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Periodical volume Nr. 3, 03.01.1913

Full text: Friedenauer Lokal-Anzeiger Issue 20.1913

Beilage zu Nr. 301 des „Friedenauer Lokal-Anzeiger". 
Dienstag, den 23. Dezember 1013. 
Tertius gaudens. 
Humoreske uoii H. Hambru ch. 
»iacbdrnck vttiiin 
UR. Woldcmar Semmclmann, der Dichter, grü 
belte. Ein Verleger hatte ihm endlich den Gefallen 
getan, den Gedichtband „'Steine und Sterne" für fünf 
schöne, blaue Lappen druckcü, in Zelluloiddeckel binden 
und mit Goldschnitt versehen zu lassen. Das war immer 
hin ein 'Anfang, aber bis zu den Fügen der Ruhmes 
göttin waren dach noch verschiedene Stufen zu er 
ledigen. Eine weitere zwar war noch die gönnerhafte 
Besprechung des heimatlichen „Gcbirgsbotcn" ge 
wesen, der dem hoffnungsvollen Sohne der Stadt ein 
ausführliches Feuilleton gewidmet hatte, ihn mit Lenau 
und Gustav Falke verglich und ihn entschieden über 
Iakobus Schnellpfeffcrs Dekadententum stellte. Dieses 
herzliche „Glück auf den Weg!" hatte Woldcmar 
Semmelmann entschieden das Rückgrat gestärkt, ihn 
aber keineswegs rasten lassen, was bekanntlich gleich 
bedeutend mit rosten ist. 
Die Sache will's! sagte sich der bleiche Grübler 
und ging zu dem einen der beiden einzigen und sich 
daher nicht allzu rosig gegenüberstehenden Buchhändler 
der Stadt, zu Ebmeicr, um von ihm eine nach außen 
hin „frisierte Einladung" für einen Vorlcseabend' zu 
erwirken. Ebmcier sagte nicht nein, verlangte aber für 
allgemeine.Unkosten, als da wären: Ausräumung des 
Ladens, Stuhlmicte, Licht, Plakate, Inserate — hun 
dert Mark; Gewinn aus Bücherv'crkauf und Ein 
trittskarten sei natürlich recht und schlecht zu teilen. 
Aber Woldcmar Scmmelmann war prinzipiell gegen 
jedes Entree: erstens einmal hatte er cs von Hause 
aus wahrlich nicht nötig, und zweitens — das war der 
viel wichtigere Grund — fürchtete er nicht zu knapp, 
daß er sonst etwa vor leeren Stühlen die Kinder seiner 
Muse vorweisen könne. Natürlich ließ er von dieser 
Mutmaßung nichts laut werden. 
Besagter Albend kam, und viele Leute kamen, die 
meisten zwar weniger aus Interesse zur Lyrik im all-, 
gemeinen, als auch für Semmclmann im besonderen, 
vielmehr aus ganz einfacher Neugier. Vielleicht gab 
cs auch einen kleinen Skandal odev sonst eine Sensa 
tion., daß man cs hernach aufrichtig bedauern mußte, 
nicht niit dabei gewesen zu sein. Aber nichts der 
gleichen geschah. Im Gegenteil, der Abend erledigte 
sich, offen gestanden, für die meisten, recht zahlreich 
erschienenen Anwesenden ziemlich langweilig. 
Nur einer, der nicht mit dabei gewesen war, ver 
zehrte sich in eitel Neid, Nachahmungslust und Kon- 
turrenzwut: eben jener andere Buchhändler, namens 
Obmüller. Was Ebmeicr kaun,, macht. Obmülter schon 
lange! sagte er sich und ging am anderen Morgen zu 
Woldcmar Semmelmannob er ihm nicht auch in 
nächster Woche für ein Honorar von einhundert Mark 
das Vergnügen eines Vorleseabends bereiten wolle; 
natürlich "würde er die Reklame viel geschickter und 
amerikanischer handhaben als sein jüngerer Kollege; 
Eintrittskarten zu drei, zwei, einer Mark seien selbst 
verständlich; auch die Kritik der . benachbarten Resi 
denzstadt werde geladen; und den Gästen müsse in 
Heu Pausen und Kakes kaviert werden. „Glauben 
Sie mir, junger Freund, das erhöht die künstlerische 
Aufnahmefähigkeit immens!" schloß Herr Obmüller, 
und der junge Dichter sprach sein Amen dazu. 
„Mit döm jungen Semmelmann scheint doch etwas 
los zu sein," meinte man in den nächsten Tagen kopf 
nickend. „Es ist ja eine alte Tatsache, daß cincin manche 
Schönheit erst aufgeht, wenn sie einem zum zweiten, 
dritten Male nahegebracht wird. Es ist nicht altes 
Talmi, was glänzt.' Man soll nicht sagen, daß wir, 
ebenso wie Goethe einst Kleist verkannte —. Ein 
Organ für Lyrik muß man sich eben in unserer Zeit 
der" Maschinen erst wieder anerziehen, ebenso wie wir 
cs verlernt haben, mit den Ohren zu wackeln. Der 
Kampf gegen den Atavismus. Dehmel soll ihm schon 
verschiedentlich geschrieben haben. 'Absinth trjnkt er 
auch. Lassen Sie sich nur ja rechtzeitig genug Plätze 
reservieren. Man spricht vorn baldigen Ausverkauf, 
Das Schüttesche Pensionat allein kommt sünftuid- 
drcißig Mann hoch." 
Der Abend brachte Woldcmar Semmclmann in 
der Tat ein volles Haus, viel lauteren Beifall, einen 
bei weitem größeren Verkauf seines Buches als bei 
Ebmeicr, ausserdem sogar einige schüchterne Backfisch- 
bitten um ein Autogramm. Diesen beiden Vorlesungen 
folgten in derselben Saison noch sechs weitere, jedesmal 
abwechselnd in einer der beiden feindlichen Buchhand 
lungen. Heute ist Woldcmar Semmelmann ein in 
seiner Vaterstadt allgemein gefeierter Altmeister, dem 
man selbstverständlich jeden offiziellen und auch in 
offiziellen Prolog anvertraut, ganz abgesehen von dem 
verhältnismäßig gar nicht kleinen Iahresgehalt honoris 
causa. Seine Vortragsabende sind stets allsverkauft.* 
Ja, man verlangt noch hin und wieder aus „Steine 
und Sterile" den „Letzten Schmetterling" oder „Nun's 
wieder lenzen will. . ." als altbekannte „Schlager", 
obgleich die Buchhandlung von Ebmeicr, die so schlau 
war, sich sämtliche Verlagsrcchte des Dichters durch 
Gcneralvcrtrag zu sichern, inzwischen schon fünf weitere, 
gar nicht so dnnnlcibige Werke herausgebracht hat. 
So blieb, dank dieses wütigen Konkurrenzkanipfes, 
unserem Helden der sonst so schwere Weg seiner Reim- 
kollegen gänzlich unbekannt; keine einzige Redaktion 
war so unlicbcnswürdig, ihm Manuskripte zurückzu 
schicken, eben weil er ihr niemals solche anzubieten ge 
zwungen war. Doch. schöne Leserin, komme ja nicht 
auf den Gedanken, Woldcmar Semmelmann im Kon 
versationslexikon aufsuchen zu wollen — für derartig 
unheilbare Dilettanten ist da noch immer kein Platz. 
LulcdrMen 
(Für diese Rubrik übernehmen itrtr keine Verantwortung.) 
Heute Morgen 10 Minuten nach '/.,8 Uhr wurden jedemalls 
nach Schema F die eteltrischen Lampen ausgemacht, obwohl noch 
eine vollständige Finsternis herrschte. Es muh doch mit den 
Witterungs-Verhältnigen gerechnet werden, wie kann man da die 
kleinen Kinder nach der Schule schicken. Geradezu unglaublich! 
P. M. 
Gerichtliches 
(:)o Eine Umwandlung der in erster Instanz über ihn ver 
hängten Freiheitsstrafe erzielte der Regisseur Mar Rieger (genannt 
Reinhardt) in der Berusungsinslanz. Ter Genannte war vom 
Schöffengericht Schöncberg zu einer Woche Gefängnis verurteilt 
worden, iveil er zwei Kästen mit ivildem Wein, die vor der Tür 
des Gärtners Hermühlheim standen, sich angeeignet hatte. R. legte 
gegen dieses Erkenntnis Berufung ein. Die 1, Strafkammer des 
Landgerichts II gelangte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme 
zu der Auffassung, daß nicht Diebstahl, sondern Unterschlagung 
vorliege, und erkannte unter Aushebung des erstinstanzlichen Ur- 
teils auf 30 M. Geldstrafe. __ 
Literarisches 
Das beste billige Cchuldeneinziehungsoerfahren. Unter diesem 
Titel ist soeben eine Sammlung von 40 gebrauchsfertigen 
Formularen nach I)r j»r. E. Karlemeyer's Großes Handbuch des 
gesamten Mahn- und Klagewesens <300 Seiten, 25. Tausend) und 
Außenstände ohne Kosten einziehen" erschienen, die sich nach den 
Empfehlungen der Handels- und Handwerkerorganisationen zum 
schnellen und erfolgreichen Eintreiben von ausstehenden Forderungen 
bestens bewährt haben. Tie Sammlung ist zum Preise von 
90 Pfg. (Porto 10 Pfg.) in der Vcrlagsanstalt E. Abigt, 
Wiesbaden, erschienen und kann ev. auch durch gute Buchhandlungen 
bezogen werden. Sie macht sich für jeden Geschöslsmann sicher 
reckt gnt bezahlt. 
Bekanntmachung. 
Brandeuburgische landwirtschaftliche Berufsgenoffenschaft. 
(I- 3 , 
Sektion 32: Kreis Teltow. 
Bersicherungspflicht der Privat-Fahrzeug- und Reittierhaltung. 
Betriebsanmeldung. 
Rach § 537. Ziffer 6, 7 der Reichsvcrsicherungsordnung (R.- 
V-O) ist die Privathaltnng von Fahrzeugen jeder Art, wenn sie 
durch elementare oder tieri'che Kpfl bewegt werden und die Privat 
haltnng von Reittieren der Versicherung gegen Unfall mit Wirkung 
vom 1. Januar dieses Jahres ab unterworfen. Zuständiger Ver- 
sicherungsträger ist gemäß 8 9t1 R -V -O. die landwirtschaftliche 
Berufsgenoffenschaft dann, wenn die Unternehmer mit einem jene 
Tätigkeiten überwiegenden landwirtschaftlichem Betriebe einer solchen 
Genossenschaft bereits angehören. 
Für Tätigkeiten der durch § 537, Ziffer 6, 7, 8§ 921, 924 
R.-V.-O. bezeichneten Art sind die Beiträge gemäß 8 1906 R.-V -O 
nach der Unfabgefahr abzustillen. Näheres hierüber ergibt sich aus 
8tz 20c. 27 der Satzung für die 0. 3. 
Gemäß 8 29 der Satzung für die I,. 3 ersuchen wir deshalb 
alle Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, welche Mitglieder 
der l.. 3 sind. dir Privathaltung von Fahrzeugen irgendwelcher Ar, 
(wenn die Fahrzeuge durch elementare oder tierische Kraft bewegt 
werden) und die Privathaltung von Reittieren bis zum 2V. De 
zember dieses Jahres hier anzumelden. Glcickzeitig muß der für 
die Tätigkeit im Jahre 1913 durchschnitilich aufgewendete Arbcitsbc- 
darf nachgewiesen werden. 
Dabei sind folgende Angaben zu berücksichtigen: 
1. Name oder Firma und Betricbssitz des Unternehmers. 
2. Bezeichnung der Privatfahrzeug- oder Neittierhaltung, 
3. a« Zahl und Art der Fahrzeuge, 
d) Zahl der Wagen- und Reitpferde. 
4. a) Name, Vorname und Berussstellung der bei Ziffer 2 be 
schäftigten Personen. 
Bei Nacharbeiten (8 45 der Satzung): 
b) Jahresdurchschnitt der Beschästigunzszcit in Tagen, 
I. beider Tätigkeit zu Ziffer 2, 
II. bei anderen Tätigkeiten genaue Bezeichnung). 
e) Jahresarbeitsoerdienst der unter 4a bezeichneten Personen 
für die Tätigkeiten bei b I und II: 
I. Barbezüge jährlich...M. 
II. Tantiemen, Trinkgelder, Geschenke, jährlich... M. 
III. Naturalabzüge, Wohnung, Verpflegung,Kleidung jährlich... M. 
5 Erläuterungen über Beginn, Fortführung oder völlige Ein 
stellung der Tätigkeiten zu Ziffer 2. 
Die Ortsbehörden weiden ersucht, für die weitere Bekanntmachung 
Sorge zu tragen und etwaige BctciebSmeldungen hier abzugeben. 
D«r Vorsitzende des Kreisausschuffes des Kreises Teltow, 
gez.: v. Achenbach. 
Veröffentlicht: 
Berlin-Friedenau, den 23 Dezember 1913. 
, Der Gemeindevorstand 
er jetzt noch ein Scherslein übrig hat, schenke es den 
A rrustrn der Armen, 
die Pur nun schon, im 7. Jahre in den Weihnacht-- und NeujahlS- 
nächten auf der Straße zu einer Taffe Tee im warmen Raum unter 
dem trennenden Weihnachtsbaum einladen und in unseren Heimen 
aufnehmen. 
Pastor Lizentiat Bahn, Generalsekretär, Plötzensee-Berlin. 
Bekanntmachung 
betreffend Meldung zur Stammrolle. 
Alle sich hier im Orte aufhaltenden Militärpflichtigen, die in 
den Jahren 1892, 1893, 1894 geboren sind und ihrer Militärpflicht 
noch nicht genügt h iben, oder die vor 1892 geboren sind. aber eine 
ndgiltige Entscheidung über ihre Militärpslccht noch nicht besitzen, 
werden aufgefordert sich in der Zeit 
vom 2. bis 15. Januar 1914 einschl. 
— nicht wie bisher in der Zeit vom 15. Januar bis 1. Februar — 
während der Di-nststrinden von vormittags 8 bis nachmittags 3 Uhr 
im hiesigen Gemeindeamt, Feurigstr. 8, 2 Treppen, Zimmer 47 zur 
Stammrolle zu melden. 
Zur Meldung verpflichtet sind auch: 
a) Dienstbote», Haus- und Wirtschastsbeamte, Handlungsgehilfe» 
und Handwerksgesellen, Lehrlinge, Fabrikarbeiter und andere 
in einem ähnlichen Verhältnis steh nde Militärpflichtige, die 
im Orte in der Lehre, im Dienst oder in Arbeit stehen, 
b) Studierende, Schüler und Zöglinge sonstiger Anstalten, sofern 
sie hier wohnen. 
Militärpflichtige vorgenannicr Art, die sich hier nur vorüber- 
cehlnd aufhalten, haben sich in derselben Zeit bei der Ortsbehvrde 
ihres WohnsitztS zu melden. 
Bri der Meldung müssen Militärpflichtige, die sich bereits 
frühcr gestellt haben, ihren Lofungsschein und diejenigen, die außer 
halb geboren und noch nicht zur Musteruna gekommen sind, ihren 
von dem Standesamt ihres Gecurtsortes ausgestellten Geburtsschein 
mitbringen. Militärpflichtige des Jahrzanges 1894, die hier ge 
boren und wohnhaft sind, haben sich persönlich ohne Geburtsschein 
zu melden. 
Sind Militärpflichtige, die sich hier zrl melden haben, während 
der genannten Zeit vorübergehend abwesend so müssen die Eltern, 
Vornlünder, oder Arbeitgeber die Anmeldung zur Stammrolle be 
wirken. Im übrigen ist die Meldepflicht eine persönliche; schrift 
liche Meldungen sind unzulässig. 
Es iviid besondeis darauf hingewiesen, daß seitens der Mililä - 
pflichtigen Geburtsscheine, die von den Standesämtern kostenlos 
ausgestellt werden, ni't aber Taufscheine beizubringen sind. 
Bei Nnteilassung der vorgeschriebenen Meldungen zur Stamm 
rolle oder zur Berichtigung de, selben sowie bei Nichtinnehalten 
der gesteutcn Frist tritt Geldstrafe dis zu 30 M. oder Haft bis zu 
3 Tagen ein. 
Berlin-Friedenau, dcN 23. Dezember 1913. 
Ter Gcmeinoevorsteher. 
Bekanntmachung. 
Ter Herr Oberpräsident der Provinz Brandenburg macht in seiner 
Verfügung vom l. November 1918 über die öffentlichen Lustbarkeiten 
und den Besuch der Schankltctten folgendes bekannt: 
Schulpflichtige Kinder dürfen sich während der Dauer der öffent 
lichen Tanzlustbarkeiten in allen dazu benutzten Räumen und in den 
jenigen Räumen nicht aufhalten, von denen aus ein Zuschauen zu 
der Tanzlustbarkeit möglich ist. Die Orispo.izeibehörden können 
Ausnahmen von dieserVorschrifi zulaffen, z. B. bei der Feier patriotischer 
Feste oder deü Erntefestes. 
Die Personen, in deren Räumen die Tanzlustbarkeit stattfindet, 
ind für die Befolgung der Vorschrift verantwortlich, — Kreis- und 
ortspolizeiliche Verordnungen, welche die Zulassung jugendlicher 
Personen zu öffentlichen Tanzlustbarkeiten in noch weiterem Umfange 
beschränken, bleiben in Kraft und können ferner erlassen werden, 
sofern sie sich nur auf Personen unter 16 Jahren beziehen. 
Hieibei können auch die Jugendlichen selbst, soweit sie nicht 
schulpslichtig sind, unter Strafe gestellt werden. 
_ Den Gast- und Schankwirten, sowie den Kleinhändlern mit 
geistigen Getränken ist verboten, geistige Getränke zum sofortigen 
Genuß oder zum Mitnehmen an Betrunkene oder an solche Personen zu 
verabfolgen, die von der Polizeibehörde als Trunkenbolde bezeichnet 
sind. Den von der Polizeibehörde als Trunkenbolde bezeichneten 
Personeil darf der Aufenthalt in den zürn Ausschank von geistigen Ge 
tränken bestimmten Räumen nicht gestattet weiden. 
Den Gast- und Schankivirten und den Kleinhändlern mit geistigen 
Getränken ist verboten, Branntwein oder nicht denaturierten Spiritus 
zum sofortigen Genuß oder zum Mitnehmen an Personen unter 
l6 Jahren zu verabfolgsn 
Verantwortlich für die Befolgung der vorstehenden Vorschriften 
(Absatz l und 2) sind außer den Inhabern der Gast- und Schank- 
wirtschaften und Kleinhandlungen mir geistigen Geiränken auch deren 
Stellvertreter, Beauftragte und Gewerbe, ehilfen. 
Die Gast- und Schankwirte sowie die Kleinhändler mit geistigen 
Getränken haben einen deutlich lesbaren Abdruck der Bestimmungen 
der 88 6 und 7 dieser Verordnung in ihren Schank- und Verkaufs 
lokaleil an augenfälliger Stelle aufzuhängen 
Die Gast- und Schankwirte sowie die Kleinhändler mit geistigen 
Getränken haben ferner die ihnen zugehenden Mitteilungen der 
Ortspolizeibehörde über die a's Trunkenbolde bezeichneten Personen, 
io lange diese Bezeichnung in Kraft besteht, aufzubewahren und den 
Polizeibeamten (Gendarmen) auf Verlangen vorzuzeigen. 
Berlin-Friedenau, d-m 19. Dezember 1913. 
Der Amtsvorsteher. 
Bekanntmachung. 
Zulassung von Fachschülern zur erleichterten Prüfung 
für Einjährig-Freiwillige. 
D:r Erlaß vom 15 Januar 1912 (KM Nr. 429 11. 11. A. 1 
M. d. I. Nr. V 14 12. 2070) wird dahin erweitert, daß nicht nur die 
Schüler der staatlicken und staatlich unterstiitzteu Baugewerkichulen und 
kunstgewerblichen UiNerrichtsanstallcii, sondern auck die Schüler der; 
übrigen staallicken oder staatlich unterstützten gewerblichen Fachschulen 
(z B. Maschinenbauschulcn. Fachschulen für Tertil-, Eisen- usw. Industrie, 
Handwerkeischuien), die Erfüllung der sonstigen Bedingungcn vor- 
ausgeietzt, gemäß 8 89, 6a WO. auf Grund besonderer hervorragender 
gewerblicher oder kunstgewerblicher Leistungen in der Schule zur er 
leichterten Prüfung für den einjährig-freiioilligen Dienst zugelassen 
werden dürfen. 
Die gleiche Vergünstigung kann auch den Schülern anderer 
gewerblicher Fachschulen gewährt werden, sofern diese Schulen von 
dem Herrn Minister für Handel und Gewerbe und uns als den 
staatlichen und staatlich unterstützten gewertlichen Fachschulen gleich 
wertig anerkannt worden sind. Wegen der Anerkennung solcher An 
rollen ersuchen wir gegebenenfalls an uns zu berichten. 
Berlin, den 22. September 19l3. 
Ter Minister des Innern. Ter Kriegsminister. 
I. A. gez. Schlosser. I, A. gez. Wild von Hohenborn. 
Veröffentlicht: 
Berlin-Friedenau, den 20. Dezember 1913. 
Dcz. Gemeindevorstand.
        
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