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Periodical volume Nr. 38, 13.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Meiimr Fokal-Amkiger. 
Sti 
(Krtedenauer 
AnMkttiische Zeiiilng für kommunale wnb bürgerliche 
Angelegenheiten. 
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Mirzblatt „Seifenblasen". 
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Organ für den Friedenauer Ortsteil m Zchöneberg und 
Kerirtsvereiit Züdweft. 
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Nr 38. 
Verlm-griedeuLll. Donnerstag, veo 13. Februar 19i3. 
•40 Iahrg. 
Depeschen 
Cctjtc nachricbtcii 
Berlin. Die Budgetkommission des Reichstags hat 
heute auf Antrag des Zentrum« unter dem Widerspruch 
de« Staatssekretärs beschlossen, daß im nächsten Jahr für 
die Marineinfanterie und die Matrosenartillerte die zwei 
jährige Dienstzeit eingeführt wild. DaS Zentrum, die 
Polen und die Eoziatdemokralrn stimmten für den Antrag, 
die fortschrittliche BoUSpaitei hat sich der Abstimmung ent 
halten. 
Berlin. DaS Braulpaar Prinzessin Viktoria Luise 
und Prinz Trust Auaust sind heute Vormittag leirrlich in 
Berlin eingezogen. 8 Uhr 30 Minuten traf der Sonder- 
zag auf dem Potsdamer Bahnhof ein. Zum Empfang 
hatten sich auf dem Bahnhof der Ka ser, die kaiserlichen 
Prinzen, die militärischen und Etaa kbehörden, sowie als Ver 
treter der Stadt Oberbürgermeister W-rmnih, Bürgermeister 
Dr. Reiche und Stadtoeiordnetenvorstcher Michelet ringe 
funden. Oberbürgermeister Wermuth überreichte dem 
Brautpaare mit einer Ansprache einen Strauß lilafarbiger 
Orchideen. Der Zug chewrgle sich über den Potstamir 
Platz, der Bellevuesträße hinunter über die StegeSallre, 
durch die Charlottenburger Chauffre nach dem Branden 
burger Tor, die Linden er tlang zum Schloß/ überall von 
einem zahlreichen, begeisterten Publikum begrüßt. Die 
Ehrenetzkorte bildeten Rathenower Ztethenhusaren. Vor 
dem Schloß erfolgte eine Parade der 4 ESkadroni Ziethen» 
Husaren. Dann begaben sich der Kaiser und seine Gäste 
in« Schloß und da« Militär rlichie ab. 
- Karlsruhe. Der M'gent von Braunschweig, Herzog 
Joharn Albrecht von Mecklenburg,-und Gemahlin weiden 
heute Nachmittag um Ä Uhr 8 Milt, von Colmar zu einem 
2 tägigen Besuch bet dem Gcoßherzoz«paa:e von Baden 
h er eingetroffen. 
Konstantinopel. Wie da« Blatt Alemdar meldet, 
haben die türkischen Streitkräfte in Juntna den Paß Zaoroko 
angegriffen und nach Idreieinhalbstündigem Kampfe die 
Griechen vernichtet. Vvn einem Regiment hätten sich nur 
acht Mann. von denen choch sechs- Mann verwundet seien, 
gerettet. Den Türken seien dreizehn Kanonen und 
eine Menge Munition in die Hände gefallen. — Noch 
Meldungen, die gestern abend aus Lkutan hier an- 
gelangt sind, wagen die Montenegriner keinen Angriff 
mehr. Die Selben sollen ihnen die Unterstützung versagt 
haben. — Die Türken haben die Bulgaren bet Siltori 
an der MarmarakÜste in die Flucht geschlagen und ihnen 
große Verluste betgebkacht. Sie selbst hatten nur geringe 
Verluste. 
Addis Abeba. Der Konfl kt, der beim Wechseln der 
Palastwach« im kaiserlichen Gyebbt entstanden war, ist 
durch' die Intervention deS obersten Bischof« friedlich bei 
gelegt worden. Der Palastkommandant Fttaurakt Gabre 
Mariam begab sich am Sonntag zu dem Bischof, der ihn 
bi« zur Aburteilung bet sich behielt. Während d»S 
Kampfe-, der am Sonnabend stattfand, feuerte ein Teil 
der Angreifer fortgesetzt auf das von Menelik bewohnte 
Hau« und zertrümmerte daS Tor und die Fenster dieses 
HauseS. 
New Park. Dir Loge in Mcx'ko ist noch immer 
vollständig ungeklärt. Die Puffe der Vereinigten Staaten 
bemüht sich, die Situation so pessimistisch al« möglich 
darzustellen, da in et, flnßreichen Kreisen offenbar ein Ein 
greifen der Union gewünscht wird. 
Lokales 
(Nachdruck unserer o-Originalartikel nur mit Quellenangabe gestattet.) 
o Der Antrag ans Errichtung eine« Hypo« 
thrkevamtes in Fltedenan, den der Hau«, und Grund' 
bcsitz-iveretn an den hiesigen Gemeindevorstond gerichtet 
hat, hat folgenden Wortlaut: 
Dir Boistai d de« Haus, und Grundb-sitzelveirins richtet an den 
G.met> devorst ud di« Bitte die Erriittung eines Hypothek« amieS 
und zwar «dtglich für unseren Ort anbahnen ,u wellen. Zur Be- 
gründ, ng dieser Bitte i «hmen wir auf die Ausführungen in unseren 
beiden im November 1912 und Januar 19 3 an sämtliche Hau«- und 
Grundbesitzer in Fricderau gesandten Rundschreiben Be ug, von denen 
wir je ein Cx mpiar anliegend beifügen. Wir glauben durch die 
bisher von mehr als ,00 Hank- und Grundbesitzern eingegangenen 
Beiiritlse'klSiui gen in der Lage zu s-in, eine ausreichende Barantir- 
Gencff-, schuft gründen zu kö neu für-den stall, daß unserer Bitte 
stattgegeben und die Encktung deS Hypothekenamtes vrn der Gc- 
meirdcvertr-tang b-Ichlvstea wirb. In ver>chiedenen andrren, zu Groß- 
Berlin gehörenden Orten ist man unS in der Fürsorge für den von 
den Echöden t er Zeit bedrohten »rundbefitz voraus. Wir verweisen auf 
daS in N.ukilln errichtete Hypoihekenamt, daS nun bald (im März) 
ein Jahr hindurh für beide Teile fegentreich wirkt In W-thensee 
ist die Erichtung eines Hypothek namteS von dem zuständigen Herrn 
Minister n-.ter der Bcdi gung gen-hmigt, daß eire AusbeilungS- 
Sarantte-Genoff nschaft gegiündet wird. Wir bitten den verehrttchen 
Gemeind:»,riill'-d um tunlichste Beschleunigung der Angelegenheit, 
damit auch bei un« eine segensreiche Tätigkeit so bald a S mißlich ein- 
setzen kann und gestatten uns den Borschlag, z -nächst die gründ- 
sötz'iche Z ustimmung der Gemeindevertretung herbeiznsüdren und dabei 
gleichzeitig einen Autschutz zur Ausarbeitung der ersolderlichen Satzung 
bestellen zu lasten. 
o Die Aufstellung eines zweiten Fahrtrich« 
tungSanzeigerS an dem neuen Aufgang zum Bahnhof 
Wilmersdorf Friedenau halte der Beztrktoeriin WtlmerS- 
dorf-Süd (Verkehrsausschuß) bei der Bahnoerwaltung be 
antragt. Dieser Anregung wird nunmehr Folge gegeben. 
o Das Kgl. MateriaUPrüfungSamt in Groß- 
Lichterfelde-West hat tm letzten Jahre nicht weniger als 
39 000 Versuche auSgefllhlt, von denen etwa die Hälfie 
sich auf die P üfung von Baubtndemttteln erstrickie. Ln 
einer Zementprobe wurde eine bisher nicht beobachtete 
Halibarkeit festgestellt, wodurch eine erhebliche Erhöhung 
der Diuckfesttgketten der deutschen Zemente gegeben ist. 
Wa» die neuen Arbeit«gebiete anbetrifft, so ist die Kaut- 
schuk-Ptüfung weiter erfolgreich gefö.dert und auch im 
Au«lande günstig vertreten worden, ebenso die Ballon- 
stoffp-üfung. Von J-t llffe ist ferner, daß die vom 
Deutschen Brückenbauverein aufgestellte 3000 1-Maschine 
ihrer Vollendung entgegengeht. Die Ausgaben deS 
PrüfunxSrmtS betrugen im Berichtsjahre 660 000 M., 
die Einnahmen 425 000 M. Damit ist der StaaiSiuschuß 
Der Staatsanwalt 
Boa H. Hill. 
32 «MM mlitm.) 
Die Komtesse verneigte sich steif, ohne von ihrem Stuhl 
aufzustehen. „Ich habe meinen Sohn bitten lassen, hier- 
her zu kommen," sagte sie. „Er ist heute noch weniger 
wohl als gewöhnlich, und ich hoffe, Sie rperden ihn nicht 
allzusehr ermüden. Sie sind gewiß Abgesandter eines der 
vielen Wohltätigkeitsinstitute, für die mein Sohn sich inter 
essiert." 
„Man könnte es -vielleicht so nennen," gab Black zu, 
der immer verlegener wurde. „Herr Scharnock beschäftigt 
sich doch viel mit entlassenen Sträflingen?" 
„Nur, wenn sie sein Wohlwollen verdienen," bemerkte 
die Gräfin in verweisendem Tön. 
„Na, dann singen wir ja dasselbe Lied," fügte Black 
mit einem Versuch, seine gewöhnliche joviale Manier anzu 
nehmen. „Das Institut, dessen Abgesandter ich bin, ist 
nämlich die Kriminalpolizei in London, Detektioabteilung. 
Ich komme, um eine Erkundigung einzuziehen in einer 
Sache, in die wahrscheinlich der eine oder andere von 
Herrn Scharnocks Schützlingen verwickelt ist." 
„Ach so l" seufzte die Komtesse und ihr Wesen wurde 
etwas weniger eisig. „Es ist wohl einer vvn ihnen rück- 
R i geworden. Das kommt leider nur- zu oft vor. Es 
-r größte Kummer kn dem schmerzvollen Dasein meines 
armen Sohnes, daß seine Bestrebungen so oft von Miß 
erfolg begleitet sind. 'Es ist mir nicht lieb, daß Sie ge 
rade heute kommen, wo mein Sohn sich so leidend fühlt, 
aber ich erwarte von Ihrem Takt, daß Sie ihn so viel 
wie möglich schonen werden. Ich höre ihn.kommen." 
Black wünschte, seine Aufgabe sei so leicht, wie die alte 
Dame zu glauben schien. Im nächsten Augenblick, als 
der Krankenstuhl von Louis hereiugerollt wurde, fühlte 
er sich als ganz brutalen herzlosen Eindringling. Der ver- 
reiftinte Ansoruck in drin geduidiacn, ergebenen Antlitz des 
Leidenden, der sich beim Anblick des Besuchers sofort in 
entgegenkommende Sympathie verwandelte, beschämte den 
Inspektor geradezu. Er wäre am liebsten wieder hinaus 
gegangen, ohne eine einzige Frage zu stellen. 
Aber die Pflicht gebot ihm, zu sprechen, und da er 
die Sache gern so schnell wie möglich hinter sich bringen 
wollte, so sprang er gleich mit beiden Füßen hinein und 
erklärte Herrn Scharnock, er sei Kriminalpolizist und leider 
gezwungen, hier einige Nachforschungen anzustellen. Ohne 
Julius Pcnfold zu erwähnen, erzählte er von dem Bild, 
das der Kriminalpolizei anonym zugeschickt worden sei, 
offenbar in der Absicht, die junge Dame, die es vorstellte, 
in Berbindung mit der Ermordung des alten Brown, des 
Hausmeisters von Sir William Graßman, zu bringen, und 
mit vielen Umschreibungen gelangte er endlich dahin zu 
erklären, daß es ihm nach langem Suchen endlich „infolge 
einer Mitteilung" gelungen sei, das Original des Bildes 
in Fräulein Olivia Maitland zu entdecken, die, wie man 
ihm gesagt habe, hier im Schlosse wohne. Der Ausdruck 
tiefen Schmerzes in dem Gesicht des Kranken, und der 
leise Schrei, der der Gräfin entschlüpfte, waren dem In 
spektor unangenehmer, als wenn beide in helle Entrüstung 
ausgebrochen wären. Die langen weißen Finger des 
Leidenden zupften nervös an den Decken, die auf seinen 
Knien lagen. . , , 
„Diese furchtbare Anklage ," begann er in beben 
dem Ton. „ . 
„Es ist keine Anklage, verehrter Herr," beeilte sich Black 
zu versichern. „Ich.suche nur die Spur des Absenders der 
Photographie.. Aus Ort und Leit des Poststempels, zu 
etwas verringert worden. Die Anstalt beschäfrtgt jetzt 
227 Personen. 
o Handel« «ud Gcwerbeverei«. (Schluß) Der 
Vorsitzende berichtete nun über den Heilpflege-Verein 
für kränkliche und schwächliche Mittelstand-kinder. Er 
verwalte bereits 2 Juhre die Kaffe de« Heilpflege-VereinS. 
Im voiigen Jahre sind 2 Kinder nach Hrnkenhagen 
grsch ckl worden, die sich dort ausgezeichnet erholt haben. 
J.i einem Briefe, den der Vorsitzende verlas, spricht Herr 
Milchhändler Schmidt dem Verein den Dank au« für die 
Milsendung seine- Kindes, das dort eine vorzügliche Pflege 
erhalten hätte. Bon den ordentlichen Beiträgen sind 
25 Prozent an den Hauptorrein abzuführen. Der 
Geweibeoereln und die Frtedenauer Sparkaffe haben jedoch 
je 100 M. zue Verfügung gestellt und diese 200 M. sind 
noch vollstä big vo Handen. Jakgesamt beträgt der Kassen- 
bestand 253,30 M. Die Versammlung beschloß, die Sache 
weitkrzulühlin. Der Vorsitzende bat. ihm für die Heil 
pflege rechtzeitig (bi« Mal) Kinder namhaft zu machen. 
Für einen vierwöcheniUchen Kuraufenthalt, einlchlteßltch 
Fahrt, betragen die Kosten für daS Kind 100 M. Der 
Verein gewährt nun. je nach Lage der Verhältnisse. einen 
entsprechenden Zuschuß (50 oder 25 M.) eventuell auch 
volle Freistelle. Eine Anfrage der Potsdamer Handels 
kammer wünscht Auskunft, ob Klagen über den Post- und 
Trlegrophenoeikehr bestehen. E« wurden von der Ver- 
fammlung keine Klagen über unsere Postverhällniffe vor- 
gebracht. Von Herrn Großmann angeregt, fand nun eine 
lebhafte Aussprache über unser« Ort-krankenkasse statt. 
Herr Graßmann stellte an Herrn Daotdsohn, den 2. Vor 
sitzenden der OctSkrynkenkafle, die Frage, wie eS komme, 
daß in Friedenaü so höh« Beiträge, die-höchsten von ganz 
Deutschland, zur Krankenkaffe zu zahlen wären. Herr 
Daotdsohn erklärte, daß daran ntcht die Kaffe schuld wäre, 
die Eihöhung d,S Beitrage« hätte der Regierungspräsident 
angeordnet, weil der erforderliche Relervefond ntcht vor- 
Handen sei. Herr Graßmann bemerkte, daß der Regierung«. 
Präsident doch nicht so ohne weiteres die Beitragserhöhung 
anordnen könne. Dann könnte es ja schließlich dahin 
kommen, daß dem Aibeiter der ganze Lohn abgezogen 
werde. Er frage, ob e« doch vielleicht nicht an der eigen- 
mächtigen Berwaltung der Kaffe läge. Die Drucksachen 
werden einfach nach Willkür vergeben. Er habe sich auch 
erkundigt und erfahren, daß nicht bet einem einzigen Drucker 
tm Orte angefragt worden sei. Diese Willkür in der Der- 
wallung verursacht vielleicht auch die hohen Beiträge. 
Herr Davidsohn kommt auf die Zulchrtften tm Frtedenauer 
Lokal-Anzetger zurück und erklärt eS al« pöbelhaft, daß «in 
anonymer Schreiber seine Erklärungen als unwahr be 
zeichnete und seine Angaben bezweifelte. Ec verwalt« dar 
Amt deS 2. Vorsitzenden ehrenamtlich und wende viel 
Zeit für di« Kasse auf. Gr habe den Herrn auch aufge 
fordert. im Büro der Kaffe zu erscheinen, doch er sei nicht 
gekommen. WrS nun die Sache selbst betrifft, so werden 
die Schreibwaren schon viele Jahre von Herrn Kcffakowrki 
bezogen. Die Drucksachen stnd noch rie vom Vorwärts 
schließen, mutz der Betreffende Kenntnis von dem Ver 
brechen gehabt haben oder gar daran beteiligt gewesen 
sein. Ich war von vornherein überzeugt, daß das Bild 
uns nur auf eine falsche Spur bringen sollte, aber ich 
dachte, Fräulein Maitland könne uns vielleicht insofern 
helfen, als sie uns sagen könnte, ob irgend jemand einen 
Haß gegen sie hat oder Grund, sich an ihr rächen zu 
wollen. Vielleicht einer von den — hm — übel beleu 
mundeten Leuten, mit denen Sie, verehrter Herr, sich so 
viel beschäftigen." 
Herr Scharnock fuhr sich mit der Hand über die Augen, 
als wolle er etwas wegwischen. „Das kann schon sein, 
das kann schon sein," sagte er in müdem Ton. „Der Weg, 
den ich gehe, ist voller Dornen und zuweilen verletze ich 
mich daran. Aber, liebe Mutter, was können wir tun, um 
dem Inspektor behilflich zu sein und um unsere Ehre, be 
sonders die Ehre unserer lieben Olivia, von dieser schreck 
lichen Anklage zu reinigen? Denn ich betrachte es als 
eine Anklage, ich muß es als eine Anklage betrachten." 
Die Komtesse stand auf, ging zu ihrem Sohn hinüber 
und legte ihre blaugeäderte Hand auf seine Schulter. „Be 
ruhige dich," redete sie ihm zu, „ich werde ihr sofort tele 
graphieren, daß sie augenblicklich zurückkommt." Dann 
wandte sie sich an. Black und fügte hinzu: „Wir sind Ihnen 
sehr dankbar, Herr Inspektor, daß Sie ihre unangenehme 
Aufgabe in so höflicher und taktvoller Weise erledigten. 
Meine Nichte ist gestern nach meinem Schloß in Frankreich 
abgereist, aber ich werde dafür sorgen, daß sie so schnell 
wie möglich zurückkommt.. Ich fürchte allerdings, daß sie 
nicht vor übermorgen wieder hier sein kann, aber dann 
wird sie Ihnen sofort zu Diensten stehen." 
Black verneigte sich dankend und war im ganzen mit 
dem Resultat seine- Pesuckes zufrieden. Er hatte kaum 
je einen ernstlichen Verdacht auf die junge Dame gehabt.
        
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