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Periodical volume Nr. 39, 14.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Fortbildungsschule herangezogen werden. Es kommen drei Truppen 
in Betracht: kaufmännische, gewerbliche Arbeiterinnen und ungeltrr lo 
Arbeiterinnen. Der Redner gab eine Uebersicht über die Siundenvc:- 
retlurg. Bei den ungelernten Arbeiterinnen srll der hauswirlschaü- 
liche Unterricht im Vordergrund stehen. Die Lehrmittel sind nnert- 
aeltlich, die Lehrzeit fällt in die Zeit von 7 Uhr Vorm, bis 7 Uhr 
AbendS. Ja den Siundenpläven will sich Schöneberg nach Berlin 
richten. Er wurde ein Einblick in diese Pläne gegeben. Uebrraü 
gilt der Grundsatz, die berufliche Tätigkeit zu ergänzen. Die Piäne 
sind im Vereine mit Arbeitgebern hergestellt. Schwierigkeit macht die 
Aufstellung d(8 Stundenplanes, da hier vielfache Rücksichten zu üben 
strd. Doch wird sich bei etrem Zusammenwirken mit den Arbeitgebern 
eine günstige Arbeitszeit finden lasier. 
In d<r Besprechung meint Herr Bertheim von den 
Bestimmungen: ,ba» Grün des Tischer knalle förmlich 
heraus." GS sei zu verlangen, daß die Arbeitgeber zu der 
Cache herangezogen werden, die dabei am meisten beteiligt 
sind und die dafür Opfer bringen. Redner spricht sich ab 
sprechend über die Zusammensetzung des Kuratoriums für 
die PflichtfortbildungSschulen auS. Man solle in Schöne- 
berg nicht immer allen Dingen mit Hurrastimmuug folgen. 
Dem tritt der Vorsitzende entgegen. Man müsse über da» 
Wohl eine? einzelnen Standes das Wohl der Gesamtheit 
stellen. Stadtv. Zobel klagt über den Tiefstand der poli 
tischen Bildung in einzelnen Teilen der Schöneberger Ge- 
werbetreibenden. ES sei oft unmöglich mit ihnen sachlich 
zu verhandeln. Von einer Hurrastimmung bei Annahme 
der Mädchen»Pflichtfortbildungsschule sei keine Rede. 
Vielmehr liegen hier jahrelange Vorbereitungen vor. 
Die Handwerksmeister dürften zufrieden damit sein, daß 
man ihnen in dem Kuratorium zwei beratende Stimmen 
eingeräumt habe. Diese könnten durch die Kraft ihrer 
Persönlichkeit und als Vertreter ihres ganzen Standes viel 
wirken. Herr Schneidermeister Wiethölter hält viel von 
der Fortbildungsschule und wünscht mit seinen gesamten 
Standesgenossen auch die Einrichtung der Mädchenfort 
bildungsschule. Herr Bertheim verwahrt sich gegen die 
Angriffe des Stadtv. Zobel. Stadtv. Peine betont gegen 
über der Meinung des Herrn Vertheiln, daß gerade die 
ungelernten Arbeiter am meisten die PflichtsortbildungS- 
schule nötig haben. Man arbeitet dadurch der Prole- 
tarisierung unseres Volkes entgegen. Was durch beratinde 
Stimmen erzielt werden kann, zeigt der beratende Aus 
schuß deS FleischergewerbeS für die Fleischoersorgung der 
Stadt. Herr Buchdruckereibesitzcr Merlinat wendet sich 
gegen einige Ausführungen des Herrn Beltheim, die sich 
auf da« Bnchdruckergewerbe beziehen.-/ ES beteiligt sich 
außer 'Herrn Zobel auch Herr Tirekior Korodi. Nach 
dessen AuSsührungen müsse bei den ungelernten Arbeitern 
die Schule die Arbeit ersetzen, die durch die Maschinen 
arbeit vernichtet werden. Herr Vertheiln fürchtet nur, daß 
die Arbeiterinnen unter 18 Jahren garnicht erst angestellt 
werden, da sie in der Arbeit durch die ForibiidnngSschule 
gehindert werden. Herr FortbildungSschullehrcr Milz 
widerlegt die Behauptung, daß diese für die unge 
lernten Arbeiter nichts leiste. ES sei nicht hoch genug 
anzuschlagen, waS der hauSwirtschaftliche Unterricht für 
segensreiche Früchte trägt. Herr Rektor Beruht bestreitet, 
daß nur die Gewerbetreibenden brauchbare Mitglieder deS 
Kuratoriums sind. Er verweist auf das glänzende 
Beispiel, das ■ in München durch Kerschensteiner gegeben 
worden ist. Herr Bertheim meint allerdings, daß wir daS 
Münchener Beispiel niemals erreichen werden. Herr Lehrer 
Albrecht meint, daß auch mit den besten Gründrn die 
Gegner der PflichtforibilduugSschule nicht zu bekehren seien. 
Herr DrewS betonte in seinem Schlußworte, daß häufig 
genug Feinde derSchule zu begeisterten Freunden geworden 
sind. So werde auch Herr Bertheim ans einem SauluS 
ein Paulus werden. Die sachlichen Einwände werden 
von ihm widerlegt. Namentlich sei die Mitwiikung der 
Innungen, besonders bei der Ausstellung d«r Lehrpläne 
herangezogen. Der Erfolg der Erziehung »st ein be 
deutender, besonders in sittlicher Beziehung. — Da die 
Zeit inzwischen sehr vorgeschritten war, so wurden d>e 
übrigen Punkte von der Tagesordnung gesetzt. Schluß 
der Versammlung 12 , / 2 Uhr. 
o Dr. Wendlandt als Lustspieldkchter. Unser 
langjähriger Mitbürger, der bekannte Landtagkabgeordnete 
Herr Dr. Wilhelm Wendlandt hat ein historisches Lustspiel 
„Der Marinc-Direktor' verfaßt, das kürzlich im Stadt- 
theater zu Brandenburg a. H. seine Erstaufführung erlebte 
und vom Publikum gut aufgenommen wurde. Reicher Beifall 
wurde dem Stück gezollt, der Verfasier wiederholt hervor 
gerufen. Der Aufbau des ganzen Stückes läßt eine bühnen 
kundige Hand erkennen; es werden Bühnenbilder von 
eigenem Reiz und voller Poesie geboten. Treffend sind 
die Charaktere gezeichnet; der Dialog ist fließend. 
Die Handlung führt uns in die Zeit deS großen Kurfürsten zurück. 
Sie setzt ein bald nach dun Frieden von St. Germain und zeigt d,n 
Streit zwischen den Generalstaaten und Brandenburg, der dadurch 
zum Ausbruch gekommen war, daß Holland durch seinen G,sandten in 
Berlin den Ausbau der brandenburgischen Flotte verbieten ließ. Dieses 
Verbot war darauf rurückzusührcn, daß Raule, der Generalsekretär der 
brandenbu'gischen Marine, ein an der Westküste Afrikas gelegenes 
Gebiet, daS sehr reich an Gold war, für den Kurfürsten erobern wollte, 
obwohl Holland bereits Schiffe ausgerüstet halte, um für die Genera!- 
staalen jenes Gebiet zu erwerben. Der holländische Ge ardle liebt 
Marina, die Tochter Raules, findet aber bei ihr kein Gehör, da sie 
sich dem Major von der Groben v-rsprochen hatte. Als von der 
Gräben mit der brandenburgischen Flotte unterwegs nach Afrika ist, 
sucht er aus Rache und Eifersucht dem Kursüisten die Ueberzeugung 
beizubringen, daß der Martnedirektor und von der Groben Verräter 
seien und in Diensten Hollands stünden. Raule hätte, so meldet der 
Gesandte dem Kurfürsten, einen Teil der brandenburgischen Flotte in 
der Nähe der dänischen Küste selbst in den Grund bohrcn 
lassen, um der holländischen Flotte zum Siege zu verhelfen, während 
von der Gräben mit dem Rest der brandenburgischen Schiffe an der 
Goldküste gelandet sei urd alle Schätze des Landes statt für den 
Kurfürsten für sich erworben habe. Der Marinedirektor fällt in 
Ungnade und wird mit seiner schonen, vielbegehrten Tochter auf Bclehl 
deS Kurfürsten gleich einem Gefangenen gehalten. Major v. d. Giöben 
kehrt aber bald von der Goldküste zurück, um dem Kurfürsten z« 
melden, daß sich die wilden Völker jenes Gebietes dem Kurfürsten 
unterworfen hätten. In der Heimat angelangt, eilt er zuerst zu 
Marina, seiner Braut, von der er alle Vorfälle erfährt, die sich 
während der afrikanischen Lxpedilion irr der Heimat abgespielt haben. 
Um den holländischen G-sanoicn zu vernichten, schreibt Marina eia 
Festspiel, daS vor dem Kurfürsten aufgeführt wirb, ohne daß er weiß, 
von wem es verfaßt ist. In dem Festspiel, das vor dem Kurlürsten 
und seinem ganzen Gefolge.gusgesührt Klrh.U»ildert Marina die vom 
Major von der Groden vollzooene Unterwcrfung der Bewohner der 
Goldküste unter daS Szepler Brandenburgs. So wird dem Kurfürsten 
klar gemacht, daß die in Ungnade Gefallenen schuldlos seien. Raule 
und von der Groben werden wieder mit Amt und Würden bekleidet, 
während der holländische Gesandte in Schtmps und Schande den 
Berliner Hof verlassen muß. ■ 
o Die Vereinigung selbständiger Schneider 
meister von Friedenau stierte am Dienstag im 
.Kaiser-Wilhelmgarten" ihr 10jährige» StistungSfrst bei 
überaus zahlreicher Beteiligung. Der Vorsitzende, Herr 
Wegner begrüßte zunächst die elschienrnen Gäste, insbe 
sondere die Vertreter auswärtiger Innungen und Vereine. 
Herr Obermeister Göttkrt gab in seiner Festrede einen 
kurzen Ucberblick über die verflossenen 10 VereinSjahre und 
über die Entwicklung der Vereinigung, die mit diesem 
Feste zum ersten Male in die Orffenllichkeit trat. Zweck der 
Vereinigung ist der kollegialische Zusammenschluß und 
gezenseirige Unterstützung. Dem Vorsitzenden Herrn 
Wegner, der diesen Posten schon seit der Gründung der 
Vereinigung bekleidet, wurde durch Herrn Obermeister 
Göltert ein Ehrendiplom überreicht. Darauf übelbrachten 
mehrere Vertreter anderer Innungen und Vereine Glück- 
wünsche und Grüße dar. Don der Schneiderinnung 
Steglitz wurde der Vereinigung ein schönes Schreibzeug 
Überreicht. Mehrere Gönner spendeten namhafte Beiträge 
für die Untklstützungskasse. Drei Damen des Vorstandes 
überreichten mit einer stimmungsvollen Ansprache die von 
den Damen der Vereinigung gestifteten VereinSabzeichen. 
Der Gesangverein „Liedertafel" brachte einige Lieder zu 
Gehör, die gut vorgetragen, reichen Beifall fanden. Ein 
Theaterstück „Der Schneiderstrrik" von Mitgliedern und 
Angehörigen der Bereinigung gespielt, bildete den Schluß 
deS offiziellen Teiles. Darauf folgte der Ball, bei welchem 
in „drangvoll fütchierlicher Enge" fleißig das Tanzbein 
geschwungen wurde. Während der Kaffeetafel wurden 
mehrere launige Vorträge geboten. Besonders hervorzu 
heben wäre ein Duett, vorgetragen von Frl. Ritsche und 
Frl. Busch; in geradezu kunstvoller Weise zu Gehör ge 
bracht, erntete diese Darbietung reichen Beifall. Es 
schloffen sich noch mehrere humorvolle Rezitationen an, die 
allgemein belustigten. Nachdem die Kaffeetafel aufgehoben 
war, wurde wieder flott daS Tanzbein geschwungen. Die 
Stimmung war ausgezeichnet und bielt alle Teilnehmer 
bis zum hellen Morgen zusammen. Jedem Besucher wird 
daS Fest unvergeßlich bleiben. 
o Verein der Gartenfreunde. Am Diinktag, 
dem 18 Februar, abends 9 Uhr, im oberen kleinen Saale 
deS .Hohenzollern' MonatSoersommlung. Vortrag deS 
Kgl. OekonomieratS Joh. Böttner, Redakteur dcS „Prakt. 
Ratgeber" in Frankfurt o. Oder: „Wie richte ich meinen 
Garten ein." Entgültige Beschlußfassung über daS bis 
zum März verschobene EiSbeinessen. Verlosung von 120 
in Töpfen gezogenen Hyazinthen. 
o Sllters'Turnen des 2 Bezirks. 81 Turner 
im Alter von 68 -30 Jahren mit einem Gesamt-Durch- 
schnittSalter von 45 Jahren hatten sich am Dienstag 
Abend in der Turnhalle der Oberrealschule in Sieglitz zu 
einem gemeinsamen Turnen vereinigt. Der hiesige Männer- 
Tukttveretn war mit 27 Turnern der am stärksten vertretene 
Verein. Die vorgesührten gemeinsamen Dauer-Freiübungen 
im Takt, daS Gkräte-Turnen und ein fröhliches Ballspiel 
legten beredtes Zeugnis ab, daß das Turnen den Körper 
bis ins späte Alter krisch und geschmeidig zu erhalten 
vermag. Nach dem Turnen fand ein gemütliches Bei 
sammensein in dem Logen-Restaurant in Steglitz statt. 
Der BezirkSturnwart Turnlehrer Roffow begrüßte die Er 
schienenen und prteS mit begeisterten Worten unter Hinweis 
auf die in diesem Jahre stattfindenden Jahrhundertfeier 
der Befreiungskriege unser deutsches Turnen. Besonders 
wies er auf die in diesem Jahre bevorstehenden Ver 
anstaltungen der Deutschen Turnerschaft hin. Im Juni 
werden etwa 15 000 Turner im neuerbauten Stadion im 
Grunewald zur Frier des Regierungk-JubiläumS unseres 
Kaisers eine Huldigung vor S. M. dem Kaiser, als dem 
Förderer aller Leibesübungen, veranstalten. Anfang Juli 
findet in Leipzig in unmittelbarer Nähe des Völkerschlacht- 
Denkmals das Deutsche Turnfest statt. Eine vorzügliche 
HauSkapelle der Steglitzer Turngesellschaft, sowie Gesänge 
und Vorträce sorgten für abwechselnde Unterhaltung dcS 
Abends. Die AltrrS-Abteilung deS hiesigen Männer» 
TurnvercinS veranstaltet morgen Abend ihren nächsten 
Tamen-Abend im Vereinslokal Restaurant zur „Kaisereiche'. 
o Ein Theater-Abend im „Schloßpark." Die 
hier noch in bester Erinnerung stehende Thcaler-Direkiion 
Brodek u. Etegemann hatte unseie Mitbürger zu gestern 
Abend nach dem „Schloßpark" in Sieglitz geladen. Zur 
Aufführung gelangte die reizende Jean Gilbert'sche Poffe 
„Autoliebchen." Daß dieses humorvolle Stück mit pikanter 
Beigabe seine Zugkraft noch nicht eingebüßt hat, sahen wir 
an dem fast ausverkauften Hause. Und unter den vielen 
Besuchern waren auch zahlreiche Friedenaucr. Die Dar 
stellung selbst kann ali eine überaus glänzende bezeichnet 
werden. Prachtvolle Kostüme, schöne Frauengestalten, 
gute Sängerinnen und Sänger, denen eS nicht a» schau- 
spielerischer Erfahrung fehlt, ein gut zusammenwirkendes, 
stark besetztes Orchester, verschafften dem Besucher einen 
reinen Genuß. Im Einzelnen sei hervorgehoben: Frl. 
Weil) Skore war eine liebreizende Fifi, Frl. Else Raven 
eine resolute Priska. Herr Franz v. Ahn (Triebler) ver- 
fügt über einen ansprechenden Tenor. Dem ungarischen 
Weinhändler Macue Comoffy gab Arthur Cimburek in 
Sprache und MaLke die treffende Gestalt. Einen alten 
lieben Bekannten begrüßten wir in Herrn Carl Hermann, 
der sich glücklich den Zettoerhältniffen und dem Geschmacke 
deS Publikums anzupassen verstand und nun auch für die 
Posten- und Operettcnbllhne in seiner grotesken Komik 
wirkt. Gistern spielte er die Rolle des George Linden- 
schmidt mit dem gleichen Humor, wie wir ihn an Rieck 
vom Thaliatheater bewundern. Erwähnt seien noch mit 
Lob Frieda StcffrnS (Aurelie Werkenthinl, die liebes- 
sehnsüchtige Vorsitzende deS Vereins der Schwiegermütter, 
Selma Drilsscn (Rrly), Max Brostni (Rönnekamp) und 
vor allem der schneidige „Oaer" des Ballhauses „Zum 
kleinen Twostep" (Herr Erich Wachs). -Reicher Beifall, der 
wohlverdient war, wurde den Darstellern zuteil. Ins 
besondere wurden die einzelnen Gesangsschlager: „DaS 
haben die Mädchen so gerne". .Twostep schiebt man 
heute." „Versuchs noch mat". „Fräutein, könn' Sie links 
rum tanzen". „Die Polizei sind' was dabei" usw. lebhaft 
applaudiert. 
o Daü Biofoutheatcr in der Vheinstraße 14 
bringt von heute ab wieder ein neues abwechslungsreiches 
Programm zur Darstellung. Die Krmstschützin ist rin 
fesselndes Lebensbild in 3 Akten. Die Handlung ist äußerst 
spannend und sehr geschickt aufgebaut mit Aenni Koehler 
vom Lustspielhaus in Berlin in der Hauptrolle. Der zweite 
Schlager ist betitelt: Der verräterische Film. ein spannende» 
Schauspiel aus dem Zauberreiche der Kinematographie. 
E» ist eine reizende Geschichte einer jungen Ehe mit 
Hindernissen aber auch mit versöhnlichem Ausgang. Bon 
Ferido nach Airolo ist eine herrliche Raturausnahme de» 
besten Teiles der Sankt-Gotthardbahn in prächtigen Bildern 
voll pitoreSker Schönheit. Der Posaunenengel heißt eine 
keltere Geschichte aus dem Musikerleben. in der die schöne 
Schauspielerin vom Pariser Odeon Mlle. Davriöres eine 
Hauptrolle spielt. Wochenreoue und Tonbild zeigen eine 
Rcihe interessanter Vorgänge auS aller Well und viel 
Geschrei und wenig Wolle ist ein nordischer Film voll 
Trollcrie au» bett Pariser Lebeweltkreisen, in denen man 
sich nicht langweilt. Die fröhlichen Zuschauer tun da» 
aber auch nicht, sie tun da» beste, waS sie tun können, sie 
lachen dazu. Keine erhöhten (Eintrittspreise. Anfang 
0 Uhr, Sonntag? 4 Uhr. 
o Der Film der Seoltschen Südpolarexpe- 
dition wird in den linrmatographifchen Vortlägen auf 
der Treptow-Sternwarte vorgeführt, von Dir. Dr. F. S. 
Lrchenhold erklärt. Tos Thema am Sonnabend, dem 15. 
Februar, Nachm. 4 Uhr lautet: „Eine Wanderung durch da» 
bayerische Hochland und die KöirtgSschlösser*, um 6 Uhr: 
„Tie deutschen Oft- und sNordseeküsten", um 8 Uhr: .Eine 
Reise inS Weltall", bei welcher ganz besonders die Scott- 
Expedition zur Sprache kommt. Am Sonntag, dem 16. 
Februar. Nachm. 3 Uhr: lautet das Thema: „Der deutsche 
Wald, waS in ihm lebt und auS ihm wild"; um 5 Uhr: 
„Ein Ausflug in die Sternenwelten" (astronomischer Vor» 
tiag von Dir. Dr. F. S. Archenhold) in welchem auch der 
Scott sehe Film vorgeführt wird, um 6'/ 2 Uhr: „Die 
deutschen Ost- und Nordseeküsten" und um 8 Uhr: „Der 
deutsche Wald, wa» in ihm lebt. und wa» aus ihm wird." 
Am Montag, Abends 7 Uhr spricht Dir. Dr. F. S. Archen- 
hold über: „Sternenhaufen, veränderliche und neue Eterue". 
Mit dem großen Fernrvhr wild täglich die BenuS, abend» 
der Blond und Saturn gezeigt. 
o Eine große Jugendvorstcllung findet morgen 
Sonnabend wieder von 5—7 Uhr in den Pfalzburg-Licht- 
spielen statt. U. a. gelangt zur Vorführung: „Die Irr 
fahrten deS kleinen Däumling/ Don 7 Uhr ab wird da» 
große SensalionSprogramm gezeigt. 
Vereiris-Dackrickten 
Pompeji einst und sitzt Im 75. Lichttilderabend der Märkischen 
Gesellschaft von Freunden der Photogrcphie E. 53. zu Steglitz spricht 
Herr Direktor Dr. Stoewer aus Säönebrrg über obiges Thema. 
Der Bortrag findet am Mo: tag, dem 17. Februar, 8'/, Uhr AbentS, 
im Festjaat des Gymnasiums, Hrisestraße 15, statt; er hat folgende 
Stikderung: Bevöllerung, Siadlbild, Stadtmauern, Straßen und 
Läden von Pompsii, Dipinti und Graffeli, Tempel, Praxis der AuS- 
grabungen, das LettterhauS, Gräberstroße. Karten zum freien 
Eintritt verabfolgt Herr Georg Schwabe, Schloßflraße 92. Fernspr. 93. 
Der Verein der Schweihörigen genannt .Hephala', E. 5). 
veranstaltet am Montag, dem 17. Februar, Abends 7 Uhr, im 
Restaurant Tiergarteuhof (am Bahnhof Tiergarten) eine Mitglieder- 
veifammlung. Sie beginnt mit einem Vortrage des Herrn 
R. Etebschirski, Lehrer an der Schweihörigevschole in Charlottenburg, 
über das Thema: .Wie sichelt der Schwerhörige sich eine reine, 
fehlerfreie Aussprache?' An den Bortrag schließt sich ein zwangloses 
geselliges Beisammensein an. Einführung durch Mitglieder gern ge 
stattet. Näheres durch die Dcrsitzrnd: Margarethe v. Ditzlebcn, 
Berlin w. 15, Fasauenstraß: 49. Sprechenden täglich BormittagS 
10-12 Uhr. 
Patenlfckau 
mitgeteilt vom Patentvüro Johannes Koch, Berlin NO. 18, Große 
Frankfurterstratzc 59, Abschriften billigst. Auskünfte kostenlos. 
Eduard Kindler, Beilin-Frledcnau, Lauterstr. 12: AnfhSngeöse für 
den Fahrdraht clektrlschcr Bahnen unter Bcrwerduug von Keilen zur 
Feslleauug des Fahrdrahtes in der Oise. (Elt. Pat.) 
Optische Anstalt, C. P Goerz, A.-G., Berlin-Fnedenau: Plaitm» 
anlegerahmen für photogrammetnjche Apparate mir aus Glasplättchen 
gebildeten OrientierungSmaiken. (GM.) 
Alfred Elsasier, Berliv-Fttedenau, Slubevrauchstr. 19/20: Feder 
halter mit einstellbarem Kalender. (GM.) 
Pharmaceutische Fabrik „Friedenau', Heinrich Sach«, Berlin- 
Friedenau: Packung für pharmazeutische und mcdlzinljche Präparale 
mit geprägter Firma-Etckette. (EM) 
Scdöneberg 
— o Sitzung der Stadtverordneten am Montag, dem 17. Februar 
1913. Nachmittag 6 Uhr. Tagesordnung: 1. Bcichlußfaffung über 
die Bcilrge des Magistrats betr. Nachdewivigung von 50 M. zum 
E at der Freibank für 1912. 2. Desgl. betr. Einziehung au der 
Fontaneschule. 3. Disgl. den. Nachbcwilligung von 4446 M. zum 
Schuletat 6 für 1912. 4. DeSgl. von 359,90 M. zum Schuletat A 
(üc 1912. 5. Wablen. 6. Bericht des Petttiondaukschusier über die 
Petitionen: Nr. 27/12 der Herren KoslvwLki und Gen., den Beginn 
deS Unterrichts in den Volksschulen namentlich in den niederen Klasten 
erst um 8 Uhr beginnen zu lassen; Nr. 29/12 der Kinobefitzer in 
Bcrlin-Schöncbcrg wegen Aufhebung der Steuerordnung betr. vre Be- 
füuerung der Beraestallung in den Kinotheatern; Nr. 45/12 der 
ordentttchen Lehrer CchöneberaS um Gleichstelluug in der Besoldung 
mit den ordentlichen Lehrern Friedenaus; Sir. 1/13 deS Hau«- und 
GrundbesitzcrvcreinS zu Berttn-Schöneb>rg um Aiphaliierunng der 
Kolonncustraße und Hcrrichtung der Bürgersteige; Nr. 2/13 der An 
wohner der Würzburger Straße um Asphaltieruag und Regulierung 
der Würzburger Straße; Nr. 3/13 der Firma Palast-Theater (H. 
Hcinisch) um Niederschlagung der refliererden Kinematographeusteuer. 
7. Desgl. deS Ausschusses für die Boilage betr. Beschaffung von ln- 
ländischem Fleische. 8. Desgl. des EtalSauSschuffeS über folgende 
EiatS: Wohlfahrtspflege, Bolksdadcaustalt, Volksbüchereien, Arbeits 
amt, Unterkunflsraum, RechtsauLkunjttstelle, Krankenbefirderung, 
Stiftungen. Freibank, Bolkkunterhattungcn, Eeefischhalle, Fortbildungs 
schule für Jünglinge, Fortbildungsschule für Mädchen. 
—o Die ordentlichen Lehrer Schönrbergß haben um 
Gleichstellung in der Besoldung mit den ordentlichen Lehrern 
Friedenaus petitioniert. Der Petitioniausschuß hat hierüber 
Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. 
—o Ordensverleihungen. Dem bisherigen Saniläi»- 
direklor Georg Tichler und dem Oberfladtsekrelär a. D. 
Hermann Kretschmer'ist der Rote Adler-Orden Klasse 
verliehen worden.
        
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