch Fürst 
und Volk geschaffen worden fei in schwerem Kampf und 
mannigfacher Entbehrung durch all die Jahrhunderte seit 
dem Einzug deS Hohen Zollernfürsten iu die Mark Branden- 
bürg. Dieses Zusammenwirken von Fürst und Volk wollten 
die Konservativen erhalten wissen. Nur ein starkes König 
tum, daS der Führer des Volkes sei, habe Preußen groß 
gemacht und werde rS in dieser Größe erhalten. An den 
monarchischen Grundlagen Preußens dürfe nicht gerüttelt 
werden. Alle sozialistischen und demokratischen Tendenzen 
seien daher scharf abzulehnen. Nicht mit Unrecht habe 
Fll-st BtSmarck einmal gesagt: „Der Freisinn ist die Vor 
frucht der Sozialdemokratie." Danach erörterte Herr 
Haseloff die Stellung der Konservativen zu den religiösen 
Fragen. DaS fei um so mehr nötig, als bedauerlicher 
weise von den Freisinnigen für diese Elsatzwahl in diesem 
Kreise ausgerechnet der ehemalige Pfarrer Traub auf 
gestellt worden sei, der in einer Erklärung in einer Leipziger 
Versammlung gesagt habe, daß „er aus Zweckmäßigkeit«- 
gründen in der Kirche bleibe, um dort zu renovieren*. 
Wie doch immer alles genau so ckomint, wie der Meister 
es geplant hat." 
lind es war wohl kaum Sir William Graßman, den 
der Prioatsckretär in seinem Selbstgespräch als Meister be 
zeichnete. 
18. Kapitel. ' 
Das graue Auto fährt davon. 
Nach dem arbeitsreichen Tag, den er hinter sich hatte, 
war es dem Inspektor nicht unangenehin, sich wieder ir 
dem gemütlichen Speisezimmer des „Hotels zum Ochsen' 
zu befinden, wo er der guten Küche der Wirtin volle Ehr, 
antat. Er war ganz allein, die lustige Gesellschaft vom 
Nachmittag war weitergefahren, und der unhöfliche Chauffeur, 
der seine freundliche Ansprache so schroff zurückgewiesen 
hatte, hatte sich noch nicht wieder sehen lassen. 
Nachdem er seine Mahlzeit beendigt hatte, setzte er sich 
an das Fenster, das auf die Hauptstraße hinausging und 
überlegte noch einmal, was er heute angerichtet hatte. 
Wenn er sich auch nicht schmeicheln konnte, daß er einen 
großen Erfolg errungen hätte oder der Entdeckung von 
Browns Mördern und Sir Williams Feinden nähergerückt 
wäre, so konnte er sich doch sagen, daß er seine Zeit heute 
wicht verloren hatte. Er hatte herausgefunden, daß das 
Original der Photographie nicht das geringste mit der 
Bande zu tun hatte, wenn er auch immer noch hoffte, 
daß er von Fräulein Maitland eine wertvolle Auskunft 
.erhalten könne, die .ihn auf die wirkliche Spur' führen 
würde. 
Er hatte ferner erfahren, daß das Nichteintreffen von 
Julius Penfold heute inorgen nicht durch einen Streich 
der gefürchteten F.inde veranlaßt worden mar, sondern daß 
der junge Arzt sich aus eigenem freiem Willen entfernt 
hatte. Waruin er dies getan, und was ihn dazu ge 
bracht hatte, seinen verantwortungsvollen Posten mitten 
in der Nacht zu verfassen, dablieb noch^zu erklär^n^vor- 
Dte konservative Partei achte die religiöse Ueberzeugung 
eine- jeden Manne- und verurteile religiöse Uebergrtffe, 
woher ste kommen. Das konservative Programm verlange 
'die christliche Weltanschauung in Schule, Kirche und Haus. 
„Dem Volke müsse die Religion erhalten bleiben", Diesen 
Grundsatz de« alten Kaiser Wilhelm I. suche die konservative 
Partei stet« zur Geltung zu bringen. Bezüglich der Wahl 
rechtsfrage in Preußen ciflötte der Redner, daß an die 
Einführung deS Reichslagswahlrechts in Preußen nie und 
nimmer gedacht werden könne. Gewiß könne man Ver 
besserungen vornehmen, aber an den Grundlagen deS 
preußischen Wahlrechte dürfe nicht gerüttelt werden. Das 
jetzige System sei daS brste für die mittleren Schichten, 
denn der Mittelstand gebe in der übergroßen Mehrzahl 
aller Wahlkreise den Ausschlag. Im übrigen würde eine 
Aenderung des Wahlrezkl« gerade für den Freisinn ver 
derblich sein. Unter dem jchigen pieußischen Wahlrecht 
habe auch der Liberalismus jahrzehntelang die Mehrhril 
im Abgeordnetenhause gehabt. Diese habe er nun durch 
seine volksfeindliche Politik verloren. Denn gerade der 
F:cistnn habe ja nie die Brstrebungen der Arbeiterschaft 
und de« Mittelstandes unterstützt. Der Freisinn habe auch 
in der Z il seiner Mkh-heil an keine Aenderung des Wahl 
rechts gedacht, jo sogar tntt'p:echende Aittiäge abgelehnt. 
Danach cröcti’ite Herr Haseluff da« Verhältnis der Partei!» 
uirirretnauder Er DrDaüeü« vor allem das LierkLfchwerken 
ter NntionaUibeialiU', die früher Stile an Seite mit den 
Konservativen gekämpst und mit ihnen große E.iolgr, 
namentlich in nationaler Hinsicht errungen hätten. Mchc 
Brschetdenheit, mehr Selbsteinkhr, weniger Ueberheduna. 
Dann wüiden mir weiter kommen im politischen Leben. 
Zum Schluß besprach Redner die Stellung der Koaservattven 
zu den Forderungen der einzelnen BeruiSstäude, der B>- 
arnten. Handwerker, Kau'leut«, Albeiter und Landwirte und 
trat b'ionbcrf energisch für eine baldige und energische 
Aufbesserung der Ältp nsionär« ein. Diesen geschehe bitter 
Unrecht, das bald gut gemacht weiden müsse. Mit einer 
energischen Aufforderung zur Beteiligung an der Wahl und 
zu engem Zusammenschluß im Konservativen Verein im 
Interesse der gemeinsamen konservativen Sache schloß der 
konservative Kandidat. Herr Haselcff, seine mehr als ändert- 
halbstündigen. mit großem Beisall aufgenommenen Auk- 
fllhrunge». — An der anschließenden Diskussion btleiligten. 
sich die Herren SanilälSrat Dr. Adam, Dr. Kaushold, Geh. 
Rat Schindler und der Kandidat. Herr Haieloff. Vor 
allem wurde zu energischer Wahlarbeit und zu regem Zu 
sammenschluß im Konservattoen Verein aufgefordert. Da 
nach wurden die Vorbereitungen für den Wahltag be 
sprochen und die Wahlmänner für die am 20 Februar 
stattfindende Ersatzwahl der Wahlmänner ausgestellt. 
o Unterhaltangsabeu- der 8. Gcmeindrschule. 
Einen würdigen Verlauf nahm der von der 2. Gemeinde- 
schule am 12. de. Mir. veranstaltete Unterhaltungkabend. 
In einer kurzen BegritßungSansp:ache wies der Letter der 
Echtile. Herr Rektor Jaeschke, daraus hin, daß die Veran 
staltung dem Andenken der nationalen Begeisterung in der 
Zeit preußischer und deutscher Knechtung und Befreiung 
und der Erinnerung an die großen Männer jener Zeit 
geweiht sein solle. Seine Wort« klangen Nutz in dem 
Wunsche, daß die zahlreichen Besucher der Veranstaltung 
an den Vorbildern unserer Väter sich in edler patriotischer 
Gesinnung begeistern möchten. — DaS Programm wurde 
eröffnet mit der Jubel Ouvertüre von Weber, gespielt von 
der Kapelle der Kgl. Hauptkadettrnanftalt Berltn-Lichler- 
felde. Mit frischer, heller Stimme deklamierte darauf ein 
Mädchen der I LI-Klasse Theodor Körners „Aufrus", wo 
rauf als Hauptnummer de§ 1. Teiles die Vorführung der 
Lichtbilder, „Die Erhebung der Deutschen gegen Napoleons 
Fremdherrschaft", folgte. Den begleitenden Text bracht« 
Heir Rektor Jaeschke zum Vortrage. AuS der Bilderreihe 
verdient hervorgehoben zu werden: Napoleon, Stein, 
Scharnhorst, Blücher, Bark, Sneijenau. Jahn, Fichte, 
Echteicrmacher, Hofer. Besonders ergreifend wirkte di« 
Darstellung folgender Szenen: Einsegnung der Llltzowschen 
Freischar in der Kirche zu Rogau. Darbringung der frei 
willigen Gaben, Blücher und Wellington in der Schlacht 
bei Waterloo, Erschießung HoferS und der Schillscherr 
Offiziere. Während der Vorführung des letztgenannten 
BilreS brachte der Mädchenchor daS Lied „ES geht bei ge- 
dä'npfier Trommel Klang," zu Gehör. AIS Schlußbild 
erst genügte cs ihm zu wissen, daß Julius noch heute 
abend zurückkehrte, um sein Amt wieder anzutreten. So 
weit Black den jungen Doktor kannte, konnte er sich Trenk- 
leys Ansicht nicht anschließen, dafür hatte er eine zu gute 
Meinung von ihm. Ja, es war sogar möglich, daß sein 
plötzliches Fortgehen im Interesse seines Chefs erfolgt war, 
und daß er bei seiner Rückkehr wichtige Informationen 
mitbrachte. 
Es war ganz leicht möglich, sagte sich Black, daß Pen» 
fold während der Nacht durch den Merl beunruhigt worden 
war, den Nora Bilcon ihm beschrieben hatte, und daß er 
den Menschen verfolgt hatte, in der Hoffnung, vielleicht 
dessen Schlupfwinkel zu entdecken. Außerdem blieb noch 
die andere Entdeckung, daß Julius es bereut hatte, Olivia 
Maitland an ihn verraten zu haben, und daß er sich 
entfernt hatte, weil er sich vor der jungen Dame schämte. 
Nu» hatte er wahrscheinlich gehört, sie sei nach Frankreich 
abgereist, und so kam er wieder zurück. 
Bon dem Standpunkt eines Detektivs aus betrachtet, 
schien Black der unbefriedigendste Teil der ganzen heutigen 
Vorkommnisse das merkwürdige Benehmen des Lehrers. 
Der Inspektor hatte eine große Erfahrung nnd hatte schon 
sehr häufig Leute beobachtet, die ein lichtscheues Geheimnis 
zu verbergen hatten, aber noch nie war ihm ein Mensch 
begegnet, auf dessen Gesicht cs deutlicher geschrieben stand, 
daß er sich fürchte, man könne seine verborgenen Gedanken 
erraten, als auf dem des Lehrers von Monksgladc. Er 
konnte sich nicht erklären, warum sein Erscheinen den allen 
Brandts in eine so nervöse Aufregung versetzt hatte, wenn 
er auch wohl begreifen konnte, daß er nachher bei dem 
plöglichen Erscheinen des 'Bluthundes einen tüchtigen 
Su;.cdei, abbekommen hatte. War doch ihm selbst die 
Geschichte in die Glieder gefahren! 
Aber Brandis war schon vorher in einem Zustande 
gewesen, der deutlich verriet, daß er über irgend etwas 
erschien ein wohlgelungener Porträt unseres erhabenen 
Kaiser- auf der Leinwand. Da« Orchester intonierte das 
Lied „Deutschland, Deutschland über aller," und der Fest. 
saal hallte wieder von dem mit Begeisterung von vielen 
Hundert Stimmen gesungenen Liede. Der 2. Teil wurde 
eingeleitet durch die Ouvertüre zu „Egmont" von Beethoven. 
Die Hauptnummer deS 2. Teils bildeten 6 aitntederiändische 
Volkslieder tn du Bearbeitung von Kremser. Den ver« 
bindenden Tcxt trug tn wiikavgkooller Weise eine 
Schülerin der I Ob Klasse vor. 200 Schülerinnen Drachten 
unter Begleitung deS OcchrsterS die Lieder tn durchaus 
gutgbschulter Art zu Gehör. Die Leitung lag tn der Hand 
deS Herrn Gesanglehrer« Vogel. ES verdient alt aner 
kennenswerte Leistung hervorgehoben zu wechrv. daß 
Herrn Vogel daS schwierige Werk — Kinderchor mit 
Orchesterbegleitung — in musterhafler Weise gelang. Die 
beiden Sologesänge des Konzertsänger« Hnrn Lehrer« 
Schaarschmidt, dessen wohlklingender, vollrund««, doch nicht 
aufdringliches Organ hervorgehoben zu wetdeu verdient, 
fanden reichen Beifall. Eine mächtige TonfW« entwickeste 
die Schlußstrophe de« „DankgebeteS*: Die 200 Mädchen» 
ftin men leistete^ dort unter Begleitung des Orchesters und 
der Orgrl ihr biste?. — Die gesamte Dekanstaltung muß 
als wohlgelnngcn bezeicknet werde,,. Der ei Hostie kiiygendr 
Erfolg hat sich. nach der Fülle d-S Saale« zu urt^len, 
voll eingestellt. Der Reineriiog wird dem Food -ür $$ 
Lichtbilderapparal zug-iühU werden, den die 2 Gemeinde- 
schule auf eigene Rechnung, ohne Vrihtlse der Gemeinde, 
angekauft hat. Bemerken möchten wir noch. daß it urj 
wunderlich erscheint, wenn die Gimeiv!,« für Benutzung 
der Aula bei solch allgemein nUtziiche" Zwecken eine Gebühr 
von rund 50 M. erhebt. 
o Nichard WaguerS Todestag hat sich in diksyi 
Tagen zum 30. Male gejährt. U,n sein Andenken würdig 
zu feiern, findet tin Friedenauer Parochialoerein am IZ JrbN 
ein Richard Wagner-Abend statt, der außer den etnleitendm 
Gedichten Wagner«: Im Treibhaus — Schmerzen — Träuny 
das Bllhnenweihspiel Parsiial tn Form eine« von Henp 
Referendar Krug gehaltenen Vortrags mit müftkasischeü 
Erläuterungen bringt. Als Erzählung soll der ganze 
Inhalt deS Stücke» an den Zuhörern vorbeiziehen, unter 
stützt durch die Mufik. welche den Augen uttsichidar,' bjlO 
als Einzel- bald als Chorgesang, bald atS I;strumkntev- 
klang ertönt und damit den Worten de« Vollragenden 
plastischen Ausdruck verleiht. Sn Gesangr-Eolistep' find 
gewonnen: Fräulein Mathilde Gilow (Kopran), Fylp 
Maria Mahraun (All), Herr Carl Stuhr (Tenor), Hey: 
Friedrich Floeta (Bariton), Herr Walter Lübtke (Baß). 
Ts treten hinzu die Herren: Organist HanS Luedtke j(prgel- 
harmonium), Konzertpianist Paul G. Thiele Mügfl), dp: 
Violinvirtuose Walter Gundwaldsen und der Cchöpirtüsse 
Hubert Jahrow. Außerdem hat sich auS ^timrnbeAqhten 
Herren und Damen der Gesellschaft ein kleiner Thor ge 
bildet. Die musikalische Leitung hat Fräulein Elly Hagen, 
Konzert-und Oraloriensängerin, wrlche tn vielfachen Prödrn 
sich der mühevollen Vorarbeit unterzogen hat. Die ffhö^ 
find vereinfacht worden, da naturgemäß mit den vorhän- 
denrn Mittelst gerechnet werden mußte. Er handelt sich 
ja auch nicht um ein Konzert im gewöhnllty.-tt'Ssiro^, 
sondern um musikalisch? Erläuterungen, welche aüf der 
Gtttndlage dcS Vortrages als „musikalische llilterstvtzung* 
wirken sollen. Die Musikalienhandlung von Schtoartz, 
Rheinstr. 60, hat gütigst eine Wagncrbllste für den Abend 
zur Verfügung gestellt. Karten zu 1 Mark — M Mit 
glieder ist der Eintritt frei — sind noch zu habest st» der 
Wohlla,'scheu Buchhandlung, der Musikalienhandlung vast 
Schwach Rheinstr. 60, der Buchhandlung der GoHnet'sHktz 
Mission. Handjerystr. 20 und der Papierhandlung stost 
KossakowSki, Schmargendorferstr. 35. 
o Religiöse Vorträge. Die Fortsetzung der Vor 
träge über das Thema „Können wir als moderne Menschen 
an dem apostolischen Glaubensbekenntnis fefthalttn?'* findet 
am Tffontag, dem 17. Februar, 1 / 2 9 Uhr wieder im 
Restaurant „Rembrandt", Becker- Ecke Rembravdtstrrchk, 
statt. Herr Pastor Dr. Kaumonu-Neukölln wird refertern» 
über: Ich glaube an . . . „Den Allmächtigen, Echöpfa 
Himmels und der Erde". Der Eintritt ist, um zu ofixp 
diesen Vorträgen, frei und sind afle eoangesffchro PMstl 
und Herren ohne Unterschied der Richtung herzlich einge 
laden. Der Parochiaiverein der „Positiven von Rathanael*, 
heftig erschrocken war, schon von dein Augenblick an, wo er, 
wie eine Spinne aus ihrem Netz, aus seinem Zimmer hcp 
ausgekommcn war, um den Besucher abzufanLeu, ehe er 
die Haustür erreichte. 
Black hatte keine Borliebe für Geheimnisse, denen er 
nicht auf die Spur kommen konnte, aber er tröstete sich 
damit, daß der Lehrer in keinem Zusammenhang mit der 
Hauptangelegenheit stehen könne, die ihn hierhcrgeführt 
hatte. 
„Vielleicht hat der gute Mann eine Vergangenheit 
und ist mir schon einmal durch die Hände gegangen," über 
legte er sich, „wenn dies der Falt ist, >o laiiu ich lmch 
seiner nicht erinnern, und ich psiegc doch im allgemeinen 
ein gutes Gedächtnis für die Gesichter alter Freunde zu 
haben." 
Das nette Mädel, Fräulein Bilcon, inochte ihn osseu- 
bar nicht leiden, aber das liegt währscksciulich nur yn 
seinem Aeußere» und seinen Manieren. Auf p dgn Fall 
möchte ich wetten, daß er irgend etwas mit der Meinen 
Eskapade Penfolds zu tun hat. Ein ganz uuangcnkbuM 
Mensch, der hier die ganze Gegend verdirbt. Er sollte 
wirklich nicht hier wohnen, wo es so nette Menschen gibt, 
wie Craßmans und die reizenden Herrschaften im Schloß." 
Bei der Erinnerung an den köstlichen Wein, den mqn 
ihm dort vorgesetzt hatte, schnalzte der Inspektor mit den 
Lippe», dann stand er auf, zündete sich eine Zigarre an 
und trat hinaus in den dämmernden Abend. Die Ein 
wohner der kleinen Landstadt saßen nach der Tagesarbeit 
vor ihren Türen, und Black wanderte die Straße auf und 
ab, alle mit freundlichem Lächeln begrüßend und yqn 
Herzen wünschend, er hätte jemanden, mit dein er sich unter- 
balcen könne. 
(Koitsetzunz folg'.)
        
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