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Periodical volume Nr. 224, 23.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

-richnts der selbständigen Gewerbetreibenden und daS Ver- 
zeichnis der Inserenten, auf die wir noch ganz besonders 
hinweisen. Den Schluß bildet der Kalender von 1913. 
Der billige Preis von 2 M. sollte jeden Friedenauer ver 
anlasten, sich daS „Friedenauer Adreßbuch" zuzulegen. E« 
ist erhältlich in allen Buch- und Papierhandlungen sowie 
in der Geschäftsstelle Rheinstr. 15. 
o Ueber die Aufhebung der MichaeUSklafsen 
hatte unsere Gemeinde-Berwaltung eine Umfrage bet den 
anderen großberliner Gemeindeverwaltungen veranstaltet. 
Die Antworten lauteten einesteils für, andernteilS gegen 
die Aufhebung der Michaelikklasten. DaS Kuratorium 
der höheren Schuldn beschloß daher, in dieser Frage eine 
abwartende Haltung einzunehmen. 
o DaS „Feuster»Recht". Häufige Streitigkeiten, 
welche unter den Reisenden über daS Oeffnen der Fenster 
in den Stadt', Ring» und Vorortzügen entstanden sind, 
haben uni veranläßt, än zuständiger Stelle Auskunft über 
die hierfür gültigen Bestimmungen einzuholen. Hiernach 
dürfen in den Tndableilen der Wagen die Fenster nur 
mit Zustimmung aller im Abteil Mitreisenden geöffnet 
werden. In den Zwischenabteilen ist dar O-ffnen eines 
Fensters — während der Heizperiode jedoch etwa nur bis 
zur Hälfte — nicht zu beanstanden. 
o Der Rückgang Vrr EchSnrVerger Nntrr- 
gruadbahn. Mit Schrecken verfolgt man in Schüneberg 
das immer größer werdende Fiasko der Schönedergrr 
Untergrundbahn. Noch vor nicht allzu langer Z tt ver 
sicherte man. daß die Entwickelung der Schnellbahn eine 
sehr günstige sei. Der diesjährige Etat ober zeigt das. 
was bereits ein offenes Geheimnis war; ja er übertrifft 
sogar die Erwartungen der größten PeMm'strn. Die Be 
triebseinnahmen werden für das Jahr 1913 mit 442 000 
Mark (1912 mit 453 200 M) in Ansatz gebracht. Diese 
Mindereinnahme wird damit erklärt, daß den Schätzungen 
für 1912 die außerordentliche Berkehrsstetgrrnng im 
Oktober—Dezember 1911 zu Grunde gelegt wurde, die 
aber im Rechnungsjahr« erheblich nachgelassen hat. Für 
Pachten und Zinsen rechnet man für daS Jahr 1913: 64 000 
Mark gegenüber 40 300 M. im Vorjahre. Der Gesamt- 
etal der Untergrundbahn würde noch weit ungünstiger auS- 
gesallen sein, wenn man nicht aus den außerordeniiicheri 
Mitteln der Untergrundbahnverwaitung noch 61 790 M. 
hätte übernehmen können. Die Gesamteinnahmen für daS 
Jahr 1913 werden mit 574 559 M. gegenüber 1 057 450 
Mark im Jahre 1912 veranschlagt. Die-Eumme der Aus- 
gaben wird für daS Jahr 1913 mit 1044 469 M. (1912; 
1 058 450 M) in Ansatz gebracht. Tie Stadt hat somit 
sür daS Jahr 1913 einen Zuschuß von 469 910 M., d. h. 
etwa 3 M. pro Kopf der Bevölkerung sür die Untergrund- 
bahn zu leisten. WaS an der ganzen Sache bedrnklich ist, 
das ist die Tatsache, daß auch sür die nächste Zeit an eine 
Besserung der Verhältnisse überhaupt nicht zudenken ist. 
o Der Unterhaltungsabend der 2. (Mädchen-) 
Gemeindeschule findet am Mtitwoch, dem 12. Februar, in 
der Aula des Realgymnasiums (Homuthstraße) untrr Mt!- 
wirkung de: KaprUehex Kögigl. , Hauptkadrttenanstalt 
Berlin Lichterfelde und der Solisten Herren Schaarschmttt 
und Boigt Berlin statt. Den Hauptpunkt des Abends 
bildet ein Llchtbilder-Vorlrag „Die Erhebung der Deutschen 
gegen Napoleon? Fremdherrschaft". 
o Hygienische Vortragskurse. Am Montag, dem 
10. Februar spricht Herr Dr. Friedländer in der Aula 
unseres Gymnasiums (Moybachplotz) über „Geschlechts 
krankheiten und ihre Verhütung". Jedermann hat freien 
Zutritt. 
o Der Verein der Gast» und Schankwirts für 
Friedenau und Umgegend hält feine nächste Verfamm- 
lung am Montag, dem 10. Februar, NachmitlagS 5 Uhr 
beim Kollegen Golafch, Steglitz, Slemenkstr. 40 (vom 
Bahnhof Steglitz mit der Elektrischen, Stemenkstraße) ab. 
Die Mitglieder werden ersucht, in diese Bcrjammlung die 
Kohlensäurebüch ec mitzubringen. 
o Feuerversicherung. Dis im Jahre 1821 erössneis 
Gothaer FeueroerstcherungSbank auf Gegenseirtgkelt, deren 
das letztere war, welchen Grund mochte der Lehrer von 
Monksglade dazu haben? 
„Nein," sagte Brandis jetzt, und reichte dem Inspektor 
die Photographie zurück, „ich — äh — könnte mich nicht 
erinner-ri, diese auffallend schöne Dame je gesehen zu haben. 
Es ist wohl eine verschollene Verwandte von Ihnen, wenn 
ich mir die Freiheit nehmen darf zu fragen?" 
Ehe Inspektor Black auf diese Worte erwidern konnte, 
erhob sich draußen im Garten ein furchtbares Getöse. Man 
hörte das tiefe Bellen eines Hundes, und die hellen, auf 
geregten Laute von zwei klaren, jungen Stimmen. Das 
Geräusch kam näher, kam bis unter das offene Fenster, 
und im nächsten Augenblick wurde die Tür des Zimmers 
ausgerissen, und ein riesiger Bluthund, von Robert Brandis 
am" Riemen gebalten, stürzte herein, und hinter seinem 
Führer Nora Bilcon, außer Atem, rot vom Laufen und 
von der Erregung, ihr lockiges Haar halb aufgelöst. Der 
Hund schien 'sich auf den Lehrer stürzen zu wollen, und 
wurde von Rob nur mit Mühe zurückgehalten. Mit 
heiserem Knurren setzte er sich vor den Siuhl, auf dem 
Brandis saß. 
„Um Gottes willen, Vater, bewege dich nicht!" rief 
Rob, „er rührt dich nicht an, wenn du ruhig bleibst, aber 
sobald du versuchst zu fliehen, hilft kein Halten mehr, dann 
reißt er dich in Stücke. Es ist ein prächtiger Hund, der 
Pluto, ganz geradeaus hat er uns geführt. Wundert mich, 
dab er jetzt zuletzt diesen kleinen Irrtum begeht. Wo ist 
Doktor Penfold?" 
15. Kapitel. 
Die Spur verwischt sich. 
Peter Brandis faß zitternd und bebend in feinem : 
Stuhl und zog sich vor dem riesigen Hund in die tiefsten s 
Tiefen des alten Sessels zurück. Mit Entsetzen sah er das 
weit geöffnete rote Maul und den Geifer, der herauslief. 
Aber er war vernünftig genug, die Ermahnung seines 
Sohnes zu befolgen, und keinen Versuch zur Flucht zu 
machen. Er war jedoch so furchtbar erschrocken, daß er die | 
Frage nach Doktor Penfold gar nicht gehört hatte. Das \ 
Tier sah auch so schreckenerreuend aus. daß selbst Black ! 
Geschäftsbereich sich auf dar Deutsche Reich, die Deutschen 
Schutzgebiete und die Schweiz erstreckt, hat mit dem Jahre 
1912 da» 92. Jahr ihrer gemeinnütz'gen Tätigkeit vollendet. 
Am Schluß des Gkschäft-jahreS 1912 belief sich die Ver 
ficherunstSfumme auf 7 261 040 700 M. (gegen daS Vorjahr 
mehr 185 739 200 M.) Die Prämienetnnahme betrug im 
Jahre 1912 24 249 065,70 M. (gegen das Vorjahr mehr 
469 213.70 M). Von der Prämiencinnahmc wird in 
jedem Jahre derjenige Betrag, der nicht zur Bezahlung 
der Schäden und VerwaltungSkostrn, sowie sür die 
Prämienrrserve erforderlich ist, den Versicherten zurück 
gewählt. Nach dem jetzt veröffentlichten Rechnungsabschlüsse 
für daS Jahr 1912 beträgt dieser an die Versicherten zurück 
fließende Ueberschutz 18 423 492,20 M. oder 74 Prozent 
der eingezahlten Prämie. Im Durchschnitt der letzten 
zehn Jahre sind alljährlich 73,50 Prozent der eingezahlten 
Prämien als Ueberschutz an die Versicherten zurückerstattet 
worden. Generalvertreter sstr Friedenau ist Herr Willy 
Schuster, Rheinstr. 14. 
o Aus Paris brachten kürzlich die Zeitungen dis 
interessante Nachricht, daß in einer Kirche der Parllfal 
Richard WognerS dergestalt aufgesührt worden sei, daß die 
Aussührendkn hinter Blattpflanzen den Augen der Zuhörer 
verborgen bliibrn. Diesem Umstande fei mit der große 
Eindruck zuzuschreiben, welche daS Welk mit feiner mystischen 
Musik gemacht habe. Wir dürfen darauf aufmerksam 
machen, daß Herr Referendar Krug bereits fett Jahren 
sich dieser DarstrllungSwetse mit glücklichem Erfolge bedient 
hat. Bei seinem großen Vortrage, daS Bühnenwrthspiel 
Pärfisal, welches am 18. Februar im Rahmen deS Parochiai- 
vereins tm Rsformgynrnasium stattfindet, bleibt dre Musik 
unsichtbar, um eine Ablenkung der Zuhörer durch Aeußer- 
lichketten auf das geringste Maß einzuschränken und die 
Mystik deS Stückes wiederzugeben. Durch den Apparat, 
welcher aufgeboten ist (gegen 40 Mltwiikende!) wird das 
Werk in Wort wie Ton eine gute und vollständige Wieder 
gabe finden. Dem Parochialverein gebührt der Dank, auf 
diese Weise das erhrbenste Werk Richard Wagners in 
Friedenau allgemein bekannt zu machen. Mitglieder des 
Parvchialvereft S haben zu der Beranstaltvng freien Zutritt. 
Für Ntchtmiigtteder ist eine drschränkte Anzahl von Ka>ten 
zu 1 Mark, für Schüler zu 50 Pfennig (letztere nur im 
Vorverkauf) erhälrltch zu hoben ln der Buchhandlung der 
Güßne.'schkn Mission, Handj-rystr. 20, in der Pop':er> 
Handlung von Kossakowkki, Schmargendorferstr. 35 und 
in der Musikhandttmg von Schwartz. Rheinstr. 60. 
o Theater in Steglitz Im Schloßpark findet am 
Donnerstag, dem 13 Februar, ein Gastspiel der b. kannten 
Tirrktion Brodek & Stegcmann statt. Zur Aufführung 
kommt die sensationelle Posse: .Autollebchrn", weiche im 
Thalia-Theater Uber 300 Aufführungen hatte. Wir bringen 
nachstehend den Teil einer Knut, welchen unk die 
Direktton zur Verfügung stellt. Die Kritik beginnt mit 
folgenden Worten: 
Ja, daS hadcn die MLläcn so gerne, — Die im Elübchrn und 
die im Salon — kchau'n des NrchiS in ihr Bcttcherr tie Etcrne, — 
Da träumen sie alle davon! — Nicht wahr, fein. Eie fragen: Was 
maU die Mädchen so gerne haben urd a-ovou fi: (räumen? DqSZsl 
doch klar. Sie träumen vom .Autcli't'chkn^, dem neuen Sctl ge: 
im Thalia Theater. Drs müssen Sie sich ansehen, wenn es Ihnen 
möglich sein wird überh upt Biller; dazu zu bekommen, wrrs sehr , 
schwer Hal en dürfte, denn schon zur Premiere hätte d s Theater ; 
doppelt so grotz jiin kennen, uid Me st r Jean Gilb-tt hätte roch die 
aarze Nacht hindurch die musikalischen Sälazer der P.ss? spielen 
kö ucn, denn daS Publckum w .r noch dem ew iien Akt schon so de- 
g istert, daß cs kräslig miisang. D e Posse besitz! alle guten Ciren- 
schaften einer solchen: eine flotte, sröhlrche Handlung, vorzügliche 
Gesangklefte, Lußerg komische Szenen und Psinien, lehr schicke Tänze, 
prachtvolle Kostüme, herrliche Fraueugestalten und eine ganz Vorzug- 
liche Musik. 
Wer sich also einen recht lustigen und amüsanten 
Abend verschaffen will, der sehe sich das „Autoltebchen" 
in Steglitz an. 
o „Gin Frauenherz", dirscS herrliche Sensations- 
drama, meisterhaft koloriert, in 3 Ak.en, kommt von heule 
ab in den „Pfalzburg-Lichtspivlen", Kaiserallee 72, 
zur Vorführung. Ti: „Pfalzdurg-Lichtspiele" haben daS 
AlleinaufführunfiSrecht lüfeS FilmS für Friedenau er 
blaß geworden war, über die augenblickliche Angst ver 
hinderte ihn nicht, ein sehr genauer Beobachter der Vor- 
gärige zu sein. 
„Nimm das Tieft fort, nimm das Biest fort!" stöhnte 
der Lehrer. 
„Das wird das Beste sein, Nob," sagte Nora. „Schließ 
ihn im Stall ein, wenn dein Vater dir den Schlüssel geben 
will. Dann komm gleich wieder. Beim Aepfelstehlen wirst 
du dich ja wohl heute nicht aufhalten." 
Die Augen immer auf den Hund gerichtet und an 
allen Gliedern bebend wie ein erschrockener Affe, zog 
Peter Brandis den Schlüssel aus seiner Westentasche und 
legte ihn mit zitternden Fingern vor sich auf den Tisch. 
Nora griff sofort danach und reichte ihn Robert. Sie schien 
sich nicht im geringsten vor dem mächtigen Tier zu fürchten. 
„So. nun fort mit dir," sagte sie, „und mach, daß 
du rasch wiederkommst." 
„Robert Brandts, der in seiner neuen Arbeit noch 
nicht sehr geübt war, fand es etwas schwierig, den Hund 
von seinem Later fortzubringen. Aber teils mit Püffen, 
teils mit gutein Zureden gelang es ihm endlich, das Tier 
zu bewegen, ihm zu folgen, und die beiden Männer, deren 
Unterredung in so rauher Weise unterbrochen worden war, 
atmeten befreit auf. 
Blacks beruflicher Instinkt sagK ihm, daß cs besser sei, 
wenn er keine Fragen stelle, sondern das Reden vorerst 
den anderen überlasse. Und Brandis, von seiner Angst > 
befreit, tat dies denn auch gleich in ausgiebigster Weife. ! 
Aber es war ein so wirres Gerede, daß niemand etwas j 
davon verstand. I 
„Nun, Herr Brandis, reden Sie endlich einmal ver- i 
nünftio," unterbrach ihn Nora, „und geben Sie Antwort ! 
auf Nobs Frage. Wir suchen Doktor Penfold, der heute - 
„acht plötzlich und auf rätselhafte Weise verschwunden i 
ist. " Der Hnnd hat seine Spur bis hierher, verfolgt, wo | 
ist er, und wann ist er gekonunen?" ' ' 
„Er ist nicht hier und ist auch nicht hier gewesen," j 
versetzte der Lehrer zornig, „und wenn er hier wäre, io s 
wäre das noch lange kein Grund, um mit dem grüß- l 
lichen West —" I 
In diesem Augenblick trat Rob wieder ins Zimmer, > 
worben; also in keinem anderen Friedenauer Lichtspiel 
theater darf dieses prächtige spannende Drama aufgeführt 
werden. Ein ergreifender Kriminalroman ist „Fräulein 
Dtteklio". „Die Frau deS Feiglings' Ip'elt tm wilden 
Westen und rst von packender Wirkung auf die Zuschauer. 
Weitere 10 Schlager, u a. auch von Max Linder, ver- 
oollstäud gen das ausgesucht schöne Ttttepromm. — Morgen 
Sonntag von 8 —6 Uhr findet eine Jugendoorstellung. 
auch für Erwachsene sehr interessant, statt. Programm und 
Garderobe ist frei. Wir empfehlen unseren Mitbürgern, 
die gemütlichen, intimen „Pfalzburg-Ltchtspiele' zu be 
suchen. Die Bilder sind von einer wunderbaren Schärfe 
und Klarheit. 
o Die Mahlzeit diS Räubers der Lüfte. 
Heute Mittag gegen 12 Uhr konnte man das dem Groß 
städter nicht häufige Naturschauspiel beobachten, daß ein 
Hühnerhabicht über dem Friedrich Wtlhrlmplotz kreisend, 
eine Brieftaube schlug, diese etwa 5—6 mal in den 
Fängen um den Platz trug, um dann auf unserem Kidch- 
türm anfzublockm und die Taube zu kröpfen. Eine zahl 
reiche Menschenmenge sah mit Interesse dem Spiel der 
stiebenden Federn und der Mahlzeit deß Räubers der 
Lüfte zu. 
o Diebstahl in einem Schlächterladen. Der 
Schlächtermeister K. in der Schloßstr. 100 wurde Nacht« 
von Dieben besucht Diese hatten bemerkt, daß das kleine 
Fenster über der Ladenlür offenstand und benutzten diese 
Gelegenheit. Di: Täter stellten sich auf die Türklinke und 
holten dann mittels eines SprzierstockeS die iu Reichweite 
hängtnden Wülste heraus. ES gelang ihnen leider, mit 
ihrer Beule unbehelligt zu entkommen. — Bereit- vor 
ungefähr zwri Wochen ist bei demselben Schlächtermeister 
versucht worden, einzubrechen; die Diebe wurden zwar 
* rechtzeitig bemerkt, aber et gelang ihnen, zu enrkommrn. 
o Von der Schönrberger Kriminalpolizei ver- 
' haftet wurden gestern die Buchhändler Strobel uvd Drögel, 
, die Inhaber der Verlagsbuchhandlung Kanter und Mohr 
i in der Eoienstraße 4 wohnhaft. Bri einer Anzahl von 
; Buchhandlungen d«s In- und Auslandes liefen fchriltliche 
! Bestellungen von ang blichen Architekten ein über Werke, 
- die bei den oben Bezeichneten erschienen waren. Ließen 
I nun d.e Handlungen daS bestellte Werk kommen und 
: schickten eS den angeblicheu Bestellern zu. dann kam die 
Sendung meistens ats unbestellbar zurück. Da sich der 
artige Fälle stetig mehrten, machte der Vorsitzende der 
EonimeniSoereinigung auf den Schwindel ausmerksam. 
ES gelang bald festzustehen, daß die Rrchnungen der 
Firma Kanter und Mohr von derselben Hand geschrieben 
waren, wie die bei den verschiedenen Firmen eingelaufenen 
Bestellungen auf Werke auS genanntem Berlage und daß 
der Schwindel von letzterem selbst entrtert war. Nun 
wurde die Sache der Kriminalpolizei übergeben, die nach 
Durchsuchungen der Gksckäftsläume von Kanter und Mohr 
belastmd-§ Material beschlagnahmte und die Firmeninhabrr 
Strobel und Drögel festnahm. / 
o Selbstmordversuch. DaS Dienstmädchen Minna M. 
versuchte sich gestern tu der Wohnung seiner Dienst 
herr fet/aft"ln 'bet Kaiserallee, angrdlich wegen Arbeit-« 
übrrbürdung (!), u it GoS zu vergiften, konnte aber noch 
rechtzeitig von den Sanitären mit Hirse eines Sauerstoff 
apparate« inS L.ben zurückgerufen werden. Im Kranken 
wagen wurde die Lebensmüde in eine Klinik in der 
Kailerallee gebracht. 
o Poltzeibericht. AIS gesunden ist hier angemeldet 
worden: 1 Ledeiiasche. D,r rechtmäßige Eigentümer wird 
ousgestirdert, seinen Anspruch binnen drei Monaten tm 
htestgeu AmtSbüro. Handjeryjtr. 91/92, Zimmer Nr. 22, 
geltend zu machen, da sonst anderweit Über den Fund- 
gcgktistand verfügt werden wi.d 
Mereins-Mchrichlm. 
Vnein d-r BriefmarkersLmmter d?r südscst ichen Po otle. Heute 
Lbevd Versammlunz im Restrurent Kcisirturg, Sriedrich-Wilhrlaiplatz, 
Ecke Ällh-twsirase. 
mammBmBamEmammBwmmmmaaarmttwm—mmmKnmmammmimmM 
und als Nora ihm wiederholte, was Herr Brandis eben 
gesagt hatte, sah er einfach ungläubig aus. „Ach was, 
Vater," rief er, „Penfold muß hier gewesen fein. Es war 
ja dumm von Pluto, daß er dich beinahe angefallen 
hätte, aber den Fehler würde er doch sicher niemals ge 
macht haben, in der geradesten Linie nach dem Schulhaus 
zu führen, wenn er nicht eine hervorragende Spur oehabt 
hätte." 
„Was du da erzählst, kommt mir vor wie böhmische 
Dörfer," erklärte Brandis. „Warum sucht Ihr denn eigentlich 
den Doktor Penfold? Ist er wirklich abhanden gekommen? 
Oder macht ihr nur eine Uebung mit dem verfluchten 
Hund?" 
Nora war schneller als Rob und antwortete: „Ich habe 
Ihnen vorhin schon gesagt, daß Doktor Penfold mitten 
in der Nacht auf rätselhafte Weise verschwunden ist, und 
Sir William hat uns erlaubt, die Bluthunde zu benutzen, 
um ihn zu suchen. Wir fanden des Doktors Tabaksbeutel 
im Garten der Villa und haben den Hund daran riechen 
lassen, da cs voraussichtlich das letzte war, was Doktor 
Penfold in der Hand hatte. Und darauf hat uns Pluto, 
ohne auch nur einen Augenblick zu stocken, hierher geführt." 
Der Inspeltor hatte große Mühe, feine Neugierde zu 
unterdrücken, aber er hielt es nicht für ratsam, seinen 
Beruf jetzt schon bekannt zu geben. Glücklicherweise erzählte 
Nora weiter, und aus ihren Worten erfuhr Black natürlich 
auch, wieso er am Moraen vergeblich auf Julius Penfold 
gewartet hatte. 
Ais Julius zum FküystUck nicht erschienen war, hatte 
Sir William den Diener in sein Zimmer geschickt, und es 
hatte sich herausgestellt, daß der junge Arzt nicht da und 
sein Bett unberührt war. Der Siaatsainvalt, durch dies 
rätselhafte Vorkommnis in große. Aufregung versetzt, hatte 
eine genaue Untersuchung veranlaßt, worauf der Hausmeister 
nieldete, daß die vordere Haustür nur von außen zuge 
worfen, nicht verriegelt gewesen sei. Es schien daraus 
hliruorzugehcn, baß Doktor Penfold das Haus freiwillig 
verlassen hatte. D^cfe^ Annahme wurde noch dadurch be 
stätigt, daß man auf dem Rasen einen Tabaksbeutel fand, 
den sowohl Herr Trenkley, wie Fräulein Bilcon als Doktor 
"reniöld üehöriü erkannten. (Fortfetzu rg folg'.)
        
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