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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 34 des „Friedenauer Mal Anzeiger". 
Deform-Aealtinmnasiums. 
Wir bringen nun nachfolgend den Bericht über die 
von dem ©..SB. Finke beantragte Besprechung der An- 
Gelegenheit betr. die Uebersüllung der unteren Klassen deS 
Reform.Realgymnasiums in der letzten Sitzung der Ge- 
meindeoertrrtung. 
Nachdem der G D. Finke aus Anfrage dcS Bürger, 
meister darauf verz'chtet hat. einige einleitende Worte zu- 
„or zu sagen, führt Bürgermeister Walger aus, es sei 
richt zu leugnen, daß für das Realgymnasium mehr An» 
Meldungen erfolgen, als Schüler untergebracht werden 
lönnen. Das fei ein Zustand, der in allen Gemeinden zur 
Folge habe, dass eine neue Klasse gegründet werde, die 
,um Ausbau einer neuen Schale führe. Doch bei uns 
liege die Sache anders, weil zu überlegen sei, ob wir eine 
reue Schule gründen sollen oder nicht. Das Kuratorium 
hat sich in mehreren Sitzungen eingehend mit der Frage 
beschäftigt und ist zu dem Entschluß gekommen, zum 
l. April eine neue Klasse oder eine neue Schule nicht zu 
begründen, sondern eine abwartende Stellung einzunehmen. 
Venn wir, wie andere Gemeinden, dis noch in der Ent- 
oickelung begriffen sind, eine neue Klasse gründen würden, 
o müßten in den nächsten drei Jahren drei Vorschulklassen 
rnd der weitere Aufbau der nächstfolgenden Klassen er- 
folgen, sodaß dies de: Anfang einer neuen Schule wäre, 
ks wäre daher zu überlegen, ob eins neue Schule not 
wendig ist und ob die Gemeinde die dadurch entstehenden 
iasten noch tragen kann. Das Kuratorimn konnte sich 
-och Inicht dafür entscheiden, da unsere Zukunft bezüglich 
inserer Einwohnerschaft nicht geklärt ist. Wir wissen nicht, 
;b die Kinder der zuziehenden Eltern für die Realschule 
soviel Zugang bringen, daß sie tine neue Schule stillen. 
U läßt sich nicht übersehen, wie der Zuzug sein wird und 
vaS für eine Schule wir noch brauchen. Der Zog nach 
>m Westen ist ein unabwendbarer; die steuerkrästige Be- 
lölkerung, die ursprüngl ch im Westen Berlins wohnte, 
lieht immer weiter und eine mäßiger bemittelte folgt ihr. 
Las waren früher der Potsdamer Platz, der Nollendors 
ßlatz» Schöneberg usw.? Immer weiter drängt die besser 
iemitielte Bevölkerung nach dem Westen und j:de Ee» 
skinde macht Anstrengungen, um gute Steuerzahler heran- 
»z ehern Wenn auch Friedenau stets eine Oase in der 
kteinwüste bleiben wird, wenn seine ruhigen Nebenstraßen 
um einem besseren Publikum, das nicht weit fahren will, 
loch ferner bevorzugt sein werden, so weiß man doch nicht, 
sie es später sein wird. Und so lange diese Frage nicht 
jtkiärt ist, können wir neue Klassen nicht einrichten Fangen 
sir aber erst au, so ist das der Beginn einer neuen Schule 
md wir können nun nicht wieder abbauen. Auch die 
iaumfrage ist notwendig zu brachten, wir wissen nicht, 
io wir die K'assen unterbringen können. Und da ist de» 
Silbers zu brachten, daß wir demnächst drn Bau der 
i Volksschule ausführen müssen, danach muß unverzüglich 
n den Ban der Knabenschule in der Aibestraße gegangen 
irrden und dadurch müssen dir Kinder jener Schule vor- 
lufig anderweitig untergebracht werden. Man wird da 
vch die Räume in den höheren Schulen vorübergehend 
«setzen müssen. Eine neue Schule köunin wir jrtzt nicht 
» schnell bauen. Das Kuratorium ist daher hauptsächlich 
As diesem Grunde zu deut Vcschiuß gekommen, daß eine 
iwartende Stellung unbedingt notwendig ist. Wir können 
itzt, wo wir kurz vor dem Ausbau der Gemeinde stehen, 
icht an eine neue Schule gehen. Größte Vorsicht ist 
Tiig, weil wir nicht wissen, wie sich unsere Finanzen ge 
ulten werden. Wir können ja wohl auch mit dem neuen 
itat, der im Vergleich zu den Nachbarorten sehr günstig 
i sehr zufrieden sein. Aber dos haben wir uns crklimpst 
«durch, daß wir in den Vorjahren sehr vorsichtig waren. 
Venn wir nun Kur der in der betr. Anstalt nicht unier- 
kingen können, so ist di-s sehr zu bedauern, auch die 
vusbesitzer mögen rnanche Wohnung nicht vermieten 
innen. Aber andererseits sind die Schullastcn für unsere 
lemeindk sehr drückend. Wir können uns selbst auf 
ie Gefahr hin. daß einige Bewohner hier fortziehen, neue 
lößere Schnilasten jetzt nichr auferlegen. In Gymnasium 
leiden außerdem immer noch einige Kinder unlerzu- 
lingeu sein. Freilich mag es vorkommen, daß ein Kmd 
ir dos Gymnasium mal nicht geeignet ist. Das läßt 
H aber nicht ändern. Der Ge ueindevorstand hat auch 
ne Umfrage veranstaltet bei anderen Gemeinden und um 
litteüung gebeten, was diese tun, wenn Kinder nicht in 
in Schulen untergebracht werden können. Die Antworten 
»d noch nicht eingegangen. Der Vorstand werde nach 
itea Eingang der Vertretung reinen Wein einschenken, 
ias Knraiorium ist der Ansicht, daß Vorsicht und eine 
iwartende Stellung nötig ist. Auch die Kostensrage wird 
sch zu erörtern sein. 
G.-V. Finke bemerkt zunächst, daß sich der Herr 
Lrgermeister in einenr Irrtum befinde, wenn er von 
wen Vorschulklassen spreche. Wir haben in Friedenau 
8 Vorschulklassen und die genügen. Nur die Ueberflillung 
rr anderen Klaffen deS Realgymnasiums soll verhindert 
erden. Sämtliche unteren Klassen haben über 50 Schüler. 
I liege dies durchaus nicht im Interesse der Schüler 
»d auch nicht der Eltern, da es unmöglich sei, bei 
lassen mit 54 Schülern die Kinder zu sördern. Und das 
-lade in den Klassen, wo die Grundlage für den fremd- 
lkaebiichen Unterricht geschaffen werden soll.. Die Kinder 
Lssrn Privatunterricht nehmen. Diese Zustande werden 
halt°n auf Kosten deS GeldbeulelS der Eltern. Er 
Sssr es auch bedauern, daß den befähigten Kindern der 
»lksschule die Möglichkeit genommen sei, nach dem Rml- 
jmnosium überzutreten. Es sei eine falsche Politik, oie 
k Gemeinde jetzt treibe, früher habe sie ander? gehandelt 
,d den Ruf einer guten Cchulstadt genossen. Es genüge 
ty, daß wir gute Schulen haben, wir müssen auch aus- 
Sonntag, den 9. Februar 1913 
reichende Schulen haben. Daß die steuerkcästige Be 
völkerung in unserem Orte ständig zunimmt, wird be 
wiesen, daß die Zahl der Volksschüler ständig fällt, während 
die Zahl der höheren Schüler ständig steigt. 1909 hatten 
wir 1422, 1913 2229 höhere Schüler, DolkSschüler hatten 
wir 1909 1977. 1913 2450. Pcozeniual ist in diesem 
Zeitraum die Zahl der höheren Schüler um 56,76 n. H., 
die der VoikLschüler um 23 92 v. H. gestiegen. Unsere 
Einwohnerzahl hat sich um 50 o. H. vermehrt. Auf 100 
Schüler kamen höhere Schüler 1909 41, 1913 47 (mehr 6), 
Voiksschüler 1909 58, 1913 52 (weniger 6). Auf 1000 
stellt sich das Verhältnis der höheren Schüler 1909 47,40, 
1913 49,50, der Volksschüler 1909 66, 1913 54,44. 
Ohne die Bauten würde der Etat der Gemeinde belastet 
1909 durch die höheren Schulen um 32,60 v. H., durch 
die Volksschulen um 67,40 o. H, 1913 durch die höheren 
Schulen um 42.03 v. H.< durch die Volksschulen um 
57,94 v. H. Bei den höheren Schulen ist also rin Steigen, 
bei den Volksschulen ein Sinken bemerkbar. Die Volks 
schüler kosten der Gemeinde mehr als die höheren Schüler. 
Ein höherer Schüler koste der Gemeinde 4,3 M.,^ein 
Volksschüler 6 M. Auch in anderen Orten ist diese? Ver- 
hälinir. Die Einkommensteuer hat sich in dem Zeitraum 
um 83.58 v. H. verbessert, während die Einwohnerzahl 
nur 50 v. H. stieg. Unsere höheren Schulen haben wesentlich 
dazu beigetragen, daß' wir so guten Zuzug halten. Herr 
v.Wrochem hattekürzlich irr einer SLersammlung erklärt, daßdie 
noch leerstehenden größeren Wohnungen einen Steuerausfall 
von 30 000 M. ausmachen. Neben unseren schönen ruhigen 
Straßen mit Vorgärten und Bäumen tragen nicht wenig 
die Schulen dazu bei, daß steuerkrästige Einwohner zu 
ziehen. Er wünsche nicht eine neue Schule, sondern nur 
eine 3. Serin. Man habe kann 3 Jahre noch Zeit. Zeigt 
es sich nichr, daß wir weiter ausbauen können, so können 
dir Klassen wieder eingehen. Er beantrage, eine 3. Sexta 
zu Ostern d. I? einzurichten. 
Bürgermeister Walger bemerkt, daß die seh: ein 
gehenden Ausführungen des Vorredners nicht neues ge- 
bracht haben, sondern nur da«, was alle wissen. Die 
Zahlen habe man wohl gehört, doch wie es bei Zahlen 
angaben sei, werde sie niemand mehr gegenwärtig haben. 
Herr Finke habe auch Mängel in seiner Statistik, da er 
die Bauten nicht mit berücksichtigte. Ec habe auch nicht 
berücksichtigt, daß wir 236 auswärtige Schüler haben. 
Dann sagte Herr Finke, daß die leerstehenden Wohnungen 
einen Sleurrausfall von 30 000 M ausmachen. Werde 
man dann aber dieie Wohnungen gleich füllen, wenn man 
die Klasse einrichtei? Das Kuratorium mahnt zur Vorsicht. 
Wenn wir jetzt die erste Klasse einrichten, haben wir den 
Anfang zu einer neuen Schule. Welche Kosten uns dies 
verursacht, läßt sich nicht gleich übersehen. Es werden sehr 
erhkbl'che Kosten sein. 
Schöffe v. Wrochem bemerkt, Herr Finke habe er 
wähnt, daß er den Steuerausfall der leerstehenden 
Wohnungen auf 30 000 M. geschätzt habe, ja er habe 
dabei sogar nur die Wohnungen über 5 Zimmer berück 
sichtigt. Ec sei auch der Ansicht deS Bürgermeisters, daß 
Vorsicht geboten sei. Wenn wir in der Sexta über 50 
Schüler haben, so müsse dahin gewirkt werden, die 
Frequenz herabzudriicken. Er glaube aber nicht, daß es so 
einfach sein werde, später aus 3 Klassen wieder 2 zu 
machen. Die Klassen sitzen sich doch nicht nur aus Real 
schülern, sondern auS Realschülern und Realgymnasiasten 
zusammen. Er mache seine Stellungnahme von den Aus-, 
sührungen des Herrn Direktors Schröder abhängig, ins 
besondere davon, ob bei 50 Schülern ein guter Lernbetrieü 
möglich ist. Es habe ihn ganz besonders gefreut, daß 
auch Herr Finke festgestellt habe, unser Publikum sei so 
zusammengesetzt, daß die höheren Schüler die Boiks- 
schüler überwiegen. Ec hoffe, daß man weiter und weiter 
bestrebt sein möge, Einrichtungen hier zu schaffen, die ein 
stcurrkrästiges Publikum heranziehen. 
G.-V. Kalkbrenner möchten bitten, daß sich zunächst 
einmal Herr Direktor Schröder äußere, auch darüber, ob 
ein guter Lernbetrieb bei 50 Schülern möglich wäer. 
Der Bürgermeister erwähnt, daß von Herrn Finke 
ein Antrag gestellt sei, über den nichr eher verhandelt 
werden könne, ehe die Dringlichkeil für ihn anerkannt sei. 
G.-V. Finke erklärt, daß er auf die Dringlichkeit 
keinen Wert lege, sein Antrag könne auch auf die nächste 
Tagesordnung gesetzt werden. 
G.-V. Kalkbrenner stellt den Antrag, die Dringlich 
keit anzuerkennen. Mit 12 Stimmen für di? Dringiich- 
feit fällt dieser Antrag, da ihm mindestens 16 Gemeinde- 
verordneie zustimmen müssen. 
G.-V. Finke zieht darauf seinen Antrag, die Sache 
auf die nächste Tagesordnung zu setzen, zurück, um 
die Besprechung nicht zu unterbrechen. Darauf erhält 
das Wort: 
Direktor Schröder. Erwacht zunächst Angaben über 
die Schülerzahl in den Vorschulklassen nach dem Stande 
vom 1. Febrnar d. Js. Die beiden dritten Vorschulklassen 
weisen je 50 Schüler auf, die beiden 2. 43 und 45 und 
die beiden 1. 47 und 46. In den Sexten waren während 
des ganzen Jahres je 52 Schüler. Durch Zufall hat sich 
dis Zahl gegen Weihnachten um 2—3 verringert. Ja den 
beiden Quinten befinden sich 54 und 52 Schüler und in 
den Quarten 45 und 48. Von Untertertia weist eins Klasse 
33, die andere 20 Schüler auf. Zu Ostern werden vor 
aussichtlich aus den Vorschulklassen 82—84 Schüler nach 
Sexta versetzt. Dazu kommen noch etwa 15 Schüler, die 
sitzen bleiben, sodaß 100 Sextaner Ostern vorhanden sind. 
Damit wären die beiden Krassen mit je 50 gefüllt. Es 
liegen ferner 18 feste Meldungen vor; es sind dies Schiller, 
die alle fähig sind. BIS zum Ap.il kommen nach leinen 
Erfahrungen immer noch eine ganze Menge hinzu. Er 
rechne auf 120 Schüler. Und da müsse er einen Strich 
machen und sagen: bebaute, ich kann nicht mehr auf 
nehmen. Ec habe auch den Eltern, die bis jetzt ihre Kinder 
angemeldet haben, gesagt, wenn eö geht, werde er sie an 
nehmen, wenn nicht, so müßten sie sich anderweitig um 
sehen. Welches Jnieresse die Gemeinde habe, diese Ein 
wohner sich zu erhalten» sei Finanzpolitik und darüber zu 
sprechen sei nicht seine Sache. Wenn die 3. Sexta ein 
gerichtet werde, müßte man später auch eine 3. Quinta 
und Quarta schaffen. Und wenn die Schülerzahl dann 
noch vorhanden sei, habe sich die Voraussetzung bewahr 
heitet und herausgestellt, daß daS Bedürfnis vorhanden 
ist. ES müßten die Klassen dann weitergeführt werden. 
Stellt sich aber heraus, daß die Zahl nicht genügend ist, 
so könne man sagen, wir machen auS 3 Klassen wieder 2. 
ES brauchen da natürlich keine Schüler entlassen werden. 
Er glaube aber, daß dar Bedürfnis vorhanden sein wird 
auch noch nach 3 Jahren. Das hängt von dem Zuzug 
ab; niemand weiß, was kommen wird. Sind die drei 
Quarten gefüllt, so wird man anS Weiterbauen denken. 
Aber er sehe auch darin nicht so schlimm. 3 Klassen 
werde man ohne weiteres noch unterbringen können. Die 
Anstalt ist ja für 24 Klassen gebaut und einige andere 
Räume werden schlimmsten Falles auch noch verwendet 
werden lönnen. Für 3 Klassen sind also Räume da. 
Nach 3 Jahren müßte man dann evtl. Räume außerhalb 
dieses Hauses suchen. In den Raumbedarf sind noch mit 
einzubeziehen Räume für Naturkunde, Physik usw., doch 
er könne da von seinen Forderungen etwas zurückgehen, 
sodaß sich sehr wohl die Schule in diesem Hause noch 
unterbringen ließe, natürlich unter einer neuen Leitung. 
Die einzige Schwierigkeit bestände vielleicht in der Turn 
halle, aber auch da werde man Abhilfe schaffen können. 
Noch weitere freie Räume lassen sich schassen, wenn man 
die 3 Vorschulklassen in ein anderes Gebäude unterbringen 
würde; das machen andere Gemeinden auch. Was nun 
den Lcrnbetrieb anbelrifft bei 50 Schülern in einer 
Klasse, so müsse er sagen, daß daS eine sehr hohe Zahl 
sei und es sei eine große Arbeit für die Lehrer, hier Er 
folge zu erzielen. Er befinde sich augenblicklich in der 
glücklichen Lage, daß er sehr arbeitsfreudige Kollegen habe. 
Aber wir werden älter. Es kommen häufig Eltern und 
sagen, sie sehen eS ein, daß es nicht so geht, wie sie cS 
sich gedacht haben. Der Lehrer könne sich nicht so ein 
gehend mit dem einzelnen Schüler beschäftigen. Und doch 
sei es gut, daß namentlich beim fremdsprachlichen Unter 
richt jeder Schüler möglichst oft zu Worte kommt. Mit 
40 Schülern läßt sich gut fertig werden. Bei 40 Schülern 
aber fängt der Lehrer an, die Uebersicht zu verlieren, da 
muß er schon mit der Masse operieren. Von eintzm indi 
viduellen Unterricht könne man da nicht mehr sagen. Es 
wäre sehr wünschenswert, wenn Zustände hier geschaffen 
würden, wie sie in anderen Orten bereits bestehen. In 
keinem Ncechbarort ist unsere hohe Frequenz vorhanden. 
Im Helmhoitz Realgymnasium sind 50, 27 und 30 Schüler, 
in Weißensee sind 38 und 36, in der Goetheschule in 
Wilmersdorf 45, 41 und 39 Schüler. Ja Steglitz besteht 
die Bestimmung, daß in keiner linieren Klasse mehr als 
45 Schüler vorhanden sein dürfen. Sind es mehr, muß 
die Klasse geteilt werden. 
Schösse Draeger möchte nicht, daß man so einseitig 
die Sache behandle. Das Gymnasium müsse man doch 
auch berücksichtigen. Dort seien bis zur Sexta 67 aus- 
wärt'gs Schüler vorhanden. Wenn man diese Zahl etwas 
beschränkt, können hier noch immer Schüler Aufnahme 
finden. Man könne das Gymnasium doch nicht boykottieren. 
In Provmzort-u hab- man zumeist nur eine höhere Schule. 
Di- oberen Klassen deS Gymnasiums weisen ebensoviele 
auswärtige wie einheimische Schüler auf. 
G.-B. Kalkbrenner meint, wenn man so denkt, wie 
Herr Draeger, dann brauche man Überhaupt keine höheren 
Schulen; dann schickt man die Kinder einfach in die Volks 
schulen. Nach den trefflichen Ausführungen des Herrn 
Direktors Schröder habe er geglaubt, daß man sich nun 
ohne weiteres seinem DringlichkeitSantrag, den er sich zu 
stellen noch vorbehalte, zustimmen würde. Herr Direktor 
Schröder hat bewiesen, daß ein Notstand vorhanden ist. 
Er hat auch erkiäet, daß die Sorge, wir müßten noch eine 
Schule bauen, noch garnicht besteht. Es kann also davon, 
wie der Herr Bürgermeister sagte, wir müßten in 2—3 
Jahren eine neue Schule bauen, augenblicklich gac keine 
Rede sein. Wir können also an die Errichtung der Klasse 
herangehen, ohne zu bauen. Wer wird den Mut haben, 
die Notwendigkeit zu bestreiten, wo die Fachmänner alles 
so dringend darlegen. Mit einem Male will daS Kura- 
toeium eine abwartende Stellung einnehmen. Als es sich 
aber um das Oberlyzeum handelte, da sollten im Hand 
umdrehen 45 000 M. bewilligt werden, da hatte man keine 
Umfrage bei anderen Gemeinden gemacht. Da sieht man, 
wie wankelmütig die Herren sind. Ts ist schade, daß 1i: 
Sache nach dem Nathausbau besprochen werde. Wenn sie 
vor dem Rathausbau besprochen^worden wäre, hätte er auch 
beimRathaussehrzurVorsichtgemahnt. Hier,wodenSchülern 
die Grundlage für die spätere Bildung gelegt werden soll, 
müsse man doch etwas tun, sonst gehe unser Renommee 
verloren. Wenn es erst bekannt wird, hier ist alles über 
füllt, zieht erst gar keiner hier her. Der Kostenpunkt ist 
doch gar nicht so groß. Ec möchte um Auskunft bitten, 
wie viel unS daS in den ersten drei Jahren kostet. 
(Schluß folgt.) 
Ais krrrtte Woche. 
Plauderei für den .Friedenauer LokabAnzeiger". 
Berlin, den 7. Februar. 
Fes-Inas Ende. — Ewiger Karneval in ver in — Das Eeedr 
der «mfürkierioprr. — Dar End? de» Komödienhans s. — 
Theaterfiraltcken. — Die Trldstvüs« örü Hrrforder Rakatt- 
sparverrtns. 
Der Beiliner Fasching ist zu Ende ... ^ 
Eigentlich steht ja hier der Fastnachtstrubel daS garue Jahr hin- 
durch in einer traurigen, kümmerlichen Blüte. Ai er der offizielle
        
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