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Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Zuschriften 
(Für diese Rubrik übernehmen wir keine Verantwortung.) 
Ein Wort zur Saalsrage. 
Es ist jedenfalls ein ganz nnhaltsamer Zustand, daß in Frie 
denau kein einigermaßen ansprechender Saal vorhanden ist, in 
welchem größere Festlichkeiten und Vcreinssitzungen abgehalten 
werden können und man muß es dankbar anerkennen, daß unsere 
Gemeindevertretung die Aula unseres RcalreformgpmnasiumS ver 
schiedenen Veranstaltungen zur Verfügung stellt und jetzt gelegentlich 
des Rathausneubaues weitere Abhilfe durch Schaffung eines Saales 
'ringen möchte. Beides aber wird seinen Zweck nicht recht und 
dauernd erfüllen, ganz abgesehen davon, daß es im allgemeinen 
nicht Sitte ist, die Räumlichkeiten genannter Gebäude anderen 
Zwecken als zu welchen sie bestimmt sind, dienstbar zu machen. 
Es ist in Friedenau für alles gesorgt; wir haben Spielplätze, 
Sportplätze und Eisbahnen, aber wir haben keine Räumlichkeiten, 
in welchen Feste gefeiert werden können und in denen die heran 
wachsende Jugend im Kreise ihrer Angehörigen dem Tanze huldigen 
r an. Ich möchte deshalb an alle diejenigen Einwohner Friedenaus, 
, e ein Interesse daran haben, einen Appell richten dahin, sich zu- 
ämmenzutun und Räume zu schaffen, welche den jetzigen und 
pätercn Geschlechtern nur den Zwecken fröhlicher Geselligkeit und 
Unterhaltung dienstbar bleiben. Mir schwebt als Beisoiel die 
Berliner Ressource zur Unterhaltung (sog. Thcrbourg'sche Ressource 
vor Augen. Dieser Verein besitzt in der Oranienburger Straße 
ein eigenes Grundstück, von welchem die Partcrreräumlichkeitcn als 
Rebenräumen zu den hinterwärts angebautecn Sälen verwendet 
wurden Ein großer Garten mit Kegelbahnen nnd großem Pavillon 
vervollständigen das Ganze. Die Ressource hat sich die für sie be 
nötigten Tage reserviert und im Uebrigen stich die Säle an einen 
Ockonom verpachtet, welcher die Räume je nach Bedarf für andere 
Fcstlichkeiicn, vorwiegend Hochzeiten vergibt. Sollte es nicht möglich 
sein, für Friedenau ähnliches zu schaffen? Grundstücke mit vielleicht da 
hinter- oder dancbenliegendem Terrain dürften gegenwärtig noch zu ! 
haben und auch nicht zu teuerscin. Wenn sich eine Gesellschaft bildete, 
sei cs in Gestalt eines Vereins, einer G. m.b. H. oder Aktiengesellschaft, 
deren Teilhaber durch Zeichnung die Summen zusammenbringen, 
durchaus nicht übermäßig hoch sein brauchen, um ein vorgebautes 
Etablissement ins Leben zu rufen, so würde dies die geeignetste 
Lösung der Saalfrage sein. Es findet sich auch wohl ein Wohl- 
.täter, welcher falls ohne Erben, einer Vereinigung sein Grund 
stück oder Terrain vermacht oder billig mit Verkaufsrecht verpachtet. 
Weshalb sollte nicht einmal eine Stiftung der Freude und dem 
Frohsinn gewidmet sein? Sicher würden sich noch spätere Geschlechter 
und namentlich die Paare, die sich in den Räumen kennen lernten, 
dankbaren Herzens dcS Wohltäters erinnern, da ja naturgemäß 
dessen Name mit dem Etablissement in Verbindung gebracht werden 
müßte. Auch die Gemeinde könnte durch Hergäbe billiger Hypotheken 
ein derartiges gemeinnütziges Unternehmen unterstützen. Es ist auch 
durchaus nicht unmöglich, daß, wenn die ersten Kinderkrankheiten 
überwunden sind, das Unternehmen gut floriert und die 
Zeichner und Gründer außer den gewissen Vorrechten ähnlich 
derjenigen d-r Aktienbesitzer des Zoologischen Gartens auch noch 
eine Dividende erhalten könnien. Ich richte deshalb an alle die 
jenigen, welche der Sache ein Interesse entgegenbringen, auch an 
die Vorstä- de unserer Vereine die Bitte, ihre Meinung resp. ihre 
Bereitwillgkeit oder Zustimmung zu äußern und an dle'Schrifl- 
leitung der Zeitung zu äußern. W. Lcmin. 
Sklaven des Vergnügens. 
Von Or. A. B e r t h o l d. 
Nachdruck verboten. 
UR. Es gibt Menschen, welche Hervorragendes 
im Ertragen von Vergnügungsstrapazen leisten können. 
Es gibt junge zarte Geschöpfe weiblichen Geschlechts, 
von denen man glauben könnte, ein Windhauch mühte 
sie timwcrfcn, welche drei Nächte hintereinander un- 
nntcrbrochcn tanzen. Es gibt junge Männer, Kauf 
leute, Studenten, Offiziere, welche viele Nächte hinter 
einander auf Ballfestlichkeiten das Tanzbein unermüd 
lich schwingen llnd doch tagsüber ganz energisch Dienst 
tun müssen. Diese Märtyrer des Vergnügens halten 
manchmal eine ganze Woche lang die Strapazen aus, 
bis sie dann den Sonntag zum ausgiebigen Schlafen be 
nützen. Immerhin kann man diese Leute nicht Sklaven 
des Vergnügens nennen; denn sie nehmen freiwillig 
die schwere Arbeit auf sich. Aber cs gibt in Wirklich 
keit Sklaven des Vergnügens, welche in dieser Saison 
der Feste nnd Vergnügungen stöhnend und jammernd 
zahlreiche Festlichkcitcil mitmachen müssen, an denen 
ihnen gar nichts liegt, auf denen sie aber ans ge 
schäftlichen Gründen nicht fehlen dürfen, wollen sic 
nicht Einbuße erleiden. Diese Sklaven des Vergnü 
gens wollen wir uns einmal näher ansehen. 
Da ist der Fabrikant von allerhand Abzeichen für 
Vereine, Gesellschaften, ein Spezialist in allerhand 
Gürtlerwarcn, die aus allen nur denkbaren Metallen 
hergestellt werden, in farbigen Bändern usw. Er liefert 
für alle Vereine des Ortes, infb jeder von ihnen be 
trachtet cs als selbstverständlich, daß der Lieferant bei 
dem großen Winterfest, das der Verein veranstaltet, 
erscheint. Der Lieferant ist nicht allein im Ort; er 
hat in jüngster Zeit Konkurrenz bekommen, und diese 
sucht ihm die Kundschaft eifrig abzujagen. Da heißt 
cs hinterher sein, und sich die Kundschaft erhalten. 
Das ist aber nur möglich, wenn man mit dem Verein 
selbst, sowohl mit den Mitgliedern, wie mit dem Vor- ' 
stand auf gutem Fuße steht, und will man sich diesen 
guten Fuß erhalten, so heißt es eben, an den Vereins- 
Vergnügungen aktiv teilnehmen. Nun gcht es in jedem 
größeren deutschen Orte Dutzende von Vereinen, und 
jeder von ihnen hat das Bedürfnis, ein großes Fest 
im Winter zu veranstalten. Die größten Vereine be 
legen am Sonnabend die Lokale mit Beschlag, weil 
das ein günstiger Abend zur Abhaltung eines Festes 
ist. da sich dann die Teilnehmer am Sonntag ge 
nügend ausruhen können. Die kleineren Vereine aber 
müssen sich mit einem andern Wochentage abzufinden 
suchen, und so ist denn jeder Tag der Woche besetzt, und 
, der unglückselige Fabrikant nnd Spezialist muß täglich 
j abends seinen Frack anziehen oder irgendein Masken 
kostüm anlegen, um dem Vereine, für den er liefert, 
durch sein Erscheinen eine Reverenz zu machen. Man 
wird begreifen, daß diese Tätigkeit auf die Dauer nicht 
nur gesundheitsschädlich, sondern in gewissem Sinne 
inörderisch werden kann. Vierzehn Tage hintercin- 
nndcr täglich oder vielmehr nächtlich einem erzwnngenxn 
Vergnügen nachzugehen, das hält niemand aus. 
Gerade bei den Festlichkeiten der kleinen Vereine, bei 
denen die Zahl der Teilnehmer leicht zu übersehen 
ist, darf der Lieferant aber sich nicht zeitig entfernen, 
weil das sofort ausfallen würde. Bei den größeren 
Vereinen liegt es in seinem Interesse, möglichst Ge 
legenheit zu suchen, mit dem Vorstand und den M t- 
gliedcrn, welche Einfluß im Verein haben, in nähere 
Berührung zu kommen, und deshalb muß er bis zum 
Kehraus dableiben. Dann erst kann er todmüde nach 
Hanse gehen, einige Stunden schlafen, und sich danach 
dem Geschäfte widmen, das ja doch ia dieser Zeit nicht 
ohne Aufsicht und Leitung bleiben kann. Am Abend 
aber steigt das Opfer jamniernd und stöhnend wieder 
in den Frack nnd srohnt, einem Sklaven gleich, dem 
Vergnügen. 
-Außer diesem Spezialisten gibt es aber noch 
andere, welche durch Vereine Geschäfte machen. Da 
ist znm Beispiel der Versicherungsagent, der seine oft 
wertvollen Abschlüsse dadurch macht, daß er einer ! 
großen Anzahl von Vereinen angehört und durch per- ! 
sönliche Bekanntschaft mit den Mitgliedern Vcrsichc- j 
rungsmöglichkciten gewinnt. -Auch er ist gezwungen, 
wenigstens aus allen den Festlichkeiten zu erscheinen, 
welche die Vereine veranstalten, deren Mitglied er ist. 
Es liegt aber in seinem eigensten Interesse, auch mit 
Vereinen, wo er nicht in der Mitgliederliste geführt 
wird, aber doch häujig als Gast erscheint, gute Be- 
zichungen und wertvolle Bekanntschaften zu erhalten. 
So kommt auch dieser Geschäftsmann wochenlang nicht 
i ordentlich' znm' Schlafen und wird znm-Sklaven des» 
Vergnügens anderer Leute, das für ihn nichts als ein 
Geschäft ist. 
Diese Geschäfte durch Beziehungen zu den Ver 
einen machen auch noch andere Leute, Fabrikanten und 
Lieferanten aller möglichen Art; auch Agenten und 
Vertreter. So bezicht zum Beispiel hgnsig der Ver 
treter eines großen Eardcrcbcgcschäftes jährlich eine 
großartige Provision, und ist seiner Firma von außer 
ordentlichem Wert, weil er cs versteht, ununterbrochen 
neue Kunden heranzuholen. Diese aber erwirbt er vor 
allem ans den Vereinen, denen er beigctreten ist. hier 
macht er persönliche Bekanntschaften, hier gelingt es 
ihm im Laufe des Gesprächs, während einer Vereins- • 
sitzung, auch vor oder nach derselben, auf das Kostüm 
dieses oder jenes Dereinsmitgliedcs zu sprechen zu 
komracn nnd durch geschicktes Manipulieren schließ 
lich seiner Firma neue Kunden zuzuführen. 
Für alle Geschäftsleute dieser Art sind gute per 
sönliche Beziehungen die Hauptsache. Diese Beziehun 
gen können aber nur erhalten werden, wenn man die 
Leute durch Anwesenheit bei ihren Festen erfreut, und 
da der Vorteil üm so "r' r ‘fr ist. je mehr Beziehungen 
man hat, so häufen sich die Feste für diese Art Ge- ! 
schäflsleute in einer Weise, daß es Augenblicke gibt, wo 
die Feststrapaze geradezu unerträglich wird und das 
Joch dieses Sklaventums sich drückend fühlbar macht. 
Es gibt aber noch eine andere Art Ver- 
gnügungssklavcrei, die überall in den Orten ihre Opfer 
fordert, wo sich eine größere Zahl von Restaurants 
befindet. Zur Ausbesserung ihrer Finanzen ' und zur 
Steigerung des Besuches ihrer Lokale, verunstalten die 
Inhaber in der Wintersaison allerhand Festlichkeiten 
oder wenigstens Znsanuncnknnfte, häujig unter dem 
Namen „Äbendtisch". Sie rechnen dabei auf die An 
wesenheit nicht nur der sirtammAäste, sondern auch der 
Lieferanten, zu denen. Brauer, Backer, Schlächter, Wem- 
und Likörliescranten usw. gehören. Wer ein gutgehen 
des Geschäft hat, das inil ^ Restaurationen arbeitet, 
kommt dann auch in eine Sklaverei des Vergnügens 
hinein, von der sich der Laie nichts träumen laßt. F)icr 
liegt die große Schwierigkeit im Verzehren von spei 
sen nnd Getränken. Der Lieferant, der an solchen 
Abendtischen mitmacht, muß eilte möglichst große Seche 
machen, damit der Wirt des Restaurants feinen guten 
Willen sieht. Der bestkonstruierte Magen hält cs aber 
nicht aus, größere Quantitäten Essens jeden Abend bis 
spät in die Nacht zu sich zu nehmen und dazu zweifel 
haften Wein und noch zweifelhafteren Ehampagner, 
boshaft „Knallkümmel" genannt, sich einzuverleiben. 
Da greift natürlich der Sklave des Vergnügens zur 
Hilfe. Er ladet trinkfeste Freunde ein, die mit an diesen 
Festlichkeiten teilnehmen nnd rmr die schöne Aufgabe 
haben,* nach Möglichkeit zu essen und zu trinken, damit 
eine recht große Zeche entsteht. Der Vergnügungösr.ave 
ißt so mäßig, wie nur möglich; aber auch er jammert nur 
den verloren gegangenen Sch las, denn während der 
Hauptfestsaison, im Januar und Februar, findet eine oft 
erschreckende Häufung solcher Festabende statt. 
Es gilt sonst für den höchsten Grad von Vergnügen 
für Tausende von Menschen, v m Wirtschaft zu Wirt 
schaft zu ziehen, übcraljs einige Zeit zu verweilen, etwas 
zu. verzehren und dann wieder weiter zu wandern. 
Es gibt Tausende von Mensch-n, die eine solche „Bier 
reise" (es kann auch eine Weinrosse sein) für den Höhe 
punkt menschlicher Glückseligkeit halten. Sic wären gern 
bereit, täglich solche Reisen zu unternehmen. Aber diese 
Bereitschaft entspringt nur ihrer Unkenntnis. Wenn sie 
wüßten, wie den unglückseligen Sklaven zumute ist, 
die wirklich dieses Vergnügen täglich genießen müssen! 
Da ist der Agent einer großen Likörfabrik, die einen 
Ruf nicht nur im Reich, sondern über dessen Grenzen 
hinaus hat. Trotz dieses guten Rufes muß sur die 
Marke sehr viel „Stimmung" und Reklame gemacht 
werden, denn die Konkurrenz auf diesem Gebiete ist 
eine unabsehbar große. Der -Agent besucht daher lag.ich 
eine große Anzahl von Lokalen besserer und geti.^crer 
Art und ist von früh bis abends apf dc:i Be-.nen. Schon 
um zehn Uhr vormittags erscheint er im ersten Lena., be 
grüßt den Wirt, setzt ;sch an den Stammtisch und wartet, 
bis eine größere Zahl von Stanurmästcn vcrsammel. ist. 
Dann bestellt er eine Lage Likör der Firma, die er ver 
tritt, wobei natürlich sämtliche Anwesende seine (Sn .c 
sind. Auch der Wirt muß mittrinken, cs gil t i) n nie tö, 
und womöglich auch der Lberkcikner,. mir d - a -t 5*f -> 
servierende Kellner, nur dann, die Zeche rec. v w ra. 
Dann empfiehlt sich der Agent sch.ewn.sii uh • a > 
dem nächsten Restaurant, wo er am S.a:n. . . i 
Manipulation vornimmt. N.Uür.ich erlun.r. .. 
zeitig den Wirt daran, neue Bestockungen „.. 
wenn der Vorrat zu Ende gc.^k. Der v,r t i.-. v .. . 
ständigen Stammlischbesuche ist nicht u.wün i -> 
wird Reklame für die Marte gemacht, man e> in. . v . n 
Namen dem Wirt in angeneh.no Erinnerung, na., ^.e 
Stammgäste werden vie.leicht doch vcrau.a^st, i.u ) 
privatim diese Marke Likör sich für den Haus^.li 
schassen, von der ihnen Proben in so liederts.oüru.^^r 
Weise gratis geboten worden sind. 
In einer großen Stadt dauert cs wochenlang, bis 
der Agent durch sämtliche Lokale, in die ihn seine M .r.c 
führt, durchkommt. Dann beginnt er seinen Krc.s uns 
wieder von neuem, Bnd wir diesen Agenten für L.» r, 
gibt es Agenten für andere Genuß».i.tel,^ die ihre 
Hauptabnehmer in den Restaurants einer großen Lo.uA 
haben. Alle diese Agenten sind nicht nur von früh 
bis abends unterwegs, sondern sie sehen sich auch ge 
nötigt, von dem Fabritat, das si e vertreten, ein so großes 
Quantum zu sich zu nehmen, daß schließlich ihr: Gesund 
heit darunter leidet, ja ernstlich gefährdet wird. 
Doch es hilft nichts; die Konkurrenz ist zu groß und 
zu rücksichtslos, und so heißt 4p denn, jede Gelegenheit 
ausnützen, selbst wenn inan dadurch zum Sklaven von 
Einrichtungen und Verhältnissen wird, welche andere 
Menschen „Vergnügungen" nennen. 
Bekanntmachung 
betreffend Meldung zur Stammrolle. 
Alle sich hier im Orte aufhaltenden Militärpflichtigen, die in 
den Jahren 1892, 1803, 1894 geboren sind und ihrer Militärpflicht 
noch nicht genügt haben, oder die vor 1892 geboren sind, aber cinc 
endgiltigc Entscheidung über ihre Militärpflicht noch nicht besitzen, 
werden ausgefordert sich in der Zeit 
vom 2. bis 15. Januar 1914 einschl. 
— nicht wie bisher in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar — 
während der DienstsMnden von vormittags 8 bis nachmittags 8 Uhr 
im hiesigen Gemeindeamt, Feurigstr. 8, 2 Treppen, Zimmer 47 zur 
Stammrolle zu melden. 
Zur Meldung verpflichtet sind auch: 
a) Dienstboten, Haus- und Wirtschastsbeamte, Handlungsgehilfen 
und Handwerksgesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter und andere 
in einem ähnlichen Verhältnis stehende Militärpflichtige, die 
i», Orte in der Lehre, im Dienst oder in Arbeit stehen, 
b) Studierende, Schüler und Zöglinge sonstiger Anstalten, sofern 
sie hier wohnen. 
Militärpflichtige vorgenannter Art, die sich hier nur vorüber 
gehend aufhalten, haben sich in derselben Zeit bei der Ortsbchörde 
ihres Wohnsitzes zu melden. 
Bei der Meldung müssen Militärpflichtige, die sich bereits 
früher gestellt haben, ihren Losungsschcin und diejenigen, die außer 
halb geboren und noch nicht zur Musterung gekommen sind, ihren 
von dem Standesamt ihres Geburtsortes ausgestellten Geburtsschein 
mitbringen. Militärpflichtige des Jahrganges 1894, die hier ge 
boren und wohnhaft sind, haben sich persönlich ohne Geburtsschein 
zu melden. 
Sind Militärpflichtige, die sich hier zu melden haben, während 
'enannten Z it vorübergehend abwesend, so müssen die Eltern, 
nder, od». Arbeitgeber die Anmeldung zur Stammrolle be- 
Jm übrigen ist die Meldepflicht eine persönliche; schrift- 
ungen sind unzulässig. 
Es wird besonders darauf hingewiesen, daß seitens der Militä'- 
pflichtigcir Geburtsscheine, die von den Standesämtern kostenlos 
ausgestellt werden, nickt aber Taufscheine beizubringen sind. 
Bei Unterlaffung der vorgeschriebenen Meldungen zur Stamm 
rolle oder zur Berichtigung derselben sowie bei Nichtinnehalte» 
der gestellten Frist tritt Geldstrafe dis zu 36 M. oder Haft bis zu 
3 Tmscu ein. 
Berlin-Friedenau, den 23. Dezember 1913. 
Ter Gemeindevorsteher. 
Apostel-Paulus-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Rodatz. 
Mittags 12 Uhr Kindergottes 
dienst: P. Rauchstein. 
KltiWe MUiWli. 
Sonntag, den 28. Dezember. 
Vcrlin-Jriedenau. 
Vorm. 10 Uhr: P. Vetter. 
Daiiit Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P. Görnandt. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Eo. Verein junger Männer. 
Sonntags Nachm. 6 Uhr Jugend- 
abteilung, Abends 8 Ubr Männer- 
abtcilung, Sonnabends Nachm. 
4 Uhr Klurbenabteilung im Ge 
meindehaus, Kaiserallee 76«. 
Evang. Jungfrauenverein, 7—9, 
Gemeindehaus, Goßlerstr. 80 II. 
Christi. Jungfrauenverein, Frege- 
straße 46, 6*9. Mittwochs 
8—10 Schneiderstunde. 
Berlin-Tchöneberg. 
Paul-Gerhardt-Kirche. 
Boim. 10 Uhr: Sup. Raack. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P. Delbrück. 
Daiur Beichte und Abendmahl. 
Nachm 6 Uhr: P. Braun. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Königin-Luise- 
Gedächtniskirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Lange. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Mittags l 1 /, Uhr Kindergottes 
dienst: P. Boehm. 
Nachm. 6 Uhr: P. Boehm. 
Dann Beichte und Abendmahl, 
nirche zum Heilsbronnen. 
Vorm. 10 Uhr: P. Klatt. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nachm. 6 Uhr: P Schwarz. 
Dann Beichte und Abendmahl. 
Nathanael-Kirche. 
Vorm. 10 Uhr: P. Liz. Becker. 
Nachm. 6 Uhr: P. Wagner 
Evangelische Gemeinschaft 
Bornstr. 2 pnrt. 
Sonntag Vorm. 10 u. Nachnr. 
5 Uhr Predigt. Vorm. 11'/, Uhr 
Sonntagsschule. Nachmittags '/,7 
Uhr Jugendverein. Mittwoch 
Abends 8'/, Uhr Vibelstunde. 
Freitag Abend 8'/< Uhr Gebet- 
stunde. 
Methodisten-Gemeinde. 
10 Uhr u. 6 Uhr: Pred. Neupcrt 
11'/, Uhr K.-G.-D. 
Gottesdienstordnung 
zur.. Pfarrei Steglitz gehörigen 
Katholiken. Katholische Kirche in 
Steglitz, Kieler Str. 11. 
An Sonn- u. Festtagen: Meffen 
7 u. 117« Uhr Vorm. Hochamt u. 
Predigt 97, Uhr Vorm. Segens 
andacht 7 Uhr Abends. — An 
Wochentagen: Meffen 7'/, u. 8'Uhr 
Vorm. Beichtgelegenheit an den 
Abenden vor Sonn- »nd Festtagen 
und früh vor der Messe. 
für die tu Friedenau »wohnhaften 
Bel Höstcn, Heiserkeit, 
rauher Stimme, Erkältungen 
gibt cs nichts besseres alsApolhck. HugoStors 
{ Sjdrusan Husten-Bonbons 
Man vergesse bei dem rauhen Weiter vie 
Sydrosan Husten-Bonbona bei sic‘< tu tragen, 
um sich vor E kSl ung tu schütten. 
Beutel 20 und 40 Pf j-, überall erhältli-b, 
wo nicht in der National-Drogerie, 
Lauterstr. 16 era Markt. 
!Verletzung zu Ostern noch möglich. Hl 
«l* ft m ffrfAc Höhere NorvereitungLAnslaU»> 
n. umes 5tcÄ Ftm^. 24. W 
) Für alle Klassen, Einjährige. Primaner u. Abliurienten, (Gymn. j 
) u. real.) Kleine Avteil., individuelle Behandlung. UnentgeUl.» 
’ Nachhilfe. LeseUlguug o. Lücken. daher sily. Förderung. 12 Lehrer. \ 
2 für vnterrithlszweae etnger. Dillen inmitten grober Karten, r 
l Vorzügliche Erjolge. Denanmeldungen täglich. ^—ü
        
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