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Periodical volume Nr. 215, 12.09.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Fmdkmrr MtWWtt. 
(Friedenauer 
Anparteiische Zeitnng für kommunale und bürgerliche 
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Berlin-Friedenau. Freitag, den 7. Februar 19IB. 
20 Jahrg. 
Friedenauer Adreßbuch 
1 Ql Q ist erschienen. 1 Ql Q 
Preis 2 Mark. JnJJLtß 
Verlag Rheinstraße 15. 
Letzt« Nachrichten. 
Konstanttnopel. Offiziell wird gemeldet, daß die 
Orte Kallikratia und Eillea, ferner die Bahnstation Tscha» 
taldscha und die Höhen gegenüber dem rechten Flügel der 
türkischen Stellungen von den türkischen Truppen besetzt 
worden sind. Die Borpostenlinien unterhielten mit dem 
Feinde ein lebhafter Gefecht. 
Konstanttnopel. Die von bulgarischer Seite ver 
breiteten Meldungen über eine Niederlage der türkischen 
Truppen bet Gallipolt entsprechen, wie an militärischer 
Stelle versichert wird, nicht, den Tatsachen. Die Türken 
hätten im Gegenteil den Bulgaren einige Positionen wieder 
entrissen. Bulair befindet sich noch in Händen der Türken. 
Konstanttnopel. Der Kriegsminister veröffentlicht 
folgender Kommuniquö: DtenStag mittag eröffneten die 
vulgaren eine starke Attacke auf die Festung Adrianopel. 
Der Feind hatte große Verstärkungen erhalten. Der Kampf 
dauert an. 
i - 
Sofia. Das Regierung«organ Mir meldet, daß der 
Kommandant von Skutari, Essad Pascha, getötet sei 
und daß sein Nachfolger seit gestern mit den Belagerern 
über dt« Uebergabe SkutariS verhandle, welche stündlich zu 
erwarten sei. Gflad Pascha ist der Nachfolger der erkrankten 
Hassan Riga Pascha, der bis vor kurzem die Berteidigung 
SkutariS leitete. 
Tokio. In der Nähe de« japanischen Ortes Fukuoko 
wurden 150 Mann infolge einer Mtnenexploston ver 
schüttet. Man hat keine Hoffnung, der, Unglücklichen Hilfe 
bringen zu können. 
Sitzung der Gemeindevertretung 
vom Donnerstag, dem 6. Februar 1913. 
Einstellung de« russischen ftleischverkaufs. — Eine 
3. Sexta am Reformrealgymuasium. — Die Ge» 
«eindesparkaffe an den Finanzausschaft verwiesen. 
AIS wichtigster Punkt stand auf der gestriaen Tagesordnung dir 
Besprechung der Anfrage des B -B. Finke betreffend die Uedeifüllung 
der unteren Kliffen des Reform-Realgymnasiums. Und so gab 
r« denn auch hierüber eine längere AiiSIprache. Der Bürgermeister 
begründete den B-schluß des Kuratoriums: vorliifig eine abwartmde 
Stellung einrunehmen, hauptsächlich dahin, daß mau über die zukünftige 
Bevölkelungszusammensetzung noch im Unklaren sei. Es habe sich 
gezeigt, daß der Zug nach dem Westen ständig anhält, die b-si-ren 
Steuerzahler ziehen immer weiter nach Westen und ihnen nachzieht 
der bessere Mitlelstand. Wenn Zri-denau nun auch später immer eine 
Oase ia der Et inwüfte Großbeilins bleiben wird und wenn scioe 
ruhigen Nebenstraßen mit Baumschmuck und Vorgärten immer gute 
Anwohner finden weiden, so läßt sich bei unserer fast ausrebauten 
Gemeinde doch nicht übersehen, wie sich die Bevölkerung später zu 
sammensetzen wird. Eine Schule foroert von einer Gemeinde große 
finanzielle Opfer; bei den nicht zu übersehenden zukünftigen Berhätt 
niff.-n könne er nicht für die Begründung einer neuen Schule sein, was 
der Fall wäre, wenn man je eine weitere 3. Klaffe fortlaufend von der 
Cep'a beginnend der Realschule angliedere. Der G.-V. Finke suchte 
an der Hand von statistischim Material nachzuweisen, wie das Be 
dürfnis für die höheren Schulen immer mehr gewechsen sei. Er wolle 
aber vorläufig auch keine neue Schule, sondern nur eine 3. Sepia zu 
Ostern d Js Ergibt sich dann in den folgenden 3 Jahren, daß das 
Bedürfnis nicht so stark ist, wie man angenommen habe, so könnten 
diese Klassen wieder abgebaut werden. Aber dem augenblickltcheu 
Bedürints müsse unbedingt Rechnung getragen werden. Ec stellte dann 
den Antrag, die 3. Sepia zu Ostern zu errichten. Bürgermeister 
Walger fragte, ob er diesen Antrag als Dringlichkettsantrag wünsche. 
G.-v.Finke verneinte dies; er beantrage, diesen Antrag auf die 
nächste Tagesordnung zu setzen. V.-B. Kalkbrenner stellte darauf 
den Dringlichkeitsuntrag Dieser wurde abgelehnt. Darauf zog G -B. 
Finke seiueu Antrag zurück und nun konnte die B sprechunq fort- 
gesetzt werden. Zunächst berichtete Direktor Prof. Schröder über die 
Schülerzahl in den unteren Klaffen. Jede Sepia habe bereits 52 
Schüler. Zu Ostern ist mit mindestens ii0 Schülern sür beide S-pten 
zu rechnen B?t 40 Schülern sei ein geordneter Unterricht nur denk 
bar, bei 50 Schülern könne im Unterricht nicht mehr auf einzelne 
Schüler Bedacht genommen werden. Die 3. Sepia könne gut errichtet 
werden, auch die nächstfolgenden Klaffen böten noch keine Schwierigkeiten, 
da Raum genug im Realschulgebäude vorhanden sei. Ergibt stch nach 
biet Jahren ein w-itereS Bedürfnis für die 3 Klaffen nicht, so können 
fie wieder aufgehoben weiden. Ist aber da« Bedürfnis ferner noch 
vorhanden, so ließe stch eine weitere Realschule durch Verlegung der 
Boischulklasßn auch im ocr-anbenen Gebäude unterbringen. Die sehr 
eindrucksvollen ur.d die dringende Notwendigkeit der sofortigen Er 
richtung der 3. Sexta bezeugenden AuSsühiungen deS Direktors 
Schröder wurden von dem G.-v. Kalkbrcnner stark unterstrichen, 
der noch besonders darauf hinwies, wie ungeheuerlich es sei. daß man 
Schüler, die aus der Volksschule übertreten möchten, abweisen müsse 
und eberso solche Schüler, deren Eltern nach Friedenau zureisen. 
Er betonte auch, daß man eS s. Zt. mit der Errichtung deS Ober- 
lyzeums viel eiliger hatte. DaS Oberlyzeum wurde denn auch wieder 
holt in den Erörterungen erwähnt und der Bürgermeister erklärte 
schließlich, daß er nur der Realschule zustimme, wenn das Oberlyzeum 
genehmigt würde. Für die Knaben sei in Friedenau bereits mehr als 
doppelt so viel wie für die Mädchen gtsorgt. Unruhe erregte es, als 
der Bürgermeister davon sprach, daß er nicht mit fliegenden Fahnen in 
eine derart, .abenteuerliche" Sache hineingehen könne. Der G.-B 
Kalkbrcnner beantragte dann abermals, die Dringlichkeit für den 
Antrag, die 3. Sepia zu errichten, anzuerkennen. In namentlicher 
Abstimmung wurde der Lnt ag diesmal mit 17 gegen 8 Stimmen 
angenommen. Ein gleich darnach gestellter Schlußantrag des G.-V. 
Kalkbrenner wurde abgelehnt. Nachdem nun über den Anttag selbst 
nochmals eine längere Erörterung stattgefunden hatte, stellte der 
Schöffe v. Wrochem den Antrag, die Sacke nochmals an daS 
Kuratorium zu verweisen. Das war die letzte Hoffnung sür den Ge- 
meindevorstand. Aber mit 15 gegen 11 Stimmen wurde dieser Anttag 
abgrlechnt. Der Avirag des G.-v. Kalkbrenner, die 3. Sepia 
am Reformrcalgymnasium zu Ostern zu errichten, wurde 
dann in llümenilicher Abstimmung mit 18 gegen 8 Stimmen ange 
nommen. — Bon den werteren zur Verhandlung gekommenen Bär 
tigen eiwähnen wir, daß der Berkarif deS russischen Fleisches in 
Friedenau wegen zu geringer Nachfrage eingestellt worden ist. Die 
Frage der Errichtung einer Gemeindesparkasse wurde an de» 
Finanzausschuß verwiesen. Zum Armenpfleger wurde Malermeister 
Hirsch g« wählt. Die übrigen Bor ageu wurden nach den Borschlägeu 
des Gemeindevorstande» ohne E öiterung genehmigt. Bemerkt sei 
noch, daß die Gemcindeverordnetcn diel mal die wenigen Rechte, die 
ihnen die G-schäftSordnung gewährt, anzuwenden wußten. Eo ge- 
statteten fie bei der Besprechung über daS Realgymnasiums dem 
Bürgermeister nicht daS Schlußwort, als ein Antrag auf Schluß der 
Debatte eingegangen war. 
Wir bringen nun den Verhandlungibericht: 
Er fehlen die G.-V. Huhn, Kunow, Dr. Tänzler und 
Uhlenbrock, die Bürgermeister Walger entschuldigt. Außer 
den Mitgliedern der Gemeindevertretung find anwesend 
Gemeindebaurat Altmann, Affeffor Grundmann Direktor 
Schröder und als Protokollführer Bürodtrektor Sudau. 
Bürgermeister Walger teilt zunächst die von uns 
bereit? veröffentlichte Bevölkerungsbewegung vom 21. Oktober 
o. Js. bis 21. Januar d. I«. mit. Friedenau zählte am 
21. Januar 42 838 Einwohner. 
Die Abrechnung vom Kaisers GeburtStagSfesteffen stellt 
eine Einnahme von 588,75 M. und eine Ausgabe von' 
921,75 M. fest, fodaß noch 67 M. von dem von der Ge 
meinde bewilligten Zuschuß von 400 M. erspart wurden. 
Schöffe Lichtheim berichtet dann, daß, nachdem die 
Gemeindevertretung seiner Zeit {5000 M. bewilligt hatte, 
der Verkauf des russischen Fleisches im November v. IS. 
begonnen hatte. Für den Verkauf hatten stch damals 11 
Schlächtermeister bereit erklärt und der Verkauf war auch 
Anfangs recht gut. Nach und nach gingen aber von diesen 
11 Schlächtern mehrere ab und zu guterletzt blieb nur 
noch der Schlächter Borck übrig. Dieser erklärte auch 
eines Tages, daß er den Verkauf nicht mehr übernehmen 
könne, das Publikum kaufe daS Fletsch nicht mehr. Da 
der Transport für kleine Mengen gegenüber dem Ver 
kaufsgewinn zu teuer ist, so beschloß der Marktausschuß, 
den Verkauf deS russischen Fleisches einzustellen. 
Den Verkauf in eigene Regie zu übernehmen, davon mußte 
Abstand genommen werden, wegen der damit sür unsere 
Gemeinde verbundenen Schwierigkeiten. Er möchte noch 
darauf hinweisen, daß es niemals in der Absicht gelegen 
hätte, durch die Einführung der russischen Fleisches die 
Preise für daS deutsche Fleisch ermäßigt zu bekommen, 
sondern daß die Absicht die gewesen wäre, ein Steigen 
der Preise zu verhindern, und die? sei auch durchweg ge 
lungen. Ec möchte dann noch öffentlich der Stadt 
Berlin den Dank aussprechen, für die Liebenswürdigkeit 
und das Entgegenkommen, mit der sie unsere Gemeinde 
behandelt habe. Der Dezernent, Stadtrat Berndt. sei auf 
alle« eingegangen, so daß er für die liebenswürdige Be 
te 
.27. 
Oer Staatsanwalt. 
vou H. Hill. 
«u<tn< itiiitoL) 
Black war erstaunt. Es lag nicht in seinem Interesse, 
daß man hier wußte, wer er war, und so hatte er sich 
ins Fremdenbuch als Reisender eingeschrieben, wobei es 
jedem überlassen blieb, ihn für einen Handlungsreisendev 
oder einen Touristen ^zu halten. Die unverschämte Ant 
wort des Chauffeurs mußte ihn daher in Erstaunen setzen, 
und er wußte nicht, war es nur ein derber Scherz oder 
kannte der Mensch ihn vom Ansehen. Unter den Umständen 
hielt er es für das beste, die Unterhaltung ebenso schnel 
wieder abzubrechen, wie er sie angefangen. So antwortett 
er nur ganz kurz: „Bedaure, daß ich gesprochen habe/' 
und versenkte sich wieder in die angenehme Arbeit des 
Frühstückens und in die Morgenzeitung. 
Da er jedoch seine Mahlzeit vor dem unhöflichen 
Chauffeur beendigt hatte, und da er weiter nichts zu tun 
hatte, während er auf Julius Penfolds Erscheinen wartete, 
so schlenderte er hinaus in den Hof. Es war immer gut, 
möglichst viel zu wissen, und ein Blick auf das Automobil, 
das der schneidige junge Mann fuhr, konnte nichts schaden. 
Er-fand es in der Garage, das einzige, das darinnen war. 
Es war ein großer vierzigpferdiger Mercedeswagen von 
dunkelgrauer Farbe. Die Buchstaben T. 0.: (London City) 
vor der Nummer zeigten an, daß das Auto in der Haupt 
stadt eingetragen war. , m 
Ein Stallbursche war im Hofe beschäftigt, und Black 
rief'ihn an und fragte, wem der Mercedeswagen gehöre. 
Der Mann antwortete, das wisse er nicht. aber derChauffeur. 
der hier im Gasthos wohne, heiße Larrimer. Er sei vor 
drei Tagen mit dem Auto aus London gekommen und 
habe angegeben, er solle hier im Gastbof warten, bis sein 
Herr, der auf einem Gut in der Nachbarschaft zu Besuch 
sei, wieder aufbrechen wolle. ... 
Black begab sich darauf vor das Haus hinaus, ging 
ein paarmal aus und ab, schaute die Straße hinunter und 
dann auf seine Uhr. Es war beinahe zehn Uhr, und 
wenn er annahm, daß drüben in der Billa um neun 
Uhr gefrühstückt wurde, so konnte Julius fetzt jeden Augen 
blick kommen. Aber es verging eine halbe Stunde, und 
noch war niemand zu sehen, und als aus der halben eine 
ganze geworden war, da fühlte der Inspektor, wie seine 
Geduld ihn verließ. Voraussichtlich hatte der junge Doktor 
einen guten Grund, um so spät zu kommen, aber es war 
auf jeden Fall langweilig und ärgerlich, untätig hier im 
„Ochsen" zu sitzen, wo er doch darauf brannte, die gegebene 
Spur zu verfolgen. - 
Als um halb zwölf Julius immer noch nicht aufgetaucht 
war, begab sich der Beamte wieder in den Gasthof, ließ 
sich ein Glas Bier geben und las den Brief noch einmal 
durch, der ihn veranlaßt hatte, hierherzukommen. Der Satz, 
der seine Aufmerksamkeit fesselte, lautete: „Ich werde Sie 
am Bahnhof treffen, denn aus Gründen, die ich Ihnen 
mitteilen werde, möchte ich Sir William nicht beunruhigen, 
ehe wir unserer Sache sicher sind." 
„Daraufhin kann ich nicht gut nach der Villa gehen 
und Penfold aussuchen," brummte der Inspektor vor sich 
hin. „Der Mann hat mir einen guten Eindruck gemacht, 
und nächdem er mich hierher bestellt hat, würde er mich 
doch kaum hier sitzen lassen, wenn er es vermeiden könnte. 
Was tut man nun am besten?" 
Nach einigem Nachdenken kam er zu einem Entschluß. 
Er wollte keine Zeit weiter verlieren, sondern auf eigene 
Faust einige Fragen in betreff des Bildes stellen, das er 
in der Brusttasche trug. Zuerst wollte er es in Beaconsfield 
versuchen, und gelang es ihm hier nicht, so wollte er nach 
Monksglade gehen und sehen, ob er dort mehr Glück haben 
würde. r . 
Er begann mit dem Wirt des Gasthofs. Dieser be 
trachtete Olivia Maitlands reizendes Profil mit großer 
Bewunderung, erklärte aber dann kopfschüttelnd: 
„Nein, Herr. Ich bin zwar ein häuslicher Mann. und,' 
fügte" er lachend hinzu: „meine Frau hat es nicht gern, 
wenn ich mir hübsche Mädchen zu genau ansehe aber 
wenn ein solches Gesicht im Umkreis von zehn Meilen zu 
finden wäre, io wäre es meiner Aulmerklamkeit doch nicht 
entgangen. Es gibt ja hier genug hübsche Mädels in den 
neuen Häusern da drüben, aber keine, die dieser das 
Wasser reichen könnte." 
Black begab sich wieder auf die Straße hinaus und 
setzte seine Frage in verschiedenen Lüdest der Nachbarschaft 
fort, aber mit keinem besseren Erfolg. Die junge Dame 
auf dem Bilde wur in keinem der betreffenden Geschäfte 
als Kundin bekannt, noch konnte sich jemand erinnern, sie 
vorbeigehen gesehen zu haben. 
Es war jetzt ein Uhr, und der Inspektor spürte einigen 
Hunger. Er ging daher nach dem Gasthof zurück, er 
kundigte sich, ob Doktor Penfold unterdessen nach ihm ge 
fragt hatte, und nachdem man ihm das Gegenteil versichert 
hatte, bestellte er sich ein reichliches Mittagessen. Außer ihm 
war im Speisesaal noch eine lustige Gesellschaft von Auto 
mobilisten, aber der unverschämte Chauffeur vom Morgen 
war nicht da. Während des Essens überlegte sich Black, 
welche Schritte er zunächst unternehmen werde. Gesättigt 
und erfrischt erhob er sich dann und bestellte sich einen 
Wagen, um nach Monksglade zu fahren. 
„Wenn Sie das Schloß sehen wollen, Herr, so fürchte 
ich, das wird nicht gehen," bemerkte der Wirt, als er von 
seiner Absicht hörte 
In früheren Zeiten, als Sir Harry Dunloo noch selbst 
dort wohnte, wurde es den Fremden bereitwilligst gezeigt, 
aber jetzt ist es an eine französische Gräfin und ihren 
Sohn vermietet. Der Herr ist leidend, und es wird niemand 
zugelassen. 
Black antwortete, daß er sich für alte Schlösser nicht 
interessiere, und Monksglade auch nicht aus diesem Grunde 
aufsuche. Kurz darauf fuhr er zwischen grünen Hecken dem 
Städtchen zu, das ihm bis jetzt ganz unbekannt war. 
Dort angekommen, ließ er den Kutscher im Gasthof warten 
und begann seine Nachforschungen in derselben Weise, wie 
in Beaconsfield. Hier war die Aufgabe leichter, denn es 
waren nur vier einigermaßen bedeutende Läden vorhanden, 
der Schlächter, der Bäcker, der Kolonialwarenhändler und 
eine Art kleines Warenhaus. 
(Fortsetzung folgt.)
        
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