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Periodical volume Nr. 33, 07.02.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Handlung ihm nur Lanken könne. Obgleich die Gemeinde 
re.'pfltchtet war» bis zum 9. Februar noch LaS russische 
Fletsch zu beziehen, habe Berlin., "doch nicht darauf be- ■ 
standen. Ob und welche Kosten entstanden sind, könne er 
n:ch nicht sag«n. Die erst« Abrechnung werde jrdensqvS 
,m nächsten Monat vorgelegt werden. Bisher sind die 
8000 M. noch nicht angegriffen worben. Bürgermeister 
Walger erklärt, er könne das, waS Herr Lichtyeim be 
züglich der Stadt Berlin gesagt habe, nur unterstreichen. 
Berlin habe in entgegenkommender, vornehmer Weise 
Friedenau behandelt, so daß er ddbei empfunden habe, daß 
großberliner Gemeinden in ersprießlicher Weise mit Berlin zu 
sammenarbeiten können. Jedenfalls habe man der Stadt 
Berlin sehr zu danken. G.-V. Richter bedauert eS, daß 
der Verkauf eingestellt wurde. Er könne nicht annehmen, 
dliß ein Bedürfnis hier in Friedenau nicht vorhanden fei. 
Er glaube aber doch, entgegen der Ansicht des Herrn 
Ltchtheim, daß durch Einführung de§ russischen Fleische« 
die Fleischpreise Überhaupt geregelt werden sollten. Es sei 
ja allgemein bekannt, daß in Friedenau die höchsten 
Flrischpreise gezahlt werden. Wenn der Verkauf durch die 
Schlächter sich nicht mehr ermöglichen ließ, so hätte man 
die Schwierigkeiten des Verkaufs in eigener Regie doch 
nicht so sehr scheuen sollen. Er möchte nur daran er 
innern, daß einige Gemeinden sich auch der Konsum Ge 
nossenschaften bedient hätten. Schöffe Lichtheim erwidert, 
daß Herr Richter ihm schwer beweisen werde, daß doch ein 
Herr Bedürfnis für das russische Fleisch hier vorhanden sei. 
Huhn sei eS selbst gewesen, der im Marktausschuß davor 
warnte, den Verkauf in eigene Regie zu übernehmen. 
Wenn in Friedenau die Fleischpreise so hoch wären, so 
liege die? daran, daß unsere hiesigen Hausfrauen sehr 
verwöhnt sind und nur gutes Fleisch verlangen, selbst 
wenn der Verkäufer ihnen bedeutet, daß dies teurer ist. 
Bürgermeister Walger teilt dann noch eine Ein 
ladung des HanS- und GrundbesitzervcreinS mit zu einer 
Versammlung am 21. d. M., in der Banrat Altmann über 
„Die öffentlichen Bauten Friedenaus in Vergangenheit und 
Zukunft und ihr Einfluß auf die Entwicklung deS OrtcS" 
einen Vortrag halten wird. Er möchte den Herren der 
Gemeindevertretung den Besuch dieser Versammlung 
empfehlen. 
Zu Protokollunterzeichnern bestimmt der Bürgermeisttr 
darauf die G.-V. Echöuknecht und Schultz. 
ES folgt nun die Besprechung der Angelegenheit be 
treffend die Ucberfüllung declinieren Klassen des Reform- 
Realgymnasiums. Den anSführtichen Bericht hierüber 
bringen wir in der nächsten Nummer. 
Der Abänderung de§ § 4 der Baugebührenordnung 
in folgender Fassung: „Für Bauten deS Reichs- und Landek- 
fiSkuS werden Gebühren nicht erhoben, sofern nicht eine 
bautechnische Prüfung der Pläne stattfindet", wird zuge 
stimmt. 
Für die Ausstellung von GaSöfen im Zeichensaal der 
Gemetndemädchenschule werden 880 M. bewilligt. 
DaS OrtSsiatut über die Gewährung von Witwen- 
und Waiskngeld an die Hinterbliebenen der Geuieinde- 
beamten wird in erster und gleich darauf auch in zweiter 
Lesung.8» bloc angenommen. 
Ueber die Errichtung einer Gemeindesparkasse be- 
richtet Bürgermeister Walger kurz, daß ihm daS Projekt 
der Errichtung einer Sparkasse schon längere Zeit vor 
schwebe. Wenn diese Angelegenheit bisher immer noch auf 
sich habe warten lassen, so sei dies nicht seine Schuld. 
Nachdem nun wiederholt über die Sparkasse in der Bürger 
schaft gesprochen worden sei, möchle er heute einen grund 
sätzlichen Beschluß haben. Die Setzungen der Kasse könnten 
dann später vorgelegt werden. G.-V. Richter erklärt, er 
stimme grundsätzlich der Errichtung der Sparkasse zu. Er 
möchte nur warnen, sich von dieser Einrichtung zu große 
Jllussionen zu rnachen. Friedenau komme mit dieser 
Sache viel zu spät (sehr richiig). Die KrciSsparkasse habe 
hier auch ihre Nkbenstcllen imb wenn man sich vom 
Schöneberger Ortsteil Vorteile verspreche, so möchte er doch 
darauf hinweisen, daß die Schönederger Kasse ihre Zweig 
stelle in der Bahnhvjstroße habe. Bürgermeister Wcttgcr 
erwidert, daß die Annahmestellen der Teltower Sparkasse 
von Privatpersonen geleitet würden. Die einzige Neben 
stelle sei die am Markt. E: hoffe, daß sich recht viele 
Sparer für die Gemeindesparkasse finden, jetzt gehen viele 
nach Echöneberg. Auch vvm Schöneberger Ortsteil er 
warte er viele Sparcr, da ja gerade bei vielen kleinen 
Sparern die falsche Ansicht obwaltet, die Sparkasse könnte 
Mitteilung an die Steuerbehörde machen und so sparen 
sie meist bei den Kaffen der Nachbarorte. Große Illu 
sionen mache er sich auch nicht. E? werde viele Jahre 
dauern, bis wir so viel Ueberschüsse haben, daß wir Gelder 
auf Hypotheken geben können. G.-V. Ott meint, daß ein 
grundsätzlicher Beschluß für Errichtung einer Sparkasse ja 
schon damals bei Genehmigung deS RalhauSprogrammS 
gefaßt worden sei. Ec stehe auch ans dem Standpunkt, 
daß wir wieder mal zu spät kommen. Auf die Wider- 
sprllche in der Vorlage, daß unsere Bürger nicht Gelegen 
heit zum sparen hätten, sei schon hingewiesen worden. 
Viele werden lieber auswärts sparen, um sich nicht in dis 
Karten gucken zu lassen. Die Wünsche der Srundbesitzcv 
seien sehr richtig, ehe wir aber solche Summen zusammen 
gespart haben werden, daß Hypolhekengelder aukgeliehn 
werden können, werden viele Jahre vergehen. Biele benützen 
lieber die Banken, wo sie mehr Zinsen erhalten, als auf der 
Sparkasse. Zu bedenken sei auch, daß wir in daS neue Rat 
haus auch eine Bank aufnehmen wollen und da wäre die 
Sparkasse doch eine Konkurrenz. Er vermißt dann auch 
eine Rentabilitätsberechnung und erklärt, daß, obwohl dir 
Gemeindcoorstaiid schon oftmals dürftige Vorlagen gemacht 
habe, diese Borlage die dürftigste sei, die er bisher ge- 
funden habe. G.-V. Schönknecht ist für die Sparkasse, 
sobald ihm nachgewiesen werde, daß wir Vorteile dadurch 
haben. Er bekomme cuS der Vorlage keinen Einblick, in 
welcher Weise sich die Kasse renlicren werde. ES müßten 
Vergleiche mit anderen gleich großen Orten vo,geführt 
werden. Er körne sich nicht so Hais über Kopf für die 
Frage entscheiden. Bürgermeister Walger bemerkt, e? 
komme ihm vor wie ein Umschwung vom Lachen zum 
Weinen. Vorhin war man so schnell für die Realschule 
un^ jitzt trage man Bedepken. Er habe geglaubt, der 
Gemeindevertretung einen Gefallen zu tun, indem er über 
die in der Bürgerschaft bereits lebhaft bespräche«- Frage 
der Errichtung einer Sparkasse eine kurze Vorlage machte. 
Eine Rentabilitätsberechnung für eine Sparkasse könne er 
unmöglich aufstellen. SS lassen sich auch andere Orte 
nicht zum Vergleich heranziehen, da» muß man im Gefühl 
haben. Wenn man gleich große Städte in Betracht' zieht, 
so handelt eS sich um Provinzstädte, zu denen die Sparer 
von weit her kommen. G(c schildert, wie Charlottenburg 
sich sW Zt. beim Austritt aus dem Kreise dagegen 
sträubte, eine eigene Sparkasse zu begründen und die An 
nahmestellen der Kreissparkasse aufzuheben. Heute ist die 
Chacloltenburger Sparkasse eine der stärksten. Ec hätte 
geglaubt, daß die Vorlage ohne weilercL angenommen 
würde. G.-V. Richter stellt laut 8 7 der Geschäfts- 
Ordnung im Einverständnis mit den G.-V. Dr. Heinecker, 
Berger und Kalkbrenner den Antrag, die Frage der Er 
richtung einer Gemeindesparkasse, dem Finanzausschuß 
zu überweisen. Der Bürgermeister erklärt, daß nach dem 
Paragraphen 7 eine Sache unbedingt an einen Ausschuß zu 
verweisen ist, wenn 4 Mitglieder der Vertretung dies be 
antragen. G.-D. Haustein spricht sich auch dahin aus, 
daß die Sache zu spät komme, vor 3—5 Jahren hätte die 
Sparkasse schon errichtet werden müssen, ehe die anderen 
Kassen hier ihre Zweigstellen geschaffen hatten. G.»V. 
Eggert ist auch für die Sparkasse und er beantragt, 
nicht zu warten, bis daS Rathaus fertig ist, sondern die 
Sparkasse ohne Verzug zu errichten. G.-V. Kalkbrenn er 
beantragt unter Zustimmung der G.-V. Finke, Oit und 
Richter, auch diesen Antrag an den Finanzausschuß zu 
verweisen nach § 7 der Geschäftsordnung. Damit ist die 
Borlage dein Finanzausschuß überwiesen. 
Der Nachtrag zur Besoldungsordnung für die Lehr 
personen der Volksschulen (oergl. Nr. 30 dieser Zeitung), 
der nur eine redaktionelle Aenderung darstellt, wird 
genehmigt. 
Auf Antrag des Schöffen Wossidlo wird für den 
bisherigen Arnrenpfleger Hennrg, der sein Amt nieder 
gelegt hat, der Mattrmeister Hirsch zum Armenpfleger 
gewählt. 
Schösse Wossidlo lädt die Gemeindeverordneten zu 
einem Vortrage des G.°V. Dr. Heinecker über die Erfolge 
der Tuberkulose-Fürsorge in Friedenau, der am DienSiog, 
dein 11. d. M., "/^9 Uhr, im Sitzungsaale der Gemeinde 
vertretung gehalten wird, ein. Der ArmenauSschuß und 
Waisenrat werden zugegen sein. 
Bürgermeister Walger weist daraus hin, daß am 
Donnerstag, dem 20. d. M.< die Landtagsersatzwahl statt- 
ftndkt. Da jedenfalls mehrere Gemeindeoerordnete als 
Wahlvorsteher tätig sein werden, müsse die Sitzung vor 
aussichtlich vertagt werden. 
Mit der Verlesung und Unterzeichnung des Protokolls, 
schließt die öffentliche Sitzung gegen 10 Uhr. ES folgt 
eine geheime Sitzung. 
lNrchdricck Mserer vOrigirraiaritket mir mit lLlleLerrasgabr gekatiel) 
o Zur Vorgartenfrage. Gegen die von der Ge 
meindevertretung s. Zi. beschlossene Beseitigung der 
Vorgärten in der Isolde-, Sieglinde- und Kirchstraße 
hatten zahlreiche angesehene Bürger unter Führung des 
Herrn Dr. Badt in einer Eingabe an den Regierungs 
präsidenten Protest eingelegt. Mit Datum vom 3. Februor 
ist jetzt Herrn Dr. Badt die folgrnde Antwort vom Re 
gierungspräsidenten zugegangen: 
A»s die Eingabe vom 20. Juli 1912 betr. die Anlegung rou 
Verhütten. 
CS ist mein Bestreben, na4 Möglichkeit für die Echaliunz der 
Vorgarlea in Friedenau cinziureten. 
Erfordert aber der Verkehr, wie in der Isolde- und Sicg- 
lindcstraße, daß die Vorgärten fallen, muß diesem Erfordeinie- 
Rechnung getragen und der Zluchtlinirnplan entsprechend gcänderl 
weisen. 
In der Kirchstraße kann ich mick mit der Bcseirienng dcr 
Vorgärten nur dann einverstanden irlläcen, wenn stall der Vor 
gärten Schmnckstreifcn angelegt werden. 
Die Mituntcrzeichner der Eingabe stelle ich hiervon zu benach-^ 
richtigen, anheim. v. d. Schulenbncg. 
Aus dieser Antwort ergibt sich, daß dir Regierungs 
präsident die Beseitigung dcr Vorgärten in der Isolde- 
und Siegiindestiaße bedingungslos genehmigt hat, dos 
Fallen der Vorgärten in der Kirchstraße aber von der 
Anlag- von Echmuckstreifen abhängig macht. Der Ge- 
mcindcvoistand möchte aber die Schmuckstreisen in dcr 
Kirchstraße nicht anlegen, da, wie wir hören, beabsichtigt 
ist, eine Straßenbahn durch diese Straße zu führen. 
o Iluü dem Kreistag. (Sonderbericht für den 
Fried. Lok.-Anz.) Die Muglieoer des Kreistags hatten sich 
am Donnerstag in dem Teltower KrerShause in der Viktoria- 
straße kingefunden, um über eine kurze, jedoch wichtige 
Tagesordnung Beschluß zu fassen. Landrat o. Achenbach 
widmete zu Beginn der Sitzung dem verstorbenen Bürger 
meister Mussehl-Tenipelhof einen ehrenden Nachruf und 
verlas darauf ein Antworttelegramm aus dcm Zioilkabinet 
des Kaisers, worin dem Kreise für die auS Anlaß de? 
Regierungsjubiläms gemachte Stiftung von 100 000 Mark 
lür Fceibettcn in den Kreiskeankcnhäusern der Dank der 
Kasse, ?, dcr von der Stiftung mit großer Freude und Be 
friedigung Kenntnis genominen habe, abgestattet wurde. 
Für die Benennung einer Teltowkanalbrücke bei Wannsee 
nach dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen bedankte 
sich dieser gleichfalls in einem Telegramm und wünschte 
deur Kreise Teltow und seinen Unternehmriugen guten 
Erfolg. Die im November 1912 gewählten 30 Kreis- 
tagsadgeordneten wurderr darauf rivgesllhrt und die infolge 
Ablebens des Bürgermeisters Mussehl erledigten Mandate 
neubrfetzt. Zum Mitglied des Zweckoerbandes Groß-Berlin 
wurde eiustlinmig der Gemeindefchöffe De. Bretthaupt. 
Zehlendorf und alS stelloeltretendeS Mitglied der Zweck 
verbandSversammIung Direktor Wussow von der Großen 
Bkilinev Straßenbahn gewählt. Die in dem Kanalver- 
waltungsrat freigewvrdene Stelle wurde dem neukn Tcmprl- 
hofer Gemeindevorsteher Wiesener übertragen, in den Pro- 
vinzrallandiag wurde der Rittergutsbesitzer Wrede-Diepenfre 
mit 49 von 52 abgegebenen Stimmen abgeordnet und in 
den KrerLauSschnß wurde Bürgermeister Duhrow-Steglitz 
mit 30 Stimmen gewählt, während auf den Gegenkandidaten 
ersten Bürgermeister Dr. LangerhanS - Cöpenick nur £0 
Stimmen entfielen. In die Wahikommission zur Bor- 
bereitung der auf dem Kreistage vorzunehmenden Wahlen 
wurden Geheimrat Bache-Friedenan. Baumeister Lange- 
Grunewald, Eemeindefchösse Lange-Ltchterfelde. Ritterguts, 
besttzer Richter. Bürgermeister Dr. Wirth-Zossen nrtft«. 
und Bürgermeister Buhrow-Steglitz undGemeindcverordneter 
Nathan neugewählt. Mit den vom KreiSaukschuß zweck« 
Durchführung der Krankenversicherung auf Grund der Reichs» 
oerstcherungSordnung vorgeschlagenen Maßnahmen erklärte 
sich dieVersammlung einstimmig einverstanden. Diebestehenden 
Krankenkassen sollen beibehalten werden, gemeinsame OriS- 
krankenkassen umgewandet, während die besonderen Kassen 
eingehen müssen. Von der Einrichtung einer allgemeinen 
Krankenkasse für den Kreis wurde Abstand genommen. 
Der Beteiligung deS KceiseS Teltow an der Errichtung 
einer Auiomvbilstraße im Grunewald wurde zugestimmt 
mit dcr vom Geheimrat Marggraff vorgeschlagenen Er 
gänzung. daß die von dcr Stadt Charlottenburg gestellten 
Bedingungen auch für den Kreis Teltow gelten sollen. 
Die neue Automobilstraße, durch welche die anderen Ver- 
kehrkstraßen im Grunewald ganz bedeutend entlastet werden, 
erfordert ein Kapital von 3400000 M. Der Kreis Teltow 
wird sich an dem Unternehmen mit einer Einlage von 
250 000 M. Obligationen beteiligen, während die Stadl» 
gemeinde Charloitenburg für die Verzinsung und Tilgung 
dcs von dcr Automobil-VerkehrS- und Uebungsstraße G. 
m. b. H. aufzunehmenden DahrlehnS eine Garantie bis 
zur Höhe von 15 000 M. jährlich auf die Dauer von 
30 Jahren übernimmt. Auf der Automobilstraße ist rin 
SchnellomnibuSoerkehr vorgesehen zu Fahrpreisen, die den 
üblichen Sätzen deS Eisenbahnvororltarifs dcr 3. Klaffe 
entsprechen. Autowettfahrten sollen nicht öfter alS zwei 
mal jährlich stattfinden. 
o Die Tteuervorschläge des Schöneberger 
Magistrat«. Der Magistrat unserer Rachbarstadt Schöne- 
berg hat der dortigen Stadtverordneten-Versammlung 
folgende Sikuerfestsetzungen zur Beschlußfassung empfohlen: 
110 Prozent Zuschlag zu der SiaalSeinkommensteuer und 
zu den fingiert veranlagten Etaatseinkommensteuersätzen 
von den Forensen, juristischen Personen ^und Handelsgesell 
schaften, 196,71 Prozent der staatlich veranlagten Grund- 
und Gebäudesteuer, umzulegen nach .der Slruerordnung 
vom 21./24. Juni 1912 und einem noch zu beschließenden 
Nachtrage mit 3 °/ 00 vom gemeinen Wert der bebauten 
Grundstücke, 6 °/ ö0 vom gemeinen Wert der unbebauten 
Grundstücke, 6,5 0 / 0 o Zuschlag vom gemeinen Werte der 
unbebauten Grundirücke am Stadtpark bis zu einer Ent 
fernung von 100 Metern von den Grenzen drS ParkeS, 
5 %o Zuschlag vom gemeinen Werte der unbebauten 
Grundstücke am Stadtpark in einer Entfernung von mehr 
als 100 bis zir 400 Metern von den Grenzen des ParkeS, 
4 %„ Zuschlag vom gemeinen Werte der unbebauten 
Grundstücke am Siadipark in einer Entfernung von mehr 
als 400 bis zu 500 Metern von den Grenzen der Parke«. 
3 °/oo Zuschlag vom gemeinen Werte der unbebauten 
Grundstücke am Siadipark in einer Entfernung von mehr 
als 500 bis 700 Metern von den Grenzen de» ParkeS. 
Die 4 letzten Zuschläge werden nicht erhoben von den 
Grundstücken, die für den öffentlichen Verkehr freigelegt 
sind vder die alS HauSgärlen benutzt werden. 149,24°/^ 
der vom Staate veranlagten Gewerbesteuer, umzulegen 
mit 200 % der staatlich veranlagten Gewerbesteuer in 
Klasse I, 150 °/ 0 b«c staatlich veranlagten Gewerbesteuer 
in Klasse II und UI, 100 °/ 0 der staatlich veranlagten 
Gewerbesteuer in Klasse IV. Tue nach Ziffer 2 und 3 zur 
Erhebung gelangenden Realsteuern (Grund-, Gebäude- und 
Gewerbesteuer) sind 188,34 % der staatlich veranlagten 
Sätze, die Belriebkstcuer des StadtkeeiseS und 60 % 
Geineindksteucrzuschlaz. Die nach einem steuerpflichtigen 
Gesamteinkommen von nicht mehr alS 900 M. zu fingierten 
Normalsteuersätzen veranlagten Personen werden picht zur 
Gemeindeeinkommenstkuec herangezogen. 
o Zur Verlängerung der Strasrenbahnlinie« 
E und F bis zum Bahnhof Lrchterfeide-West bezw. Ecke 
Unter den Eichen und Drakestraße, schreiten die Arbeiten 
rüstig vorwärts. Die Schienenlegung ist bereits bis zum 
Llchlrrfeldcr Kreiskrankeiihaus vollendet, und auf dem 
letzten Teil der Strecke sind die Vorarbeiten auch bereit« 
in Angriff genommen. Mit dcr Inbetriebnahme der neuen 
Strecke kann also sürdieses Frühjahrbestimmtgerechnet werden. 
o Einen Samariterkursu« veranstaltet gegen 
wärtig der kirchliche Jungfrauenverein. Die Leitung liegt 
in den Händen der Herrn Tr. EchapZ. Der Kursus hat 
bereits am 20. Januar begonnen. 
o Die neuesteNummer deS „Friedenauer Wohnung«. 
Anzeigers erscheint morgen.Anzeigen für sie müssen spätesten« 
bis Sonnabend Mittag Punkt 12 Uhr im Besitz der 
Geschäftsstelle, Rheinstraßs 15, sein. Der „Friedenauer 
Wohnungsanzeiger" ist mit dem „Friedenauer Lokal- 
Anzeiger" verbunden, sodaß die Anzeigen für nur 40 Pf. 
die Zeile eine volle Woche hindurch im „Friedenauer 
Lokal-Anzeiger" und in den Anschlägen an den Wannsee» 
und Ringbahnhösen in Friedenau und Berlin (Potsdamer 
Bahnhof) erscheinen. Jedem Vermieter von Wohnungen, 
Läden, leeren oder möblierten Zimmern. Ateliers. Garagen, 
Ställen usw. kann daher der billige WohnungSvermittlir 
empfohlen werden. 
o Dcr Krieger, und Landwchrverciu hält 
morgen feine MonatSsitzung ob. Nach der Sitzung findet 
eine KaiserS-GeburtSiagSfeier in Gestalt eines Kommers.« 
statt. DaS Erscheinen aller Kaneralrn ist erwünsckt. 
(Vergl. Anzeige.) 
o Ein Boekbierfest findet heute und morgen in dem 
behaglichen Fomilienlokal „Rcmbrandi". Rembrar dtstraße 
Eck« Beckerstraße, an der Fiiedenauer Brücke statt. ' Sin 
erstes Nünstlerorchester sorgt für angenehme Unterhaltung. 
Die Küche ist eine anerkannt gute. Wer ein recht früh-
        
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