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Periodical volume Nr. 36, 11.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

o Frikdenauer Vortragsabende für Kunst« «ud 
Wissenschaft. Am fünften Vortragsabend, am Donners 
tag, dem 13. Februar, werden Sven Scholander und Lisa 
Echolander durch Lieder zur Laute erfreuen. Beginn der 
Vorträge pünktlich V2 9 Uhr. 
0 Ein neuer Abstellbahnhof für den Potsdamer 
Fernverkehr soll bei dem Betriebsbahnhöfe Schöneberg mit 
einem Kostenaufwande von 1 685 000 M. hergestellt werden. 
Dieser Bahnhof soll östlich vom Betriebsbahnhöfe Schöne- 
berg in günstiger Lage zum Potsdamer Fernbahnhof an 
gelegt werden. Neben ihrer Reparatur-Werkstatt am 
Sachsendamm besitzt der Eisenbahnftskus hier noch ein 
ausgedehntes Gelände zwischen Priester Straße und drr 
Weichbildgrrnze von Tempethof. 
0 Moderne Raubritter. Wer da glaubt, daß 
das Raubrittertum mit dem Mittelalter zu Grabe ge 
tragen wurde, irrt sich sehr. Täglich taucht es in neuen 
Varianten auf. Die unverschämtesten und skrupellosten 
sind gewisse Hypothekenbanken, wie folgender Fall beweist: 
Der Besitzer eines größeren Eckhauses hat im Parterre aus 
zwei Wohnungen moderne Läden ausbauen lassen und 
15 000 M. dabei verausgabt. Einer der Läden ist ver 
mietet, der andere steht noch leer. Zu seinem maßlosen 
Erstaunen erhielt der Eigentümer von der Gläubigerii' der 
ersten Hypothek, einer Großbank, einen eingeschriebenen 
Brief, in dem ihm mitgeteilt wurde, daß die Hypotheken 
bank die erst von ihr im vorigen Jahre begebene Hypothek, 
die natürlich die übliche Provision usw. gekostet haue, 
kündige zur sofortigen Rückzahlung, da der Schuldner nicht, 
— wie er grundbuchlrch verpflichtet gewesen sei — den 
Umbau in dem beliehenen Hause der Bank mitgeteilt habe. 
Unter einer ganzen Leiter von Beipflichtungen, die der 
Schuldner eingehen mußte, war auch der angezogene 
PafluS enthalten. Zur Strafe, daß er 15 OCO M. zur 
Verbesserung de- Psandobjekls in dieses hinrinsteckre. muß 
er jetzt seine erste Hypothek, die auf 10 Jahre festgeschrieben 
war, neu aufnehmen. Die großmütige Bank hat ihm aber 
drei Monat dazu Zeit gelassen, natürlich gegen eine ent 
sprechende „Entschädigung." (!) 
0 Der neue Schaiterdruckes am Waunsee- 
bahuhof in Berlin war bet dem starken SonnlagSoerkehi 
in voller Tätigkeit. Ec ist für 32 Relationen eingerichtet, 
womit dem Bedarf cn Fahrkarten II. und III. Wagen- 
klasse (auch sür Kinder) nach allen Wannseebahnstationen 
genügt wird. Der am Schlesischen Bahnhof, Wurzen.r 
Bahnsteig, vor Jahresfrist aufgestellte Echalterdrucker, der 
etwas größer ist, soll sich gut bewähren. Die Hand 
habung der Apparate ist, wie man am Schalter des Wann- 
feebahnhofs sehen kann, überaus einfach; der Aufdruck der 
Fahrkarten läßt zuweilen freilich zu wünschen übrig. Für 
den neuen Billeltdrucker ist eine VersuchSzrit von drei 
Monaten in Aussicht genommen. 
0 Der Bereiu der Gast» und Schankwirte für 
Friedenau und Umgegend hielt gestern seine gut besuchte 
Vereinsversammlung im Lokale des Herrn Golafch, Steglitz, 
SiemenSstc. 40, ab. Sie wurde vom 1. Vorsitzenden Herrn 
Carl Guadlach eröffnet'und geleitet. Da der Schriftführer 
nicht erschienen war, mußte die Verlesung de§ Protokolls 
der vorigen Versammlung vertagt werden. Ais neue Mit. 
glieder wurdrn die Herren Hugo Reinhard, Fröaufstr. 5 
und Arno QuelmS (Prinzeß Cafö), Niedstr. 22 ausgenommen. 
Der Vorsitzende begrüßte dcn erschienenen Kollegen QuelmS 
und bat ihn, stets ein eifriges VereinSmrtglied zu sein. Ueber 
die letzte BerbandSooistandSsitzung berichtete der 2. Vorsitzende 
Herr Sternberg. Es wurde dort über die Biersteuer, die 
GastwirtSkammern, die LustbarkeitSsteuer, die Aenderung 
deS ß 33 der Gewerbe-Ordnung, die SpirituZsteuer n. c. 
verhandelt Die nächste Delegierten-Versammlung soll in 
Prenzlau statlfinden. Den Delegierten sollen hierfür Reise- 
spesen bewilligt werden. Die Versammlung beschloß, beim 
Verband zu beanlragcu, daß dieser die Reisespcskn aus 
seiner Kaffe zahle, damit nicht die einzelnen Vereinskaffen be 
lastet werden. Zu Ehren der verstorbenen Frau dr§ 
Kollegen Kramer erhoben sich die Versammlungsteilnehmer 
von den Plätzen. Unter Innere Verernsangelegenheilen 
fand nun eine rege Aussprache über die vom Semeinde- 
vorstand beabsichtigte Einführung einer Biersteuer statt. Es 
wurde allgemein darauf hingewiesen, daß die hiesigen Gast 
wirte sowieso stark belastet wären mit allen möglichen 
Steuern und Abgaben und daß die Einführung einer 
kommunalen Biersteuer gleich wär« dem Rain mehrerer 
Kollegen, die sich jetzt nur notdürftig über Waffer hallen. 
Da jedoch noch nichts Bestimmtes zu erfahren war, wurde 
beschlossen, zunächst jedem Mitglieve der Gemeindever- 
tretung ein Schreiben zuzusenden, in welchem die Bitie 
ausgesprochen wird, gegen eine etwa beabsichtigte Biersteuer 
zu stimmen. Sollte die Bürstrurr doch in den Voran 
schlag eingestellt werden, so soll sofort eine öffentliche Ver 
sammlung einberufen werden. Eine gleichfalls rege Aus 
sprache fand über das j-tzige strenge Vorgehen der Polizei 
gegenüber den Gastwirien statt. Es wurde auch über die 
Konferenz berichlet, die der Vorstand mit dem Herrn 
Bürgermeister hatte. Der Herr Bürgermeister erklärte, daß 
daS BerhältniS zwischen Polizei und Gastwirten frührr ein 
sehr gutes war und er bedaure es sehr, daß dieses gute 
BcrhälntS auch heule noch teilweise bestehe. Ec führte 
einige Fälle au, wo Schutzleute, die Vormittags von Gast 
wirten freigehaltki, wurden, Abends zu einer Anzeige g-gcr: 
den bctr. Wirt pflichtgemäß geuöiigt waren. Der bttr. 
Gastwirt beschwerte sich ipäter, als er eine Anzeige, erhielt, 
über dieses Verhalten. Aus diesen und ähnlichen G ündrn 
sei den Polizeibeamten streng verboten worden unter An 
drohung sofortiger Entlastung, während ihrer Dienstzeit irr 
Gastwirtschaften zu verkehren. Sie dürfen, wenn sie mit 
dem Helm in einem Lokale erscheinen, kein Glaß Bier an- 
nehmen. Drei Beamte seien deswegen bereits bestraft 
worden. Auf die strenge Junehallung drr Polizeistunde 
müßte geachtet werden, eS werde dcn Gastwirten eine Frist 
von 10—15 Minuten gestattet, wer dann aber noch länger, 
aufbabe, e,halte 'Lira!«. Der Berichterstatier meinte, daß 
der Herr Bürgermeister be sehr liebenswürdig empfangen 
häjte, auch gesagt habe, man möge, wenn Beschwerden 
vorliege»,, sich wieder an ihn wenden. Doch der Eindruck, 
den die Abordnung von der Unterredung gehabt hatte, war 
der, daß eS besser wäre, man gehe erst garnicht hin. Auf 
ein Entgegenkommen sei kaum zu rechnen. An Kaisers 
Geburtstag wurde stillschweigend ein Längeraufhalten ge 
stattet; trotzdem kam eS zu einer Anzeige, die nachher aber 
erledigt wurde. Von einem Gastwirt wurde auch ein Fall 
vorgetragen, wo er um Verlängerung der Polizeistunde 
eingekommen war. DaS Bestätigungsschreiben schloß ver 
schiedene Tage von der verlängerten Polizristunde aus, 
während ihm vom Amt erklärt wurde, er könne dir 1 Uhr 
j-den Tag- offen halten. Hier sind Widersprüche, die den 
Gastwirt oftmals schwer schädigen können. Der Bürger 
meister soll auch erklärt haben, wer eine Verlängerung der 
Polizeistunde wünsche, möge darum einkommen. Komme 
dann jnnand ein, so werde das Gesuch abschlägig be- 
schieden, wie verschirdeüe Vorgänge beweisen. Einige 
Kollkgen führten auch auS, daß teilweise auch die Kollegen 
selbst Schuld trügen an dem strengen Vorgeben der 
Polizri; cs möge jeder Kollege selbst auf mehr Ordnung 
sehen und vor allem keinen Ponzribeamten im Dienst frei 
halten. Innrer wieder kam zum Ausdruck, daß da? 
frühere gute Verhältnis mit der Polizei vollständig dahin 
sei und j tzt kern Gastwirt mehr vor Anzeigen sicher wäre. 
Der Vorsitzende erklärte noch, daß vom Vorstand ein 
Schreiben an den Gemeindevorstand abgefaßt worden sei, 
daS die Anfrage enthalte, aus welchem Grunde man 
die Gastwirte jetzt so schlecht behandele. Alle Gastwirte, 
die viele Jahre in Fiiedcnau ansässig sind, und immer 
gut mit der Polizei aukkamen, haben j tzt mit der Polizei 
fortgesetzt Differenzen. Ein Beschluß wurde nicht gesüßt. 
Auf Antrag des Kalsierers wurden 6 Kollegen wegen rück 
ständiger Beiträge in der Mitgliederliste grstrichen. Es 
handelt sich in der Hauptsache um Kollegen, die verzogen 
sind. Nachdem der Vorsitzenden noch auf die heute 
(DienStag) stallsiiidknde Zirkusoorstellung hingewiesen hatte, 
empfahl er den reich beschickten Warenmarkt, insbesondere 
die Firma I Brandtner (Bouillonwürfel „Küchenchef" und 
„Hsnnk" und Suppenwürze). Die Verfammlung wurde 
dann geschloffen. Die nächste Vorstandssitzung findet am 
3. März bei Herrn Franz Böge (Mofelburg), Moselstraße 
Ecke Ringstraße, die nächste Vereinsversammlung am 17. 
März (8 Tage später als üblich) bei Herrn Slernbrrg, 
Wilmersdorf, Pauirbornerstr. 10, statt. 
0 Evangelischer Arbeiterverein für Friedenau 
und Umgegend. In der Februarversammtung hielt 
Herr Gene-atfckretär Rüster Charlottenburg einen Vortrag 
über den christlichen und atheistischen Sozialismus. Der 
Redner ging von den gegenwärtigen Kämpfen auf dem 
Balkan aus und erinnerte an die preußisch-deutschen Br- 
frciungs- und Einigungskämpfe im 19. Jahrhundert. Aber 
während die nationale Frage gelöst wurde, trat die soziale 
in die Erscheinung, die sich heute zur Generalfroge dcS 
20. Jahrhunderts ausgewachsen hat. Dir soziale F aze 
ist nun nicht nur eine Arbeiterfrage, sondern sie ist in dem 
selben Sinne zugleich eine Mittelstands-, Bauern-, Be- 
amrenfrage und schließlich hängen auch die nationalen und 
sittlich-religiösen Fragen mit ihr zusammen. So wird eben 
die soziale Frage zur Hauptfrage des 20. Jahrhunderts. 
Dikse soziale Frage will nun die Sozialdemokratie unter 
Ausschluß der religiösen und national-monarchischen Faktoren 
ösen, denn so hat Bebel die Ziele seiner Partei charakterisiert. 
Wir erstreben auf sittlichem Gebiet den Atheismus, aui 
wirtschaftlichem Erbiet den Kommunismus und auf 
nationalem Gebiet die soziale Republik. Wir haben also 
in der Sozialdemokratie daS politisch organisierte Prinzip 
des Atheismus (d. h. Gottlosigkeit) und der kommunistischen 
R publik zu erblicken. Gegenüber der Sozialdemokratie 
will nun der christliche Sozialismus auf dem Boden der 
christlichen Weltanschauung. im Rahmen des National- 
staatrS und untcr dem Schatten des sozialen KönigStuin 
die soziale Frage auf dem Wege der Reform zu lösen vrr° 
suchen. Dieser christliche Sozialismus hat feinen organi- 
saio.sichen Niederschlug in der christlich-soziaien. Parier und 
in drr gesamten christttch-naiionalen Arbeiterbewegung ge 
funden. Das Ziel dieser Bestrebungen ist: Die innerliche 
Ueberwindung der Sozialdemokratie und die sittliche und 
national-soziale Wiedergeburt unseres Volkes unter dem 
Zeichen von Christentum, Vaterland und Sozialreform. 
Der Vortrag löste starke Lustimmnng aus und der Verein 
beschloß unter dem Eindruck desselben den koporativen An 
schluß au die Geschäftsstelle sür christlich-soziale Arbeit. 
Drei neue Mitglieder konnten im Verein ausgenommen 
werden. 
0 Zur Hilfeleistung für die Schrödcr-Stranh- 
Erpedition fordert nun auch daS OrtSkomilee von Steglitz 
um, an dessen Spitze u. a. der Direklor deS Botanischen 
Gartens, Geheimrat Dr. Engler, Bankdirektor Steinthal, 
die Skheimiäte Suadizani und Martens, General von 
HennigS u. a. m. stehen. ES heißt in den: Aufrufe unter 
Hinweis auf die bereits eingeleitete Hilfsaktion, daß die 
Bürgerschaft von Steglitz in ihrer Hilfsbereitschaft nicht 
hinter anderen Gemeinden zurückstehen möge: „Wir 
Steglitzer haben umsomehr Veranlassung, nach Krükten zu 
helfen, als aii§ unserer Mitte ein jupger. erst 28 Jahre 
alter Wissenschaftler, Herr Dr. Mocser, Abiturient unserrS 
Steglitzer Gymnasiums, von berufener Seite gewürdigt 
word-n ist, an dieser Expedition teilzunehmen. Beweisen 
wir, daß menschliches Mitgefühl und nationales Jntei-sse 
nuch n unseren Herzen wohnen." Zur Annahme von 
Spenden haben sich u. a. die Commerz- & Diskonto-Bank 
und alle ihre Depvsit'nküffen bereit erklärt. 
0 TieFeucrsicherhett des Fricdenaner QrtStcils 
wird in nächster Z-rt dadurch erhöht iverden, daß für dir 
Hauplwache der Echöneberger Feuerwehr ein bcsondereS 
Automobil angeschafft wird, mit dem bei Ausbruch einrS 
BrandeS in diesem OrtSteil ein Vortrupp schnellstens on 
dir Brandstätte befördert weiden soll. Dieser Vortrupp 
soll sofort noch vor Eintreffen deS eigenttichln LölchzugeS 
dir Löfcharbcilen cini.iten und daS Publikum von nube- 
öachten Schritten abhalten. 
0 Der „Pkattdütfch-Verecn Waterkant" hatte 
seine Mitglieder und Freunde am Sonnabend in dir 
Räume der „Loge" zu Steglitz zu einem Erntefest, „Aust- 
löst mit Bucnball". wie der offizielle Titkl lautete, ge 
laden, dar sich eines sehr regen Besuches zu «rsrenen halte. 
Die FtsUrilnehmer, unter ihnen viele schöne Frauen und 
reizende Mädcheir, waren fast durchweg in kleidsamer, 
farbenprächtiger dauerntracht erschienen und boten ein an 
mutiger, abwechslungsreicher Bild. Bald entwickelte sich 
ein frohes, heiteres Treiben. Nachdem der Gutsherr und 
seine Gäste sich ve,sammelt hatten, setzte sich der Frstzug, 
dem die Erntekrone vorausgelragen wurde, unter Vor 
antritt drr Musikkapelle in Bewegung, um vor dem Herren- 
hause Halt zu machen. Der „Herr Graf" dankte in 
längerer Ansprache seinen „Leuten" für die geleistete Arbeit, 
worauf der „Herr Inspektor", der „Grotknecht" und die 
,Meiersch" erwiderten. Sobald daS Hoch auf di« Herrschaft 
verklungin war, wurde die Erntekrone emporgezogen und 
unter ihr von dem „Inspektor", dein „Grotknecht" und 
der „Meiersch" der erste Tanz ausgeführt; die übrigen 
„Lutte" schlossen sich diesen an. Alles war so naturgetreu, 
so lebenswahr, daß man sich unwillkürlich in die platt 
deutsche Heimat mit ihren althergebrachten Sitten hinein- 
veisetzt fühlte. — In seiner Begrüßungsrede an drr Kaffee« 
tafel hieß der 1. Vorsitzende Herr I. Rackobrandt die zahl- 
reichen Gäste in plattdeutsche: Mundart herzlich will 
kommen; seiner Aufforderung, is sich im Kreise der Platt 
deutschen wohl sein zu lassen, bedurfte eS wahrlich nicht, 
denn bis zum Schluffe, der erst in den hellen Morgen 
siel, herrschte heiterster Frohsinn und ungezwungenste Flöh- 
lichkeit, durch die die Frste deS rührigen Vereins „Water 
kant" sich stets auszeichnen. 
0 Eine würdige Jahrhundertfeier wird unsere 
2. Geineindeschule (Mädchen) am Mutmoch, abends 8 Uhr, 
in der Aula deS Reformrcalgymra'iumS oeranstalten. Den 
eisten Teil des Programms füllt ein Lichtbilderoortrag: 
„Die Erhebung der Deutschen gegen Napoleons Fremd 
herrschaft" auS. Im zweiten Teile gelangen die .Sech» 
allnirderländtschen Volkslieder" au? der Sammlung deS 
Adrianus ValeriuS vom Jahre 1626, bearbeitet von Ed. 
Kremser, zur Ausführung. Ernem besonderen Wunsche 
unseres Kaisers zufolge, auf den diese Lieder bei der Erst 
ausführung vor Jahren großen Eindruck machten, sind sie 
auch sür Schulchöre bearbeitet. Eine Aufführung stellt 
immerhin ein großes Können an den Chor. Wir sind 
daher umsomehr überrascht, als sich der Schulchor unserer 
Gemeinde-Mädchenschule an diese Arbeit gewagt hat. Drr 
Chor besteht auS zirka 200 Milwirkenden. Die Begleitung 
der Gesänge hat die Kapelle der König!. Haup'.kadetten- 
anstalt zu Lichterfelde übernommen, die unter der Leitung 
ihres nruen Obermusikmeisters Herrn Eliebing auch mehrere 
Konzertstücke zum Vortrag dringen wird. Da der große 
Saal beinahe ausverkauft ist, wird es höchste Zeit, sich 
noch einen Platz zu sichern. Es werden noch einige Karten 
morgen Abend an der Kaffe erhältlich sein. 
0 BezirkS-Verrin „Lüd.Wsst". Am Donnerstag, 
dem 13. Februar er., obendS 8 3 / 4 Uhr, findet im Restau 
rant „Znm RcMbrandt" die MonatSoerfammlung statt. 
Die Tagesordnung foulet: Geschäftliche Mitteilungen. 
Bericht auS der Stadtverordnetenversammlung. WohnungS- 
inspektion. (Herr Stadtverordneter Schmedes.) Mädchen- 
PflichtfortbildungSschule. (Herr Direk or DrewS.) Der 
Erat der Stadt Schönebrrg für 1913. (Herr Stadto. Peine.) 
Verkehr?- und Jntereffensragen 
0 Zum Bosten des Berliner Homöopathischen 
Krankenhauses, Lichtrrf.lde, W. Carftknnstraße, zur An 
schaffung von Frktbeltcn sür arme Kranke findet Freitag, 
14. d. M., in Karl Seeger'S großem Jestsaal (Lehrer-Vereins- 
haur), Alexanderplatz, ein Vertrags- und Eef-rllfchaftsabrnd 
statt. Den Propaganda-Vortrag über die Homöopathie wird 
Or- meä- Petrie-Hryle auS London halten, verbunden mit 
eriänterndcn Lichlbiide.n. Beim Konzert wirken mit:' 
die Rezitator!» Iran Frida Fischer, der Königi. Prruß. 
Kammervirtuose Herr Felix Meyer, Violine, und der 
Harmonium - Virtuose Herr Hermann Protze auf dem 
Kiavieiharmonium „Dyophon". Außerdem werden noch 
Lichtbilder aus dem Klebinderffchrn Prachtalbum „Der 
Deutsche Kaiser im Film" vorgeführt. Nachdem findet 
noch geselliges Beisammensein statt. Karlen zu 3, 2 und 
1 M. sind zu haben in: Musikhanse von Breitkopf und 
Härtel, PotSdamerstroße 21, bei den homöopathischen 
Aerzten und Abends an der Kaffe. 
0 Die jüngeren Naturphilosophen in HellaS 
lautet das Thema, welches Herr Prof. Dr. Ludwig Stein 
am Mittwoch, dem 12. Februar, abends 8 Uhr im großen 
Hörfaal der Treplow Srernwarte behandelt. Der Vrr- 
irageude wird über die beiden Perioden der griechischen 
Naturphilosophie, die inonistifche und dualistische spiechen. 
Es kommt auch znr Behandlung eine Einführung in die 
Begr:sfe „Element und Bewegung", weiter „Liebe und 
Haß". „Leerer Rairm", „Aristoteles und Galilei", Moral 
der Gesinnung und Zweckbczriff, Organisches Leben und 
W-ltgeist. Mit dem großen Fernrohr wird die VknuS, 
Mond und Saturn beobachtet. 
0 Freiheit oder Tod, eine Tagödie unter Wa^er 
in 3 Abrttlungkn kommt.von heute ob im Biofonthealer 
in der Rheinstr. 14 zur Vorführung. Es ist eine inter- 
lffante Episode aus dem Leben einer Schwimmkünstlerin 
Maiy, borge ft« nt von Wanda Treumann, während der 
Schwimmlehrer Lorrison von dem beliebten Schauspieler 
Viggo Larsrn o?rkö:putt wird. Es ist die spannende Ge 
schichte einer Ehe mit Hindernissen in teilweise pikanten 
Bildrrn realistisch angelegt und künstlerisch durchgeführt. 
Der zweite Schlager heißt Erloschenes Licht, die Leidens 
geschichte einer Blinden in zwei Aklen. Ergreifend und 
spannend zugleich, ein Schicksal ohne Schuld mit versöhn 
lichem Schluß. An der Mündung des Bdour ist eine 
hübsche Naturaufnahme, Wochenschau von Gaumont ab 
wechslungsreich und auch daS Tonbild ist sehr interessant. 
Die ulkigen Bilder: Augustin als Postbeamter und Btiblr'l 
Sparbüchse erregen viel Heiterkeit. Im. letztgenannten Bilde 
stellt sich Bubi, Fritzchenr Bruder/'alS jüngster „Kintöpper" 
erfolgreich vor. 
0 Tic Vereinigung für staatsbürgerliche 
Bildung nnd Erziehung (Charlottenburg, Giefebrecht- 
straße 19) hält seit Beginn dieses Winters regelmäßige
        
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