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Periodical volume Nr. 38, 13.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

bezogen worden; er habe sich durch Einsicht in die Belege 
davon überzeugt. Der Wagen de« Borwärls sei allerdings 
vorgefahren, doch er habe Aerzte-Verzeichniffe abgeliefert, 
auf deren Herstellung die Kasse keinen Einfluß habe. Die 
Drucksachen vom Genesungsheim find von der Wtlmers- 
dorfer Kaffe, die den größten Anteil an dem Heim besitzt, 
in einer WilmerSdorfer Druckerei hergestellt worden. Die 
Jahresberichte unserer Kaffe wurden in Rummelkburg 
gedruckt. Früher erhielten auch hiesige Druckereien Auf 
träge, doch mit einer Druckerei hatte die Kaffe Differenzen 
und die andere Druckerei ließ wochenlang auf die 
Lieferung warten. ES haben sich Berliner Buchdruckereirn 
um Lieferungen beworben und die billigste erhielt die 
Aufträge. Bon den hiesigen Druckereien hat sich keine um 
Lieferung von Drucksachen beworben. Wenn sich die 
Frtedenauer bewerben, werden sie auch Lieferungen be 
kommen. ES ist in der heutigen Sitzung der Kaffe be 
schlossen worden, die Friedenauer Unternehmer zu bevor 
zugen, soweit sie sich bewerben. Zur Ehrenhaftigkeit de» 
Herrn BreoeS müsse er betonen, daß dieser alles meidet, 
waS der Kaffe das, Ansehen politischer Beeinfluffung geben 
könnte. Herr Graßmann dankt für die Aufklärung; er sei 
davon überzeugt, daß die Arbeitgeber schuldlos sind; die 
Verwaltung könne sehr wohl eine Aufforderung ergehen 
laffen zur Abgabe von Preisangeboten; so hoch brauchen 
sich die Herren Beamten nicht zu stellen, daß sie eine 
Anfrage bet den hiesigen Gewerbetreibenden nicht für not 
wendig halten und nach RummelSburg gehen. Wo die 
Gewerbetreibenden hier die höchsten Beiträge zahlen, 
haben sie auch ein Anrecht, berücksichtigt zu werden. Herr 
Davidsohn fragt, wo es UsuS sei, daß ein Unternehmer 
gefragt werde, ob er Arbeiten machen wolle? Man werde heute 
dochüberlaufen mit Angeboten. Herr Klemm fllhitaus, daß die 
Gemeindeverwaltung auch keinen hiesigen Unternehmer auf 
fordert, diese gibt einfach auswärtigen Unternehmern die 
Bestellungen. Bei ihm sei von der Gemeinde noch nie 
wegen Ausführung der Stückarbeiten angefragt worden. 
Herr Schultz bemerkte, er möchte doch die Gemeinde in Schutz 
nehmen, die sämtliche Lieferungen und Leistungen in öffent 
licher oder beschränkter Ausschreibung vergibt. Bei der 
Krankenkaffe aber geschähe dies nicht; er könne doch nicht 
hingehen und fragen, ob er Drucksachen bekommen könne, 
noch dazu, wo er Delegierter sei. DaS würde so^auSsehen, 
als wolle er einen gewissen Druck ausüben. Er erkläre 
aber, daß er seit einer Reihe von Jahren keine Anfrage 
von der Kaffe erhalten habe. Herr Wolff führt an, daß 
die Beiträge der Kaffe so hohe wären, daß die Arbeit 
nehmer garnicht beitreten wollen. Außerdem sei die Kaffe 
so wenig kulant, daß bei einem Tag über Karenzzeit 
bereits Eintrittsgeld gefordert werde. WaS die Bergebung 
von Drucksachen anbetrifft, so müßte die Kaffe ihre sie 
unterstützenden Mitglieder ebenfalls unterstützen. Sie 
könnte anfragen, so wie es die Gemeinde Friedenau auch 
tue. Er müffe in dieser Beziehung die Gemeinde gegen- 
über den Aeußerungen des Herrn Klemm in Schutz 
nehmen. Ec erwähnte dann wie er An- und Abmeldr- 
formulare für ve-schiedene Händler zum Verkauf ge 
druckt hatte, eben war der Druck fertig, als die Formulare 
hinfällig wurden, da neue Karten eingeführt waren. 
Dadurch hatte er einen Schaden von 80 M. Ueberall fei 
es üblich, daß Aenderungen eine gewisse Zeit vorher an 
gekündigt werden. Herr Davidsohn erwähnt, wie die 
Frtedenauer Gemrindebeamten ihre Kohleneinkäufe durch 
gemeinschaftlichen Bezug in Berlin machen. Eine Berliner 
Finna hat die Kohlen 1 M. unter dem von der Kon 
vention festgesetzten Preis verkauft. Zur Kennzeichnung 
dieser Firma möchte er nur anführen, daß diese Firma zu 
1000 M. Konventionalstrafe verurteilt wurde, um 
Stundung und Ratenzahlung eingekommen sei und dann 
auch noch nichts bezahlen konnte. Bezüglich der Formu 
lare stimme er Herrn Wolff bei, daß dos Härten seien und 
er werde sich bemühen, derartiges in Zukunft zu verhüten. 
Aber die Schulen in Friedenau machen «8 ähnlich; er 
habe gehört, daß dort auch wiederholt Bücher gewechselt 
wurden, sodaß die betr. Händler die erst eingekauften Bücher 
fortwerfen mußten. Der Vorsitzende erklärt, daß man darauf, 
was die Gemeindebeamten machen, keinen Einfluß habe. 
Die Gemeinde aber veranstaltlt ständig Ausschreibungen. 
Herr Graßmann erklärt, er wolle Herrn Daoidsohn durch 
aus nicht persönlich angreifen. WaS er verurteile, sei die 
Beamtenwillkür und da sei er überzeugst daß H°rr David 
sohn für Abhilfe sorgen werde. Auch Herr Buchheimer 
jetzt aber war er vollständig non ihrer Unschuld überzeugt. 
Mit dem Empfang, der ihm hier geworden, konnte er 
auch ganz zufrieden sein. Diese interessante Mutter mit 
dem kranken Sohn hätte sich ja weigern können, ihm irgend 
eine Auskunft zu geben, anstatt dessen waren die beiden 
ihm sehr höflich entgegengekommen und hatten ihm ver 
sprochen, alles zu tun, um die Sache aufzuklären, die sic 
so tief in ihrem Stolz und ihrer verwandtschasllichen Zu 
neigung traf. 
„Ich danke Ihnen, gnädige Frau," erwiderte er marin. 
„Liebenswürdiger hätten Sie meine Bitte nicht aufnehmen 
tonnen. Es steht nicht in meiner Macht, Fräulein Mait- 
land zur Rückkehr zu zwingen, aber wenn ich Ihnen als 
Mann, der die Welt kennt, raten darf, so ist es das beste, 
was Sie tun können, sie zurückzurufen. Es liegt in ihrem 
Interesse und in dem der jungen Dame. Wenn ich ein 
halbes Dutzend Worte mit ihr wechseln kann, so wird es 
mir sicher gelingen, die Spur des Schurken zu finden, der 
uns durch Einsendung des Bildes hinters Licht führen 
wollte, lind dann sind Sie und die junge Dame die un 
angenehme Geschichte los." 
Aber die Gräfin hörte ihm gor nicht zu, sie stand über 
ihren Sohn geneigt, dessen Kopf in den Kissen seines 
Stuhles zurückgesunken war. Er mar sehr blaß geworden 
und atmete schwer. 
„O Gott, er wird ohnmächtig," klagte die Komtesse. 
„Er ninß sofort Wein haben. Ich werde welche» holen, 
und auch Sie, Herr Inspcttor, werde» nach Ihrem Weg 
einer Erfrischung bedürfen. Wollen Sie so lieben-würdig 
sein, hierzubleiben, bis ich wiederkomme und ihm unte.'- 
deffen dies Riechfläschchen vor die Rase halten?" 
Und so kam es, dos; Inspektor Black sich vor die un 
gewohnte Aufgabe gestellt sah, ein Ricchfläschchc» mit 
betont, daß er von der Gemeinde stets Aufforderungen 
erhalten habe. Herr Lorenz meint, die hohen Beiträge 
liegen daran, daß sich die Arbeitgeber so wenig um die 
Koste bekümmern. Wenn man mit der Erhöhung nicht 
etnve standen sei, so werden zunächst die Leistungen der 
Kasse auf das Mindestmaß herabgesetzt. Bezgi. der Be- 
amlenanstellungen hatte der Arbeitgeber früher keinen Ein 
fluß. Jetzt aber können Beamte nicht angestellt werden, 
wenn die Arbeitgeber nicht zustimmen. Herr Daoidsohn 
bemängelt eS gleichfalls, daß sich die Arbeitgeber so wenig 
beteiligen, von den GewerbevereinSmitgltedern haben an 
der letzten Wahl nur 4 teilgenommen. Reger waren die 
NahruugSmittelhändler. Herr Graßmann steht auf dem 
Standpunkt, daß die Beamten der Kaffe nicht das leisten, 
waS sie leisten müßten. Bei Vergebung von Lieferungen 
können Umfragen stattfinden. Herr Wolff meint, Herr 
Daoidsohn verwechsele Privatmann und Blhörde. Die 
Krankerkaffe sei eine öffentliche Behörde und eine Behörde 
sei moralisch verpflichtet, die Einheimischen zu unterstützen. 
Herr Ruhemann versteht auch die Ansicht deS Herrn David- 
föhn nicht. Die Kaffe fei ein öffentliches Institut und 
wenn dieses Arbeiten vergebe, müsse eS diese ausschreiben. 
Er weiß nicht, warum sich da Herr Davidsohn auf den 
kaufmännischen Standpunkt versteift. Die Kaffe müffe die 
jenigen berücksichtigen, die zu den Kosten beitragen. Herr 
Lorenz erwähnt, daß die Firma Goerz die Kaffe sehr be 
laste. Vielleicht läßt eS sich ermöglichen, diese Firma zu 
höherer Beitragszahlung heranzuziehen. Herr Daoidsohn 
bemerkt, daß die größten Ausgaben der Kaffe durch Ent 
lassungen bei der Firma Goerz erwachsen. Wenn dieser 
Zeitpunkt eintrete, meldet sich stets ein sehr hoher Prozent 
satz der Entlassenen krank. Eine besondere höhere Bei- 
tragiklaffe könne für die Firma Goerz nicht eingerichtet 
werden, da eS sich nicht um einen gefahrvollen Betrieb 
handelt. Damit war die Besprechung erledigt. Weilers 
Anfragen lagen nicht vor. So schloß der Vorsitzende gegen 
12 Uhr die Versammlung. 
o In dem Konkursverfahren über da« Vermögen 
des Kaufmanns Mox Eprai, früheren AlleintnhaberS der 
Firma Cprai & Neumann in Potsdam, sitzt Friedenau, 
Lauterstraße 14/15, ist zur Abnahme der Schlußrechnung 
der Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das 
SchlußoerzeichniS der bei der Verteilung zu berücksichtigenden 
Forderungen sowie zur Anhörung der Gläubiger über 
die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer 
Vergütung an die Mitglieder deS GläubigerauSschuffeS 
der Schlußtermin auf den 11. März 1913, Vormittags 
10 Uhr, bestimmt. 
o Die Zeit der frischen Eier naht wieder heran, 
und bereits denken sehr viele an die angenehme Ab 
wechselung, die diese schmackhafte und nahrhafte Kost ins 
kleinbürgerliche Cpeifepiogramm bringen soll. Eier sind 
namentlich auch zum Abendessen geschätzt, wo sie, wenn 
frisch, alS .gekochte* einen delikaten Geschmack haben, ohne 
dabei zu teuer zu sein. Aber leider werden dieses Jahr 
auch die Eier teurer als andere Jahre sein, nicht nur aus 
dem Grunde, weil alle Fleischsorten so hoch im Preise 
stehen, sondern auch, weil die Einfuhr vom Balkan her 
diesmal wegen deS Krieges so bedeutend geringer al» 
andere Jahre ist. Wie bedeutend die Einfuhr von Eiern 
aus dem Balkan ist. mag man daraus ersehen, daß 
Bulgarien allein alljährlich mehrere Millionen Kilogramm 
Eier nach Mittel- und Westeuropa liefert. Dauert die 
bekannte politische Lage noch länger an, unterbleibt diese 
Zufuhr natürlich und die Versorgung unsere- TifcheS wird 
wieder um eine Chance ärmer. AlS gute Bezugsquelle für 
frische Eier können wir übrigens unseren Mitbürgern die 
Eierhandlung von Neumann. Hertelstr. 3. empfehlen. 
o Die Große Berliner Kunstausstellung am 
Lehrter Bahnhof wird in diesem Jahre im Züchen deS 
RegierungSjabiläumS deS Kaisers flehen, insofern nämlich, 
alS die Architektur-Abteilung Darstellung von Bauten vor- 
führen soll, die auf Anregung des Kaisers entstanden sind, 
sowie Bauten, an denen der Kaiser besonderen Anteil ge 
nommen hat und die in den letzten 25 Jahren ausge 
führt sind. Der blaue Saal, der für diese JubiläumS- 
AuSstellung in Aussicht genommen ist, wird vom Archi 
tekten Ebhard in entsprechender Weise umgebaut. Die 
Kunstausstellung soll um Pfingsten (11. Mai) eröffnet 
werden. 
o Zar Landtagsersatzwahl. Eine groß« öffent- 
kiche Beamtenoersammlung. zu der alle Reichs-, Staats-, 
silberner Kapsel eine,» Ohnmächtigen unter die Rase zu 
hallen. Die Gräfin hatte cs ihm in die Hand gesteckt, ehe 
sie das Zimmer verließ. Seine Versuche waren erfolgreich, 
denn nach ein paar kurzen Augenblicken schlug Herr Schar- 
nock lächelnd die Augen zu ihm aus und inachle ihm ein 
Zeichen, beiseite zu treten. 
„Ich danke Ihnen," sagte er freundlich, „das hat trtir 
sehr gut getan. Sobald ich erst noch ein wenig Wein gc- 
trunken habe, werde ich mich wieder ganz wohl fühlen. 
Wir haben da einen alten Portwein im .Keller, der ein 
wahres Lebensclixier ist und der Ihnen gewiß auch 
schmecken wird, wenn Sic mir den Gefallen tun wollen, 
davon zu kosten." 
Hier wurden wirklich feurige Kohlen ans sein Haupt 
gesammelt, dachte Black bei sich. Es war gewiß noch 
nicht vorgekommen, daß ein Kriminalbeamter von de» 
Leuten, denen er mit einein kränkenden Verdacht nahe- 
getreten war, mit auserlesenem Wein traktiert worden 
wäre. Bis jetzt hatte der joviale Beamte immer eine ge 
wisse milde Verachtung für die Leure gehabt, die sich 
mit der Besserung entlassener Gefangener beschästigten. 
Aber nun nahm er sich vor, nicht wieder in diesen Irrtum 
zu verfallen, sondern solchen Wohltätern der Menschheit 
nicht die Achtung zu versagen, die ihr frommes Tun 
verdiente. Und wenn die Milch der frommen Denkart 
einem am Ende eines erniüdeten Tages in der Form von 
altem Portwein gereicht wird, so ist dies gewiß nicht zu 
verachten. 
Jetzt öffnete sich die Tür, aber cs war nicht die 
Gräfin, die hereinkam, sondern Louis brachte den Wein, 
und Herr Scharnock fragte ihn sofort in einem für ihn 
ziemlich schroffe» Ton, wo die Komtesse sei. 
, „Die gnädige Frau ist von einem der Gärtner aufac- 
und Pttvatbeamten, ebenso die gesamte Lehrerschaft der 
westlichen Bororte Groß-Berlins eingeladen werden, findet 
am nächsten Dienstag, dem 18. Februar, abends'8 l / 2 Uhr 
im Aibiechlthof-StegUtz. Albrechtstr. 1a, statt. Herr Ober- 
postasststent Delius, wird über die Stellungnahme der 
Beamten- und Lehrerschaft zu den Landtagewahlen sprechen. 
o Der Friedenauer Parochialverei« gestaltet seinen 
nächsten Unterhaltung-abend (am 18. Februar in der Aula 
des ReformgymnastumS, Homuthstraße) zu einer Gedenk 
feier für Richard Wagner, dessen 30 jähriger Todestag auf 
den 13. Februar fällt. Den Abend werden aus den be- 
kannten Gedichten Wagner» die inhaltreichen Tristanstudien 
— Im Treibhaus — Schmerzen — Träume — einleiten, 
gesungen von Frau Maria Mahraun (All). Sodann folgt 
eine Gesamtdarstellung deS BühnenweihfestspielS Parstfal 
in Wort und Ton. Der Verein hat hierfür Herrn Kammer» 
gerichtSreferendar Krug gewonnen, dem auf diesem Gebiete 
reiche Erfahrungen zur Seite stehen. Zur musikalischen 
Erläuterung und Unterstützung deS BortragS hat Herr 
Kiug eine große Reihe von Künstlern herangezogen, um 
auch musikalisch einen möglichst umfangreichen Eindruck 
,u erzielen. Zu den zahlreichen Solisten (Klavier, Violine, 
Harmonium, Cello, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Baß) 
tritt noch ein kleiner Chor, bestehend auS Damen und 
Herren der Gesellschaft. Die mustkalrsche Gesamtleitung 
liegt in Händen der Konzert- und Qratoriensängerin Frl. 
Elly Hagen-Friedenau. Für BereinSmitglieder ist der Ein 
tritt frei. Für Nichtmitglieder ist eine beschränkte Anzahl 
von Karte» zu 1 M., für Schüler zu 50 Pf. (letztere nur 
im Borverkauf erhältlich) zu haben in der Mustkalien» 
handlung von Echwartz. Rheinstr. 60, in der Papierhand 
lung von Koffakowski, Schmargrndorferstr. 35, in der Buch- 
Handlung der Goßner'schen Mission, Handjerystr. 20 und 
in der Wohltat'schen Buchhandlung. Rheinstraße. 
o Das Winterfest zu« Besten deS Deutsche» 
TierschutzvereiuS zu Berlin findet unter dem 
Protektorat Ihrer Kaisers, und Könlgl. Hoheit der Frau 
Kronprinzessin in den Räumen der Philharmonie, Bern- 
burgerstraße, am Freitag, dem 21. Februar d. I.; 6 Uhr 
Abend?, statt. Zum Konzerlteil im Obrrlichtsaal sind jetzt 
gewonnen: die Königl. Opernsängerin Frau Helen Lirban- 
Globtg und Frl. Grete Parbs, die Biolinoirtuosin Frl. 
Margarete Leistner, die Harfeiivirtuofin Eenerita Lucia 
de Menarguez, die Klaoiervirtuostn Eenerita Julia Parody, 
der Bariton Gustav Franz, die Konzertsängerin Frl. 
Liselotte Müngner, am Klavier Dr. Krone. Nach dem 
Konzert Ball im großen Saal, Tombola im Zwiichrnsaal. 
Einlaßkarten zum Preise von 5, 3 und 2 M. (sämtlich 
numeriert) sind durch daS BereinSbüro, Berlin W 9, 
PolSdamerstraße 125 (von 9 — 6 Uhr), durch daS Tier« 
depot Berlin 0. Schicklerstroße 4, Herrn Hoflieferant 
Winkelmann, HauSooigteiplatz 11g, zu beziehen. 
o Autoliebchen in Steglitz. Wir erinnern noch 
mals daran, daß heute Abend im Schloßpark Steglitz 
die reizende Posse „Autoliebchen" durch die rühmlichst 
bekannte Theaterdirektion Brodeck & Stegemann zur Auf 
führung gelangt. Eintrittskarten- sind hier im Zigarren- 
geschäft von Knollmeier, Rheinstraße 43, und in der 
Musikalienhandlung von Cchwartz, Rheinstr. 60, sowie 
Abends an der Kaffe erbältlich. 
o Einen Liederabend veranstaltet die hier bestens 
bekannte und sehr beliebte Konzertsängerur F,äulrin Anna 
Graeve am Freitag, dem 14. Februar, Abend» 8 Uhr, im 
Leethooensaal in Berlin. 
o I« den Thorwaldseu'Lichtspielen, Thor» 
waldsenstr. 26 findet morgen Freitag, ein Kabarett-Abend 
verbunden mit Lichibildervorsührung statt. Im Kabarett 
wirken u. a. mit die beliebte Soubrette Lola Grey, der 
beliebte Bauernlppendarsteller Mox Brückmater und andere 
erstklassige Krälte. Da« Theater zeigt uns die neuesten 
Film» (erste Woche). Besonders auf die neue prämierte 
Refstrwand, durch die wunderbare, klare plastische Bilder 
hervorgebracht werdkn. sei aufmerksam gemacht. — Gleich 
zeitig weisen wir Kegelfreunde darauf hin, daß die 
modernen BerbandSkezclbahnen noch an einigen Tagen zu 
vergeben sind. 
o Der Deutsche PfadfindcrVund und der Bund 
Deutscher Pfadfinderinnrn veranstalten am Sonnabend, 
1. März 1913 im F-stsaal der Großen Landrkloge (Eisen- 
nacher Str. 12) zum Bkstrn ihrer UnterstützungSkaffen, 
einen künstlerischen Abend. Den Ehrenvorsttz jür das Fest 
haben gütigst Übernommen Herr Generalfeldmarschall Tr. 
palten worden, der mit il,r zu sprechen wünschte," war 
die Antwort. „Sie hat mich beauftragt, den Wein herein 
zubringen und zu sagen, sie würde sofort nachkommen." 
Auf ein Zeichen von seiuein Herrn zog der Diener einen 
lleinen Tisch mit eingelegter Arbeit heran, so daß der Kranke 
ihn bequem erreichen konnte, stellte das reich gravierte 
silberne Tablett darauf, rückte die Gläser so, daß sie seinem 
Herrn zur Hand waren und ging. 
Herr Scharnock versuchte sich ein wenig auszurichten, 
aber er sank stöhnend zurück. „Es tut mir leid, Herr In 
spektor, ich kann nicht den Wirt machen, wie es sich ge 
hört," sagte er mit einem traurigen Lächeln. „Verzeihen 
Sie mir, und bedienen Sie sich selbst, bitte." 
„Nicht, ehe ich Sie bedient habe, Herr Scharnock," 
erwiderte Black, sprang auf und faßte die Flasche mit 
seiner riesigen Hand. „Die Frau Gräfin würde mir nie 
vergeben, wenn ich nicht erst dafür sorgte, daß Sie Ihren 
Wein bekommen." 
Und er füllte die beiden Gläser und wartete dann höflich, 
bis der andere trinken würde. Er fing gerade an sich 
zu überlegen, daß. wenn Herr Scharnock zu schwach war, 
um sich aufzurichten und den Wein einzugießen, er ihm 
wohl eines der gefüllten Gläser reichen müsse. Aber da 
streckte dieser schon die schmale weiße Hand, wenn auch 
etwas unsicher, nach dem Glas aus, das ihm das nächste 
war. Voll Mitgefühl beobachtete Black, wieviel Mühe es 
ihm kostete, das Glas an die Lippen zu führen, ohne von 
dem edlen Inhalt zu verschütten. Erst als ihm dies ge 
lungen war, griff auch Black nach dem andern Glas, in 
dem der herrliche Wein so verlockend funkelte. 
Als er es eben an die Lippen heben wollte, wurde die 
Tür rasch geöffnet, und die Komtesse stürzte herein, ein 
Bild mütterlicher Sorac. (Fortsetzung folg'.)
        
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